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Donnerstag, 18 Oktober 2012 21:09

Plauener Chaostage

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567px-VFC Plauen.svgNur ein Sieg aus den ersten sieben Spielen - der VFC Plauen ist mehr als dürftig in die Saison der Regionalliga Nordost gestartet. Und heute Abend empfängt der sächsische Traditionsverein keinen geringeren als den Tabellenführer und Aufstiegsfavoriten Rasenball Leipzig. Ab 19 Uhr rollt der Ball im Vogtlandstadion. In seinem Beitrag schaut Tobias Bahr auf das Spiel voraus und berichtet von Finanzproblemen, personellen Altlasten, meuternden Spielern und tobenden Fans.

Wohl selten zuvor konnte der Gegner des VFC Plauen, RB Leipzig, so wenig Aufmerksamkeit erhaschen wie vor dieser Partie. Der so streitbare, von einem Brausehersteller dominierte Club ist zwar immer noch für die einen die große Chance im "Ostfußball", für die anderen ein Kunstobjekt und die Verkörperung der Kommerzialisierung des Fußballs, doch nach dem Pokalspiel am vergangenen Samstag und dem blamablen Ausscheiden beim Sechstligisten Döbelner SC konzentriert man sich beim VFC ganz auf sich selbst.

 

Die Fanseele tobt, Spieler wurden noch auf dem Platz in Döbeln zur Rede gestellt, was zusammen mit einer kleinen Rangelei in den Medien zur Ausschreitung hochstilisiert wurde und den VFC ordentlich in die Schlagzeilen brachte. Ex-Trainer Hoßmang, inzwischen in Jena als Co von Sanders, mischt auch kräftig mit. Trotz Vereinswechsel beharrt dieser auf einer (vertraglich fixierten) Abfindung von 15.000€, der Gütetermin vor Gericht scheiterte, Charakter ist wohl Fehl am Platz. Dies belastet den finanziell angeschlagenen Vogtländischen Fußballclub zusätzlich, die Vereinsführung steht bei Teilen der Fans harsch in der Kritik. Hinterlassenschaften, aufgrund derer der VFC die Abfindung nicht auszahlen will, aus dem Engagement Hoßmangs gibt es in Plauen aber genug: Eine zersplitterte Mannschaft, eine unter Hoßmang bevorzugte Spielergruppe um dessen Sohn Martin torpediert das Mannschaftsgefüge und ignoriert Bergers Bemühungen und Maßnahmen zum Teambuilding – „Ich fühle mich manchmal wie im Kindergarten, nicht wie bei einer Männermannschaft“ protestiert dieser über die Quertreiber und kritisiert seinen Vorgänger scharf.

Nichtsdestotrotz kommt mit RB der Meisterschaftsfavorit und aktuell klar Führende der Regionalliga Nordost ins Vogtland. Zu verlieren haben die Plauener jedoch nichts: "Eigentlich kann man keinen Sieg erwarten, dazu müsste bei uns alles passen und bei RB nichts", sagte VFC-Trainer Dirk Berger auf der Pressekonferenz am Mittwoch. "Aber unmöglich ist schließlich nichts, vor allem können wir in diesem Spiel mehr gewinnen als drei Punkte: Es ist eine riesige Aufgabe, bei der wir uns bei einem Erfolg mit Akzeptanz, positivem Zuspruch und Emotionen sowie Selbstvertrauen belohnen können.

Dafür dürfen wir uns aber nicht hilflos geben oder uns selbst schon bedauern, wir müssen schauen, ob wir ,Bullenfighting' beherrschen", so Berger. Der Trainer setzt somit auf Kampf, Leidenschaft - Tugenden, die in Döbeln auf Seiten der Plauener nicht zu beobachten waren. Dass dies nicht entschuldbar ist und die Leistungen nahezu aller Spieler absolut desaströs waren, gab Berger schon direkt nach dem Spiel zu. Eine Erklärung für das plötzliche Totalversagen hat auch er nicht, muss aber wiederholt den Finger in die bereits bekannte Wunde legen: "Wir haben Spieler, die sind auf dem Platz mit sich selbst beschäftigt und können einfach nicht helfen, andere kommen mit Kritik an ihrer sportlichen Leistung nicht zurecht und ziehen sich beleidigt zurück. Alle müssen lernen, dass sie für ihre Leistungen nur selbst verantwortlich sind. Letztere verhalten sich dabei zuhöchst unprofessionell."

Der Coach betont aber auch, dass er ein lösungsorientiert denkender Mensch sei und so präsentiert er auch Ansätze. "Mit meiner Strategie am Herangehen zur Gruppenzusammenführung in der Mannschaft bin ich gescheitert, deswegen wird es nun Korrekturen geben." Im Trainingsbetrieb müssen die Spieler ab sofort mit dem sportlich Notwendigsten auskommen, jeglicher Luxus ist gestrichen. Von zwei bis drei Spielern möchte man sich möglichst schnell trennen, auch die Vereinsführung spricht mit Spielern, der Markt wird aktuell nach einem Neuzugang sondiert.

Dirk Berger dazu: "Ich habe selbst mit einem befreundeten Unternehmer gesprochen, der wahrscheinlich die kurzfristige Finanzierung eines Spielers übernimmt. Das Anforderungsprofil ist zwar hoch und es wird nicht einfach diesen zu finden, aber wir brauchen einen Führungsspieler in der zentralen Defensive, der charakterlich geeignet ist, keinen Egotrip fährt oder ein Legionär ist, sondern ein Mannschaftsspieler, der mit seinem Leistungsniveau und seiner Leistungskonstanz die anderen mit nach oben zieht."

Doch auch bei den A-Junioren und in der zweiten Mannschaft hält Berger Ausschau nach geeigneten Kandidaten, welche das Team zumindest perspektivisch unterstützen können. Einen Appell richtet Berger an alle Beteiligten: "Ob Mannschaft, sportliche Leitung, Vereinsführung, Sponsoren oder Fans, wir dürfen nicht übereinander herfallen, sondern müssen uns gemeinsam unterstützen, um Lösungen in dieser wohl schwierigsten Phase des Vereins zu finden."

Großartige Veränderungen in der Startelf wird es im Gegensatz zum Pokalspiel in Döbeln nicht geben. "Dies kann man als Fingerzeig in Richtung des künftigen Kaders sehen", so der Trainer. Dass Dirk Berger nicht aufgeben wird, merkt man. Spieler, die nicht in der Versenkung des Fußballs verschwinden wollen, sollten dies auch irgendwann merken. Blamieren kann man sich gegen RB nur schwer, aber dafür folgen noch genug Möglichkeiten."

Der Artikel ist auch im Vogtland-Sport erschienen.

Donnerstag, 18 Oktober 2012 16:17

Spielankündigung mal ganz skurril

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bfc dynamoDer Berliner Fünfligist BFC Dynamo Berlin war der staatlich bevorzugte Fußballclub der DDR und auch Lieblingsverein von Stasi-Oberhaupt Erich Mielke. Vom sportlichen Glanz während DDR-Zeiten ist beim zehnmaligen DDR-Meister nicht mehr viel übrig. Mittlerweile spielt der BFC Dynamo in der Fünften Liga und hat es weder geschafft, sich für Bundesliga, noch für die zweite deutsche Profiliga zu qualifizieren.

Montag, 15 Oktober 2012 17:33

DFB Schiedsgericht will Strafen reformieren

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dfbNeben dem Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" der DFL, welches nun schon seit einigen Tagen für Schlagzeilen sorgt, wurde heut der Plan des DFB Schiedsgericht bekannt, Strafen und Strafmaß der Sportsgerichtsbarkeit reformieren zu wollen. Im Gegensatz zu bisher möchte man die Täterermittlung und Bestrafung in den Fokus rücken und nicht pauschal den Verein dafür sanktionieren. Das jedenfalls bestätigte DFB Vizepräsiden Recht, Rainer Koch, gegenüber dem Kicker, in dem heute das ausgearbeitete Positionspapier des Schiedsgerichts veröffentlicht wurde.

Freitag, 05 Oktober 2012 18:23

BVB handelt - Stadionverbote gegen Rechtsextreme

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bvb gegen rechtsDer deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund handelt. Nachdem in dieser Saison Teile der Dortmunder Fanszene vermehrt mit rechtsradikaler Gesinnung in Verbindung gebracht wurden, belegt der Verein nun acht Personen mit Stadionverboten. Die Personen gehören offensichtlich einer verbotenen rechtsextremen Dortmunder Vereinigung an und sind zuletzt bei Heimspielen des BVB sowie bei einem Auswärtsspiel der zweiten Mannschaft in Erfurt in Erscheinung getreten.

Freitag, 05 Oktober 2012 15:14

Neuer Fanartikelautomat des BVB am Dortmunder Flughafen

geschrieben von

bvbDen Durchgangsverkehr am Flughafen möchte sich der BVB in Zukunft zunutze machen: Ab sofort steht am Dortmunder Flughafen ein Automat mit den 20 beliebtesten Devotionalien des BVB. Darunter befindet sich natürlich das Trikot, aber auch Schals, oder - für eine Reise ganz praktisch - eine Zahnbürste. Bezahlen kann man mit Bargeld, EC- oder Kreditkarte.

Quelle: Borussia Dortmund

Donnerstag, 04 Oktober 2012 12:58

Appell an die Fans

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fc koelnMit einem Appell an die Fans bereitet sich die Kölner Polizei auf das kommende Heimspiel der Geißböcke gegen Dynamo Dresden vor. Trotz der fanunfreundlichen Anstoßzeit am Montag werden wohl über 3.000 Gästefans erwartet.

Montag, 24 September 2012 14:23

Die 10 Eckpfeiler der Sicherheitskonferenz

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fankulturWie wir bereits berichtet hatten, werden alle Vereine am Donnerstag, den 27.09.2012, zu einer Diskussion bezüglich der Sicherheits-Probleme in deutschen Stadien geladen. Dabei muss man allerdings sehr vorsichtig sein beim Ist-Zustand der Bundesliga von Sicherheits-Problemen zu sprechen, denn die Stadien gelten nach wie vor als äußerst sicher. Sei es drum: Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball sind da anderer Meinung. In Frankfurt am Main soll folglich ein großer Maßnahmenkatalog diskutiert und beschlossen werden. Der heutigen Printausgabe des "Kicker" lagen die zehn Eckpunkte der Versammlung vor:

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