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Donnerstag, 27 Dezember 2012 20:12

Hertha BSC 2012

geschrieben von in Herthas Mischpoke

hertha block

„Gemeinsam werden wir wieder siegreich sein,
Hertha BSC Traditionsverein!
Freude, Trauer, Frust, spür’n wir Jahr für Jahr,
doch am Ende sind wir wieder für Dich da!“

Dieses Lied aus der Kurve ist neu und ich liebe es, weil es im Grunde alles sagt. Ein Jahr mit der Hertha in 4 Zeilen, ich laß es noch mal Revue passieren – länger.

Skibbe wird verpflichtet, da dreht sich einem der Magen um, wie schon bei Funkel seinerzeit – wer Mittelmaß denkt, verpflichtet Mittelmaß. Ich war (bin?) noch längst nicht über Favre hinweg. Skibbe! Immer denke ich an die 11Freunde-Serie „Bei der Geburt getrennt“: Skibbe/ Bernd das Brot.

Dann Rehhagel. Ich merke, ich habe den ganzen Trainerunsinn fast erfolgreich verdrängt. Klar, Otto ist Kult, ja, man überlegt sich diverse Gründe weshalb, nein, wieso es eine gute, ja sogar eine richtig coole Verpflichtung ist.

Ich denke, das ist das Stockholm-Syndrom der Fußballfans, man muß einen Weg finden, um weiterhin mit Anstand und Haltung in der Kurve zu stehen.

Und dabei habe ich diese Mannschaft geliebt, mehr als jede andere war sie mir ans Herz gewachsen, weil ich das Gefühl hatte, sie mußte etwas ausbaden, dass die Geschäftsführung verzapft hat – und am Ende nicht geschafft hat.

Relegation. Frau Stark & DFB - die Liste, wer wo sein Auto hat, wird länger.

platzsturm f95262661

Mitgliederversammlung – es wird weiter im gleichen, alten Saft geschmort. Kontinuität also, statt frischen Wind. Ernüchterung. Zweifel. Wut. Anfeindungen, Spott. Schadenfreude. Es war die schlimmste Sommerpause.

2. Liga. Was für ein Saisonauftakt, das Leiden geht weiter. Ich sehe 3.-Liga-Fußball und male mir das Schlimmste aus. Ist der neue Trainer der richtige um gegen den Unfug der letzten Jahre zu bestehen? Mit gemischten Gefühlen blicke ich auf unseren Kader.

Wie ein geschlagener Hund fahre ich aus Frankfurt und Worms zurück. Gut, dann können wir uns komplett auf den Aufstieg konzentrieren.

Überraschend entpuppt sich Pekarik als DER Transfer. Aber der tatsächliche Glücksgriff ist JLu! Endlich verlassen Stolperer und Bayern die Hertha. Der Mann hält Wort, die Jungen spielen, sein Zeitplan geht schon beinah unheimlich auf. Das gibt der Mannschaft und uns Fans Sicherheit – der weiß wovon er redet, wenn er redet. Erfreulicherweise hält Preetz die Klappe, so daß wir ungewohnt ruhig zwischen Republik und Oly pendeln.

Noch fremdel ich ein wenig mit JLu, obwohl seine Bilanz besser als Favres ist – ok, 2. Liga. 2009 hieß ein Plakat in der Kurve „23 Spiele – 46 Punkte. Wir sind stolz wie Bolle!“ Nun sind es 19 Spiele – 42 Punkte.

Ich denke allerdings, daß JLu anders als Favre am Ende ein hervorragendes Händchen und Geschick im Umgang mit allen Spielern beweist. Und er jammert nicht über die Widrigkeiten, die durch die Ausfälle entstehen.

Lustenberger ist nach viel Verletzungspech zum Spieler der Hinrunde geworden (der 6er-Gott als IV). Das freut mich am meisten.

Pralinchen zeigt was er kann – ach, allen gebührten ein paar Worte.

Dann der Schock im November, der Tod von Alex Alves hat mich sehr mitgenommen – Typen wie ihn wird es im modernen Fußball von heute nicht mehr geben. Ich habe ein Herz für Raudis und schräge Vögel. R.I.P.

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R.I.P. Fankultur? Ich weiß es nicht. Kein Mensch braucht dieses Papier, Stadien sind ein sicherer Ort und der einzige für Virilität (von mir aus auch Pyro).

Ich hoffe nur, daß nun nicht dauerhaft ein Riss durch die Fangruppen geht – jeder Verein braucht den 12. Mann geschlossen hinter sich!

Trauer, Freude, Frust hatte ich dieses Jahr und ich werde immer mit stolzem Trotz meinen Schal tragen für einen Verein, der mehr gehaßt als geliebt wird.

Und aufsteigen will ich auch – als Zweiter! Wir haben noch ein paar Rechnungen offen...

... und damit auch unsere erfolgreiche Box-Abteilung wieder am Ligabetrieb teilnehmen kann – denn unter einem Abstieg haben nicht nur die Fußballer und ihre Fans zu leiden!

Ha Ho He & allseits ein schönes Jahresende!

Sonntag, 23 Dezember 2012 15:26

„Die OK Color Picture Show“

geschrieben von in OKcolor

Ein ganz persönlicher Jahresrückblick zwischen Fankultur und Fußball- Kunst

Eintracht color Bildübergabe x2Im Januar 2012 war mein Kleingewerbe OK Color nun 2 ½ Monate jung und außer dem ein oder anderen Bild das ich dann doch verkaufen konnte, lief es um meine künstlerischen Kreationen mit Schwerpunkt Keilrahmenbilder eher schlecht als recht. Foto- Kollagen in Keilrahmen sprich Leinwände mit Rahmen und zusätzlichen Applikationen versetzt schienen nun doch nicht der Renner zu werden. Als dann ein ehemaliger Arbeitskollege und Schalke Anhänger mich über facebook anschrieb und mich fragte ob ich ihm denn auch seinen damaligen Lieblings- Fußballer künstlerisch verewigen kann ( Wörtlich: „Kannst Du mir auch einen Raúl machen ? “ ), war mir als passionierter Eintracht Braunschweig Fan klar das ich die Richtung Sportbilder- Schiene einschlagen würde.

Es lauerte schon vorher der Gedanke in mir ein Bild mit Blau- Gelben sprich BTSV Einflüssen zu gestalten, doch fehlte mir durch die Liebe zu meinem Braunschweiger Verein der Mut zur Umsetzung. Aus unerklärlichen Gründen hatte ich Angst mit einem einzigen malerischen Fehler den Eindruck und die Pracht des Gründungsmitgliedes der Bundesliga zu verzerren,  oder eben nicht stilgerecht darstellen zu können. Sei es drum,  als der damalige Schalker Stürmer Star vollendet war machte ich mich sofort an die Arbeit und fing an ausschließlich Eintracht Braunschweig Kollagen zu produzieren.

Dann sogleich im Laufe des Februars kam eine überraschende Nachricht ebenfalls via facebook in meinen Postkasten, welche mein eh schon durcheinander gewirbeltes Leben vollkommen auf den Kopf stellte. Gesundheitlich geplagt und mit zerstörter Hoffnung auf eine positive sprich gewinnbringende Zukunft mit meinem Kleingewerbe,  leuchtet auf einmal das bekannte Licht am Ende des Tunnels.

Freitag, 21 Dezember 2012 19:00

Winterpause St Pauli

geschrieben von in Pusteblume

fc st pauliWährend in anderen Vereinen nach dem 12.12. 12 nichts mehr ist wie es war und man sich intern heftig streitet über das neue Sicherheitskonzept und dessen Auswirkungen, ist beim FC St Pauli erst einmal abwartende Ruhe eingekehrt.

Ich denke,dass man versuchen wird juristisch gegen unangemessene Kontrollmaßnahmen vorzugehen, falls diese zum Einsatz kommen sollten. Die Diskussionen über die Maßnahmen und mögliche Reaktionen sind immer noch hitzig, aber sachlich. man hält zusammen.

2012 waren die Fans durch eine tiefe Krise gegangen. Eine Aussperrung von Fans, der Schweinskecup, zahlreiche Strafen für Becher und Kassenrollenwürfe, Strafspiele mit Fanausschluß oder in Lübeck, der Stadionneubau  und viele sonstig Dinge haben zu viel internem Streit im Verein geführt. zu einer internen Spaltung hat das aber nicht geführt.

Die Mannschaft ist nach einem nicht so erfolgreichen Saisonstart, zahlreichen Verletzungen und personellen Veränderungen, in die Winterpause gegangen. Die Spieler posten Fotos von sich auf Weihnachtsmärkten oder im Urlaub auf Facebook.

Es gibt ein neues Mannschaftsposter im Fanladen zu kaufen oder als Geschenk wenn man Testspielkarten erwirbt.

Die Faninitiativen schwelgen online in Erinnerungen an das unglaubliche Pokalspiel gegen Herta BSC in der Saison 2005/2006 das unsere Jungs nach einem 2:0 Rückstand noch 4:3 gewannen. Was für ein Spiel.

Der Bau des St Pauli Museums in der Gegengerade steht leider immer noch auf tönernen Füßen. Man verhandelt immer noch mit der Hansestadt Hamburg über den Erwerb eines 80qm großen Areals des Heiligengeistfeldes, neben dem Stadion, ohne dass es nicht möglich sein wird, die Polizeiwache anstatt in der Gegengerade, hinter dem Stadion, zu errichten und so im Stadion Platz für ein Vereinsmuseum zu schaffen. Die Entscheidung wird auf nach der Winterpause vertagt wenn man sich mit der Stadt geeinigt hat.

Der Bau der Gegengerade geht gut voran. Die Toiletten und Getränkestände in der Tribüne sind in Betrieb die Fassade wird verklinkert und es gibt sehr viele neue Stehplätze, die schon seit Saisonbeginn benutzt werden. Die Sitzplatzdauerkarteninhaber werden sehr viel weiter oben sitzen als vorher in der alten Gegengerade. 

Vor dem Fanladen in der Brigittenstraße hatte ein übereifriger Polizeibeamter Besucher des Fanladens ohne irgendeinen Grund kontrolliert. Das wurde natürlich scharf verurteilt. Die Sicherheitskontrollen beim betreten des Stadions wurden im Dezember, im Gegensatz zu anderen Vereinen, beim Fc St Pauli nicht verstärkt . Es wurden meinen Beobachtungen zu folge auch eher weniger als mehr Polizisten im Stadion eingesetzt. 

Noch bis März sind die Bilder der Millerntorgallerie bei Stadionführungen und Heimspielen, in der Süd und Haupttribüne, zu bestaunen und zu erwerben. Der Erlös aus dem Verkauf fließt an die Trinkwasserinitiative Vivia con Agua (http://www.vivaconagua.org/).

Diese wurde vor 6 Jahren als Stiftung und GmbH im Umfeld des Vereins gegründet ist mittlerweile ein Verein und ein auch im Ausland agierendes Netzwerk, dass durch Fundraising bei Konzerten, Festivals und Fußballspielen, mit Bildungsprojekten und in Kooperation mit der Welthungerhilfe, Menschen den Zugang zu Wasser ermöglicht.

Frohes Fest

Die Pusteblume

fc koelnSamstag 15.30 Uhr Anstoß 1.Liga. Das Herz der FC Fans blutet. Die Derby Rivalen aus Leverkusen, Gladbach und Düsseldorf tummeln sich in der Bundesliga. Nur der FC fehlt hier. Anstatt brisanten Derbys stehen Auswärtsfahrten nach Aue, Sandhausen auf dem Programm. Noch heute stellen sich viele Fragen - Wie konnte das passieren? Nicht nur diese Frage kann bis heute keiner beantworten. Auch die Frage wohin der Weg des FC führt, kann und mag zum aktuellen Zeitpunkt keiner so richtig beantworten. Tabellenplatz 9. - 6 Punkte Rückstand auf dem Relegationsplatz. Nicht wirklich schlecht aber eben auch nicht wirklich gut - eben weder Fisch noch Fleisch. Was läuft schief beim FC oder läuft es doch trotz Umbruch eigentlich gut?

1. Trainer Holger Stanislawski

Mit viel Leidenschaft schreit und tobt er an der Seitenlinie. Er sollte endlich wieder ein Konzept aus jungen Spielern formen, den BVB Gen in Köln erschaffen. Doch nun wo es in die Winterpause geht, muss man bilanzieren, dass Stanislawskis Taktik oft für Außenstehende konzeptlos erscheint. Fast an jedem Spieltag finden sich Spieler auf der Tribüne oder auf der Bank wieder, die noch gute Leistungen am Spieltag zuvor abgeliefert haben. Leistungsprinzip sieht anders aus. Ständig neue Taktiken  lassen Spielabläufe und Automatismen schwer erscheinen. Dies und die Nicht-Kommunikation von Trainer mit den  Spielern waren schon in Hoffenheim Kritikpunkte an seiner Person. Gerade gegen schwächere Gegner agiert seine Mannschaft taktisch oft sehr einfallslos. Die langen Bälle auf Antony Ujah sind für die Gegner zu einfach zu verteidigen. Ein Konzept sieht definitiv anders aus. Allerdings muss man auch bedenken, dass aufgrund der vielen Veränderungen die Mannschaft Zeit brauchte, bis diese sich finden konnte. Positiv muss man erwähnen, dass er dem Kölner Publikum zumindest eine Mannschaft präsentiert, die meist durch Einsatz und Kampf zu gefallen weiß. Eine Eigenschaft die das Publikum in den letzten Jahren vermisste. Man kann nur hoffen, dass sein Ziel nach 17.Spieltagen den „Aufstiegskampf“ auszurufen sowie die ständige Rotation ihm nicht zum Verhängnis werden. 

2. Die Mannschaft / Der Umbruch

Nachdem Abstieg war ein Umbruch unausweichlich. Spieler wurden verkauft oder verliehen um die dringend benötigten Sparmaßnahmen einzuleiten. Junge Spieler sollten aus der eigenen Jugend vorrücken. Nach nur 20. Spieltagen kann man diesen Umbruch auf die eigene Jugend zu setzen (vorerst) als gescheitert ansehen. Zwar bekam die Mannschaft durch Verkäufe und Einkäufe ein völlig neues Gesicht, doch lediglich Timo Horn sowie Jonas Hector schafften den Sprung aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader. Doch Talente wie Buchtmann, Schnellhardt und hochgehandelte Spieler wie z.B. Reinhold Yabo (immerhin Kapitän der U17- Europameister Mannschaft u.a. mit Mario Götze) schafften den Sprung bisher nicht. Zurück blieb ein Kader aus erfahrenen Erstliga-Spielern, die aber kaum Ihren Ansprüchen gerecht werden konnten. Spieler wie Kevin McKenna sind aktuell Leistungsträger. Schon alleine daher verbietet es sich eigentlich von einem Umbruch zu reden. Die Mannschaft zeigt sich in der ersten Saisonhälfte durchaus willig aber mit kaum ersichtlicher Entwicklung. Fußballerisch hoch veranlagte Spieler wie Clemens oder Jajalo konnten sich bis dato nicht in den Vordergrund spielen und laufen der Erwartungshaltung hinterher. Zum Ende der Hinrunde fand sich das junge Team (Durchschnittsalter 23,7) immer mehr und erlangte eine Anzahl von 7 ungeschlagenen Spielen. Zu den bisherigen Enttäuschungen im Team muss man sicherlich Matthias Lehmann zählen. Er konnte bisher nicht nachweisen, auf diesem Niveau ein Gewinn für das Team zu sein. Ganz klar hervorheben hingegen muss man Anthony Ujah, fußballerisch sicher nicht der stärkste, glänzt er durch Einsatz und Tore. Ebenfalls muss man Timo Horn eine starke Vorstellung in der Hinrunde attestieren. Gute Paraden und ein sehr abgeklärtes Auftreten, ließen Publikumsliebling Rensing schnell vergessen machen. 

3. Transfers / Neuzugänge

8 Neuzugängen (Ausgaben ca. 720.000 Euro) standen in dieser Saison 21 Abgängen (Einnahmen ca. 14.150.000Euro) hingegen. Dies ist die durchaus stolze Bilanz von Kaderplaner Jörg Jakobs.

Nach Ende der ersten Saisonhälfte kann man dem neuen Kaderplaner durchaus ein positives Zeugnis ausstellen. Der 1.FC Köln bekam für die doch sehr bescheidene Transfersumme gestanden Erst- Liga Profis in Form von Thomas Bröker und Dominic Marah (beide ablösefrei) Dominic Maroh, am Anfang noch mit einigen Problemen, zeigte zum Ende der Rückrunde, warum man Ihn als festen Bestandteil der Abwehr eingeplant hatte. Thomas Bröker wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Doch er deutete an, dass er mit seinem Willen und seiner guten Physis ebenfalls eine wichtige Rolle im jungen Team spielen kann. Antony Ujah, der kurz vor Transferschluss noch auf Leihbasis von Mainz 05 zum FC stieß, entwickelte  sich dank seiner Tore und seines immensen Einsatz direkt zum Publikumsliebling. Daniel Royer und Sascha Bigalke deuteten beide Ihre technischen Feinheiten an, spielten aber noch nicht konstant genug, sollten sich aber in der Rückrunde sicherlich steigern können. Kevin Wimmer und Tobias Strobl bekamen beide Ihre Einsatzzeiten, wussten aber noch nicht vollends zu überzeugen. Lediglich Matthias Lehmann fällt hier deutlich ab. Zu keiner Zeit konnte er bisher zeigen dass er der versprochene Lenker ist. Auch immer wieder durch Verletzungen gehandicapt, konnte er bisher nicht die großen Hoffnungen von Stanislawski umsetzen.

Es deutet sehr viel daraufhin, dass sich das Gesicht der Mannschaft im Sommer erneut stark verändert wird. Nicht alleine zuletzt aufgrund der Leihspieler die im Sommer zu Ihren Vereinen zurückkehren werden wie Royer, Ujah und Strobl.

Im Winter soll es lt. Toni Schumacher noch ein Weihnachtsgeschenk für die FC Fans geben. Ein zusätzlicher Innenverteidiger steht auf der Einkaufsliste. Jedoch gibt es auch Gerüchte, dass der FC sich um den Wolfsburger Rasmus Jönsson bemüht. Es bleibt zu hoffen dass der FC ein glücklicheres Händchen hat als bei so vielen Wintertransfers.

Es war klar das der eingeleitete Umbruch Zeit benötigt. Trotz diesem und dem jüngsten Kader der 2. Bundesliga verfügt der 1.FC Köln über eine Vielzahl erfahrener Spieler mit Bundesliga-Niveau. Falls bei der Mannschaft und speziell bei technisch hoch begabten Spielern wie Jajalo, Clemens in den ersten Spielen nach der Winterpause der Knoten platzen sollte, bleibt es abzuwarten wozu diese Mannschaft fähig ist. Realistisch erscheint allenfalls der Relegationsplatz. Gegen einen Aufstieg würde sich gerade finanziell bei den Domstädtern sicher keiner wehren. Ob jedoch bereits jetzt die Qualität des Kaders für ein Abenteuer Bundesliga ausreicht, ist jedoch fraglich.

fc koelnDas Pokalspiel in Stuttgart war für den FC ein wichtiges Spiel, dennoch entschied ich mich, es aufgrund des DFL-Konzeptes zu boykottieren. Eine richtige Entscheidung, wie sich aufgrund eines Erfahrungsberichts eines Freundes, der mit dem Fanclub „Rut-Wiess Colonia“ gefahren ist, herausgestellt hat. Dieser Fanclub ist nicht ultra-orientiert und distanziert sich von Gewalt und Pyrotechnik, trotzdem bekamen die Insassen die praktische Umsetzung des Sicherheitskonzepts zu spüren, aber lest selbst.

Achtelfinale DFB-Pokal, VFB Stuttgart 1893 vs. 1. FC Köln, 19.12.2012, 20:30 Uhr:

Wie auch gegen München machten sich einige aus dem Infoforum um 12 Uhr mit dem Fanclub Rut-Wiess Colonia auf den Weg Richtung Schwaben. Mit guter Laune, kölsche Tön, reichlich kölnisch Wasser und etwas härteren Sachen wurde es eine feucht-fröhliche Tour. Alle hatten ihren Spaß und es kam auf unserer ca. 6-stündigen Tour immer zu den üblichen Burger King- und Raucherpausen.

Das Lachen sollte uns aber vor Ort noch vergehen... Als man dann um 19 Uhr an der Arena ankam, wurde man via Polizei"schutz" zur Polizeiwache im Stadion gebracht. Anscheinend wurden auf irgendeinem Rastplatz Böller gezündet und unser Bus stand unter Verdacht.

Den folgenden Text schreibe ich nun aus meiner Perspektive, da ich nicht weiß, wie es den anderen ergangen ist. Ein Video folgt! Die Polizei stürmte regelrecht den Bus und nach und nach wurden wir einzeln raus begleitet. Mit 2 Mann links und rechts wurde man quasi gepackt und erst mal an die Wand gestellt. Nun wurde man abgetastet (mir wurde übrigens auch in den Schritt gepackt wegen der Jogginghose). Anschließend wurde man von den beiden Polizisten wieder weiter geführt zum 10 Meter entfernten Einsatzwagen (Ich habe versucht, denen klar zu machen, das ich schon nicht versuchen werde, in einem Kessel von ca. 100 Polizisten abzuhauen). Naja, am Einsatzfahrzeug angekommen wurden dann Personalien aufgenommen und Fotos gemacht, während man Schilder, auf denen die jeweilige Sitzreihe im Bus stand, hoch halten musste. Danach dachte man, es sei vorbei. Nichts da! Wieder gepackt ging es nun "ins" Stadion, vielmehr in einen Wartebereich, wo ich dann wieder alte Bekannte aus dem Bus traf. wir saßen dann da und nach und nach wurden immer 2 Mann mit in Räume genommen, und was dann abging war der Hammer: Wir mussten uns KOMPLETT entkleiden! Dazu will ich dann auch nicht so viel schreiben. irgendwann 15 Minuten vor Anpfiff wurden wir dann in einem Einsatzwagen mit jeweils 5 Mann zum Gästeblock gefahren, aber VOR den Eingang um nach Blank ziehen und Personalienkontrolle wieder kontrolliert zu werden...

Das Spiel, ach ja, es ging ja um ein Fußballspiel. Der FC präsentierte sich vor allem in der zweiten Halbzeit mutig und stabil und konnte sogar durch Royer das Spiel nochmal spannend machen. Man schied mit einer guten Leistung aus.

Nach dem Spiel ging es dann zum Bus, der vorher von den Polizisten komplett auf den Kopf gestellt wurde (wegen eines Böllers der irgendwo in der Republik gezündet wurde). Dort gab es dann die nächsten Auseinandersetzungen, als man den Müll, den die Beamten verursacht hatten, auf die Straße schmiss und diese hier wieder meckern konnten. Nach einer Stunde Wartezeit im Bus machte man sich endlich wieder gen Heimat und kam dort auch recht schnell an um 3:45 Uhr.

Dies war der letzte Bericht in diesem Jahr. Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Bericht von Philip

 

Freitag, 21 Dezember 2012 11:39

Konjunktive Fußball-Weihnachten

geschrieben von in Bochum Blog

vfl bochum

Als der kleine Konjunktiv geboren wurde, da wusste er noch nicht, was für eine große Macht er später einmal haben wird.  Wer hätte das überhaupt gedacht. Als moppeliger kleiner Modus haben ihn  schon seine Brüder Indikativ und Imperativ stets geärgert. Wer hätte sich da eine Traumkarriere im Sport vorgestellt?

Heute wissen wir: im Sport und besonders im Fußball schlägt keiner die Übermacht des Konjunktivs. Nach soviel Betätigung ist er heute natürlich sehr durchtrainiert, ist ja klar. Sein Bruder Imperativ hat aber immer noch die Hosen an. Egal, zurück zum eigentlich Punkt.

Dieser Konjunktiv beherrscht heimlich alle Fans. Besonders im DFB-Pokal zieht er an den Strippen des Improvisationstheaters auf dem heiligen Rasen. Die Welt geht unter? Da lacht der Konjunktiv! Als ob das so wäre!

Am Mittwoch jedenfalls hatte sich der Konjunktiv eine blau-weiße Weihnachtsmütze aufgesetzt und war in Bochum zu Gast. Klar, wer hat auch sonst blau-weiße Mützen und ist noch im DFB-Pokal...

Das prall gefüllte Stadion mit über 20.000 Zuschauern, für den VfL eine Menge, freute sich mit Wunderkerzen, Weihnachtsmützen und kleinen Fähnchen auf das Spiel gegen den TSV 1860 aus München. Eine Partie auf Augenhöhe. Wenn man ehrlich ist, war es sogar eine Partie auf Augenhöhe, nachdem Schiri Welz einen der Löwen für ein Foul in die Kabine geschickt hatte.

Trotzdem lagen die Chancen eher auf Bochumer Seite und das neue Steckenpferd der VfLer – der Eckstoß-Tor-Klassiker – führte erst zum verdienten Führungstreffer und nach einem Doppelpack von Maltritz zum verdienten Sieg. Maltritz? Wer...ach ja...sein letzter Doppelpack war nach eigenen Angaben übrigens in der C-Jugend.

Und wo war bei soviel Jubel, Toren und 90 Minuten Stimmung statt Protest eigentlich der Konjunktiv hin? Ja, der wartete gespannt auf seinen Einsatz, denn er ist bescheiden. Dieser Einsatz kam um 23.00 Uhr. Denn die Auslosung der Viertelfinalpaarungen stand noch an. Und man könnte ja...und dann wäre...und wenn...und vielleicht zu Hause...

Ich schätze er lacht immer noch...dieser Konjunktiv. Es gab niemanden, der sich über das Los „auswärts beim VfB Stuttgart“ wirklich gefreut hätte. Aber der Konjuntkiv, der steckt uns im Nacken...wenn wir in der Mercedes Benz Arena gewinnen würden....dann könnten wir...und vielleicht wäre das dann....oh man...wie hieß diese große Stadt noch mal....irgendwas mit B...

Dienstag, 18 Dezember 2012 00:51

Punktgewinn an der Donau!

geschrieben von in Giesinger Tagebuch

Remiskönige das war auch der einzige Titel den die Löwen vor der Winterpause verbuchen konnten. Auch in den letzten drei Spielen vor der Winterpause holten die Löwen drei Unentschieden am Stück. Das erste Adventsunentschieden gab es in Aalen am 17. Spieltag, wo 1500 Löwenfans im Aalener Waldstadion bei einem 1:1 eine sehr dürfte Leistung bekommen hatten. Einziges sportliches Highlight war Bobby Woods erster Bundesligatreffer. Ansonsten war es eine sehr bescheidene Fahrt, vor allem was unsere Fans betrifft, aber auf die Probleme in unserer Szene gehe ich irgendwann nochmal genauer ein.


inregfk1Am zweiten Advent stand am ersten Spieltag der Rückrunde ein altbayerisches Derby auf dem Programm. Sechzig war zu Gast in der Oberpfalz beim Aufsteiger Jahn Regensburg. Das Stadion war mit 12.500 Zuschauern ausverkauft, wobei das Gästekontingent bereits im Vorfeld total überbucht war. Dabei hatte uns der Jahn mit gut 3500 Karten eh weit mehr Tickets zur Verfügung gestellt als uns eigentlich zustehen. Viele Löwenfans deckten sich dann halt über die offiziellen Vorverkaufsstellen des Jahn ein, welche sich auf Ostoberbayern, Niederbayern und die Oberpfalz verteilten, alles Gegenden in denen überall massig Löwenfans leben. Bezeichnender Weise war der letzte Block der ausverkauft war die Gerade der auf der der harte Kern der Regensburger Szene steht. Aber gut die Regensburger Fanszene ist halt eine kleine. Die meisten Fußballbegeisterten aus dem Raum Regensburg drücken den Münchner Vereinen oder zum Teil auch schon dem Club die Daumen und schauen sich aus Lokalpatriotismus halt ab und an mal ein Spiel vom Jahn an. Selbst ich bin in der dritten Liga ab und an zum Jahn gefahren. Ich muss ehrlich sagen bisher hab ich mit dem Jahn kein Problem und finde Ihn auf seine Art und Weise auch sympathisch. Vor allem hat er momentan eines der schönsten Stadien der zweiten Liga. Ein Altbau und keine langweilige moderne 08/15 Arena. Leider wird aber auch das alte Jahnstadion bald der Vergangenheit angehören. Der Stadionneubau ist beschlossene Sache und das natürlich wie überall am Allerwertesten der Welt.


Ein paar hundert Löwenfans incl. der aktiven Fanszene machten sich mit einem von der Bahn zur Verfügung gestellten Entlastungszug auf den Weg in die Domstadt. Von dort ging es im Corteo zum Jahnstadion. Ich persönlich fuhr mit ein paar Löwenfans einen Zug später an die Donau und suchte noch ein bisschen die Altstadt auf. Zunächst noch auf einen Glühwein auf dem Christkindlmarkt bevor wir noch eine bekannte Regensburger Großgaststätte aufsuchten. Am Stadion selber gab es beim Einlass teilweise etwas Chaotische Zustände, Wartezeiten von fast einer Stunde soll es gegeben haben. Die Gästekurve war hoffnungslos überfüllt sogar auf den Dächern der Kioske standen einige Fans. Da ich das Jahnstadion incl. Gästeblock gut kenne und sowas von vorne rein klar war, hab ich mir ausnahmsweise mal Sitzplatzkarten auf der Haupttribüne bestellt. Der Einlass ging hier sehr fix und so war ich pünktlich zum Anstoß im Stadion, wo sich insgesamt ca. 6000 Löwenfans einfanden. Der einzige Sektor im ganzen Stadion der nicht gemischt war, war die Gästekurve, ansonsten war jeder Block mit Fans aus beiden Lagern bestückt auch die heimische Gerade Block H. Krawalle oder sonstige Auswüchse der Gewalt gab es wegen der Fanmischung nicht. Ich erwähne das nur weil die allgemeingeBILDete Öffentlichkeit ja immer nur von Ärger ausgeht wenn Fans zweier Vereine aufeinander treffen.
Zu Spielbeginn schwiegen beide Kurven, 12:12, ist ja klar. Dann legten die Kurven aber los, wobei bei uns wie schon in Aalen kräftig gezündelt wurde. Der Support bei den Gastgebern war für Ihre Möglichkeiten recht anständig das muss man einfach anerkennen. Bei uns zog leider nur die halbe Kurve mit, der Rest hüllte sich die meiste Zeit in inregfkSchweigen. Da waren wieder viele von der Fraktion „ich fahr einmal im Jahr auswärts weil es um die Ecke ist und krieg dann mein Maul nicht auf“. Sowas regt mich extrem auf, dabei hätte man einen echten Hexenkessel aus dem guten alten Jahnstadion machen können. Die Löwenfans in meinem Block auf der Vortribüne hatten dagegen ganz andere Probleme. Rauchen war dort verboten, was aber zunächst keiner wusste. Es stand nicht am Eingang, es stand nicht auf dem Ticket nur auf den Dachpfeilern waren ein paar Aufkleber, die man aber auch nur sah wenn man sich intensiv mit den Pfeilern beschäftigte. Da dies aber keiner tat, kam die ganze Zeit ein Gschaftlhuber von Oberordner daher und machte jeden darauf aufmerksam und warf sich bei Wiederholung mündlich raus. Da der Oberordner permanent in der Sicht von Fans stand fingen auch die ohne Rauchbedürfnis das Meckern an und auch diesen drohte er mit Rauswurf. Als Ihm dann von einem Fan hinter mir nur ein „Schleich di du Depp“ entgegengesetzt wurde war für diesen Fan nach Ansicht des Ordners der Tag im Stadion vorbei. „Sie haben jetzt Hausverbot, ich verweise Sie aus dem Stadion, kommen Sie bitte mit“ der Fan antwortete nur „schleich di“. Der Ordner meinte dann die Polizei holen zu müssen. Diese kam jedoch erst in der Halbzeit und wurde von der Gattin des Fans mit einem langen Vortrag bedient. Am Ende durfte er bleiben, er solle halt einfach nicht mehr „Du Depp“ sagen, auch wenn das in Bayern so üblich ist. Auch die Raucher die mit einem Hausverbot belegt wurden, durften bleiben, hier muss man die Beamten auch mal loben, dass Sie hier ausnahmsweise wirklich deeskalierend gewirkt haben.


Fußball wurde mehr oder weniger auch noch gespielt. Um das Spiel zu beschreiben, möchte ich hier den ehemaligen Kriminalbeamten Franz Münchinger zitieren: „Ein rechter Scheißdreck war´s, altmodisch bis provinziell war´s, des war´s“. Es war ein langweiliges lustloses gekicke. Das erste Tor fiel bezeichnenderweise auch noch durch einen Strafstoße, welchen die Oberpfälzer in der 57. Minute zugesprochen bekamen. Meine Hoffnungen, dass die Löwen jetzt endlich aufwachen würden erfüllten sich nicht. Man hatte zwar weiterhin mehr Ballbesitz aber gute Chancen gab es kaum welche. Erst in der 85. Minute gelang Sechzig durch Stoppelkamp der Ausgleich. Der Ausgleich war verdient keine Frage, es war halt ein typisches 0:0 Spiel in dem irgendwie zwei Tore gefallen sind. Meine Freude hielt sich auch sehr in Grenzen, ehrlich gesagt schimpfte ich auf die jubelnden Spieler. Weil stolz braucht man bei so einem Spiel nicht sein wenn man gerade mal mit ach und krach einen Punkt zustande bekommt.


Das war der zweite Advent, der Dritte folgt in ein paar Tagen! Einmal Löwe immer Löwen!