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Mittwoch, 12 Dezember 2012 18:46

Und jetzt?

geschrieben von

fragezeichenNun ist es also beschlossene Sache, das „Sichere Stadionerlebnis“. Die Vollversammlung der DFL hat über 16 Änderungen der eigenen Satzung abgestimmt. Fans und ihre Vertreter wurden weder an der Erarbeitung noch an der Abstimmung beteiligt. Wie geht es nun weiter mit der deutschen Fankultur?

Im Vorfeld ist viel geredet, geschwiegen, postuliert, protestiert, verharmlost, dramatisiert und relativiert worden. Dr. Rauball sagt in der Pressekonferenz der DFL, der „Profifußball sei der Sieger“. Die „Fankultur sei nicht gefährdet“. Hier ein paar Thesen, kreuz und quer:

  • Die DFL macht sich endgültig zum Spielball von Politik und Populismus.
  • Die Fankultur, wie wir sie kannten und liebten, ist mit dem 12. Dezember 2012 Geschichte.
  • So schlimm sind die Beschlüsse nicht. Viel Lärm um nichts.
  • Die übergeordneten Vorgaben der DFL wird Dialog und Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Fans beeinflussen.
  • Die Proteste der Fans werden sich verschärfen, was irgendwann noch drastischere „Sicherheitspapiere“ zur Folge hat.
  • Die Beschlüsse sind in den Aussagen nicht eindeutig: „Alles kann, nichts muß“. Die Auslegung der Vorgaben wird Probleme in der Lizenzierung und deutliche Unterschiede in der praktischen Handhabung zur Folge haben.
  • Die Beschlüsse sind weder konkret durchführbar noch zu finanzieren. Die Sache endet im Nichts.

Nun sollen Vereine und Fans „zu Lösungen kommen“ (Rauball). Was haltet Ihr von den Inhalten? Was meint Ihr, wie es weitergeht? Schreibt uns auf Facebook oder  Twitter oder in den Kommentaren eure Meinung und laßt uns diskutieren.

Hintergrund: Das Antragspaket „Sicheres Stadionerlebnis“ und Pressemitteilung der DFL

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Bildquelle: jezper / 123RF Stock Foto

Dienstag, 11 Dezember 2012 15:08

Viagogo kündigt HSV - und hat schon nen Neuen!

geschrieben von

vianogoDer umstrittene Ticketanbieter Viagogo und der Hamburger Sportverein gehen in Zukunft getrennte Wege. Unklar ist nach den Pressemeldungen, wer da nun mit wem die Geschäftsbeziehungen beendet hat. Während der HSV auf seiner Webseite mitteilt, den Vetrag zum nächstmöglichen Termin, also zum 31.7.2013, zu beenden, nachdem man "zu diesem Thema den Dialog mit Vertretern der Mitgliedschaft" gesucht hatte, so Marketing-Chef Hilke, verschickt die viagogo AG in ihre Meldung den Vorwurf, der Hamburger SV habe sich nicht an die Vertragsabsprachen gehalten.

„Die viagogo AG hat sich entschieden, den bestehenden Vertrag mit dem HSV zu kündigen. Wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen, weil sich unsere Ansprechpartner beim HSV von Beginn des Vertragsverhältnisses an nicht an die wesentlichen Punkte des Vertrages gehalten haben.

Die viagogo AG bedauert diesen Schritt sehr, schließlich ist der HSV ein großer, traditionsreicher Verein mit einem großen Stadion und tollen Fans und wir waren stolz darauf, diese Partnerschaft einzugehen.

Die viagogo AG betont ausdrücklich, dass die Kündigung nicht in der Kritik einiger weniger HSV Fans an der Zusammenarbeit mit viagogo begründet liegt. Im Gegenteil, das Geschäft mit den HSV-Tickets hat sich als eines der attraktivsten Angebote in der Bundesliga erwiesen, das von vielen Fans genutzt wurde. Die Gründe für die Kündigung liegen vielmehr einzig in der Nichteinhaltung des Vertrages.

Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass es in Zukunft weiterhin für jeden HSV Fan möglich sein wird, Tickets für HSV Spiele auf viagogo zu kaufen und zu verkaufen, einzig der Verein wird davon nicht länger profitieren.”

Der Hamburger SV wird diesen Verlust nach eigenen Angaben durch die Anhebung der Dauerkartenpreise zur kommenden Saison wirtschaftlich ausgleichen. Den Fans wird die erste Preiserhöhung seit 5 Jahren wohl egal sein, hatte man sich doch gegen das Engagment der Ticketbörse ausgesprochen und dem HSV wohl selbst den Vorschlag der Preiserhöhung unterbreitet. Das Ticketprotal steht in Fankreisen unter Beschuss, da über die Plattform Tickets zu überteuerten Preisen weiter verkauft werden.

Auch die viagogo AG wird der Partnerschaft wohl nicht nachtrauern, hat man doch direkt heute ein neuen Bundesligisten an der Angel: viagogo wird offizieller Ticketpartner des VfB Stuttgart

Bildquelle: http://cfhh.net/

Freitag, 30 November 2012 19:13

Ligaverband wehrt sich: Zerrbild der Realität

geschrieben von

bundesligaDie Kampagne 12doppelpunkt12 hat in der englischen Woche ein eIndrucksvollen Protest-Auftakt hingelegt. In fast allen Medien wurden die 12 Minuten und 12 Sekunden beachtet. Einig ist man sich, das Fußball so kein Spaß macht. So gesehen hat "Ohne Stimme keine Stimmung" schon nach dem ersten Protest-Spieltag ein Ziel erreicht. Der Ligaverband DFL hat heute jedoch in einer Stellungnahme auf die Statements der Kampagne im Internet und auf den Stadionflyern reagiert. Die Statements seien  in vielen Punkten "Unterstellungen ("DFL und Polizei spielen falsch.") oder Pauschalierungen"

Die DFL sieht dadurch die sachliche Auseinandersetzung behindert und stellt nochmal klar, man wolle sich weiter für den Erhalt der Stehplätze einsetzen und die täterorientierte Aufklärung zur Vermeidung von Kollektivstrafen in den Fokus der Maßnahmen rücken.

polizeiNoch immer ist die fehlende individuelle Identifizierung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in Bayern sowie in ganz Deutschland ein zentrales menschrechtliches Problem. Die fehlende Möglichkeit dieser individuellen Identifizierung trägt immer noch dazu bei, dass bei ungesetzlicher Polizeigewalt die beteiligten PolizeibeamtInnen nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Deshalb fordert die Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ die Einführung einer individuellen Kennzeichnung für alle uniformierte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte in Bayern und Deutschland.
Eine individuelle Kennzeichnung ist für die Zuordnung und Identifizierung der eingesetzten Beamtinnen und Beamten unerlässlich. Dies zeigen langjährige Erfahrungen vieler Unterstützer dieser Initiative z. B. bei Beobachtungen polizeilicher Einsätze bei Großveranstaltungen, Demonstrationen oder bei Fußballspielen und bei der Begleitung von Ermittlungspraxis und juristischer Aufarbeitung. Es gibt keine nachvollziehbaren Gründe, die gegen eine individuelle Kennzeichnungspflicht sprechen, gerade wenn diese nicht mit Namensnennung sondern z. B. mit einer Buchstaben- oder Zahlenkombination erfolgt. Das Bundesland Berlin kann hier als Vorbild dienen, wo bereits eine individuelle Kennzeichnungspflicht gilt und keine negativen Erfahrungen damit gemacht wurden.
Die Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen und Gruppen. Zu den Unterstützern zählen mit Stand 27.11.2012:

  • Amnesty International
  • Initiative Bayerischer Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger e.V.
  • Humanistische Union e.V. (Regionalverband München-Südbayern)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und Polizisten (Hamburger Signal) e.V.
  • Komitee für Grundrechte und Demokratie
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte e.V. (BAG)
  • Arbeitsgemeinschaft Fananwälte
  • Löwenfans gegen Rechts (Anzeigeerstatter in Sachen USK-Schlagstockattacke am 09.12.2007 im Grünwalder Stadion)
  • Familie Brandmaier, Rosenheim (Opfer polizeilicher Gewalt)
  • Gymmick, Liedermacher, Nürnberg (Opfer polizeilicher Gewalt)
  • Klaus Schultz, Diakon Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Eberhard Schulz, "Nie wieder - Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“
  • Kolbermoorer Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
  • sowie Rechtsanwälte und verschiedene Fangruppen in Deutschland/ (eine genaue Auflistung folgt)

Kontakt:

Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“
c/o Rechtsanwalt Marco Noli
Rottmannstr. 11a, 80333 München
Telefon: 089/5427500, Telefax: 089/54275011
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Im Internet ist die Initiative in Kürze unter www.transparente-polizei.de zu erreichen.

tottenham hotspurDie Fans der Tottenham Hotspur müssen in diesen Tagen viel ertragen: Erst vor drei Tagen kam es im Rahmen des Auswärtsspiel in der Europa League bei Lazio Rom zu einem Überfall von maskierten Tätern auf Anhänger der Spurs in einer Kneipe. Bei der Attacke wurden die Engländer unter anderem mit Messern angegriffen. Dies sollen nun, drei Tage später, einige Fans von West Ham United zum Anlass genommen haben, im Rahmen des Premier-League-Spiels an der White Hart Lane zu skandieren: „Können wir euch jede Woche abstechen?“ und „Viva Lazio!“ Einige Fans sollen zudem zischende Laute in Richtung der Spurs von sich gegeben haben - und damit auf die Gaskammern im Dritten Reich angespielt haben. Die Supporter der Spurs werden aufgrund des jüdischen Hintergrundes weithin auch als „Yid Army“ tituliert. Der englische Fußballverband FA hat Ermittlungen aufgenommen.

Samstag, 24 November 2012 19:42

Ermittlungen gegen Schalker Ultras nach Pyro-Einsatz

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polizeiDie Polizei Gelsenkirchen hat Ermittlungen gegen Schalker Ultras eingeleitet. Die Personen wurden nach der Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt durch die Polizei zur Feststellung der Personalien abgefangen. Ihnen wird vorgeworfen zu Beginn der zweiten Halbzeit am Abbrennen von bengalischen Feuern beteiligt gewesen zu sein.

Freitag, 23 November 2012 09:58

Die letzte große Heimspielschlacht

geschrieben von

Herne Apokalypse 01

Wenn man Anhängern des Maya-Kalenders glauben darf, geht am 21.12.2012 die Welt unter. Die kurze Zeit, die einem noch bleibt, will sinnvoll genutzt sein. Also schnell noch wichtige Dinge erledigen: Heiraten, Porsche kaufen, zu Westfalia Herne gehen…

Wohin? Ja, richtig gelesen: In die ABISOL-Arena (für Nostalgiker: Stadion am Schloss Strünkede) zur Oberliga Partie von Westfalia Herne gegen Wattenscheid 09. Denn in Anbetracht des nahenden Weltuntergangs bewirbt der westfälische Sportverein dieses letzte große Heimspielschlacht vor dem Weltuntergang als „Apokalypse Blau“ und verschenkt 10.000 Karten an Bürger in Herne.

Ein genialer Werbeschachzug, der den Verein (mindestens) deutschlandweit ins Gespräch bringen dürfte. Man darf gespannt sein, wieviele Zuschauer zum „finalen“ Spiel kommen. Und wenn der Weltuntergang ausbleibt, vielleicht kommt der eine oder andere von den 10.000 ja auch mal wieder….