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Mittwoch, 30 Oktober 2013 22:35

Schalker und Dortmunder Fanprojekte mit gemeinsamer Erklärung

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derby bvb-s04Die Fanprojekte von Schalke 04 und Borussia Dortmund veröffentlichen eine gemeinsame Presseerklärung zu den Vorfällen am letzten Samstag. Die Presseerklärung im Wortlaut:

Dortmund/Gelsenkirchen 30.Oktober 2013
Das Fan-Projekt Dortmund und das Schalker Fanprojekt mahnen zur Besinnung

Als Fanprojekte haben wir den Auftrag nach dem Nationalen Konzept für Sport und Sicherheit (NKSS) präventiv und kriseninterventiv mit Jugendlichen und jungen erwachsenen Fußballfans gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus zu arbeiten. Gemeinsam mit den Fußballfans wollen wir zu einer positiven Fankultur beitragen.

In ihrer Funktion als unabhängige Drehpunkteinrichtungen werden die Fanprojekte durch die DFL, das Land NRW und die Kommunen finanziert.

Nach den Vorkommnissen am vergangenen Samstag möchten nun auch wir als Fan-Projekt Dortmund und Schalker Fanprojekt gemeinsam Stellung beziehen – für einen respektvollen Umgang, gegen Gewalt und für eine Rivalität beider Vereine mit ihren Fanszenen, die sich auf den Sport beschränkt.

Natürlich ist auch uns die über Jahrzehnte gewachsene Rivalität der beiden Vereine und ihrer Anhänger bewusst. Auch deswegen ist das Ruhrgebietsderby immer ein ganz besonderes Spiel und soll es auch weiterhin bleiben.

Nichtsdestotrotz möchten wir klarstellen, dass aus unserer Sicht an diesem Spieltag, vor allem aber auch in den letzten Wochen und Monaten Grenzen von beiden Seiten überschritten wurden, die nicht akzeptabel sind. Es kann und darf nicht sein, dass gegenseitige Gewaltandrohungen und -anwendungen mit der Rivalität und dem Satz „das war beim Derby schon immer so“ gerechtfertigt und somit als legitim angesehen werden.

Der Anwendung von Pyrotechnik und den mutwillig ausgeübten gewalttätigen Auseinandersetzungen muss an dieser Stelle ganz deutlich Einhalt geboten werden: Das gezielte Einsetzen von „Leuchtspurmunition“ und Werfen anderer Feuerwerkskörper auf Personen ist mindestens eine in Kauf genommene, möglicherweise gar schwere Körperverletzung, die nicht tolerierbar und entschieden abzulehnen ist. Solcherlei Handlungen erfüllen derzeit, trotz aller Diskussionen um Pyrotechnik, Straftatbestände, die eine Reihe polizeilicher Ermittlungen nach sich ziehen und der Fankultur die Luft zu atmen nehmen werden. Diese Vorkommnisse spielen jenen Personen in die Karten, die von jeher auf Verbote setzen. Die Einforderung von Fanrechten und Freiräumen wird so kaum noch möglich sein, Faninteressen so kaum noch ernst genommen werden. Hier muss ein Umdenken in den Köpfen der Beteiligten einsetzen.

Unabhängig davon gibt es uns als Pädagogen zu denken, dass insbesondere Teile der jungen Generationen von BVB- und Schalke-Fans gewalttätige Auseinandersetzungen heroisieren und sich selbst (wie auch das Ultradasein) zunehmend über derartige Handlungen zu definieren scheinen. Es ist mittlerweile zu einem Kreislauf von Aktionen und Reaktionen gekommen, der immer wieder mit inakzeptablen Handlungen der jeweils anderen Seite gerechtfertigt und somit am Leben gehalten wird. An dieser Stelle sind zunächst die Ultras gefordert, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Aber auch alle anderen Stadionbesucher sowie alle professionell am Fußballgeschehen Beteiligten stehen in der Verantwortung für eine friedliche und positive Fankultur.

Die Aktion „12:12 – Ohne Stimme keine Stimmung“ hat gezeigt, welchen Einfluss und welches Veränderungspotenzial Fankurven haben können, die sich an den positiven Werten der Fankultur orientieren!

Wir fordern alle Fans auf, sich einzumischen – gegen Hass, Gewalt und Diskriminierungen und für eine Fankultur, die ihre Rivalitäten kreativ, witzig und von gegenseitigem Respekt getragen, auslebt.

Fan-Projekt Dortmund e.V. Schalker Fanprojekt

Die AG Fanwälte richtet sich mit einem Offenen Brief an den nordrhein-westfälischen Landesinnenminister Ralf Jäger und bezieht Stellung zu den Vorkommnissen beim CL-Qualifikationsspiel in Gelsenkirchen und ihrem Nachhall. Wir veröffentlichen den Offenen Brief im Wortlaut:

profans grossZur Kündigung der Dialogbereitschaft mit Rainer Wendt gibt ProFans die folgende, hier im Wortlaut wiedergegebene Pressemitteilung heraus:

profans grossDie Faninitative ProFans warnt vor einer zunehemenden Vereinnahmung der Fankultur durch Rechtsextreme. Schuld daran sei mitunter auch die Schwächung  der aktiven Fans und Ultrasgruppen durch Stadionverbote. Dieses Machtvakuum in den Kurven werde inzwischen verstärkt durch rechte Gruppen gefüllt. Der Slogan "Politik raus aus der Kurve" sei dabei Mittel zum Zweck. Alex Schulz von ProFans dazu: „Die extreme Rechte ist nicht Teil der kreativen, vielfältigen, bunten und lauten Fankultur in unseren Stadien.“

fc bayernRechtzeitig vor dem Beginn der neuen Bundesligasaison hat der FC Bayern München gegen 55 Anhängern Stadionverbote ausgesprochen. Hintergrund sind offensichtlich Auseinandersetzungen aus der vergangenen Spielzeit mit Fans des 1. FC Nürnberg. Betroffen sind sowohl Mitglieder verschiedener Fanclubs, aber auch einige junge, unorganisierte Fans. Das Fanbündnis "Südkurve München" kritisiert das Vorgehen des Vereins scharf. Man wolle sich zwar weiterhin zur Causa "Uli Hoeneß" bis zum Abschluss des Verfahrens gegen den Vereinspräsidenten nicht äußern, angesichts der nun verhängten Stadionverbote werde aber "die Charakterlosigkeit, Heuchelei und Doppelmoral offensichtlich, die Teile des Vereins durchsetze."

Montag, 29 Juli 2013 12:19

BAFF: Das Dagegensein nicht verbieten!

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baffAm Freitag trafen im Kölner Südstadion mit Fortuna Köln und Alemannia Aachen zwei Fußball-Traditionsverein aufeinander. Während das sportliche Ergebnis mit 3:1 klar an die Gäste aus Aachen ging, sorgt das Verbot von anti-rassistischen Spruchbändern und Zaunfahnen weiterhin für Unverständnis. Das Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) bezieht in einem Statement klar Stellung und kritisiert die Entscheidung des Vereins Fortuna Köln und nennt noch weitere Beispiele.

fortuna duesseldorfNach langer Zeit mal wieder ein rheinisches Derby zwischen dem 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf. Beide Rivalen freuen sich auf das Aufeinandertreffen. Die Ultras Fortuna planten die gemeinsame Anreise ab Benrath und ein Fußmarsch zum Stadion. Nun scheint es, als sei dieses Vorhaben durch die Sicherheitsbehörden nicht erwünscht und der Fanmarsch verboten. In einer Stellungnahme der Ultras aus Düsseldorf heißt es zu den Gründen der Polizei, dass diese den Marsch und die Teilnehmer nicht ausreichend schützen könne. Man sei von Seiten der Fans durchaus gesprächsbereit gewesen und habe über Alternativen nachgedacht, jedoch sei es bei den Gesprächen lediglich um einseitige Informationsvermittlung durch die Polizei gegangen.

Trotz der fehlenden Genehmigung wollen sich die Fortuna Fans am Samstag wie geplant in Düsseldorf treffen und die Anreise gemeinsam mit 2.000 Anhängern zum Stadion in Köln pilgern.

Anpfiff

Bolzplatz

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