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Dienstag, 10 September 2013 14:33

Leibchen-Action im Sportpark Höhenberg

geschrieben von 

nadine köln1Vom Schulsport bis zum Training im Verein, bei allen Mannschaftssportarten hatte man schon immer einen gemeinsamen Feind, gegen den sich jeder sträubte, von dem man aber doch immer wieder eingeholt und besiegt wurde: das Leibchen.Leibchen nerven, sitzen nicht richtig, sind sowieso zu groß naja und wenn man ehrlich ist müffeln sich auch meistens. Leibchen scheinen auch immer etwas persönlich gegen einen selbst zu haben, egal ob in schickem Rot, Aufsehen erregendem Leuchtgelb oder gar trendigem Grün. Ein bisschen wie Ampeln.

Wenn man dann an einem herbstlichen Sonntag um 10 Uhr aus dem Bett geklingelt wird, ne Weile Zug fährt, durch den Wald stiefelt, sich auf einer niedlichen Stehtribüne ohne Dach wiederfindet und eine der Mannschaften auf dem Rasen läuft tatsächlich mit leuchtgelben Leibchen auf, dann weiß man wo man ist: Willkommen in der Regionalliga West! Viktoria Köln gegen Rot-Weiß Oberhausen.

Fürs echte Feeling, also um mit den Oberhausenern schon im Zug gen Köln zu fahren, fährt man auch gern dreimal über die Eisenbahnbrücke zwischen Mülheim und Duisburg. Dafür bekommt man auf der Fahrt dann aber schon einen Crashkurs in Rot-Weiß Fangesängen (sind ja sonst nicht so meine Farben...). Die Tour bis zum Stadion lohnte sich also schon einmal und brachte ein „Ach jaaa, sonntags“- Gefühl.


Wie ein typisches Waldstadion halt so ist, mit einer Natürtribüne, Stufen für die Auswärtsfans mit kleinem Klowagen und einer überdachten Tribüne für die Heimfans, fühlt man sich direkt wohl, wenn man auf einer der Seiten steht. Etwas, nein, stark skurril wirkt dagegen das zweistöckige VIP Zelt mit semischönem Belüftungsschlauch von der Baustelle nebenan. Ich hatte mich auf eine manuelle Anzeigetafel mit einem kleinen Tänzchen beim Aufhängen der Nummern gefreut, aber wurde leider enttäuscht. Ist vermutlich alles für die unterm Dach hängende Pressetribüne draufgegangen. Aber auch schick.


nadine köln2Viktoria Köln, 2004 neu hervorgegangen aus dem alten Traditionsverein Viktoria Köln, der aus vielen Stadtteilvereinen gebildet wurde, ist im Sportpark Höhenberg zuhause.Mit einer seit über 100 Jahren bestehenden Geschichte, einem süßen Stadion und einem eigenen „VIP-Zelt“ erwartet man auch irgendwie, dass die Fans der Viktoria ordentlich Stimmung auf der Tribüne machen. Ja, schade, war nix. Es gab zwar einen einzelnen Trommler und geschätzte 20 Fans, die sich bei einem Stand von 2:0 quasi herniederließen, zu singen, das war es dann aber auch mit der Stimmung. Der Rest kam von den Oberhausener Fans, die, für die momentan luxuriös besetzte und spannende Regionalliga West nicht selten, aber immer wieder schöne Choreo vor Anpfiff darboten.

Da auch das spätere Ergebnis von 3:0 nicht wirklich das von den Oberhausenern dominierte Spiel widerspiegelte, war die Enttäuschung also gleich doppelt so groß. Aber so ist das eben, wenn man zwar dominiert, vorm Tor aber nix hinkriegt. Wie sagt man so schön? Keine Arme – keine Kekse. Viktoria Köln hingegen, als Aufstiegskandidat gehandelt, zeigte zwar nicht sofort, was man erwartet hatte, konnte Chancen aber nutzen und drehte beim Stand von 2:0 richtig auf, sodass man doch noch einen kurzen Blick darauf bekam, was generell möglich ist bei der Mannschaft, die sicher auch von zuletzt getätigten Finanzspritzen profitierte.

Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass man als Oberhausen Fan nicht auf Siegesserien spielt, nicht auf Aufstieg und nicht auf drei Punkte bei einem Gegner wie Viktoria Köln. Nachdem man von Liga zwei an durchgereicht wurde und sich am Saisonende bzw. -anfang immer für Verantwortung übernehmen statt Insolvenz entschieden hatte und weiter abstieg, spielt man lediglich darum, am Ende nicht im Abstiegskampf zu sein. Und das feiert man! Das ist wenigstens noch echte Leidenschaft.
Passend dazu kam übrigens auch die Sonne noch überm Sportpark raus.


Liebe Oberhausener: danke für das verschönern eines verschlafenen, trüben, im Endeffekt aber sehr lustigen Sonntags in der vierten Liga.
Liebe Viktorianer: mehr Stimmung und weniger Bockwurst!

In diesem Sinne: Jogi-Wochenende gut überstanden!

Eure Nadine

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