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Dienstag, 07 Mai 2013 15:03

Kein Zwanni: Kein Opernpublikum in deutschen Stadien

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kein-zwanniDie Initiative "Kein Zwanni für nen Steher" möchte am 33. Spieltag nochmal ein Zeichen für faire Ticketpreise setzen. Fans von Borussia Dortmund wollen beim letzten Auswärtsspiel der Bundesliga-Saison in Wolfsburg die ersten 20 Minuten nicht den Stehplatzblock betreten.

"Es ist an uns, erneut Zeit ein Zeichen zu setzen und die Vereine daran zu erinnern, dass Fußball durch seine Fans lebt." so die Initiative zur Begründung. "Wenn die Preisentwicklung so weiter geht, werden wir bald - wie in England - überwiegend ein Opernpublikum haben." und ist froh, dass der eigenen Verein angekündigt hat, in der kommenden Saison auf Topzuschläge weites gehend zu verzichten. Man wolle nun weiter dazu beitragen, dass sich weitere Vereine diesem Vorgehen anschließen.

Der Dortmunder Anhang musste in dieser Saison bei 17 Auswärtsspielen insgesamt 150€ mehr für sein Platz bezahlen im Stadion bezahlen, als ein Anhänger des FC Augsburg.

Die Forderungen sind dabei recht schnell zusammengefasst:kein zwanni

  • Stoppt die Topzuschläge für Gästefans
  • Keine Zusammenarbeit mit Online-Ticketplattformen
  • Preisstopp bei den Stehplatzpreisen
  • Ausreichende Anzahl Karten in der günstigen Sitzplatzkategorie

Zwar richte sich die Aktion am Samstag auch gegen den VfL Wolfsburg, jedoch nicht ausschließlich. Es soll eine Warnung und Zeichen für die ganze Liga sein: Fußball muss bezahlbar sein.

Quelle: Schwatzgelb.de

Am 21. März 2013 führten Polizisten im Berliner Olympiastadion eine groß angelegte Übung durch, um ihre Fähigkeiten zur Bekämpfung von Ausschreitungen bei Fußballspielen zu verbessern. Dazu trainierten sie die schnelle Verlegung von Einsatzkräften auf dem Luftweg. Die Übung endete jedoch tragisch, als ein dabei eingesetzter Hubschrauber beim Landeanflug abstürzte und ein Pilot ums Leben kam. Während die Öffentlichkeit das Ereignis mit Bestürzung aufnahm, reagierten einige sich wohl als zukünftige Betroffene der Sicherheitsbemühungen sehende Fußballfans mit Schadenfreude.

Zunächst bezogen sich am 23. März einige Anhänger von Rot-Weiss Essen auf den Todesfall, indem sie während einer Regionalligabegegnung bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln ein Transparent mit der Aufschrift zeigten: „Wer hoch fliegt, fällt auch tief! a.c.a.b.“[1] Mit dem Bezug auf eine niederfallende Person in Kombination mit der für „All Cops are Bastards“ (Alle Bullen sind Bastarde) stehenden Abkürzung drückten sie ihren Hass auf Polizisten auf eine besonders perfide Weise aus, blieben aber in einem unpolitischen, lediglich auf den Fußball beschränkten Bereich.

Diesen überschritten hingegen einige Fans der SG Dynamo Dresden, eines Vereins, der dafür bekannt ist, dass er einerseits von einer großen Anzahl enthusiastischer Fans unterstützt wird, andererseits aber innerhalb seines Anhangs auch einen gewissen Anteil rechtsextremistisch eingestellter Personen und gewaltbereiter Polizistenfeinde hat. Am 6. April präsentierten einige dieser Vereinsanhänger im Verlauf des Heimspiels gegen den FC St. Pauli ein Transparent, auf dem die Zeichnung eines Hubschrauberwracks zu sehen war, neben der die Worte standen: „HUBSCHRAUBERPILOT DU BIST EIN IDIOT.“[2] Auf den ersten Blick handelte es sich dabei um eine mit der Tat der Essener Fans vergleichbare Aktion. Es bestand jedoch ein weiterer Hintergrund, denn der Parole lag eine Zeile des von der Rechtsrockband „Landser“ veröffentlichten Liedes „Bundeswehrpilot“ zugrunde, das auf deren im Jahr 2000 erschienenen Album „Ran an den Feind“ enthalten war. Darin agitierte die Band gegen die deutsche Beteiligung am von der Nato gegen Serbien geführten Waffengang. Dies erfolgte allerdings nicht wegen einer allgemeinen Ablehnung des Krieges, sondern da die Musikgruppe aufgrund einer antiamerikanischen Grundhaltung die Bundeswehr als eine für fremde Interessen missbrauchte Verfügungstruppe der USA ablehnte. In dem Lied hieß es:

„Bundeswehrpilot, Du bist ein Idiot
Du wirst sterben für verlogene Parolen
Bundeswehrpilot, morgen bist Du tot
denn die Serben werden Dich vom Himmel holen“.

Aufgrund der wörtlichen Übereinstimmung „Du bist ein Idiot“ in Verbindung mit dem tödlich verlaufenden Absturz eines Piloten, kann eine zufällige Ähnlichkeit der auf dem Transparent angebrachten Parole mit dem Songtext ausgeschlossen werden. Die für das Spruchband verantwortlichen Vereinsanhänger haben sich dadurch bewusst auf „Landser“ bezogen. Zwar existiert die Musikgruppe bereits seit Jahren nicht mehr, doch hat sie sich innerhalb der rechtsextremistischen Szene einen derart großen Kultstatus erworben, dass sie weiterhin jedem subkulturell orientierten Aktivisten sowie gleichzeitig vielen nicht in die Szene eingebundenen Personen bekannt ist. Selbst wenn die Verantwortlichen nicht über eine geschlossene extremistische Haltung verfügt haben sollten, haben sie zumindest kein Problem damit gehabt, sich auf ein Agitationsmittel der rechtsextremistischen Musikszene zu beziehen. Somit handelte es sich beim Dresdener Transparent nicht „nur“ um die Verunglimpfung des tödlich verunglückten Polizisten, sondern eine Kombination aus aggressiver Polizistenfeindschaft mit einer rechtsextremistischen Einfärbung.

Auffallend war in dieser Angelegenheit auch, dass das Transparent trotz der eigentlich provokanten Wirkung und des Hintergrundes des Zitats nur eine geringe Aufmerksamkeit der Presse erzeugte. Dass es sich bei der Aktion nicht um einen einmaligen Ausfall handelte, zeigte sich am 12. April im Verlauf des Auswärtsspiels beim 1. FC Union Berlin. Dabei griffen Dynamo-Fans bereits beim Anmarsch auf das Stadion die begleitenden Polizisten an und verunglimpften erneut den verstorbenen Hubschrauberpiloten.[3] Für den Verein ist dies umso bedauerlicher, da die Gesamtheit der Fans während des Spiels eine beeindruckende, ebenso lautstarke wie kreative Unterstützung ihrer Mannschaft zeigte, die eines international spielenden Vereins würdig wäre und dem Klub eigentlich große Sympathien einbringen würde.[4]


[1] Vgl. Rot-Weiss Essen, Offener Brief als Entschuldigung für Transparent, 25. März 2013, veröffentlicht unter: www.rot-weiss-essen.de, gelesen am 18. April 2013.

[2] Vgl. Jokers Radeberg, 2.Liga SG Dynamo Dresden vs. FC St. Pauli 3:2. Bild Nr. 44, 6. April 2013, veröffentlicht unter: www.jokers-radeberg.de/bilder-videos-1/1-mannschaft-2/s12-13-28st-sgd-vs-pauli/, gelesen am 16. April 2013.

[3] Vgl. Polizei Berlin, Fazit zum Zweitligaspiel Union – Dresden. Pressemitteilung vom 13. April 2013, veröffentlicht unter: www.berlin.de, gelesen am 17. April 2013.

[4] Beobachtung des beim Spiel anwesenden Verfassers.

Dienstag, 16 April 2013 07:17

Fanszene hilft - Typisierungsaktion in Hannover

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fanszene hilft

Fans von Hannover 96 organisieren am kommenden Heimspiel gegen den deutschen Meister aus München eine große Typisierungsaktion. Die Aktion ist damit der Startschuss zu einer neuen Initiative "Fanszene hilft", zu der sich 96-Fans aus verschiedenen Bereichen der Fanszene zusammengeschlossen haben. Zum Auftakt wird das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) gegen Blutkrebs unterstützt.

Mittwoch, 03 April 2013 14:07

Frankfurter Blockfahne stört Jubiläumschoreo in Mainz

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Beim Heimspiel gegen Werder Bremen am vergangenen Samstag wurde das 108-jähirges Vereinsjubiläum des FSV Mainz 05 gefeiert. Aus diesem Anlass hatten Fans eine bunte Choreo in der Mainzer Fankurve vorbereitet und zu Spielbeginn durchgeführt. Mitglieder einer Frankfurter Fangruppierung störten das Gesamtbild aus Mainzer Sicht erheblich. Neben den geplanten Blockfahnen enthüllten die Mainzer Anhänger unfreiwillig eine eingeschmuggelte Blockfahne mit weniger netten Grüßen aus Frankfurt.

protest2Das Heimspiel gegen Hannover 96 (3:1) wurde von großen Teilen der Dortmunder Fan-Szene für Protestkundgebungen genutzt. Zwei Anliegen standen dabei gleichermaßen im Mittelpunkt. So gab es einerseits Solidaritätsbekundungen für Jens Volke und Thilo Danielsmeyer. Die beiden Fanbetreuer wurden beim Champions-League-Auswärtsspiel in Donezk angegriffen, der Tat wird weithin ein rechtsextremistischer Hintergrund attestiert. Der Verein hat umgehend mit Stadionverboten gegen die Angreifer reagiert. „Thilo und Jens wir stehen hinter Euch“ prangte es direkt hinter dem Tor auf der Südtribüne, als die 22 Akteure den Rasen betraten. Und: „Hände weg vom Fanprojekt“. Banner gegen Rechtsextremismus bildeten den zweiten Schwerpunkt der Dortmunder Protestbanner.


Besonders engagiert zeigten sich auch die Mitglieder des BVB-Fanclubs „BVB Supporters Lennetal“, die, in Adaption eines Liedes der BVB-Kultband PSG, auf der Südtribüne den Schriftzug „Thilo Jens, siege wenn Du kannst, verliere wenn Du musst, doch kapituliere nie!“ hochhielten. Zuvor hatten sie bereits Flugblätter verteilt, mit denen noch einmal der Hintergrund der Aktionen verdeutlicht wurde.

In die Banner der Lennetaler mischte sich auch ein „Fremd-Banner“ gegen Rechts („Nazis raus!!!“), wie sie in ähnlicher Diktion ebenfalls an zahlreichen verschiedenen Stellen im Stadion gezeigt wurden (u.a. „V.I.P.s gegen Rechts“, „Rollis gegen Rechts“, „Howitown zeigt Rechts die Rote Karte“).

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Damit haben die Fans des BVB ein deutliches Zeichen der Solidarität mit ihren Fanbetreuern sowie ein klares Signal gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Stadion gesetzt.

Das BVB-Online-Magazin „Schwatzgelb“ hat inzwischen einen Film der Aktionen online gestellt.

Samstag, 05 Januar 2013 11:13

Lübeck für den VfB

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Im November 2012 wurde die Initiative „Lübeck für den VfB“ von Mitgliedern und treuen Fans des Vereins ins Leben gerufen. Die Initiative hat sich gegründet, um den Negativentwicklung im Verein in den letzten Jahren entgegen zu wirken. Dazu ist es sicherlich hilfreich, einen kurzen Überblick über die letzten Jahre beim VfB Lübeck zu geben.

2x Insolvent innerhalb weniger Jahre

Dass es finanziell beim VfB Lübeck  gar nicht gut aussieht, ist schon seit einiger Zeit kein Geheimnis mehr. Bereits im Jahr 2008 musste erstmals Insolvenz angemeldet werden, da den Verein mehrere Millionen Euro Schulden drückten. Glücklicherweise fand das Verfahren 2010 einen positiven Ausgang.

Dennoch konnte sich der Verein auch nach dem Insolvenzverfahren finanziell nie wirklich erholen. Nach einem kurzen sportlichen Hoch und einem 3. Platz in der Saison 2010/2011 ging es in der darauffolgenden Spielzeit wieder bergab. Auch aufgrund der sportlichen Bedeutungslosigkeit 2011/2012 (nur ein Aufsteiger- keine Absteiger) kehrten immer mehr Zuschauer dem VfB den Rücken.

Auch in der jetzigen Spielzeit 2012/2013 wurde es nicht besser -  im Gegenteil. Der Saisonstart verlief schwach, zudem konnte sich kaum noch jemand mit den Spielern auf dem Platz identifizieren. Zu allem Überfluss gab es bereits im Oktober wieder erhebliche finanzielle Probleme. Viele Mitglieder hatten daraufhin genug und wählten bei der Jahreshauptversammlung Ende Oktober den Aufsichtsrat ab. Ebenso wurde Aufsichtsrat und Vorstand die Entlastung verweigert. Nur wenige Tage nach der JHV musste der Vorstand wenig überraschend erneut Insolvenz anmelden.

Gründung Initiative „Lübeck für den VfB“

Anfang November gründete sich dann die Initiative „Lübeck für den VfB“. Denn schließlich war klar, dass es viele Anhänger gibt, die sich für den VfB einbringen und ihm nicht tatenlos beim Sterben zusehen wollen.

luebeck 1

Die Lage schien zunächst relativ aussichtslos. Durch die im Nachhinein vollkommen richtige Entscheidung, den Aufsichtsrat abzuwählen, stand der Verein nun zunächst ohne dieses Gremium dar. Ein erster Schritt konnte mit der Wahl eines neuen Aufsichtsrates gemacht werden. Hierfür konnten kompetente und dem VfB nahestehende Personen gefunden werden, welche sich seit ihrer Wahl mit großem Engagement für die Rettung des Vereins einsetzen.

Aktionen zur Unterstützung des Vereins

Die Initiative steht dem Aufsichtsrat bei diesem schwierigen Unterfangen jederzeit zur Seite und hat seit Gründung schon viele Aktionen zugunsten des VfB gestartet.

So gab es anstelle des ausgefallenen Heimspiels gegen Cloppenburg ein Soli-Suppen- Essen und Winterpausenkartenverkauf zugunsten des VfB sowie einen Glühweinstand auf dem Lübecker Weihnachtsmarkt am letzten Adventswochenende. Sämtliche Erlöse hieraus gingen auf ein Retterkonto, welches von der Initiative ins Leben gerufen wurde. Weiterhin wurde von vielen VfB- Anhängern fleißig auf dieses Konto gespendet, sodass sich aktuell ein Betrag von über 30.000€ auf dem Konto befindet.

Neben dem finanziellen Erfolg konnte aber auch ein neues „Wir-Gefühl“ unter allen VfBern erreicht werden. Allen ist klar, dass nur gemeinsam die Rettung des Vereins erreicht werden kann. Dies zeigt auch der Umstand, dass viele Aufsichtsratsmitglieder und weitere Vereinsvertreter sich an beiden Aktionen beteiligten. Zudem konnte gerade durch den Glühweinstand das Image des Vereins in der Stadt wieder etwas aufgewertet werden. Viele Lübecker interessierten sich für die Initiative und unterstützten den VfB gerne.

luebeck 2

Durch weitere zugesagte 150.000€ zur Deckung der Kosten für den Spielbetrieb ab Januar 2013 durch Sponsoren bzw. Spender konnte nun zunächst die Löschung aus dem Vereinsregister vermieden werden.

Aussichten für die Zukunft

Zunächst wird weiterhin Geld benötigt, um den Spielbetrieb bis zum Saisonende zu sichern. Somit wird auch die Initiative im Jahr 2013 weiterhin Aktionen starten, um den Verein finanziell zu unterstützen.

Mittelfristig gilt es dann, das Image des Vereins in der Stadt wieder zu verbessern. Denn viele Lübecker haben durch die jahrelangen Enttäuschungen das Vertrauen in den Verein verloren. In der kommenden Saison wird der Verein aufgrund des Insolvenzverfahrens und dem damit verbundenen Zwangsabstieg nur noch in der 5. Liga spielen. Es wird momentan an einem neuen Kader mit regionalen Talenten und Identifikationsfiguren gearbeitet. Ziel und Aufgabe der Kampagne wird es sein, die Lübecker für die neuen Werte des Vereins zu begeistern.

https://soundcloud.com/fuerdenvfb/lgm-kannst-du-die-pappeln

Alle weiteren Informationen zur Initiative gibt es auch unter www.luebeck-fuer-den-vfb.de

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Mittwoch, 02 Januar 2013 14:13

Statt Boykott soll nun Gestaltet werden

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1212Der Dezember 2012 hatte für die Fußball-Bundesliga und die Fans wenige besinnliches übrig. Nach dem beindruckenden Protest der 12doppelpunkt12 Kampagne mit 12 Minuten und 12 Sekunden Schweigen zum Beginn von drei Spieltage, ging es nach der Verabschiedung des Sicherheitskonzepts durch die Vereine am letzten Spieltag in der Fanszene hoch her. Während einige Ultras-Gruppen und aktive Fansezenen als Reaktion auf die Entscheidung weiter - mehr schlecht als recht - schwiegen, wurde der Protest in einigen Stadien von den übrigen Zuschauern mit Pfiffen und Unverständnis begleitet, teilweise ziehen sich tiefe Gräben durch die Fans eines Vereins.

Fans von über 50 Vereinen haben sich nun zwischen den Feiertagen in Kassel getroffen und über das weitere Vorgehen in der Rückrunde beraten. Rückblickend betrachtet man die Aktion als großen Erfolg und möchte die nun entstandenen Strukturen weiter nutzen um in einen ernsthaften Dialog mit der DFL einzusteigen.

Anpfiff

Bolzplatz

Fan-Block