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Donnerstag, 08 Mai 2014 13:05

RasenBallsport selbst entlarvt

geschrieben von 

zentralstadionF0179Kurz zusammengefaßt: RB Leipzig ist sportlich in die Zweite Bundesliga aufgestiegen. Für die Zweitligalizenz hat die DFL Auflagen formuliert, nach denen RB Leipzig unter anderem eine barrierefreie Mitgliedschaft ermöglichen und das Vereinslogo ändern soll. RB Leipzig legte Beschwerde gegen die Auflagen ein.

Jetzt hat die DFL die Beschwerde abgelehnt, meldet transfermarkt.de mit Bezug auf die Leipziger Volkszeitung. Interessant an dieser Meldung ist nicht das Lizenzprocedere, sondern die Reaktion von Red Bull-Chef Mateschitz. Er wird wie folgt zitiert: „Man verlangt von uns vor allem - und zwar schriftlich -, daß wir auf jedwedes Mitspracherecht im Verein verzichten. Das heißt im Klartext, daß wir zwar weiterhin Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe tätigen dürfen, aber gleichzeitig unseren eigenen Entmündigungsantrag unterschreiben sollen.“

Zunächst einmal geht es nicht um den Verzicht des Mitspracherechts von Red Bull (wen sonst sollte er mit „wir“ meinen?). Viele andere Beispiele zeigen, daß Sponsoren und/oder Mäzene ein sehr gewichtiges Mitspracherecht in Fußballclubs haben. Wenn ein erfolgreiches Unternehmen wie Red Bull „Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe tätigt“, verfolgt es einen bestimmten Zweck. Der Zweck, den Red Bull in Leipzig verfolgt, geht offensichtlich darüber hinaus, „nur“ Mäzen nach Hopp’schem Vorbild zu sein. Dieser Zweck scheint tatsächlich der oftmals vorgebrachte Vorwurf zu sein, daß Red Bull im westsächsischen Retortenclub lediglich eine Werbeplattform für sich selbst geschaffen hat, die man so hoch wie nur irgend möglich im Profifußball platzieren will. Dies bleibt zwar weiterhin unausgesprochen, aber welche anderen Interpretationen sind nach solchen Aussagen noch möglich? Daß Mateschitz sich so aufgebracht zeigt, unterstreicht, daß dieser Zweck bei Akzeptanz der DFL-Auflagen nicht mehr erfüllt werden kann. Das zeigt sich auch darin, daß Mateschitz von einem „Entmündigungsantrag“ spricht. „Jetzt, wo alles auch sportlich funktioniert, droht das Aus. Vielleicht will man ganz einfach nicht, daß wir mit Leipzig an der Bundesliga teilnehmen und will es uns nur nicht direkt sagen.“, so Mateschitz weiter. Auch das stimmt nur teilweise. Man „will ganz einfach nicht“, daß RB Leipzig mit seinen aktuellen Praktiken an der Bundesliga teilnimmt. Die DFL unterstreicht nur die Gültigkeit der Rahmenbedingungn, die für jeden „normalen Fußballclub“ gültig und bindend sind.

Die DFL akzeptiert RB Leipzig nur als „normalen Fußballclub“ und nicht als Werbeplattform. Mateschitz will eine Werbeplattform und keinen „normalen Fußballclub“. Der schmollende Mateschitz entlarvt RB Leipzig als das, was es ist. Damit werden auch die von seinen Gefolgsleuten geäußerten Phrasen von der Bedeutung für die Stadt Leipzig und Umgebung und die Lippenbekenntnisse, daß man ein „Verein wie jeder andere“ sei, ad absurdum geführt. Weiteres Zitat: „Ich will nicht polemisch werden, aber ich dachte, ich bin im falschen Film.“. Nein, Herr Mateschitz. Sie sind im richtigen Film angekommen.

Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Echter Leipziger Donnerstag, 08 Mai 2014 16:44 gepostet von Echter Leipziger

    Mit der Veröffentlichung dieses Interviews haben sich Mateschitz und sein "Hündchen" Guido S. von der Leipziger Volkszeitung mit Sicherheit keinen Gefallen getan. Teilweise macht der österreichische Milliardär Mateschitz einen auf "Jammer Ossi" (Da ich selber Sachse bin, darf ich den Begriff gebrauchen.) (siehe hier):
    "Handelt die DFL nur streng nach Vorschriften oder existieren grundsätzliche Abneigungen gegen RB?"
    "Ich habe keine Ahnung. Vielleicht will man ganz einfach nicht, dass wir mit Leipzig an der Bundesliga teilnehmen und will es uns nur nicht direkt sagen." und andererseits kommt der durch zu viele Kohle aufgebaute Großkotz durch: "Ich will nicht polemisch werden, aber ich dachte, ich bin im falschen Film." und als Krönung "Aber gestatten Sie mir ein offenes Wort: Wir wollen auch niemanden zwangsbeglücken, das haben wir ehrlich gesagt auch nicht notwendig." Das sagt eigentlich schon alles. Zum Schluss noch eine kleine Demaskierung. Wenn er sich denn tatsächlich auf den ersten Blick so in die wunderbare Stadt Leipzig mit seinen wunderbaren Menschen und dem Stadion, das seinesgleichen sucht, verliebt hat, wieso hat Mateschitz denn vor seiner Leipziger Investition in "RasenBallsport" versucht, Fortuna Düsseldorf als sein Investment zu bekommen. Hier beißt sich der Hund selbst in den Schwanz!!!

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