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Freitag, 10 April 2015 20:04

Stellungnahme des Münchner Fanprojektes zum Amateurderby

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Zum Münchner Amateurderby am 6.4.2015 und den damit einhergehenden medialen sowie politischen Entwicklungen nimmt das Fanprojekt München wie folgt Stellung:

Donnerstag, 09 April 2015 21:24

Arminia gegen Gladbach

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 Rundumbeobachtungen DSC14/15-24

Amateurederby

Das Amateurederby ist vorbei. Die Roten haben mit 1:0 gewonnen, bis zum nächsten Aufeinandertreffen sind die Verhältnisse geklärt. Zumindest sportlich. Was noch nicht geklärt ist sind die Folgen für die Zukunft was den Spielort und das Drumherum angeht.

BuB A Calling 1Vom Geschehen auf dem Rasen der SGL-Arena, dem 0:0 zwischen dem FC Augsburg und Schalke 04 kann man halten, was man will; abseits des Platzes wurde von beiden Fanlagern ganz großer Sport geboten. Die große blau-weiße Choreo im Gästeblock war dabei für alle sichtbar,  zahlreiche Gesten der Gastfreundschaft waren nicht so spektakulär, sorgten aber nachhaltig dafür, dass es unter den mitgereisten Schalke-Fans eine einhellige Meinung gab: Augsburg war eine Reise wert!

Egal, wo der königsblaue Tross in Augsburg Halt machte, er wurde durchweg freundlich begrüßt. Im Informationsbüro am Rathausplatz grüßten Flaggen beider Vereine, in sämtlichen Restaurants wurden farbentragende Gäste herzlich willkommen geheißen, auf dem „Plärrer“-Volksfest gab es eine Gratis-Maß und im Stadion liefen Augsburger Kinder gemeinsam mit Knappenkids vor dem Spiel strahlend  eine „Ehrenrunde“.

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Die treibende Kraft hinter diesen und zahlreichen anderen Aktionen „von Fans für Fans“ war „Augsburg Calling“, ein Fanprojekt, das es sich auf die rot-grün-weiße Fahne geschrieben hat, bei gemeinsamen Events und Unternehmungen Kontakte zwischen FCA- und Gästefans aufzubauen, die abseits der sportlichen Rivalität für einen freundlichen Austausch sorgen.

BuB A Calling 13Das Rezept ging an diesem langen Osterwochenende hervorragend auf; bereits am Freitagabend stürmten zahlreiche Schalker „Bob’s Punkrock Pizzeria und Beerbar“, das ebenso schräge wie liebenswerte Epizentrum von Augsburg Calling. An jedem Tisch fanden sich bald gemischte Gruppen, die schwäbisch-ruhrpöttisch miteinander frotzelten und das eine oder andere Kaltgetränk vernichteten.

Sehr großen Anklang und Andrang fanden auch die von Gitti exzellent organisierten Stadt- und Fanführungen für Schalker: Statt einer geplanten Führung plus Kindertour gab es derer fünf, die trotz des ungemütlichen Wetters alle Teilnehmer begeisterten. Die Komplimente für den kostenlosen Service gab Gitti beim „Fanfrühschoppen“ am Montag gerne zurück: Die Schalker seien nicht nur die größte, sondern auch beste und netteste Gruppe gewesen, sie freue sich bereits aufs nächste Jahr.

AC fanführungBuB A Calling 19

Am Samstagabend gab es auf der „AC Schalke Vernissage“ Streetart von Robbie W. Hoyer und Daniel Andersch zu bewundern, sonntags nach dem Spiel platzte die Punkrock-Pizzeria bei musikalischen Live-Acts fast aus den Nähten. Nicht mehr ganz so voll – einige lagen wohl noch in Essig, andere hatten bereits die staugeplagte Heimreise Richtung Ruhrpott angetreten – war es beim Fanfrühschoppen am Montag, dafür gab AC-Initiator Gerhard „General“ Seckler einen Einblick in die Geschichte von Augsburg Calling: Nach dem Zweitligaaufstieg des FC Augsburg war er bei einem Auswärtsspiel in Unterhaching Zeuge, wie zahlreiche FCA-Fans an einem Bahnhof zwei Mädchen mit ihrem Onkel in Unterhaching-Kluft verbal so attackierten, dass die Kinder zu weinen begannen.  Um solche Situationen künftig so weit wie möglich zu verhindern, rief er Augsburg Calling als Gewaltpräventions- und Integrationsprojekt ins Leben – mittlerweile so erfolgreich, dass neben der Stadt Augsburg und dem FCA auch die DFB-Kulturstiftung und PFiFF, der DFL-Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur, die kosten- und barrierefreien Angebote unterstützen.

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Da leider der Augsburger Fanbeauftragte und Autor der „111 Gründe, den FCA zu lieben“ krankheitsbedingt ausfiel, sprangen mein geschätzter Kollege Walter Schauer und ich als gemeinsame Vertreter der „1904 Geschichten“ gerne in die Bresche und brachten auf der berühmten rotgrünweißen „Augsburg-Calling-Couch“ sechs königsblaue Geschichten an den Mann. Bei den zwischenzeitlichen Talk-Runden geizte man nicht mit gegenseitigen Komplimenten;  manchmal tut es verdammt gut zu hören, dass die Außenwahrnehmung von Schalke – „Ihr seid so ein geiler, riesengroßer Verein!“ – erheblich freundlicher ist als die bisweilen etwas CL-fixierte Stimmung im eigenen Lager… Auch wenn unsere Gastgeber ein wenig tiefstapelten („Europa muss gar nicht unbedingt sein, wir brauchen noch einen Punkt für den Nichtabstieg“): Wir danken für das wunderbare gemeinsame Wochenende und wünschen Euch, dass Ihr in der nächsten Saison auch internationale Gäste empfangen und verwöhnen dürft!  Und ich ganz persönlich wünsche mir, dass das Beispiel von „Augsburg Calling“ in Gelsenkirchen und anderen Städten Schule macht.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

…und ein fettes Danke geht auch an Jörg und Marisa vom „Bayerischen Haus am Dom“, bei denen sich alle Schalker glatt wie zu Hause fühlen durften! :-)

 

Sonntag, 05 April 2015 20:03

Arminia gegen Energie Cottbus

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Mittwoch, 01 April 2015 11:05

Rainer Wendt als Vorsitzender der DPolG zurückgetreten

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Wie soeben bekannt wurde ist Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten.

Gegenüber FANKULTUR.COM sagte der Polizeihauptkommissar: "Ich konnte es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren, mit gezielt falschen Aussagen Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Verleumdung von Fußballfans, vortäuschen von nicht vorhandenen Gefahrenlagen, aufbauschen von Demonstrationen – und das alles nur um unnötige Polizeieinsätze und –gewalt zu rechtfertigen."

Wendt, der seit 2007 das Amt bekleidete, wechselt als Sicherheitschef zum beliebten Fußballclub RB Leipzig. „Dort bewegt sich etwas in die richtige Richtung. Mit ehrlicher Arbeit und tollen Fans wird dort etwas positiv bewegt. So wollen wir ihn doch alle, unseren geliebten Sport.“ so der Beamte.

Wie die DPolG mitteilte, soll Rainer Wendt am nächsten Bundesligaspieltag in den Stadien mit einem deutschlandweiten Pfefferspray-Salut verabschiedet werden.

Montag, 30 März 2015 18:57

Herne, Herne, Sonne Mond und Sterne

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Wann immer jemand vom „Erlebnis VIP-Loge“ erzählt... Wann immer jemand stolz seinen „Fanclub Nationalmannschaft“-Ausweis präsentiert...Wann immer jemand damit prahlt, Karten für ein stark nachgefragtes FußballEVENT ergattert zu haben...Wann immer jemand die aktuellen Sportblöd-Gerüchte zur Champions League in Endlosschleife referiert oder sonstwie in der Raucherpause fußballbezogen klugscheißt... ... Dann gibt es ein perfektes Gegengift: Den Kehlkopf auf Grölstimme umprogrammieren und „Häääanöö! Häääanöö!“ (transl. „Herne! Herne!“) röhren und man hat gleichermaßen seinen erzieherischen und kulturbotschaftenden Auftrag erfüllt. Falls dann wer fragt, nehme man ihn mit dorthin, wo das kehlige „Häääanöö! Häääanöö!“ zu Hause ist.

Mittwoch, 25 März 2015 01:11

Ich geb' mein Herz für dich...

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Herz-für-FCB

Wenn man nach 19 Jahren Kurve plötzlich auf die Sitzplätze muss ist das hart. Und kaum zu ertragen.

Montag, 23 März 2015 10:38

FCB: Was die Niederlage wirklich zeigt!

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Robin Dance - DSC 1745 - CC BY-NC 2.0Bayern München - Nachdem das Spiel in München gestern gegen Mönchengladbach gerade einmal 2 Minuten angepfiffen war, hatte Marcel Reif bereits eine treffsichere Analyse und Voraussage parat: Der FC Bayern habe enorm schwach gespielt – vor Spielern und Trainer liege nun ein Haufen unangenehmer Fragen, die sie sich gefallen lassen müssten sowie ein großer Berg an Arbeit. Ich fragte mich in diesem Moment, ob Reif ein anderes Spiel gesehen hat – oder ob aus ihm Gefühle eines enttäuschen Bayern-Fans sprechen, die an diesem Abend sicher zahlreich vorhanden gewesen sein dürften?!

Der Grund, weshalb der FC Bayern das Spiel gegen Mönchengladbach verloren hatte, lag nämlich nicht etwa darin, dass die Münchener sich keine Chancen erspielt oder nur geringe Spielanteile gehabt hätten. Die Statistik zeigt es deutlich: 16:4 Torschüsse für den FCB, 91% Passquote, 68% Ballbesitz – die erste Halbzeit dominierten die Bayern nahezu komplett.

Football Supporters Europe veröffentlicht folgende Stellungnahme zu Gesprächsrunden über kollektive Strafen:

 

Am 16. März fand das jährliche Treffen des FSE Komitees mit der UEFA statt, an dem auch unsere Partner Supporters Direct Europe und Centre for Access to Football in Europe (CAFE) teilnahmen. Während hinsichtlich des Problems elektronischer/personalisierter Tickets genauso wie bei Reiserestriktionen Fortschritte erzielt werden konnten und sogar ein gemeinsames Vorgehen diskutiert wurde, und auch hinsichtlich anderer Agendapunkte ein eher positives Fazit gezogen werden kann, müssen wir leider festhalten, dass die UEFA sich hinsichtlich der Kollektivbestrafung von Fans weiterhin kein Stück bewegt.

 

Das FSE Komitee vermisst von der UEFA noch immer ein grundlegendes Zeichen des Verständnisses dafür, dass eine Bestrafung von Fans, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen, sowohl unangemessen ist als auch rechtsstaatlichen Grundsätzen widerspricht. Sie ist somit kontraproduktiv für das Ziel, Fans zum wichtigen Kampf gegen Rassismus zu motivieren.

Daran änderten auch die absolut berechtigten Beschwerden der Fangruppen von Bayern, Manchester City und Nordirland nichts, die FSE-Komitee-Mitglieder anlässlich des Treffens vorgetragen haben. Diese beziehen sich insbesondere auf die Fans gegnerischer Vereine, die für das verurteilenswerte Verhalten einiger Weniger in einem anderen Verein mit einem Spiel vor leeren Rängen bestraft werden und bis heute nicht einmal für ihre bereits getätigten Ausgaben für Anreise, Tickets und gegebenenfalls Unterkünfte entschädigt wurden. Die UEFA tritt mit ihren Maßnahmen also gerade diejenigen mit Füßen, die an dem sanktionierten Vorfall gänzlich unbeteiligt sind und/oder sich als Fans sogar aktiv gegen Diskriminierung einsetzen.

Die bei der UEFA vorherrschende Meinung, dass sich das System dieser Kollektivbestrafung bewährt habe, ist für das FSE Komitee daher nicht nachvollziehbar. Dass dem nicht so ist, zeigt nicht nur die Tatsache, dass einige Clubs wiederholt wegen des rassistischen Verhaltens ihrer Fans bestraft wurden sondern auch die europaweiten Proteste der Kampagne „#Respect Fans“, an welcher sich bis heute große nicht-rassistische Fangruppen von über 15 Vereinen aus den europäischen Club-Wettbewerben beteiligt haben. Dies führt deutlich vor Augen, dass die Straflogik der UEFA in essentiellen Punkten als nicht nachhaltig, falsch und ungerecht bewertet werden muss. Das FSE-Komitee unterstützt diese Proteste ausdrücklich und ruft Fans dazu auf, weiterhin die Missstände bei der Sanktionierung von Fans, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen, anzuprangern und diese Proteste sogar gegebenenfalls zu intensivieren.

Wir appellieren an die UEFA, bei diesem zentralen Thema unbedingt auf die Fans zuzugehen, da wir ansonsten die Gefahr einer fortgesetzten Radikalisierung der Fans als Reaktion auf ihre aktuelle Position befürchten. 

Dies kann in niemandes Interesse sein. Trotz unserer großen Enttäuschung über den Ausgang des Treffens, ist FSE daher auch weiterhin zu Gesprächen mit der UEFA bereit. Es wäre ein wichtiges Zeichen einer positiven Partnerschaft, wenn die UEFA einen Schritt auf die nicht-rassistischen Fans  zu zu gehen, mit der ehrlichen Absicht, die gegenwärtigen Ungerechtigkeiten im System beseitigen zu wollen.

Das FSE Komitee

Kevin Miles (England), Victoria Dominguez Almela (Spanien), Tine Hundahl Jensen (Dänemark), Dirk Vos (Belgien), Riccardo Bertolin (Italien), Başar Yarimoglu (Türkei), Martin Endemann (Deutschland), Thomas Gassler (Leiter FSE Fans Embassies), Goran Grosman (Leiter FSE Anti-Discrimination) & Daniela Wurbs (FSE-Koordination / Geschäftsleitung)

Quelle: Football Supporters Europe