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Freitag, 18 April 2014 20:02

MSV Duisburg positioniert sich gegen Rechtsextremismus und kündigt Maßnahmenpaket an

geschrieben von  Elmar Vieregge

msv duisburgBeim „MSV Duisburg“ ereigneten sich in den letzten Jahren innerhalb seines Anhangs mehrere rechtsextremistische Vorfälle. Zu diesen gehört auch eine jüngst eskalierte Rechts-Links-Auseinandersetzung. Nun positioniert sich der Ruhrgebietsverein öffentlich gegen extremistische Aktivitäten und kündigt darüber hinaus weitere Maßnahmen an.

Der MSV ist in einer Stadt beheimatet, in der eigentlich günstige Bedingungen für die Agitation von Rechtsextremisten vorliegen. Sie bestehen aufgrund anhaltender Finanzprobleme, überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit, migrantischer Parallelgesellschaften und südosteuropäischer Armutszuwanderung. Dennoch ist in der Industriestadt und bei ihrem bekanntesten Sportklub keine bedeutende rechtsextremistische Szene aktiv. Im März veröffentlichte der Verein jedoch eine undatierte Erklärung, in der er sich „gegen Gewalt und extremistische Ausschreitungen“ aussprach. Als Grund für diesen Schritt erwähnte er neben einzelnen Fällen von Fußballgewalt, bei denen kein politischer Hintergrund ersichtlich ist, auch mehrere Taten mit mehr oder weniger deutlichen rechtsextremistischen Hintergründen. Danach wurde im Sommer 2012 während des Pokalspiels beim „Halleschen FC“ eine Fahne mit der Aufschrift „Good night left side“ gezeigt. Ein weiterer Vorfall ereignete sich 2013, als die Fankurve nach dem Spiel gegen „Jahn Regensburg“ ihre Mannschaft mit dem Ruf „Sieg“ feierte und zwei Personen daraufhin „Heil“ riefen. Zu einer kurveninternen Eskalation kam es schließlich am 19. Oktober 2013 nach dem Heimspiel gegen den „1. FC Saarbrücken“. Damals wurde die Duisburger Ultra-Gruppe „Kohorte“, die sich zuvor mit antifaschistischen Braunschweiger Fans solidarisiert hatte und im eigenen Stadion politisch aktiv war, von der Hooligan-Crew „Division Duisburg“ attackiert, die von regionalen Medien als rechtsextremistisch eingeschätzt wird.

Der Verein reagiert auf diese Vorfälle mit einem umfassenden Maßnahmenpaket, wobei er auf das in seinem Stadion bestehende Verbot „rassistischer, fremdenfeindlicher und rechtsradikaler“ Propaganda verweist und ein konsequentes Vorgehen gegen etwaige Agitatoren ankündigt. Dazu strebt er die Verbesserung des Kenntnisstandes mit der Hilfe des „Instituts für Präventionsforschung“ und des Beratungsangebots des nordrhein-westfälischen Familienministeriums an. Gleichzeitig kündigt er eine Fortsetzung der Kooperation mit der Polizei sowie eine themenbezogene Schulung der im heimischen Stadion eingesetzten Ordner an. Darüber hinaus beabsichtigt der Klub im Bereich des eigenen Anhangs die Gründung eines Fangremiums, gemeinsame Projekte mit dem Fanprojekt sowie Aktionen mit Fanclubs zu den Themen „Integration, Respekt und Toleranz“.

Mit der Erklärung zeigt der „MSV Duisburg“, dass er das in seinem Umfeld bestehende Problem erkannt hat. Seine Reaktion ist eine klare Positionierung sowie eine Kombination aus Erkenntnissuche, Repression und Fanarbeit. Diese Kombination verspricht erfolgreich zu sein, da sie sich nicht auf die Erhöhung des Kontrolldrucks durch Polizei und Ordner beschränkt, sondern auch auf die Zusammenarbeit mit den Fans sowie auf die Stärkung ihrer Strukturen setzt. Im Erfolgsfall könnte sie sich zu einem Vorbild für andere Vereine mit vergleichbaren Problemen entwickeln.

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