Nadine Hampel
Fußball verrückte,Bier trinkende Kaffee- und Schokoladenliebhaberin mit einem Hang zu Video, Radio, Volunteering und Extremsituationen
Wir sind drin!

Boris Becker wusste es schon 1999 und seit vorgestern wissen es auch die Bochumer Jungs und Mädels mit Sicherheit: WIR SIND DRIN!
Wochenlange Arbeit und ausgebrannte Nerven haben sich gelohnt, der gemeine VfL-Fan ist innerhalb der letzten Spieltage nicht umsonst um mindestens fünf Jahre gealtert und das wichtigste von allem: die Haare werden blau!
Mit dem Spiel gegen den FSV Frankfurt, welches zwar, nach einer zuletzt aufgestellten Serie von vier Siegen in Folge, verloren wurde, steht der Klassenerhalt trotzdem fest. Mit jetzt 38 Punkten und damit genug Vorsprung vor den Abstiegskandidaten, hat sich der VfL in der zweiten Liga behauptet.
Ja, es war eng. Und ja, man hätte sicherlich früher eingreifen müssen in gewisse Vereinsstrukturen und Vorgehensweisen. Aber mal ehrlich: Interessiert das jetzt noch wen?
Die mitgereisten Fans von Sonntag Nachmittag jedenfalls mit Sicherheit nicht, denn die machten schon den Schlusspfiff in Frankfurt zu einem absoluten Ausbruch von Begeisterung, Erleichterung und purer Freude.
Wie wird das also erst am Sonntag, wenn das Ruhrstadion vielleicht sogar wieder ausverkauft ist und die Bochumer Jungs von all ihren Fans begrüßt werden? Es wird sicherlich großartig. Wie Peter Neururer nach dem Spiel schon sagte, muss natürlich alles gegeben werden und auch das letzte Spiel will man wieder gewinnen aber naja....auf den Rängen wird 90 Minuten gefeiert, da kann auf dem Feld fast schon der letzte Prütt geschehen.
Die erste Station dieser „Wir bleiben drin“-Party findet übrigens heute Abend statt, wenn sich Peter um 22.15 Uhr bei Sport1 die Haare blau-weiß färben lässt. Eher noch lassen muss, denn dies war ein Wetteinsatz, an den er selbst nicht glaubte, den er nun aber sicher mit Freuden einlöst.
So wird am Sonntag beim Spiel gegen Union Berlin nicht nur der Himmel blau-weiß sein.
Ich bin einfach froh, dass zwar zu einem fast schon unrealitischen Zeitpunkt,aber wie wir sehen doch noch früh genug, die Reißleine gezogen wurde und Überfeuerwehrmann Peter am vorletzten Spieltag mit den Bochumer Jungs die Klasse halten konnte.
Hier muss sich niemand in der Besenkammer verstecken, denn
Wir sind drin!!!
Eure Nadine
Ausnahmezustand
Dieses eine Wort drang durchs ganze Stadion, Dieses eine Wort beschrieb die unglaubliche Euphorie, die tatsächlich noch eine Schippe draufgelegt hatte seit dem Pauli Spiel. Dieses Wort, diese drei Silben waren der Ausdruck des 12. Mannes, der alles gab an diesem Nachmittag in Bochum, es war die 15000 Fähnchen, die vorher verteilt wurden, war die blaue Wand. Es war
AUSVERKAUFT.

Seit dem Pokalspiel gegen Bayern 2011 drang dieser Begriff nicht mehr durchs Ruhrrstadion und wenn man ehrlich ist, beschreibt es trotz allem nicht das, was man erlebte, wenn man in der Menge stand. Oder als bei „das ganze Stadion hüpft“ auch das ganze Stadion hüpfte. Achso, außer die Kölner. Die rote Wand, die im Übrigen ebenfalls ziemlich imposant war, hatte zu diesem Zeitpunkt nämlich schon das Nachsehen. In der Ostkurve gab es daher zahlreiche Überläufer,die sich von der Stimmung einfach mitreißen ließen, obwohl sie für Köln waren. Warum auch nicht!
Irgendwie hatte man am Anfang das Gefühl gehabt, die Euphorie des letzten Spiels hätte einen kleinen Dämpfer, jetzt war es schon nicht mehr ganz so überraschend, dass es so voll war und naja, gegen Köln, da hatte man auch wenig Hoffnung. Dann das 0:1 und das war okay, denn es ist Köln und so...aber dann das 1:1 und plötzlich...brach es einfach los.
Es war eine riesige Welle der Begeisterung und Köln ging einfach unter. Es war gleichzeitig die Erleichterung, die Ungläubigkeit und die pure Freude, die sich im Stadion breit und die Kölner Fans still machte.
Natürlich, das klingt jetzt als wäre Köln spielerisch unterlegen gewesen. Nein, das kann man nicht so sagen und bis zur letzten Minute war noch alles drin. Ein Ausgleich wäre für den VfL auch großes Kino gewesen. Aber der Sieg, der war unbeschreiblich.
Nur Schalke-Fans können nachvollziehen, wie panisch man sein kann, wenn ganze fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt werden, wenn es im Spiel gerade um alles geht. Nachgespielt wurden dann übrigens 7,5 Minuten, dieses Mal aber mit einem Happy End in Blau-Weiß. Als gegen Ende sogar eine „Wir bleiben drin“-Version des Ur-Pott-Lieds, dem Steigerlied gesungen wurde, war das aber alles vergessen.
So soll es bleiben! Noch sind wir nicht 100% drin geblieben, aber viel fehlt nicht! Machen wir aus dem letzten Spiel eine große Klassenerhalts-Party und toppen wir Samstag nochmal! Danach gibt’s blaue Haare: Peter liebt den 12.Mann, der 12. Mann liebt Peter!
Bochum Schal: ab 8 Euro
Karte fürs Stadion: ab 11 Euro
Den 1. FC Köln schlagen, obwohl niemand so recht dran geglaubt hat: UNBEZAHLBAR
Wir bleiben drin!
Eure Nadine
Peter Peter Peter Peter Peter
Lange habe ich überlegt, wie ich diesen Blog nennen soll. An Einfällen mangelte es dabei keineswegs. „Euphoria“, „In alter Manier“, „Auferstanden“, „The one and only“, „Ein Schnäuzer für ein Hallelujah“, und und und....die Frage war also nur, welcher Titel wirklich diesen absoluten Ausnahmezustand am Freitag Abend in Bochum beschreiben würde.
Mit Ausnahmezustand meine ich gar nicht unbedingt den Heimsieg des VfL, der ja nun auch lange auf sich hat warten lassen oder die Tatsache, dass Chancen tatsächlich verwertet wurden. Ich meine diese außergewöhnliche Stimmung, die mir beim Gedanken daran noch immer Gänsehaut verleiht. Sie war nicht nur gut, sondern auch ausgelassen, befreiend und erleichtert.
Blendender Aktionismus
Nachdem der VfL nach langer Durststrecke und mit Motivations-Urgestein und Bundesliga-Rettungsboje Peter Neururer am gestrigen Sonntag tatsächlich drei Punkte in Cottbus einfahren konnte, hat sich der Verein seinerseits ein paar nette Ideen einfallen lassen, um mehr Leute zu motivieren und für die nächsten drei Punkte ins Stadion zu holen.
Am kommenden Freitag sollen gegen St. Pauli die ersten drei Heimpunkte seit dem 16.12.12 (4:0 gegen Paderborn) an der Castroper Straße bleiben. Dafür braucht die Mannschaft nicht nur Kampf(schwein)geist und den nötigen Effet um die Kirsche auch ins Netz zu hauen, sondern auch ordentliche Unterstützung.
Die Aktion „Wir bleiben Drin – aber nur mit Dir“ hat daher viele Facetten, um möglichst viele Fans und Fußballbegeisterte ins Schmuckkästchen der Stadt zu holen. Zur Aktion gehören online versendbare Postkarten, die den Empfänger bei Erscheinen gegen St. Pauli auf ein Fiege einladen und die bei Abgabe auch noch an einer Verlosung für drei Dauerkarten teilnehmen. Außerdem gibt es Plakate und Postkarten, die den großen „Wir bleiben drin“ Stempel tragen. Mit genau diesen Plakaten und Postkarten machten sich motivierte Fans und Anhänger des VfL heute ins umliegende Gebiet um das Stadion, in die Innenstadt und in die Stadtteile auf, um selbige etwas blau-weiß zu gestalten und so möglichst viele für einen Stadionbesuch zu motivieren. Darüber freuten sich nicht nur viele Ladenbesitzer, auch Autofahrer und Fans waren begeistert.
Da man in letzter Zeit jeglichen Ideenreichtum beim Tabellen-15ten vermisste, sowohl auf dem Feld als auch drumherum, ist dies nun eine willkommene und hoffentlich auch fruchtbare Abwechslung, die endlich mal wieder die Nähe zu den Fans und zur Stadt zeigt. Die 20.000 sind das Ziel!!
Herzlich willkommen sind auch Fans aus der Umgebung, die den VfL gern als kleine dicke Schwester sehen (sie tut niemandem was und jeder hat etwas Mitleid ;) )
Ich hoffe wirklich, dass am Freitag nicht nur Peter die Jungs zum Sieg schreit! Also alle ab anne Castroper!

Wir bleiben drin!
Bis Freitag,
Eure Nadine
Der Mann mit dem Schnäuzer kommt nach Haus'
In den letzten Monaten hatte man viel darüber gewitzelt, dass der VfL am Ende den einzig wahren Bochumer Jung Peter Neururer holen würde, um den Mannschaftskarren aus dem Abstiegsdreck zu fahren.
Die vergangene Zeit sah alles andere als rosig an der Castroper aus und nach dem Spiel am Freitag gegen den direkten Gegner im Abstiegskampf und einer Leistung, die deren Verweigerung gleichkam, zieht man nun die überfällige Konsequenz: Jens Todt und Carsten Neitzel wurden mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthoben. Während Jens Todt schon lange ein Dorn im Auge vieler Fans und Beobachter war und er zuletzt nicht einmal mehr bei den Pressekonferenzen nach dem Spiel erschien, wird Hoffnungsträger Neitzel, der zuvor als Co-Trainer mit Andreas Bergmann an der Linie stand, auch ein paar Leuten fehlen. Immerhin hat man aber nun erkannt, was vielen schon klar war: der Trainer allein ist nicht unbedingt der einzige Haken an der Sache VfL.

Doch auch wenn dieser Schritt schon längst nötig war und vielleicht sogar zu spät kommt, so ist die Überraschung über den Einsatz Neururers doch sehr groß. Die Legende hatte letztes Jahr ein öffentliches Ultimatum gestellt, nachdem er nur bis Ende 2012 noch als Trainer zur Verfügung stände – für Bochum, Schalke und Dortmund würde er aber eine Ausnahme machen. Da kann der VfL also nun froh sein, dass die absolut aller letzte noch mögliche Lösung überhaupt noch verfügbar ist.
Auffällig ist übrigens auch, dass diese Konsequenzen stets nach dem Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue gezogen werden. Schon Andreas Bergmann hatte nach dem Hinspiel und einem klaren und peinlichen 6:1 in Aue (wobei das Tor für Bochum sogar ein Eigentor war) seinen Stuhl räumen müssen. Nun folgt ihm Neitzel. Co-Trainer Thomas Reis währenddessen bleibt und steht auch Peter Neururer zur Seite im Kampf gegen den Abstieg, der noch nie so ernst war wie momentan. Auf den VfL Bochum warten an den sechs Spieltagen bis zum Ende der Saison noch eher schwierige Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte, einzig Sandhausen, ebenfalls ein Abstiegskandidat, scheint auf Augenhöhe und wird entscheidend sein. Die Meinungen, die man direkt nach Bekanntgabe der Entlassung und des Ersatzes lesen konnte, sind geteilt. Als echter Bochumer kann Neururer nun die Kohlen aus dem Feuer holen und den Tod dritte Liga abwenden.
Bitte, Peter, mach wieder die alten Arbeiter und Kämpfer aus Ihnen, für die wir gerne jubeln. Die, bei denen es nicht schlimm ist, wenn sie zurückliegen, weil sie mit allen Mitteln dagegen ankämpfen. Die, die ihre Fans auch in der schwersten Zeit an Ihrer Seite haben.
Die den Klassenerhalt packen.
My heart won't go on
Hä? Tsäline Diong oder wat? Is das hier nich über Fußball? Ja, aber nur die hätte gestern im Rewirpowerstadion noch gefehlt, um die Gemeinsamkeiten zwischen dem VfL Bochum und der Titanic zu komplettieren.
Liest man sich den Text des Liedes mal genau durch und vergisst dabei, dass es der Soundtrack eines wirklich schnulzigen Films war, von einer schnulzigen Sängerin und...naja also liest man einfach den Text, so könnte das Ganze auch ein gutes Fußball-Lied ála You'll never walk alone (ja, DAS ist natürlich ungeschlagen!) sein. Das Spiel am gestrigen Abend zwischen dem VfL Bochum und Erzgebirge Aue hatte jedoch eher was mit dem Untergang denn mit dem Soundtrack zu tun. Hatte man sich gegenüber dem Spiel gegen Hertha BSC schon einmal dahingehend verbessert, dass das erste Gegentor erst nach acht statt nach vier Minuten fiel, so war das Spiel der Bochumer an sich ebenso schlecht. Trotz ein paar Chancen vorm Tor der Gäste sah man absolut träge 40 Minuten zu Beginn.
Dann eine Riesenchance, als dem Auer Torhüter der sicher geglaubte Ball wieder entglitt und der Bochumer Aydin da war und...es trotzdem nicht klingelte. Laut dem Publikum hätten mehrere Großmütter mit und ohne Krückstock diese 59867%-Chance gemacht. Vermutlich stimmt das sogar.
Inzwischen war das 0:2 gefallen und anstatt vor der Pause noch den Anschluss zu setzen holten sich die VfLer nach Aydins Minustalent-Schuss das 0:3 ab. Immerhin, in der 2. Hälfte gab es keinen Gegentreffer mehr. Natürlich auch kein Tor der Bochumer, wer das dachte geht jetzt mal fix und schämt sich.
Für die einzige wirkliche Überraschung sorgten die Fans der Blau-Weißen. Vor Anpfiff hatten sie ein großes Plakat ausgerollt, auf dem ein Medizinmann den VfLern einflößte, dass sie dasTor träfen. Nachdem klar war, dass dies eher nicht passieren würde, sondern man stattdessen wieder ordentlich kassierte, änderte sich die Stimmung.

Verständlicherweise gab es daher nicht nur “Vorstand raus!” Rufe, sondern auch einen “Wir haben die Schnauze voll”-Singsang und einen Bierbecher-Regen, der jeden Eisberg zerstört hätte. Obwohl sich ein paar oder auch ein paar mehr Zuschauer beim 0:2 schon auf den Heimweg machten: keiner jubelte mit den Gegnern wie beim Spiel gegen Paderborn letzte Saison, keiner drehte sich um wie bei den Spielen, als man zuletzt plötzlich in den Abstiegskampf rutschte. Stattdessen flammte die Leidenschaft zur 70. Minute wieder auf, es wurden wieder Bochumlieder gesungen. Das hatte zumindest ich nun wirklich nicht erwartet und angesichts der Leistung der Jungs ist es umso bemerkenswerter. Gut gemeint aber leider zwecklos, sie sahen weiterhin und bis zum Abpfiff ein schwaches Spiel ihrer Jungs. Wer will da noch wiederkommen?
Gut beschreibt es auch ein Kommentar, den ich unter Kollegen vernahm: “Da musse den Kopf zwischenhalten!” - “Wie denn, so kopflos wie die spielen??” - und das war einer der harmloseren Kommentare...
Wenn das Spiel schon nicht besser ist als in Berlin, warum sollte es das Verhalten nach Abpfiff sein? Wieder fiel die Verabschiedung Richtung Fans traurig aus und sogar die Journalisten wurden links liegen und kommentarlos stehen gelassen. Aber gut, die beliebteste Filmszene ist ja auch der freiwillige Sprung in die Schiffsschraube.
Nun heißt es Abwarten. Nach dem Sieg der Dresdner ist der VfL auf dem Relegationsplatz, Sandhausen kann morgen vorbeiziehen.
Der Untergang ist damit also zwar noch nicht so endgültig wie bei der Titanic, aber die Kicker vom VfL erhalten sicher nicht einen Oscar für ihre derzeitige Leistung. Near, far, wherever you are....
Eure Nadine
Twitter @nadinehampel
FB: Nadine Pelham
Talfahrt nach Berlin
Ostern – da hat man gemeinhin Bilder im Kopf, die schön farbenfroh und frisch sind, Gelb,Orange,Grün, Hasen, Ostereier, Blumen, Wiese, das alles gehört zu Ostern. Da dachte sich die Natur „nö“,das geht auch anders. Also schön nochmal den Schneehammer auf Anschlag und gib ihm.
Was macht man da? Genau – zu Hause bleiben, was Warmes trinken und die Eier drinnen verstecken. Oder aber man fährt nach Berlin und schaut sich ein gruseliges Spiel vom VfL Bochum gegen Hertha an. Ich hatte mich für Letzteres entschieden. Super Idee.
Im Zuge des Volunteerprogramms des VfL machten wir unsere Auswärtsfahrt ins schöne Berlin, welches allerdings unter einer Schneedecke begraben war. Nach der durch den Busfahrer zu einem absoluten Highlight gewordenen Busfahrt ála Klassenfahrt in der Oberstufe, Sightseeing und Kneipentour ging es Samstag ins schöne Olympiastadion.

Das Olympiastadion ist natürlich eine Sache für sich. Eine beeindruckende Sache für sich. Auch wenn die alten Kasernen als Geschäftsstelle vielleicht eher ungemütlich sind, so ist das Areal auf dem das Stadion steht und auch die anderen Sportstätten, die noch erhalten sind, ein großes Highlight. Auch im Innenraum hat sich viel getan. Als zweites Stadion in Deutschland hat Hertha BSC 2004 eine Kapelle ins Stadion gebaut, in der zu Heimspielen Andachten stattfinden und auch geheiratet werden kann.
Aus den Katakomben wieder ans Licht tretend trafen wir dann eine ganz andere Sagengestalt: Frank Zander!! Kurt himself war angetreten, um das Jubiläum „20Jahre Stadionhymne“ mit den Fans zu feiern. Unterstützt von Die Atzen, Peter Fox, DJ Tomekk, Axel Kruse, Zecke Neuendorf, Burna, Daniel Rimkus, Deoz, Harris, Katrin Schifelbein, Peer Kusmagk, Plaetter Pi, Schröder, Silla und die Stadionsprecher Udo Knierim und Fabian von Wachsmann, die alle zusammen das Projekt „Berlin für Hertha“ bilden, wurde die Stadionhymne in einer etwas gewöhnungsbedürftigen Version mit Rap-Einlage zum besten gegeben. Außer im Refrain hielt ich die Motivation der Fans zwar leider zurück, eine schöne Aktion war es trotz alledem. Dass die Hälfte der Künstlerliste mir noch immer unbekannt ist, ist hinsichtlich der Tatsache, dass es nur eine Sache für die Fans war, nicht schlimm. Achso, den Song gibt’s natürlich trotzdem im Fanshop. Und auf iTunes. Sogar zum Vorbestellen....aber egal, das ist hier ja kein Artikel über Kommerzialisierung.
Das Spiel ist, wie in der letzten Zeit meistens beim VfL, schnell erzählt: 4. Minute Tor für Hertha BSC, Resignation des VfL, kleines Aufbäumen hier und da, viel Gestrauchel vorm Tor, Halbzeit. Anpfiff, 2:0 für Hertha, VfL hat keine Schnitte. Wir hatten unterdessen übrigens keinen Glühwein, was zwischenzeitlich tatsächlich unser größtes Problem war, denn unten aufm Platz zählt zwar, aber da waren die Verhältnisse ja schon geklärt. Die seit Beginn des Artikels sicherlich beißende Frage nach der Qualität der Stadionwurst ist übrigens auch schnell beantwortet: ganz nett. Eher im Mittelfeld. Da ging beim VfL unterdessen übrigens eher wenig, obwohl Trainer Neitzel mit Auswechslungen noch verhindern wollte, was sowieso allen klar war: Willkommen im Abstiegskampf!

Nach dem Abpfiff (Nein, bis dahin gab es tatsächlich nichts Erwähnenswertes mehr) setzten wir unsere Stadionführung fort, sahen mit den Volunteers aus Berlin und Hannover die Bundesligaspiele und reisten dann in der trotzdem sehr gut gelaunten Klassenfahrts-Atmosphäre wieder gen Bochum.
Für uns war es ein großartiges Wochenende, andere sehen das sicher anders, denn nach Abpfiff sprachen wir noch mit ein paar der angereisten anderen Bochum Fans, die angesichts des Ergebnisses ein Minuswert in Euphorie erreicht hatten. Im Augenwinkel sahen wir die Bochumer Spieler Richtung Gästekurve kommen, um sich bei den sehr weit gereisten Fans zu bedanken. Und dann, kurz vor der blauen Tartanbahn, die das Feld von den Rängen trennt, da...
blieben sie stehen. Einmal den Arm gehoben und ab in die Kabine. Entschuldigung, aber wirklich? Wirklich?? Man ist nach einer 2:0 Niederlage sicher nicht gut drauf und besonders nicht, wenn man den Abstiegskampf vor Augen hat. Aber diese Fans sehen zu euch auf und fahren 490 km um euch zu sehen, obwohl ein Sieg recht unrealistisch ist. Der gemeine VfL Fan mag ans Leiden gewöhnt sein, aber man muss es nicht auch noch schlimmer machen. Falls es jemandem nicht aufgefallen sein sollte: die Fans werden dafür nicht bezahlt, sie zahlen drauf. Und zwar nicht zu knapp.
Das Spiel am Freitag wird nun entscheidend. Aue klopft an die Tür und sollte selbige nach 90 Minuten weinend von außen zumachen. Zumindest hoffe ich das.
Bis Freitag ;)
Eure Nadine
Twitter @nadinehampel
Das letzte Einhorn
Als Kind (ja, und manchmal auch heute noch) gehört zu Weihnachten der Trickfilm „Das letzte Einhorn“. Hörte man als Kind also etwas vom roten Bullen, so dachte man stets an das flammende Biest, welches das niedliche Pferd mit dem Horn ins Wasser treiben wollte, wo alle seine Vorfahren schon waren. So ein fieser Möp! Jetzt, da ich mit 25 eigentlich erwachsen sein sollte, dachte ich mir bei einem Familienbesuch im schönen Leipzig, ich könnte den bzw. die roten Bullen ja mal in ihrer Höhle besuchen. Meinen Begleiter musste ich zwar zum Stadionbesuch überreden und ihm versichern, dass wir auf der Gästetribüne sitzen, gerade deshalb wollte ich aber mal wissen, wie das denn so mit den Vorurteilen gegenüber dem Verein steht, der die 50+1 Regel irgendwie missachtet – ab zu „RasenBallsport“ Leipzig gegen den VfB Auerbach.
Keine REIFe Leistung
Franz Beckenbauer, uns' Kaiser, wusste es schon 1985. Im ZDF-Sportstudio sagte er zum Thema Sportkommentare „Der Marcel Reif, der spricht wunderbare politische Kommentare, aber bitt'schön lasst ihn vom Fußball weg!“ Hätte man mal auf den guten Herrn gehört. Heute kann der Kaiser alles sagen und alles ist richtig. Wie sagt man da? Zu wenig, zu spät.
Beim absoluten Topspiel, dem DFB-Pokal Viertelfinale zwischen dem BVB und dem FC Bayern hatte die ARD einen Marktanteil von über 34%. Man kann davon ausgehen, dass bei einem solchen Marktanteil auch Zuschauer, die eigentlich Sky haben und dafür bezahlen, trotzdem aufs erste Programm umschalteten. Beim gleichen Spiel auf beiden Sendern ist der gravierende Unterschied der Kommentator – es war Marc Nathan Reif.
Beim Derby am vergangenen Wochenende hatten die Dortmunder noch „Körner im Kopf“ vom Champions League Match, Bayern spielt schonmal im „4-3-1-3 System“ und wenn man das Spiel „atemberaubend findet, hat man es an den Bronchien“. Dass Marcel Reif unkreativ ist, kann man ihm nun wirklich nicht vorwerfen, wie dringend man diese zum Teil fehlplatzierten und nichtssagenden Kommentare bei einer Übertragung braucht, lasse ich jetzt aber mal offen.
In der letzten Zeit scheinen sich die Kritiken am Kommentator linear zu den Topspielen zu erhöhen, die er kommentieren darf.
Schon seit inzwischen 27 Jahren kommentiert er. In die Geschichte ging er spätestens mit dem Zitat „Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan wie heute “ ein, was nicht etwas von einem langweiligen Remis herrührte, sondern von der Champions League Partie des BVB gegen Real Madrid 1998 als sich eins der beiden Tore schon vor Anpfiff verabschiedete. Aus heutiger Sicht hätte ich eher einen Kommentar erwarte wie „das Tor kann das hohe Niveau dieses Spiels nicht mehr mithalten“ oder Ähnliches. Co-Kommentator war damals übrigens Günther Jauch, daran kann sich vermutlich kaum noch jemand erinnern, auch wenn beide dafür ausgezeichnet wurden. Überhaupt hat Reif schon viele Auszeichnungen für seine Kommentare erhalten – so schlimm kann er also eigentlich nicht sein. Eigentlich.
Es ist ja auch nicht so, dass Marcel Reif das Übel der Kommentatorenwelt ist, nein, wir haben noch weitere Originale. Wolf-Dieter Poschmann steht auf Verniedlichungen, da rollen die Bällchen im Spielchen. Fritz von Thurn und Taxis „geht mit der Entscheidung des Schiris“ irgendwohin und Steffen Simon kommt einem immer wieder etwas unsicher vor.
Trotzdem ist es Reif, der jede Fangemeinschaft aufstöhnen lässt, wenn sie merkt, dass er das Spiel ihrer Mannschaft kommentiert. Manche stellen dann den Kommentar stumm und hören dabei Radioberichte oder benutzen die Stadionatmo-Tonspur.
Andere wiederum suchen sich einen Kanal für ihre Meinung. Die Seite „Marcel Reif – Kommentarverbot“ hat auf Facebook über 62000 Fans, innerhalb der zwei Jahre, die sie besteht waren es zwischenzeitlich über 80000. Eine Person, die polarisiert. Er selbst findet diese Diskussionen um sich und seine Kommentare „dumpfbackig“ - nicht gerade eine Antwort, die mehr Sympathien bringt.
In einem Interview sagte mir Manni Breuckmann mal, dass man „vor jedem Spiel einen Packen mit Statistik bekommt,davon kann man vielleicht 5% nutzen. Den Rest sollte man einfach direkt in die Tonne kloppen“. Das sieht Marcel Reif definitiv nicht so. Der gewöhnliche Kommentar eines Marcel Reif sieht nämlich so aus:
Minute 1-25: statistische Daten werden nach jedem Satz eingestreut. Von der Anzahl der früheren Spiele der beiden Mannschaften bis hin zum Friseur des Innenverteidigers ist alles dabei – und natürlich hat auch irgend jemand Geburtstag.
Minute 25-45: Da jetzt ein Teil des Spiels gelaufen ist kann auch mal darüber erzählt werden, außerdem ist jetzt schon klar wer die bessere Mannschaft ist, die andere „läuft hinterher“. Außerdem gibt es ganz viel über den Schiri zu erzählen, der meistens nicht gut wegkommt.
Minute 45-70: Das Wort Kabine wird so oft benutzt, dass man ein Trinkspiel daraus machen könnte. Die Mannschaft im Rückstand wird jetzt erstmal ordentlich fertig gemacht, wir sind ja nicht zum Spaß hier.
Minute 70-90: Reif wird stiller, aber in 20 Minuten Spiel ist ja auch eigentlich nix mehr zu machen. Das Spiel wird jetzt schon zusammengefasst und wer immernoch den Kommentatorenton an hat, weil er die Atmosphäre mag,dem sei nicht nur gesagt, das es dafür eine extra Tonspur gibt, sondern auch, dass sogar Herr reif selbst desöfteren dazu auffordert, z.B. mit „Ich bin zwar nicht Peter Lustig, aber abschalten würde bei diesem Spiel jetzt trotzdem helfen.“
Es gibt da doch diesen neuen Trend, dass sich verzweifelte Menschen, die Aufmerksamkeit brauchen vor die Kamera stellen und ein „bei x Mio. Likes mach ich irgend etwas, das niemanden interessiert“- Schild hochhalten. Das fing ganz süß an mit Kindern,die einen Hund haben wollten und ist inzwischen einfach albern. Aber warum nutzt man dies nicht mal für was sinnvolles? Ich bin überzeugt, dass egal, wie viele Likes gefordert werden, um Marcel Reif nicht nur keine Dortmund.Spiele sondern einfach mal gar keine Spiele mehr kommentieren zu lassen, man würde sie zusammen kriegen.
Der von der Zeit als „Damit-kann-ich-leben-Mann“ bezeichnet wurde hat jüngst seinen Sky Vertrag bis 2016 verlängert. Dass es auf diese Meldung viele böse Kommentare gab, muss nicht noch einmal erwähnt werden. Doch es zeigt auch: Marcel Reif ist eine Kommentatoren-Instanz Und es gibt Leute, die ihn scheinbar gut finden. Oder „sie haben Körner im Kopf“.
Bild: http://pro-talents.de/
Karneval in Bochum

Karneval in Bochum, das klingt nach viel Bier, lustigen Kostümen und insgesamt nach einer großen Sause, bei der alle viel Spaß haben und fröhlich sind.
Jaaaaaa.....nein.
Beim Karneval in Bochum waren zwar auch alle in Kostümen und tranken Bier, es war aber vor allem der viele bunte Pappkarton, der an die Fastnacht erinnerte. Das war dieses Wochenende nicht nur in Bochum der Fall, mit drei gelben und einer roten Karte sowie einem Co-Trainer auf der Tribüne, war man aber durchaus ganz vorne mit dabei. Ausnahmsweise also mal in der ersten Liga, wenigstens dabei.
Das unbeliebteste Kostüm an diesem Karnevalssonntag war daher das Modell „Schiedsrichter, männlich Größe S“, das es nicht in der Ausführung sexy gab. Auch die limitierte Sonderedition „4. Offizieller, männlich, Größe L“ wird wohl eher ein Ladenhüter bleiben, nachdem dieser das Prinzengestirn Neitzel/Reis nicht einmal beherrscht schimpfen ließ, obwohl durchaus berechtigt.
Da man auch die Pappnasen eher auf dem Feld anstatt auf den Gesichtern der Zuschauer sah, war an eine ausgelassene Feier schnell nicht mehr zu denken. Die Hofsänger auf den Rängen, allesamt als Fußballfans verkleidet, bemühten sich stets, die Stimmung aufrecht zu erhalten, allerdings war das alles gar nicht prima, weshalb spätestens beim 2:1 nicht mehr alle dabei waren.
Dazu muss man allerdings auch sagen, dass sich der mitgebrachte Elferrat des Gastvereins aus Regensburg seit dem letzten Umzug stark verändert hat. Viele erfahrene und erprobte Jecken sind dazugestoßen. Auch das närrische Duo auf der Trainerbank hat neue Gesichter: der polnische Nationaltrainer gibt sich dort nun die Ehre.
Im Endeffekt hatte das ganze also eher etwas von einer närrischen Bier- und Wein- als von einer Prunksitzung. Dementsprechend unfestlich stehen die Bochumer daher nun lediglich 4 Punkte vor einem Platz, auf dem der Abstiegszuch kütt.
Besonders schade, da die Tollitäten zu Beginn des Spiels viel versprachen.
Die Ehrung des Anfang Januar verstorbenen Werner Altegoer war durchaus festlich und brachte somit den ruhmreichsten Moment des Spiels, den Werner Altegoer verdient hat.
Wider dem fußballerischen Ernst wurde also dieses Karnevalswochenende überstanden. Es bleibt zu hoffen, dass mit dem Aschermittwoch morgen die närrische Zeit auch beim VfL vorbei ist und man bunteren Zeiten entgegenschauen kann, die mit Ostern kommen.
Nadine Hampel