Sa29Apr2017

Back Aktuelle Seite: Am Spielfeld Interview Was noch zu sagen ist, bevor der Ball rollt - Derby-Interview Teil III
Samstag, 09 März 2013 10:28

Was noch zu sagen ist, bevor der Ball rollt - Derby-Interview Teil III

geschrieben von  Julius mit Susanne und Matthias

derby bvb-s04Der FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund – Das Revierderby ist nicht nur irgendein Derby, es ist das! Derby der Bundesliga. Heute Nachmittag schauen Millionen Fußballfans gebannt in die Arena auf Schalke. Möge dieses Revierderby ein hart umkämpftes, aber faires Fußballfest werden! Das hoffen auch Susanne und Matthias, unsere beiden Vertreter der beiden Ruhrpott-Vereine beim gemeinsamen Derby-Interview.
Um euch die leidige Wartezeit ein wenig schmackhafter zu machen, präsentieren wir Euch heute, wie auch in den beiden vergangenen Tagen, den dritten und leider auch schon letzten Teil unseres gemeinsamen Derby-Interviews mit Schlumpfine Susanne und Biene Matthias! Ein letztes Mal stehen sich die beiden zum virtuellen Schlagabtausch gegenüber. Ich danke Susanne und Matthias vielmals für dieses interessante Interview und wünsche euch beiden sowie allen anderen Schalke- und BVB-Fas ein spannendes Revierderby! Wir hoffen, ihr hattet Euren Spaß mit dieser kleinen Interviewserie und freuen uns mit Euch auf ein friedliches Revierderby!

Für alle, die die vorangehenden Teile des Interviews nicht gelesen haben, zeigen wir hier nochmal den Fansteckbrief unserer beiden Fans:

Susanne, 42 Jahre alt, ist von Beruf Juristin und seit 35 Jahren mit dem Schalke-Virus infiziert. Sie bezeichnet sich selbst als supportenden Fan, besucht in der Regel jedes Heimspiel und fährt acht bis zehn Mal pro Saison dem FC Schalke in die fremden Stadien der Bundesliga hinterher. Wie es sich für einen echten Schalker gehört, hat sie natürlich eine Dauerkarte.

Matthias, unser Vertreter des schwarz-gelben Ballspielvereins aus Dortmund, ist 26 Jahre alt, arbeitet als Detektiv und ist seit 21 Jahren überzeugter Borusse. Er sieht sich selbst ebenfalls als Supporter und gibt an, dass er in der Regel jedes Heimspiel besuche. Dazu begibt er sich ca. acht bis zehn Mal auf Auswärtsfahrten. Ab der nächsten Saison verfügt auch Matthias über eine Dauerkarte, um kein Spiel seines geliebten Vereins zu verpassen.

 


 

Welches deutsche Stadion besucht ihr am liebsten im Rahmen einer Auswärtsfahrt? Wo ist eurer Meinung nach die beste Stimmung im Stadion?

Matthias: Die beste Auswärtsstimmung ist meiner Meinung nach bisher in Freiburg und neuerdings auch in Düsseldorf
Susanne: Sehr gut gefallen haben mir immer Nürnberg, Mainz und Freiburg; auch in Düsseldorf war dieses Jahr tolle Stimmung. Die Arroganzarena geht gar nicht, das teuerste Grab der Republik.
Matthias: Susanne du hast Hoffenheim vergessen, da kannste nen Film auf iPad gucken und verstehst jedes Wort
Susanne: Stimmt - ergänze Hoppelheim, die ohne Schallkanone nicht zu hören sind.

Was haltet ihr vom Engagement von Großkonzernen in ihren Werksvereinen (VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen), die lokale Unternehmen darstellen und einen großen Bezug zum Verein aufweisen? Ist das aus eurer Sicht anders zu bewerten, als wenn überregionale Großunternehmen einen Verein Sponsoren (FC Bayern München: T-Com; FC Schalke 04: Gazprom, u.a.)

Susanne: Ich finde Großkonzerne, die alleine über Wohl und Wehe eines Vereins entscheiden, immer unglücklich. Den Genannten muss man allerdings wenigstens zu Gute halten, dass sie sich seit vielen Jahren für ihre ehemaligen Werksvereine einsetzen und mit dem verbunden sind, während internationale Großsponsoren einfach nur nach Marketingsgesichtspunkten vorgehen und bei anhaltendem Misserfolg auch schnell wieder weg sind. Kurz: Am liebsten keine Großsponsoren als "Alleinverantwortliche", aber wenn schon, dann lieber regionale.

Matthias: Unternehmen die bei den Vereinen groß einsteigen, verfolgen ja auch ein eigenes Interesse, die eigene Vermarktung. Aber bei Wolfsburg und Leverkusen ist es ja so, das unbegrenzt Geld zur Verfügung steht. Wenn Audi 100 Millionen bei Bayern rein pumpt, dann muss Bayern damit arbeiten, wenn Wolfsburg 100 Millionen verballert, gibt es weitere 100 Millionen aufs Konto. In Anbetracht der Einnahmen die Wolfsburg durch die Bundesliga verdient und dann im Gegenzug die Ausgaben würde jeden anderen Vereine schon lange in die Insolvenz getrieben haben.

Susanne: Aber ja, Matze hat Recht: JEDER Großsponsor verfälscht die Chancengleichheit. Hoppenheim hatte schon in Liga 2 einen höheren Etat als viele Bundesligisten.

Von den Fans werden Fußballspieler gerne als Söldner bezeichnen, die nur für das Geld spielen und keinen Sinn für Treue zum Verein haben. Wie seht ihr das?

Susanne: Wir sind da seit Manuel Neuer leider gebrannte Kinder... Es sieht wirklich so aus, als wären bis auf einige wenige Lichtgestalten alle käuflich - was uns nicht davon abhält, zu hoffen, dass es bei Draxler oder Höwedes doch anders sein könnte. Aber Neuer hat vielen Schalkern den Glauben an das Gute bzw. die Vereinstreue im Fußballprofi geraubt.
Matthias: Ich hasse das Wort „Söldner“. Ich gehe auch für Geld arbeiten und mag meinen Arbeitsplatz. Aber wenn mir jetzt einer das doppelte Gehalt bietet, mach ich eine Abschiedsparty und ab die Post. Von Treue und Liebe kannste dir nix kaufen. Fußballer haben nur eine begrenzte Zeit in der Sie Geld verdienen können, es wäre Naiv zu glauben, dass jeder auf Millionen verzichtet. Es gibt Ausnahmen klar, aber die Ausnahmen sollte man verehren und die wechselwilligen Spieler respektieren und der Leistung lob zollen.
Susanne: Sehe ich anders - wenn ich bei meiner großen Liebe 7 Mio. kassieren und mich unsterblich machen kann, muss ich nicht für 9 meine Seele verkaufen und zum Gegenentwurf aus dem Süden gehen, wo ich bestenfalls einer von vielen Titelsammlern werde.
Matthias: Da hast Du natürlich auch Recht Susanne, aber meist geht es nur um 2 Millionen mehr, sondern um 4-5 Millionen mehr und da kommt man dann schon ins Grübeln

Welche Vereine, die momentan nicht in der Bundesliga spielen, würdet ihr gerne wieder in der höchsten Spielklasse sehen?

Susanne: Braunschweig, Köln, St. Pauli, Lautern. Alle Traditionsvereine außer Hertha.
Matthias: Kaiserslautern, Braunschweig und Köln

Versucht bitte mal, euer Fan-sein abzustreifen und eine objektive Sicht einzunehmen: Was haltet ihr von Borussia Dortmund bzw. dem FC Schalke 04?

Matthias: Bei aller Liebe und Respekt. Ich respektiere Schalke und seine Fans, aber ne objektive Meinung habe ich nicht, dafür steck ich da zu wenig drin.
Susanne: Ich bin Schalkerin, das abstreifen und die KGaA aus Lüdenscheid objektiv zu betrachten ist mir wesensfremd. Wenn ich es mal versuche, muss ich schon sagen, die Leistungen der letzten zwei Jahre sind imponierend - schöner, erfolgreicher Fußball mit jungen Leuten. Mich nervt allerdings die Arroganz, mit der sie das jetzt als genialen Masterplan verkaufen wollen, als wären sie nicht schlicht durch die Finanzen zu ihrem Glück gezwungen worden.

Würdet ihr gerne einen Spieler des Derbygegners bei euch im Kader haben?

Susanne: Ja - Mats Hummels. Töfter Kerl, erstaunlich viel Hirn für einen Borussen und mit Höwedes schon in der U 21 ein super IV-Duo.
Matthias: Nein! Absolute Todsünde. Ein Wechsel zwischen beiden Vereinen hat ja erst zu diesem Derbyhass geführt. Früher waren Dortmund und Schalke ja mal miteinander verbrüdert, dann kamen diese ständigen Wechsel und irgendwann eskalierte es ja

Eure beiden Vereine liegen mitten im Ruhrpott. Was verbindet euch sonst noch?

Matthias: Nur die Autobahn
Susanne: Nichts. Überhaupt nichts. Außer 99,7 % unserer Gene. Vieles von der Rivalität beruht darauf, dass wir uns viel zu ähnlich und zu nahe sind.

Zu guter Letzt: Was tippt ihr für’s Derby?

Matthias: Schwierig, der BVB kommt aber mit der Euphorie aus der Champions League und wird das Derby mit 4:0 gewinnen. Alle Gäste bekommen ein Stück ihres schwatzgelben Schnuffeltuchs formerly known as "gelbe Wand" für die Heimreise geschenkt und der Himmel im Revier strahlt königsblau.
Susanne: Gepflegtes, hart umkämpftes 2:1 für uns. Beim Siegtreffer vom Hunter in der 91. Minute, einem Gerald-Asamoah-Gedächtnisflugkopfball von knapp oberhalb der Grasnarbe wird das BxB-Netradio live zugeschaltet und die Witzfiguren Nobby & Boris verschönern allen Schalkern den Tag.
Matthias: Wir bringen die Papp-Meisterschalen mit und verschenken Sie im Gegentausch an die Schalker, dann darf jeder ein Präsent mitnehmen das er gerne mal "wieder" hätte.
Susanne: Danke, kein Bedarf ;-)


Das Interview führte Julius Wiechmann mit Susanne BlondundBlau und Matthias Saathoff.


Von unserer Seite gibt es nach den unschönen Vorfällen am Dortmunder Flughafen noch den Appell an alle Fans, friedlich in der Kurve zu feiern und das Revierderby zu einem auf dem Rasen hart umkämpften Fight um drei Punkte und einem auf den Rängen optisch- und akustischem Festival werden zu lassen! Ich bedanke mich auch im Namen von Susanne und Matthias bei allen Lesern und wünsche viel Spaß beim Revierderby!
Julius Wiechmann mit Susanne BlondundBlau und Matthias Saathoff

2 Kommentare

  • Kommentar-Link Susanne Blondundblau Samstag, 09 März 2013 17:44 gepostet von Susanne Blondundblau

    Und ich sach noch, 2:1... Aber das Jungchen will ja nicht hören...

    Derbysieger, Derbysieger, hey, hey...! :-)

  • Kommentar-Link Julius Sonntag, 10 März 2013 12:34 gepostet von Julius

    Glückwunsch Susanne! War doch ein echt cooles Derby. Jetzt bin ich nur noch gespannt, wer heute abend Vierter ist ;-)

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Anpfiff

Fankurve

Fan-Block