Mi22May2013

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Dienstag, 21 Mai 2013 16:03

UEFA Auflagen verhindern Fan-Choreo im Wembley-Stadion

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fankulturAm kommenden Samstag steigt das Championsleague-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund in Wembley. Um die 50.000 Fans aus beiden Lagern werden dem Highlight im europäischen Vereinsfußball ein würdigen Rahmen verleihen. Das dieser Rahmen äußerst eingeschränkt sein wird, hat man der UEFA und den rund 30.000 Gästen aus der "UEFA Familie" zu verdanken.

Dienstag, 21 Mai 2013 10:28

Choreoverbot in der Cannstatter Kurve

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vfb mainz choreo 1213

Zum letzten Spieltag der Saison sind die Fankurven meist besonders bunt und laut bevor es in die Sommerpause geht. Dabei gehören Choreos fast schon zur Tradition. Die Cannstatter Kurve in Stuttgart wollte das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 ebenfalls mit einer geplanten Kurvenchoreo beginnen. Ein Verbot durch die örtlichen Behörden machte diesem Vorhaben auf Drängen der Polizei einen Strich durch die Rechnung. Grund für das Verbot sollen demnach Verfehlungen der Fans rund um die beiden Spiele gegen den SC Freiburg sein. Im Statement der Ultras heißt es, das Laufen in einer großen Gruppe auf der Straße, Zünden von Pyrotechnik außerhalb des Stadion und Provokation der Freiburg-Fans nach dem Pokalsieg seien die Gründe der Behörden um den konstruktiven Dialog mit der Fanszene in Stuttgart auf Eis zu legen.

Mittwoch, 15 Mai 2013 11:15

Rostock-Fans als Trikot-Sponsor

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hansa fans sponsor

Zwei Spieltage vor Saisonschluss der 3. Liga präsentiert der FC Hansa Rostock einen neuen Sponsor. Keine Firma sondern Fans werden auf dem Trikotärmel präsentiert. Die Fan-Initiative "A.F.D.F.C.H. – Alles für den F.C. Hansa" hatte die Idee und unter den Fans zum Sammeln aufgerufen. Ursprünglich war eine Summe von 1.965€ für ein Spiel geplant, nun sind innerhalb kurzer Zeit schon 5.000€ zusammen. Daher wird das Logo der Initiative für zwei Spielen den Trikotärmel zieren.

Dienstag, 07 Mai 2013 15:03

Kein Zwanni: Kein Opernpublikum in deutschen Stadien

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kein-zwanniDie Initiative "Kein Zwanni für nen Steher" möchte am 33. Spieltag nochmal ein Zeichen für faire Ticketpreise setzen. Fans von Borussia Dortmund wollen beim letzten Auswärtsspiel der Bundesliga-Saison in Wolfsburg die ersten 20 Minuten nicht den Stehplatzblock betreten.

"Es ist an uns, erneut Zeit ein Zeichen zu setzen und die Vereine daran zu erinnern, dass Fußball durch seine Fans lebt." so die Initiative zur Begründung. "Wenn die Preisentwicklung so weiter geht, werden wir bald - wie in England - überwiegend ein Opernpublikum haben." und ist froh, dass der eigenen Verein angekündigt hat, in der kommenden Saison auf Topzuschläge weites gehend zu verzichten. Man wolle nun weiter dazu beitragen, dass sich weitere Vereine diesem Vorgehen anschließen.

Der Dortmunder Anhang musste in dieser Saison bei 17 Auswärtsspielen insgesamt 150€ mehr für sein Platz bezahlen im Stadion bezahlen, als ein Anhänger des FC Augsburg.

Die Forderungen sind dabei recht schnell zusammengefasst:kein zwanni

  • Stoppt die Topzuschläge für Gästefans
  • Keine Zusammenarbeit mit Online-Ticketplattformen
  • Preisstopp bei den Stehplatzpreisen
  • Ausreichende Anzahl Karten in der günstigen Sitzplatzkategorie

Zwar richte sich die Aktion am Samstag auch gegen den VfL Wolfsburg, jedoch nicht ausschließlich. Es soll eine Warnung und Zeichen für die ganze Liga sein: Fußball muss bezahlbar sein.

Quelle: Schwatzgelb.de

Das Fan-Projekt Dortmund berichtet über unschöne Vorkommnisse beim Auswärtsspiel in Dortmund. Sowohl vor dem Spiel als auch beim Verlassen des Stadions sei es zu gewalttätigen Übergriffen auf Teilnehmer der U18 Auswärtsfahrt. Dabei wurden nicht nur Fanutensilien entwendet, sondern es kam auch zu körperlichen Verletzungen bei den Minderjährigen. Indirekt mach das Fan-Projekt auch dem Sichheitsdienst in Düsseldorf einen Vorwurf, da vorallem der Rückweg aus dem Stadion entgegen der Absprachen nicht vollständig abgesichert wurde.

Am 21. März 2013 führten Polizisten im Berliner Olympiastadion eine groß angelegte Übung durch, um ihre Fähigkeiten zur Bekämpfung von Ausschreitungen bei Fußballspielen zu verbessern. Dazu trainierten sie die schnelle Verlegung von Einsatzkräften auf dem Luftweg. Die Übung endete jedoch tragisch, als ein dabei eingesetzter Hubschrauber beim Landeanflug abstürzte und ein Pilot ums Leben kam. Während die Öffentlichkeit das Ereignis mit Bestürzung aufnahm, reagierten einige sich wohl als zukünftige Betroffene der Sicherheitsbemühungen sehende Fußballfans mit Schadenfreude.

Zunächst bezogen sich am 23. März einige Anhänger von Rot-Weiss Essen auf den Todesfall, indem sie während einer Regionalligabegegnung bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln ein Transparent mit der Aufschrift zeigten: „Wer hoch fliegt, fällt auch tief! a.c.a.b.“[1] Mit dem Bezug auf eine niederfallende Person in Kombination mit der für „All Cops are Bastards“ (Alle Bullen sind Bastarde) stehenden Abkürzung drückten sie ihren Hass auf Polizisten auf eine besonders perfide Weise aus, blieben aber in einem unpolitischen, lediglich auf den Fußball beschränkten Bereich.

Diesen überschritten hingegen einige Fans der SG Dynamo Dresden, eines Vereins, der dafür bekannt ist, dass er einerseits von einer großen Anzahl enthusiastischer Fans unterstützt wird, andererseits aber innerhalb seines Anhangs auch einen gewissen Anteil rechtsextremistisch eingestellter Personen und gewaltbereiter Polizistenfeinde hat. Am 6. April präsentierten einige dieser Vereinsanhänger im Verlauf des Heimspiels gegen den FC St. Pauli ein Transparent, auf dem die Zeichnung eines Hubschrauberwracks zu sehen war, neben der die Worte standen: „HUBSCHRAUBERPILOT DU BIST EIN IDIOT.“[2] Auf den ersten Blick handelte es sich dabei um eine mit der Tat der Essener Fans vergleichbare Aktion. Es bestand jedoch ein weiterer Hintergrund, denn der Parole lag eine Zeile des von der Rechtsrockband „Landser“ veröffentlichten Liedes „Bundeswehrpilot“ zugrunde, das auf deren im Jahr 2000 erschienenen Album „Ran an den Feind“ enthalten war. Darin agitierte die Band gegen die deutsche Beteiligung am von der Nato gegen Serbien geführten Waffengang. Dies erfolgte allerdings nicht wegen einer allgemeinen Ablehnung des Krieges, sondern da die Musikgruppe aufgrund einer antiamerikanischen Grundhaltung die Bundeswehr als eine für fremde Interessen missbrauchte Verfügungstruppe der USA ablehnte. In dem Lied hieß es:

„Bundeswehrpilot, Du bist ein Idiot
Du wirst sterben für verlogene Parolen
Bundeswehrpilot, morgen bist Du tot
denn die Serben werden Dich vom Himmel holen“.

Aufgrund der wörtlichen Übereinstimmung „Du bist ein Idiot“ in Verbindung mit dem tödlich verlaufenden Absturz eines Piloten, kann eine zufällige Ähnlichkeit der auf dem Transparent angebrachten Parole mit dem Songtext ausgeschlossen werden. Die für das Spruchband verantwortlichen Vereinsanhänger haben sich dadurch bewusst auf „Landser“ bezogen. Zwar existiert die Musikgruppe bereits seit Jahren nicht mehr, doch hat sie sich innerhalb der rechtsextremistischen Szene einen derart großen Kultstatus erworben, dass sie weiterhin jedem subkulturell orientierten Aktivisten sowie gleichzeitig vielen nicht in die Szene eingebundenen Personen bekannt ist. Selbst wenn die Verantwortlichen nicht über eine geschlossene extremistische Haltung verfügt haben sollten, haben sie zumindest kein Problem damit gehabt, sich auf ein Agitationsmittel der rechtsextremistischen Musikszene zu beziehen. Somit handelte es sich beim Dresdener Transparent nicht „nur“ um die Verunglimpfung des tödlich verunglückten Polizisten, sondern eine Kombination aus aggressiver Polizistenfeindschaft mit einer rechtsextremistischen Einfärbung.

Auffallend war in dieser Angelegenheit auch, dass das Transparent trotz der eigentlich provokanten Wirkung und des Hintergrundes des Zitats nur eine geringe Aufmerksamkeit der Presse erzeugte. Dass es sich bei der Aktion nicht um einen einmaligen Ausfall handelte, zeigte sich am 12. April im Verlauf des Auswärtsspiels beim 1. FC Union Berlin. Dabei griffen Dynamo-Fans bereits beim Anmarsch auf das Stadion die begleitenden Polizisten an und verunglimpften erneut den verstorbenen Hubschrauberpiloten.[3] Für den Verein ist dies umso bedauerlicher, da die Gesamtheit der Fans während des Spiels eine beeindruckende, ebenso lautstarke wie kreative Unterstützung ihrer Mannschaft zeigte, die eines international spielenden Vereins würdig wäre und dem Klub eigentlich große Sympathien einbringen würde.[4]


[1] Vgl. Rot-Weiss Essen, Offener Brief als Entschuldigung für Transparent, 25. März 2013, veröffentlicht unter: www.rot-weiss-essen.de, gelesen am 18. April 2013.

[2] Vgl. Jokers Radeberg, 2.Liga SG Dynamo Dresden vs. FC St. Pauli 3:2. Bild Nr. 44, 6. April 2013, veröffentlicht unter: www.jokers-radeberg.de/bilder-videos-1/1-mannschaft-2/s12-13-28st-sgd-vs-pauli/, gelesen am 16. April 2013.

[3] Vgl. Polizei Berlin, Fazit zum Zweitligaspiel Union – Dresden. Pressemitteilung vom 13. April 2013, veröffentlicht unter: www.berlin.de, gelesen am 17. April 2013.

[4] Beobachtung des beim Spiel anwesenden Verfassers.

Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR, nach Spielerabwanderungen, nach zwielichtigen Investoren und nach Finanzkrisen ist es einigen Vereinen im Osten Fußballdeutschlands gelungen, einen längerfristigen Aufbauprozess zu beschreiten und dabei gleichzeitig ihre Traditionen zu bewahren, Das macht sie derart interessant, dass sich auch für Anhänger anderer Vereine ein fußballtouristischer Besuch lohnt. Mit dem 1. FC Union Berlin und der SG Dynamo Dresden trugen zwei dieser Klubs am 12. April 2013 in der 2. Bundesliga ihr schon zu DDR-Zeiten buchstäblich heiß umkämpftes Ostderby aus. Wer nach der Modernisierung des Profifußballs mit seinen durchgeplanten Arenen und den Parkplatzlandschaften am Rande der Städte ein Fanleben mit weniger Komfort, aber mehr Authentizität schätzt, kam dabei auf seine Kosten.

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