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Donnerstag, 03 Januar 2013 20:25

Borussia Dortmund, der Rechtsextremismus und die Medien

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bis in den tod

Zukünftige Fans des BVB werden bei der Betrachtung der Vergangenheit das Jahr 2012 als ein sportlich ruhmreiches Jahr der Vereinsgeschichte bewerten. Der Gewinn einer zweiten Meisterschaft in Folge, die Demontage des FC Bayern München im Pokalfinale sowie eine überzeugende Gruppenphase in der Champions League zeigten eine wieder gewonnene Stärke, nach einem nur wenige Jahre zuvor knapp abgewendeten wirtschaftlichen Zusammenbruch. Andererseits wird sich der ein oder andere Anhänger an die kurveninternen Querelen über den Protest gegen das DFL-Sicherheitskonzept sowie an eine weitere Eintrübung erinnern: Der Entfaltung rechtsextremistischer Aktivitäten sowie deren Thematisierung durch die Medien.

Von der Borussenfront nach Dorstfeld

Rechtsextremismus in Dortmund und beim BVB ist kein neues Thema. Die Ruhrgebietsstadt ist seit Jahren das Zentrum der rechtsextremistischen Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen. Obwohl sich in ihr schwerste Straftaten bis hin zu Morden ereigneten, war das Ausmaß dieses Problems dem Großteil der überregionalen Öffentlichkeit nicht bewusst. Zu diesen Verbrechen gehörten, dass ein Neonazi im Jahr 2000 drei Polizisten erschoss, einer seiner Gesinnungsgenossen 2005 einen Punker erstach und die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) 2006 einen türkischstämmigen Kioskbetreiber ermordete.

Wer meint, dass es sich bei diesen Taten nur um eine Aneinanderreihung von tragischen Zufällen handelt, übersieht die Existenz einer traditionell bestehenden rechtextremistischen Szene in der Stadt. Bereits in den 1980er Jahren war in ihr die 1995 verbotene neonazistische „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ (FAP) aktiv, die über den die örtliche NS-Szene prägenden Siegfried Borchardt Kontakte zur Anhängerschaft des BVB unterhielt. Diese bestanden insbesondere zu der von Borchardt geleiteten Hooligan-Truppe „Borussenfront“, die durch eine Kombination von extremistischer Ausrichtung und schlagkräftigen Auftritten bei Auswärtsspielen bundesweit Aufmerksamkeit erregte. Der unter dem bezeichnenden Spitznamen „SS-Siggi“ bekannte Neonazi ist bis heute aktiv und mitverantwortlich dafür, dass sich die rechtsextremistische Szene in der Ruhrgebietsstadt verfestigte. Deren Mitglieder treten seit einigen Jahren als „Autonome Nationalisten“ (AN) in Erscheinung und haben sich im Stadtteil Dorstfeld unter anderem durch die Bildung von Wohngemeinschaften eine Gegend geschaffen, in der sie ungewöhnlich handlungsfähig sind.

Von Dorstfeld zur Südtribüne

2012 kam es beim BVB im Jahresverlauf zu mehreren Vorfällen, die sich im Herbst bündelten. So zeigten Fans am 18. August während des DFB-Pokalspiels beim FC Oberneuland ein an einen verstorbenen Chemnitzer Rechtsextremisten erinnerndes Banner. Eine Woche später wurde am 23. August die rechtsextremistische Vereinigung „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO) verboten, begleitet von Hausdurchsuchungen, insbesondere im Stadtteil Dorstfeld. Bereits einen Tag später erfolgte eine Reaktion in der noch immer unter dem Traditionsnamen „Westfalenstadion“ bekannten Spielstätte. Auf ihrer den Kern der BVB-Fans beheimatenden, ca. 25.000 Personen fassenden Südtribühne erschien während des Spiels gegen Werder Bremen ein Banner mit der Aufschrift „Solidarität mit dem NWDO“. Wiederum nur eine Woche später präsentierten BVB-Anhänger in der 3. Liga während des Auswärtsspiels der zweiten Mannschaft bei Rot-Weiß Erfurt schwarz-weiß-rote Reichsfahnen, die Rechtsextremisten auch als Ersatz für die verbotene Hakenkreuzfahne einsetzen.

Von der Südtribühne in die Medien

Dortmund 1 5 2007Die wiederholten Vorfälle erregten ein gesteigertes Interesse der Öffentlichkeit. Nach der Präsentation des NWDO-Solidaritätstransparents berichteten zunächst regionale Medien. Diese thematisierten unter anderem die Ultra-Gruppe „Desperados“ sowie die Hooligan-Gruppe „Northside“ und bezifferten das auf der Südtribühne vorhandene rechtsextremistische Potential auf 60-80 Personen. Darüber hinaus bezeichnete der Rechtsextremismusexperte Olaf Sundermeyer die nun im Blickpunkt stehende „Süd“ in einem WDR-Fernsehbericht als „Rekrutierungsfläche“. Ein von ihm und dem ebenfalls durch Veröffentlichungen zum Rechtsextremismus bekannten Christoph Ruf mitverfasster Artikel im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sorgte in der Folge für eine bundesweite Aufmerksamkeit. Den Höhepunkt erreichte die Berichterstattung mit einem in der ZDF-Sportreportage vom 16. Dezember gesendeten Beitrag des Sportjournalisten Thomas Wark. In dem ausgewogenen Bericht äußerten sich unterschiedliche Personen - vom Rechtsextremismusexperten bis zum Fanbeauftragten, vom Szene-Aussteiger bis zum Bürgermeister und von der Mitarbeiterin einer Opferberatungsstelle bis zum Vereinspräsidenten. Spätestens mit diesem Film gelangte das Thema in ganz Deutschland in das Bewusstsein vieler Fußballfans, Dafür sorgte dann auch die Januar-Ausgabe des Fußballmagazins „11 Freunde“ mit einem ausführlichen Artikel des Autorenteams Sundermeyer/Ruf.

Von den Medien in die Diskussion

Die Berichterstattung fiel durch einen im Grundsatz sachlichen Stil auf und regte nicht nur die bereits innerhalb der BVB-Anhängerschaft bestehende Diskussion an, sondern erzeugte einen großen Druck auf die Vereinsverantwortlichen. Diese stehen vor dem Problem, dass die Existenz rechtsextremistischer Fans eine nun weithin beachtete Tatsache ist. Andererseits ist der Rechtsextremismus ein gesellschaftliches Problem und es ist deshalb nicht verwunderlich, dass in einem ca. 80.000 Menschen beherbergenden Stadion auch Rechtsextremisten ihre Freizeit verbringen, wie sie es auch bei anderen Massenveranstaltungen tun, etwa bei Popkonzerten oder Volksfesten. Die Brisanz für Borussia Dortmund besteht jedoch darin, dass diese Personen im Stadion aktiv sind und der Verein aufgrund der jüngsten Vorfälle nicht den Eindruck erwecken kann, als täte er nichts. Dabei stellt sich für die Verantwortlichen die Frage nach einem angemessenen Umgang mit rechtsextremistischen Anhängern, denn sofern diese das Stadion lediglich als Fans besuchen, dürften nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten bestehen. Zudem besteht die Gefahr, dass man Personen aus dem rechtsextremistischen Umfeld durch äußeren Druck in dem Glauben bestätigen könnte, allein aufgrund einer abweichenden Haltung bestraft zu werden und man dadurch deren feste Einbindung in die Szene fördern könnte. Andererseits muss sich der BVB um sein Ansehen sorgen, da die Gefahr einer dauerhaften Rufschädigung und damit des Werbewerts der „Marke“ Borussia Dortmund besteht. Zudem könnte es innerhalb der Fanszene zu Spannungen über einen angemessenen Umgang kommen, bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremisten und politischen Gegnern.

Von der Diskussion zu …

Das Ausmaß des auf dem Verein lastenden Drucks zeigt sich dadurch, dass er bereits am 21. Dezember, also nur fünf Tage nach der Ausstrahlung des Sportreportage-Beitrags, eine umfassende Pressemitteilung veröffentlichte. Dabei ist der BVB nicht erst seit den Presseberichten aktiv, sondern hatte sich zuvor schon grundsätzlich gegen Rechtsextremismus gestellt, was sich auch in einer seit Jahren bestehenden Stadionordnung zeigt, die etwa das Tragen von bei Rechtsextremisten beliebten Kleidungsmarken untersagt. Vor diesem Hintergrund hatte der Verein bereits Anfang Oktober Stadionverbote gegen Personen ausgesprochen, die in Erfurt aufgefallen waren und ein bundesweites Stadionverbot gegen den für das NWDO-Spruchband verantwortlichen Rechtsextremisten erwirkt. Darüber hinaus kooperiert er in einem „Runden Tisch“ mit der Stadtverwaltung sowie mit der Polizei und beabsichtigt eine Erhöhung der Anzahl der auf der Südtribühne eingesetzten Ordner.

Der Umgang mit dieser Herausforderung verdient eine anhaltende Aufmerksamkeit, denn aufgrund der Stärke der rechtextremistischen Szene in Dortmund und ihren öffentlichkeitswirksamen Auftritten beim Fußball ist der BVB längerfristig gefordert. Dabei dürfte das bei den Medien geweckte Interesse, insbesondere bei weiteren Vorfällen, dafür sorgen, dass die Problematik so schnell nicht in den Hintergrund treten wird.

fragezeichenNun ist es also beschlossene Sache, das „Sichere Stadionerlebnis“. Die Vollversammlung der DFL hat über 16 Änderungen der eigenen Satzung abgestimmt. Wir haben gefragt: Wie geht es nun weiter mit der deutschen Fankultur? Hier ist eine kurze Zusammenfassung der geäußerten Meinungen und ein Ausblick.

In vielen Posts, Kommentaren und Forenbeiträgen wird Kritik an den Inhalten der Satzungsänderungen geäußert. Jetzt, wo diese beschlossen sind, bezieht sich die Kritik vor allem auf die Punkte, die uns Fans direkt betreffen. Das sind die Kartenkontingente für Auswärtsfans und hauptsächlich die Option für verschärfte Einlaßkontrollen. Auch wird auch das Zustandekommen der Entscheidung kritisiert. Sie sei „top down“ von der DFL geführt, bringe die Vereine durch die Verknüpfung von Sicherheitsaspekten mit der Lizenzordnung in ein Abhängigkeitsverhältnis und habe die Fans komplett übergangen. Stark in der Kritik ist auch die „Kurzschlußreaktion“ der DFL auf Äußerungen seitens der Politik. Viele Fans sind darüber hinaus enttäuscht über das Verhalten ihrer Vereine, die mit der Zustimmung die eigenen Fans übergangen hätten. Vielfach äußert sich Ärger über die Präsentation der Inhalte auf der Pressekonferenz und in den Medien. Insbesondere der  angesprochene Fandialog sei – diplomatisch formuliert – zynisch, den Fans würden lediglich die nun geltenden Repressalien mitgeteilt, das sei kein Dialog.

Aus vielen Äußerungen spricht eine große Unsicherheit. Der Rahmen des „Sicheren Stadionerlebnisses“ sei dehnbar, die Vorgaben seien wenig konkret. So stellen einige Fans fest, daß die Beschlüsse überflüssig und inhaltlich leer seien und somit kaum Auswirkungen hätten. Dennoch überwiegt ein mulmiges Gefühl. Man könne nicht sicher sein, was nun aus dem dehnbaren Rahmen gemacht wird. Er sei auf jeden Fall eine „offene Tür“ für Sicherheits-Hardliner und für restriktive Maßnahmen den Fans gegenüber. Die Unsicherheit zeigt sich in den Gedanken, die sich die Fans hinsichtlich der Zukunft der Fankultur machen. Sie gehen vom Fatalismus – „Das war der Tod der Fankultur“ – über ein unpräzises „Jetzt erst recht!“ bis hin zum Krawallaufruf.

In den Reaktionen zeigt sich die Pluralität der deutschen Fankultur, ein wesentliches und eigentlich positives Merkmal der Szene. Doch hat „Spieltag eins nach 12/12/12“ gezeigt, daß eben die Pluralität nun zum Stolperstein werden kann. Die Düsseldorfer Supporter verlassen ihren Block und werden dafür ausgepfiffen und angefeindet. Auf Schalke kommt es zu wüsten Beleidigungen und sogar Tribünenschlägereien. Vielerorts wird eine „Spaltung der Fanszene“ befürchtet. Die Reaktionen auf „12/12/12“ sind somit auch ein Spiegelbild dieser symbolischen Grundsatzdebatte, die in Fankreisen immer wieder geführt wurde und wird: Wer ist der „wahre“ Fan, wessen Support ist „der richtige“. Die Differenzierung zwischen – mal ganz grob – „Zuschauern“, „Normalos“ und „Supportern“ hat es immer schon gegeben und wird es immer geben. Es ist ebenso bezeichnend wie überflüssig, daß nun, nach einem Beschluß, dessen Konsequenzen noch nicht einmal klar sind, sowohl „Zuschauer“, „Normalos“ und „Supporter“ meinen, in der Sache allein recht zu haben. Und das ist eine gefährliche Sache, die tatsächlich zur „Spaltung“ führen kann.

In den letzen Monaten hat die Fanszene durch Pyrodebatten, Medienberichte, Statements aus der Politik und dem „Sicheren Stadionerlebnis“ eine starke Politisierung erfahren. Bei allem berechtigten Diskussionsbedarf, bei aller erfahrenen und empfundenen Ungerechtigkeit, bei aller Kritik sollten wir Fans nicht vergessen, was unser eigentlicher Zweck ist: Unser Club! Ihn zu lieben, ihn zu leben, ihn zu unterstützen und für ihn da zu sein. Wir sagen nicht umsonst „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“. Der aktuelle Spieltag zeigte uns weder in der Sache noch in den Farben vereint. Sollte sich das fortsetzen, hat der Fußball nicht gewonnen, wie Rauball am 12.12. festzustellen meinte. Dann hat auch die DFL nicht gewonnen. Dann hat lediglich die Fankultur verloren.

Ein wörtliches Zitat aus einem Kommentar: „Die Fankultur ist tot, wenn die Fans dafür sorgen“. Und das ist kein Sicherheitskonzept wert. Es ist durch, es wird nicht zurückgenommen werden. Vielleicht ist es sogar eine Chance für uns Fans. Die Chance, sich neu aufzustellen. Unsere Leidenschaft weiterzuleben und zu zeigen, daß kein noch so restriktives Konzept die Fankultur beseitigen kann. Eine besondere Chance, gemeinsam (!) Reife und Stärke zu beweisen.

In diesem Sinne: Die Kurve uns, trotz alledem!

Mittwoch, 12 Dezember 2012 18:46

Und jetzt?

geschrieben von

fragezeichenNun ist es also beschlossene Sache, das „Sichere Stadionerlebnis“. Die Vollversammlung der DFL hat über 16 Änderungen der eigenen Satzung abgestimmt. Fans und ihre Vertreter wurden weder an der Erarbeitung noch an der Abstimmung beteiligt. Wie geht es nun weiter mit der deutschen Fankultur?

Im Vorfeld ist viel geredet, geschwiegen, postuliert, protestiert, verharmlost, dramatisiert und relativiert worden. Dr. Rauball sagt in der Pressekonferenz der DFL, der „Profifußball sei der Sieger“. Die „Fankultur sei nicht gefährdet“. Hier ein paar Thesen, kreuz und quer:

  • Die DFL macht sich endgültig zum Spielball von Politik und Populismus.
  • Die Fankultur, wie wir sie kannten und liebten, ist mit dem 12. Dezember 2012 Geschichte.
  • So schlimm sind die Beschlüsse nicht. Viel Lärm um nichts.
  • Die übergeordneten Vorgaben der DFL wird Dialog und Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Fans beeinflussen.
  • Die Proteste der Fans werden sich verschärfen, was irgendwann noch drastischere „Sicherheitspapiere“ zur Folge hat.
  • Die Beschlüsse sind in den Aussagen nicht eindeutig: „Alles kann, nichts muß“. Die Auslegung der Vorgaben wird Probleme in der Lizenzierung und deutliche Unterschiede in der praktischen Handhabung zur Folge haben.
  • Die Beschlüsse sind weder konkret durchführbar noch zu finanzieren. Die Sache endet im Nichts.

Nun sollen Vereine und Fans „zu Lösungen kommen“ (Rauball). Was haltet Ihr von den Inhalten? Was meint Ihr, wie es weitergeht? Schreibt uns auf Facebook oder  Twitter oder in den Kommentaren eure Meinung und laßt uns diskutieren.

Hintergrund: Das Antragspaket „Sicheres Stadionerlebnis“ und Pressemitteilung der DFL

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Bildquelle: jezper / 123RF Stock Foto

Dienstag, 11 Dezember 2012 15:08

Viagogo kündigt HSV - und hat schon nen Neuen!

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vianogoDer umstrittene Ticketanbieter Viagogo und der Hamburger Sportverein gehen in Zukunft getrennte Wege. Unklar ist nach den Pressemeldungen, wer da nun mit wem die Geschäftsbeziehungen beendet hat. Während der HSV auf seiner Webseite mitteilt, den Vetrag zum nächstmöglichen Termin, also zum 31.7.2013, zu beenden, nachdem man "zu diesem Thema den Dialog mit Vertretern der Mitgliedschaft" gesucht hatte, so Marketing-Chef Hilke, verschickt die viagogo AG in ihre Meldung den Vorwurf, der Hamburger SV habe sich nicht an die Vertragsabsprachen gehalten.

„Die viagogo AG hat sich entschieden, den bestehenden Vertrag mit dem HSV zu kündigen. Wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen, weil sich unsere Ansprechpartner beim HSV von Beginn des Vertragsverhältnisses an nicht an die wesentlichen Punkte des Vertrages gehalten haben.

Die viagogo AG bedauert diesen Schritt sehr, schließlich ist der HSV ein großer, traditionsreicher Verein mit einem großen Stadion und tollen Fans und wir waren stolz darauf, diese Partnerschaft einzugehen.

Die viagogo AG betont ausdrücklich, dass die Kündigung nicht in der Kritik einiger weniger HSV Fans an der Zusammenarbeit mit viagogo begründet liegt. Im Gegenteil, das Geschäft mit den HSV-Tickets hat sich als eines der attraktivsten Angebote in der Bundesliga erwiesen, das von vielen Fans genutzt wurde. Die Gründe für die Kündigung liegen vielmehr einzig in der Nichteinhaltung des Vertrages.

Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass es in Zukunft weiterhin für jeden HSV Fan möglich sein wird, Tickets für HSV Spiele auf viagogo zu kaufen und zu verkaufen, einzig der Verein wird davon nicht länger profitieren.”

Der Hamburger SV wird diesen Verlust nach eigenen Angaben durch die Anhebung der Dauerkartenpreise zur kommenden Saison wirtschaftlich ausgleichen. Den Fans wird die erste Preiserhöhung seit 5 Jahren wohl egal sein, hatte man sich doch gegen das Engagment der Ticketbörse ausgesprochen und dem HSV wohl selbst den Vorschlag der Preiserhöhung unterbreitet. Das Ticketprotal steht in Fankreisen unter Beschuss, da über die Plattform Tickets zu überteuerten Preisen weiter verkauft werden.

Auch die viagogo AG wird der Partnerschaft wohl nicht nachtrauern, hat man doch direkt heute ein neuen Bundesligisten an der Angel: viagogo wird offizieller Ticketpartner des VfB Stuttgart

Bildquelle: http://cfhh.net/

Freitag, 30 November 2012 19:13

Ligaverband wehrt sich: Zerrbild der Realität

geschrieben von

bundesligaDie Kampagne 12doppelpunkt12 hat in der englischen Woche ein eIndrucksvollen Protest-Auftakt hingelegt. In fast allen Medien wurden die 12 Minuten und 12 Sekunden beachtet. Einig ist man sich, das Fußball so kein Spaß macht. So gesehen hat "Ohne Stimme keine Stimmung" schon nach dem ersten Protest-Spieltag ein Ziel erreicht. Der Ligaverband DFL hat heute jedoch in einer Stellungnahme auf die Statements der Kampagne im Internet und auf den Stadionflyern reagiert. Die Statements seien  in vielen Punkten "Unterstellungen ("DFL und Polizei spielen falsch.") oder Pauschalierungen"

Die DFL sieht dadurch die sachliche Auseinandersetzung behindert und stellt nochmal klar, man wolle sich weiter für den Erhalt der Stehplätze einsetzen und die täterorientierte Aufklärung zur Vermeidung von Kollektivstrafen in den Fokus der Maßnahmen rücken.

polizeiNoch immer ist die fehlende individuelle Identifizierung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in Bayern sowie in ganz Deutschland ein zentrales menschrechtliches Problem. Die fehlende Möglichkeit dieser individuellen Identifizierung trägt immer noch dazu bei, dass bei ungesetzlicher Polizeigewalt die beteiligten PolizeibeamtInnen nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Deshalb fordert die Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ die Einführung einer individuellen Kennzeichnung für alle uniformierte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte in Bayern und Deutschland.
Eine individuelle Kennzeichnung ist für die Zuordnung und Identifizierung der eingesetzten Beamtinnen und Beamten unerlässlich. Dies zeigen langjährige Erfahrungen vieler Unterstützer dieser Initiative z. B. bei Beobachtungen polizeilicher Einsätze bei Großveranstaltungen, Demonstrationen oder bei Fußballspielen und bei der Begleitung von Ermittlungspraxis und juristischer Aufarbeitung. Es gibt keine nachvollziehbaren Gründe, die gegen eine individuelle Kennzeichnungspflicht sprechen, gerade wenn diese nicht mit Namensnennung sondern z. B. mit einer Buchstaben- oder Zahlenkombination erfolgt. Das Bundesland Berlin kann hier als Vorbild dienen, wo bereits eine individuelle Kennzeichnungspflicht gilt und keine negativen Erfahrungen damit gemacht wurden.
Die Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen und Gruppen. Zu den Unterstützern zählen mit Stand 27.11.2012:

  • Amnesty International
  • Initiative Bayerischer Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger e.V.
  • Humanistische Union e.V. (Regionalverband München-Südbayern)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und Polizisten (Hamburger Signal) e.V.
  • Komitee für Grundrechte und Demokratie
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte e.V. (BAG)
  • Arbeitsgemeinschaft Fananwälte
  • Löwenfans gegen Rechts (Anzeigeerstatter in Sachen USK-Schlagstockattacke am 09.12.2007 im Grünwalder Stadion)
  • Familie Brandmaier, Rosenheim (Opfer polizeilicher Gewalt)
  • Gymmick, Liedermacher, Nürnberg (Opfer polizeilicher Gewalt)
  • Klaus Schultz, Diakon Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Eberhard Schulz, "Nie wieder - Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“
  • Kolbermoorer Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
  • sowie Rechtsanwälte und verschiedene Fangruppen in Deutschland/ (eine genaue Auflistung folgt)

Kontakt:

Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“
c/o Rechtsanwalt Marco Noli
Rottmannstr. 11a, 80333 München
Telefon: 089/5427500, Telefax: 089/54275011
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Im Internet ist die Initiative in Kürze unter www.transparente-polizei.de zu erreichen.

Samstag, 24 November 2012 19:42

Ermittlungen gegen Schalker Ultras nach Pyro-Einsatz

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polizeiDie Polizei Gelsenkirchen hat Ermittlungen gegen Schalker Ultras eingeleitet. Die Personen wurden nach der Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt durch die Polizei zur Feststellung der Personalien abgefangen. Ihnen wird vorgeworfen zu Beginn der zweiten Halbzeit am Abbrennen von bengalischen Feuern beteiligt gewesen zu sein.

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