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Dienstag, 21 Oktober 2014 21:23

38mal90 - Interview mit Regisseur Milan Skrobanek

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Derbys sind etwas Besonderes. Für Fans, für Spieler, für Vereine. Wenn ein Derby ansteht lässt der Fan gerne alles stehen und liegen. Gemeinhin gelten Derbys aber eben auch als besonders brisant, oft als Hochsicherheitsspiele und als Konfliktherd. Trotzdem sind sie die Quintessenz des Fußballs. Grund genug, dem Gegenstand Derby einen Dokumentarfilm zu widmen, in dem es mal nicht um Polizei und Krawalle geht, nicht um Anfeindungen und Vorurteile. Milan Skrobanek ist Regisseur und hat sich die besondere Dreierkonstellation VfL Osnabrück, Preußen Münster und Arminia Bielefeld vorgenommen. Sie alle spielen diese Saison zusammen in Liga 3. Am Ende dieser Saison wird es insgesamt 38 Derbys der drei Teams gegeben haben. 38Mal90. Wir trafen Milan bei Dreharbeiten in Osnabrück und sprachen mit ihm über den Film, die Finanzierung und die Schwierigkeit, die Verein von der Idee zu überzeugen.

38mal90

Hallo Milan. Zuerst einmal die ganz typische Frage. 38Mal90 - Wie kam es zu der Idee? Du selbst spielst ja kein Fußball.

Ich selber spiele Tischtennis. Habe auch meinen ersten Sportdokumentarfilm über die Tischtennis-WM gemacht mit Timo Boll und Jörg Roßkopf in der Hauptrolle - vereinfacht ausgedrückt Deutschland - ein Sommermärchen für Tischtennis bei der Heim WM. Hab parallel meine Diplomarbeit über Visualisierung von Sportarten in der Filmgeschichte geschrieben. Hatte dann natürlich Lust, einen weiteren Dokumentarfilm über Sport zu machen. Habe geguckt, welche Sportarten mich neben Tischtennis interessieren. Das sind Tennis und Fußball, die mich in meinem Leben am meisten begleitet haben. Da Tennis sehr ähnlich zu Tischtennis ist, nur größer und draußen, hab ich mich dann für Fußball entschieden und bin auf die Suche nach einem Verein gegangen.

Wie schwierig war es, Vereine und Crew davon zu überzeugen, das zu realisieren?

Es war sehr schwer einen Verein zu finden, der da Interesse dran hat. Weil die vereinen natürlich ne große Skepsis Medien gegenüber hatte. Da musste ich sehr viel argumentieren, mit vielen Vereinen sprechen. Den Unterschied zwischen normaler Pressearbeit und nem Dokumentarfilm herausarbeiten, Vertrauen gewinnen und das hat schon ein paar Wochen gedauert, bis ich da ne Zusage bekommen hab.

Hattest du dich denn auf die Dreierkonstellation spezialisiert oder wolltest du eigentlich ein Derby zwischen zwei Vereinen beleuchten?

Ganz ursprünglich wollte ich eigentlich nur einen Verein verfolgen aus der Ersten Liga. Da das aus vielen Gründen aber nicht geklappt hat war irgendwann klar, das die Dritte Liga die beste Möglichkeit ist, diesen Film zu machen. Hab dann geguckt, die Besucherzahlen wo die am höchsten sind, damit man die schönsten Bilder hat in den Stadien. Parallel ist dann sicher gestellt, dass die Stadien noch voller sind, wenn die Vereine gegeneinander spielen. Gleichzeitig komme ich gebürtig genau aus der Mitte, hab früher in Münster, Bielefeld und Osnabrück gearbeitet, nicht nur das, auch gewohnt und durch mein, ich nenne es mal Tischtenniskarriere viel dort gespielt. Und dann viel die Wahl am Ende auf die drei Vereine.

Ihr finanziert den Film mit Crowdfunding. Ihr seit jetzt nach etwas mehr als einem Monat bei knapp 13.200 Euro (Stand 16.10.2014, heute 15.600 €), 25.000 Euro sollten es werden  zwei Wochen sind noch Zeit, bzw. 15 Tage. Schafft ihr's?

Wir haben jetzt offiziell schon 16.000 oder 17.000, die sind noch nicht in der Statistik, aber die Zusagen der Sponsoren hab ich schon. Das heißt aktuell fehlen noch 7000/8000 Euro, wir haben noch zwei Wochen, wir versuchen jetzt noch eine letzte große Werbewelle zu machen. Deswegen hoffen wir sehr, dass wir diese Summe in den letzten zwei Wochen noch erreichen. Wenn am Ende nochwas fehlt habe ich mich schon damit abgefunden, dass ich das Geld wieder mal privat vorstrecke. Dass wir den Film jetzt machen und wie geplant bis zum Ende durchziehen, ist definitiv gegeben.

Es gibt für verschiedene Beträge kleine Dankeschöns,  Abspann, Filmplakat, Gästeliste bei der Premiere oder ganze Pakete, was wird da am meisten genommen?

Am meisten wird das Fan-Kombi-Paket genommen. Da hat der Fan das Filmplakat, seinen Namen im Abspann, zwei Gästelistenplätze für die Premiere und die DVD alles zusammen für 60 Euro.

Hat sich während der Dreharbeiten schon irgendwas herauskristallisiert? Ist ein Verein interessanter als der andere? Ist ein Derby heißer als ein anderes?

(lacht) Da muss ich ja jetzt aufpassen wie ich das sage. Die sportliche Ebene, die wir bei Osnabrück begleiten, ist die, die am einfachsten spannend darzustellen ist, weil es für den Fan natürlich total spannend ist, hinter die Kulissen von der Mannschaft zu schauen.  Deswegen ist das die Ebene, um die ich mir am wenigsten Sorgen mache, weil es da relativ leicht ist für einen Filmemacher, eine filmische Dramaturgie zu bauen. Das aufwendigste Derby das wir bislang gefilmt haben ist auf jeden Fall das Derby Münster- Osnabrück, das Hinspiel in Osnabrück gewesen. Da waren wir mit sechs Kameras und einem Tonmann, das haben wir sehr sehr groß aufgezogen, das ist das, was im Film bis jetzt den größten Bestandteil liefert. In der Rückrunde wird’s dann Osnabrück – Bielefeld sein.

Also ihr dreht noch die ganze Rückrunde. Wann würde der Film dann wirklich fertig sein?

Wir drehen noch bis Ende Mai ungefähr, bis Ende der Saison. Dann brauch ich noch ein paar Monate zum Schneiden. Dann kommen noch die weiteren Schritte wie Farbkorrektur, Musik, wie Sounddesign, das ist auch sehr viel Arbeit, die da noch in der Postproduktion anfällt. Ich geh aber davon aus, dass wir bis November mit allem fertig sind, dass wir im November die Kinopremieren in den drei Städten feiern können. Dann wird auf jeden Fall die erste Premiere in Osnabrück stattfinden.

Alle Infos über die Aktion, den Trailer zum Film und die Möglichkeit, Milan und seine Crew zu unterstützen gibt es auf https://www.startnext.de/38-mal-90

 

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