Montag Abend ist seit einigen Jahren normal Spitzenspiel in der 2. Bundesliga angesagt. Diese Woche gibt's aufgrund der Pokal-Spiele "nur" A-Jugend Fußball, wobei immerhin VfB Stuttgart gegen FC Bayern München (A-Jugend Bundesliga) Unsere TV-Tipp ist aber für 22:45 Uhr angesetzt. Der WDR wird sich in seiner Reihe "Sport Inside" mit der aktuellen Situation rund um die Sicherheitsdebatte beschäftigen. Der WDR trifft in dieser Sendung regelmäßig den richtigen Ton, daher lohnt sich einschalten allemal.
Der Beitrag ist nun auch online auf der Webseite von Sport Inside verfügbar.
Sendebeschreibung WDR Sport Inside
Die Sicherheitslage in deutschen Fußballstadien ist derzeit Mittelpunkt heißer Diskussionen. Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zu Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Fangruppen und zwischen Fans und der Polizei, zuletzt am Rande des Revierderbys zwischen Dortmunder und Schalker Fans – mit Sachschäden und Verletzten. Ein echter Dialog zwischen Deutscher Fußball-Liga DFL und DFB auf der einen und Clubs und Fanvertretern auf der anderen Seite scheint derzeit nicht stattzufinden. Gleichzeitig wächst der Druck auf allen Seiten.
Politik und Polizei erwarten von DFL und DFB Schritte, die Situation zu verbessern. Sie drohen sogar damit, das Heft des Handelns an sich zu nehmen. Verband und Liga geben den Druck an die Fans weiter, indem sie teilweise drastische Sanktionen und grundlegende Änderungen androhen, sollte es weiterhin zu Zwischenfällen kommen. Im Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis", das Mitte Dezember verabschiedet werden soll, ist die Rede vom totalen Verbot von Pyrotechnik, von schärferen Einlasskontrollen bis hin zur kompletten Leibesvisitation, von Geisterspielen und der generellen Abschaffung von Stehplätzen in deutschen Stadien. Viele Clubs lehnen das Konzept ab. Fanvertreter bemängeln, überhaupt nicht gehört zu werden. Eine Lösung scheint in weiter Ferne – gleichzeitig dreht sich die Spirale aus Gewalt und Sanktionen, aus Druck und Gegendruck weiter.
Erstaunlich unaufgeregt ging es um Gewalt - Oder doch um Geld?
geschrieben von Christoph Burr in Kommentare
Revierderby gepaart mit der Diskussion über das bekannt gewordene DFL Konzeptpapier. Da war es fast zu erwarten, dass es auch Thema in einer TV Runde wird. Die Ankündigung des Polit-Spartensender Phoenix "Randale und Fußball - Wer stoppt die Gewalt?" weckte böse Erinnerungen an den Talkshow Marathon Mitte des Jahres, wobei damals der Show-Faktor eine sachliche Debatte deutlich in den Hintergrund rückte.
Erstaunlich unaufgeregt waren die 45 Minuten. So unaufgeregt, dass sogar vollkommen wogenfrei über die treffende Aussage vom stellvertretenden Kicker-Chefredakteur hinweg gesprochen wurde.
TV-Tipp: Randale und Fußball - Wer stoppt die Gewalt?
geschrieben von Redaktion in Tipp
TV Debatten über Fußball und Gewalt hatten wir zum Ende der vergangenen Saison genügend. Die mediale Aufarbeitung besonders der Vorfälle im den Relegationsspielen zwischen Hertha BSC Berlin und der Fortuna aus Düsseldorf sorgte dabei für Unverständnis und Kritik in Fankreisen. Nur wenige Sendungen schafften es, sich mit dem Thema "Ultras, Pyro und Gewalt" differnziert auseinander zu setzen. Daher kann man durchaus gespannt sein, wenn nun der Polit-Spartensender Phoenix von ARD und ZDF nun das Thema im Nachgang zum Ruhrderby aufgreift.
"Randale und Fußball – Wer stoppt die Gewalt?" fragt Alexander Kähler und diskutiert dabei u.a. mit:
- Ralf Jäger (Innenminister Nordrhein-Westfalen, SPD)
- Rainer Wendt (Deutsche Polizeigewerkschaft)
- René Lau (Arbeitsgemeinschaft Fananwälte)
- Jörg Jakob (stellvertretender Chefredakteur des kicker-Sportmagazins)
Sind wir mal gespannt was die Runde zur den gestellten Fragen zu sagen hat. Sendetermin ist Donnerstag, 25.10 um 22:15 Uhr und vermutlich im Nachgang auch im Videoarchiv verfügbar.
“Ich denke, wir waren auf einem guten Weg!“ – Helmut Spahn im Interview
geschrieben von Christoph Burr in Interviews
Die Diskussion über Sichehrheit im Stadion befindet sich seit bekannt werden des DFL Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" auf einem neuen Höhepunkt. Die Debatte ansich ist jedoch nicht neu. Schon im Herbst 2011 entfachte eine lebhafte Diskussion über Sicherheit im Stadion, als der Dialog zwischen den Fußballverbänden und der Initiative „Pyrotechnik legalisieren. Emotionen respektieren“ abgebrochen wurde. In diesem Zusammenhang war regelmäßig von einem Mann die Rede: Helmut Spahn.
Von 2006 bis 2011 war Helmut Spahn Sicherheitsbeauftragter des DFB und in dieser Funktion an den Gesprächen über Pyrotechnik beteiligt. Im Herbst 2011 wechselte er nach Katar zum International Centre for Sport Security, einer internationalen Not-for-Profit-Organisation mit der Zielsetzung, Organisatoren zu unterstützen und große Sportevents sicherer durchzuführen.
Im Dezember 2011 ließ er im Gespräch mit Martin Thein und Jannis Linkelmann die Entwicklung der Ultras und seine Erfahrungen im Umgang mit diesen Fangruppen Revue passieren. Das Interview wurde im Rahmen der Arbeiten für das Buch "Ultras im Abseits - Porträt einer verwegenen Fankultur" geführt. Durch Spahns große Offenheit bietet das Interview spannende Einblicke in die Sichtweise eines ehemaligen Fußballfunktionärs über Ultras und die Gespräche über den Umgang mit Pyrotechnik.
FANKULTUR.COM veröffentlich das Interview mit Helmut Spahn in voller Länge. Das Buch ist im Werkstatt Verlag zum Preis von 14,90€ erschienen.
Wegen einer verdammten Trommel - Unterwegs beim Auswärtsspiel
geschrieben von Christoph Burr in Bolzplatz
Es ist selten das in Medien über Fans geschrieben wird, noch seltener wird von Medienseite dann auch mit ihnen gesprochen. Der Spiegel brachte erst letzte Woche in seiner Ausgabe ein Hintergrundbericht zur Fanszene in Köln und schaffte mit einer offenen Herangehensweise auch das Gespräch mit sonst pressescheue Fans aus der Ultrasszene. Geht es aber um Erlebnisse am Spieltag liest man in den lokalen Printmedien leider - wenn überhaupt - viel zu oft nur den Polizeibericht.
Anfang der Woche überraschte dann der Express mit einer Meldung zum Polizeieinsatz bei der Rückkehr von FC Fans aus Paderborn. Wie es den FC Fans den ganzen Tag über erging kann man hingegen wieder nur durch den Bericht eines Fans erfahren.
Tobias Schall von der Stuttgarter Zeitung hat sich nun mal mit Fans auf Reisen begeben und den Stuttgarter Anhang zum Auswärtsspiel nach Nürnberg begleitet. Sein Bericht spiegelt wohl das wieder was viele aktive Fangruppen immer wieder mehr oder weniger ausgeprägt bei Auswärtsfahrten erleben.
Markus (Name geändert) ist alles andere als erleichtert. Vieles lief schief. Es ist nach 20 Uhr an diesem Samstag, nur wenige Stunden ist es her, dass der VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga in Nürnberg gewonnen hat. Markus, studiert, berufstätig, differenziert, ist Ultra bei der größten und einflussreichsten Gruppierung in Stuttgart, des Commando Cannstatts. „Es fühlt sich an wie eine Niederlage“, sagt er. Drei verletzte Polizisten, fünf Festnahmen, Schlagstöcke, Pfefferspray, das ist die unsportliche Bilanz des Auswärtsspiels. Kein guter Tag für die vernünftigen Kräfte wie ihn. Wasser auf die Mühlen all derer, die für härtere Maßnahmen gegen Fans plädieren.
Der gesamte Artikel gibt es auf der Seite der Stuttgarter Zeitung (Printausgabe 2. Oktober 2012, Seite 3)
Es ging nur um eine verdammte Trommel. Die Trommel war am Ende im Block, warum also der ganze Stress bei einer ganz normalen Auswärtsfahrt?
Gelebte Emotionen oder überflüssiges Gehampel? 6000 Euro Geldstrafe für Klopp
geschrieben von Daniel Mertens in Kommentare
Die berühmten Jubelsprünge, das Schattenboxen und das energische Reklamieren bei den Schiedsrichtern: Mit der Art, wie Jürgen Klopp die Fußballspiele seiner Mannschaften lebt, polarisiert er die Fußballfans. Die einen - zumeist die Anhänger der aktuellen Mannschaft Kloppos - stufen die teils ekstatischen Reaktionen als gelebte Fußballverrücktheit ein, die anderen - zumeist gegnerische Fans - echauffieren sich zum Teil heftig über die extrovertierten Ausbrüche des Trainers. Hin und wieder wird es jedoch auch dem DFB zu bunt. Und so verurteilte der DFB den Meistertrainer erst gestern wieder für seine energisch vorgetragenen Äußerungen beim Bundesligaspiel in Frankfurt gegenüber dem vierten Offiziellen Guido Kleve zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro.
FC Erzgebirge Aue ist der Auszeichnung absolut würdig
geschrieben von Christoph Burr in Interviews
Beim morgigen Spiel Erzgebirge Aue gegen 1. FC Union Berlin steht ein Sieger schon fest. Der Heimverein wird im Rahmen der Partie von der Berliner Supporterorganisation Eiserne V.I.R.U.S. e. V. für die Gastfreundschaft der vergangenen Saison ausgezeichnet. FANKULTUR.COM sprach mit den Initiatoren des JWD-Pokals. Für Vorstandsmitglied Sig Zelt ist die Auszeichnung für Aue Ergebnis von entspannter und deeskalierender Atmosphäre im Vorfeld der Parteien, die von oben diktierten Sicherheitsstrategie machen ihm und seinen Kollegen jedoch Sorgen.