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Donnerstag, 05 März 2015 13:43

Arminia gegen Werder Bremen

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Rundumbeobachtungen DSC14/15-20, dedicated to Elke und Jürgen, die mir mein Ticket besorgten

Auf zum Pokalfinale, zumindest wenn man der „Sportschau“ glauben darf. Der Bundesligist, der im Moment von vielen in die Europa League hochgefeiert wird, zu Gast beim Drittligisten, der im Moment von vielen in die Zweite Liga hochgefeiert wird, alles wegen der Leistungen beider Clubs in den letzten Wochen. Wichtiges Spiel für beide! Leistungstest für die Blauen, wenn sie mit einem Vielleicht-Europaligisten mithalten, sagt das aus, daß sie vielleicht mit Zweitligisten mithalten können. Aha. „Richtiger Gegner zur richtigen Zeit“, sagt Werder-Coach Skripnik, nachdem drei geschossene Tore gegen VW nicht zu Punkten reichten. Soso. Unter diesen Vorzeichen sind Prognosen schwer. Wenn die Blauen aber das Bayern-Gen haben und taktisch lange zu Null, dann...Wenn Werder konzentriert spielt, dann...dann...dann...spielt Arminia nächstes Jahr Europa-League, der FC Bayern im Pokal gegen Werder auf der Alm und das heute parallel stattfindende Spiel Momentan-in-Leipzig-verortete-Rindviechbrause gegen Radkäppchen-und-der-böse-Golf wird das Pokalfinale 2021. Alles klar? Nein? Okay, dann laßt uns einfach den Moment genießen, hoffen, daß sich keiner verletzt und einfach’ne Runde Spaß haben.

Sonntag, 01 März 2015 17:53

Arminia gegen Haching

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Rundumbeobachtungen DSC14/15-19

Man muß sich das mal bewußt machen: Da machen die Blauen gegen eine wirklich gute Mannschaft aus einem 0:2 ein 4:2. Da erringen sie keinen Auswärtssieg, sondern veranstalten ein Auswärts-Derby-Schützenfest. Und dann bringen sie dem nächsten wirklich guten Team die erste Heimniederlage bei. Und alles das mit dem Selbstbewußtsein, daß sie ihre Hütten machen und den vom Trainer umsichtig vorgegebenen Taktikstiefel umsetzen können. Blickt man auf die gesamte Saison zurück, hat Arminia 52 Tore erzielt (zum Aufstieg 2013 waren es insgesamt 60), und trotz Fabis 17 und Müllers acht Buden sind es insgesamt elf Torschützen. Wahnsinn, wie toll Arminia gerade ist!

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Blöd ist allerdings, daß Arminia schon eine Woche später Gelegenheit hat, allen das Gegenteil zu beweisen. Unterhaching mag zwar in anderen Tabellenregionen als die letzten Gegner unterwegs sein, aber auch die pflückt man nicht im Vorbeigehen. „Ouh, Ouh, Ouh, Haching ist ein schweeeeerer Gegner“, ruft die Unke auf Block 3. Auch das ist blöd am Fußball. Man erinnert sich immer nur an das miese 0:1 im DFB-Pokal 1996.

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Gleich nach dem Anpfiff startet Arminia die ersten gefährlichen Angriffe. Diesmal dauert es sechs Minuten, bis Fabi zum 1:0 einnickt. Der „Torjäger vom Dienst“, wie Uli Zweetz ihn tituliert hat. Ich nenne ihn heute, stellvertretend für das ganz Team, „Mike Tyson des Fußballs“. Wer die Spiele gegen Duisburg und in Degerloch gesehen hat, weiß, daß Arminia taktisch sehr flexibel ist. Oft ist es aber so, daß die Blauen dem Gegner zu Beginn dermaßen eins auf die Scheinwerfer knallen, daß der den Rest des Spiels in den Seilen hängt. Tyson-Stil. Iron Arminia! Gut, diesmal ist es ein Elfmeter für den zweiten Punch. Die Hachinger fielen bis hierhin eigentlich nur durch plumpe Fouls auf. Also, wirklich plump. Nicht so fies und hinterhältig, daß man sich herrlich aufregen könnte (Block 3: „Mann, wat’ne dumme Sau“), nur Bein stehen lassen und so. Oder Dennis Mast einfach mal im Strafraum umsäbeln. UlmUlmUlm vom PunktPunktPunkt. Zeit bis Schlußpfiff: 76 Minuten. Ritualisiertes „Spitzenreiter, Spitzenreiter“. „No Limit“ bringt ein bißchen Stimmung in das aufkommende Dösen auf den Rängen. „War das Mast? Für Lorenz drin, oder? Ich verwechsle die beiden immer...“. Nun ja, die sehen sich ja ziemlich ähnlich, kann passieren.

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Und die Quersumme der beiden Rückennummern ist auch sieb... Halt, Moment, Haching schießt aufs Tor. Widemann. Knapp vorbei. Kurz darauf kombinieren sich die Blauen wunderbar über den Platz und durch die Hachinger Defensive. Schuppan kommt halblinks an den Ball, zielt auf eine Stelle im Netz und schießt auch dahin. „Tor für die Blauen, Tor für Arminia“. Lothar ist flexibel in der Reihenfolge. Und Schuppan können wir an dieser Stelle mal loben. Was der im Spiel rennt, ist irre. Der ist nicht nur Linksverteidiger, der ist linke Außenbahn. Arbeitsbereich: Von Eckfahne zu Eckfahne, und immer anspielbereit. Und jetzt vier Saisontore. 3:0.

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Pünktlicher Halbzeitpfiff. Sind eigentlich die, die schon zur 38. Minute Richtung Versorgungsstationen aufbrechen (und das 3:0 verpassen), auch „Eventfans“? Vorverkauf, Vorverkaufsgewinnler und Eventfans waren das Thema der Woche im schwarzweißblauen Umfeld. Es kommt jedes Mal auf, wenn das Interesse an einem Spiel das Fassungsvermögen der Alm übersteigt. Einfaches Rechenbeispiel: Nehmen wir an, 10.000 von den 12.087, die heute da sind, kommen auch zu den nachgefragten Spielen. Ziehen wir noch 3.000 Gästefans ab, bleiben 13.000 Zuschauer, um die Ex-Bretterbude vollzumachen. Die Frage ist schon berechtigt: Wo kommen die her und warum? Es ist, wie es ist: Auf die Alm darf jeder. Aber eben nicht alle. So mies sich das anfühlt und so mies das wirklich ist für diejenigen, deren Liebe wirklich keine Liga kennt. Alles weitere ist Angebot und Nachfrage. Solange es Leute gibt, die bereit sind, hohe Preise zu zahlen, wird es auch immer Nischenkapitalisten geben, die sich an ihnen bereichern. Was jene betrifft: Möget Ihr Euer armseliges Leben lang noch schlimmer riechen als dieser eine Typ damals auswärts beim HSV, der sich gerade frisch über sein Trikot gekübelt hatte und meinte: „Egal, hab mich eh die Woche nicht geduscht.“. Und möge Arminia Euch alle bei Eurer verbotenen Tat erwischen! Und trotzdem die Finger vom organisierten Schwarzhandel im ViaNOgo-Stil lassen!

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Wechsel zur Halbzeit bei den Blauen, für UlmUlmUlm kommt Christian Müller, der heute Geburtstag hat und nach dem Spiel ein Ständchen von der Süd kriegt. „Haut hier auch noch welche rein“, fordert man auf der Süd, auf die Arminia jetzt spielt. Doch das Spielgeschehen findet rund um den Mittelkreis plusminus 20 Meter statt. Ein paar der Hachinger Fans machen „Oberkörper frei“. Stehen ja auch in der Sonne. Am Spielstand liegt es nicht, am sicheren Auftreten der Mannschaft auch nicht, am Tabellenstand sowieso nicht (frei nach Berengar), aber die Alm scheint irgendwie auf größeres zu warten, das nichts mit dem heutigen Spiel zu tun hat. Schade drum, denn der DSC liefert einmal mehr ein souveränes Spiel. Selbst der SchiRi mag nicht negativ auffallen, obwohl er Jungglas eine etwas merkwürdige gelbe Karte  gibt. „Wat? Wieso denn? War doch nix...“. Das haben wir alle gesehen. Sowieso sei lobend erwähnt, daß auf Block 3 jede Menge geballtes fußballerisches Fachwissen unterwegs ist. Siehe folgender Dialog: „Da müssense elegant die Defensivreihen umschiffen...!“ – „Höhöhö, Du hast ‚Schiffen‘ gesagt, höhöhö...“. Der Mike-Tyson-vom-Dienst geht unter Applaus nach einem erneut starken Spiel und Koen van der Biezen kommt. Haching trifft den Pfosten.

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Witzig sind die Briten hinten links, die auf Block 3 eine eigene Party feiern. Eigenes „No Limit“, „Who the h*ck is Faching?“ (oder war es „Who the h*ch is Fucking?“), und brüllendes Gelächter, als ihnen die Geschichte mit „Magic Dick“ erzählt wird. In der Schlußphase stimmen Block I und J ein „Schalala“ an. Und Arminia spielt noch einen schönen Angriff aus. Der GeburtstagsMü bedient van der Biezen und der macht sein erstes Tor für die Blauen. Der 12. Torschütze diese Saison. Über die Süd fliegt ein bißchen Bier und unabsichtlich ein paar Euromünzen. Anzahlung auf die nächste Bratwurst.

Wieder vier Buden in einem Heimspiel. Und der Gegner war dann doch nicht schwer und wurde doch im Vorbeigehen gepflückt. Oder vielmehr: Wahnsinn, wie toll Arminia gerade ist! Wir lesen uns nach dem Dortmund-Spiel...Halt, nee,...unter der Woche war ja was...

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MC Lo-Bro feat. Uli Zweetz & The Mike Tyson Relegators present: „Hymne für Lohmann“. Geil, wa!? Klappt’s jetzt mit der Nummer?

Donnerstag, 26 Februar 2015 09:38

VfB Oldenburg gegen VfB Lübeck

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Was gibt es schöneres als einen sonnigen Sonntag im Stadion zu verbringen?! Nichts! Anstoß im Marschwegstation (15.200) war um angenehme 15 Uhr vor knapp 1200 Zuschauern. Die Karte auf der Haupttribüne war mit 8 Euronen (ermäßigt) durchaus erschwinglich. So blieb noch etwas Kohle für das eine oder andere Bierchen zum Preis von 2,40€ (+10 Cent Pfand für den Plastikbecher :D) und ne „Riesen Krakauer“ für 3€ übrig. Ach ja, ne Stadionzeitung gab es am Eingang noch umsonst dazu was absolut top war!

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Das Mittelfeldduell der RL-Nord begann und ich ahnte schon nach einigen Minuten, was da für ein Kick auf uns zukommen sollte. Oldenburg war die bessere Mannschaft. In der ersten HZ gab es drei/vier mehr oder weniger gute Chancen die am Tor vorbei gingen oder direkt auf den Torwart kamen. Insgesamt standen beide Mannschaften kompakt und versuchten keine Fehler zu machen. Dabei hat es Lübeck in der ersten Hälfte nicht geschafft ihre Konter zu fahren. Naja, Halbzeit. Keine lange Schlange auf Klo, keine lange Schlange am Bierstand und wegen der Sicherheit gleich zwei mitgenommen!

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In der zweiten Halbzeit dann das gleiche Bild. Oldenburg die etwas bessere Mannschaft und von Lü-beck weiterhin fast nichts zu sehen. Und wie es dann halt im Fußball so ist, nutzten die Lübecker in der 75. Minute ihre Chance vor dem Tor eiskalt! Bei dem Ergebnis blieb es dann auch bis zum Ende. Zu dem Spiel kann man abschließend nur sagen, dass beide stets bemüht waren.

Etwas Interessantes an dem Spiel gab es dann doch noch. Die ca. 70 mitgereisten Lübecker gaben vor, nach und während des Spiels, den einen oder anderen stichelnden Sprechgesang in Richtung Oldenburg zum Besten. Dies sorgte bei dem einen oder anderen sportbegeisternden Menschen, die dort auch auf einem Sonntag rumlungerten, für ein Schmunzeln auf dem Gesicht. Die Oldenburger Antwort (richtig nur einmal) war durchaus dürftig. Deshalb nehmen die Lücker diese Punkte auch mit nach Hause.

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Am Ende ist vielleicht noch zu erwähnen, dass die Polizei nach Abpfiff mal wieder sehr konsequent in ihrem inkonsequenten Handeln hinter dem Gästeblock war. Während einige noch dabei waren zu gucken ob der richtige Schuh auch am richtigen Fuß ist, hatten andere den Hunden schon mal den Maulkorb abgenommen. Naja, vllt einfach mal die goldene Mitte finden.

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Turin - der Ausflug in das Piemont geriet zu einer touristisch größeren und sportlich kleineren Enttäuschung. Nun gebe ich zu, dass ich mich im Vorfeld nicht sonderlich mit der Stadt beschäftigt habe - aber dennoch hätte ich von der norditalienischen Metropole mehr erwartet, als sie letztlich zu bieten hatte. Auf dem Weg zum Treffpunkt am Corso Vittorio Emanuele II - die anreisenden Busse wurden vor den Toren der Stadt gesammelt und per Polizei-Eskorte in die Stadt geleitet - präsentierte sich die vorbeiziehende Stadt als eher unschöne Industrie-Siedlung, unterbrochen lediglich von einem kurzen ansehnlichen Stück, das den Eindruck einer historischen Altstadt erweckte.

Turin22Ob diese Impressionen nun Turin tatsächlich gerecht werden - ich vermag es nicht abschließend einzuschätzen, da sich unser Aktionsradius nach der Bus-Ankunft am Dienstagmittag weitgehend um den Corso Vittorio Emanuele II erstreckte. So wenig die Stadt dort touristisch zu bieten hatte, so sehr bot sie jedoch kulinarisch allerfeinste Spezialitäten auf die Gabel. Die Wahl fiel auf das „Masaniello e Turnat“ in der anliegenden Via Ormea, 1/B. Einige mögen behaupten, es habe sich doch lediglich um eine normale Pizza mit ein bisschen Salat gehandelt, ich entgegne dem: Es war der Traum einer Pizza und eines Salates. Entgegenkommen sollte uns zudem, dass die Betreiberin offenbar eine Anhängerin des mit Juve rivalisierenden FC Turin ist, sodass sie direkt zum Schaltausch bat. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt der Shuttle-Busse zum Stadion ließ sich im Pub „Texas Ranger“ ganz gut totschlagen.

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Ab 17 Uhr sollten ebendiese Shuttle-Busse in Richtung Stadion rollen. Hier zeigten sich die Turiner aber zunächst weniger geschickt als beispielsweise die Istanbuler. Gab es seinerzeit im Herbst noch ausreichend Busse, sodass alle Borussen in einem einzigen Konvoi zum Stadion geleitet werden konnten, so fanden sich zunächst nur vier mickrige Busse am Treffpunkt ein. Entsprechend groß war das Gedränge. Nach und nach tröpfelte immer mal wieder ein Bus ein, sodass allmählich alle Borussen den Weg zum Juventus Stadium fanden.

Einmal einen Platz im Bus ergattert, so sollte sich auch zeigen, warum die Busse immer nur vereinzelt den Weg zum Fan-Treff fanden. Eskortiert von Moped- und Auto-Streifen bewegten sich die Busse unter Umgehung einer vermutlich auch in Turin geltenden Straßenverkehrsordnung in Richtung Stadion. Abrupte Abbiege-Manöver in letzter Sekunde auf Weisung des vorausfahrenden Moped-Cops gehörten dabei ebenso zur Routine für die Busfahrer wie ruckartiges Anfahren auf eine Kreuzung bei eigenem Rotzeichen. Die Beschreibung GTA-Style trifft die Anreise wohl ganz gut - auch wenn ich mir immer noch nicht sicher bin, ob die Cops zu jeder Zeit überhaupt noch wussten, wo man sich gerade eigentlich befand und wie der richtige Weg zum Stadion aussah.

Nach einer rund 45-minütigen dauernden Abenteuerfahrt durch den Turiner Feierabendverkehr - erstaunlich war übrigens, dass man, wie schon den gesamten Tag über, wesentlich mehr wohlwollende als ablehnende Gesten der Turiner erntete - ragte endlich das Juventus Stadium vor uns empor, das auf dem Grund des alten Stadio delle Alpi errichtet und im Jahr 2011 eröffnet wurde. Man kann nun jedoch wahrlich nicht behaupten, dass man dort mit offenen Armen empfangen worden wäre. Bei der Busankunft bildeten die Cops in voller Montur eine Kette, die einen zum Gästeeingang geleiten sollte. Etwas nervös konnte man im Bus werden, wenn man draußen vor der Ausstiegstür bereits die behelmten Cops betrachtete, wie wiederum sie nervös wirkend mit dem Schlagstock auf ihre Plastik-Schilde eintrommelten. Beim Verlassen des Busses gaben sie auch direkte Anweisungen, ein Warten auf den Rest der Gruppe wurde nicht gestattet, jeder musste sich auf direktem Wege zum Gästeeingang begeben. Hallo, Gastfreundlichkeit!

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Gesteigert werden sollte dies noch durch die Eingangskontrollen. Hier zeigten sich die Italiener von ihrer gründlichen Seite. Abgetastet wurde bis auf den Schlüpper - und leider auch weit darunter hinaus. Nicht alle, aber doch sehr viele Borussen durften zudem auch die Schuhe ausziehen. Der Cop übernahm dann die Aufgabe, den Straßendreck des Tages auf dem Asphalt abzuklopfen. Eine nette Geste.

Turin10Der Aufgang zum Gästeblock ist völlig steril gehalten und durch Metallgitter komplett vom Heimbereich abgegrenzt. Das Stadion selbst - charakteristisch sind die beiden in den Himmel ragenden Dachträger auf beiden Hintertor-Seiten - ist jedoch im Vergleich zu vielen anderen neugebauten Arenen auf dem ganzen Kontinent als eine der lebhafteren und charakteristischeren einzustufen. Die Juve-Anhänger zeigten insbesondere vor und zu Beginn des Spiels, was in dem Stadion für eine beeindruckende Stimmung herrschen kann, sofern alle mitziehen. Der Bedeutung des Spiels angemessen präsentierte der Juve-Anhang auch eine recht ansehnliche Choreo. Im Verlauf der zweiten Halbzeit ebbte der Support der Heimfans jedoch zusehends ab.

Zwischendurch brachte Juves Heimkurve ihre Ablehnung gegenüber dem BVB sowie den mit Teilen der Dortmunder Ultras befreundeten Lagern aus Catania und Napoli zum Ausdruck. Auf den auf Deutsch gehaltenen Transparenten hieß es: „Der Freund meines Feindes ist mein Feind - Dortmund Scheiße - Catania Merda - Napoli Colera“.

Turin7In den direkt angrenzenden Bereichen unseres Gästeblockes auf der „Tribuna Ospiti 1^ Anello“ waren beide denkbaren Reaktionen der Turiner Fans zu beobachten. Einige kamen an die Trennscheibe und signalisierten ihren Willen zum Schaltausch, andere wiederum zogen ihre Daseinsberechtigung an diesem Abend aus penetrant-nervigen Dauer-Provokationen, aus denen sich heraus das eine oder andere amüsante Wortgefecht entwickelte. Die Ordner mussten zudem mehrmals in den angrenzenden Blöcken eingreifen und zumeist dort sitzende Dortmunder Fans sicherheitshalber hinausbegleiten.

Von schwarzgelber Seite entwickelte sich hingegen unterm Strich kein überbordender Support, von dem man noch in einigen Jahren sprechen wird. Als nachteilig entpuppten sich hier insbesondere die fehlenden Trommeln und Megafone, die im Vorfeld bereits verboten worden waren. Zwar versuchte sich der vordere Bereich des Unterranges, der vornehmlich von TU bevölkert wurde, redlich, doch der Funke wollte nie wirklich und dauerhaft auf den Rest überspringen.

Turin8Ein Vorbild an dem Juventus Stadium kann sich übrigens insbesondere Werder Bremen nehmen. Blockiert einem an der Weser die extrem dämlich angebrachte Anzeigetafel nicht nur die Sicht auf das Spielfeld, sondern natürlich auch die Sicht auf die genau gegenüber angebrachte Anzeigetafel, so wurde zumindest der letztgenannte Aspekt in Turin dadurch gelöst, dass auf der Hinterseite der Anzeigetafel eine kleine weitere Leinwand eingebaut wurde, sodass man auch hinter dem Tor einen Blick auf die Spielzeit werfen kann.

 

Nach dem Schlusspfiff garantierte eine doppelte Ordnerreihe sowie die dahinter postierte und sich lässig unterhaltende Polizei die international übliche Blocksperre, die sich nach rund 40 Minuten endlich aufzulösen begann - scheinbar. Die Polizisten zogen plötzlich völlig deeskalierend ihre Helme auf und brachten Schilde und Schlagstöcke in Position - und zogen sich zurück. Zwar konnte man nun den Block verlassen, doch unten vor dem Stadion zogen die Cops nun an den Eingangsdrehkreuzen eine neue Sperre auf, diesmal ohne entspannte Dialoge untereinander, dafür in kompletter Montur und vorne postierten Schutzschilden. Abermals tat sich minutenlang nichts - eine Info, was nun genau weiter passieren wird und wann wir zu unseren Bussen - die zwischenzeitlich aus der Stadt vor das Stadion geleitet wurden - durften, gab es nicht.

Turin9Das Gelände rundherum war weit jenseits der 23-Uhr-Grenze bereits menschenleer - und wenn die Cops einen Angriff seitens italienischer Gruppen befürchtet haben, so waren sie mit ihrer Verteidigungshaltung in unsere Richtung falsch postiert. Seitens des Dortmunder Lagers gab es jedenfalls nicht die geringste Lust auf Aktionen, wie sie beispielsweise Feyenoord Rotterdam in der vergangenen Woche in Rom zeigte, sondern wir wollten einfach nur in die Busse und nach Hause. Irgendwann, aus heiterem Himmel, lösten die Cops ihre Sperre auf und gaben den Weg endlich frei. Die mittlerweile aufgestaute Wut brach sich nun in dem einen oder anderen hitzigen Wortgefecht Bahn und wieder einmal gab es ein Parade-Beispiel dafür, wie eine völlig verfehlte Polizeitaktik bei einer friedlich eingestellten Masse erst zu aufkommenden Emotionen führt.

Das Spiel als solches ging zwar leider verloren, doch mit dem 1:2 kann man wohl dennoch nicht ohne Zuversicht in das Rückspiel am 18. März gehen. Es bleibt also zu hoffen, dass der Ausflug nach Turin auf absehbare Zeit noch nicht der letzte Trip durch Europa gewesen ist. 

 

 

 

Mittwoch, 25 Februar 2015 17:22

Nachlese zur "Derby-Schande"

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fc koeln graffiti

Eines vorweg: Die Vorkommnisse beim Derby waren in vielerlei Hinsicht enttäuschend. Der FC hat mal wieder ein Spiel in der Schlussminute verloren gegeben, und das auch noch gegen Gladbach. Bei den Pyroshows zu Spielbeginn und zu Beginn der zweiten Halbzeit wurden auch Böller geworfen und Bengalos als Wurfgeschosse genutzt.
Dies verstößt nicht nur gegen die Stadionordnung, es entspricht auch nicht dem Selbstverständnis der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren Köln“, die für ein kontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik wirbt – und der Platzsturm nach Spielende hat endgültig dafür gesorgt, dass nach dem Spiel von der „Derby-Schande“ geschrieben wird, und damit ist nicht etwa die bittere Niederlage gemeint, sondern das Verhalten der Kölner Fans.

"Ich jedenfalls liebe Fans, wenn sie Choreografien machen oder Gesänge anstimmen. Bloß zerstören ein paar wenige Chaoten diese schöne Stimmung oft." So lässt sich z.B. Jan F. Orth zitieren, seines Zeichens Beisitzer im DFB-Bundesgericht. Er vergisst dabei wie so viele, dass die Fans, die Choreografien machen und Gesänge anstimmen, meist genau die „Chaoten“ sind, die z.B. auch Pyrotechnik zünden. Orth schlägt vor, das Strafgesetzbuch um den Paragraphen § 123a zu erweitern, wonach schon der Versuch, Eingangskontrollen zu umgehen, Absperrungen zu überklettern oder den Innenraum zu betreten, strafbar sein soll. In diesen Tagen äußern sich vor allem die üblichen Verdächtigen wie der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG), Rainer Wendt, der die Polizei-Aufgaben auf die Stadion-Innenräume erweitern will, oder der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große-Lefert, der so weit geht, ein Gästefanverbot bei Derbys zu fordern. 

Der FC befürchtet derweil harte Sanktionen seitens des DFB. So sagte Manager Jörg Schmadtke: „Wir gehen von einer vehementen und heftigen Strafe aus. Die Vorfälle im Derby können für den 1. FC Köln existenzbedrohend sein.“
Angeblich soll sogar ein Geisterspiel oder ein Punktabzug möglich sein. Womöglich erhofft sich der Verein, durch seine Reaktion auf die Vorfälle, den DFB milde zu stimmen. Allerdings kann man den Verantwortlichen durchaus Aktionismus vorwerfen: Auf der FC-Homepage sind z.B. unzensierte Bilder vom Fanblock veröffentlicht worden, auf denen auch unbeteiligte Fans zu sehen waren.
In der Stellungnahme des Fan-Projekts heißt es: "Wir hoffen, dass die Verbände (...) anerkennen, dass die Uhren in Köln nicht auf Mai 2012 zurückgestellt wurden. Der 1. FC Köln ist in den zurückliegenden Monaten als vorbildlich in seiner Fanarbeit wahrgenommen worden."
Dazu muss man nur einen Blick zurück auf Mai 2012 werfen: Der größten Kölner Ultra-Gruppe, der Wilden Horde, war damals, ähnlich wie heute den Boyz, der Fanclub-Status entzogen worden. Trotzdem kam es am letzten Spieltag zu einem Platzsturm, als der fünfte Abstieg in der Vereinsgeschichte feststand.
Der FC hält jedoch weiterhin daran fest, Gruppen, die unangenehm auffallen, den Fanclub-Status zu entziehen, obwohl das schon damals nichts gebracht hat. Die vorbildliche Fanarbeit, die das Fan-Projekt in seiner Stellungnahme erwähnt, begann nämlich erst nach dem Abstieg und deren Erfolg bestand nicht darin, möglichst hart gegen einzelne Gruppen durchzugreifen, sondern den Dialog mit den Fans zu suchen.

Das hat dazu geführt, dass die letzten zweieinhalb Jahre im Großen und Ganzen ziemlich ruhig waren, und nun macht der FC wegen eines einzigen Vorkommnisses die Kehrtwende: Den Boyz ist nämlich nicht nur der Fanclub-Status entzogen worden, sie sind auch aus der AG Fankultur rausgeworfen und somit vom Dialog mit dem Verein ausgeschlossen worden.
Doch als ob das nicht genug wäre, sprach der FC auch unbefristete lokale Stadionverbote gegen die Boyz und deren Umfeld aus, unabhängig davon, ob die Betroffenen sich am Platzsturm beteiligt haben oder überhaupt beim Derby anwesend waren.
Sicher, die Boyz sind nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen. Jedoch macht es sich der FC zu einfach, wenn er glaubt, eine Gruppe ausschließen zu können, ohne den Dialog mit den anderen Gruppen zu belasten. Schließlich könnten diese Maßnahmen jederzeit auch gegen andere Gruppen angewendet werden.

„Der DFB hat die Maxime: Strafen. Und wenn noch mal was passiert: Höhere Strafen. Das heißt, die Spirale geht immer weiter. Das ist keine Lösung des Problems.“ Diese Worte stammen nicht von irgendeinem Fanvertreter, sondern von FC-Präsident Werner Spinner.
Dass Vereinsvertreter angesichts der Vorfälle in Gladbach enttäuscht und verärgert sind, kann ich durchaus nachvollziehen. Aber vor dem Spiel eine solche Aussage zu tätigen und nach dem Spiel Stadionverbote gegen eine ganze Gruppe und deren Umfeld auszusprechen, das passt nicht zusammen. Erst recht, wenn man ältere Aussagen Spinners beim Wort nimmt, wie das auch bereits Teile der Südkurve getan haben, als sie mit Spruchbändern beim Spiel gegen Hannover daran erinnerten.
“Wir sind gegen Kollektivstrafen von Fanclubs und Ganzkörperkontrollen in Containern” Werner Spinner

Auch die Desperados aus Dortmund solidarisierten sich mit den Boyz, indem sie ein Banner mit der Aufschrift „Je suis Boyz Köln“ beim Spiel in Stuttgart präsentierten. Stilvoll ist das nicht. Dass BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke aber gleich mit Stadionverbot droht, zeugt nicht gerade von Demokratieverständnis. Man muss auch unbequeme Meinungen ertragen, auch wenn diese in einer Art und Weise geäußert werden, die man zurecht als geschmacklos bezeichnen kann.

Schade ist auch, dass die Boyz nicht zu einer selbstkritischen Stellungnahme bereit waren. So bleiben die Fronten verhärtet: Auf der einen Seite die Hardliner, die härtere Strafen und Gesetze fordern, auf der anderen Seite Hardcore-Fans, die sich in die Opferrolle reindrängen lassen.

Mittwoch, 25 Februar 2015 12:40

Nach der Marinho-Mark der Tönnies-Tausender?

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GeldIm heutigen Handelsblatt und der Sportbild denkt unser Pressespr…, pardon, Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies im Zusammenhang mit einem möglichen Transfer von Sami Khedira auf Schalke laut über alternative Finanzierungsideen nach: "Wir haben 132.000 Mitglieder. Nur mal ein Gedankenspiel: Mitglieder zahlen freiwillig einen einmaligen Betrag von 1000 Euro. Wären es 132.000, könnten wir die Finanzverbindlichkeiten weitgehend tilgen und sparen so rund 25 Millionen an Zins und Tilgung, und das jedes Jahr. Das macht in zehn Jahren insgesamt 250 Millionen mehr…. Dann spielten wir, was die zukünftigen finanziellen Möglichkeiten betrifft, plötzlich in einer ganz anderen Liga. Und das als eingetragener Verein ohne Investoren und Fremdbestimmung."

 

Bei diesem „Gedankenspiel“ – böse Zungen könnten es auch Testballon nennen – weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll:

Kann der das ernst meinen?

Weiß er überhaupt, was 1.000 € pro Vereinsmitglied (immerhin das Zwanzigfache! des Mitgliedsbeitrags für Vollzahler; eine satzungsgemäße Sonderumlage dürfte nicht ohne Grund nur einen Mitgliedsbeitrag betragen) für viele Schalker Familien – nicht wenige der 132.000 sind noch minderjährig – bedeuten würden?

Sollen jetzt wirklich Oppa Pritschikowski und Erna Schibulski den Sparstrumpf plündern, weil auf Schalke jahrelang über die Verhältnisse gewirtschaftet wurde? Damit „Stars“ wie Kevin Prince Boateng künftig nicht mit 8, sondern 9 Millionen Euro in Mailand shoppen gehen können? Damit die Finanzverantwortlichen gar nicht erst in die Versuchung kommen, vernünftig wirtschaften zu lernen und nur Geld auszugeben, das man auch hat?

Meine ganz persönliche Meinung: Dieser Vorschlag ist eine absolute Unverschämtheit! Hier soll auf eine ganz miese Tour die verrückte Liebe vieler Schalker zu ihrem Verein ausgenutzt werden. Egal, ob so doch eine Ausgliederung erpresst werden soll, wir nur schonend darauf vorbereitet werden, dass keine Kohle zur Rückzahlung der Fananleihe da ist oder man uns "nur" künftig entgegenhält „selbst schuld, dass wir nicht oben mitspielen, Ihr wart ja zu geizig“: Den königsblauen Karren sollen bitteschön die aus dem Dreck ziehen, die ihn hineinbefördert haben. Insbesondere, wenn sie auf über 500 Mio € Privatvermögen geschätzt werden.

Als Song für Samstag schlage ich deshalb „Keine Mark für Clemens, denn Clemens soll selbst zahlen…“ vor.

Kopfschüttelnde blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

Dienstag, 24 Februar 2015 13:45

Was Sie bei einer Winter-WM beachten sollten...

geschrieben von

Die FIFA. Die FIFA hat Executives. Die FIFA hat eine Task Force. Allein diese Bezeichnungen sorgen für ein ungutes Gefühl. Jetzt wurde vorgeschlagen, die eh schon umstrittene WM 2022 in Katar im Winter stattfinden zu lassen. Es gilt als sicher, daß dieser Vorschlag umgesetzt wird. Das wird hierzulande eine Menge Neuerungen mit sich bringen. Damit die Beteiligten nicht den Kopf verlieren, folgen ein paar bös gemeinte Ratschläge.

Sonntag, 22 Februar 2015 10:25

TV-Gelder: Der Anfang vom Ende?

geschrieben von

 

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Man stelle sich zum Beispiel nur mal vor, der SC Freiburg hat sein neues Stadion fertig, die Hütte ist immer voll. Aber mithalten kann er nicht mehr. Chancenlos, weil sich alles nur noch ums TV-Geld dreht und da zählen ausschließlich die Einschaltquoten mit Erfolgsgarantie.

Der  Tabellenletzte der Premier League  bekommt zukünftig  so viel an TV-Geldern wie der Tabellenerste in der Bundesliga. Der krasse Unterschied verdeutlicht die Dimensionen (9,5! Milliarden Euro inklusive Auslandsvermarktung) des neuen TV-Vertrags in England. Viele Buli-Manager sehen schon ihre Felle davon schwimmen und pochen auf "unpopuläre" Ausgleichsmaßnahmen, der ein oder andere freut sich insgeheim wahrscheinlich  heimlich ins Fäustchen. Mit dem englischen Hammer-Deal kann man nun viel plausibler fordern was bislang als unantastbar galt. Die Schublade kann nun geöffnet werden. Jetzt scheint nichts mehr unmöglich: Anstoßzeiten, Spieltagszersplitterung, Montagsspiele, Spiele in der Winterpause, Freilose für den DFB-Pokal um konkurrenzfähig zu bleiben, und um  noch mehr live-Fußball im TV anbieten zu können.

Die Frage ist doch: Will man das? Will man wirklich auf so herrliche Konferenz-Samstage wie den letzten verzichten, will man auf Teufel komm raus mit Systemen mithalten, die ihre Gelder unter Umständen generieren die schlicht ungesund, teils mehr als fragwürdig sind ? Will man ernsthaft die Zweiklassengesellschaft – Bayern München ist nur der Anfang – in der Buli vorantreiben, nur damit einige wenige sich weiter im europäischen Wettbewerb adäquat messen können? Will man die nationale Konkurrenz zu Gunsten von europäischen Meriten opfern?  Muss man?

Klares Nein. Muss man nicht! die Bundeliga ist trotz jetzt schon derbe vorhandenen finanziellen Unterschieden konkurrenzfähig, sie schickt sich gerade an England im UEFA-Ranking von Platz zwei zu verdrängen. Die Bundesliga ist unter anderem deshalb so attraktiv, weil sie eben noch nicht völlig abgehoben ist, und das zieht auch Spieler an, die nicht nur auf Kohle aus sind. Ja, klar, zugegeben etwas romantisch, aber ey, vielleicht hat nicht jeder Bock für eine Mio. mehr sein halbes Leben in der Ölwüste von Ural Jekaterinburg zu kicken. Die Spannung, das Flair, die Stimmung  sind ebenfalls Attribute, die so nur die Buli vorzuweisen hat. Rein sportlich ist sie die spannendste Topliga Europas, wenn man vom Dauer-Leider-Meister mal absieht. Die gern medial vorgeführte Fankultur, die bei oben angedachten "Maßnahmen" erheblich in Gefahr ist endgültig von den Marktmechanismen verschluckt zu werden,  das Live-Erlebnis, sind weitere wesentliche Merkmale warum Fußball so in Deutschland funktioniert. Nur so.  Auf den kleinen roten Knopf an der Fernbedienung kann jeder drücken, die gewachsene Liebe kann man nicht eben mal so ausschalten. Die Ausgaben der Stadiongänger macht mittlerweile ein Drittel der Gesamteinahmen eines Vereins aus. Das waren mal weniger. Wenn es schier unmöglich ist Spiele zu besuchen, insbesondere Auswärts zu fahren,  bricht eben genau der aktive Stamm weg, der in jeder Bilanz der verlässlichste ist, auch wenn es mal nicht läuft. 

 Klar ist, dass mit dem neuen TV-Vertrag in England die Geld-Spirale mächtig an Fahrt gewonnen hat, und klar ist auch, dass die Bundeliga da nicht mithalten kann, wenn sie nicht dagegen steuert. Der Preis könnte allerdings ein zu  hoher sein. Der olympische Geist ist endlich, die Geldspirale auch. Irgendwann wird der zahlende Medienfan vom täglichen Fußball mit unpersönlichen Vereinen auch die Schnauze voll haben, der Stimmungsmacher, der, für den der Fußball vor Ort alles war,  und ihn groß gemacht hat, wird dann allerdings längst aus dem Stadion verschwunden sein.

Ist das mehr Geld es wert?

 

Samstag, 21 Februar 2015 15:12

Echte (Fan)Liebe

geschrieben von

Nein, hier geht es trotz des “Echte Liebe”-Mottos nicht um den BVB. Wer jetzt dachte oder gesagt hat "das Motto ist ja auch geklaut" dem sei mit einem Zwinkern gesagt: niemand mag Klugscheißer. Worum es wirklich geht ist -Trommelwirbel - Rot-Weiß Oberhausen. Was? Ja!

Donnerstag, 19 Februar 2015 13:04

VfL Osnabrück gegen Arminia

geschrieben von

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