So30Apr2017

Back Aktuelle Seite: RSS Feed
Donnerstag, 19 Februar 2015 13:04

VfL Osnabrück gegen Arminia

geschrieben von

 Rundumbeobachtungen DSC14/15-18

Dienstag, 17 Februar 2015 14:43

Dünn die Hose runter

geschrieben von

IMG 2122486827003

Neues Jahr, neues Glück , was viel zu oft gesagt wird stimmt doch immer wieder beim VfL, seinen Fans und sicherlich vor allem beim neuen Trainer Gertjan Verbeek. Dessen Einstandssatz "Dem Gegner muss es dünn die Hose runterlaufen" ziert nicht nur das Parkhaus des Bochumer Hauptbahnhofs als überdimensionales Plakat, sondern auch die Spieltagszeitung und die Hoffnungen der Fans.

Gegen Braunschweig ist natürlich kein Spaziergang als erstes Heimspiel. Im Rücken ne echte Graupenvorstellung in Berlin, vor der Nase den KSC und schon wieder zweite Tabellenhälfte....nicht die besten Voraussetzungen. Da ist es nicht überraschend dass, seien wir mal ehrlich, beim 0:1 für Braunschweig nach 2:38 Minuten man rund 78% seiner Siegeshoffnungen schon summend Richtung Grabe trug.

Wo auch immer es plötzlich herkam, aber Kombinationen, Tricks, schnelle Antritte; Dinge die man allzu oft im Ruhrstadion vermisst brachten erst den Ausgleich und dann das 2:1. Die ausbrechende Euphorie auch nach dem schlussendlichen 3:2 war nicht die nach einem Sieg. Es war die nach einem gedrehten Spiel. Ja, das ist was anderes. Etwas völlig anderes. Es vermittelt Kampfeswille, Stärke , Überlegenheit. Es bewegt das Fanherz mehr als ein "normaler" Sieg (natürlich kein Abwertung, wir sind über jeden Sieg froh). Überraschenderweise überzeugt die Mannschaft meistens gegen die Gegner, die in der Tabelle weiter oben stehen und vermeintlich überlegen scheinen. Und auch mit einem neuen Trainer oder nach einer längeren Pause steckt neue Energie in den Spielerbeinen. Natürlich kann ein Gertjan Verbeek keine Euphorie àla Peter Neururer auslösen. Aber ein gedrehtes Spiel-das schon.

Ich hoffe wirklich wir können diese Euphorie mit nach Karlsruhe nehmen. Nachdem Timo Perthel in einem Interview sagte, er freue sich schon auf die Sommerpause, hatte ich schon befürchtet, die Mitivation schafft es nicht mal bis in die Kabine ;).

Mit noch ein paar solcher Auftritte könnte es dann vielleicht doch noch dem ein oder anderen Gegner "dünn ...." na, ihr wisst schon.

Eure Nadine 

"Unsere Kurve" nimmt zu den Überlegungen von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, zugunsten eines TV-Milliardendeals auch "unpopuläre Maßnahmen" zu ergreifen, wie folgt Stellung:

Weitere Aufsplittung von Spieltagen ist fanunfreundlich und inakzeptabel

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat angekündigt, unpopuläre Maßnahmen in Betracht zu ziehen, um die Konkurrenzfähigkeit des deutschen Fußballs im Vergleich zum englischen Fußball zu erhalten. Anlass für diese Aussagen ist der Abschluss eines neuen TV-Vertrages für die englische Premier League in Höhe von 6,9 Milliarden Euro. Neben Christian Seifert äußerten sich auch andere Fuballfunktionäre bereits zu möglichen neuen Anstoßzeiten und einer weiteren Aufsplittung von Spieltagen.

Die IG Unsere Kurve lehnt jede weitere Aufsplittung von Spieltagen entschieden ab und appeliert an die Verantwortlichen, eine mögliche Neuordungung der Spieltage und Ansetzung genau zu überdenken.

„Der aktuelle Stand ist für Fußballfans bereits eine absolute Zumutung. Die Planung von Spielbesuchen aufgrund später Terminierungen und frühen oder zu späten Anstoßzeiten ist langfristig nicht möglich und damit fanunfreundlich“, sagt Robert Pohl, Sprecher der IG Unsere Kurve. „Das gilt für Auswärtsspiele mit mehr Planungsaufwand für Urlaub, An- und Abreisereise und notwendigen Übernachtungen als auch für Heimspiele, denn viele Vereine verfügen über ein großes Einzugsgebiet, so dass Fans längere Anreisewege haben“. Anstoßzeiten müssen es möglich machen, innerhalb eines Tages, an- und wieder abzureisen. „Alles andere ist nicht fanfreundlich. Der Stadionbesucher darf im Vergleich zum Fernsehzuschauer definitiv nicht noch schlechter gestellt werden“, so Pohl weiter.

Die Summe von 6,9 Milliarden Euro für die TV-Rechte in England sind genau genommen nicht mehr rational zu bewerten. Das ist unvorstellbar viel Geld und es muss die Frage erlaubt sein, wohin die finanzielle Spirale sich noch drehen soll? „Wir hegen starke Zweifel, ob das dauerhaft gut für den Fußball ist, wenn sich alles nur noch um Geld dreht und der sportliche Wettkampf über finanzielle Möglichkeiten definiert wird. Man muss vor allem aufpassen, dass Vereine mit diesen TV-Geldern ordentlich wirtschaften und sich nicht davon abhängig machen, genau wie von Investoren“, fordert Robert Pohl.

Fließen irgendwann aus diesen Quellen keine Mittel mehr, steht das ganze System vor dem Zusammenbruch. Zahlreiche Beispiele in den großen europäischen Spielklassen, auch in Deutschland, sollten eine Warnung sein, finanzielle Investitionen genau zu überprüfen und nicht als ausschließliche Lösung für besseren Wettbewerb anzusehen. Letztendlich wird der Fan in England die Zeche zahlen, wenn er weiter seinem Interesse am Fußball nachgehen möchte, denn die TV-Sender müssen ihre Investition irgendwie refinanzieren. Neben hohen Eintrittspreisen bezahlt der Zuschauer dann auch noch hohe Gebühren dafür, dass er ein Spiel seines Lieblingsvereins wenigstens im Fernsehen anschauen kann.

Die Vertreter der IG Unsere Kurve sehen die Gefahr darin, dass ein Wettrüsten beginnt und sich der Erfolg nur noch über finanzielle Mittel definiert, die Schere zwischen international spielenden Vereinen und dem Rest größer wird. Dabei hilft viel mehr Geld nicht unbedingt, den Wettbewerb attraktiver zu machen. Er muss in erster Linie ausgeglichen sein, um die Spannung zu erhalten. Die Bundesliga sollte sich erst einmal darüber Gedanken machen, wie sie in Deutschland den Spannungsbogen aufrecht erhält, bevor sie sich um die Konkurrenzfähigkeit in Europa sorgt.

Wenn sich abzeichnet, dass die unpopulären Überlegungen über Anstoßzeiten und Spieltagsplanung in eine Richtung gehen, den derzeitigen Status Quo für den Fan weiter zu verschlechtern und keine ernsthaften Angebote der Verantwortlichen für Dialog und Mitbestimmung von Fans in dieser Sache erfolgen, ist es möglich, auf breiter Basis wieder einen Protest zu führen, wie wir ihn von der Kampagne 12:12 kennen.

Unsere Kurve sieht sich als Interessenvertretung der Fans aller Vereine und tritt ein für den Erhalt der Fankultur und den Erhalt der Freiräume. Getrennt in den Farben, gemeinsam in der Sache!

Montag, 16 Februar 2015 18:20

Arminia gegen den MSV Duisburg

geschrieben von

Rundumbeobachtungen DSC14/15-17

Die Sicherheitskonzepte von Fußball- und Ligaverbänden führen nicht nur in Deutschland zu Diskussionen und Protesten. In Dänemark hat Danske Fodbold Fanklubber (DFF), die Dachorganisation dänischer Fanclubs und landesweite Vertretung der dänischen Fußballfans, eine Kampagne gegen eine Neuregelung für Auswärtstickets ins Leben gerufen.

Donnerstag, 12 Februar 2015 12:34

Machte schon Sinn

geschrieben von

Beitrag zur Blogparade #daserstemalimstadion von elfgegenelf.de

Mit der WM 1986 hatte mich Fußball endgültig angefixt. Ich schaute dann auch jede Woche in die Sonntagszeitung, wie der damals zweitklassige Verein meiner Heimatstadt, Arminia Bielefeld, denn gespielt hatte. Ein Spieler namens Westerwinter traf so gut wie immer, trotzdem wurde oft verloren. Doch das Interesse wuchs und irgendwann waren die Ergebnisse dann auch nicht mehr egal. Ich wußte nicht, daß Arminia anderthalb Jahre vorher nach fünf Jahren Bundesliga abgestiegen war. Ich wußte auch nicht, mit welchen Folgeschäden der Abstieg verbunden war. Mit knapp elf Jahren war ich also jung und unbedarft genug, um Fan dieses alles andere als nervenschonenden Clubs zu werden.

Montag, 09 Februar 2015 18:23

Fortuna Köln gegen Arminia

geschrieben von

Rundumbeobachtungen DSC14/15-16

FKDSC01„För Üch do.“. Was so aussieht wie niedergeschriebener Krampfhusten, ist Kölsch. Nein, kein alkoholfreies Gaffel, der Dialekt. Auf marketing-arminisch übersetzt heißt das: „#immerdabei“. In der Sprache des gestrigen ostwestfälischen Gästeblocks heißt das: „MannMannMannDo, ey, nääää...“. Also mal wieder nach Köln. Zur Fortuna. Ins Südstadion. „Was’n das für’n Topf...“, heißt es vor dem Eingang. Das Südstadion erinnert eine größere und ältere Rußheide. Die Flutlichtmasten, die angerosteten Zäune und der erodierte Beton vermitteln eine Atmosphäre irgendwo zwischen Stadtteil-Sportfest und 80er-Jahre-Fußball.

Donnerstag, 05 Februar 2015 19:49

Der lange Weg zum neuen Stadion

geschrieben von

10568910 882403631812593 1663563716857718681 n

Ja. Es ist geschafft, es ist vollbracht. Die Freiburger Wählerschaft hat entschieden. Ein neues Stadion kommt. Die unendliche Geschichte nimmt ein glückliches Ende, zumindest für die 58,2%, die mit "Ja", und damit für den Bau eines neuen Stadions am Flugplatz gestimmt haben. Einzig der Stadtteil, in dem das Stadion entstehen wird, stimmte dagegen. Erstaunlich. Vermeintliche Kenner der Freiburger Wählerschaft gingen von einem knapperen Entscheid aus. Freiburg ist nämlich bekannt für seine detaillierte Meinungsbildung. Hier soll es vorkommen, dass Bürgerinitiativen gegründet werden bevor irgendwas geplant ist. Und wenn dann was geplant wird, muss erst mal der Plan in Frage gestellt werden, bevor man die Grundidee auseinandernimmt. Man bewegt sich hier gerne und oft zwischen den Stühlen kreisend, bis auch der letzte Grashalm auf Linie, mindestens ein Mal umgedreht wurde.

Die Stadionfrage hatte es in sich,  das Potential die Stadt in tiefe Gräben zu spalten, mittlerweile zeichnet sich ein versöhnliches Ende ab. Die ersten Gegner-Initiativen werden, trotz Ankündigungen, von Klagen absehen und geben sich nach zahlreichen Fehltritten im Wahlkampf nun dem Mehrheitsentscheid einsichtig geschlagen. Was nicht heißen soll, dass sie verloren haben, denn das neue Stadion kann man durchaus als gewinnbringende Chance begreifen. Das haben nach zähem Ringen mit sich selbst und dem Verein die aktiven Fans schon länger erkannt.

Als die ersten Diskussionen über ein neues Stadion vor ungefähr sechs Jahren erstmals publik wurden, war der Aufschrei groß. Das geliebte Dreisamstadion, in und mit dem die meisten Szenevertreter aufgewachsen sind, aufgeben? Niemals! Doch schon während die erste Protestwelle anlief, wuchs die Erkenntnis, dass ein stures Verneinen von Dringlichkeiten letztlich dem eigenen Verein auf Dauer keine Perspektive im Profifußball bietet.

Für eingefleischte Fans eine verdammt schwierige Lage. Da ist das traditionelle Wohnzimmer, für die meisten der Geburtsort ihrer Leidenschaft, da ist dieses charmante – zugegeben dilettantisch, vom unterirdischen Gästeblock mal ganz abgesehen  – zusammengepuzzelte Stadion am ewig dahinplätschernden Stadtfluß, da ist das Tor zum Schwarzwald umgeben von einladenden Bergen  inmitten einem fußballbegeistertem Wohngebiet. Da ist dieses erhebende Gefühl, wenn man sich dem Stadion nur nähert, dieses jedes Mal einzigartige, wenn sich Stadiondüfte in den Nebenstrassen verfangen, die Flutlichtmasten wie Leuchttürme aus einem Häusermeer den Weg zeigen, wenn sich das Plätschern der Dreisam zu Stadiongesängen wandelt – dann weiß man, das zu Hause ist nicht mehr weit. Das Flair gibt so einzigartig nur das  Dreisamstadion her. Auf der anderen Seite erwachte da die Sorge, der SCF könne gänzlich auf Dauer von der Profi-Fußballlandkarte in Deutschland verschwinden. Da hat man so viel erreicht und das alles soll wegen eines zu kurzen Platzes in Frage gestellt werden? Dann lieber doch umziehen und dabei möglichst man selbst bleiben?

Nachdem alle Eventualitäten, zu dem Zeitpunkt noch mit dem Fokus auf den Umbau des Dreisamstadions, durchgesponnen wurden, war klar, dass man um ein Neubau nicht herumkommen würde. Ab sofort wurde sich in der immer intensiver geführten Stadionfrage darum bemüht seine Vorstellungen einzubringen.  Als einer der ersten gründeten die aktiven Fans eine Pro-Stadion-Initiative (stadion-infreiburg.de), von Beginn an mit der bedingungslosen Forderung, dass das Stadion in den Gemarkungen der Stadt Freiburg liegen muss. Möglichst zentrumsnah, leicht per ÖPNV, Fahrrad und per pedes erreichbar. "In einem 0815-Stadion vor den Toren der Stadt, treten nur Nutten sich die Füße platt" machte die Runde, erste Positionspapiere, in denen zunehmend konkreter formuliert wurde was ein neues Stadion hergeben muss, wurden erstellt, Diskussionsgruppen gaben sich die Klinke in die Hand. Fortan stand das Thema Stadion ganz oben auf allen Fahnen der aktiven Fangruppen.  Ein hartes Nein wich zügig absoluter Zustimmung.

1470003 847124845340472 5793857497164615824 n

10675805 838240602895563 1834867230150026384 n

Gern unterstellt man ja leidenschaftlichen Fans, insbesondere Ultras, die Unfähigkeit zum Gedankenwandel und perspektivischem Denken. Bedingungslose Leidenschaft bedeutet aber eben nicht sich Neuerungen zu verschließen, wenn sie zum Wohl des Vereins gereichen. Passen müssen sie halt. Keiner hat es sich leicht gemacht, für nicht wenige war es eine Gewissensfrage. So überspitz das klingen mag, war es doch immer auch eine Frage über die Zukunft des SCF, und damit auch eine über die ganz eigene Fanbiografie gewesen. Man war emotional gefangen, hin- und hergerissen, wägte zwischen Pro- und Contra ab. Zwischen Tradition und Existenz, zwischen Profifußball und einfach nur Verein sein. Irgendwann ist dann wohl bei jedem die Erkenntnis gereift, dass sich Alternativen zu verweigern mindestens Stillstand an allen Fronten bedeutet hätte.

Der schmale Grat der Authentizität im Business ist bekanntlich ein verflucht enger. Seine Seele für die bloße Existenz zu verkaufen ist mehr als nur grenzwertig. Weder der SCF noch seine Fans wollen das.  Da der Verein Transparenz in der Stadionplanung versprach und Mitsprache zugesichert hat, war die S-Frage für die Aktiven entschieden und folglich im Höchstmaß unterstützenswert. Einsicht, Vernunft, und die Aussicht auf Mitbestimmung führten freiwillig zur Läuterung und dem geschlossen Gang zur "JA"-Urne. So oder so ähnlich kann man sich den bemerkenswerten Sinneswandel in der Freiburger Szene erklären.

10481987 846821932037430 4781740669571343806 o

Nun sind die Würfel also gefallen, das Augenmerk richtet sich nach dem Punktsieg auf die Planungen. Vor 2019 wird es wohl noch kein neues Stadion geben, dazu mahlen die Mühlen zu behäbig in Freiburg. Teuer darf es nicht werden, gewöhnlich aber auch nicht, der Geist des Vereins soll sich im neuen Stadion spiegeln, Fans sollen mitbestimmen können. Hohe Hürden für ein Projekt, dass am Ende denen gefallen sollte, die es mit Leben füllen. Wirtschaftlich funktionieren muss es auch. Wichtig wird im Planungsprozess, ähnlich wie im Wahlkampf, die Kommunikation, der Austausch zwischen den Fans und dem Verein sein. Die Fans haben mächtig die Werbetrommel beim Stimmenfang gerührt, haben den SCF unterstützt und Präsenz gezeigt wo sie nur konnten. Nun ist der Verein am Zug und sollte bereits in der Planungsphase seine Fans in die Beratungen mit einbeziehen. Erste "Wunschlisten" befinden sich in Arbeit. 

Montag, 02 Februar 2015 16:01

Wenn auf Schalke die Lichter ausgehen

geschrieben von

 arenatour 18arenatour 19

Dunkelheit. Menschenleere Gänge. Totenstille in der Nordkurve….  Was auf den ersten Blick aussieht wie eine W*chsvorlage für Fehlfarbene, ist ein interessanter nächtlicher Blick hinter die Kulissen unserer Arena. Noch bis März bietet der Verein die Arenaführung als „Nacht-Spezialausgabe“ an – und selbst für „alte Arenahasen“ wie mich gibt es noch Aspekte zu entdecken, die ich noch nicht vom „geilsten Club der Welt“ wusste.   

arenatour 14arenatour 15

Startschuss ist natürlich pünktlich um 19.04 Uhr im Schalke-Museum, wo es nicht nur Pokale und Trophäen – sogar eine Replik der 1958er-Salatschüssel -, sondern viele, viele Erinnerungsstücke aus rund 111 Jahren königsblauer Geschichte zu bestaunen gibt. Der Lederkoffer, den es als Meisterprämie 1934 gab, ist ebenso zu sehen wie die Jahrhundertelf und die Fußabdrücke der Eurofighter. Historische Zeitungsausschnitte, Spielplakate, Trikots und allerfeinster Gelsenkirchener Barock versetzen uns schnell in die Vergangenheit der Knappen, während die Kremers-Zwillinge,  Stan Libuda und Raul aus den Vitrinen lächeln.

arenatour 20arenatour 16

Zum Anpfiff gibt’s erst einmal ein Schnäpschen und den Imagefilm zur Jahreskampagne „1.000 Freunde, unzählige Kumpel“ – und der erste Aha-Effekt: Die Verdunkelung der Arena beim „Steigerlied“ vor Abendspielen kostet den FC Schalke jedes Mal 25.000 € Strafe, aber das ist die Atmosphäre laut Sportvorstand Horst Heldt allemal wert…

arenatour 17arenatour 22

Nach einem kurzen Schlenker durch das Museum und einer Verbeugung vor Stan Libuda, der „ein absoluter Familienmensch“ gewesen sei und deshalb durch abträgliche Bemerkungen seines Gegenspielers leicht aus der Fassung zu bringen war, folgen Originalaufnahmen aus dem Trainingslager in Freienohl 1934 – dieser Schatz wurde vor kurzem im Keller eines Hauses in Wattenscheid gefunden! Man sieht Kuzorra & Co nicht nur beim Zirkeltraining auf einem wahren Acker von Wiese, sondern auch bei neckischen Trinkspielchen, beim Bockspringen und beim „Popoklatschen“, wo das Opfer dann raten musste, welcher seiner Kumpels gerade zugeschlagen hatte… Und alle grinsen fröhlich in die Kamera - ich sach ma so: Heutzutage hätten die Jungs bestimmt einen geilen Facebook-Account.   

arenatour 24arenatour 1

Danach klettern wir die Treppen hoch, um von der oberen Promenade den Blick auf das nächtliche Gelsenkirchen zu genießen. Ein kleiner Schnelldurchlauf durch die Geschichte des Stadtteils Schalke (Heinrich von Schalke und Friedrich Grillo lassen grüßen) und eine weitere Neuigkeit: Wo heute Schalke draufsteht, war nicht immer Schalke drin: Ein Teil des „alten“ Schalke ist heute Feldmark, dafür hat sich das heutige Schalke Teile von Hessler und Bismarck unter den Nagel gerissen. Und die Glückaufkampfbahn befindet sich streng genommen in der Gemarkung Heßler, die Arena in Erle…

arenatour 2arenatour 3

Auch die dunklen Zeiten werden nicht ausgespart, unser Tourguide erklärt, dass Fritz Szepan trotz großer Verdienste für den Verein nie mit einer Straße auf dem Vereinsgelände geehrt werden wird, weil er im Zuge der „Arisierung“ von der Übernahme des jüdischen Kaufhauses Julius Rode und Co. profitierte. An den Gesichtern vieler Zuhörer unserer Gruppe ist zu erkennen, dass ihnen dieser Teil der Vereinsgeschichte völlig unbekannt war… Dafür haben wir tatsächlich zwei ehemalige Kumpel in unseren Reihen, die bestätigen können, dass der Knochenjob unter Tage mit Leistungssport kaum vereinbar ist. Nicht umsonst sagte Ernst Kuzorra einmal, die Kohle, die er gefördert habe, reiche nicht einmal aus, um ein Erbsengericht warm zu machen.

Eine weitere Neuigkeit für mich: Nach dem Krieg soll kurz nach einem Derby ein Teil der Tribüne der Glückaufkampfbahn eingestürzt sein, leider habe ich dazu keine Quellen gefunden. Vielleicht kann mir ja der eine oder andere echte Gelsenkirchener unter den Lesern weiterhelfen?

Beeindruckend auf jeden Fall die Zahlen: Bis zu 70.000 Zuschauer tummelten sich in der eigentlich gerade einmal für die Hälfte ausgelegten Spielstätte, die Menschenmenge stand nicht nur bis an die Seitenlinien, einige Jungs saßen sogar auf dem Querbalken des Tors! Da hat man als Schalker heutzutage doch mehr Platz: Alleine das Arena-Gelände umfasst rund 150.000 m², das gesamte Vereinsgelände auf dem Berger Feld gar eine Million Quadratmeter! Und dort gab es früher nicht nur Bergbau (was bisweilen zu einem Absacken des Geländes führt, bislang aber zum Glück gleichmäßig), sondern auch einen Flugplatz und Landwirtschaft.

arenatour 4

Danach geht es dann endlich in den Innenraum, unsere „Arena-Jungfrauen“ – ja, es gibt tatsächlich noch Schalkesympathisanten, die noch nie (!!!) im Tempel waren – staunen aus Block 74 ins Stadion. Ich staune auch, welche fast gespenstische Atmosphäre ein vollkommen menschenleeres, abgedunkeltes Stadion ausstrahlt. Und es ist gefühlte 10 Grad kälter, als wenn neben Dir 60.000 weitere Schalker atmen, schreien, singen, leben.

Übrigens ist Norden nicht gleich Norden, in Gelsenkirchen kann auch Osten Norden sein – die „Nordkurve“ liegt im Osten der Arena, die Haupttribüne zeigt nach Norden. Angeblich soll Rudi Assauer beim Bau der Arena gesagt haben „Ich will aber, dass DA Norden ist!“ Der Drang in die Nordkurve stamme übrigens noch aus GAK-Zeiten, die bekanntlich nördlich von Schalke lag, so dass sich der heimatbewusste Schalker dort in die Nordkurve stellen musste, um südlich nach Schalke, Richtung Schalker Markt und Grenzstraße schauen zu können…

In allerbestem Ruhrpottisch bedeutet übrigens „auf“ nach oben oder etwas Positives („auf Zeche, auf Schalke“), „nach“ hingegen bezeichnet eine weniger erstrebenswerte Richtung – nach’m Steiger, nache Schwiegermutter, nach Lüdenscheid.

arenatour 5arenatour 6

Anschließend kehren wir gedanklich und tatsächlich wieder ins heutige Schalke zurück und stärken uns bei einem Pils im Quader am Haupteingang für die „Unterwelt“ der Arena: Vorbei an den Ehrenspielführern besuchen wir zunächst das Medienzentrum, wo die wöchentliche Pressekonferenz stattfindet, dann geht es in die Kabine. Alles blau und weiß, überall hängen großformatige Bilder mit Schalker Legenden, ein markiger Spruch nach dem anderen, aber erfreulich wenig überflüssiger Pomp.

arenatour 9arenatour 10

Mein persönliches Highlight ist dann der neue Stollen-Spielertunnel, der optisch wirklich absolut außergewöhnlich ist – man darf nur nicht klopfen, dann merkt man schnell, dass die Kohle zwar unter den Füßen, der Gips aber an den Wänden ist… Da ich aber stark vermute, dass die Spieler dort Besseres zu tun haben als die Wände abzutasten, kann ich nur sagen: GElungen!

 arenatour 8arenatour 12

arenatour 11

Am Rande des Spielfelds sind bereits die Kameras aufgebaut, wir staunen über den schlechten Zustand des Rasens – Betreten des Platzes strengstens verboten – und eine ältere Dame bedauert di Matteo, weil er auf der Trainerbank bestimmt „einen kalten Popo bekommt!“ Danach nehmen wir den Weg, den die Spieler nach dem Spiel auch gehen - nach rund zweieinhalb kurzweiligen Stunden ist unsere Tour zu Ende. Wer möchte, kann die Tour hier noch einmal nachverfolgen, im März sind auch noch Plätze frei.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

 

Donnerstag, 29 Januar 2015 12:11

Prontra Pyro – Ein Streitgespräch

geschrieben von

Kommentarspalte, Wohnzimmer, Social-Media-Gruppe, Tribüne, Konferenzsaal. Verbände mit Fans, Alt mit Jung, Sitzer mit Steher, Bourgeoisie mit Anarchie, Troll mit Troll. Wie auch immer: Pro Pyrotechnik - contra Pyrotechnik. Prontra Pyrotechnik. Eine Debatte, wie sie immer verlaufen ist, immer verläuft und immer verlaufen wird.