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Donnerstag, 19 Mai 2016 15:01

Letztens in Meppen

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Regionalliga Nord, 33.Spieltag

Über Pfingsten soll das Wetter schlechter werden. Da gilt es, den letzten warmen Tag zu nutzen. Wenn man dann noch feststellt, daß Meppen nur eine Zugstunde weit weg ist und der dortige SV 1912 ein Heimspiel gegen Lübeck hat, ist die Freitagnachmittagsplanung relativ schnell abgeschlossen. Also: Eine Stunde Zug, Viertelstündchen laufen, und da ist sie, die Hänsch-Arena, bzw. da ist es, das Emslandstadion.

Sonntag, 30 August 2015 09:17

Benfica - Mit Händen, ohne Klatschpappen

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'SLB, SLB, SLBee, SLBeee'. Oder auch "Sport Lisboa e Benfica". Zu Deutsch: Benfica Lissabon. Am Samstag war ich dort nämlich als "Eventfan" unterwegs. Und da es das erste mal außerhalb Deutschlands für mich war habe ich alles genau unter die Lupe genommen.

Montag, 30 März 2015 18:57

Herne, Herne, Sonne Mond und Sterne

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Wann immer jemand vom „Erlebnis VIP-Loge“ erzählt... Wann immer jemand stolz seinen „Fanclub Nationalmannschaft“-Ausweis präsentiert...Wann immer jemand damit prahlt, Karten für ein stark nachgefragtes FußballEVENT ergattert zu haben...Wann immer jemand die aktuellen Sportblöd-Gerüchte zur Champions League in Endlosschleife referiert oder sonstwie in der Raucherpause fußballbezogen klugscheißt... ... Dann gibt es ein perfektes Gegengift: Den Kehlkopf auf Grölstimme umprogrammieren und „Häääanöö! Häääanöö!“ (transl. „Herne! Herne!“) röhren und man hat gleichermaßen seinen erzieherischen und kulturbotschaftenden Auftrag erfüllt. Falls dann wer fragt, nehme man ihn mit dorthin, wo das kehlige „Häääanöö! Häääanöö!“ zu Hause ist.

Donnerstag, 26 Februar 2015 09:38

VfB Oldenburg gegen VfB Lübeck

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Was gibt es schöneres als einen sonnigen Sonntag im Stadion zu verbringen?! Nichts! Anstoß im Marschwegstation (15.200) war um angenehme 15 Uhr vor knapp 1200 Zuschauern. Die Karte auf der Haupttribüne war mit 8 Euronen (ermäßigt) durchaus erschwinglich. So blieb noch etwas Kohle für das eine oder andere Bierchen zum Preis von 2,40€ (+10 Cent Pfand für den Plastikbecher :D) und ne „Riesen Krakauer“ für 3€ übrig. Ach ja, ne Stadionzeitung gab es am Eingang noch umsonst dazu was absolut top war!

OL-HL1

Das Mittelfeldduell der RL-Nord begann und ich ahnte schon nach einigen Minuten, was da für ein Kick auf uns zukommen sollte. Oldenburg war die bessere Mannschaft. In der ersten HZ gab es drei/vier mehr oder weniger gute Chancen die am Tor vorbei gingen oder direkt auf den Torwart kamen. Insgesamt standen beide Mannschaften kompakt und versuchten keine Fehler zu machen. Dabei hat es Lübeck in der ersten Hälfte nicht geschafft ihre Konter zu fahren. Naja, Halbzeit. Keine lange Schlange auf Klo, keine lange Schlange am Bierstand und wegen der Sicherheit gleich zwei mitgenommen!

OL-HL2

In der zweiten Halbzeit dann das gleiche Bild. Oldenburg die etwas bessere Mannschaft und von Lü-beck weiterhin fast nichts zu sehen. Und wie es dann halt im Fußball so ist, nutzten die Lübecker in der 75. Minute ihre Chance vor dem Tor eiskalt! Bei dem Ergebnis blieb es dann auch bis zum Ende. Zu dem Spiel kann man abschließend nur sagen, dass beide stets bemüht waren.

Etwas Interessantes an dem Spiel gab es dann doch noch. Die ca. 70 mitgereisten Lübecker gaben vor, nach und während des Spiels, den einen oder anderen stichelnden Sprechgesang in Richtung Oldenburg zum Besten. Dies sorgte bei dem einen oder anderen sportbegeisternden Menschen, die dort auch auf einem Sonntag rumlungerten, für ein Schmunzeln auf dem Gesicht. Die Oldenburger Antwort (richtig nur einmal) war durchaus dürftig. Deshalb nehmen die Lücker diese Punkte auch mit nach Hause.

OL-HL3

Am Ende ist vielleicht noch zu erwähnen, dass die Polizei nach Abpfiff mal wieder sehr konsequent in ihrem inkonsequenten Handeln hinter dem Gästeblock war. Während einige noch dabei waren zu gucken ob der richtige Schuh auch am richtigen Fuß ist, hatten andere den Hunden schon mal den Maulkorb abgenommen. Naja, vllt einfach mal die goldene Mitte finden.

Dienstag, 30 Dezember 2014 10:24

Damals in OER! OER! ERKENSCHWICK!

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Schwicker01Fußball ist Sensation. Fußball ist Event. Fußball sieht so aus wie „FIFA 15“ und fühlt sich so an wie FIFA. Zumindest gibt es Zeitgenossen, die genau das toll finden. Ihnen ist, allein aus therapeutischen Gründen, ein Besuch in der vermeintlichen Unterklasse zu empfehlen. Dort, wo Stallgeruch ausgeschwitzt wird. Dort, wo man ein perfektes Grillsteak serviert kriegt. Dort, wo man die Spieler vor Anstoß abklatschen kann. Dort, wo auf alten Betontribünen Gras zwischen angerosteten Wellenbrechern wächst. Fußballgottseidank gibt es noch eine Menge solcher Kurorte. Einer davon ist das Stimbergstadion in Oer-Erkenschwick.

Montag, 15 Dezember 2014 15:01

Verrücktes Istanbul

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Istanbul. Wahnsinn! Eine der wohl interessantesten Metropolen des Planeten mit 15-20 Mio. Einwohnern (vor Ort ist man sich selber nicht ganz sicher). Eine Stadt die zwei Kontinente vereint und wohl so ziemlich alle kulturellen Facetten des Abend- und Morgenland vorzuweisen hat.

2  Lolomotiv Eingang

Bulgarien leidet als ärmster Mitgliedsstaat der Europäischen Union nicht nur unter den langfristigen Folgen der kommunistischen Diktatur, sondern auch unter grassierender Korruption, organisierter Kriminalität und anhaltender Wirtschaftsschwäche. Für Fußballreisende hat dies zur Folge, dass Touren in den Balkanstaat einerseits eine vergleichsweise preisgünstige Angelegenheit sind, andererseits aber infrastrukturellen Erschwernissen unterliegen. Das gilt insbesondere in Gegenden abseits der Hauptstadt, wo die Vereine nicht nur unter einer ständigen Abwanderung ihrer talentiertesten Spieler leiden, sondern in teilweise maroden Stadien antreten müssen. Ein Beispiel dafür ist das zwei Busstunden südöstlich von Sofia gelegene Plovdiv.

Lokomotiv Stadion

1 top

Die kulturell reizvolle, rund 350.000 Einwohner zählende Stadt ist nach der Hauptstadt mit ihren übermächtigen Vorzeigeklubs Levski und CSKA das zweite Zentrum des bulgarischen Fußballs. Während „Botev Plovdiv“ sich als größter örtlicher Verein präsentiert, wurde „Lokomotiv Plovdiv“ 1926 von Eisenbahnern gegründet und war während der kommunistischen Herrschaft mit der Staatsbahn verbunden. Dementsprechend liegt das 1982 errichtete Lokomotiv Stadion in einem der hinter dem Hauptbahnhof gelegenen Viertel. Es wurde als kombinierte Sportstätte mit Laufbahn, Haupttribüne, unüberdachten Rängen sowie Flutlichtmasten errichtet und bietet dem Besucher ein architektonisches 80er-Jahre-Gefühl. Nostalgische Anwandlungen werden jedoch schnell von der tristen Realität überdeckt, denn die Anlage ist von Zerfall geprägt. So musste vor einigen Jahren die Heimkurve wegen Einsturzgefahr abgerissen werden, so dass ein abgeschnittenes Oval mit einem Fassungsvermögen von etwa 10.00 Personen entstand.

3 Haupttribuene

Im Stadion wird den Gästefans die verbliebene Kurve zugestanden, während der heimische Anhang die nicht durch Blockabsperrungen unterteilte Gegengerade bevölkert. Da der engagierteste Teil der Lokomotiv-Fans sich an der Grenze zur Gästekurve aufhält, obliegt es der Polizei, einen Pufferbereich in der Kurve abzusichern. Sicherheitstechnisch problematisch ist auch der Umstand, dass der hinterste Gang der Gegengerade aus nicht miteinander verbundenen Pflastersteinen und festgetretenen Erdreich besteht. Auch der mit einer angerosteten Kameraplattform ausgestattete Bodenbereich der abgerissenen Kurve ist nicht durch einen Asphaltbelag versiegelt, so dass Wurfmaterial in reichlichen Mengen vorhanden ist. Den Besucher erwarten keine der im deutschen Ligabetrieb selbstverständlichen Annehmlichkeiten. Eine Anzeigetafel ist nicht vorhanden, die Lautsprecheranlage besteht nur rudimentär und das gastronomische Angebot auf den Rängen beschränkt sich auf Wasser, Schokoriegel und Sonnenblumenkerne. Insgesamt ergibt sich vor Ort das Gegenbild des modernen Fußballs mit seinen funktionalen Arenen, seiner andauernden Werbeberieselung und seinem aufgesetzten Eventcharakter. Kritikern dieses Betriebs bietet sich allerdings auch ein Ausblick darauf, wie der Fußball in einem wirtschaftsschwachen Umfeld aussehen kann.

4 Kamerastand

Zagora

Der Charakter des örtlichen Spielbetriebs zeigte sich am 20. 9. 2014 in der Erstliga-Begegnung gegen „Beroe Stara Zagora“. Zu diesem Anlass hatten sich die meisten Bulgaren, im Kontrast zu den überreichlich mit Fanartikeln ausgestatteten Besuchermassen deutscher Stadien, normal bekleidet. Trikots oder Vereinsschals waren nur bei einem kleinen Teil zu sehen und der Kern der Lokomotiv-Fans begnügte sich mit einer einzigen Fahne. Der Schwerpunkt des Supports der nicht von Ultras dominierten Heimszene lag auf akustischer Unterstützung, die sich nicht auf einem bestimmten Teil des Stadions beschränkte, sondern von der gesamten Breite der Anhängerschaft getragen wurde. Das Fehlen einer leistungsstarken Lautsprecheranlage führte dazu, dass die Spielbetrachter während der Halbzeitpause nicht mit anhaltenden Werbedurchsagen belästigt wurden. Da zudem gesponserte Halbzeitgewinnspielchen unterblieben, stellte sich eine ruhige, vom Knistern der massenhaft geknackten Sonnenblumenkerne geprägte Halbzeitstimmung ein. Außerhalb des Spielfeldes kam es zu einer, von der Polizei beendeten Hooliganattacke, die nach Angaben der Webseite hooligans.com von angreifenden Heimfans der „Lauta Army“ unter Einsatz von Schlagwerkzeugen ausgeführt wurde und ernsthafte Verletzungen je eines Beamten und eines Fans verursachte.

Die Begegnung gegen Zagora gestaltete sich während der ersten Halbzeit ausgeglichen. Beide Teams entwickelten vor rund 4.000 Zuschauern ein sicheres, aber von kreativen Momenten befreites Passspiel, das nach 45 Minuten zu einem Zwischenstand von 0:0 führte. Nach dem Wiederanpfiff zeigte sich die Lokomotiv-Abwehr zunächst unaufmerksam und im weiteren Spielverlauf überfordert. Sie ließ sich zunächst durch einen Steilpass überraschen und verursachte einen Elfmeter, den der Torhüter jedoch abwehren konnte. Kurze Zeit später gelang Zagora allerdings nach einem weiteren Steilpass und einer vergleichbaren Unaufmerksamkeit des Heimteams das 0:1. Weitere Tore fielen nach klassischen Abwehrfehlern. Beim 0:2 wurde Lokomotiv nach einer eigenen Ecke ausgekontert und das 0:3 war das Resultat eines Missverständnisses zwischen dem Torwart und einem Innenverteidiger.

„Gott mit uns!“

Ein 80er-Jahre-Gefühl stellte sich allerdings auch bei einem negativen Aspekt ein. So waren vor drei Jahrzehnten in deutschen Stadien Reichskriegsflaggen und schwarz-weiß-rote Reichsflaggen verbreitet, mit denen ihre Besitzer eine rechtslastige oder gar -extremistische Gesinnung ausdrückten. Während heute in Deutschland allzu offensichtliche Zeichen derartiger Gesinnungen selten sind, liegt diesbezüglich in Bulgarien eine deutlich geringere Zurückhaltung vor, was sich etwa an der „Levski Sofia“-Fankneipe im Zentrum der Hauptstadt zeigt. Bei Lokomotiv Plovdiv zeigt sich dies anhand der einzigen in der Partie gegen Zagora präsentierten Fahne. Es war eine bulgarische Nationalfahne, in deren Zentrum ein Eisernes Kreuz mit der Parole „Gott mit uns!“ angebracht war.

5 Fahne Gott mit uns

Dieses Motto befand sich sowohl auf den Koppelschlössern der deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs als auch auf denen der Wehrmachtsangehörigen des Zweiten Weltkriegs. Der Bezug auf diesen Teil der deutschen Geschichte war kein Einzelfall. So befand sich der Schriftzug auch an der Stützmauer der Gegengerade. Zudem war die Begrenzungsmauer eines Trainingsplatzes mit dem Abbild eines schwarz-weiß-roten Schildes und den in Fraktur gehaltenen Buchstaben „G M U“ bemalt.

6 Begrenzungsmauer

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