Mi24May2017

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bundesligaDie Deutsche Fußball Liga hat die Audio-Verwertungsrechte für die kommenden vier Spielzeiten vergeben. Fans der beliebten Radio-Konferenz in den ARD Radioprogrammen können aufatmen: Die ARD hat sich die entsprechenden Rechte bis 2017 gesichert. Das Netzprogramm 90elf steht dagegen mit leeren Händen da. Ab der kommenden Saison wird Sport1 die Spiele im Netz übertragen.

Aachen 1 Tivoli

Am 9. März 2013 hatte die in ihrer wirtschaftlichen Existenz und vom Abstieg aus der 3. Liga bedrohte Alemannia Aachen die Chance gehabt, sich mit einem Sieg über Babelsberg 03 zumindest sportlich etwas Luft zu verschaffen. Das Spiel endete unter den Augen von 8.711 Zuschauern jedoch mit einer 1:2-Heimniederlage. Für die 120 Gästefans hingegen wurde der Abpfiff zum Anpfiff für eine Jubelorgie, nachdem sie ihre Mannschaft zuvor über die gesamte Spielzeit engagiert unterstützt hatten. Soviel zu den Rahmendaten der spätwinterlichen Begegnung.

Was diese darüber hinaus bemerkenswert machte, war das Auftreten der Babelsberger Fans, das auf einen über den eigentlichen Bereich des Sports hinausgreifenden Rechts-Links-Konflikt im Fußball hinwies. Den Hintergrund bilden Auseinandersetzungen innerhalb der Aachener Ultraszene, in der die „Aachen Ultras´99“ (ACU) den dominierenden „Karlsbande Ultras“ (KBU) unter anderem die Duldung von Rechtsextremisten vorgeworfen hatten. Die von den Medien beachteten ACU beklagten dabei auch Schwulenfeindlichkeit und Sexismus. Das geschah jedoch in einer Art, dass viele rein sportlich interessierte Aachener darin eine Dramatisierung sowie ein den Verein schädigendes Verhalten sahen. Als die dadurch isolierten ACU sich nach wiederholten körperlichen Angriffen ihrer Gegner im Frühjahr auflösten, berichteten darüber auch linksextremistische Medien, die einen „Antifaschismus“ vertreten, der sich nicht nur gegen Rechtsextremisten wendet, sondern darüber hinaus eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft beabsichtigt.

Aachen 3 NazibauernDer im Potsdamer „Karl-Liebknecht-Stadion“ spielende SV Babelsberg 03 hingegen verfügt über eine Fanszene, in der sich auch Linksradikale und sogar Linksextremisten befinden, die den 1919 ermordeten kommunistischen Umstürzler Karl Liebknecht im Herzen tragen. Dies zeigte sich, als die Babelsberger Ultras eine im Internet verbreitete Ankündigung ihrer Auswärtsfahrt mit einem Bild Liebknechts und dem Zitat ausstatteten: „Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein!“ Spätestens danach musste mit einem besonderen Auftritt in der Grenzstadt gerechnet werden.

Aachen 4 ReaktionDie Gästefans entsprachen dieser Erwartung, indem sie unter anderem ein Transparent mit der Aufschrift „Destroy Naziscum“ und Fahnen der linksextremistischen „Antifaschistischen Aktion“ zeigten. Darüber hinaus präsentierten sie auf nebeneinander gehaltenen, jeweils mit einem einzelnen Buchstaben versehenen T-Shirts den Schriftzug „KBU Nazibauern“ und riefen wiederholt „Nazischweine“. Der Kern der Aachener Fans zeigte sich auf den Auftritt der Babelsberger vorbereitet, indem er deren tonangebender Ultra-Gruppe „Filmstadtinferno ´99“ auf zwei Spruchbändern vorwarf, sich nicht für Fußball zu interessieren.

Aachen 5 EndstandDie Gästefans präsentierten einen deutlich vernehmbaren politischen Auftritt. Ob sie damit jedoch eine gegen Rechtsextremismus zielende Wirkung bei den heimischen Zuschauern entfalten konnten, erscheint unwahrscheinlich. Sprechchöre wie „Nazischweine“ dürften viele nicht als gegen eine extremistische Minderheit gerichtete Beleidigung, sondern als pauschale Diffamierung aller Aachener aufgefasst haben. Auch die gegen die KBU gerichtete Beleidigung „Nazibauern“ dürfte bei der durch das ländliche Umland mitgeprägten Alemannia weniger zu einem nüchternen Nachdenken über Rechtsextremisten, als zu einer Ablehnung der „Antifaschisten“ aus dem Umland der Weltstadt Berlin geführt haben. Letztendlich wirkte der Auftritt der Gästefans weniger wie ein zum Nachdenken anregender Protest, sondern eher wie eine propagandistische Selbstinszenierung. Er zeigte, wie im Fußball bei Rechts-Links-Konflikten Fanblöcke zu Bühnen werden können.

11mm festivalHeute startet in Berlin das 10. Internationale Fußballfilmfestival in Berlin. Unter der Moderation von Herbiert Faßbender und Bernhard Dreiner von der ARD Sportschau dreht sich zum Auftakt alles um Geschichten aus 50 Jahre Bundesliga. Zum Jubiläum wird dieses Jahr die beste Fußballdokumentation gekürt.

landtag nrwIm Landtag von Nordrhein-Westfalen, fand am 7. März 2013 eine öffentliche Anhörung zum Thema “Gegen Randalierer im Zusammenhang mit Fußballspielen konsequent vorgehen” statt. Grundlage dieser Anhörung war der Antrag der Fraktion der FDP vom 30. Oktober 2012.

Interessant ist, dass diese Anhörung durch drei Ausschüsse durchgeführt wurde. Es waren der Innenausschuss, der Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend sowie der Sportausschuss. Somit waren seitens der Landesregierung Nordrhein-Westfalen alle wesentlichen Ausschüsse für dieses Thema anwesend.

Sonntag, 20 Januar 2013 18:51

Fußballunwort des Jahres 2012 – Die Hitparade

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Hitparade zum „Fußballunwort des Jahres 2012“

Auf Platz 10 mit 2 Stimmen: Beckmann und die Todesfürchtigen feat. King Rehakles mit „Platzsturm“

Es waren beklemmende Szenen, die der neutrale Fernsehgucker da aus Düsseldorf präsentiert bekam. Beklemmende Szenen sind für Populisten wie das Aas für Geier, und an diesem Relegationsabend stürzten die Geier vom Himmel. Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl (nochmal: Mehmet. Scholl.) lieferten die Initialzündung für die grotesk übersteigerte Medienrhetorik der folgenden Wochen, in der „Live aus dem Stadion“ und „Live aus Kabul“ inhaltlich gleichgesetzt wurden. Hier begann die unsachliche Auseinandersetzung von großen Teilen der Medien mit einem ernsten und komplexen Thema.

Auf Platz 9  mit 3 Stimmen: The Police mit „V-Männer“

Heute in der „Gewalttäter Fußball“- Version. Weil es sonst auch immer so gut klappt.

Auf Platz 8 mit 4 Stimmen: Ministry mit „Stehplatzverbot“

Innenminister Hans-Peter Friedrich war auch mal Fußballfan. Er stand auf den Stehplätzen. Er sagt über eventuelle Stehplatzverbote: "Wenn wir keine Ruhe in die Stadien bekommen sollten, (...) dann wird man auch über diese strikteren Maßnahmen nachdenken müssen." (Zitat in der Rheinischen Post). - „Ich war auch mal Kind und hatte mein Lieblingsspielzeug auch lieb. Aber wenn Du jetzt nicht endlich leiser damit spielst, nehme ich’s Dir weg.“. Für eine wirkungsvolle Erziehung, aber mit Fingerspitzengefühl!

Auch auf Platz 8 mit 4 Stimmen: Jupp und die Enttäuschten mit „Finale dahoam“

Das „Finale dahoam“ (bairisch für „Endspiel im eigenen Stadion“) war toll! Arminia Bielefeld hat auf der heimischen Alm den Westfalenpokal gewonnen. Falls das nicht gemeint war: Über den Rest wurde genug gesagt. Von Fans. Von Medien. Von einer ganzen Stadt („Mia san rot-weiß, oba mia san ned Oberhausen“). Bis es uns zu den Ohren wieder rauskam. Mit bekanntem Ergebnis. Solskjaer und so. Oder so.

Auf Platz 7 mit 5 Stimmen: The Security Club Band mit „Nacktzelte“

Schon mal Kuttenträger gesehen? Mal auf deren Fettmähnen geguckt? Mal deren Zahnbelag gesehen? Mit denen zusammen in die Ganzkörperkontrolle stehen? Allein das Kopfkino macht „Nacktzelte“ zum Unwort.

Auf Platz 6 mit 13 Stimmen: The Talking Heads mit „Dialog auf Augenhöhe“

„Das böse A...-Wort“ sagt Kollegin BlondundBlau. Wann der „Dialog auf Augenhöhe“ kein böses A...-Unwort mehr ist? Sobald alle (!) Seiten sich so verhalten, daß sie sich gegenseitig ernst nehmen können. Also kurz nachdem Stuttgart einen Bahnhof und Berlin einen Flughafen hat.

Auf Platz 5 mit 18 Stimmen: The Derbygegners mit „Konspirative Anreise“

Die Konfliktstrategie war perfekt und praktisch nicht zu unterwandern. Die Verabredung war verschwörerisch. Die Anreise war verschwörerisch. Die Ausführung war verschwörerisch. Ist die Bielefeld-Verschwörung am Ende das Ergebnis einer konspirativen Völkerwanderung? Häh? Versteht einer noch was?

Auf Platz 4 mit 19 Stimmen: Bruno von Berlichingen mit „Am Arsch geleckt“

Eigentlich steckt eine Menge fortschrittliche Symbolik in Bruno Labbadias Wutrede nach dem 2:2 gegen Leverkusen: Ein Balltreter zitiert Goethe – Ist nicht unbedingt mit zu rechnen. Der Trainer des schwäbischen Vorzeigeclubs bringt den „schwäbischen Gruß“ – als Hesse. Ein Trainer begründet, warum Medien aufhetzen und ihm seine Arbeit zerreden – und hat wahrscheinlich recht. Warum ist das trotzdem ein Unwort? Bruno: „Trainer sind immer die Mülleimer. Ich muß mich fragen: Gehe ich den schweren Weg mit oder sage ich...“. Das Dilemma derer, die trotzdem schwere Wege gehen.

Auf Platz 3 mit 32 Stimmen: The Medias mit „Kriegsähnliche Zustände“

„Live aus dem Stadion“ und „Live aus Kabul“ gleichgesetzt, in vielen vor allem boulevardesken Medienberichten. Gut, man könnte sagen, das sind die, die ein paar Dschungel-Aussätzige für Stars und Heidi Klum für eine Moderatorin halten, also pfeif‘ drauf. Aber die unschönen Szenen aus dem Stadion mit dem Leid, dem Tod und der Aggression eines Krieges gleichzusetzen, das ist irgendwann auch kein Fall für Satire mehr. Das mediale Ausnutzen von Angst und Beklemmung, um Interesse zu bekommen ist nicht nur im Fußball eine bedenkliche Tendenz, nicht nur weil viele wirklich gute Berichte und Kommentare darin einfach untergehen.

Auf Platz 2 mit 57 Stimmen: Great D.F. and the Proficlubs mit „Sicheres Stadionerlebnis“

Habt Ihr eigentlich mitgekriegt, daß Alemannia Aachen pleite ist? Was war mit den Ticketpreisen? Ist Schwulenfeindlichkeit noch relevant? Habt Ihr mitgekriegt, daß der FCR 2001 Duisburg Insolvenzantrag stellen muß? Hat irgendein Funktionär darüber nachgedacht, warum reihenweise Drittligisten kurz davor sind, vor die Hunde zu gehen? Hat irgendwer da oben sich mal Gedanken gemacht, warum kaum noch eine Elfmeterentscheidung richtig ist? Warum nicht? Eben, gab was anderes. Alles rund um das „Sichere Stadionerlebnis“ geht mir inzwischen so auf die Klötze, daß ich ihm nicht mal mehr den Spitzenplatz gegönnt hätte.

Auf Platz 1 mit 116 Stimmen und damit Fußballunwort des Jahres 2012: Sandra M. mit „Taliban des Fußballs“

Stellt Euch folgende Szene vor: Ein Fanvertreter vergleicht in einer Fernsehtalkshow einen DFB-Funktionär mit Erich Mielke,  die Polizei mit dem KGB oder den Moderator der Sendung mit Karl-Eduard von Schnitzler. Und jetzt stellt Euch die Reaktionen vor. „Unverschämtheit!“ – „Unsachlich!“ – „Beleidigend!“. Andersrum war’s in Ordnung.

Sie kennen die Regeln der Hitparade: Jeder Titel darf dreimal antreten. Danach wird es zu blöd.

polizeiAm Samstag trifft die SpVgg Fürth erstmals in der Fußball-Bundesliga auf Bayern München. Für viele Fans ein Highlight, angesichts der Vorfälle beim Aufeinandertreffen im DFB Pokal Februar 2010 aber nicht ungetrübt. Beim letzten Gastspiel der Franken in der Landeshauptstadt sorgte ein überharter Polizeieinsatz gegen die Fans für negative Erinnerungen.

Die Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ und ProFans München rufen daher für den Spieltag zu einer gemeinsamen Kundgebung auf dem Marienplatz in München und anschließendem Protestmarsch auf.

Die Münchner Polizei fällt immer wieder mit einer besonders restriktiven Linie gegenüber Fußball-Fans auf. Die Initiative führt hierzu exemplarisch das Amateurderby des FC Bayern München gegen 1860 München auf, als Fans der „Sechziger“ von USK-Beamten/-innen aufs übelste misshandelt sein sollen. Die beteiligten Polizisten/-innen konnten wegen der fehlenden individuellen Kennzeichnung nicht ermittelt werden

Durch eine satirische und karikaturistische Fußballspielaufführung wollen beide Fanlager aus München und Fürth die Notwendigkeit einer individuellen Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten verdeutlichen und auf den Missstand aufmerksam machen. Gefordert wird die Bundesweite Umsetzung einer Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten/-innen. Die Auftaktkundgebung auf dem Marienplatz beginnt um 10:30 Uhr.

Die Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ wird von mehreren Institutionen sowie Privatpersonen unterstützt, unter anderem von Amnesty International, der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte und Löwenfans gegen Rechts.

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polizeiDie Polizei klopft sich auf die Schultern. Nach ihrer eigenen Darstellung hat die Polizei Dortmund am Samstag ein geplantes aufeinander Treffen von Dortmund und Schalke Fans und damit eine „gewaltige“ Eskalation verhindert. Die rund 250 Schalker waren auf dem Weg nach Meschede um die zweite Mannschaft bei einem Turnier anzufeuern. Die Dortmunder warteten ihrerseits vor dem Bahnhof um sich auf dem Weg zum Testspiel der Dortmunder Amateur Mannschaft in Verl zu machen. So gegen 11 Uhr kam der Schalke Anhang in Dortmund an, wo Sie auf dem Vorplatz von schwarz-gelben Fans erwartet wurden. Die durchreisenden Schalker sollen nach Angaben der Polizei versucht haben, die Konfrontation zu suchen die durch den Einsatz der Polizei verhindert werden konnte.

 

Die Schalker setzen darauf hin die Fahrt nach Meschede fort, während die Dortmund sich in die Innenstand absetzten. Ein Teil soll sich dabei in eine Tiefgarage zurückgezogen haben. Die Durchsuchung der Polizei blieb dabei offensichtlich erfolglos. Im Laufe des Einsatzes am Samstag wurden fünf Personen vorläufig festgenommen. Es gab keine Verletzten, lediglich ein Sachschaden an einem Streifenwagen verursacht durch einen Verkehrsunfall.

Der FC Schalke 04 dementiert die Darstellung der Polizei: „Die heutige Pressemitteilung der Polizei Dortmund zu einer vermeintlichen Auseinandersetzung zwischen BVB- und S04-Fans am Dortmunder Hauptbahnhof deckt sich überhaupt nicht mit den Erkenntnisse unserer Fanabteilung", teilt der Verein mit. Augenzeugen aus dem Schalker Anhang bestätigen diese Angaben. So sei von beiden Fangruppen keine körperliche Auseinandersetzung gesucht worden sein und auch die Polizei habe nicht aktiv in eine Trennung eingreifen müssen.

 

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