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Christian Lenhart

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catalonia3Immer wieder der FC Barcelona. Kaum ein anderer Verein wird weltweit so stark gehyped wie der FC Barcelona. Aber warum? Keine Frage, die sportlichen Leistungen sind herausragend und Spieler wie Messi, Iniesta, Xavi und Co sind Weltklassespieler. Als eingefleischter BVB-Fan beneide ich diesen Verein aber in keinster Weise.

Barca soll angeblich sowas wie eine Religion sein und trifft man Menschen aus Ländern, die keine große Fußball-Kultur haben, sind sie neben Liverpool, Milan, Bayern oder ManU  sehr oft eingefleischte Barca-Fans. Dem Sponsoring und Marketing sei Dank. Gut sie haben viele Titel gewonnen, das ist immer noch die beste Werbung. Oft schimpfen die Barca-Anhänger auf die Reichen Club wie ManCity und Co. Aber diese Scheinheiligkeit nervt. Bei Barca geht es auch nur um das liebe Geld, wenngleich der Verein hochverschuldet ist und in Deutschland nicht mal in der Kreisklasse ne Lizenz bekäme. Dieses Argument hat Uli Hoeneß auch schon gebracht und er hatte damit vollkommen recht. Man kann ja auch als Borusse auf die Bayern schimpfen wie man will. Aber mit dem vielen Geld mit denen sie anderen Vereinen die Spieler weg kaufen ist nun mal ihr Geld. Bayern kann man als arrogant titulieren, aber sie sind ehrlich in ihrer Haltung. Und nur weil Barca jahrelang keinen Trikot-Sponsor hatte, so sind sie lange nicht gegen Kommerz. Und Unicef auf dem Trikot war auch nur eine PR-Kampagne, denn auf diesem Niveau wird nichts aus Idealismus gemacht, wenngleich der Schweizer Fußballer Hans Gamper den FC Barcelona aus altruistischen Motiven gegründet hat.

Millionentransfers und dicke Spielergehälter müssen ja auch finanziert werden. Es werden bei so einem hohen Schuldenstand Firmen geprellt, die sich nicht trauen, gegen diesen „großen Verein“ zu klagen. Aber investiert wird immer noch kräftig.

 Ach-ja: Barcelona würde sicher keinen „verlorenen Sohn“ zurückholen, wie es Dortmund gerade gemacht hat, wenn es nicht läuft. Oder hätten sie Fabregas von Arsenal geholt, wenn er dort nur die Bank gewärmt hätte? Wahrscheinlich nicht. Und wenn Spieler ihre Meinung sagen, dann werden sie gleich wieder abgesägt. Prominentes Beispiel ist der schwedische Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic. „Ibra“ ist bekannt dafür, dass er seine Meinung frei äußert und auch exzentrisch ist. Genau dies wurde ihm unter dem Guardiola-Regime zum Verhängnis. Also liebe Bayern: Wollt ihr sowas haben. Da ist mir ein besonnener Mensch wie Jupp Heynckes lieber, der auch mal Verständnis für die Eigenarten seiner Spieler hat.

Was Fankultur und Vereinsliebe betrifft, so haben doch die meisten eine Meinung: Es soll unpolitisch sein und im Verein soll der Fußball zählen und nicht die Politik. Die Barca-Anhänger gerade die Katalanen sind für Separatismus. Sie wollen, dass Katalonien wieder unabhängig ist und sich von Spanien trennt. Das ist  Nationalismus und hat nichts mit Fußball und Fankultur zu tun.  Aber kein linksalternativer Fan würde sich des Nationalismus bezichtigen lassen. Und warum ist gerade dieser Separatismus jetzt im Aufwind? Katalonien ist mit die reichste Region Spaniens und will sich aus

Wahrscheinlich ist es aber gerade hip so etwas unter die tollen Farben von Barca zu bringen. Das macht es leicht sich für so etwas zu begeistern. Über den Katalanismus kann jeder denken was er will. Aber der Fußball soll dafür nicht missbraucht werden. Würden die Fans von Borussia Dortmund sich für einen souveränes Westfalen aussprechen, dann wäre in Deutschland die Hölle los.

Aber der große FC Barcelona darf ja alles.

Um es am Ende deutlich zu machen. Dieser Kommentar soll nicht die treuen Anhänger von Barca diskreditieren, sondern auch mal entgegen des Medien-Mainstreams ein paar Fakten aufzeigen, die Barca nicht als den politisch korrekten, linksgerichteten und schicken Club darstellt. Ob Borussia auf Barca in der Champions-League trifft steht noch in den Sternen. Aber ich würde es auch den Bayern oder Schalke gönnen, wenn sie Barca raushauen würden. Nicht aus Nationalstolz, sondern weil hinter diesen Vereinen mehr Charakter und ehrliche Arbeit steckt als beim spanischen Spitzenklub. Und das sage ich als treuer Borusse, der sonst nichts Gutes an den beiden Erzrivalen lässt. In diesem Sinne: „Scheiss auf Messi, Iniesta und Xavi – wir haben Götze, Reus, Kuba und Nuri“.

Donnerstag, 08 November 2012 11:33

München ist Schwatz-Gelb

muenchner-borussenMünchen hat viel zu bieten. Keine Frage. Aber für Fußball-Fans, besonders Dortmunder Borussen, schreckt doch der FC Bayern München einen Ortswechsel ab. Man denkt, man sei da der Einzige der in BVB-Bettwäsche schlief? Denkste! Erstens sind faste alle Münchner Sechziger. Zweitens gibt es mehr Dortmund-Fans in München als man denkt. Man schätzt so weit über 1000. Wer das nicht glaubt, der sollte mal die Storchenburg in der Nähe des Kunstparkviertels an einem Spieltag besuchen. Dort trifft man auf die Münchner Borussen. Ein BVB-Fanclub aus dem tiefsten Oberbayern, der es sich 2010 zum Ziel setzte, BVB-Fans aus München und Umgebung zusammenzuführen. Ihr Motto lautet: "Wir halten fest und treu zusammen".

Mittwoch, 31 Oktober 2012 15:01

Sicherheit vs. Fankultur

polizei kontrolleDas Thema Stadionsicherheit wird seit längerer Zeit mehr und mehr diskutiert. Nachdem die Medien öfters über Fan-Übergriffe und verbotenen Handlungen im Stadion berichtet haben, reagierten zunächst die Innenminister und forderten durchweg ein konsequentes Vorgehen gegen Pyrotechnik, politisch inkorrekten Werbebannern und Fangewalt. Besonders der nordrhein-westfälische Innenminister Jäger brachte den Stein ins Rollen, indem er die Vereine stark unter Druck setzte.

Angeblich sei die Polizei überlastet. Sicher haben Spiele wie Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden im DFB Pokal, das Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC oder das vergangene Revierderby Dortmund gegen Schalke nochmal Öl ins Feuer gegossen. Derart unter Druck gesetzt hat sich die DFL diesem Thema angenommen und raus gekommen ist dabei das umstrittene 33-seitige Positionspapier "Sicheres Stadionerlebnis", welches von vielen Vereinen und Fanclubs abgelehnt beziehungsweise nicht eins zu eins angenommen wird. Die Tatsache, dass Borussia Dortmund dieses befürwortet, rührt wahrscheinlich daher, dass Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball bekanntermaßen DFL-Vorsitzender ist. Aber Rauball ist auch Jurist und kann sich als Sozialdemokrat auch Justizminister a.D nennen. Und gerade die Juristen -die Fananwälte- haben große Bedenken. "Das Papier ist zum großen Teil rechtswidrig und schränkt die Freiheits- und Persönlichkeitsrechte der Fans zu sehr ein.", so die juristische Stimme der Fans. Hier ein Beispiel: Geht man davon aus, dass körperliche Untersuchungen, also auch in den Körper reingucken, ohne Arzt und Richter oder Staatsanwalt durchgeführt werden können, so geht das über das Maß der deutschen Strafprozessordnung hinaus, die gerade versucht eine Harmonie zwischen Freiheit und Sicherheit sowie Ermittlungsinteresse zu erreichen. Rechtstaatliche Prinzipien wie "Verhältnismäßigkeit" und "Angemessenheit" schienen bei der Ausarbeitung des Papiers ein wenig stiefmütterlich behandelt worden zu sein. Sicherheit um jeden Preis kollidiert nun mal mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Natürlich ist das für die DFL-Lobby völliger Humbug und ein Sprecher äußerte sich in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung folgend: "Die im Konzeptpapier (...) vorgeschlagenen Maßnahmen werden in den verbandsrechtlichen Vorschriften selbstverständlich so ausgestaltet und in der Praxis selbstverständlich so umgesetzt, dass sie mit dem geltenden Recht in Einklang stehen" Selbstverständlich ist Sicherheit wichtiges Gut und bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Aber kann man Sicherheit um jeden Preis erzwingen? Oder will die DFL durch bewusst überzogene und unangemessene Forderungen, so viele Einschränkungen wie möglich raus kitzeln? Schließlich wird hier in Deutschland jedes Gesetz, jede Richtlinie und jedes Konzept zehnmal ausdiskutiert, bevor man es für verbindlich erklärt. So funktioniert nun mal ein moderner aufgeklärter Rechtsstaat. Insoweit kann man sicher davon ausgehen, dass am DFL-Sicherheitskonzept rechtskundige Leute mitarbeiten. Dem Grunde nach ist es nichts als der übliche Kuhhandel, wenn es um die Einschränkung von Freiheits- und Persönlichkeitsrechten geht. Seit 2001 ist dieser Markt ja florierend und ruft Meinungen aller Couleur zum Feilschen auf. Die Sicherheitsdebatten um Nine-Eleven müssen ja hier nicht alle aufgezählt werden.

Der Fan dürfte am wenigsten vom Sicherheitskonzept begeistert sein - zumindest nicht der freiheitsliebende Fan, der seine Rechte als Bürger dieser Republik kennt. Nicht jeder Fan, der im Stadion für Stimmung sorgt ist ein schlagender, randalierender, homophober und rassistischer Hool, der das Fußballstadion als Schlachtfeld sieht. Folgt man dem Sicherheitspapier, so wird er mit einer Minderheit gleichgesetzt. Jeder ist ein potentieller Sprengstoffschmuggler. Kein Wunder, dass das "Sicherheitspapier" der DFL primär für Empörung in der Fankurve sorgte. Dem Besucher auf der Haupttribüne wird das reichlich egal sein, zumindest so lange bis nicht auch er durch eine Hochsicherheitsschleuse gelotst wird. Vielleicht zahlt der Fan in der Kurve nur ein Bruchteil dessen, was ein Buisness-Seat einbringt, und ist damit für Vereine finanziell nicht so attraktiv Natürlich soll man, egal auf welchem Platz, keine Angst haben ins Stadion zu gehen. Aber ist es notwendigdeswegen den Rechtsstaat bis aufs Äußerste auszureizen und die Freiheitsgesetze restriktiv und die Sicherheitsgesetze extensiv auszulegen? Es ist jedenfalls nicht der goldene Weg der Mitte. Statt zu begrenzen wird verboten, statt zu verhandeln wird verlangt. Natürlich ist es leichter alle zu bestrafen, anstatt die Chaoten ausfindig zu machen, die jedes Mal den Bogen überspannen und jedes Mal gewaltbereit sind und jedes mal rassistische und homophobe Parolen in Wort, Schrift und Bild von sich preisgeben. Allein aus diesen paar Beispielen ist die breite Ablehnung des "Sicherheitspapiers" nachvollziehbar. Möglicherweise muss man den Damen und Herren vom DFL zugestehen, dass diese gegebenenfalls weniger von einer bunten Fankultur geprägt ist, sondern mehr von der Lobby, die den Fußball als Plattform für kommerzielle Partikularinteressen sieht. Was am Ende dabei raus kommt, bleibt noch abzuwarten. Spannend wird sein, ob sich am Ende aufgrund mangelnden Konsens die obersten Richter in Deutschland mit den Interessen von Sicherheits- und Fußballfans auseinandersetzen müssen.

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