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Sonntag, 26 Juli 2015 17:15

HFC Falke geht mit Sieg in den Spielbetrieb

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Als Folge der langen Streitigkeiten beim HSV über die steigende Kommerzialisierung und der Ausgliederung der Profiabteilung gründeten Fans im Sommer den HFC Falke. Ein gutes Jahr nach der Gründung nun das erste Pflichtspiel: Im Oddset-Pokal trifft der HFC Falke auf den SV West-Eimsbüttel.

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Schauplatz ist die Kampfbahn Stellingen, gelegen in der Nähe von Hagenbecks Tierpark. Eigentlich spielt der SV West-Eimsbüttel seine Heimspiele hier, doch „Wespe“ ist heute Gast im eigenen Stadion. Der Platz von Union 03, auf dem der HFC Falke seine Heimspiele austragen wird, ist noch nicht spielbereit – Der Rasen muß noch anwachsen. Damit hat die Kampfbahn Stellingen keine Probleme. Die Tribünenstiegen geben langsam aber sicher den Kampf gegen die Natur auf. Sie sind komplett grasbewachsen, die Begrenzungssteine sind mit Flechten überzogen. Hohe Hecken grenzen den Platz zu den umliegenden Straßen ab. Dazu kommt heiter-bis-wolkiges Wetter – Perfektes Setting für das „historische erste Spiel“ eines „back to the roots“- Clubs.

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„Dankbar rückwärts – Mutig vorwärts“ ist das Motto des HFC Falke. „Dankbar rückwärts“ erkennt man sofort. Der Name ist eine Reminiszenz an einen der Wurzelclubs des HSV. Die blauschwarzen Trikots, in denen Falke heute antritt, sind ebenfalls an die Traditionen des Stellinger Nachbarn angelehnt. 750 Zuschauer verfolgen das Spiel. Wenn man bedenkt, daß hier eigentlich Kreisklasse 5 gegen Kreisliga 2 im regionalen Pokal antritt, samstags um 12.00 Uhr, ist das mehr als beachtlich. Die Mannschaften laufen zu Orffs „Fortuna Imperatrix Mundi“ ein. Schicksal, Herrscherin der Welt. Ich frage mich ja immer, ob das als Einlaufmusik beim Fußball doppelsinnig gemeint ist. Dazu präsentiert der HFC-Anhang eine Choreo (Fotos hier, ich stand noch am Kassentisch). Das Spiel ist offen und intensiv. „Wespe“ hat zu Beginn leichte Vorteile. Der HFC Falke hält aber dagegen. Der spielende Co-Trainer Christopher Dobirr nickt in der 20.Minute einen Eckball ein und erzielt damit den ersten Pflichtspieltreffer für den HFC Falke. In der Folge ist „Wespe“ weiterhin feldüberlegen. Der HFC Falke findet sich aber immer besser im „Pflichtspielbetrieb“ zurecht. Die Fans des HFC Falke lassen einige Chants hören. Die Fans von „Wespe“ stehen an der Gegengeraden. Bei „Steht auf, wenn Ihr Wespen seid“ erhebt sich die Ersatzbank.

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Wurst kostet 1 Euro, Wasser auch. Ein silberner Labrador spielt: „Hol‘s Bällchen“. Mutter erklärt Söhnchen, daß es Manuel Neuer, aber nicht den FC Bayern gut finden darf. Ein paar Kids bauen eine Sandburg in der Weitsprunggrube. Die typische familiäre Atmosphäre eines Amateurkicks, das sich mit dem  Interesse an den „historischen Zusammenhängen“ mischt. Gesichtet: Jede Menge Shirts, die mehr oder weniger offen die Sympathie zum HSV zum Ausdruck bringen, ein paar Paulianer, ein paar Bielefelder Arminen, ein Post-Schwerin-Hoodie, ein Altona 93-Jersey. Ein Fan von Beitar Nordia ist ebenfalls anwesend und wird vom Stadionsprecher begrüßt.

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In der zweiten Halbzeit lassen beim SV West-Eimsbüttel deutlich die Kräfte nach. Trotzdem kämpfen sie, doch zeigt sich immer mehr eine spielerische Überlegenheit des HFC Falke. Ein paar Mal kann „Wespe“-Torwart Stolle in höchster Not retten. In der 68. Minute sorgt Timo Braasch mit dem 2:0 für die Vorentscheidung. „Blauweiße Wespen, Ihr seid nur blauweiße Wespen“, verkünden die Falke-Fans. In der 88.Minute erzielt Christian Schürmann den dritten und letzten Treffer für den HFC Falke, der kurz darauf seinen ersten Pflichtspielsieg mit den Fans feiern kann.

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Viel ist diskutiert worden beim HSV, viel ist geredet worden über Ausgliederung, Einfluß von Sponsoren und die Reaktionen seitens der Fanbase. Das muß hier nicht wieder aufgerollt werden, es geht mich eh nichts an. Die Fans, die aus ihrer Sicht den HSV nicht mehr mitgestalten konnten oder wollten, haben mit dem HFC Falke ihr eigenes Ding geschaffen. Sie haben eine Menge Kreativität, Arbeit und Herzblut in den HFC Falke gesteckt. Viele „Mainstreamer“ kritisieren, daß ein sportlicher Erfolg auf dieser Grundlage nicht möglich wäre. Inwieweit es darauf ankommt oder ankommen muß, ist ein Thema für sich. Der HFC Falke will „back to the roots“. Genau dieses „back to the roots“-Amateurfußballfeeling hat er auf Anhieb erzeugt. Wenn das weiterhin so bleibt und falls der HFC Falke die Umstände seiner Entstehung hinter sich lassen kann, wird er eine interessante und sympathische Zukunft haben. Also: „Dankbar rückwärts - Mutig vorwärts“! Viel Glück dabei!

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