Di25Apr2017

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Newcastle 1 ÜberschriftAls vor mehr als 100 Jahren der Fußball seinen Kinderschuhen entwuchs und sich von Erdwällen umgebene Spielwiesen zu Stadien entwickelten, erfolgte dies in der Regel in der Nähe der sie bespielenden Vereine. Da sich diese in damals räumlich überschaubaren Kommunen befanden, wurden die Stadien integrale Bestandteile vieler europäischer Innenstädte. In den letzten beiden Jahrzehnten bewirkte jedoch der Boom des Profifußballs eine flächendeckende Modernisierung, die zum Abriss vieler alter Spielstätten und dem Neubau hochfunktionaler Arenen an den Rändern der mittlerweile in die Fläche gewachsenen Städte führte. Newcastle 2 GasseDadurch verbesserten viele Vereine zwar ihre wirtschaftlichen und infrastrukturellen Möglichkeiten, erfuhren aber eine Art architektonischer Entwurzelung. Umso erfreulicher ist es, dass einigen Klubs eine Gratwanderung gelungen ist, bei der eine erfolgreiche Modernisierung nicht den Verlust der Verbindung aus Stadt, Verein und Stadion mit sich brachte. Zu ihnen gehört „Newcastle United“ mit seinem „St. James’ Park“.

Newcastle 3 SpielfeldDeren Heimatstadt Newcastle-upon-Tyne wurde zur Sicherung Nordostenglands vor schottischen Einfällen am steilen Nordufer des Tyne gegründet. Heute ist sie trotz ihrer nur rund 278.000 Bürger zusammen mit dem am Südufer gelegenen Gateshead das den Landesteil prägende Zentrum. Dessen „Geordies“ genannte Einwohner pflegen eine besonders starke Regionalidentität, die sich nicht nur in einem schwer verständlichen Dialekt, sondern auch in einer tiefen Verbundenheit mit ihrem Verein ausdrückt. Das einst durch den Kohleabbau wohlhabend gewordene Newcastle erhielt während der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts eine von viktorianischen Gebäuden bestimmte Innenstadt. Da sie im Zweiten Weltkrieg weitgehend von deutschen Luftangriffen verschont geblieben war, hat sie heute kein von der funktionalen Architektur der Nachkriegszeit geformtes Stadtbild. Nach dem industriellen Niedergang der 1970er und 1980er Jahre erneuerte sich die Metropole als Handels- und Kulturstadt und präsentiert sich heute mit einer attraktiven Kombination aus restaurierten Straßenzügen sowie einigen eindrucksvollen Gebäuden der neueren Architektur, etwa der kippbaren Millennium-Brücke oder der futuristischen Veranstaltungshalle in Gateshead. Newcastle 4 GästeblickDer dadurch entstandene Kontrast ist ein positiver Kontrast, da die unterschiedlichen Gebäude nicht gegeneinander stehen, sondern miteinander harmonieren. Die Verbindung zweier verschiedener Bereiche zeigt sich auch im Alltag, denn obwohl die Stadt mittlerweile eine lebendige Hochschul- und Kunstszene hat, verfügt sie weiterhin über ein Klima, das aufgrund des rauen Charmes ihrer Einwohner an das gesellschaftliche Leben des Ruhrgebiets erinnert. Dies äußert sich unter anderem darin, dass Newcastle eine in Teilen sehr trinkfreudige Einwohnerschaft aufweist und das Ausgehzentrum des englischen Nordostens ist.

Der „Newcastle United Football Club“ (NUFC) entstand 1892 als Zusammenschluss zweier lokaler Vereine und errang in den 1990er Jahren durch eine offensive Spielanlage internationale Bekanntheit. Dazu trugen Persönlichkeiten wie der Stürmer Alan Shearer, der Trainer Kevin Keegan oder dessen Nachfolger Bobby Robson bei, der die Mannschaft während des sich um die Jahrtausendwende beschleunigenden Veränderungsprozesses des englischen Fußballs führte. Teil dieser Entwicklung war die Ungestaltung des nur fünf Gehminuten vom zentralen Platz Newcastles auf einer Erhebung gelegenen „St. James’ Park“. Newcastle 5 DachDabei entschied sich der Verein gegen einen Umzug in Grüne und betrieb den Ausbau der bereits seit 1892 bestehenden Spielstätte. Entstanden ist ein zeitgemäßes, etwa 52.000 Plätze umfassendes Stadion, das dem Verein unter anderem mit mehreren Veranstaltungsräumen und einem großzügigen Fanshop vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bietet. Gleichzeitig sorgte die Nähe zu den benachbarten Gebäuden dafür, dass kein reißbrettartiger Nutzbau, sondern ein unsymmetrisches Stadion mit charakteristischen Eigenarten errichtet wurde. Der Grund dafür lag darin, dass sich die alte Gegengerade an einer schmalen Gasse befand, hinter der sich mehrere Zeilen denkmalgeschützter Häuser aufreihten. Das Stadion konnte deshalb nicht in die Breite wachsen, sodass die Tribünen in die Höhe getrieben wurden. Da dies mit Ausnahme der Gegengerade geschehen musste, präsentiert sich den Zuschauern heute ein ungewöhnlich steiles Stadion. In ihm können die sich hinter den Toren und auf der Haupttribüne befindenden Zuschauer über die Gegengerade hinweg einen Blick auf die tiefer gelegene Stadt werfen, während eine freitragende und durchsichtige Dachkonstruktion das Gefühl eines zum Himmel strebenden Gebäudes verstärkt. Dessen Lage am traditionellen Ort führt zu weiteren Kontrasten. So grenzt das Stadion einerseits an die historischen Häuserreihen, während sich hinter der Haupttribüne moderne Bürogebäude befinden. Ebenso unterschiedlich ist das gastronomische Angebot, denn während sich die Südtribüne zur Straße hin mit einer durchkonzipierten Sports-Bar präsentiert, findet sich an der schräg gegenübergelegenen Straßenecke mit dem „Strawberry“ ein klassischer Pub als eingesessene Fankneipe.

Newcastle SpuckverbotSomit ist der „St. James’ Park“ ein Kontrast aus Alt und Neu. Er ergibt sich aus dem Wechselspiel zwischen der erdigen Gegengeraden und der lichten Dachkonstruktion, der historischen Gasse und den verglasten Büros sowie dem „Strawberry“-Pub und der Sports-Bar. Dadurch spiegelt das Stadion den für die gesamte Stadt bestehenden Kontrast wieder. Und auch in seinem Fall ist es ein positiver Kontrast, in dem Tradition und Moderne eine stimmige, sich gegenseitig bereichernde Einheit bilden. In Kombination mit seiner erhöhten Lage in der Innenstadt ist der „St. James’ Park“ mehr als eine Spielstätte. Er ist ein zentraler Ort, an dem die Entwicklung und der Charakter der Stadt Newcastle deutlich werden  … und an dem natürlich auch Fußball gespielt wird.

Blackpool 1 StadtEine große Anzahl von Fußballinteressierten neigt dazu, den Nordwesten Englands unbeachtet zu lassen und auch die Medien beschäftigen sich hauptsächlich mit den millionenschweren Clubs der Premier League. Es scheint zuweilen, als läge nördlich der Linie Liverpool-Manchester lediglich eine Art Niemandsland. Dabei gibt es zwischen den beiden Metropolen und dem rund 60 Kilometer nördlich der Mersey-Stadt gelegenen Blackpool mit Preston, Wigan, Bolton und Blackburn mehrere kleinere Städte, deren Vereine teilweise bedeutende Beiträge zur Entstehung des „Schönen Spiels“ lieferten. Da diese Orte zudem Einblicke in ein England abseits von Finanzindustrie, Shoppingzentren und global vermarkteten Fußballevents gewähren, bietet sich ein Besuch des Seebades und seines Blackpool Football Clubs an.

Blackpool 2 VereinswappenDie an der Irischen See gelegene, 140.000 Einwohner beheimatende Stadt ist ein Klassiker des britischen Küstentourismus. Sie hat jedoch die Besonderheit, dass sie seit der Industriellen Revolution auch finanziell schlechter gestellten Bürgern Freizeitmöglichkeiten offeriert. Mit drei Seebrücken, einer Strandpromenade, einer 158 Meter hohen Kopie des Eiffelturms, dem Vergnügungspark Peasure Beach sowie einer Vielzahl an Spielhallen, Clubs und Pubs zieht sie heute einerseits britische Familienurlauber und andererseits Teilnehmer von Jungensellenabschieden sowie sonstige Trinksportler an. Die zuletzt genannten Personengruppen sorgen dann auch an den Wochenenden regelmäßig für eine aufgeheizte Stimmung auf den Straßen und machen den Ort zu einer Art El Arenal in England (jedoch mit Teestunde und Bingo).

Blackpool 3 StadionDer 1887 gegründete Blackpool Football Club gehört zu den klassischen englischen Zweitligisten und ist ein typischer Regionalverein. Die als „Seasiders“ sowie aufgrund der orangen Vereinsfarbe auch als „Tangerines“ (Mandarinen) bekannten Spieler werden hauptsächlich von einem aus der Umgebung stammenden Publikum getragen. Der Pokalsieger des Jahres 1953 spielt in einer modernen Spielstätte, die mit den deutschen Hellmich-Stadien verglichen werden kann. Das innerstädtische Stadion an der Bloomfield Road befindet sich nur rund fünf Gehminuten vom Strand entfernt.

Am 10. August bot sich mit der Partie gegen den FC Barnsley die Gelegenheit, sich mit den Gegebenheiten der englischen Zweiten Liga, der Championship, vertraut zu machen. Deren Umfeld ist im Blackpool 4 SpielVergleich zur Situation in Deutschland stärker reguliert und dadurch - je nach Ansicht - deutlich ruhiger bzw. ereignisloser. So besteht nicht nur im Stadion sondern auch davor ein striktes Rauchverbot und der Bierkonsum ist auf die Bereiche rund um die innerhalb der Tribünen befindlichen Verkaufsstellen begrenzt. Dies, die Übersicht des All-Seaters sowie die Abwesenheit einer Ultra-Szene vereinfachten die Arbeit der Ordner, machten jedoch das Umfeld der von 14.000 Personen besuchten Partie zu einer ereignisarmen Zone. Zwar wandelten die rund 500 Gäste sowie der Kern der Heimfans ihre Sitz- in Stehplätze um und unterstützten ihre Teams durch anhaltende Gesänge, doch blieben sie, von einzelnen Zaunfahnen abgesehen, optisch unauffällig. Blockfahnen, Doppelhalter oder sonstiges Supportmaterial kamen nicht zum Einsatz.

Das Spiel gegen Barnsley entwickelte sich routiniert, aber ereignisarm, womit das Geschehen auf dem Rasen dem auf den Rängen entsprach. Lokalkolorit ergab sich lediglich durch eine im Verlauf der Begegnung zunehmende Anzahl von Möwen, die ihre Kreise über dem Spielfeld zogen. Zu Höhepunkten kam es erst gegen Ende der Partie. Auf den Rängen unterbrach ein Gästefan in der 89. Minute die schiedliche Samstagnachmittagsstimmung, indem er beim Stand von 0:0 seine Vorfreude auf einen erwarteten Auswärtspunkt mit einem Rauchtopf ausdrückte. Blackpool 5 SpielendeAufgrund der beschriebenen Bedingungen und unter den elektronischen Augen zahlreicher Kameras (in einem generell an Überwachungskameras überreichen Land) entwickelte sich dies jedoch zu einem empfindlichen Rückschlag, denn das Ordnungspersonal benötigte weniger als eine Minute, um den Zündler zu identifizieren und aus dem Gästebereich zu ziehen. Auf dem Weg aus dem Block wurde er zudem Zeuge, wie der Blackpool Football Club in der 90. Minute den 1:0-Siegtreffer erzielte.Blackpool 6 Schlussbild

Nach dem Abpfiff bot sich dem Beobachter ein ebenso routiniertes Szenario wie während der beiden vorherigen Stunden. Die Mannschaft beschränkte sich auf einen kurzen Gruß an die Heimkurve, das Publikum packte seine Sachen und in weniger als fünf Minuten war das Stadion so gut wie menschenleer. Die Möwen hingegen stürzten sich auf die in den geleerten Sitzreihen zurückgelassenen Essenreste.

Sonntag, 22 September 2013 19:03

Powerfans und Pilsner in Prag

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Was macht man als erstes, wenn man nach Prag kommt? Geee...okay, was macht man als erstes NACHDEM man das erste echte Pilsner Urquell getrunken hat? Geeenau: man geht ins Stadion!

Dienstag, 10 September 2013 14:33

Leibchen-Action im Sportpark Höhenberg

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nadine köln1Vom Schulsport bis zum Training im Verein, bei allen Mannschaftssportarten hatte man schon immer einen gemeinsamen Feind, gegen den sich jeder sträubte, von dem man aber doch immer wieder eingeholt und besiegt wurde: das Leibchen.Leibchen nerven, sitzen nicht richtig, sind sowieso zu groß naja und wenn man ehrlich ist müffeln sich auch meistens. Leibchen scheinen auch immer etwas persönlich gegen einen selbst zu haben, egal ob in schickem Rot, Aufsehen erregendem Leuchtgelb oder gar trendigem Grün. Ein bisschen wie Ampeln.

Mittwoch, 04 September 2013 16:23

BSC Young Boys - Grasshopper Club Zürich 1:2

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bern1Praktischer weise waren in der Schweiz die Spieltage bis zur kommende Länderspielpause bereits Ende Juni fest terminiert, so konnte man sich gemütlich ein Spiel für einen Tagesausflug zum Hoppen aussuchen. Meine Wahl fiel auf die Partie BSC Young Boys gegen den Grasshopper Club Zürich, welches am Sonntag dem 25. August 2013 stattfand. Ein echter Klassiker, YB immerhin 11 mal Meister und einer der Traditionsvereine in der Schweiz überhaupt gegen den Schweizer Rekordmeister (27 Titel, zuletzt 2003) aus der teuersten Stadt der Welt, da braucht man nicht zweimal überlegen. Gespielt wurde natürlich im Stade de Suisse Wankdorf, an dessen Stelle bis 2001 das legendäre Wankdorfstadion stand, in dem Deutschland 1954 Weltmeister wurde.

Die Reise begann am Münchner Hbf. um 06:29 in der Früh und nach umsteigen in Ulm, Schaffhausen und Zürich kam ich schließlich gegen 12 in der Schweizer Bundesstadt an. Von Bahnhof schlenderte ich noch kurz in die Altstadt und hielt ein Expresssightseeing ab. Zumindest die Zytglogge, das Bundeshaus und ein paar der Figurenbrunnen sollte man doch mal gesehen haben. Nach dem der Part erledigt war, fuhr ich zurück zum Berner Hauptbahnhof von wo die S-Bahn nur wenige Minuten zur Station Wankdorf braucht. Der Fußweg beträgt dann nur noch knappe fünf Minute und schon steht man vor dem zweitgrößten Stadion der Confoederatio Helvetica. Knapp 32.000 Zuschauer fast das Stadion, welches scheinbar noch das größte Einkaufszentrum der Schweiz beinhaltet, so zumindest Wikipedia. 
Von außen war davon nicht viel zu sehen und ganz ehrlich, erkunden wollte ich die Shoppingmall im Stadion mit Sicherheit nicht, da stattete ich lieber der Longines-Stadion-Uhr einen Besuch ab.

bern3bern2

 Die alte Turmuhr mit der Anzeigetafel war das Wahrzeichen des alten Wankdorf Stadions und steht seit dem Neubau als Denkmal neben dem Stade de Suisse. Bis 2008 zeigte die Uhr das Endergebnis des WM-Finales von 1954, was auf verständlichen Wunsch der YB-Anhänger geändert wurde. Nun ziert das Ergebnis des letzten Spiels im alten Stadion (1:1 gegen Lugano) die Anzeigetafel. Auf der Rückseite des Denkmals wurde dafür eine Bild der Anzeigetafel des WM-Finales 54 angebracht und erinnert daran, dass Bern als Ausrichter des wichtigsten Fußballspieles der Welt auf einer Stufe mit Städten wie München, Yokohama, London und Los Angeles steht.

bern6Eine gute halbe Stunde vor Spielbeginn betrat ich schließlich das Stadion am Eingang zur Gegengerade für welche ich mir Wochen zuvor ein Ticket für schlappe 45 CHF bestellt hatte. Hier wurde man nur sporadisch kontrolliert, allerdings einen Blick in mein Säckli wollte der Ordner leider doch werfen und so musste ich mein 19 Cent Wasser draußen lassen. Ärgerlich wenn man an die Getränkepreise in Stadien denkt. Im Stadion fielen sofort die zahlreichen Verpflegungsständen auf, die wirklich alles boten. Pizza, Pasta, Burger, Chicken, die traditionelle Wurst und noch mehr konnte man dort erwerben. Als ich wenig später die Ränge betrat, war ich vom Stadion durchaus begeistert. Es besteht durchgehend aus zwei Rängen und ist mit schwarzgrauen Sitzen ausgestatten, dies gibt einen herrlichen Kontrast zu den meist gelb gekleideten Anhängern. Was einem im Vergleich zu modernen Arenen mit ähnlichem Fassungsvermögen in Deutschland angenehm auffällt, ist der Fakt das nicht die gesamte Haupttribüne mit Businesssitzen zugepflastert ist. Über 25.000 Zuschauer waren ins Stadion geströmt, denn es war nicht nur von den Vereinen ein echtes Spitzenspiel sondern auch sportlich. YB entschied bis dahin alle fünf Spiele für sich und führte souverän die Tabelle an und der GC Zürich lag auf Rang drei auf Lauerposition.


bern4Kurz vor 13:45 Uhr war es soweit, die Mannschaften betraten das Feld. Die Ostkurve Bern präsentierte zum Intro dichtes Meer in Gelb und Schwarz, bestehend aus einer Schalparade und zahlreichen Fahnen. Der Anhang der Gäste welcher sich mit ein paar Hundert Schlachtenbummlern im Oberrang des Gästesektors versammelte eröffnete die Partie mit ein paar Doppelhaltern, Schwenkfahnen, etwas weißem Rauch und einem Regen aus Konfetti und Luftschlangen in den Vereinsfarben, ein klasse Bild kann man nur sagen. Auf dem Rasen waren zu Beginn ganz klar die Gastgeber am Drücker, bereits in der ersten Minute trafen Sie den Innenpfosten und auch im Anschluss waren die Hoppers den Young Boys klar unterlegen, wie der GCZ auf seiner Homepage einräumt. Aber beim Fußball kommt es nun mal nicht darauf an wer am häufigsten am Tor vorbei schießt sondern wer den Ball zwischen den Pfosten versenkt und dieser Punkt ging an die Grasshoppers.bern5 Es ist die 29. Minute, der Züricher Vilotic köpft den Ball nach einem Freistoß zunächst an den Pfosten, setzte nach und brachte den Ball zur überraschenden Gästeführung im Tor unter. Knappe vier Minuten später stand SR Studer im Mittelpunkt, als er dem BSC YB einen Penalty zusprach den keiner so wirklich nachvollziehen konnte. Aber den Bernern war das egal, Morenzo Costanzo verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:1. So blieb es bis zur Pause und ich gönnte mir in der Halbzeit eine Apfelschorle und eine Original YB-Wurst für zusammen 11,50 ChF zur Stärkung. In der zweiten Halbzeit war das Spiel ausgeglichener, beide Teams hatte nun die ein oder andere gute Möglichkeit einen Treffer zu erzielen. Es dauerte schließlich bis zur 85. Minute bis das Spiel schließlich entschieden wurde und das zu Gunsten der Gäste. Nach einer Ecke für den GC Zürich wird Caio im Strafraum überhaupt nicht bedrängt und kann den Ball in Seelenruhe annehmen und den Ball  unter die Latte hämmern. Goooal für den GC Zürich! Der Gästeblock war jetzt vollends in Ektase, während sich Entsetzen auf der heimischen Seite breit machte. Aber weder die Mannschaft noch Fans von YB gaben auf, jedoch reichte es am Ende nicht mehr zum Ausgleich. Mit diesem Auswärtssieg rückten die Züricher auf Platz zwei der Tabelle vor, Bern hat immer noch drei Punkte Vorsprung.


bern7Supporttechnisch wussten beide Fanlager zu überzeugen. Ich muss aber gestehen, dass ich so nah am Gästeblock gesessen bin, dass ich die Gesänge der Ostkurve nur schwer verstehen konnte. Ich konnte nur hören und sehen, dass Sie Ihr Team permanent nach vorne Peitschen. Die Anhänger der Grasshopper gefielen mir vom Auftreten sehr gut, es war eine super Symbiose aus Ultra-Melodien und klassischem Support über die gesamt Spieldauer. Am Ende hatten Sie sogar etwas die Stimmenhoheit im Stadion, was aber aufgrund des späten Siegtrefferst nicht sonderlich verwunderlich ist. Insgesamt war es ein toller Ausflug, eine schöne Stadt, ein tolles Stadion, zwei Traditionsverne mit super Fanlagern und ein gute Fußballspiel. Fußballherz was willst du mehr! Einzig bedrückend war der mobile Trennzaun, welcher vom Gästeblock bis zum Bahnhof führte. Dieser wirkte mit seinen Posten irgendwie wie ein Lager oder ein Grenzzaun zum Ostblock früher. Auch in der Schweiz wird zurzeit leider viel über Repressionsmaßnahmen diskutiert, man kann nur hoffen dass sich weder die Szenen noch die Fans im Allgemeinen davon unterkriegen lassen. Ich bin großer Fan des Fußballs in der Eidgenossenschaft und hoffe dass es keinen Grund geben wird dies zu ändern.

 

Montag, 05 August 2013 23:51

SC Rheindorf Altach - SV Kapfenberg

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Altach1Anstatt meinen Löwen zum Pokalspiel nach Heidenheim zu folgen, entschied ich mich an diesem sonnigen Freitag für einen Ausflug ins schöne Vorarlberg, dem westlichsten sowie kleinstem Flächenbundesland Österreichs. Ziel war die 6.400 Einwohner Gemeinde Altach im Bezirk Feldkirch, wo in der „Heute für Morgen Ersten Liga“ (2. Liga Österreich) der SC Rheindorf Altach auf den steirischen Verein SV Kapfenberg traf. Von München aus ist das „Ländle“ so wie Vorarlberg von den einheimischen genannt wird, super mit dem Zug zu erreichen. Los ging um 13:19 mit dem ALEX welcher auf einer zweiweise von malerischen Landschaften geprägten Strecke direkt bis nach Lindau rauscht. Seine Fahrkarte für die Österreichische Teilstrecke sollte man sich in dem Fall erst am Lindauer Hbf. am ÖBB-Automaten besorgen, denn der SCR Altach bietet in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Vorarlberg einen tollen Service an welchen ich bisher noch nirgends erlebt habe. Grundsätzlich gilt die Eintrittskarte für ein Heimspiel der Altacher auch für den öffentlichen Nahverkehr. Das ist eigentlich nichts besonderes, dass gibt es in Deutschland fast überall. Aber woanders muss man sich sein Billet immer im Vorverkauf besorgen um den integrierten Fahrschein zum Stadion nutzen zu können. Das kann man sich hier sparen. Am Automaten kann man ein Kombiticket SCR-Altach lösen. Es kostet 11 €, so viel wie ein Stehplatzticket. Damit hat man seine Eintrittskarte schon bezahlt, nun muss man am Stadion an der Pressekasse nur noch diesen Sonderfahrschein vorzeigen und kriegt eine Freikarte ausgehändigt und hat sich so fünf Euro für die Hinfahrt gespart.


Altach5Der Gastgeber SC Rheindorf Altach, eigentlich aufgrund der in Österreich leider weit verbreiteten Sponsornamen zurzeit offiziell Cashpoint SC Rheindorf Altach, hat seine Wurzeln im Jahre 1929 und konnte seinen größten Erfolg im Jahre 2006 verbuchen, als man zum ersten und bisher einzigen mal in die 1. Bundesliga aufstieg. Das Gastspiel im Oberhaus dauerte allerdings nur drei Spielzeiten und so kämpft man seit 2009 Jahr für Jahr um die Rückkehr ins Oberhaus, so auch diese Saison.


Altach2Seine Heimspiele trägt Altach im Stadion Schnabelholz aus, welches seit 2007 Cahspoint-Arena heißt. Es bietet fast 9000 Zuschauern Platz darunter knapp 3000 Sitzplätze. Die südliche Hintertorgerade ist eine Stahlrohtribüne bestehen aus gut 12 Stufen. Diese Tribüne ist eine reine Stehplatztribüne. Auf dieser Tribüne hat auch die heimische Fanszene Ihren Stammplatz. Auch die nördliche Hintertorgerade ist eine Stahlrohtribüne. Dieser Stehplatzbereich wird jedoch meist nur bei größerem Andrang geöffnet. Die Osttribüne ist eine reine Sitzplatztribüne welche über die komplette Spielfeldlänge geht. Der vollständig überdachte Bau ist aus Beton und fünf, teilweise sechs Sitzreihen hoch. Hinter dieser Tribüne befinden sich noch eine kleines Vereinsheim sowie die Umkleidekabinen, ein Biergarten, Platz für eine kleine Bühne für etwas Livemusik nach dem Spiel sowie diverse Verpflegungsstände. Die Westtribüne ist die jüngste Tribüne des Stadions. Sie wurde erst 2008 errichtet und bietet ca. 1800 Personen Platz. Auch diese Betontribüne ist komplett überdacht geht allerdings auf nördlicher Seite nicht über die gesamte Spielfeldlänge, da sich neben dieser Tribüne noch der Gästesektor befindet. Der Gästesektor welcher knapp 16 Meter breit ist, ist wiederum eine Stahlrohrkonstruktion und besitzt kein Dach. Im Stadion selbst stehen zudem noch neben vielen Sektoren Bierbänke. So wird eine urgemütliche Atmosphäre geschaffen, so wie ich Sie insbesondere in Vorarlberg beim Fußball immer wieder erlebe. So kommt man mit Sicherheit mit ein paar einheimischen ins Gespräch und erfährt die ein oder andere interessante Anekdote über das Leben und den Fußball dort.


Altach33093 Zuschauer kamen an diesem Freitagabend ins Schnabelholz. Bisher war die Ausbeute mit zwei Siegen aus zwei Spielen für die Vorarlberger optimal, so soll es aus Sicht der Hausherren natürlich weitergehen. Zunächst waren jedoch die Falken am Zug und hatten nach gut zwei Minuten eine riesen Gelegenheit zur Führung. Nun wurden die Gastgeber wach und in der neunten Spielminute staubte Hannes Aigner einen Abwehrversuch des Kapfenberger Goalis ab und es stand 1:0 für den SCR. Im Anschluss war die Partie allerdings alles andere als hochklassig. Beide Mannschaften erarbeiteten sich nur wenige Möglichkeiten. Kurz vor der Pause hatten die Gastgeber nochmal eine gute Chance auf das 2:0, bei den Gästen dauerte es sogar bis zur 61. Minute zur nächsten Großchance. Der größten Aufreger des Spiels ereignete sich schließlich in der 75. Spielminute, als der Kapfenberger Spirk mit gestrecktem Fuß Hannes Aigner ins Standbein sprang. FIFA-SR Oliver Drachta entschied völlig zu recht ohne zu zögern auf Ausschluss. Wer jetzt auf weiter Tore hoffte wurde enttäuscht, gute Tormöglichkeiten blieben weiterhin Mangelware und so endete das eher mäßige Spiel mit 1:0 für die Hausherren. Diese haben damit weiterhin eine Punktausbeute von 100 % und steht damit hinter der Rinderwahnfiliale FC Liefering und hinter St. Pölten auf Rang drei der Tabelle. Nach dem Spiel verweilten viele Zuschauer noch lange im Stadion und ließen den Abend bei gemütlicher Livemusik im Biergarten ausklingen. Schee gmiatlich hoid! Ich persönlich würde mich sehr über einen Aufstieg eines Vorarlberger Clubs am Ende der Saison freuen, dass Ländle hat meiner Meinung nach einen Bundesligisten verdient. Daher viel Erfolg im weiteren Saisonverlauf.

Altach4So zum Schluß möchte ich noch ein bisschen auf die aktiven Fans und den Support eingehen. Ich muss ehrlich sagen ich hab mir von Altach ein bisschen mehr erwartet. Der aktive Kern der sich in der Mitte der Südtribüne hinter der Zaunfahne „Altacher Jungs“ versammelte (Die „Altacher Jungs“ sind eine Dachorganisation aus verschiedenen Altacher Fanclubs und nicht organisierten Fans) bestand bestenfalls aus 15-20 relativ jungen Supportern. Viel mehr Zuschauer haben sich im Stadion nicht wirklich am Support beteiligt. Auch optische Stilmittel habe ich etwas vermisst. Dieses Momentaufnahme von letztem Freitag ist zwar etwas ernüchtern, aber wie halt bereits gesagt nur eine Momentaufnahme. Es war extrem heiß, es sind Ferien und die Leute relativ jung, vielleicht sieht das sonst ganz anders aus. Fans aus Kapfenberg konnte ich im Stadion keine vernehmen, der Gästesektor war leer. Mit Sicherheit waren ein paar vereinzelte Steirer auf den Tribünen, aber nichts organisiertes, was man ohne Tor bemerken würde. Auch wenn es fantechnisch eher etwas mau war, bekommt der Ausflug nach Vorarlberg drei von fünf Sternen. Das was ich mir von einem Besuch im Ländle erwartet habe, Gemütlichkeit und einen gesunden Menschenschlag habe ich wie immer Vorgefunden.


Für mich hieß es nach dem Spiel mit dem Überlandbus und der S-Bahn zurück nach Lindau, wo um kurz nach 10 der letzte Zug nach München abfuhr. Gegen 1 Uhr Nachts war ich wieder in der geliebten Heimat, wo ich mich noch ein paar Stunden auf Ohr hauen konnte bevor ich mich in der Früh zum nächsten Spiel, diesmal in Bremen, aufmachte.

Alle Fotos von Phillip Rapp; Bild 1: Eintrittkarte mit dem Sponsorwappen des SCR Bild 2: Traditionelles Wappen des SCR Bild 3: Einlaufen mit Blick auf die Westribüne, Bild 4: Blick auf die Osttribüne Bild 5: Block von der Osttribüne auf Süd- und Westribüne

Donnerstag, 23 Mai 2013 22:05

Unterwegs in Bayern: Mering und Garching

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Der Wonnemonat Mai, vier Feiertage an denen man sich ein wenig dem Amateurfußball widmen kann.

Mittwoch 01. Mai 2013, Landesliga Süd-West SV Mering – TSG Thannhausen 2:0

mergar1Vor die Tore Augsburgs führte mich meine Spielwahl am „Tag der Arbeit“, genauer nach Mering wo der heimische Sportverein im Stadion Tratteilstraße auf die abstiegsgefährdete TSG aus Thannhausen traf. Der SV Mering stieg zuletzt zweimal hintereinander auf, 2011 holte der 1925 gegründete Verein die Meisterschaft in seiner Bezirksliga und letzte Saison wurde man in der letztmals ausgetragenen Bezirksoberliga sensationell Vizemeister und qualifizierte sich somit für die Landesliga. Das Saisonziel Klassenerhalt meisterte man souverän und hat sich im sicheren Mittelfeld festgesetzt. Bei den Gästen aus der Region Donau/Iller verliefen die letzten Jahre nicht ganz so erfolgreich. Nach dem man vor ein paar Jahren noch große Erfolgen feiern konnte in dem man 2006 den bayerischen Pokal gewann (was Ihnen ein DFB-Pokalheimspiel gegen den BVB einbrachte) und 2007 in die Bayernliga aufstieg ging es relativ schnell wieder bergab. 2010 musste die ausgegliederte Fußball GmbH Insolvenz anmelden und man stieg als vorletzter in die Landesliga ab. Auch dort spielte man gleich wieder gegen den Abstieg und letzte Saison wurde man mit gerade mal 16 Punkten Stockletzter. Nur der Spielklassenreform und der Aufstockung von drei auf fünf Landesliga in Bayern war es zu verdanken, dass man trotzdem nochmal in der Landesliga ran durfte. Allerdings kämpft die TSG auch diese Saison wieder um den Klassenerhalt.

mergar2Viele Zuschauer waren es nicht die diesen sonnigen Tag zum Fußballschauen nutzen wollten. Gerade mal 180 Personen verirrten sich ins Stadion Tratteilstraße welches 1976 durch ein Spiel des SV Mering gegen die Münchner Löwen eröffnet wurde. Das Spielfeld ist von einer Laufbahn umgeben, anschließend kommt die Bandenbegrenzung. Auf der Westgerade bzw. Hauptgerade befindet sich eine kleine überdachte Betontribüne die sehr nach einer 70er Bausünde aussieht. Der Betonklotz bietet gerade mal 120-150 Sitzplätze welche auf zwei Sitzreihen verteilt sind. Oberhalb der beiden Sitzreihen befindet sich noch ein großer Stehplatzbereich, allerdings dürfte die Sicht dort dank der wenig dezenten Säulen eher beschränkt sein. In der „Südkurve“ befindet sich eine kleiner Holzkiosk der sich „MSV-Hütt´n“ nennt. Hier kann man sich zu moderaten Preisen verpflegen oder sich mit Fanartikeln eindecken. Anzeigetafel gibt es keine Flutlicht nur auf den Nebenplätzen.
Fantechnisch ist nur eine rote Zaunfahne mit der Aufschrift „Mering“ erwähnenswert hinter der sich zu meiner Überraschung ein paar ortsansässige Löwenfans versammelten. Ansonsten typisches Landesligapublikum halt.

mergar3Der SV Mering wurde seiner Favoritenrolle sehr schnell gerecht und ging bereits nach drei Minuten in Führung wobei der Gästekeeper hierbei alles andere als souverän aussah. Mering war die klar besser Mannschaft und setzte sich zweitweisein der Hälfte der Gäste fest. Aber bis zur Pause wollte kein weiteres Tor fallen. Das rächte sich beinahe in der 35. Minute, als wie aus dem Nichts ein Gästestürmer vor dem Meringer Torhüter stand. Dieser reagierte allerdings super und so blieb es beim verdienten 1:0. Auch in der zweiten Hälfte brauchten die Hausherren nicht sonderlich lange bis der Ball im Kasten lag und wieder war der Thannhauser Torwart nicht unbeteiligt. Es war die 48. Minute, ein Meringer Stürmer dringt in den Strafraum ein und Torhüter Recaj weiß sich nur mit einem Foul zu helfen. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Meringer Fiorentino schließlich sicher und das Spiel war entschieden. Die Gäste waren meiner Meinung nach in der Folge komplett Ideenlos, konnten sich keine Chance mehr erspielen und der SV Mering tat nur noch das Nötigste und spielte das Ergebnis locker runter. Für die TSG Thannhausen schien diese bittere Niederlage jedoch einen Hallo-Wach-Effekt gehabt zu haben, denn die folgenden vier Spiele gewannen Sie alle. Somit stehen einen Spieltag vor Saisonende mit zwei Punkten Vorsprung zur Relegation auf einem Nichtabstiegsplatz, der direkte Abstieg ist bereits unmöglich. Mering hingegen steht auf einem hervorragenden sechsten Platz, damit ist das Saisonziel mehr als erfüllt.

Donnerstag 09. Mai 2013, Landesliga Süd-Ost, VfR Garching – TSV Waldkirchen 4:0

mergar5Christi Himmelfahrt, Vatertag, freier Tag und danke des langen Winters auch Nachholspieltag. Diesmal war ich mal wieder in der Landesliga Süd-Ost unterwegs und besuchte einen der Aufstiegsaspiranten und zwar den VfR Garching. Gast dieser Begegnung war ein Team aus Niederbayern, der TSV Waldkirchen. Die Stadt Garching liegt wenige Kilometer nördlich der Allianz-Arena und ist überregional wohl vor allem durch diverse Einrichtungen der beiden Münchner Eliteuniversitäten sowie durch den Forschungsreaktor bekannt. Der Eiförmigen inzwischen abgeschaltete Forschungsreaktor I wurde sogar im Wappen der Stadt Garching verewigt. Seine Heimspiele trägt der VfR Garching im „Stadion am See“ aus welches sich etwas nördlich des Stadtteil Hochbrück befindet und wie der Name vermuten lässt direkt neben dem Garchinger See liegt. Das Leichtathletikstadion bietet Platz für ca. 4000 Personen. Auf der Hauptseite befindet sich eine Tribüne, welche fünf Betonstufen hoch ist. Der Großteil dieser Tribüne ist überdacht und mit Sitzplätzen ausgestattet. Hier ist auch das Funktionsgebäude des Stadions, incl. Kiosk und Sprecherkabine untergebracht. Die nichtüberdachten Plätze der Tribüne sind reine Stehstufen. Der Rest des Stadion besteht aus einem Naturwall, welcher auf der Gegengerade mit Sitzbänken bestückt ist. Das Stadion ist mit einer digitalen Anzeigetafel und Flutlicht ausgestattet.

Sportlich kann der VfR Garching mit dem letztjährigen Aufstieg in die Landesliga auf den größten Erfolg der Fußballabteilung zurückblicken. Allerdings könnten die Münchner Vorstädter dies in der laufenden Saison noch toppen, denn man spielt wieder eine sensationell gute Saison und verbrachte einen Großteil der Spielzeit an der Tabellenspitze. In den Wochen vor dem Nachholspiel gegen Waldkirchen konnten die Garchingern jedoch nur einen Sieg aus vier Spielen verbuchen, somit lag man vor dieser Partie nur noch auf Rang zwei hinter dem SV Pullach. Die Gäste vom „Goldenen Steig“ haben eine ähnliche Vorgeschichte, auch Sie stiegen als Vizemeister Ihrer Bezirksoberliga in die Landesliga auf. Das Saisonziel Klassenerhalt haben die Niederbayern souverän gemeistert. Mit dem Abstieg hatten Sie kaum was zu tun und stehen sicher im Mittelfeld der Tabelle.

mergar4Vor gut 200 Zuschauern waren die Gastgeber von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft und nach 27. Minuten hieß es schließlich 1:0 für den VfR. Auch nach der Führung machten die Lokalmatadore weiterhin massiv Druck auf das 2:0. Nach den unnötigen Punktverlusten der letzten Wochen war ein zweites Tor für das heimische Seelenheil auch dringend von Nöten. Besonders in der zweiten Hälfte „nahm die Jagd nach dem zweiten Treffer beinahe tragische Formen an“ wie der Lokalreporter von Fußball vor Ort meinte. Dem kann ich mich nur anschließen. Während die Gäste keine wirklich gefährliche Chance auf Ihrer Seite verzeichnen konnten, hatte der VfR das Pech gepachtet. Mehrere Aluminiumtreffer oder sonstige vertändelte Großchancen lies die Angst, dass sich die schlechte Chancenauswertung rächen würde allgegenwärtig werden. Erst in der 68. Minute fiel er, der erlösende zweite Treffer. Und als Oliver Hauck zum 2:0 in die Maschen traf, stand an der Außenlinie bereits der Spieler bereit der in der nächsten Unterbrechung für Ihn ins Spiel kommen sollte. So sorgte er selber dafür, dass er unter „tobendem“ Applause verabschiedet worden ist. Das Match war jetzt gelaufen und nun fielen auch die Tore. Bälle oder besser die Gebrüder Ball sorgten für das dritte und vierte Tor für die Garchinger. Das 3:0 fiel in Minute 76. Minute durch Georg Ball und in der 88 verwandelte sein Bruder Christoph einen Freistoß sehenswert zum verdienten 4:0 Endstand. Diesen Sieg feierte die Mannschaft anschließend noch bundesligatauglich mit den heimischen Supportern, eine Gruppe von 10-15 Jugendlichen die über die gesamte Spieldauer Vollgas gaben. Das Gesangsrepertoire der Jungs war überraschend abwechslungsreich und orientierte sich an den Fangesängen aus dem gesamten Bundesgebiet und nicht nur an denen der beiden Münchner Großclubs. Auch der optische Support kam mit ein paar Schwenkern nicht zu kurz ;-). Auch die Gäste aus Waldkirchen hatten ein paar Anhänger dabei, allerdings lag der Altersdurchschnitt bei jenseits der 55, was aber einen Herren nicht davon abhielt regelmäßig seinen Waldkirchner Schlachtruf ins Rund zu werfen.

mergar6Mit diesem Sieg eroberten die Garchinger die Tabellenführung vorerst zurück und das bei noch drei ausstehenden Partien. Nach dem Spiel gegen Waldkirchen folgten zunächst zwei weiter Heimspiele. Das erste gewann Garching gegen Markt Schwaben mit Ach und Krach mit 2:1. Letzten Samstag war dann die SpVgg Plattling zu Gast am See. Der ehemalige Drittligist steht zurzeit auf einem Abstiegsplatz und hat noch Chancen zumindest die Relegation zur erreichen. Normal berichte ich ja nicht noch über ein Spiel das ich gar nicht besucht habe, aber diese Spiel hatte es einfach in sich und ein Besuch hätte sich im Nachhinein mehr als gelohnt. Zur Pause stand es noch 0:0, anschließend ging Plattling durch Tore in der 49 und 55 mit 0:2 in Führung. Dank zweier Tore der Gebrüder Ball in der 78 und 85 schaffte der VfR jedoch noch den Ausgleich. Allerdings spielten die Gäste clever und erzielten zwischen der 86 und 90 (+6) noch drei Tore. So gewannen die Plattlinger überraschend mit 2:5 beim Tabellenführer und bewahren sich Ihre Chance auf die Relegation. Garching verlor durch diese Pleite die Tabellenführung wieder an Pullach und steht damit mit einem Punkt Rückstand „nur“ auf dem Aufstiegsrelegationsplatz. Jetzt steht am kommenden Samstag der letzte Spieltag an und dieser hat es spannungstechnisch nochmal richtig in sich.

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