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Samstag, 17 November 2012 19:38

Fränkisch – Bayerisches Derby: Ein Zwischenruf

geschrieben von 

Lautrer Torjubel

von unserem Autor Julius Wiechmann

Bayern-Derby. Der Glubb gegen die Bayern. Ein brisantes Spiel. Die Schickeria München ist zu Gast bei den Ultras Nürnberg. Ein Spiel, das Spannung verspricht. Im Vorfeld haben der kürzlich wiedergewählte Bayern-Präsident Uli Hoeneß wie auch Kapitän Lahm und Sportdirektor Sammer dazu aufgerufen, auf pyrotechnische Gegenstände zu verzichten. Gebracht hat der Appell scheinbar nichts. Bereits kurz vor Anpfiff brennt und raucht es im Münchner Block. Gerade der Verein, der Verein, der den Richtlinien des Papiers „Sicherer Stadionbesuch“, das auch die rigorose Ablehnung von Pyrotechnik beinhaltet, scheint einen Teil seiner Fans nicht im Griff zu haben. Hoeneß und Co. Möchten das Image eines Vereins pflegen, der über eine selber aufgebaute, starke Wirtschaftskraft verfügt und der dank seiner vorbildlichen Fans in Europa und der Bundesliga immer gern gesehen ist. Das scheint nur bedingt zu klappen.

Ein Teil der Fans der Bayern hören nicht auf Hoeneß. Dass sich Fans, die in Subkulturen organisiert sind von der breiten Masse der Stadionbesucher abheben, ist nichts Neues. Die Frage ist, wie erreicht man diese Fans? Diese Fans haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Verein bedingungslos zu unterstützen und selbst die Strapazen der weitesten Auswärtsfahrt auf sich zu nehmen, um den Verein nach vorne zu peitschen. Doch diese Fans haben ihre eigene Kultur. Und die besteht in nicht geringem Maße in der Verwendung von bengalischen Feuern und Rauch zur Erzeugung von visueller Stimmung. Kultur vs. Vereinsliebe. Diesen Konflikt haben sich die Vereine und DFL/ DFB wohl noch nicht genügend zu Herzen genommen. Ich bin gespannt.

Was der „deutsche Vorzeigeverein“ nicht hinbekommt, scheint auch bei anderen Vereinen nicht zu klappen. Brauchen wir wirklich schon ein Papier „Sicheres Stadionerlebnis“, wenn selbst die Vereine den Dialog mit ihren Fans nicht auf die Reihe kriegen? Was sollen DFB und DFL bewirken, was selbst die Vereine nicht erreichen? Schließlich sind die ihren eigenen Fans am Nähesten! Wir brauchen kein Papier von der DFL, solange die Vereine ihre Fans nicht erreichen! Das Einzige, was dieses Papier schafft, ist dass die Fanszene auseinanderzubrechen droht. Fanszenen spalten sich in pro Pyro und kontra Pyro. Sicherlich ist das ein Ziel des Papiers. Aber das Ziel darf nicht sein, dass Fanszenen auseinanderdriften und sich somit selbst zerstören. Das darf weder Ziel von DFB, DFL oder Vereinen sein. Jede der Fanszenen als Subkultur hat ihre Daseinsberechtigung und verdient es, angehört zu werden. Ohne all diese verschiedenen Fanszenen wäre der Fußball nicht das, was er heute ist. Ein stimmungsgewaltiges beeindruckendes Erlebnis. Das Erlebnis des Stadionbesuchs. Das darf nicht zerstört werden. Im Interesse aller Fans. Von Fans für Fans. Mit Fans. Hoffentlich.

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