Mi19Jun2013

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Susanne Blondundblau

Susanne Blondundblau

Schalkerin, Juristin, Königsblaue, Ehefrau, Blondine, Dauerkarteninhaberin, Schreiberin, Tochter, Fragenstellerin, Schokojunkie, Vereinsmitglied, Gerechtigkeitsfanatikerin, Falschsängerin, Christin, Vielfotografin, Meerliebhaberin, Sturschädel, Rheinländerin, Fastimmergutgelaunte, Meinungssagerin, Käferfahrerin, Forendiskutantin, Schwester, Unorganisierte, Frühaufsteherin, Freundin, Engagierte, Mensanerin, Balkongärtnerin, Chefin, Bücherfreak, Schnelldenkerin, Reisefreudige, Auswärtsfahrerin, Vollweib, Sudokuchampionesse, Nervensäge, Kolumnistin, Neugierige, Nichtraucherin, Buchmitautorin, Optimistin, Schwimmerin, Ruhrpottliebhaberin, Frikadellenqueen, Zuhörerin, Caipirinhamixerin - und jetzt auch noch Bloggerin! ;-)

Es vergeht kaum eine Woche, ohne dass der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies in den Medien auftaucht. Gerade waren es Bilder, die ihn sehr beschwingt neben einem rotgewandeten Bayern auf der Championsleague-Party der Münchener zeigen – dabei ist festzuhalten, dass Clemens Tönnies natürlich wie jeder Mensch feiern kann, wo und mit wem er will. Fingerspitzengefühl gegenüber den Schalker Befindlichkeiten z. B. in Bezug auf Manuel Neuer oder den prominenten Steuerhinterzieher sieht trotzdem anders aus, zumal absehbar war, dass die Fotos eine Steilvorlage für hämische Kommentare der Marke "zum Feiern müssen Schalker nach Bayern" sein würden.

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Meistens sind es aber eher markige Interviews oder Fernsehauftritte, die uns Blau-Weiße heftig mit dem Kopf schütteln lassen. Auch hier gilt wieder: Unsere Vereinshymne „Blau und weiß, wie lieb ich Dich“ ist so schön, dass man sie gerne schmettert – ob es aber unbedingt der Vorsitzende unseres obersten Kontrollgremiums sein muss, der sich beim Audi Star Talk oder im Doppelpass ver- und vorführen lässt…? Auch hier gilt wieder: Gut gemeint ist nicht gut gemacht.

Ich möchte Tönnies gar nicht unterstellen, dass er die leutseligen Sangesauftritte bewusst nutzen will, um sich als besonders volksnah zu präsentieren; aber er verfestigt damit den Eindruck, dass Schalker irgendwie liebenswerte, aber etwas zurückgebliebene Trottel aus dem Pott sind, wenn schon der Vorsitzende des wichtigen Aufsichtsrates, in den (Boulevard)medien gerne auch als „Vereinsboss“ betitelt, lieber hemdsärmelig ein Liedchen schmettert statt professionelle Ansagen zu machen – oder, noch besser, das Reden denen zu überlassen, die für das operative Geschäft bezahlt werden.

Der Eindruck, wenn Horst Heldt vorne verkündet, es sei noch nichts entschieden und man werde mehrere Möglichkeiten auf dem Trainermarkt ausloten und Tönnies hinten rausposaunt, dass klar sei, mit wem man zusammenarbeiten werde, ist nicht nur suboptimal, er ist schlicht verheerend: Chaotenclub, da weiß die linke Hand nicht, was die Rechte tut. Auch der Zeitpunkt der Verkündung der Verlängerung mit Jens Keller durch Tönnies vor dem Heimspiel gegen Stuttgart war denkbar ungünstig gewählt, da der zuvor lange beschworene 4. Platz noch nicht sicher erreicht war und es bei einem Scheitern wieder nach „typisch Schalker, freuen sich immer zu früh“ ausgesehen hätte.

Bei Tönnies jagt leider eine verbale ejaculatio praecox, die die Vorstandsmitglieder teilweise wie dumme Jungs und Befehlsempfänger aussehen lässt, die Nächste;  darüber hinaus gibt es dann gerne einmal markige Sprüche und populistische Aktionen à la „Neuer den Bayern aus dem Rachen reißen“ oder die Anzeige selbsterstellter Handyfotos von Pyro-Zündlern.

Als neuestes Highlight kam just vor dem „Endspiel“ um den CL-Quali-Platz in Freiburg eine Breitseite, man beobachte „schon länger“ Defizite in der Mannschaft“. Ich vermute, ich bin nicht die einzige, der dabei spontan der Gedanke kam: Nit quake, make – abstellen!

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Ich glaube weiter, dass zahlreiche Schalker angesichts der selbst für Tönnies‘ Hang zur öffentlichen Darstellung enormen Präsenz der letzten Wochen seufzten, dass wieder Wahlkampfzeit für die AR-Wahlen auf der JHV am 29.06. ist – und ob Tönnies uns Schalker wirklich für so dumm hält, mit einigen Wochen markigem Aktionismus und gütiger Interviews wie im letzten Kreisel (neiiiiiiiin, die Tradition ist mir sehr wichtig, wir wollen alle Entscheidungen auf eine breite demokratische Basis stellen und wir sind stets offen für konstruktive Kritik…) die letzten drei Jahre ungeschehen oder doch zumindest vergessen machen zu können?

Wenn die Tradition so wichtig ist, wieso taucht sie dann nur noch zur Vermarktung z. B. der Mythos-Fanartikel auf, wird aber im laufenden Geschäft mit Füßen getreten? Wenn wir eine breite demokratische Basis für die Entscheidungen zur Richtung des Vereins wollen, wo ist der Aufschrei des Aufsichtsrats, wenn der Finanzvorstand den Mitgliedern des Kartenpreisausschusses entgegen schleudert, Schalke sei nun einmal keine Demokratie? Wo war die Kritikbereitschaft oder auch nur Fairness, als vianogo-Aktivisten teilweise mit Polizeigewalt vom Vereinsgelände entfernt und an der Wahrnehmung ihrer satzungsmäßigen Rechte gehindert wurden? …

Tönnies4Wo war der Aufsichtsrat insgesamt, als er den viagogo-Deal absegnete, einstimmig und nach immerhin „einer halben Stunde Diskussion und Bauchschmerzen“, wie mehrere Aufsichtsräte beim Krisentreffen des SFCV zugaben?

Warum werden überhaupt dem öffentlichen Vernehmen nach alle Entscheidungen des Schalker Aufsichtsrates einstimmig getroffen…? Wieso hört man nicht einmal in guter demokratischer Tradition etwas von einer abweichenden Meinung beispielsweise der Fanvertreter im AR (oder derer, die nach ihren Vorstellungen mit der Hoffnung genau darauf gewählt wurden)? Wieso wird keine „dissenting opinion“ oder ein Minderheitsvotum laut, das zeigt, dass eben nicht alles nur abgenickt wird? Wieso werden Entscheidungen dieser Tragweite nicht auch einmal verschoben, bis alle Informationen und insbesondere die Stimmung der Fans vorliegen? Warum gibt es immer erst hinterher zerknirschte Betroffenheit, dass man diese Befindlichkeiten leider wirklich nicht ahnen konnte, um beim nächsten Mal wieder genauso unbeleckt von den Wünschen und Bedürfnissen der Mitglieder und Fans zu entscheiden?

Wenn mit dieser ständigen Einstimmigkeit eine besondere Betonung auf die Unfehlbarkeit oder Unantastbarkeit der Beschlüsse gelegt werden soll, so geht dieser Schuss massiv nach hinten los. Vielen drängt sich zunehmend der Eindruck auf, dass gerade keine demokratische, kritische und vielfältige Meinungsbildung stattfindet, sondern die Aufsichtsräte vielmehr en bloc samt und sonders nach einer Pfeife tanzen. Und ich habe einen ganz starken Verdacht, wessen Pfeife das sein könnte…

GeldAus vielen Gesprächen mit engagierten Schalkern weiß ich, dass ich mit diesen Bedenken nicht alleine dastehe – doch in allen diesen Diskussionen, ob sie nun im Dunstkreis unserer Arena, auf Auswärtsfahrten oder in den Schalker Foren stattfinden, kommt so sicher wie das Amen in der Kirche der Moment, in dem einer aufseufzt, das sei ja alles schön und gut bzw. zutreffend und schlecht, aber wir könnten es uns doch gar nicht leisten, Clemens Tönnies nicht mehr wieder zu wählen, da Schalke ohne sein Geld längst mausetot wäre.

Ab diesem Punkt herrscht dann meistens allgemeines Stochern im Nebel, weil keiner genau weiß, ob und ggf. wie viel Geld aus Rheda-Wiedenbrück wirklich (noch) im Verein steckt. Bis vor nicht allzu langer Zeit ging ja eher ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass Schalker erhellende Informationen über die Vereinsfinanzen bekamen. Dies hat sich zum Glück zumindest teilweise geändert; die spärlichen Informationen der Vergangenheit beispielsweise zur Ablösung großer Teile der unseligen Schechter-Anleihe durch Clemens Tönnies lassen aber durchaus den Schluss zu, dass Schalke Grund hat, Tönnies für sein finanzielles Engagement dankbar zu sein. Noch deutlich dankbarer wäre ich allerdings, wenn diese Vorgänge einmal offen kommuniziert würden und nicht nur immer bröckchenweise ans Tageslicht kämen: Wie viel Geld hat Tönnies in den Verein investiert? Hat er dafür den marktüblichen Zins bekommen, weniger oder gar zinslos? Wurden Sicherheiten gewährt? Wieso wurden dem Vernehmen nach große Teile der Börsenanleihe genutzt, um die übernommenen Verbindlichkeiten sehr schnell wieder abzulösen? Ist es richtig, dass – wie die Konzernbilanz vermuten lässt- mittlerweile (außer ggf. als normaler Anleihegläubiger) kein Geld von Tönnies mehr im Verein steckt?

Auch wenn es durchaus sinnvoll sein kann, bestehende Liquiditätsengpässe nicht an die große Glocke zu hängen, damit alle potentiellen Geldgeber wissen, dass Schalke ohne das Geld vom Big Boss absäuft, wäre es ein großer Beitrag sowohl zur finanziellen Transparenz als auch zur demokratischen Aufsichtsratswahl, wenn die Mitglieder jetzt im Nachhinein endlich zuverlässige Informationen über etwaige noch bestehende monetären Verflechtungen von Clemens Tönnies mit dem Verein hätten, um ihre Wahl unabhängig von angeblichen finanziellen Zwängen treffen zu können. Es fällt nämlich nicht nur mir schwer sich vorzustellen, dass jemand, der so gerne öffentlich redet und sich als großer Macher darstellt, es schafft, bei echten finanziellen Wohltaten für den Verein die Klappe zu halten und sich nicht dafür feiern zu lassen.

tönniesvianogoEin weiterer Punkt, zu dem ich gerne eine Aussage hätte, sind die Konditionen, unter denen eine Lösung vom Vertrag mit viagogo möglich wäre. Die Vernebelungstaktik „wir haben ja eingesehen, dass es Euch ärgert, aber wir müssen leiderleider den gültigen Vertrag einhalten“ funktioniert nämlich nicht – man kann sich von der Erfüllung JEDES Vertrages lösen, die Frage ist nur, wie teuer die Nichterfüllung wird. Ohne jetzt ohne genaue Kenntnis des Vertrages in epischer Breite juristisch über Vertragsstrafen, Nichterfüllung oder ein Mitgliedervotum als möglichen außerordentlichen Kündigungsgrund spekulieren zu wollen: Auch diese Informationen sind wichtig, damit die Mitglieder auf der JHV fundierte Entscheidungen in der Sache treffen können.

Insofern möchte ich meine Überschrift präzisieren: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold - und den jeweils richtigen Moment dafür zu treffen, ist unbezahlbar. Bitte sinnvolle Informationen statt Selbstdarstellung, Tacheles statt Blabla.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

Babbel, Benitez, Büskens, di Matteo, Favre, Heynckes, Jol, Labbadia, Moyes, Olsen, Schuster, Streich, Tuchel, Veh und Wenger sind in alphabethischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Trainer, die im letzten halben Jahr bereits von den Medien mehr oder minder lautstark und fix mit Schalke in Verbindung gebracht wurden. Insofern dürfte uns der derzeitige Hype um die angebliche Verpflichtung des „Tigers“ Stefan Effenberg eigentlich nicht mehr erschrecken. Mir läuft es trotzdem eisig kalt den Rücken runter, wenn ich von unseren Verantwortlichen Aussagen wie „Ich wünsche mir das Bayern-Gen für Schalke“ (Heldt) lese.

Auch das nahezu augenblicklich einsetzende Lob-Gejaller ehemaliger bayrischer Weggefährten von Effenberg (von Kahn über Rummenigge bis hin zu Beckenbauer meldeten sich alle zu Wort) macht mich eher misstrauisch: Wenn der  liebe Stefan doch so ein supidupigeiler Winnertyp ist, warum behaltet Ihr ihn dann nicht selber?! Schalke ist KEIN Idiotenhügel für ausgediente Bayernstars! Und wenn der Tiger doch so auf einen Trainerjob brennt und jederzeit bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, warum hat er dann nach dem Ende seiner aktiven Karriere fast ein Jahrzehnt verstreichen lassen, bis er den Trainerschein machte und sich stattdessen lieber damit beschäftigt, möglichst publicitywirksam seiner Ische die Zunge in den Hals zu stecken und ein bisschen den Sky-Cokommentator zu mimen?!

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Nun kann es uns zwar grundsätzlich egal sein, welche privaten Vorlieben ein Trainer pflegt, aber ich persönlich muss neben dem ganzen „Skandal“-geschrei, das uns eh zuverlässig an den Hacken klebt, nicht noch einen Trainer haben, der regelmäßig in den Klatschspalten auftaucht. Sehr viel wichtiger ist aber die fehlende sportliche Qualifikation:

Effenberg. Hat. KEINE. Erfahrung. Als. Trainer. Nichts, null, nada, niente. Und da reicht es für einen Club mit CL-Ambitionen eben nicht aus, wenn man vor mehr als einem Jahrzehnt unbestritten ein sehr guter Fußballer war und mit einigen hervorragenden Trainern zusammengearbeitet hat. Erfolg als Spieler garantiert noch lange keinen Erfolg als Trainer (Loddar wird es bestätigen können, auch Olaf Thon hat da sicher eine Meinung zu) und umgekehrt. Mit Jürgen Klopp war der derzeit wohl beste Trainer der Liga zu seinen aktiven Zeiten bestenfalls Zweitligadurchschnitt.

Alle, die jetzt Effenberg pushen wollen, verweisen auf seine Leaderqualitäten – daher meine Frage: Wo bitteschön hat er die denn außerhalb des Platzes jemals bewiesen? Die „Initiative Borussia“ ist jedenfalls kläglich gescheitert und anstelle von Nehmerqualitäten kam beim Abgang eine Menge beleidigte Leberwurst durch.

BassettraurigKellerkApropos Nehmerqualitäten: Wir haben einen Trainer, der genau diese bereits bewiesen hat. Jens Keller hatte eigentlich bei Medien wie Fans keine Chance, aber die hat er genutzt, obwohl direkt kübelweise Häme über ihm ausgegossen wurde. „Mit Keller in den Keller“ und „Das Gesicht der Krise“ waren nur einige der Schlagzeilen, mit denen er bedacht wurde – er hat sich davon nicht beirren lassen und kontinuierlich Punkte gesammelt, die Schalke zur drittbesten Mannschaft der Rückrunde machten (mehr war angesichts der Form der beiden Unaussprechlichen und unseres Verletzungspechs nicht drin) und gute Chancen auf den wichtigen CL-Quali-Platz lassen. Ja, er guckt immer wie ein trauriger Basset, dem man gerade sein Futter geklaut hat, und ich hätte auch nichts gegen eine etwas mitreißendere Mimik einzuwenden. Aber er ist bereits deutlich lebhafter am Spielfeldrand geworden – und sämtliche Signale aus der Mannschaft und von Trainingskiebitzen weisen darauf hin, dass er die Mannschaft vernünftig anspricht und erreicht und das sollte wichtiger sein als ein möglichst großspuriges Auftreten vor den Kameras dieser Welt. Wir haben bereits genug verbal Inkontinente in unseren Reihen, wie man bei der Trainersuche „wir wissen, mit wem wir zusammenarbeiten“ – „ach was, es ist noch nichts entschieden“ wieder einmal beispielhaft sehen konnte. Dann lieber die zurückhaltenden, aber durchaus witzigen Antworten von Keller, der die Journalisten bei der Frage nach Effenberg cool beschied „er kann sich ja dann neben Veh setzen!“ Bei den teilweise grotesken Spekulationen um seinen Job und den wenig zielführenden Aussagen von Heldt und Tönnies wäre längst nicht jeder so relaxt geblieben. Und der preisgekrönte Film „Schiffbruch mit Tiger“ ist erst einige Monate alt, da muss Schalke noch kein Remake drehen.

Keller hat sich durch sein beharrliches Arbeiten in den letzten Monaten den Respekt vieler Schalkefans erworben, er kennt die Mannschaft, die hochtalentierte B-Jugend und das Umfeld – und zu Guter Letzt dürfte er trotz seiner Trainererfahrung deutlich billiger sein als Stefan Effenberg, Geld, das Schalke gut gebrauchen kann. Zudem garantieren auch andere, größere Trainernamen keinen Erfolg im Schalker Biotop. Die Frage, ob Jens Keller der Richtige ist, ob man ihm zutraut, Schalke zu trainieren, kann nicht von Platz 4 oder 5 abhängen. Und es wäre wirklich einmal an der Zeit, einen Trainer, der bereits ansatzweise beweisen konnte, dass er „Schalke kann“ einmal kontinuierlich arbeiten zu lassen und nicht wieder beim kleinsten Gegenwind oder bereits vorauseilend einzuknicken, um mit vermeintlich „großen Lösungen“ spektakulär und teuer auf die Schnauze zu fliegen. Ein Basset brüllt vielleicht nicht so furchteinflößend wie ein Tiger, dafür ist er ausdauernder und familientauglicher – und endet seltener als Bettvorleger.

PRO JENS KELLER AUF SCHALKE!

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

HorrorshowTransparent„Erst viaNOgo, dann Red Bull, was kommt als Nächstes?“ prangte beim letzten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen als Transparent über der Nordkurve. Seit gestern ist diese prophetische Frage in einer Weise beantwortet, die selbst die wahrlich an Tiefschläge durch die Vereinsführung gewöhnte Schalker Fanszene nicht für möglich gehalten hätte: Eine JHV als „Erlebnis- und Familientag“ mit „vielen Höhepunkten und Überraschungen“ mit einer „Showbühne im Innenraum“, wo als „besonderer Höhepunkt“ das Ensemble des Musicals We will rock you ein Best-Of präsentiert. „Viele Hingucker“ werde es geben, Autogramme und Sonder-Vorverkauf für Bundesliga-Heimspiele…

…und ganz am Rande wird erwähnt, dass es eine „Jahreshauptversammlung für möglichst viele Schalke-Mitglieder sein soll, die mitgestalten, mitentscheiden und so die demokratischen Strukturen des Vereins aktiv nutzen wollen“. Demokratie auf Schalke, da war doch was? Noch vor weniger als drei Monaten äußerte sich Finanzvorstand Peter Peters im Rahmen der Sitzung des enteierten Kartenpreisausschusses, Schalke sei keine solche.

Dieser Versuch, möglichst viele ansonsten nicht am Vereinsgeschehen und der JHV interessierte und von den Grabenkämpfen des vergangenen Jahres unbeleckte Mitglieder als uninformiertes und deshalb gegenüber den schönen Hochglanzbildchen der Vorstandspropaganda-Präsentationen unkritisches Stimmvieh zu JHV zur bringen, ist so durchschaubar, dass es schon peinlich ist. Interessierten Lesern seien dazu der Königsblog „Würste für die Wiederwahl, Musik statt Mitbestimmung“, das Schalke Unser und die ebenso ausführliche wie ausgezeichnete Stellungnahme des Supporters Clubs anempfohlen.HorrorshowKreisel

Nur mal kurz zur Erinnerung: Die Jahreshauptversammlung eines Vereins ist das oberste Vereinsorgan, dem die Beschlussfassung über zahlreiche wichtige und grundlegende Angelegenheiten des Vereins obliegt – und es gibt verdammt viele Themen der letzten zwölf Monate, die dort aufbereitet gehören. Wenn diese nun durch eine weitere Verknappung der ohnehin schon begrenzten Redezeit (begrenzt für Mitglieder wohlbemerkt, die Vorstände bekommen selbstverständlich genug Zeit, mit wunderhübschen Wortgirlanden für ihr Tun und ihre Entlastung zu werben), sei es durch die Show-Acts, sei es durch kritisches Nachfragen genervtes und murrendes Eventpublikum zum Ringelpiez mit Anfassen verkommt, ist dies eine bodenlose Unverschämtheit. Dass Peters, Jobst und Tönnies notfalls nackig „Let meeeeeeeeeee entertain you!”-trällernd auftreten würden, um von den Ungeheuerlichkeiten des zurückliegenden Jahres abzulenken, geschenkt. Aber es hat einen guten Grund, warum im Bundestag bei wichtigen Debatten nicht gleichzeitig das Fernsehballett die Showtreppe herunterschreitet und für die Familien der Abgeordneten die Hüpfburg bereitsteht: Die Leute sollen sich nach Möglichkeit auf die Thematik konzentrieren und mit einem Mindestmaß an Verständnis für das Problem ausgestattet sein, bevor sie ihre Entscheidung treffen, die für viele andere Menschen von weitreichender Bedeutung ist.

Die Schalker Vereinsführung wiederholt durch das Manöver, die immer zahlreicher werdenden kritischen Stimmen durch jubelnde Musical-Besucher und glückliche Kartenkäufer übertönen zu lassen, einen gefährlichen Fehler: Die solchermaßen niedergejuchzten Kritiker werden nicht mitträllern, sie werden auch nicht schweigen. Sie werden sich sagen „jetzt erst Recht“, wie man bereits sehr schön nach dem Sündenfall des Kartenpreisausschusses, bei dem zahlreiche engagierte Mitglieder monatelang hingehalten und dann vor vollendete vianogo-Tatsachen gestellt wurden, was in der Folge zu der aufsehenerregenden vianogo-Initiative führte, sehen konnte. Wenn ihre berechtigten Anliegen und der Wunsch nach einer kritisch-konstruktiven Debatte zum wiederholten Male abgebügelt und lächerlich gemacht werden, bleibt nur der radikale Konfrontationskurs. Zu der Satzungsänderung wird eine Zweidrittelmehrheit benötigt?  Hmmm, warum sollte man ein elektronische Abstimmverfahren, dessen Manipulierbarkeit nicht überprüft werden kann und das zudem in das freie Ermessen (!!!) des Versammlungsleiters gestellt wird, befürworten…? Der Vorstand möchte entlastet werden? Tja, ich möchte auch über einiges sprechen.

Horrorshow JHVDieses „Wie Du mir, so ich Dir“ ist sicher nicht der Gipfel der konstruktiven Auseinandersetzung, aber was sollen Schalker Mitglieder machen, deren zahlreiche Fragen und berechtigte Kritik vom Showprogramm verdrängt werden?

Am Ende könnten Mitglieder gar auf die Idee kommen, dass ein „respektvoller Dialog auf Augenhöhe“, wie er in den schönen Worten des Leitbilds gefordert wird, mit dieser Vereinsführung schlicht nicht möglich ist. Und diese Vereinsführung sollte nicht darauf vertrauen, dass sie sich dann leise weinend in ihr Kämmerlein zurückziehen, um Schalke in der gewünschten Weise - unkritisch und konsumfreudig - zu „leben“. Irgendwann hat nämlich auch der geduldigste Schalker es herzlich satt, sich bei dem Versuch, sich konstruktiv einzubringen, eine blutige Nase zu holen – und erinnert sich unter Umständen daran, dass das prägendste Mitglied der Vereinsführung am Ende der JHV, wenn einige der Eventkunden schon glücklich mit Karte, Autogrammen und Zuckerwatte gesättigt wieder abgezogen sind, wiedergewählt werden möchte…

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

 

 

GeldAm Montag veröffentlichte der FC Schalke 04 zum nunmehr dritten Mal  seinen Konzerngeschäftsbericht. In nackten Zahlen stehen dort bei einer Bilanzsumme von rund 251 Mio. € ein Konzernumsatz von 190,8 Mio € und ein Jahresfehlbetrag von 8,9 Mio. € zu Buche, der den gesamten „nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag“ auf 75,7 Mio € anwachsen ließ.

Der Blätterwald reagierte prompt, aber da Buchführung, Bilanzen und Konzernabschlüsse auch für Journalisten nicht zum täglichen Brot gehören, glichen sich die veröffentlichten Artikel inhaltlich wie ein Ei dem anderen (und, oh Wunder, das gemeinsame „Huhn“ erwies sich als die offizielle „Medieninfo“ des Vereins...). Lediglich die Überschriften variierten je nach „Schalke-Stoßrichtung“ des jeweiligen Blattes; so betonten die Ruhrnachrichten und die Süddeutsche das „8,9-Mio.-Minus“, die Welt konstatierte, dass der Kader 86 Mio. „verschlinge“, die FAZ attestierte immerhin eine „Bilanz mit Augenmaß“ und die eher vereinsnahe WAZ  lobte, "die Zahlen sprechen für den FC Schalke 04!“

Im Folgenden erschöpften sich jedoch alle Artikel in der mehr oder weniger technischen Wiedergabe der mit Fachtermini wie EBITDA, EBIT, Finanz- und Gesamtverbindlichkeiten gespickten Pressemitteilung und ließen den geneigten Schalker Leser kaum schlauer am Wegesrand zurück: Muss man sich Sorgen um den Verein machen? Oder gibt es Anlass zur Freude? Wer kommt uns besuchen, Dagobert Duck als Geldspeichertourist oder Peter Zwegat als Insolvenzverwalter? Wie sind die Zahlen zu bewerten? Wie passen ein Jahresverlust und gleichzeitiger Abbau von Verbindlichkeiten zueinander? Warum bekommt Schalke trotz enormer Verbindlichkeiten ohne Auflagen die Lizenz für die nächste Saison?...

Ich versuche daher jetzt, die wichtigsten Zahlen des Konzernberichts zu erläutern und hinter den offiziellen Propaga****, äh Pressetext zu schauen. Die Materie ist mir von Berufs wegen durchaus vertraut, gleichwohl kenne ich keine über den veröffentlichten Bericht hinausgehenden Einzelkonten und -vorgänge.

Vorausschicken darf ich, dass ich ein wenig schmunzeln muss, wenn weidlich betont wird, die Veröffentlichung des Konzernberichts erfolge „auf freiwilliger Basis, um nicht nur Vereinsmitgliedern und Fans, sondern der gesamten Öffentlichkeit das verantwortungsvolle Handeln transparent zu machen“. Es ist zwar zutreffend, dass gemeinnützige Vereine (jaaaaaaaaaa, der FC Schalke 04 ist ein solcher...!) nicht offenlegungsverpflichtet sind, aber die pure Liebe zu Transparenz und Verantwortung ist es trotzdem nicht. Auch wenn die beiden Begriffe in einem Satz, in dem auch Schalker Finanzen vorkommen, anders als noch vor einiger Zeit nicht mehr zwingend für Lachtränen und Erstickungsanfälle sorgen, glaube ich, dass die „Freiwilligkeit“ massiv durch die Auflage der (Unternehmens)anleihe gefördert wurde, da neben den börslichen Veröffentlichungspflichten schlicht kein Schwein eine Anleihe von einem Unternehmen kauft, das mit seinen Zahlen hinter dem Berg hält. Dennoch ist es positiv zu bewerten, dass nunmehr die vollständigen Zahlen offen vorgelegt werden (zudem wird seit zwei Jahren auch die Stadionbeteiligungsgesellschaft mbH & Co ImmobilienverwaltungsKG wieder vollständig konsolidiert, d. h. ihre Zahlen sind im Konzernabschluss enthalten und schlummern nicht mehr versteckt in Untergesellschaften).

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Der Konzernumsatz im Kalenderjahr 2012 betrug 190,8 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (224,2 Mio. Euro) einen deutlichen Rückgang bedeutete. Prompt beeilte sich Finanzvorstand PP zu versichern, dies sei „gleichwohl der zweithöchste Erlös der Vereinsgeschichte und erkläre sich zum Großteil mit dem Verzicht auf Transfererlöse in der Größenordnung, wie ihn Verein 2011 durch den Wechsel von Torhüter Manuel Neuer zum FC Bayern München erzielte“. Ein Blick in die Umsatzerlöse der Gewinn- und Verlustrechnung bestätigt die Richtigkeit dieser Aussage, zudem gehört Schalke auch mit dem gesunkenen Umsätzen noch zu den 15 umsatzstärksten Fußballclubs der Welt (!). Kein Grund für schlaflose Nächte also, auch wenn sich in diversen Foren sofort selbstlose Helden bereiterklärten, den Bierumsatz anzukurbeln.


Der „Jahresfehlbetrag“ oder deutlicher: Der Verlust betrug 8,9 Mio. Euro, wo im Vorjahr noch ein Jahresüberschuss/Gewinn von 4,9 Mio. Euro gestanden hatte. „Wesentliche Ursache sind die außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von 6,6 Mio. Euro, die vor allem für die Sanierung des Daches der VELTINS-Arena aufgewendet werden mussten“, erfuhr der interessierte Leser dazu. Auch dies ist nicht falsch, verschweigt aber, dass selbst ohne Dachschaden (oder mit einer anständigen Versicherung für solche Fälle...!) in einem Jahr mit Platz 3 in der Liga, EL-Viertelfinale und ungeschlagener CL-Vorrunde   zweieinhalb Mio. Miese gemacht worden wären. Und dass auch im Rekordvorjahr ein Minus gestanden hätte, wenn, ja wenn man nicht Manuel Neuer seinen Herzenswunsch hätte erfüllen und ihn für gutes Geld in den Süden der Republik hätte verscherbeln können.

Die Finanzverbindlichkeiten (also die, für die der Verein Zinsen zahlen muss) wurden um 11,7 Mio. € auf 173,1 Mio. € reduziert, die Gesamtverbindlichkeiten (also auch die nicht verzinslichen wie z. B. noch zu zahlende Raten auf Transfers) sind gar um 14,2 Millionen Euro auf 217 Mio. € gesunken. Was nun, freuen, dass sie sinken oder über immer noch satte 217 Mio. Schulden stöhnen? Peter Peters ließ dazu mitteilen, Ziel sei es, 2022 oder 2023 schuldenfrei zu sein; eine Aussage, für die nicht nur diejenigen, die seinen Vorgänger Schnusenberg 2008 verkünden hörten, 2015 sei die Arena abbezahlt und Schalke „werde im Geld schwimmen“, bestenfalls ein mildes Lächeln übrighaben. Ein User im Schalker Forum „Block 5“ brachte es auf den Punkt: „Es geht uns beschissen, aber es ging uns schon mal schlechter“ und das ist die ganze Wahrheit: Ja, 217 Mio. Schulden sind eine verdammte Menge Holz, aber wenigstens geht es nun endlich in die richtige Richtung und auch die Zinsbelastung geht leicht zurück. (Wer sich übrigens wundert, warum trotz Verlustes Schulden getilgt werden konnten: Schuldentilgung und Gewinn haben nur bedingt miteinander zu tun, solange Mittel zur Verfügung stehen, pünktlich alle fälligen Raten zu zahlen, unsere „Kapitaldienstfähigkeit“ ist durchaus okay).

Als nächstes wurde gelobt, EBITDA und EBIT seien zwar gesunken, aber mit 40,8 bzw. 8,8 Mio. € noch „deutlich im positiven Bereich“. Die Aussage ist ebenfalls zutreffend, taugt isoliert aber herzlich wenig. Die beiden dem Laien kaum verständlichen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sollen grob gesagt Unternehmensergebnisse vergleichbarer machen, indem sie „verzerrende“ Effekte der Besteuerung, der Zinsen und der Abschreibungen (die bei uns mit rund 32 Mio. € naturgemäß recht hoch sind) herausrechnen.  Neben Gestaltungsmöglichkeiten bei der Berechnung ist aber leider festzuhalten, dass ein negatives EBITDA bei einem Verein ein Grund für den Finanzverantwortlichen sein müsste, sich umgehend im Rhein-Herne-Kanal zu ertränken, da wir dann höchstwahrscheinlich auch nicht mehr über genügend liquide Mittel für die Bedienung unserer Verbindlichkeiten verfügen würden.

...wenn trotzdem stolz betont wird, wie positiv das EBITDA doch ist, das negative Eigenkapital von über 75 Mio. € hingegen schamhaft glatt verschwiegen wird und wenn trotz guter bis sehr guter Umsätze das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ein Minus ist, lohnt sich der Blick auf die Ausgabenseite.

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Und siehe da, in knalligen Zahlen stehen dort Personalaufwendungen in Höhe von 98,5 Mio. €, von denen nach Vereinsangaben 86,5 Mio. € auf den Lizenzspielerbereich entfallen. Diese Zahl ist im Vergleich zur Rekord-Vorjahressaison um 1,4 Mio € bzw. 1,4 % gesunken, was angesichts durchaus anderslautender Ankündigungen schlicht als mangelhaft bezeichnet werden darf. Die Ausgangslage mit zahlreichen laufenden Verträgen nach dem Oniomanen aus Wolfsburg war sicher schwierig, aber nach den Abgängen zahlreicher Profis, darunter Großverdiener wie Raul, sollte langsam eine andere Transferpolitik möglich sein. Bei den Halbjahreszahlen betrugen die Personalkosten 50,6 Mio €, nach Adam Riese müssen es also im 2. Halbjahr 2012 47,9 Mio. € gewesen sein, was die Aussage eines AR-Mitglieds bei der Kandidatenvorstellung im Anno, die Kosten für den Lizenzspielerkader seien enorm zurückgefahren worden und lägen bei ca. 72 Mio € im Jahr, ad absurdum führt.

Der Abschlussbericht schreibt dazu „...Der vollständige Effekt aus der Verringerung des Kaders wird sich aufgrund von Vertragsauflösungen und Abfindungszahlungen aber erst 2013 auf die Ertragslage auswirken.“ Soso. Im Vorjahr war an gleicher Stelle davon die Rede, dass „ diese Maßnahmen (Vertragsauflösungen) den Etat 2011 belasteten, den FC Schalke 04 langfristig aber finanziell erheblich entlasten werden“. Ich bin gespannt.  Peter Peters verkündete dazu, diese Kosten wolle man „nicht über Qualität, sondern über Quantität weiter reduzieren". So denn. Ein Kader von aktuell 26 Spielern ist bei einem Verein mit drei Wettbewerben m. E. nicht zu viel. Vielleicht, ganz vielleicht könnte man ja doch noch einmal darüber nachdenken, ob nicht teilweise durchschnittlichen Bundesligakickern auf Schalke deutlich überdurchschnittliche Gehälter hintergeworfen werden…? Und ob man den Kader nicht an der einen oder anderen Stelle preiswert mit Leuten aus dem mehr als hoffnungsvollen Nachwuchs ergänzen kann…?

Man kann daher nur noch einmal betonen, was ein Aufsichtsratmitglied bei seiner Bewerbungsrede auf der letztjährigen Jahreshauptversammlung in den Saal donnerte: Wir haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem! Wenn die Teilnahme an der CL nicht ausreicht, eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen und zumindest eine schwarze Null zu schreiben, stimmen die Strukturen nicht. Und es entwickelt sich die fatale Spirale, unbedingt wieder die CL erreichen zu müssen, dazu dann notfalls (teure) Panikaktionen zu starten usw usf. In diesem Zusammenhang kann es auch nur bedingt trösten, dass die DFL Schalke die Lizenz für die kommende Saison ohne Auflagen erteilte und konstatierte, die „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ und die  „finanziellen Kriterien für die Teilnahme an UEFA-Klubwettbewerben“ seien erfüllt. Es geht dabei ausschließlich um die kurzfristige Liquidität, den Spielbetrieb in der kommenden Saison aufrechterhalten zu können. Die Prüfung ist dabei so „hart“, dass seit rund 12 Jahren keinem Verein mehr die Lizenz verweigert wurde – selbst die Aachener Alemannia, wo die Pleitegeier täglich tiefer über dem neuen Tivoli kreisen und die ganze 3. Liga zu verzerren drohen, hat sie, wenn auch mit Auflagen, bekommen.

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Ich kann mich daher Peters‘ Fazit, Schalke 04 „habe die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg aufgrund seiner hohen Ertragskraft weiter reduziert, seine Handlungsfähigkeit durch die fortschreitende Konsolidierung hingegen erhöht“, nur sehr bedingt anschließen. Unsere Zahlen werden tief ultrabeauty bleiben, wenn wir nicht endlich massiv an den Kosten sparen, da die Einnahmen nicht mehr unbegrenzt steigerbar sind. Wir müssen das „brutalstmögliche Sparen“ nicht nur bei den Fans, die sich nicht gegen die „moderate Anpassung“ der Ticketpreise wehren können, sondern endlich auch bei den richtig großen Ausgabenposten durchsetzen!

Folgerichtig spricht auch PP davon „Ziel unseres wirtschaftlichen Handelns bleibt es, zukünftig wieder Gewinne zu erzielen.“ - (Ach was?!)-  „Dies wird 2013 vor allem dann gelingen, wenn der Verein erneut europäisch erfolgreich spielt oder die Personalkosten in der kommenden Transferperiode reduziert. Auch im Sponsoring könnten noch Mehreinnahmen generiert werden, ein Gestaltungsspielraum bei Spieleinnahmen“ sei aber nicht vorhanden. – Schön, dass erkannt wurde, dass die Ticketpreise ausgereizt sind, weniger schön, dass man offenbar immer noch darauf angewiesen ist, sich auch für kleines Geld zweifelhaften Sponsoren wie den unsäglichen Kartenabzockern von viagogo an den Hals  zu werfen. Vielleicht sollte man stattdessen einmal die außereuropäische Vermarktung vorantreiben.

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Zusammenfassend möchte ich sagen: Die Bilanz war wirtschaftlich wirklich schon schlechter, aber es bleibt noch sehr viel zu tun, was nicht alles auf dem Rücken des „kleinen Schalkers“ ausgetragen werden darf. Ich bin angesichts der Vorkommnisse in den letzten Monaten skeptisch, ob der Vorstand in der Lage und gewillt ist, die weiter unumgänglichen Konsolidierungsmaßnahmen nicht nur mit wirtschaftlichem, sondern auch sozialem Augenmaß zu begleiten.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

PS: Und wenn sich jetzt ein einziger Bayernkunde erdreistet, mit dem Finger auf unsere finanzielle Situation zu zeigen: Hat nicht jeder hunderte Millionen in der Schweiz, liebe Saubermänner.

kfc 01Zur Bekämpfung leichter Fußball & Bratwurst-Entzugserscheinungen (wegen Möbelschleppens bei einer Freundin konnte ich nicht mit meinen geliebten Schalkern nach Bremen fahren) habe ich gestern zu einer ungewöhnlichen „Ersatzdroge“ gegriffen: Oberliga Niederrhein, Krefelder Stadtderby des Tabellenersten KFC Uerdingen gegen Schlusslicht VfR Fischeln.

Machen wir es kurz: Ja, ich würde seit geraumer Zeit lieber die ostfriesischen Meisterschaften im Hallenhalma oder Wattebäuschenpusten gucken als ein Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft, obwohl (oder weil...?) ich glühender Fußballfan bin. Und nein, ich habe absolut keine Probleme mit Deutschland und möchte dauerhaft in keinem anderen Land der Welt leben. Was also ist es, das meine frühere Begeisterung – nach der EM 1980 trat ich in Ermangelung kopfballungeheuertauglicher Körpergröße beim Kicken auf dem Schulhof nur noch als Karlheinz Förster an; 1986 schlichen mein Vater und ich um Mitternacht ins Wohnzimmer und der WM-Titel 1990 wurde in einem sonnendurchglühten Sommer nach dem Abi ebenso begeistert gefeiert wie der EM-Triumph im Mutterland des Fußballs – über schleichendes Desinteresse zu einer handfesten Abneigung gegen die deutsche Elf hat werden lassen?

Arschloch

Am Wochenende ist es wieder so weit: Bei der Begegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 stehen sich nicht nur die beiden „Altmeister“ gegenüber, sondern auch die Beteiligten der wohl populärsten und aktivsten Fanfreundschaft im deutschen Fußball.

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  1. Die goldene Regel am Anfang: Nimm Dein Gegenüber bloß nicht ernst und lass es das auch weidlich spüren. Betone wortreich Deine Gesprächsbereitschaft und benutze unbedingt die Floskeln „konstruktiv“ und „auf Augenhöhe“, handele dann aber genau gegenteilig.
  2. Gehe möglichst ungerecht und willkürlich vor. Zwei Fangruppen haben sich in den Haaren? Dann nehme 160 von der einen und 7 von der anderen Gruppe in Gewahrsam und stelle das als sachlich gerechtfertigt dar, auch wenn alle bewegten Bilder das Gegenteil zeigen. Eine Gruppe wird am Flughafen angegriffen? Auf sie mit Gebrüll, was laufen die auch da rum.
  3. Werfe großzügig mit Stadionverboten um Dich. Rechtsstaat? Wird eh überschätzt. Viel hilft viel, weiß doch jeder.
  4. Dominanzgehabe ist wichtig, das schafft von Anfang an eine tolle Atmosphäre. Je herablassender Du auftrittst, desto besser. Wenn Du schon nicht zu einer demütigenden Ganzkörperuntersuchung greifen kannst, lasse den Fan Deine Verachtung anderweitig spüren.
  5. Schieße mit möglichst dicken Kanonen auf Spatzen. Ein paar Ultras wollen sich auf dem Vereinsgelände einsingen? Sofort verbieten, wo kämen wir denn da hin, wenn das alle täten. Und der Ersatztreffpunkt ist eh nur ein Vorwand für den Beginn des 3. Weltkriegs. Schade, dass neben den Wasserwerfern, Hubschraubern, Mannschaftswagen, Hundeführern und Reiterstaffeln kein Flugzeugträger mehr auf die Emscher passte. Und mal ehrlich, einen schwarzgelben Panzer hättet Ihr sicher auch noch irgendwo auftreiben können.

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  6. Guck, dass einer möglichst großen Gruppe Fans durch eine vergleichsweise kleine Gruppe die größtmöglichen Unannehmlichkeiten entstehen. Ist doch nur fair, dass das halbe Vereinsgelände für Schalker gesperrt ist, damit unseren lieben Nachbarn der rote Teppich ausgerollt werden kann und sie zum Dank unsere Zäune mit ihren provozierenden Transparenten verschandeln können.  Reicht ja schließlich, wenn wir in der verbotenen Stadt  regelmäßig unter den Augen der Polizei durch den Flaschenhagel getrieben werden.
  7. Drücke dann bei den Sicherheitskontrollen und den für alle im Stadion ersichtlichen Vorbereitungen für eine Pyroshow (so schief bauen noch nicht einmal Lüdenscheider eine Choreo zusammen, wenn sie nicht lediglich der Tarnung dienen würde) nicht nur die Augen, sondern auch Hühneraugen und Ohren ganz feste zu. Das zeigt Deine weiche Seite nach dem harschen Vorgehen gegen die eigenen Fans.

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  8. Verbreite offensiv, dass alles außer Gewinnmaximierung überflüssiger Schmus für sentimentale Ewiggestrige ist. Raubtierkapitalismus und Schwarzmarkt rule, weiß doch jeder! Das führt dann zu so belebenden menschlichen Begegnungen wie gestern auf der Gegengeraden, wo ein feist grinsender Schwatzgelber meinte, „ich komme überall hin; ich habe die nötige Kohle, Euren ganzen Scheixxblock zu kaufen!“ Auch posende Flittchen mit rosa Mantel und fehlfarbenem Schal sehen wir gerne in unserem Wohnzimmer, Besuch macht schließlich Freude.
  9. Sorge dafür, dass neben den wahren Werten, die da lauten Kohle, Kies, Schotter und Zaster, nichts Überflüssiges wie freie Meinungsäußerung oder Wahrnehmung von Mitgliederrechten den schönen Schein trügt. Sei in der Wahl Deiner Mittel nicht zimperlich; wir wollen doch schließlich nicht, dass die schöne Hochglanzfassade plötzlich Risse bekommt.
  10. Datenschutz ist was für Weicheier. Egal, ob Du Mitgliedsdaten an dubiose Unternehmen verhökerst (in unseren kalten Zeiten freut sich ja jeder über etwas personalisierte Werbung im Briefkasten) oder Polizeivideos online stellst, in denen die aufgegriffenen Personen, ihre KFZ-Kennzeichen etc. einwandfrei zu erkennen sind: Lass Dir bloß nicht einreden, es gäbe so etwas wie Beschuldigtenrechte, Unschuldsvermutung oder das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.
  11. Kriminalisiere, was eben geht. Bediene Dich dazu umfassend der Boulevardmedien. Je knalliger die Schlagzeile, desto besser. „Bürgerkriegsähnliche Zustände“ machen der Normalbevölkerung richtig schön Angst vor diesem widerlichen Mob, der sich Fußballfans nennt. Vielleicht bekommt Ihr noch restriktivere Sicherheitsvorschriften durch, wenn Ihr der DFL und der Öffentlichkeit verklickert, dass die aktive Fanszene auch an der Weltwirtschaftskrise, dem Papstrücktritt und dem beschissenen Wetter schuld ist? Kommt, da geht noch was.
  12. Bete, dass das nächste Derby verloren geht. Allein der GEILE Sieg hat nämlich gestern den von allen Seiten bereits seit dem Hinspiel künstlich aufgebauten Druck aus dem Schalker Kessel genommen.

Blau-weiße Grüße
Susanne Blondundblau, Doublederbysiegerin

vianogo9Oh, habe ich gerade „Demokratie“ geschrieben? Es ist ja bekannt, dass Schalke keine Demokratie ist, jedenfalls, wenn es nach der Meinung unseres Finanzvorstands Peter Peters geht (Aussage nachzulesen im „Pakt mit dem Teufel“ ). Doch wir sind ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, in dem eigentlich alle Vereinsorgane zum Wohle des Vereins an einem Strang ziehen sollten – und das Oberste dieser Vereinsorgane, das u. a. über die Satzung und die darin neben dem Vorstand verankerten anderen Organe und deren Rechte entscheidet, ist die Mitgliederversammlung…

Doch wer nun glaubt, zwischen den Vereinsorganen herrsche der im Leitbild verankerte „respektvolle Dialog auf Augenhöhe“, wurde in den vergangenen Woche eines Schlechteren belehrt: Von Dialog kann keine Rede mehr sein, die Protagonisten werfen sich gegenseitig Knüppel zwischen die Beine und beschädigt wird der Verein.

Es ist schwierig zu sagen, wann das aktuelle Dilemma begonnen hat – noch viel schwieriger aber wird sein, es wieder zu beenden. Zwei wichtige Faktoren waren sicherlich die „moderate Anpassung der Eintrittspreise“ mit Preiserhöhungen von bis zu mehreren hundert Euro vor der letztjährigen Mitgliederversammlung und die zunehmende Verquickung von Verein, Fanabteilung und SFCV, durch die viele Schalkefans ihre Interessen nicht mehr ausreichend vertreten sahen.

Ein großer Bruch kam dann kurz vor Weihnachten, als die im Kartenpreisausschuss engagierten Schalker statt der zugesagten Informationen für ein baldiges zweites Treffen monatelang nichts hörten – und stattdessen just nach dem letzten Heimspiel der Hinrunde der Deal des Vereins mit dem umstrittenen „Zweitmarktanbieter“ (Neumarketingdeutsch für Schwarzmarkt) bekannt wurde. Im zweiten Treffen des Kartenpreisausschusses wurden die Mitglieder ohne jegliche Vorbereitungsmöglichkeit mit Zahlen bombardiert und der Deal mit viagogo verteidigt: Die „zuständigen Gremien“ hätten nun einmal beschlossen, dass man den Schwarzmarkt ohnehin nicht mehr effektiv kontrollieren könne und sich deshalb für den wirtschaftlich vorteilhaften Vertrag mit viagogo entschieden. Auf die Empörung der Fans, dass ausgerechnet der „Kumpel- und Malocherclub“, der sich ausweislich des Leitbilds „zu seiner sozialen Verantwortung bekennt“, der Preisabzocke Tür und Tor öffnet, fiel dann der zynische Satz von der Nicht-Demokratie.

Der Tiefpunkt des Miteinanders? Mitnichten. Zwei engagierte Schalker beschlossen daraufhin, eine Unterschriftenaktion für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gegen den Deal mit viagogo zu starten. Das Recht dazu ist nicht nur in der Vereinssatzung des FC Schalke 04 verankert; es handelt sich um ein nicht abdingbares Minderheitenrecht des deutschen Vereinsrechts, § 37 BGB.

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Dennoch bekommt man leider zunehmend den Eindruck, dass die Funktionsträger des Vereins vor keinem noch so unfairen Trick und Machtmissbrauch zurückschrecken, um ihre Mitglieder an der Ausübung dieses Rechts zu hindern:

Obwohl laut Vereinssatzung alle Mitglieder das Recht haben,  „am Vereinsleben teilzunehmen und die Einrichtungen des Vereins zu benutzen“, wurde ein form- und fristgerechter Antrag der Initiative, vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf an den Eingängen Infotische aufzustellen und über das Anliegen und die Unterschriftensammlung zu informieren, abgelehnt: Der Verein FC Schalke 04 werde „ im Sinne einer guten Partnerschaft keine Aktion unterstützen, die sich gegen unsere aktuellen und künftigen Partner richtet". Man hat also ohne auch nur den Versuch, Sicherheitsbedenken vorzuschieben, ganz unverhohlen die Rechte langjähriger Mitglieder, die ein satzungsmäßiges Recht wahrnehmen wollen, hinter die künftiger Sponsoren gestellt, deren Tätigkeit nach den derzeit gültigen AGB noch rechtswidrig ist. Der Ordnungsdienst versuchte, selbst außerhalb des Vereinsgeländes agierende Aktivisten der Initiative einzuschüchtern und an der Unterschriftssammlung zu hindern.

Die daraufhin in Wolfsburg geplante Unterschriftensammlung war bereits vom dortigen Fanbeauftragten mündlich genehmigt, wurde dann aber doch „plötzlich“ verboten, was nahezu zeitgleich auch auf der Facebookseite des SFCV veröffentlicht wurde… Ja, jenes Schalker Fanclubverbandes, dessen Vertreter im Aufsichtsrat des Vereins den Deal mit viagogo nach eigener Aussage „bedenkenlos“ zugestimmt hat – und  der es bislang in nunmehr fast sieben Wochen nicht geschafft hat, seine Mitglieder überhaupt über die Initiative zu informieren. Der SFCV fungiert offenbar weiterhin ausschließlich als Verteiler der Vorstands- und nicht der Faninteressen. Auch die Reaktionen auf den Austritt der UGE und die deutlichen Forderungen des Supporters Club nach mehr Unabhängigkeit bei der Vertretung der Faninteressen, die im Wesentlichen aus Kleinreden der Gruppierungen und Vorüberlegungen für ein Fanplenum, an denen wieder nur die „üblichen Verdächtigen“ mit absoluter Mehrheit der SFCV-Vertreter teilnehmen durften und andere engagierte Schalker außen vor blieben, bestand, lassen nicht vermuten, dass ein Umdenken möglich oder gewollt ist. Kritische Äußerungen werden sowohl von der facebook-Seite des SFCV als auch der von viagogo kurzerhand gelöscht.

Der Eindruck, dass freie Meinungsäußerung und Mitgliedsrechte auf Schalke unerwünschter denn je sind, drängt sich massiv auf, wie auch in der heutigen Stellungnahme der Initiative zu lesen ist (Wie weit darf sich die Vereinsspitze von der Basis entfernen? http://www.vianogo.de/). Die Verantwortlichen haben offenbar beschlossen, die Initiative in der Öffentlichkeit totzuschweigen und ansonsten auf allen nur denkbaren Wegen zu behindern. Man darf gespannt sein, was diesbezüglich beim anstehenden publicitywirksamen Derby los sein wird – aber Goliath macht sich keine Freunde, wenn er David auch noch die Steinschleuder stiehlt, zumal mittlerweile zahlreiche bundesweite Medien die Fan-Wut auf viagogo thematisieren.

Mittlerweile scheint es fast egal, wie der Streit um die außerordentliche Mitgliederversammlung ausgeht; zu viel ist bereits beschädigt. Das Vertrauen der engagierten Schalker in die Verantwortlichen ist nachhaltig erschüttert. Zu sehr wurden die Werte des Leitbilds mit Füßen getreten, zu deutlich die Geringschätzung der Vereinsmitglieder gezeigt, zu gierig für vergleichsweise kleines Geld die Faninteressen missachtet, zu ungeniert gezeigt, dass nicht nur Augenhöhe, sondern überhaupt ein Dialog nicht erwünscht ist. Dabei haben das Beispiel HSV, die den Vertrag mit viagogo aufgrund massiver Proteste der Fans zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt haben, oder unlängst die Schalker Trennung von Flüge.de aufgrund der Negativschlagzeilen gezeigt, dass es auch anders geht.

Unser Verein hat in seiner turbulenten Geschichte schon andere Brocken als viaNogo überstanden und sich wieder zusammengerauft, „hängt sie höher!“ war dabei selten zielführend. Daher sollte es trotz aller Streitigkeiten auch jetzt noch möglich sein, dass sich die Protagonisten an einen Tisch setzen und überlegen, wie, wann und zu welchem Preis der Verein viagogo wieder los werden und eine faire Ticketbörse installieren kann, ohne sich weiter in der bundesweiten Presse Negativschlagzeilen zu liefern und in offenen Briefen und geheimen Zirkeln über- statt miteinander zu sprechen. Und wie das berechtigte Ziel der Konsolidierung der Vereinsfinanzen ohne das schmutzige Geld von viagogo zu erreichen ist.

Das wäre wirklich demokratisch – aber: Schalke ist ja keine Demokratie… Es wäre trotzdem schön, wenn die, durch deren unbedachtes oder zumindest unsensibles Verhalten die Gräben maßgeblich entstanden sind, auch den ersten Schritt machen würden, sie wieder zuzuschütten, damit wir zumindest den Begriff des eingetragenen Vereins wieder mit Leben füllen können. In diesem Sinne: Lieber Vorstand, lieber Aufsichtsrat, habt die Größe, Fehler einzugestehen und zuzugeben, dass Ihr Euch mit diesem Sponsor verhauen und die Stimmungslage im Verein falsch eingeschätzt habt – des Rest bekommen wir dann gemeinsam hin.

Glückauf
Susanne Blondundblau

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Championsleague-Achtelfinale Galatasaray Istanbul gegen Schalke – ein guter Grund für den geneigten königsblauen Auswärtsfahrer, sein Bündel zu schnüren und quer durch Europa zu fliegen! Es wurden tolle Tage mit absolut herzlichen Gastgebern und jeder Menge (Fan)kultur.

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