Mi22May2013

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msv duisburgEine oft gestellte Frage unter Duisburgern, meist während 9000 verzweifelte Zuschauer mit ihren Händen über dem Kopf zusammengeschlagen im weiten, leeren Rund des neuen Wedaustadion stehen, lautet: „Warum tun wir uns das an?“ Genauso oft lautet die Antwort: „Ich weiß es auch nicht, aber ich muss.“ Es sucht sich ja auch keiner aus, und wenn, dann landet keiner hier beim MSV. Mein Vater hat mich mit 7 Jahren das erste Mal mitgenommen, ob es auf eigenen Wunsch war weiß ich auch nicht mehr. Wahrscheinlich nicht, aber ich bin doch froh ein Duisburger zu sein, begründen kann ich es nur mit der Liebe zu meinem Verein und der Verbindung zu meiner Stadt.

Es fing ganz unscheinbar an, als ich 2005 mein erstes Spiel miterlebte. Direkt auf dem Stehplatz. Und sofort war ich wie gefangen in dieser unbeschreiblichen Atmosphäre. Wer sich noch dran erinnern kann, wie sein erstes Spiel war, weiß bestimmt was ich meine. Ich war vom Zebra-Twist vor dem Spiel begeistert, wedelte überschwänglich meinen Schal, und die erfahrenen alten Hasen lachten, als ich ihnen den Schal ins Gesicht wedelte, beim Einlauf allerdings nicht mehr. Ab diesen Momenten war ich gefesselt, an diesen unbeschreiblich nervigen, tollen, komischen Verein, der einen einfach nicht mehr los lässt. Und ein jeder MSV Fan der sich finden lässt wird nicht sagen, er liebt diesen Verein weil der so toll ist oder so schön oder so erfolgreich. Man muss einfach die Liebe zu diesem spüren, auch wenn es kitschig klingen mag.

Verschiedenen Eskapaden mit gewissen Bauunternehmern und darin involvierten Personen ist es zu verdanken, dass der MSV gerade dort rumdümpelt wo er ist. Im tiefsten Sumpf der 2.Liga, mit einem Berg von Schulden. Nebenbei lässt sich der Verursacher regelmäßig als Retter feiern, was wohl den meisten Fans wie ein Stich in die Magengrube erscheint, aber das ist eine andere Geschichte. 2 mehr als erfolgslose Ausflüge in Liga 1 habe ich miterlebt, in denen wohl jeder Duisburger etwas an Größenwahn litt, aber irgendwann muss man ja auch mal positive Gefühle herauslassen können, und dann neigt man auch mal nach 4 Punkten aus 2 Spielen an Europa zu glauben, ansonsten gab es höchstens Zweitligamittelmaß, und auch das Image von Duisburg hilft nicht über das des Vereins, und  zwar das einer grauen Maus hinweg. Ich könnte ein ganzes Buch damit füllen, mit den Versuchen einer Beschreibung, wie es ist MSV-Fan zu sein, aber das können und wollen sicherlich die Meisten hier nicht lesen, man kann es, wenn mal mit einem lästigen Kaugummifleck vergleichen, den man sich, aus welchen Gründen auch immer, irgendwo hingeklebt hat und ihn nicht wieder los wird. Wenig liebevoll, aber irgendwo ist der Verein so zu beschreiben. Etwas sarkastisch und übertrieben mag es erscheinen, aber es gibt keine für die Allgemeinheit logischen Gründe zur Erklärung.

Und wie geht man als Fan, oder in meinem Fall als Jugendlicher mit so etwas um? Die Allermeisten in meinem Alter wissen nicht was Fanliebe bedeutet, und machen sich darüber lustig, aber mir ist auch das egal, so wie das Graue-Maus Image des Vereins, all das macht  einen doch nur noch stolzer. Die Liebe zu meinem Verein, niemand kann sie mir nehmen. Der MSV ist ein großer Teil meines Lebens, er bestimmt meine Wochenenden, meinen Lifestyle, in die Schule gehe ich nie ohne meine Mütze und oft trage ich verschiedene MSV-Pullis, Schals oder Jacken. Da kann ich auf Hollister gut verzichten. Natürlich wünsche ich mir ein besseres Image und 1. Liga, aber all das steht nach der Liebe zum MSV. Mal nebenbei, mir ist es ganz natürlich nicht egal in welcher Liga der MSV spielt, der Unterschied ist, ich werde da sein, egal in welche Liga es geht.

Man liebt den Verein, oder man will nichts mit ihm zu tun haben, aber die Bekloppten, die jedes Spiel kommen, Sonntags um 2 Uhr Nachts aufstehen um nach Sandhausen zu fahren, die sind füreinander da und stehen bedingungslos zu diesem Verein, egal ob es dadurch gelebt wird meckernd und biertrinkend im Stadion zu stehen, oder den Verein bis zur 90. Minute zu unterstützen bzw. ihm seine Liebe durch die blau-weiß wehenden Fahnen und leidenschaftlichen Gesängen zu zeigen. Wenn es den blau-weißen Seelen manchmal einfach zu viel wird, die lustlosen Kicker auf dem Rasen zu sehen, die sich einen Dreck um den Verein und seine Zukunft oder Tradition scheren, flüchtet man sich hier auch mal gerne in starken Sarkasmus, was auch mal dahin führen kann, dass man die letzten 20 Minuten eines Spiels eine gelbe Maskottchen-Ente die zu guten Zwecken im Stadion war zu supporten und mit ihr eine Laola-Welle zu machen.  All das spiegelt wohl die Liebe und bedingungslose Zuneigung zu diesem Verein wieder, auch wenn es die meisten wohl niemals nachvollziehen können. Wenn man auch diese Aussagen über den eigenen Verein zu hören bekommt, jeder MSV Fan, egal ob Ultra, Familien-Block oder Sitzplatz-Fan, ob einfach nur Stehplatz-Liebhaber oder Oberrang-Supporter, jeder wird sagen: „Ich bin stolz ein Zebra zu sein!“

Tim Wagner

Am Wochenende war es so weit. Ein Jahr nach den schlimmen Ereignissen beim Schweinske Cup 2012 fand am 12.1.2013 am gleichen Ort der Hallen Herren Cup 2013 unter Beteiligung von 6 Hamburger Regionalliga Mannschaften einschließlich der 2. Mannschaft des Fc St Pauli statt.
Da ich damals auf der Kopftribüne unfreiwillig in die Ausschreitungen hineingeraten bin und monatelang unter Schlafstörungen und Albträumen wegen der erlebten Gewalt gelitten habe, bin ich mit einem äußerst mulmigen Gefühl an den Ort der Geschehnisse zurückgekehrt. Ich war als ehrenamtliche Helferin für Viva con Agua schon 1 Stunde vor Öffnung der Halle für die Besucher da. Ein Polizist untersuchte mit seinem Schäferhund Reihe für Reihe der Sitze. Es waren diesmal keine Metallbarrieren die die Bewegungsfreiheit von der linken zur rechten Hallenhälfte einschränken könnten, um Fans zu trennen, aufgebaut. Die Kopftribüne war nicht offen und es gab keine extra Ehrentribüne.
Es war ein großes Aufgebot an Polizisten und Sicherheitsleuten der Firma Contro anwesend dafür dass nur etwa 1250 Zuschauer anwesend waren.
Nicht nur ich auch viele der Sicherheitsleute und Polizisten habe das im letzten Jahr miterlebt und waren sehr angespannt. Das spiegelte sich deutlich in den Gesichtern wieder.
Der Innensenator Herr Neumann war auch anwesend.
Ich war da und nutzte am Rande die Gelegenheit, um mit den Anwesenden über die Erlebnisse vom Schweinskecup zu sprechen und viele folgten meinem Beispiel. Ein junger Polizist erzählte, dass er damals auch Angst hatte und lange gebraucht hatte mit den schlimmen Erlebnissen zurecht zu kommen. Er sagte, dass die Situation auf der Kopftribüne am Schlimmsten war. Das war ja genau der Ort an dem ich mit meinen Freunden und Anderen unfreiwillig gefangen war.
Die Ordner die 10 Minuten lang nicht eingriffen haben, als es auf der Tribüne zu Ausschreitungen kam wollten das allerdings nicht so recht wahr haben. Im Laufe des sehr schönen friedlichen Turniers wich die Anspannung einer Erleichterung. Die Spiele waren spannend und die Fans supporteten ihre Mannbachaften leidenschaftlich wàhrend der Spiele und tranken miteinander Bier. Alle waren sehr beeindruckt von der Leistung der Mannschaft aus Curslack-Neuengamme, die ein sensationell gutes Turnier spielten, aber am Ende nur 3. wurden. Ich machte viele schöne Fotos die ich Hauke Brueckner für unsere Vereinshomepage zur Verfügung stellte und Viva con Agua nahm trotz der wenigen Zuschauer einiges an Spenden ein.
Im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

Hier noch ein schöner bericht vom Turnierverlauf von elbkick.tv:

http://www.elbkick.tv/2013/01/14/elbkick-tv-herren-hallencup-2013/

Die Pusteblume

Dienstag, 15 Januar 2013 19:23

Jetzt also doch! Der geile Sven ist da!

geschrieben von in Giesinger Tagebuch

Montag der 14. Januar 2012:
20:00 Uhr: Beginn der Aufsichtsratssitzung des TSV München von 1860 e.V. Thema: Differenzen zwischen dem Präsidium des Vereins und dem Mehrheitsanteilseigner der Tochterfirma TSV München von 1860 GmbH und Co.KG a.A
steinerschneider21:15 Uhr: Noch keine Entscheidung, ich muss jedoch ins Bett, will um fünf aufstehen, vor der Arbeit noch ins Fitnessstudio.
01:12 Uhr: Der Harndrang haut mich aus den Federn, sollte ich mit 30. schon über Granufink nachdenken? Natürlich schau ich auch mal kurz übers Handy im Internet nach wie es bei den Löwen aussieht. Immer noch keine Entscheidung an der Grünwalderstraße, ich leg mich wieder schlafen.
03:00 Uhr: Die Aufsichtsratssitzung ist zu Ende. Es gibt einen Kompromissvorschlag. Ein Mann der im Herbst öfters bei den Löwen im Stadion zu sehen war soll in der sportlichen Leitung installiert werden. Prinz Eisenherz? Nein  Sven-Göran Eriksson ist sein Namen, Schwede, auch der geile Sven genannt. Früher war er unter anderem fünf Jahre lang Coach bei den „Three Lions“, passt ja. Ich krieg davon noch nichts mit den ich bin noch im Schlummerland.
05:00 Uhr: Der Wecker klingelt, ich will nur nochmal kurz die Augen ausruhen und mich strecken da ist es auf einmal schon 05:18 Uhr. Zähne putzen und anschließen reibe ich mir verwundert meine verschlafenen Augen. Die Sitzung hat wirklich bis drei Uhr gedauert und die Medien verkünden Sven-Göran Eriksson ist neuer Löwentrainer.


Ja das obere ist meine kleine Chronik über die Ereignisse letzte Nacht. Was soll man davon halten? Die Pressemitteilung der beiden Gesellschafter (PO-Box Dubai & der e.V.) sagt zunächst nur aus, dass beide nur das Wohl der Firma wollen (Firma wird mit Verein umschrieben) und Sie sich im Grunde wieder lieb haben. Es ist halt genau so gekommen wie ich es vor ein paar Tagen bereits geschrieben habe. Als Kompromiss wird ein international erfahrener Mann in der sportlichen Leitung installiert, Sven-Göran Eriksson. Dieser war ja vom Präsidium bisher abgelehnt worden. Die Münchner Medien verkünden schon überall, dass Eriksson neuer Löwencoach ist, jedoch wurde er bisher noch nicht gefragt. Also hat man sich in einer knapp siebenstündigen Sitzung auf jemanden geeinigt der theoretisch „Nein“ sagen könnte?! Wahnsinn!
geilersvenGut gehen wir einfach davon aus, dass die Zusage des Schwedens nur eine Formalie ist und der Scheich schon im Voraus mit Ihm gesprochen hat. Aber als was er tatsächlich kommt das ist irgendwie noch unklar. Cheftrainer soll Alex Schmidt bleiben. Aber ein Trainerduo Eriksson/Schmidt kann ich mir nicht vorstellen. Ein Mann mit so einer Erfahrung und ein Mann der gerade die ersten Schritte als Cheftrainer im Profifußball macht? Oder fungiert Eriksson doch eher als Teamchef, Manager und macht damit vielleicht sogar Florian Hinterberger den Platz streitig? Man kann gespannt sein. Das Wichtigste jedoch ist lt. Boandlkramer (Präsident Dieter Schneider) das die Kohle des Scheichs weiter fließt wodurch  der Drei-Jahres-Plan eingehalten werden kann. Was dieser Drei-Jahres-Plan im genauen ist weis ich gar nicht mehr, geht es da nur um den Aufstieg oder gar schon um Europa? Bei uns wird so oft verschoben und das Ziel geändert das ich da den Überblick verloren habe.

Was denken die Fans:
Die einen freuen sich das ein Weltcoach zu Sechzig kommt und damit ein Stück Glamour. Sie sind sich sicher mit Ihm kommt der sportlich Erfolg relativ schnell denn Eriksson hat mit Sicherheit Verbindungen zu ein paar Topspielern die er dazu überreden kann zu Sechzig zu kommen wenn der Mecki zahlt. Vielleicht sogar einen „Brasiliana“. Andere Fans hingegen sehen Eriksson zwar nicht als Heilsbringer aber als einen Schritt in Richtung Professionalität. Denn wenn eines beim TSV fehlt dann ist es Professionalität, das sieht jeder außenstehende blinde.
Bei meiner persönlichen Meinung möchte ich einen Post aus dem Löwenforum frei übernehmen: „Läuft es erfolgreich spielen wir Champions League, läuft es besser spielen wir bald wieder im Sechzgerstadion“. Ich bin überzeugt das es nach hinten los geht und ich schenke den Verantwortlichen kein bisschen Optimismus denn bei uns geht jede Banalität schief und sei es nur das Haarwuchsmittel eines Stürmers. Zudem hab ich auch keine Lust mit Geld vom Scheich aufzusteigen. Es wäre nicht ehrlich, nicht anständig. Ich könnte mich nicht wirklich über den Aufstieg freuen.

Freitag, 11 Januar 2013 14:15

Wo bleibt der Brasilianer?

geschrieben von in Giesinger Tagebuch

So jetzt hab ich bereits seit einigen Wochen keinen Blog mehr über meine Löwen veröffentlicht. Weder hier bei Fankultur noch in meinem privaten. Woran liegt das, denn eigentlich möchte man ja meinen es gäbe bei uns genug Stoff!?
Es fehlt mir zurzeit einfach irgendwie die Motivation und ohne Motivation ist die Kreativität stark eingeschränkt. Mich nervt Sechzig einfach gerade richtig massiv.

Zum einen ist es die sportliche Seite. Es ist immer das Selbe. Der Verein nimmt sich viel vor, die Mannschaft startet vielleicht sogar passabel, aber bricht dann mit Sicherheit ein undpokalbochum bietet zumeist Rumpelfußball per excellence. Von der sportlichen Leitung wird man immer nur gebeten der neuen Mannschaft, dem neuen Trainer zunächst etwas Kredit zu gewähren und geduldig zu sein. Aber warum sollte man noch geduldig sein? Die Herren vergessen dass wir seit der Saison 2000/01 fast ausschließlich diesen Grottenfußball geboten bekommen. Egal ob unter Lorant, Götz oder Schachner um nur einige Trainer zu nennen. Wie soll man nach fast 13 Jahren Augenkrebs noch Geduld haben? Fast 13 Jahre immer irgendwo im sportlichen Nirgendwo egal ob Bundesliga oder zweite Liga. Ausnahmen hier im negativen der Abstieg 2004 und im positiven die darauf folgende Saison wo man knapp am Wiederaufstieg scheiterte. Leute wie ich die zu den Allesfahrern gehören sind hiervon besonders betroffen, den wir investieren mit am meisten Zeit und Geld um diesen Diven hinterher zu fahren und sehen in der Folge auch die meisten dieser Spiele live. Genauer stört mich dieser schlechte Fußball vor allem bei „Heimspielen“. In Verbindung mit diesen tristen Spielen in der grauen Arena ist das einfach eine tödliche Mischung. Bei Auswärtsspielen hingegen hat man wenigstens eine lustige An- und Abreise mit Freunden die einen für den Kick entschädigt.

AA-Grundsteinlegung 13 11 2002-734074Zum zweiten nerven mich unsere Situation mit dem Investor und wie manche Fans damit umgehen bzw. Sie dafür zum Teil sogar mit verantwortlich sind. Jetzt frägt sich bestimmt manch einer wie Fans dafür verantwortlich sein können oder? Ganz einfach. In dem man zu allem „Ja“ und „Amen“ sagt oder grundsätzlich keine Meinung hat und zu jedem Schwachsinn einfach nur schweigt. Los ging es unter der Diktatur Wildmoser in der auch die Spaltung der Fanszene begann. Egal was der Entenmörder wollte, die Truppe der Lemminge unter Führung machtgeiler Funktionäre der Arbeitsgemeinschaft der Fanclubs (ARGE) segnete alles ab. Und da diese auch das höchste Vereinsorgan die Delegiertenversammlung mehrheitlich stellten waren die ARGE das ultimative Instrument zum Machterhalt. Man versprach Ihnen einfach Erfolg und Freikarten was Grund genug war jede noch so stupide Idee ohne zu denken durchzuwinken bzw. ihr sogar zuzujubeln. Das ärgste und verheerendste Beispiel ist die Allianz-Arena. Wie blöde musste man sein bei diesem Projekt nicht auf die Barrikaden zu gehen bzw. dann die als „Störer, Plärrer und Verräter „ zu beschimpfen die auf die Barrikaden gingen? Sein wir doch mal ehrlich, war es jemals nötig das der TSV 1860 ein Stadion für 70000 Leute braucht? War es jemals realistisch das ein TSV 1860 so ein Stadion zu gleichen Teilen finanzieren kann wie ein Verein der (fast) jedes Jahr Titel holt und schon allein in der CL Millionen pro Saison einfährt? Wohl eher nicht! Aber wie bereits erwähnt Wildmoser versprach Erfolg und keiner kam auf die Idee, dass es sportlich auch abwärts gehen könnte oder es Probleme bei der Finanzierung gibt. Nicht mal als die Kirchkrise durch die Bundesliga fegte und man aufgrund von finanziellen Engpässen eine Baugrube für eine Sporthalle auf dem Trainingsgelände wieder zuschütten musste wurden kritische Stimmen laut.

Wie es weiterging ist ja bekannt. Wildmoser musste im Frühjahr 2004 aufgrund der Stadionaffäre gehen, ein paar Wochen später stieg der TSV ab und seit dem nicht mehr auf.1595283686-brasilien-2j09 Die erste beinahe Insolvenz wegen der Arena folgte kurz vor Saisonende 05/06 und man musste die Anteile an der Arena an die Roten verkaufen damit das Pack uns „rettet“. Jetzt war man nur noch Mieter beim verhassten Rivalen. Viele Löwenfans währen damals bereits lieber insolvent gegangen und zwangsabgestiegen. Aber der Großteil hat es hingenommen, Hauptsache Profifußball. Im Jahre 2011 war man wieder so gut wie insolvent. Und was macht Präsident Dieter Schneider, welcher damals frisch im Amt war? Anstatt einer geordneten Insolvenz mit Neuanfang z.B. in der Bayernliga, verkauft er die Mehrheit der Anteile der Profisspielbetriebsgesellschaft (GmbH & Co. KGaA) an einen dubiosen Geschäftsmann aus Jordanien (liebevoll Scheich oder Mecki genannt). Für mich ein echter Schock, jetzt waren ausgerechnet meine Löwen der erste deutsche Verein der sich so eine Fußballheuschrecke eingefangen hat. Einige Löwenfans gehen seit dem gar nicht mehr zu Mannschaften der KGaA, manchen nur noch mit Bauchweh. Ich z.B. gehe zwar noch hin, aber stecke kein Geld mehr in die Firma. Meine Dauerkarte hab ich nach 17 Jahren gekündigt und gehe jetzt mit meinem Schiedsrichterausweis umsonst ins Stadion. Auch die emotionale Bindung welche dank der Arena eh schon beinträchtig war litt stark. Ist das überhaupt noch Sechzig? Der Verein den ich liebe, der der 66 Meister wurde, 65 in Wembley im EC-Finale stand, mit dem ich in Meppen oder Leeds war das ist der TSV München von 1860 e.V. und nicht diese Firma. Und dieser Verein hat seine höchste Herrenmannschaft zurzeit nun mal in der A-Klasse. Wie dem auch sei auch hier war es dem Großteil der Fans egal bzw. Sie waren dankbar für die „Rettung“ und Hauptsache Profifußball egal wie ehrlos. Und wie es bei solchen Fans immer ist, fingen Sie gleich wieder das Träumen an. CL gegen Barcelona und einen Brasilianer kaufen war für viel nur noch eine Frage der Zeit denn Sie meinten wohl das es Sechzig so ergeht wie ManCity. Aber Pustekuchen, es ging sportlich so weiter wie jedes Jahr, mit Mittelmaß, keine Superstars, keine Brasilianer.

ismaikschneiderInzwischen ist diese ganze Investorengeschichte wieder zu einer richtigen Posse verkommen, wie es sie nur bei Sechzig geben kann. Das Bild das der TSV zurzeit mal wieder in der Öffentlichkeit abgibt ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten (wobei man das ja über die Jahre gewohnt ist). Zu allem Überfluss spaltet der offene Streit zwischen Präsident und Scheich die Fans in noch mehr Lager. Die Fans die pro Rettung durch Investor waren bestehen jetzt aus zwei Lagern: Die einen sind pro Dieter Schneider, denn er hat ja den Verein durch seinen Einsatz gerettet und ist als Präse eh der Chef der lächelnd auf Fanclubfeiern winkt. Die anderen sind pro Ismaik. Sie meinen das „Löwenfreund“ Ismaik der Erlöser ist und Schneider der Champions League und den Brasilianern im Wege steht. Ich bin in der glücklichen Position zu keinem der beiden Lager zu gehören, ich bin gegen beide. Gegen Ismaik weil Investoren Gift sind und gegen Schneider weil er nun mal den Verein verkauft hat. Und zurzeit erntet Schneider nur die Geister die er rief.

Ich hoffe inständig, dass der Investor sein Engagement beendet und diese KGaA endlich an die Wand gefahren wird. Eine geordnete Insolvenz ist das einzige was Sechzig wirklich retten kann. Man wäre die Schulden los, man wäre die Arena los und könnte frisch daheim im Sechzigerstadion von neuen anfangen. Und selbst wenn wir auf ewig in der Bayern- oder Regionalliga rumdümpeln und gegen Verein wie Fürstenfeldbruck mit 0:5 vor 1500 Zuschauern verlieren wäre so ein Spiel nicht annähernd so trist wie ein Sieg in der grauen Arena an der Autobahn. Aber ich bezweifle das es so weit kommen wird. Mit Sicherheit wird es wieder irgendeinen faulen Kompromiss geben. Ihr werdet sehn bald gibt es eine gemeinsame Pressekonferenz, beide machen auf Friede Freude Eierkuchen und stellen dabei den nächsten drei Jahresplan vor. Alle denken wieder: „Super jetzt steig ma auf und der Brasilianer sitzt schon so gut wie im Flugzeug“. Und in einem halben Jahr ist man wieder dort wo wir jetzt stehen. Hurra!

Mittwoch, 09 Januar 2013 16:16

Die letzten Patrone

geschrieben von in Bochum Blog

VfLBochum trauer

In der Zeit von Sicherheitskonzepten, V-Männern in Fanszenen und einer Zahlung von 40 Mio. Euro für einen Fußballspieler ist es so schwer wie nie, sich von einem der Menschen im deutschen Fußball verabschieden zu müssen, der das alles noch mit seinem Herz und nur mit seinem Herz begonnen hat.

Heute morgen, am 9.Januar 2013, verstarb Werner Altegoer im Dortmunder Knappschaftskrankenhaus. Er erlag einer schweren Krankheit im Alter von 77 Jahren. Kaum jemand war so sehr Bochumer Junge wie er. Obwohl er erst 1978 dem VfL als offizielles Mitglied beitrat, hatte er schon in jungen Jahren seine Liebe zu blau-weiß gefunden. Bis zu seinem 15. Lebensjahr spielte er aktiv in der Jugend der Bochumer, begann dann allerdings seine Lehre und gab den Sport auf. Fan blieb er jedoch immer und schaute den Kickern an der Castroper Straße oft zu. Mit seinem eigenen Unternehmen, dass er bald gründete und fast 50 Jahre selbstständig führte, wurde er Ende der 70er Partner des VfL und half bei der Finanzierung einiger Transfers und natürlich des Stadionbaus.

Schon zwei Jahre nach seinem Beitritt war Altegoer im Vorsitz des Wirtschaftsrates, bis 1982 und noch einmal von 1990 bis 1993 unterstütze er dabei den Verein mit seinem Wissen. Nachdem der VfL 1993 der ersten Liga den Rücken kehren musste, wurde er zum Präsident des Vereins gewählt. Neun Jahre lang steckte er Energie und Herzblut in diese Aufgabe, bis der Verein 2002 einen ehrenamtlichen Vorstand einsetzte und Altegoer zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates berufen wurde.

Im Oktober 2010 trat er, aufgrund einer nicht gewährten Entlastung des Gremiums zurück, gefolgt von anderen Mitgliedern des Aufsichtsrates. Die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates nur ein Jahr später zeigte, wie sehr nicht nur er mit dem Verein verbunden, sondern dieser ihm auch Respekt und Dankbarkeit entgegenbrachte für das,was er geschafft hatte.

Bei der Mafia sagt man, sobald ein Mitglied der ersten Familie noch Strippen ziehen kann,solange geht der Clan nicht unter. Die Prägung des Vereins durch Werner Altegoer, einen, der Visionen hatte und den sein Herz statt sein Portmonee ewig ein Bochumer Junge bleiben ließ, wird hoffentlich nicht untergehen.

Auch wir von FANKULTUR.com sprechen der Familie und den Freunden Werner Altegoers unser Mitgefühl aus.

Mittwoch, 02 Januar 2013 23:28

Neues Jahr, neues Glück - ein kleiner Ausblick

geschrieben von in Bochum Blog

stehplatz vo1

Auch in 2013 wird es Überraschungen, Enttäuschungen, Entlassungen und Stadionwürste geben. Ich habe mal die Kristallkugel befragt und wage einen kleinen Ausblick in die erste Hälfte des Fußballjahres 2013.

DFB-Pokal:

Nachdem Wolfgang Stark sich weigert, das Spiel Bayern gegen Dortmund zu pfeifen aus Angst, Marcel Schmelzer könnte ihm ein „Kick me“ Schild auf den Rücken kleben, treten Mario Gomez und Neven Subotic in einer heißen Partie Stein, Papier, Friseurschere gegeneinander an. Subotic entscheidet das Spiel mit zwei Geltuben zu einer für sich.

Währenddessen schlagen die Kickers Offenbach unter ihrem neuen Cheftrainer Lothar Matthäus den VfL Wolfsburg, Mainz plättet Freiburg und der VfL Bochum klaut in Stuttgart alle Mercedes Sterne, woraufhin die Schwaben weinend aufgeben.

Im offiziellen „Wir wollen nur das Geld“- Zechen Halbfinale zwischen Dortmund und Bochum zieht der amtierende Pokalsieger ins Finale ein, da bei der Begegnung von blau-weiß gegen schwarz-gelb kein Spiel mehr nötig war.

In einem packenden Finale des BVB gegen die Kickers Offenbach können am Ende die Außenseiter den Pott mit nach Hause nehmen. Leider fand das Spiel ohne deren Fans statt, da diese sich in der großen Stadt Berlin verirrt hatten. Jürgen Klopps Statement: „Ach, geil wars. Wir haben das Phrasenschwein geklaut, wir Monster!“

Bundesliga:

An der Spitze der Tabelle scheint die Luft der Bayern locker auszureichen. Nach dem Ausscheiden aus DFB Pokal und Champions-League gegen ein 22-Mann starkes Aufgebot des FC Malaga, welches der Schiri mit dem goldenen Dollarzeichen abwinkte, dass er um den Hals trug, liegt der Verein jedoch im Zwiespalt. Jupp Heynckes wird erneut als Rettungsanker eingesetzt und lässt sich ein „Mia san Mia“ Tattoo stechen, das von der Telekom gesponsert wird.

In einem packenden Saisonfinale schafft es am Ende der Aufsteiger: Nachdem sich Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein selbst einwechseln, wird Eintracht Frankfurt endlich wieder Deutscher Meister. Am Spielfeldrand beginnt Andreas Möller zu weinen, spricht einen Tag später aber schon wieder exklusiv in Bild über „seinen Herzensverein“.

In Sachen Stadionsicherheit gibt es ganz neue Produkte. Da die Schalker sich, statt zum Flughafen Richtung Istanbul, in die Nacktscanner eines nahe gelegenen Stadions verirrt hatten., wurden diese ersetzt. Ligachef Rauball: „Ich denke mit den auf Sprengstoff abgerichteten Spürkaninchen sind wir auf dem richtigen, fluffigen Weg.“

Auch Stehplätze wurden revolutioniert. Jeder Fan kann nun für nur 50 Euro eine rote Klebebegrenzung kaufen, die ihm genau einen Quadratmeter Stehplatz schenkt und auf jeder Tribüne selbst klebt. Nachdem die „Initiative zur Erhaltung der echten Eventfans“ protestiert hat, gibt es für einen kleinen Aufpreis auch eine Version mit Goldrand.

Zuletzt meldet sich noch einmal Felix Magath, der nun die neu gegründeten Fighters Magathischu trainiert. Er kauft nach der saison die gesamte Bundesliga leer.

Auf eine schöne Rückrunde.

Foto by Katharina Stracke

Sonntag, 30 Dezember 2012 14:09

Wahre Liebe

geschrieben von in OKcolor

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Mein Mann und ich kennen uns schon aus der Schule. Damals dachte ich: „Oh man was für ein Blödmann“. Was er von mir dachte weiß ich nicht, war aber bestimmt auch nichts Nettes !? Jahre später hat man sich dann mal ab und zu im Stadion, in Discotheken und anderen Orten gesehen. Dann 2008 hab ich eine neue Arbeitsstelle angenommen und schon stand mein Zukünftiger schon wieder vor mir. Zuerst saß der Schock tief, aber nach und nach entwickelte sich eine ausgeprägte Sympathie. Natürlich auch wegen unserer gemeinsamen Liebe zu Eintracht Braunschweig!

Nachdem wir anschließend nun doch ein halbes Jahr eine liebevolle Beziehung hatten bekam ich eine erschütternde Krebs – Diagnose. Nicht besonders schön aber wir haben zusammen gekämpft wie die Löwen und bin meinem Partner zu tiefst dankbar. Die eigentliche Geschichte welche ich Euch Fan- Kulturisten und Eintracht - Fans näher bringen wollte könnt Ihr jetzt in meinem Blog nachlesen.