So künftig werde ich neben den Spielen und Ereignissen bei den Löwen auch noch häufiger über das Hoppen berichten. Zum Teil werde ich von meinen eigenen Touren schreiben und zum anderen auch von anderen (bekannten) Hoppern Berichte veröffentlichen. Den Anfang mache ich mit meinem Österreichausflug am ersten Adventwochenende. Österreich gehört nämlich zu meinen absoluten Lieblingsländern und das nicht nur Fußballtechnisch.
Graz die zweitgrößte Stadt Österreichs sollt das erste Ziel der Reise sein, ein Ziel welches ich mir bereits seit Jahren immer wieder vornahm aber immer kam was dazwischen. Von München aus war Graz binnen sechs Stunden bequem direkt zur erreichen, so kam ich gegen halb fünf in der steirischen Landeshauptstadt an. Zunächst checkte ich noch schnell in meinem Hotel unweit des Bahnhofes ein, bevor ich mit der BIM (Trambahn) in Richtung Stadion fuhr. Übrigens ist das benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel in Graz an Adventsamstagen umsonst, nur so am Rande, in Deutschland kenne ich das in keiner Großstadt. Und damit auch keiner auf die Idee kommt versehentlich zu Stempeln, sind alle Automaten überklebt worden.
Am Stadion angekommen besorgte ich mir erst mal eine Eintrittskarte. Ich nahm einen Sitzplatz in einer Ecke gegenüber der heimischen Nord. Das Ticket kostete 18 Euro, für einen Sitzplatz ok. Allerdings kosten Stehplätze ebenfalls 18 Euro während der teuerste Sitzplatz gerade mal 25 Euro kostet. Bei Topspielen müssen die Fans in der Kurve sogar 23 Euro für einen Steher berappen. Diese extreme Preispolitik gibt es bei einigen Bundesligisten in Österreich und sorgt für relativ viel Unmut und auch für Proteste. Für die Fans des SK
Sturm war das Spiel gegen die Niederösterreicher nicht irgendein Spiel. Es war das Abschiedsmatch für Sturmlegende Mario Haas. Mit acht Jahren kam der gebürtige Grazer 1982 zum SK Sturm und spielte seit dem fast ausschließlich bei den Schwarzen. Mit bis dahin 450 Bundesligaspieler ist er damit der Rekordspieler bei SKS. Da er unter dem aktuellen Trainer nicht mehr so wirklich zum Zug kam entschloss er sich an diesem Tag seinen Hut zu nehmen. Ein zugegeben etwas seltsamer Zeitpunkt so mitten in der Saison, zwei Wochen vor der Winterpause. Aber egal, aufgrund dieses Abschieds drehte es sich bei den Fans logischerweise fast ausschließlich um Ihn. So gab es zum Intro eine Choreo, welche aus fünf Blockfahnen bestand. Die größte Fahne kam in die Mitte und zeigte das Porträt des Spielers, während auf jede andere Blockfahne jeweils einen Letter des Namens aufgezeichnet wurde.
12.268 Zuschauer kamen zu diesem Match in die UPC-Arena und der Support begrenzte sich in den ersten zwölf Minuten ausschließlich auf Mario Haas. Anschließend wurde auch das Team im Allgemeinen angefeuert, allerdings schwenkte man immer wieder auf Mario Haas um. Dadurch kam der normale Support natürlich etwas zu kurz, aber so eine Identifikationsfigur hat mit Sicherheit so viel Anerkennung verdient und da darf dass Supporten ruhig mal zu kurz kommen. Spannend war das Spiel ohne hin nicht, die Steirer waren von Anfang an überlegen und führten zur Pause mit 2:0. Zwar kamen die Gäste nochmal auf 2:1 ran (das war auch das einzige Mal das die gut 25 Fans im Gästesektor zu hören waren) aber das schockte niemanden. In der 62. Minute entschied Sturm die Partie mit dem 3:1 und jetzt forderten die Fans nur noch eins! „WIR WOLLN DEN MARIO SEHN“ oder „WIR WOLLN DEN BOMBER SEHN“ skandierten die Fans in Richtung Trainer, welcher den Mario in dieser Saison noch nie einsetzte. In der 77. Minute war es endlich soweit. Er wurde vom Aufwärmen zur Bank beordert und die Fans waren nur noch am jubeln. „MARIO HAAS MARIO HAAS MARIO HAAS“ schallte es von allen vier Tribünen als er das Spielfeld in Liebenau zum letzten mal als betrat. Die Mannschaft versuchte Ihm jetzt als krönenden Abschluss noch ein Tor zu ermöglichen und setzte Ihn entsprechend ein, aber leider spielten die Gäste nicht mit und so blieb es beim 3:1 für Sturm.
Nach dem Spiel wurde es schließlich richtig emotional. Zunächst noch eine Ehrenrunde durch das Stadion, bevor er sich von der Grazer Nordkurve verabschiedete. Diese wiederum verabschiedete sich mit einer hammergeilen Pyroshow von Ihrem „Bomber“. Auch Mario Haas hatte eine Fackel in der Hand während die Fans „Es gibt nur eine Legende“ sangen. In Deutschland hätte es für Verein und Spieler dafür wohl Geldstrafen und mehr gehagelt und die Fans wären mit Repressionen bedacht worden, in Österreich ist das halt anders, da wird sowas genehmigt. Warum es dort in einer proppenvollen kurve funktioniert und es das bei uns nicht soll ist mir einfach nur ein Rätsel.
Alles in allem hat sich der Besuch im ehemaligen „Arnold-Schwarzenegger-Stadion“ gelohnt. Das mit Wr. Neustadt ein eher wenig interessanter Gegner kam wurde durch den Abschied weg gemacht. Für jeden der zum Hoppen nach Österreich fährt, ist Graz auf jeden Fall ein Pflichtground. Natürlich sind die Duelle gegen die Wiener Vereine normal die Stimmungsvollsten, da es einen Lokalrivalen jetzt leider entgültig nicht mehr gibt zumindest nicht bis ein Nachfolgeverein für den GAK gegründet worden ist.. Für jeden der das Stadion mal besucht, kann ich als Snack nur das Bratenbrot um 2,50 € empfehlen. Lecker dünn geschnittener Schweinebraten mit ein bisschen Soße zwischen zwei leckeren Scheiben Schwarzbrot.