Wir werden mehr Demokratie wagen! Das was wirklich zählt...
geschrieben von Phillip Rapp in Giesinger Tagebuch
Sechzig und das Chaos ja Sechzig ist ja in der Öffentlichkeit schon fast ein Synonym für Chaos, vielleicht erhalten wir diesbezüglich sogar einen Eintrag im Duden. Aber mich nervt, dass Sechzig immer nur auf das Chaos reduziert wird wobei die berüchtigten Münchner Medien auch Ihren Teil dazu beitragen. Wie zuletzt, als die Presse dem fucking Investor eine Plattform geboten hat gegen alle Vereinsverantwortlichen zu hetzen. Aber ich bin kein Schmierfink eine Boulevardzeitung ich bin Fan, ich bin Giesinger! Sechzig ist nicht nur mein Lieblingsfußballverein, nein Sechzig ist für mich auch der Verein aus der Nachbarschaft, so wie ihn jeder Stadtteil, jedes Dorf etc. hat. Es hat schon seinen Grund warum ich hier nie über das Chaos schreibe, denn was soll ich schreiben, ich beteilige mich nicht an diesen medialen Schlammschlachten, nicht mal als Blogger. Das ich gegen den Investor bin habe ich früher schon betont und das alle Fans die um JEDEN Preis Pro-Investor sind für mich charakterlose Subjekte sind hab ich auch schon mal geschrieben.
Viele der Sachen die bei uns passieren wären bei anderen Vereinen vielleicht was neues spektakuläres, aber bei uns ist die Zeit vorbei. Wenn mal wieder der neuste „Skandal“ oder das neuste „Chaos“ ausgebrochen ist schüttel ich nur noch den Kopf und denk mir „a scho wurscht“ und konzentriere mich auf das was der TSV noch zu bieten hat. Beispielsweise haben wir eine U21 die momentan sensationell Tabellenführer in der Regionalliga ist und sieben Punkte Vorsprung auf den nächsten Konkurrenten hat. Und das obwohl viele gemeint haben die Mannschaft würde gegen den Abstieg spielen, erst recht als in den ersten fünf Saisonspielen nur drei Punkte auf dem Konto standen. Das ist eine echte Leistung mit so einer jungen Truppe!!! Am Dienstag erzielte der Torhüter der U21 Vitus Eicher beim Nachholspiel gegen Buchbach ein Tor aus knapp 80 Metern. Fallen solche Tore in der dritten maltesischen Liga wird das überall hoch und runter gespielt, aber bei uns interessiert es kaum weil wir ja „Chaos“ zu bieten haben. Daher schreibe ich hier zuletzt auch nur noch Blogs über die Spiele der U21, weil die es einfach verdient haben im Gegensatz zu den Profis oder zu den Funktionären.
Ein anderes Beispiel: Letzten Donnerstag fand in Planegg (ein Vorort von München) eine außerordentliche Zusammenkunft des höchsten Vereinsorgans statt, eine Delegiertenversammlung (DV). Der Sinn und Zweck diese DV war eigentlich die neue demokratisierte Satzung zu verabschieden. Nach diversen Querelen mit dem Uhu aus dem Morgenland (Investor) trat Dieter Schneider vor ein paar Wochen als Präsident zurück und Hep Monatzeder, dritter Bürgermeister der Stadt München und Mitglied des Aufsichtsrats wurde von diesem Rat als neuer Präsident bestellt. Dieser musste nun von den Delegierten bestätigt werden und so kam dieser Punkt auch noch auf die Tagesordnung. Aber von Anfang an war klar das Hep Monatzeder mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bestätigt werden würde und schon waren die Medien wieder richtig geil darauf bei der DV einen richtigen Krach zu erleben und wieder von einer Schlammschlacht beim TSV berichten zu können. Ich bin mir sicher, wenn dieser Punkt nicht auf TO gestanden hätte, wären neben den lokalen Sportreportern kaum andere Medienvertreter wie z.B. Sky-Sport-News dagewesen. Eine neue Satzung und mehr Demokratie verkaufen sich halt nicht, Schlammschlachten hingegen schon. Daher fand ich es sehr gut, dass ein Delegierte am Beginn der Versammlung den Antrag gestellt hat die Presse bei der Abstimmung über das Präsidium auszuschließen. Der Antrag wurde mit breiter Mehrheit angenommen und so mussten die Herren bzw. Damen der Presse, wenn auch wiederwillig den Saal verlassen. Während C.M. von der TZ wie ein Rohrspatz auf Demokratie schimpfte, nörgelte z.B. Ex-Löwenspieler und Sky-Reporter Torben Hoffmann herum das man Ihn nach neun Jahren Knochen hinhalten jetzt bei den Löwen vor die Tür setzt. Der Münchner Merkur meinte heute sogar „Bei den Löwen wird die Demokratie ausgesperrt“. Der Spruch ist einfach nur frech und unverschämt. Wenn die Mehrheit für einen Antrag stimmt ist das für mich Demokratie pur. Aber für diese Presseheinis gilt ja nur ein demokratischer Grundsatz, die Pressefreiheit und diese nutzen Sie bei jeder Gelegenheit schamlos aus und alle anderen Grundrechte sind denen doch herzlich egal, wenn Sie durch Rechtsbruch Auflage machen.
Aber ich glaube eh Sie wären enttäuscht gewesen die Herrschaften von der Presse, denn die Schlammschlacht blieb aus. Das neue Präsidium stellte sich vor, wobei die beiden neuen Vizepräsidenten überzeugen konnten. Monatzeder fiel jedoch durch und fast alle Redebeiträge bei der Aussprache zum Präsidium waren gegen Monatzeder gerichtet. 99,9 % der Beiträge waren sehr sachlich, kein gegenseitiges Beschimpfen wie bei früheren Versammlungen nichts auf was sich Medienheinis stürzen hätten könnten. Bei der geheimen Abstimmung fiel der Hep schließlich im hohen Bogen durch und zwar mit 66 zu 130 stimmen. Aber eins müssen wir betonen, die Ablehnung seiner Person als Präsident lag nicht daran das er sich mit dem Investor überworfen hat, da der Großteil der Delegierten gegen den Investor ist. Nein es lag ein seiner Rolle die er in der Vergangenheit bei Sechzig gespielt hat. In seiner Funktion als Aufsichtsrat war er maßgeblich an den desaströsen Entscheidungen beteiligt welche Sechzig in das aktuelle Elend führten. Der Bau der verreckten roten Arena und der Verkauf der Anteile der KGaA an den komischen Möchtegernscheich seien hier als Beispiel genannt.
Aber nun aber kurz zurück zum wichtigen Thema, der neuen Satzung. Nachdem frühere Versuche die Satzung zu ändern gescheitert sind gelang es extrem engagierten Vereinsmitgliedern/Löwenfans an deren Arbeit anzuknüpfen bzw. aufzubauen und auch mit Unterstützung der Vereinsgremien die neue Satzung endlich soweit zu bringen das Sie diversen Stellen wie dem Finanzamt und natürlich ganz wichtig der DFL vorgelegt werden konnten. Als auch diese Ihr ok gaben, konnten die Delegierten einberufen werden und über die Annahme der Satzung abgestimmt werden. Nach dem die zwei der Hauptverantwortlichen die neue Satzung nochmals kurz vorstellten, gab es eine kurze konstruktive Aussprache bevor es schließlich hieß: „Wer für die Annahme der neuen Satzung ist, möchte bitte jetzt seine Stimmkarte heben“. Es war ein voller Erfolg bei nur 17 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen wurde Sie angenommen. Riesenjubel und Erleichterung bei uns Delegierten, wir haben uns abgeschafft und das ist auch gut so, vor allem wenn man bedenkt was viele unserer Vorgänger als Delegierte für Verbrechen an meinem geliebten TSV begangen habe (auch hier z.B. der Arena-Bau). Erst mal tönte ein lautes „Auf die Löwen auf die Löwen PROOOOST“ durch den Saal und es wurde miteinander angestoßen, bevor der ganze Saal den Sechzgermarsch zum Besten gab. Nun herrscht im Verein endlich richtige Demokratie, es war ein wirklich bewegender Moment. Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedankten die sich mit dieser Materie so auseinandergesetzt haben und die Satzung erarbeiteten. Aber auch alle Delegierte die diesen Abend zu einem schönen sachlichen Vereinsabend gemacht hatten verdienen hier ein großes Dankeschön. GEMEINSAM HABEN WIR GESCHICHTE GESCHRIEBEN und daher nochmal ein großes AUF DIE LÖWEN!! Das hat an diesem Abend gezählt, der Rest war nur Ergänzung!
Foto: Anne Wild/Wochenanzeiger
Peter Peter Peter Peter Peter
geschrieben von Nadine Hampel in Bochum BlogLange habe ich überlegt, wie ich diesen Blog nennen soll. An Einfällen mangelte es dabei keineswegs. „Euphoria“, „In alter Manier“, „Auferstanden“, „The one and only“, „Ein Schnäuzer für ein Hallelujah“, und und und....die Frage war also nur, welcher Titel wirklich diesen absoluten Ausnahmezustand am Freitag Abend in Bochum beschreiben würde.
Mit Ausnahmezustand meine ich gar nicht unbedingt den Heimsieg des VfL, der ja nun auch lange auf sich hat warten lassen oder die Tatsache, dass Chancen tatsächlich verwertet wurden. Ich meine diese außergewöhnliche Stimmung, die mir beim Gedanken daran noch immer Gänsehaut verleiht. Sie war nicht nur gut, sondern auch ausgelassen, befreiend und erleichtert.
1:4 Auswärtssieg in einem der schönsten Stadien des Landes!
geschrieben von Phillip Rapp in Giesinger TagebuchAuch wenn ich mal wieder etwas spät dran bin, möchte ich euch einen Beitrag über das Gastspiel der U21 der Münchner Löwen in Hof nicht vorenthalten, denn dort trafen die kleinen Löwen auf den wohl traditionsreichsten Gegner in der Regionalliga Bayern, die SpVgg Bayern Hof.

Die oberfränkische Stadt Hof (an der Saale) hat gut 45000 Einwohner und liegt im ehemaligen Zonenrandgebiet unweit der sächsischen und tschechischen Grenze. Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Stadt vor allem 1989, als dort die Züge mit DDR-Flüchtlingen aus der Prager Botschaft in der BRD ankamen. Von München aus ist Hof am besten mit dem ALEX zu erreichen, ein Zug der binnen 3,5 Stunden direkt von München quer durch Ostbayern bis Hof fährt
. Ich und ca. 30 weitere Löwenfans wählten auf jeden Fall diese Variante, denn mit dem Bayernticket ist dieser Trip einfach unschlagbar günstig und bequem zu bewältigen. Die Fahrt war super kurzweilig, viel Gerstensaft und jede Menge gute Laune sorgten dafür, dass die Reise nach Nordbayern wie im Fluge verging. Vom Bahnhof ist das Stadion „Grüne Au“ dann in gut 25. Minuten zu Fuß zu erreichen, ich allerdings hasse es gut betüdelt weite Wege zu gehen und fuhr daher mit ein paar anderen Löwenfans mit dem Taxi.
Der FC Bayern Hof, gegründet wurde er im Jahre 1910 und gehörte früher lange zu den bayerischen Topteams. Vor der Einführung der Bundesliga spielten die Hofer zuletzt in der Oberliga Süd, der damals höchsten Spielklasse im deutschen Fußball. Ab 1963 verweilten Sie bis 1978 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse (bis 74 Regionalliga, dann 2. Bundesliga), anschließend stieg man in die Bayernliga ab. In den 80ern verbrachten die Franken viel Jahre sogar in der Landesliga, hielten sich zuletzt aber die meiste Zeit in der inzwischen viert- bzw. fünftklassigen Bayernliga auf. Für die neue Regionalliga qualifizierte sich Hof als Vizemeister der letzten traditionellen eingleisigen Bayernliga relativ souverän und kämpft in dieser Saison gegen den Abstieg. War die SpVgg in der Winterpause eigentlich schon abgeschrieben, starteten Sie im Jahre 2013 eine super Serie und kämpften sich wieder an die Relegationsplätze ran. Zudem schlugen Sie wenige Tage vor dem Spiel gegen unsere Amas die SpVgg Unterhaching im Viertelfinale des bayerischen Toto-Pokals und haben damit noch Chancen auf die Teilnahme am DFB-Pokal. Also ein Gegner dem man auf jeden Fall Respekt Zollen muss. Im Jahre 2005 fusionierte der FC Bayern Hof von 1910 übrigens mit der SpVgg Hof 1893 und heißt seit dem SpVgg Bayern Hof.
Das Stadion Grüne Au. Ich muss sagen, es ist einer der schönste Old-School-Grounds in Deutschland, ein traumhaft schönes Stadion. Normal gehen bis zu 20.000 Zuschauer hinein, inzwischen ist das Stadion nur noch für gut 8000 Zuschauer zugelassen, was allerdings bei einem Schnitt um die Tausend auch ausreichend ist. Ein guter Freund von mir definierte ein richtig geiles Stadion daran, dass jede Seite anders aussieht und dies ist in Hof gegeben. Die Gegengerade ist eine schöne alte überdachte Holztribüne welche knapp 1335 Zuschauern Platz bietet und sich fast über die gesamte Spielfeldlänge zieht. Auf der Hauptseite befindet sich die sogenannte neue Tribüne welche aus Beton besteht. Diese ist relativ schmal, hat dafür zwei Ränge. Der untere Rang besteht aus Stehplätze, wo der harte Kern der Hofer Fanszene steht. Der obere Rang bietet hingegen 800 Sitzplätze. Eine Besonderheit an dieser Tribüne ist mit Sicherheit das Sie nicht wie üblich in der Mitte der Gerade angebracht ist, sondern in der westlichen Hälfte des Spielfeldes. In der Mitte dieser Gerade befindet sich das Mundloch mit Spielereingang und darüber befindet sich ein Balkon für ca. 100 Personen, welcher an die Stadionwirtschaft anschließt. Dieser Balkon ist der VIP-Bereich der Grünen Au. Die östliche Hälfte der Hauptgerade sowie die West- und Ostkurve bestehen aus hohen Erdstehwällen, deren Stufen mit Betonplatten eingeschalt worden sind. Allerdings wurde die die Stehränge im Osten letzten Sommer aus baulichen Gründen zugeschüttet und abgesperrt. Wer im Osten stehen will kann dies nur noch auf dem Weg oberhalb der Stehränge tun. Allerdings können diese Stehränge bei erhöhtem Zuschauerbedarf jederzeit freigeschaufelt werden. Naja, absperren ohne zuschütten hätte es wohl auch getan. Sei´s drum, auch so ist es ein super Stadion, ich kann dieses Stadion jedem Hopper nur ans Herz legen, Ihr werdet begeistert sein.
Gut 1100 Zuschauer waren zum Spiel gegen meinen geliebten TSV gekommen darunter waren leider nur knapp über 100 Löwenfans. Bei den Rahmenbedingungen schon etwas enttäuschend, vor allem von der aktiven Fanszene hätte ich mir da mehr erhofft. So versuchten sich zeitweise wieder eher unerwünscht Individuen in den Mittelpunkt zu stellen und Leute die man noch nie gesehen hat machten auf einmal auf Anheizer. Sowas hasse ich wie die Pest! Das Spiel begann sehr flott, bereits nach 6. Minuten gingen die Löwen in Führung und nur drei Minuten später glichen die Oberfranken wieder aus. In der 16. Minute sprach uns der Schiri einen selten klaren Strafstoß zu und Gregorios Makos verwandelte diese souverän. Hof dränge nun, aber es kam nicht zählbares raus und in der 45. Minute fiel schließlich die Vorentscheidung. Sebastian Maier bekommt den Ball bei einem Bilderbuchkonter kurz vor der Mittelinie zugespielt und bringt den Ball zum 1:3 im Kasten unter. Das Zuspiel war klar kein Abseits, auch wenn der Hofer Stadionsprecher das Tor als Abseitstor deklarierte. Als dann kurz nach der Pause Daniel Felgenhauer (früher ua. Gladbach und Fürth) auf Hofer Seite vom Feld musste war das Spiel für die Gastgeber endgültig gelaufen. Den Schlußpunkt zum 1:4 Endstand setzt schließlich Abwehrspieler Chris Wolf, ein Ergebnis mit dem ich nie im Leben gerechnet hätte.
Die Stimmung auf unserer Seite war eigentlich sehr gut, allerdings fand ich ein paar Schmähgesänge etwas überflüssig. Zudem nervten gelegentlich die bereits oben beschriebene Personen die sich in den Vordergrund drängten, daher blieb ich die meiste Zeit auf Distanz zum „Mob“. Die Stimmung auf Seite der Franken war ganz in Ordnung. Vor allem deren Schlachtruf „Britannia, Britannia“ ist irgendwie geil. Einige Schmähungen der Hofer fehlten auch nicht, allerdings sehr 08/15, man merkte halt das in Hof sehr viele Bayernfans (also Rote keine Hofer Bayern) rumlaufen. Die größte Fanvereinigung in Hof sind die Jungs von „B.H.F.C“, was für „Britannia Hof Football Club" steht. Warum immer wieder Britannia? Von 1911 bis zum ersten Weltkrieg hieß der FC Bayern Hof kurz FC Britannia Hof, mit Bezug auf die großen Vorbilder von der Insel. Da das Empire dann jedoch Kriegsgegner war, benannte man den Verein in FC Bayern Hof um was bis 2005 bestand hatte. Um an diese Gründerzeit des Traditionsclub zu erinnern, fing die Hofer Fanszene um die Jahrtausendwende mit der „Wiederbelebung“ des ehemaligen Namen an. Für seine Szeneartikel betreibt „B.H.F.C“ im Stadion einen eigenen kleinen Verkaufskiosk und ich muss ehrlich zugeben, die Artikel die hier angeboten werden stechen so manche Szeneartikel von diversen großen Szenen um Längen aus.
Ja das war der Bericht aus Oberfranken und wie bereits gesagt, ein Besuch lohnt sich! Für mich hat er sich auf jeden Fall gelohnt. Ein 4:1 Auswärtssieg Löwenherz was willst du mehr. Ich kann vor der U21 weiterhin nur den Hut ziehen, was das Team, Trainer Alexander Schmidt im Jahre 2012 und Trainer Markus von Ahlen im Jahre 2013 geleistet haben ist aller Ehren wert und egal was noch passiert wir sind stolz auf euch.
GIESINGS EHRE – SECHZIG AMATEURE
Nachdem der VfL nach langer Durststrecke und mit Motivations-Urgestein und Bundesliga-Rettungsboje Peter Neururer am gestrigen Sonntag tatsächlich drei Punkte in Cottbus einfahren konnte, hat sich der Verein seinerseits ein paar nette Ideen einfallen lassen, um mehr Leute zu motivieren und für die nächsten drei Punkte ins Stadion zu holen.
Am kommenden Freitag sollen gegen St. Pauli die ersten drei Heimpunkte seit dem 16.12.12 (4:0 gegen Paderborn) an der Castroper Straße bleiben. Dafür braucht die Mannschaft nicht nur Kampf(schwein)geist und den nötigen Effet um die Kirsche auch ins Netz zu hauen, sondern auch ordentliche Unterstützung.
Die Aktion „Wir bleiben Drin – aber nur mit Dir“ hat daher viele Facetten, um möglichst viele Fans und Fußballbegeisterte ins Schmuckkästchen der Stadt zu holen. Zur Aktion gehören online versendbare Postkarten, die den Empfänger bei Erscheinen gegen St. Pauli auf ein Fiege einladen und die bei Abgabe auch noch an einer Verlosung für drei Dauerkarten teilnehmen. Außerdem gibt es Plakate und Postkarten, die den großen „Wir bleiben drin“ Stempel tragen. Mit genau diesen Plakaten und Postkarten machten sich motivierte Fans und Anhänger des VfL heute ins umliegende Gebiet um das Stadion, in die Innenstadt und in die Stadtteile auf, um selbige etwas blau-weiß zu gestalten und so möglichst viele für einen Stadionbesuch zu motivieren. Darüber freuten sich nicht nur viele Ladenbesitzer, auch Autofahrer und Fans waren begeistert.
Da man in letzter Zeit jeglichen Ideenreichtum beim Tabellen-15ten vermisste, sowohl auf dem Feld als auch drumherum, ist dies nun eine willkommene und hoffentlich auch fruchtbare Abwechslung, die endlich mal wieder die Nähe zu den Fans und zur Stadt zeigt. Die 20.000 sind das Ziel!!
Herzlich willkommen sind auch Fans aus der Umgebung, die den VfL gern als kleine dicke Schwester sehen (sie tut niemandem was und jeder hat etwas Mitleid ;) )
Ich hoffe wirklich, dass am Freitag nicht nur Peter die Jungs zum Sieg schreit! Also alle ab anne Castroper!

Wir bleiben drin!
Bis Freitag,
Eure Nadine
Was für ein Abend. Nachdem schon die letzten Spieltage zu unseren Gunsten verliefen, stand also das mutmaßlich letzte Montagsspiel dieses Jahres an. Mögen noch viele Jahre „ohne“ folgen.
Zu den letzten Spielen habe ich nicht gebloggt, weil es eigentlich nicht viel zu sagen gab und einen Spielbericht kann man auch woanders herbeziehen. Alles läuft ruhig seinen Gang, einzig die ersten Transfergerüchte wußten Aufmerksamkeit zu erregen:
- Wie es aussieht, wird ein alter Schützling JLus unseren Kader verstärken, Langkamp.
- Da Muddi Kerstin nervt und wir mit dem Abgang Lasoggas rechnen müssen, kam der russische Stürmer Wladimir Dyadyun von Rubin Kazan ins Gespräch. (RK kannte bis vor Kurzem niemand, tja, wer auf 2 Öltanks sitzt, spielt jetzt oben mit. Vielleicht keine Werkself, aber eine Ressourcenelf. Wer weiß, in ferner Zukunft gibt es vielleicht ein afghanisches Spitzenteam, wenn die Politik das zuläßt - die haben Unmengen von Silizium für die Chipindustrie.)
- Der aussortierte Ivanschitz von Mainz wurde sofort mit uns in Verbindung gebracht. Abwarten. Das wird vielleicht was. (Dennoch mußte ich erstmal reflexartig aufstöhnen. Mir geht diese gleichfalls reflexhafte, caritative Offensichtlichkeit, mit der Hertha die Altlasten und Klötzer am Bein anderer Vereine verpflichtet hat, tierisch auf die Nerven. Dafür wurden wir in der Vergangenheit zu sehr gebeutelt. Ruhestand und Gnadenhof an der Spree. Ich zähle auf JLu und die Liste der Fehleinkäufe nicht auf.)
- Pinto, bitte nicht! (Der kann zwar schöne Freistöße, ist aber auch oft genug ein richtiges Arschloch auf dem Platz und gut für die Rote (Kurve).)
- Schmidtgal wäre eher was nach meinem Geschmack. (Gegen den DFB wußte er durchaus zu gefallen, hatte schöne Aktionen über links.)
- Leitner vom BVB könnte mir auch gefallen. (Allerdings haben wir vielleicht selbst genug Nachwuchs, der sich dann in der Liga zeigen kann. Und da kommen so einige Jahrgänge nach! Aber gegen eine Leihe - mit Kaufoption, hehe - spricht ja nix. Bezweifel allerdings, daß der BVB da so blöd ist, wie wir früher - Talente verschenken.)
- Ronny verlängert bis 2017! (Der einzige Transfer, der sicher ist!!!)
Einige Idioten wollten den vermeintlichen Söldner schon in die Wüste wünschen und dann das. Der Berliner Blätterwald ist ein hartes Pflaster, da kann höchstens noch Köln mitreden, wenn nix passiert, muß verbal gezündelt werden. Bild schickt Ronny schon zu S05 (das wäre wirklich zuviel gewesen, aber es sah tatsächlich danach aus) und Bardow vom Tagesspiegel schreibt Blech zum „Zuschauerproblem“.
Kurz vor Anpfiff stellt sich Wachsmann vor die Kurve und teilt uns als Ersten mit, daß Ronny auf sein Herz gehört hat und bleibt. Leute, das war Gänsehaut pur!
Die Freude im Block kannte kein halten und das schlug sich auf die gesamte Stimmung während des Spiels nieder.
Ich hätte auch mit seinem Abgang leben können, Erstligareife muß er eh noch zeigen und ich denke es wäre zu kompensieren gewesen mit einigen Umstellungen. Momentan ist er das Zünglein an der Waage, ob er damit die mannschaftliche Entwicklung bremst? Schwer zu sagen. Ist immer zweischneidig, wenn eine Mannschaft zu sehr von einem Einzelspieler abhängt. Aber als Signal für alle ist es grandios! Die Mannschaft möchte geschlossen aufsteigen und die psychologische Kraft dahinter, ist nicht zu unterschätzen. Und wir werden das in der 1. BuLi brauchen.
Die zahlreich angereisten Miezekatzen hatten durchaus einen guten Auftritt - zu Beginn. Viele Fahnen, viel Licht, viel Gesang, aber das legte sich im Laufe des Spiels, bis es dann später verebbte. Eigentlich ziemlich parallel zum Geschehen auf dem Rasen, wo die Gäste reichlich robust loslegten und zum Outfit passende Karten sammelten. Früh Angst um Niemeyer, mußte mit schwerer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Wir waren uns eigentlich sicher, daß die das Spiel nicht zu elft beenden. Hätte vielleicht 2 mehr Gelbe geben können, aber insgesamt und wider Erwarten hat Gagelmann ganz ordentlich geleitet und viel gesprochen. Weshalb eine Mannschaft ständig Fouls in Ronny-Entfernung spielt, bleibt ihr Geheimnis. Man weiß doch, was passiert! Dennoch, das schönste Tor des Abends gehört Ramos - ein Pantelic-Gedenk-Außenrist-Lupfer. Irgendwann haben wohl wirklich ALLE Braunschweiger gecheckt, daß da nix für sie zu holen sein wird. Domi, go homi - Lustenberger und Brooks haben den unscheinbar werden lassen. Was soll‘s, Hertha hat ein Bombenspiel abgeliefert und die Kurve war obergroovy. Zwischendurch hammer Klatsch-Trommel-Einlagen!
Kleine Anekdote am Rande: Bei einem Gewinnspiel vor Anpfiff sollte die Entfernung Berlin-Hannover (wer Böses dabei denkt ^^) geschätzt werden. Hannover, ein Stichwort für alle Blau-gelben: gellendes Pfeiffkonzert! Ich freu‘ mich schon auf deren Duelle, rücken die Ordnungshüter dann mit Panzern aus??? Bald werden wir es wissen...
Ein rundum dufter Fußballabend für die Blau-weißen mit viel Emotion, Gelächter und ‘ner UFTA!
Und, liebe Löwen, laßt es Euch gesagt sein, wir haben Euch nicht nur 3 Punkte genommen...
Ha Ho He & Blau-weiße Grüße
Der Mann mit dem Schnäuzer kommt nach Haus'
geschrieben von Nadine Hampel in Bochum BlogIn den letzten Monaten hatte man viel darüber gewitzelt, dass der VfL am Ende den einzig wahren Bochumer Jung Peter Neururer holen würde, um den Mannschaftskarren aus dem Abstiegsdreck zu fahren.
Die vergangene Zeit sah alles andere als rosig an der Castroper aus und nach dem Spiel am Freitag gegen den direkten Gegner im Abstiegskampf und einer Leistung, die deren Verweigerung gleichkam, zieht man nun die überfällige Konsequenz: Jens Todt und Carsten Neitzel wurden mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthoben. Während Jens Todt schon lange ein Dorn im Auge vieler Fans und Beobachter war und er zuletzt nicht einmal mehr bei den Pressekonferenzen nach dem Spiel erschien, wird Hoffnungsträger Neitzel, der zuvor als Co-Trainer mit Andreas Bergmann an der Linie stand, auch ein paar Leuten fehlen. Immerhin hat man aber nun erkannt, was vielen schon klar war: der Trainer allein ist nicht unbedingt der einzige Haken an der Sache VfL.

Doch auch wenn dieser Schritt schon längst nötig war und vielleicht sogar zu spät kommt, so ist die Überraschung über den Einsatz Neururers doch sehr groß. Die Legende hatte letztes Jahr ein öffentliches Ultimatum gestellt, nachdem er nur bis Ende 2012 noch als Trainer zur Verfügung stände – für Bochum, Schalke und Dortmund würde er aber eine Ausnahme machen. Da kann der VfL also nun froh sein, dass die absolut aller letzte noch mögliche Lösung überhaupt noch verfügbar ist.
Auffällig ist übrigens auch, dass diese Konsequenzen stets nach dem Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue gezogen werden. Schon Andreas Bergmann hatte nach dem Hinspiel und einem klaren und peinlichen 6:1 in Aue (wobei das Tor für Bochum sogar ein Eigentor war) seinen Stuhl räumen müssen. Nun folgt ihm Neitzel. Co-Trainer Thomas Reis währenddessen bleibt und steht auch Peter Neururer zur Seite im Kampf gegen den Abstieg, der noch nie so ernst war wie momentan. Auf den VfL Bochum warten an den sechs Spieltagen bis zum Ende der Saison noch eher schwierige Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte, einzig Sandhausen, ebenfalls ein Abstiegskandidat, scheint auf Augenhöhe und wird entscheidend sein. Die Meinungen, die man direkt nach Bekanntgabe der Entlassung und des Ersatzes lesen konnte, sind geteilt. Als echter Bochumer kann Neururer nun die Kohlen aus dem Feuer holen und den Tod dritte Liga abwenden.
Bitte, Peter, mach wieder die alten Arbeiter und Kämpfer aus Ihnen, für die wir gerne jubeln. Die, bei denen es nicht schlimm ist, wenn sie zurückliegen, weil sie mit allen Mitteln dagegen ankämpfen. Die, die ihre Fans auch in der schwersten Zeit an Ihrer Seite haben.
Die den Klassenerhalt packen.
Hä? Tsäline Diong oder wat? Is das hier nich über Fußball? Ja, aber nur die hätte gestern im Rewirpowerstadion noch gefehlt, um die Gemeinsamkeiten zwischen dem VfL Bochum und der Titanic zu komplettieren.
Liest man sich den Text des Liedes mal genau durch und vergisst dabei, dass es der Soundtrack eines wirklich schnulzigen Films war, von einer schnulzigen Sängerin und...naja also liest man einfach den Text, so könnte das Ganze auch ein gutes Fußball-Lied ála You'll never walk alone (ja, DAS ist natürlich ungeschlagen!) sein. Das Spiel am gestrigen Abend zwischen dem VfL Bochum und Erzgebirge Aue hatte jedoch eher was mit dem Untergang denn mit dem Soundtrack zu tun. Hatte man sich gegenüber dem Spiel gegen Hertha BSC schon einmal dahingehend verbessert, dass das erste Gegentor erst nach acht statt nach vier Minuten fiel, so war das Spiel der Bochumer an sich ebenso schlecht. Trotz ein paar Chancen vorm Tor der Gäste sah man absolut träge 40 Minuten zu Beginn.
Dann eine Riesenchance, als dem Auer Torhüter der sicher geglaubte Ball wieder entglitt und der Bochumer Aydin da war und...es trotzdem nicht klingelte. Laut dem Publikum hätten mehrere Großmütter mit und ohne Krückstock diese 59867%-Chance gemacht. Vermutlich stimmt das sogar.
Inzwischen war das 0:2 gefallen und anstatt vor der Pause noch den Anschluss zu setzen holten sich die VfLer nach Aydins Minustalent-Schuss das 0:3 ab. Immerhin, in der 2. Hälfte gab es keinen Gegentreffer mehr. Natürlich auch kein Tor der Bochumer, wer das dachte geht jetzt mal fix und schämt sich.
Für die einzige wirkliche Überraschung sorgten die Fans der Blau-Weißen. Vor Anpfiff hatten sie ein großes Plakat ausgerollt, auf dem ein Medizinmann den VfLern einflößte, dass sie dasTor träfen. Nachdem klar war, dass dies eher nicht passieren würde, sondern man stattdessen wieder ordentlich kassierte, änderte sich die Stimmung.

Verständlicherweise gab es daher nicht nur “Vorstand raus!” Rufe, sondern auch einen “Wir haben die Schnauze voll”-Singsang und einen Bierbecher-Regen, der jeden Eisberg zerstört hätte. Obwohl sich ein paar oder auch ein paar mehr Zuschauer beim 0:2 schon auf den Heimweg machten: keiner jubelte mit den Gegnern wie beim Spiel gegen Paderborn letzte Saison, keiner drehte sich um wie bei den Spielen, als man zuletzt plötzlich in den Abstiegskampf rutschte. Stattdessen flammte die Leidenschaft zur 70. Minute wieder auf, es wurden wieder Bochumlieder gesungen. Das hatte zumindest ich nun wirklich nicht erwartet und angesichts der Leistung der Jungs ist es umso bemerkenswerter. Gut gemeint aber leider zwecklos, sie sahen weiterhin und bis zum Abpfiff ein schwaches Spiel ihrer Jungs. Wer will da noch wiederkommen?
Gut beschreibt es auch ein Kommentar, den ich unter Kollegen vernahm: “Da musse den Kopf zwischenhalten!” - “Wie denn, so kopflos wie die spielen??” - und das war einer der harmloseren Kommentare...
Wenn das Spiel schon nicht besser ist als in Berlin, warum sollte es das Verhalten nach Abpfiff sein? Wieder fiel die Verabschiedung Richtung Fans traurig aus und sogar die Journalisten wurden links liegen und kommentarlos stehen gelassen. Aber gut, die beliebteste Filmszene ist ja auch der freiwillige Sprung in die Schiffsschraube.
Nun heißt es Abwarten. Nach dem Sieg der Dresdner ist der VfL auf dem Relegationsplatz, Sandhausen kann morgen vorbeiziehen.
Der Untergang ist damit also zwar noch nicht so endgültig wie bei der Titanic, aber die Kicker vom VfL erhalten sicher nicht einen Oscar für ihre derzeitige Leistung. Near, far, wherever you are....
Eure Nadine
Twitter @nadinehampel
FB: Nadine Pelham