BAG kritisiert die ZIS Statistik und Berichterstattung darüber
geschrieben von Redaktion in Fanorganisation
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte kritisiert in einer Pressemitteilung den Umgang mit den ZIS Zahlen. Man sei empört über die Presseartikel und das populistische Auftreten der Polizeigewerkschaften. Ohne die Zahlen zu hinterfragen sei ein verzerrtes Bild der Sicherheitssituation im deutschen Fußball gezeichnet worden. Die BAG fordert vielmehr eine sachliche Auseinandersetzung mit den Entwicklungen und eine Abkehr von der "Gewalt in Stadien" Hysterie.
BAFF: Polizei außer Rand und Band?
geschrieben von Redaktion in Fanorganisation
Am Samstag wurden erste Zahlen der neuesten Statistik der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) bekannt. Inzwischen liegt auch der vollständige Bericht vor und die Zahlen haben sich nicht zwingend positiv entwickelt. Sowohl bei die Anzahl der verletzten Personen sowie eingeleiteten Strafverfahren sind im Vergleich zur Vorsaison gestiegen. Erwartungsgemäß wurden die Zahlen in den Medien als Beleg für die gestiegene Gewalt bei Fußball-Spielen kommentiert. Die Gewerkschaft der Polizei hatte in einer Pressemitteilung umgehend gefordert, den "Rädelsführern der Fußballgewalt das Handwerk zu legen"
Die Redaktion von 11 Freunde hat sich die Zahlen des Berichtes nüchtern mal genauer unter die Lupe genommen und bei der ZIS nachgefragt.
Das Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) wird deutlicher. Laut Bericht der ZIS sei der der Anstieg bei den Verletzten vorallem in den Reihen der "Störer" zu verzeichnen (+50%), wohin entgegen die Zahl der verletzten Polizeibeamten erfreulicherweise leicht gesunken sei. Das Bündnis vermuten daher nicht erst seit diesem Jahr, das die Verletzungen hauptsächlich durch einsatz durch Pfefferspray oder überharten Einsatz der Sicherheitskräfte zu beklagen sind und fordert eine Auflistung der Ursachen.
Pressemitteilung Bündnis aktiver Fußballfans
Polizei außer Rand und Band?
Das Bündnis aktiver Fußballfans ist besorgt über den Anstieg der Verletzten in der zurückliegenden Saison 2011/2012, wie er durch die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) gestern durch Vorlage des ZIS-Jahresberichtes dargelegt wurde.
Laut dem ZIS-Jahresbericht lag die Anzahl der Verletzten in der Saison 2011/2012 mit 1.142 über der Anzahl der Vorsaison, in der 846 Personen im Zusammenhang mit den Spielaustragungen verletzt worden sind.
Die 1.142 Personen werden von der ZIS wie folgt aufgeschlüsselt:
235 verletzte Polizeibeamte - Vorsaison 243
393 „Unbeteiligte“ (wer immer das ist – unbeteiligt im Pfefferspraynebel z.B.) - Vorsaison 344
514 Fußballfans (Im ZIS-Bericht als „Störer“ bezeichnet) - Vorsaison 259
Während es bei den Polizeibeamten zu einem geringen wie erfreulichen Rückgang der Verletztenzahlen kam, musste bei den „Unbeteiligten“ eine leichte Steigerung der Verletzten verzeichnet werden.
Besonders herausragend ist aber, dass fast doppelt so viele Fußballfans (im ZIS-Bericht als Störer tituliert) verletzt wurden wie in der vorherigen Saison. Und dies sicher nicht etwa durch Unfälle auf nicht gestreuten Stadionwegen oder Ähnlichem, sondern durch Fremdeinwirkung. Es ist zu befürchten, dass die meisten dieser Personen bei Polizei- und Ordnereinsätzen Schaden nahmen.
Deshalb unsere Frage:
- Gegen wie viele der verletzten "Störer" wurden anschließend Strafverfahren eingeleitet?
- Wie viele "Störer" und "Unbeteiligte" wurden jeweils nicht durch andere "Störer" verletzt, sondern durch "Polizisten"?
- Wie viele Polizisten wurden nicht durch „Störer“, sondern durch eigene Kollegen verletzt (Pfeffersprayeinsätze)
- Ist also der Begriff „Störer“ vielleicht überhaupt nicht angemessen?
Uns macht die durch den ZIS-Jahresbericht dokumentierte und gestiegene Polizeigewalt große Sorgen.
Es liegt die Vermutung nahe, dass die Hysterie der Polizeigewerkschaften und mancher Innenminister, die den Fußball als Problem Nr. 1 entdeckt haben, davon ablenken soll, dass Neonazi-Mörder unter Beobachtung des Verfassungsschutzes zehn Menschen umbrachten und nun keine Woche vergeht, an dem Akten über diesen Skandal unerklärlicherweise zu Konfetti verarbeitet werden.
In einem Klima der Verteufelung von Fußballfans und Ultras, in dem Behauptungen verbreitet werden wie: „Bengalo = Gewalt“ oder „beim Fußball begibt man sich in Lebensgefahr“ werden Fußballfans zu Unrecht als Gewalttäter stigmatisiert und dementsprechend behandelt.
„Knüppel frei“ und „Pfefferspray, was die Dose hergibt“, so scheint das Motto zu lauten, welches man den Polizeibeamten mit auf den Weg zum Fußballeinsatz gibt. Passend dazu auch der Anstieg der Einsatzstunden der Polizei.
Mehr Einsatzstunden - mehr Polizei - mehr verletzte Fußballfans - im Umkehrschluss bedeutet dies, dass dringend die Polizeieinsatzkonzepte auf den kritischen Prüfstand gestellt werden müssen.
Wir fordern deshalb:
- Mehr Schutz für Fußballfans vor Übergriffen durch „Ordnungskräfte“
Zu erreichen wäre dies durch:
- Bundesweite Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte
- Bessere Ausbildung der Polizei (Pflichtfach „Sicheres Stadionerlebnis“)
- Lageeinschätzungen der Polizei durch unabhängige Kommissionen zu überprüfen und ggfs. Kräfteansätze der Polizei korrigieren - auch rückwirkend -
Quelle: Bündnis aktiver Fußballfans
VfB Fan-Ausschuss soll Lösungen diskutieren
geschrieben von Redaktion in Fanorganisation
Der Fan-Ausschuss des VfB Stuttgart soll sich bis zur Winterpause mit den Vorfällen in Kopenhagen auseinander setzen, Lösungsvorschläge diskutieren und ausarbeiten. Dies ist laut Stuttgarter Zeitung das Ergebnis der turnusmäßigen Fan-Ausschuss Sitzung von Montag. Bereits einen Tag nach dem Europapokal-Spiel in Kopenhagen hatten Fans und Vereinsvertreter angekündigt, dieses Thema im Ausschuss zu behandeln.
Für den Verein gehe es darum, Vorfälle wie in Kopenhagen bei künftigen Europapokal-Auswärtsfahrten zu verhindern. Dazu wurden vom Verein zwei Vorschläge eingebracht: Ein Vouchersystem, bei dem die Fans die Tickets personalisiert vor Ort am Stadion erst eintauschen, oder vereinseigene hochauflösende Kameras zu Identifizierung von Personen. Der 20-köpfige Fan-Ausschuss hat nur bis zum nächsten Treffen am 17. Dezember Zeit, über die Vorschläge oder alternative Maßnahmen intern zu beraten. Laut Präsident Gerd Mäuser gehe es bisher nur um Vorschläge die besprochen wurden, die Entscheidung liege aber letztlich beim Verein.
Unabhängig davon wird der Fan-Ausschuss auf 15.000€ Vereinszuschuss verzichten müssen. Diese Summe war als Bonus vorgesehen, sofern 2012 keine größeren Zwischenfälle auftreten. Mit dem Kopenhagen-Spiel und den zu erwarteten Strafen durch die UEFA sei dieses "Geld jetzt natürlich weg" so Mäuser in seinem Statement.
Der VfB Fan-Ausschuss vertritt die 260 offiziellen VfB Fanclubs. Kern des Ausschusses bilden die dreizehn gewählte Fanvertreter.
München ist Schwatz-Gelb
geschrieben von Christian Lenhart in Fanorganisation
München hat viel zu bieten. Keine Frage. Aber für Fußball-Fans, besonders Dortmunder Borussen, schreckt doch der FC Bayern München einen Ortswechsel ab. Man denkt, man sei da der Einzige der in BVB-Bettwäsche schlief? Denkste! Erstens sind faste alle Münchner Sechziger. Zweitens gibt es mehr Dortmund-Fans in München als man denkt. Man schätzt so weit über 1000. Wer das nicht glaubt, der sollte mal die Storchenburg in der Nähe des Kunstparkviertels an einem Spieltag besuchen. Dort trifft man auf die Münchner Borussen. Ein BVB-Fanclub aus dem tiefsten Oberbayern, der es sich 2010 zum Ziel setzte, BVB-Fans aus München und Umgebung zusammenzuführen. Ihr Motto lautet: "Wir halten fest und treu zusammen".
Außerordentlicher Fangipfel in Berlin
geschrieben von Redaktion in Fanorganisation
Gestern gab es erneut eine Reihe von Absagen von Fußball-Bundesligisten gegenüber dem aktuellen Entwurf des DFL Konzepts "Sicheres Stadionerlebnis" Die Begründungen sind dabei in Umfang und Deutlichkeit unterschiedlich, jedoch haben alle Forderungen der Vereine eines gemeinsam: Es wird der Dialog mit den Fans gefordert. Am Deutlichsten hat sich bisher Union Berlin gegen das Papier gewandt und dies in einer neunseitigen Positionierung auch umfangreich begründet. Die Fan- und Mitgliederverwaltung Union Berlin und Eisernen V.I.R.U.S. e.V. laden nun zu einem außerordentlichen Fangipfel am 1. November nach Berlin ein um damit den Dialog mit und zwischen den Fans weiter zu stärken. Vereinsübergreifend soll eine gemeinsame Fan-Position erarbeitet und die nächsten Schritte diskutiert werden. Eingeladen sind Vertreter von Fanclubs sowie Faninitiativen und Projekte von Vereinen der 1. bis 3. Liga
BVB Fanclub-Vorsitzender tritt als Reaktion auf DFL Pläne zurück
geschrieben von Redaktion in Fanorganisation
Mitten hinein ins Derby-Fieber im Ruhrpott platzt die Nachricht vom Rücktritt des 1. Vorsitzenden des Fanclub BVB Freunde. Auf der Fanclub-Webseite teilt Matthias Saathoff mit, dass er "die Verantwortung abgeben möchte, die in der Zukunft auf die Fanclubs in ganz Deutschland zu kommt." Gemeint sind damit die Maßnahmen, die aktuell unter dem Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" von Seiten der DFL drohen. Was sich auf den ersten Blick wie eine unerwartete, unbedachte Reaktion anhört hat sich Matthias gut überlegt und vorab auch die Vorstandskollegen informiert. Er bleibt dem Fanclub im Vorstand erhalten, jedoch nicht mehr in der Verantwortung als 1. Vorsitzender. Zudem besteht Kontakt zu anderen Fanclubs aus Dortmund und dort wird über weitaus drastischere Maßnahmen nachgedacht, bis hin zur Auflösung.
Fanprojekt Kaiserslautern ausgezeichnet
geschrieben von Redaktion in Fanorganisation
Das Fanprojekt Kaiserslautern wurde dieses Jahr mit dem Julius-Hirsch Preis ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Vorfeld der WM Qualifikation gegen Schweden in Berlin statt. Außerdem ausgezeichnet werden Initiativen in Frankfurt und Berlin. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung in Gedenken an den in Auschwitz ermordeten Nationalspieler Julius Hirsch wird durch den DFB gestiftet und seit 2005 vergeben.
Das Fanprojekt in Kaiserslautern wird für sein Engagment nach bekannt werden von antisemitischen Äußerungen gegenüber Itay Shechter gewürdigt. Der israelischen Nationalspieler Itay Shechter wurde während des Training von Zuschauern beleidigt und mit rechtsradikalen Parolen bedacht. Das Fanprojekt Kaiserslautern organisierte darauf hin beim folgenden Heimspiel ein klares Bekenntnis gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus in Form einer gehissten Fahne mit Flaggen aller beim FCK vertretenen Nationen. Außerdem wurde innerhalb kurzer Zeit die "rot-weiß-bunten-Aktionswochen" organisiert in dessen Rahmen eine Ausstellung und mehrere Vorträge und Diskussionsrunden zum Thema Rechtsradikalismus und Antisemitismus im Fritz-Walter-Stadion veranstaltet wurden.
Außerdem ausgezeichnet werden Initiativen in Berlin und Frankfurt die jeweils Bildungsreisen von Fans ins Konzentrationslager Ausschwitz organisiert und begleitet hatten.
Weitere Informationen in der DFB-Mitteilung Julius-Hirsch-Preis 2012
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