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Freitag, 19 Oktober 2012 11:24

BVB Fanclub-Vorsitzender tritt als Reaktion auf DFL Pläne zurück

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bvbfreundedeutschlandMitten hinein ins Derby-Fieber im Ruhrpott platzt die Nachricht vom Rücktritt des 1. Vorsitzenden des Fanclub BVB Freunde. Auf der Fanclub-Webseite teilt Matthias Saathoff mit, dass er "die Verantwortung abgeben möchte, die in der Zukunft auf die Fanclubs in ganz Deutschland zu kommt." Gemeint sind damit die Maßnahmen, die aktuell unter dem Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" von Seiten der DFL drohen. Was sich auf den ersten Blick wie eine unerwartete, unbedachte Reaktion anhört hat sich Matthias gut überlegt und vorab auch die Vorstandskollegen informiert. Er bleibt dem Fanclub im Vorstand erhalten, jedoch nicht mehr in der Verantwortung als 1. Vorsitzender. Zudem besteht Kontakt zu anderen Fanclubs aus Dortmund und dort wird über weitaus drastischere Maßnahmen nachgedacht, bis hin zur Auflösung.

Soweit möchte man bei den BVB Freunden nicht gehen aber Matthias hat für sich persönlich die Entscheidung getroffen die Verantwortung für den über 1.000 Mitglieder starken Fanclub nicht mehr übernehmen zu können. Er will dem Fanclub nicht im Wege stehen wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen die er mit seiner eigenen Meinung nicht vertreten kann. Bestärkt in seiner Entscheidung wird er durch die Tatsache, dass bisher von Seiten des Vereins Borussia Dortmund keinerlei Bestrebungen gab, über das Papier der DFL zu reden. „Bisher verschließt man sich hier komplett“ so Matthias. Für ihn macht es auch kein Sinn erst mal abzuwarten was der DFB Bundestag in der kommenden Woche an Ergebnissen bringt. „Wenn das Papier erst mal im Umlauf ist, ist es zu spät. Wer jetzt handelt kann noch was bewirken.“ Darin sieht er in Zukunft auch seine Hauptaufgabe und möchte den Austausch zwischen Fanclubs und Fanprojekten vorantreiben. Bisher wurde „nur rum genuschelt. Jeder hatte eine Meinung zu dem Thema aber niemand hat etwas gemacht. Jetzt geht’s los und ich hoffe, dass viele dem folgen werden“ hofft er. Der Fanclub BVB Freunde besteht seit Juli 2004 und hat aktuell über 1.000 Mitglieder. Matthias ist dort seit Dezember 2005 1. Vorsitzender.

Rücktritt als richtiges Signal? In n einer ersten Reaktion von Fans anderer Vereine gehen die Meinungen auseinander. „So dumm finde ich das mit den Rücktritten gar nicht. Der breiten Öffentlichkeit ist es schwierig zu vermitteln, was das Problem mit den Konzepten von DFL und DFB ist. Weil sich da niemand die Zeit nimmt, das Ding zu besorgen und durchzulesen, geschweige denn Ahnung von den Hintergründen hat. Wenn aber viele Vorsitzende zurücktreten, und auch öffentlich klar stellen, dass es nicht mehr machbar ist, so eine große Verantwortung zu übernehmen, kapiert auch der Durchschnittsfan und -bürger, dass da was falsch läuft.“ sagt Bayern-Fan Stefan Viehauser als Reaktion.
Carsten sieht das in seinem Kommentar etwas anders. Rücktritt als geeignetes Protestmittel? "Sollte das Mode machen, wäre die Fankultur in Deutschland sicher schwer beschädigt. Aber es würde eben auch dem DFL-konformen Stadionpublikum Raum überlassen und das wäre wesentlich schlimmer. Aus meiner Sicht wäre wünschenswert, wenn Fanklubs und ihre Vorsitzende bleiben und den Verein aus der jetzigen Position unter Druck setzen – und bei ihnen vielleicht eine übergreifende Erklärung des Vereins und der Fans gegen die DFL erreichen. Das ist zwar nicht unbedingt die absolute Weisheit, würde aber sicher bei der DFL für mehr Kopfzerbrechen sorgen.“

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