Mi22May2013

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Tasmania Berlin vs.SC Gatow 2:0 02.12.2012, Werner-Seelenbinder-Sportplatz, Verbandsliga Berlin

von Ansgar Spiertz

Der SV Tasmania Berlin wurde am 3. Februar 1973 als SV Tasmania 1973 Neukölln gegründet, bevor man über SV Tasmania Gropiusstadt (1999) zum Namen SV Tasmania Berlin (2010) kam. Damit nimmt man die Tradition des SC Tasmania Berlin auf, der von 1900 bis 1973 in Neukölln gespielt hatte und in dessen Nachfolge die heutige Tasmania in gewisser Weise auch steht, hat sie doch nach - oder, um genau zu sein, eigentlich sogar ein halbes Jahr vor - der Pleite des alten Vereins diverse Jugendmannschaften des alten Clubs in ihre Obhut genommen. Der hatte über lange Jahre zum besten gezählt, was der Berliner Fußball zu bieten hatte und insgesamt sechs Mal an der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft teilgenommen - unter anderem in den Jahren 1960 und 1962. Umso enttäuschter waren die Tasmanen, als sie 1962 bei der Gründung der Bundesliga tasmania1übergangen wurden und stattdessen Hertha BSC in die Eliteliga kam. Nachdem Hertha wegen zu hoher Prämienzahlungen und Bilanzfälschung 1965 aus der Liga ausgeschlossen und die von 16 auf 18 Mannschaften vergrößert wurde, wovon auch der eigentliche Absteiger Schalke 04 profitierte, sollte ein neuer Verein die Stadt Berlin in der Bundesliga repräsentieren. Da der Sieger der Regionalliga - Tennis Borussia - bereits in der Aufstiegsrunde gescheitert war, sollte der zweite ran, doch der Spandauer SV lehnte ab. Damit war die Stunde Tasmanias gekommen, das nicht so klug war, ebenfalls zu verzichten. Man startete mit einem Sieg gegen den Karlsruher SC, aber dennoch folgte eine Spielzeit, nach der man mit nur zwei Siegen und vier Unentschieden dastand und bis heute der schwächste Bundesligist aller Zeiten ist - ebenso wie der einzige Verein, der kein einziges Auswärtsspiel in der Liga gewinnen konnte sowie der ebenso einzige, der ein Heimspiel mit unter 1000 Zuschauern (827 gegen Mitaufsteiger Borussia Mönchengladbach) ausgetragen hat. Nach der Saison spielte man erst einmal wieder in der Spitzengruppe der Berlin-Liga mit, ging dann jedoch 1973 Pleite und brachte seinen Nachfolgerclub hervor. Der ist inzwischen wieder in der Berlin-Liga vertreten, die allerdings nicht mehr wie 1973 zweitklassig ist, sondern inzwischen Stufe sechs in der Ligapyramide repräsentiert. Hier geht es heute gegen den SC Gatow, dessen größte Erfolge darin bestehen, ein Jahr lang an eben dieser zweitklassigen Regionalliga teilgenommen zu haben, und zwar exakt die Spielzeit 1965/66, in der Tasmania das Abenteuer Bundesliga wagte.

Zunächst dominieren die Gäste die Partie, und das Geschehen spielt sich zum größten Teil in der Hälfte von Tasmania statt, doch die großen Torchancen bleiben aus. Die Hausherren lassen den Gegner erst einmal kommen und begnügen sich damit, hinten dichtzumachen, was ihnen auch effektiv gelingt, und nach und nach beginnt man, auch selbst den Weg nach vorne zu suchen. Ein fast von der Eckposition geschossener Freistoß von Arber Shuleta findet schließlich den Weg ins Tor des SC Gatow, der zeigt sich von dem Treffer sichtlich geschockt und droht auseinanderzubrechen, als Tasmania sofort nachsetzt und versucht, weitere Treffer zu erzielen. Dennoch bleibt es beim 1:0, bis die Seiten gewechselt werden, wobei Tasmania zweimal sehr dicht am zweiten Tor ist, einmal als ein Feldspieler für den geschlagenen Gatow-Goalie Maximilian Stein retten muß und einmal, als der Ball nach einem Kopfball vom Pfosten ins Feld zurückspringt. Nach der Pause findet der SC Gatow seine Ordnung wieder, und die Hausherren ziehen sich erneut zurück, so daß das Spiel ähnlich läuft wie zu Beginn des ersten Abschitts. Auch diesmal ist es schließlich der SV Tasmania, der den Treffer macht, und nach dem 2:0 durch den eingewechselten Jack Grubert ist das Spiel eine Viertelstunde vor Schluß entschieden, denn nach dem zweiten Gegentor findet der SC Gatow nicht mehr die Kraft, sich noch einmal gegen die herannahende Niederlage anzustemmen.

Der Werner-Seelenbinder-Sportpark ist im Berliner Bezirk Neukölln zu finden, wo heute auf dem Hauptplatz gespielt wird, der mit einer Hintertorseite dicht an das Gelände des tasmania2früheren Flughafens Tempelhof grenzt. Dieser Bereich ist mit sechs Stufen augebaut, auch beide Längsseiten verfügen über Ausbau, so daß nur die zweite Hintertorseite, von der man aus die Anlage betritt, ohne solchen bleibt - stattdessen ist hier das Gebäude mit Umkleiden und Toiletten untergebracht, in dem es allerdings kein Vereinsheim gibt, so daß die Zuschauer mit beim heutigen naßkalten Wetter mit gelgentlichem Schneefall eher unangenehmerweise mit einem Ladenverkauf vorlieb nehmen müssen. Die Längsseiten übertreffen den ausgebauten Hintertorbereich noch an der Zahl der Stufen, denn hier gibt es es insgesamt zehn davon, auf denen man sich niederlassen kann, und die verfügen im Gegensatz zu den Stufen hinter dem Tor auch über Wellenbrecher sowie im zentralen Bereich über allerdings nicht überdachte Sitzplätze, da hier jede zweite Stufe mit orangenen Sitzschalen bestückt ist. In den 1970er Jahren fanden hier einmal 20000 Zuschauer Platz, aber dann wurde das Stadion deutlich zurückgebaut und in seine heutige Form gebracht. In dieser finden sich hier noch zwei weitere Fußballfelder mit Kunstrasen - zu beiden Seiten längsseits parallel zum Hauptplatz sowie ein etwas ab liegender weiterer Platz mit Laufbahn sowie das Eisstadion Neukölln. Der Sportpark war bereits zwischen 1945 und 1950 nach dem früheren Ringer und Olympiateilnehmer Werner Seelenbinder benannt gewesen, dessen Grabstätte sich auch auf dem Gelände befindet. Danach war der Name wegen der Angehörigkeit Seelenbinders zur kommmunistischen Partei wieder getilgt worden und nur noch von Sportpark Neukölln die Rede, bevor die Anlage am 24. Oktober 2004 erneut zu seinen Ehren umbenannt wurde - im Rahmen der Gedenkfeiern zum 60. Todestages Seelenbinders, der 1944 als Mitglied einer Widerstandszelle im Zuchthaus Brandenburg enthauptet worden war.

Quelle: Groundhopping.de

Mittwoch, 19 Dezember 2012 10:10

BVB: Protest richtet sich nicht gegen das Team!

geschrieben von in Stellungnahmen

1212Nach dem ersten offenen Brief an die Dortmunder Fanszene hatte sich der Verein Borussia Dortmund ebenfalls in einer Stellungnahme an die BVB Fans gewandt und um unterstützung gebeten. Das 12doppelpunkt12-Bündnis Dortmund stellt nun nochmal klar, das der Protest sich ausdrücklich nicht gegen die Mannschaft richtet und diese den Protest respektiert.Die 12:12min Schweigen sind nochmals als Appell an die DFL gerichtet, den ehrlichen und lösungsorientierten Dialog mit den Fans zu suchen.

Das Statement aus Dortmund

Hi Leute,

nach vielen Gesprächen mit diversen Gruppen, Fanclubs und Einzelpersonen haben wir von 12doppelpunkt12-Dortmund uns dazu entschieden, auch beim Pokalspiel gegen Hannover 96 zu protestieren. Wir rufen dazu auf, in den ersten 12:12 Minuten zu schweigen und ab dann in gewohnter Art und Weise das Team zu unterstützen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Nach dem öffentlichen Brief der Mannschaft möchten wir noch Einmal betonen, dass sich der Protest nicht gegen das Team richtet, sondern gegen das DFL-Sicherheitspapier.

Sebastian Kehl suchte bereits das Gespräch mit der Kampagne und akzeptiert den Protest stellvertretend für die Mannschaft. Er respektiert den Protest, bittet uns Fans jedoch eindringlich, nach 12 Minuten und 12 Sekunden die Mannschaft wieder lautstark und bedingungslos zu unterstützen.

Wir BVB-Fans möchten in den 78 verbleibenden Minuten auch dafür sorgen, der Mannschaft für das fantastische Jahr 2012 zu danken und nebenbei natürlich auch noch unserem Verein einen würdigen Geburtstag ermöglichen.

Die Kampagne 12doppelpunkt12 appelliert eindringlich an die DFL, auf die Fans zuzugehen, in ihnen einen kompetenten Gesprächspartner zu sehen und einen ernsthaften und und lösungsorientierten Dialog mit den Fans zu initiieren.

Mit freundlichen Grüßen
Jan-Henrik Gruszecki
Sprecher 12doppelpunkt12-Dortmund

 

Dienstag, 18 Dezember 2012 20:18

VfB Fanvertreter mit einer gemeinsamen Erklärung

geschrieben von in Stellungnahmen

vfb fanausschussEigentlich war für den gestrigen Montag die letzte Sitzung des VfB Fanausschuss für dieses Jahr vorgesehen. Der Termin wurde nun aber durch die jüngsten Geschehnisse von den Fanvertretern abgesagt. Das Gremium gibt nun ein Tag vor dem letzten Pflichtspiel 2012 in einer ausführlichen Erklärung den aktuellen Stand zu den strittigen Themen an die Stuttgarter Fans weiter. Unter anderem geht es um die Position und Kommunikation des Fan-Ausschuss gegenüber und mit dem Verein, den Deal mit der Ticketbörse viagogo und das, in ganz Deutschland diskutierte, verabschiedete Sicherheitspaket.

Nach Ansicht der Fanvertreter möchte man den Dialog im nächsten Jahr fortführen, fordert aber vom Verein eine Auseinandersetzung mit den Kritikpunkten der Fans. Im Gegensatz zu anderen Fanszenen wird man in Stuttgart beim Pokalspiel gegen Köln aber wohl auf einen organisierten Stimmungsboykott verzichten.

Dienstag, 18 Dezember 2012 11:50

Schwatz-Gelbe Post-Offensive: Offener Brief vom BVB

geschrieben von in Stellungnahmen

post daBriefe schreiben hat bekanntlich Tradition, erst recht zur Weihnachtszeit. So gesehen hat die Deutsche Post eh schon genug zu tun und wird nun auch noch im Fußball von Briefen überhäuft: den offenen Briefen. Schon ordentlich am Schwitzen nach dem "Offenen Brief an Harald Strutz“ der in Mainz fast jeden Haushalt erreicht hat, wird nun auch in Dortmund der Briefkasten kontaktiert.

Los ging‘s gestern mit der Stellungnahme der BVB Fanbeauftragen zum DFL Sicherheitspapier. Das sorgte für eine „Express-Zustellung“ vom Dortmunder Sprecher der 12doppelpunkt12 Initiative. Im offenen Brief an die Fans werden die Hintergründe für den geplanten Protest beim Pokalspiel erklärt.

Brief? Können wir auch sagt sich der Ballspielverein Borussia 09 Dortmund und schickt umgehend ebenfalls die Briefzusteller los. Bezeichnenderweise sind die Briefkästen eh Gelb-Schwarz

Wir helfen gerne bei der Zustellung. Hurra, die Post ist da!

Offener Brief an alle BVB-Fans

Liebe BVB-Fans,

Borussia Dortmund blickt auf das vielleicht erfolgreichste Jahr der 103-jährigen Klubgeschichte zurück. Gemeinsam haben wir als große  BVB-Familie das Double aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal gefeiert. Wenige Monate später haben wir die  Vorrundengruppe der Königsklasse mit dem spanischen Meister Real Madrid und dem englischen Champion Manchester City souverän als Sieger abgeschlossen. Das alles, ohne einen Euro Schulden zu  machen. Darauf können wir stolz sein!

Zwischen unsere junge Mannschaft und Euch Fans passte im Jahr 2012 kein Blatt Papier. Ganz Europa hat bewundert, welches WirGefühl in Dortmund gewachsen ist. Wie respektvoll wir alle miteinander umgehen. Wie intensiv und echt das Miteinander in unserem ganz besonderen Fußballverein ist, der immer  – und übrigens auch auf dem Weg zum DFL-Sicherheitspaket  – den Austausch mit seinen Anhängern gesucht, gefunden und aktiv dafür gesorgt hat, dass Fanbedenken nicht nur gehört, sondern berücksichtigt werden. Eure Ängste und Sorgen sowie den daraus entstandenen Protest der vergangenen Wochen haben wir akzeptiert und respektiert. Es ist uns nicht leicht gefallen, unter  diesen ungewohnten Bedingungen Fußball zu spielen. Wir wissen, dass auch für das Pokalspiel gegen Hannover Teile der Fanszene einen Protest planen. Wir wissen aber auch, dass uns viele Fans schon von Beginn an unterstützen möchten und werden. Wir bitten Euch alle, keine Gräben innerhalb der Fan-Gemeinschaft und zwischen uns und Euch entstehen zu lassen.

Morgen wird im SIGNAL IDUNA PARK vor 80.000 Zuschauern und vor Millionen Menschen an den Fernsehern der Schlussakkord dieses atemberaubenden BVB-Jahres gespielt. Einmal noch geht es um alles oder nichts. Um die schwere Partie gegen Hannover 96. Um unser Weiterkommen im DFB-Pokal. Und am Ende vor allem auch darum, den Traum von einem weiteren Abend für die Ewigkeit im Berliner Olympiastadion nach wie vor träumen zu dürfen. Es geht um Tage wie diese, damals im Mai 2012. Euch, die BVB-Fans, möchten wir deshalb bitten, uns morgen Abend wieder zu unterstützen. Lautstark. Bedingungslos. Geduldig. So, wie wir Euch kennen. Und falls nötig 120 Minuten lang.Ihr Fans habt es zweifellos verdient, dass der DFB-Pokal über den Sommer hinaus in Dortmund bleibt! Wenn Ihr wiederum glaubt, dass wir nach diesem unfassbar erfolgreichen Jahr Eure Unterstützung verdient haben, dann wünschen wir uns von Euch nur eines: Verwehrt uns diese nicht.

Unterschrieben von

Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender Geschäftsführung)
Michael Zork (Sportdirektor)
Jürgen Klopp (Cheftrainer)
Sebastian Kehl (Kapitän)

Quelle: BVB.de

1212Mit 3:1 hat der BVB gestern sein letztes Hinrundenspiel in Hoffenheim gewonnen. Doch zum Feiern war dem größten Teil der schwarzgelben Anhängerschaft nicht zumute. Aufgrund des vier Tage zuvor verabschiedeten DFL-Sicherheitskonzeptes begleiteten die Schlachtenbummler das Gastspiel ihrer Borussia mit fast durchgehendem Schweigen - eine fast schon gespenstige Atmosphäre! Dies führte jedoch nicht nur unter den Fans selbst zu - teilweise hitzigen - Diskussionen über Sinn und Unsinn des Protestes; auch die Mannschaft zeigte sich irritiert, allen voran Marco Reus und Roman Weidenfeller. Damit der Protest beim Pokalspiel am Mittwoch nun allen bekannt und ein gesundes Maß zwischen Protest und Support gefunden wird, meldete sich jetzt Jan-Henrik Gruszecki zu Wort, der Dortmunder Sprecher des Bündnisses "12:12". FANKULTUR.com veröffentlicht den Wortlaut des offenen Briefes an die Dortmunder Fanszene an dieser Stelle:

Montag, 17 Dezember 2012 00:07

Bomber mach´s guad! Zu Besuch in der Steiermark

geschrieben von in Groundhopping

So künftig werde ich neben den Spielen und Ereignissen bei den Löwen auch noch häufiger über das Hoppen berichten. Zum Teil werde ich von meinen eigenen Touren schreiben und zum anderen auch von anderen (bekannten) Hoppern Berichte veröffentlichen. Den Anfang mache ich mit meinem Österreichausflug am ersten Adventwochenende. Österreich gehört nämlich zu meinen absoluten Lieblingsländern und das nicht nur Fußballtechnisch.


Graz die zweitgrößte Stadt Österreichs sollt das erste Ziel der Reise sein, ein Ziel welches ich mir bereits seit Jahren immer wieder vornahm aber immer kam was dazwischen. Von München aus war Graz binnen sechs Stunden bequem direkt zur erreichen, so kam ich gegen halb fünf in der steirischen Landeshauptstadt an. Zunächst checkte ich noch schnell in meinem Hotel unweit des Bahnhofes ein, bevor ich mit der BIM (Trambahn) in Richtung Stadion fuhr. Übrigens ist das benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel in Graz an Adventsamstagen umsonst, nur so am Rande, in Deutschland kenne ich das in keiner Großstadt. Und damit auch keiner auf die Idee kommt versehentlich zu Stempeln, sind alle Automaten überklebt worden.

20121201 183048Am Stadion angekommen besorgte ich mir erst mal eine Eintrittskarte. Ich nahm einen Sitzplatz in einer Ecke gegenüber der heimischen Nord. Das Ticket kostete 18 Euro, für einen Sitzplatz ok. Allerdings kosten Stehplätze ebenfalls 18 Euro während der teuerste Sitzplatz gerade mal 25 Euro kostet. Bei Topspielen müssen die Fans in der Kurve sogar 23 Euro für einen Steher berappen. Diese extreme Preispolitik gibt es bei einigen Bundesligisten in Österreich und sorgt für relativ viel Unmut und auch für Proteste. Für die Fans des SK
Sturm war das Spiel gegen die Niederösterreicher nicht irgendein Spiel. Es war das Abschiedsmatch für Sturmlegende Mario Haas. Mit acht Jahren kam der gebürtige Grazer 1982 zum SK Sturm und spielte seit dem fast ausschließlich bei den Schwarzen. Mit bis dahin 450 Bundesligaspieler ist er damit der Rekordspieler bei SKS. Da er unter dem aktuellen Trainer nicht mehr so wirklich zum Zug kam entschloss er sich an diesem Tag seinen Hut zu nehmen. Ein zugegeben etwas seltsamer Zeitpunkt so mitten in der Saison, zwei Wochen vor der Winterpause. Aber egal, aufgrund dieses Abschieds drehte es sich bei den Fans logischerweise fast ausschließlich um Ihn. So gab es zum Intro eine Choreo, welche aus fünf Blockfahnen bestand. Die größte Fahne kam in die Mitte und zeigte das Porträt des Spielers, während auf jede andere Blockfahne jeweils einen Letter des Namens aufgezeichnet wurde.

12.268 Zuschauer kamen zu diesem Match in die UPC-Arena und der Support begrenzte sich in den ersten zwölf Minuten ausschließlich auf Mario Haas. Anschließend wurde auch das Team im Allgemeinen angefeuert, allerdings schwenkte man immer wieder auf Mario Haas um. Dadurch kam der normale Support natürlich etwas zu kurz, aber so eine Identifikationsfigur hat mit Sicherheit so viel Anerkennung verdient und da darf dass Supporten ruhig mal zu kurz kommen. Spannend war das Spiel ohne hin nicht, die Steirer waren von Anfang an überlegen und führten zur Pause mit 2:0. Zwar kamen die Gäste nochmal auf 2:1 ran (das war auch das einzige Mal das die gut 25 Fans im Gästesektor zu hören waren) aber das schockte niemanden. In der 62. Minute entschied Sturm die Partie mit dem 3:1 und jetzt forderten die Fans nur noch eins! „WIR WOLLN DEN MARIO SEHN“ oder „WIR WOLLN DEN BOMBER SEHN“ skandierten die Fans in Richtung Trainer, welcher den Mario in dieser Saison noch nie einsetzte. In der 77. Minute war es endlich soweit. Er wurde vom Aufwärmen zur Bank beordert und die Fans waren nur noch am jubeln. „MARIO HAAS MARIO HAAS MARIO HAAS“ schallte es von allen vier Tribünen als er das Spielfeld in Liebenau zum letzten mal als betrat. Die Mannschaft versuchte Ihm jetzt als krönenden Abschluss noch ein Tor zu ermöglichen und setzte Ihn entsprechend ein, aber leider spielten die Gäste nicht mit und so blieb es beim 3:1 für Sturm.


pyrohaasNach dem Spiel wurde es schließlich richtig emotional. Zunächst noch eine Ehrenrunde durch das Stadion, bevor er sich von der Grazer Nordkurve verabschiedete. Diese wiederum verabschiedete sich mit einer hammergeilen Pyroshow von Ihrem „Bomber“. Auch Mario Haas hatte eine Fackel in der Hand während die Fans „Es gibt nur eine Legende“ sangen. In Deutschland hätte es für Verein und Spieler dafür wohl Geldstrafen und mehr gehagelt und die Fans wären mit Repressionen bedacht worden, in Österreich ist das halt anders, da wird sowas genehmigt. Warum es dort in einer proppenvollen kurve funktioniert und es das bei uns nicht soll ist mir einfach nur ein Rätsel.


Alles in allem hat sich der Besuch im ehemaligen „Arnold-Schwarzenegger-Stadion“ gelohnt. Das mit Wr. Neustadt ein eher wenig interessanter Gegner kam wurde durch den Abschied weg gemacht. Für jeden der zum Hoppen nach Österreich fährt, ist Graz auf jeden Fall ein Pflichtground. Natürlich sind die Duelle gegen die Wiener Vereine normal die Stimmungsvollsten, da es einen Lokalrivalen jetzt leider entgültig nicht mehr gibt zumindest nicht bis ein Nachfolgeverein für den GAK gegründet worden ist.. Für jeden der das Stadion mal besucht, kann ich als Snack nur das Bratenbrot um 2,50 € empfehlen. Lecker dünn geschnittener Schweinebraten mit ein bisschen Soße zwischen zwei leckeren Scheiben Schwarzbrot.

Donnerstag, 13 Dezember 2012 17:00

Westkurve in Kaiserslautern will schweigen

geschrieben von in Stellungnahmen

1212Das Ergebnis der gestrigen Abstimmung hat unterschiedliche Reaktionen hervor gerufen. Während DFL, Vereine, Politik und Polizei die fast geschlossene Zustimmung begrüßen sind viel Fans frustriert, enttäuscht und empört. Dabei sind es nicht nur die Inhalte der 16 Anträge, von denen einige strittige Formulierungen vor der Abstimmung nochmals angepasst wurden (mehr im Detail), sondern auch die Tatsache, dass der eigenen Vereine bei Anträgen entgegen der Absprache seine Zustimmug gegeben hat, sauer auf. Viele Fans fragen sich, wie es nun weiter geht. Protest, Resignation, Fankultur tot?

Als erste Fanszene hat Kaiserslautern reagiert. Die Fanvertretung teilt auf ihrer Webseite mit, das man beim kommenden Heimspiel 90 Minuten auf Stimmung verzichtet. Der Boykott wird von vielen Fanclubs sowie den Ultra-Gruppierungen auf der Westkurve mitgetragen. Trotzdem sind in ersten Reaktionen nicht alle damit einverstanden.

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