
Unser Auftaktspiel nach der Winterpause beginnt in Regensburg. Sofort fühle ich mich wohl, ein gutes Omen: Wir haben schon vor Weihnachten Zimmer in einem alten ****Hotel in der Innenstadt gebucht. Es ist ein altes Patrizierhaus aus dem 12. Jhd., auf Laminat-Total-Optik habe ich keine Lust. An diesem Wochenende ist Spielwarenmesse in Nürnberg und schon viel ausgebucht. Wir wollten sowieso einen Tag eher anreisen, weil Regensburg malerisch an der Donau liegt.
Die Nacht ist kurz, gegen 8:00 geht der Zug, ich verschlafe die meiste Zeit der Fahrt. Im Zug sind schon die ersten Herthaner, viele machen aber den Umweg über Karlsruhe, um die Freunde vom KSC zu unterstützen. Vom Hauptbahnhof sind es 10 Minuten Fußweg zum Hotel, das direkt zwischen Dom und Bushaltestelle zum Stadion liegt.
Wir bekommen ein kostenloses Upgrade, aha, und das WLan funktioniert nicht, weil ein Bauarbeiter das Kabel beschädigt hat. Ich muß an das Bundesligaeröffnungsspiel seinerzeit in Bremen denken.
Wir ruhen uns einen Moment aus, gucken die 1. HZ der BL bevor wir dann die Altstadt erkunden. Der Dom St. Peter steht ganz oben auf meiner Liste, nicht, weil Herr Ratzinger dort predigte, sondern weil mich katholische Kirchen magisch anziehen. Davon gibt es sehr viele, die wir leider nicht alle besuchen können, St. Peter ist mit ihren prachtvollen Fenstern besonders schön. Ich zünde eine Kerze für meine Mutter und eine Kerze für Hertha an. Das mache ich immer bei Kirchbesuchen und hoffe, der Auftakt wird nicht peinlich.


Wir ziehen weiter unsere Kreise Richtung Steinerner Brücke wo sich an der Donau die älteste „Imbißbude“ der Welt befindet: Das Wurstkuchl. Bis zur Fertigstellung der Brücke 1146 war es das Baubüro, danach Garküche, seit über 200 Jahren befindet sich diese in Familienbesitz. Schirners verkaufen dort hausgemachte Bratwürstchen – im Kipferl mit Senf für 2,20. Leute, das waren die leckersten Würstchen, die ich je gegessen habe. Einen Tag vorher gab mir noch ein alter Freund diesen Tip. 1000 Dank!
Die Donau führt viel Wasser, aber kein Vergleich zu den mannshohen Hochwasserständen, die an der Außenwand markiert wurden. Im Frühling muß es hier traumhaft sein.
Auf unserem Streifzug geniessen wir das Essen, das fürstliche Bier (ich sage nur: Schnackseln)... Hin und wieder laufen uns Blau-weiße über den Weg, die meisten werden allerdings erst am Spieltag eintreffen.
Nach dem Abendessen setzen wir unser Sportwochenende fort, schauen erst die Zusammenfassung der Spiele, dann Boxen und schließen sofort Robert Woge in unser Herz. Hat seinen ersten Titel gewonnen. Den müsst Ihr Euch merken, so einen habe ich noch nie erlebt! Was für ein Typ.
Nach dem Frühstück geht’s zum Stadion. Nur 2 Stationen, bei schönem Wetter wäre das ein kleiner Spaziergang. Am Stadion treffe ich gleich Kumpels aus der Kurve, die gerade aus Karlsruhe ankamen. Wir gehen gleich rein und sehen eins dieser kleinen, engen Stadien ohne Dach, die einem eigentlich nur noch in den unteren Ligen begegnen: 1 Klo, 1 Wurstbude, 1 Getränkestand! Vom Lightbier bekomme ich Kopfweh, aber die Wurst ist spitze!



Wir sind im Ultra-Block, der sich zusehends füllt – wann zum Henker kommen eigentlich die Jahner ins Stadion?? Kenn ich nur von den Pillendrehern, quasi erst zu Anpfiff anzutanzen. Für die Anzeigetafel auf der Gegengeraden brauch man fast ’ne Lupe. Später werde ich den Platz wechseln genau hinter das Tor mit bester Sicht. Fast meint man, die Tornetze selbst kontrollieren zu können.
Anpfiff. Ich sehe eine furchtbare erste Halbzeit, bei der die Regensburger wacher wirken. Zwischen den Heim-Ultras auf der Gegentribüne und den Fans in der Kurve uns gegenüber sind Wechselgesänge zu hören. Manchmal denke ich, der Wind trägt unsere Gesänge aus dem Stadion, gibt auch wenig Grund enthusiastisch zu sein. Hubnik steht in der Startelf und ich habe kein gutes Gefühl, das wird sich noch bestätigen. Niemeyer ist verletzt und Hubnik spielt also wegen seiner Kopfballstärke... Null Aufbauspiel, keine Absicherung nach hinten. Ja, Fußball ist ein Mannschaftssport und Hubnik unsere ehemalige 1-Mann-Verteidigung eine Gefahr – für unser Tor und Peer in diesem Spiel. Seit seinem sensationellen Kopfball auf dem Betze in unser Tor ist der Wurm drin. Er hätte damals den Ball gar nicht berühren brauchen. Ich denke manchmal, er sollte den Verein wechseln, um zu alter Form zu finden.
Alle 6 Tore fallen in der zweiten Halbzeit im Minutentakt. Ronny zeigt seine ganze Klasse, wie alle befreit scheinen, seit mit dem ersten Tor der Knoten geplatzt ist. Kluge wird im Strafraum gefoult, später gellendes Pfeiffkonzert, als er von Hubnik verletzt auf dem Rasen liegt. Ronny verwandelt den Elfmeter sicher! Es fallen noch mehrere Tore aus Standards – und sogar Lasogga wird noch kurz vor Schluß eingewechselt. Applaus! Was beim Gegentor passiert ist, kann ich nicht sehen, wirkt aber seltsam.



Mit einem 1:5 geht es also nach Hause. Ein Ergebnis, das sich gut anfühlt, aber wenig aussagt. Nur wie wichtig Niemeyer ist. Souverän war das nicht, wie die Tabelle das glauben machen könnte.
In Nürnberg müssen wir umsteigen. Ich habe kurz die fixe Idee, ob möglicherweise meine Gladbachkumpels zufällig mit uns im Zug sein könnten. Im Bahnhof gucken wir das späte Spiel der Bundesliga, bis unser Zug kommt – ja, endlich mal ein Bahnhof, in dem man Fußball zeigt! Der Glubb hat glücklich gewonnen und allmählich trudeln Nürnberger ein. Aus ihrer Sicht sind sie zurecht angeschallert und wir plaudern nett über Fußball. Ich hasse Schäfer.
Auf dem Bahnsteig treffe ich einen alten Auswärtsfreund, den ich mal auf dem Weg nach Gladbach kennengelernt habe, als wir wegen eines „Personenschadens“ (schlimmes Wort) eine Wahnsinnsverspätung hatten und nach schnellen Alternativen suchten. Glücklicherweise sitzt er bei uns im Waggon. Die Mehrzahl der Herthaner ist schon früher gefahren.
In Berlin angekommen geht’s direkt in unser Fußballwohnzimmer, wo noch ein Freund aus unserer Mischpoke auf mich gewartet hat – Super Bowl! Danach falle ich frühmorgens todmüde ins Bett und ein langes Sportwochenende nimmt sein Ende.
Jetzt zählt nur noch das Derby gegen die Randberliner, die mir mit ihren Aktionen langsam auf den Zeiger gehen. Später mehr dazu!
In Berlin an der Spree gibt’s nur Hertha BSC! Ha Ho He!
Die Hoffnung stirbt wie immer viel zu Früh!
geschrieben von Phillip Rapp in Giesinger Tagebuch
Endlich war es soweit die zweite Liga startete in die Frühjahrssaison und das als letzte der drei obersten Ligen. Warum das so ist weiß kein Mensch, was soll´s. Zum Auftaktspiel gegen unsere Freunde vom Betzenberg meinte es die DFL besonders gut mit uns und schenkte und gleich das Montagsspiel. Was ist ätzender als ein Spiel am Montagabend bei
Nasskaltem Wetter? Nicht viel so viel sei gesagt.
Für Sechzig ging es darum endlich mal wieder für positive sportliche Schlagzeilen zu sorgen, nachdem das Sportliche in der Winterpause wie allzu oft in den Hintergrund rutschte. Ein Sieg gegen die roten Teufel wäre da genau das Richtige, denn man käme auf zwei Punkte an den Relegationsplatz ran.
An dem unglaubliche Theater in der Winterpause kam auch unsere Fankurve nicht vorbei, wie sollte Sie auch. Dem Chaosverein wurde daher von den Giasinga Buam eine Choreo gewidmet. 14 blaue und 14 weiße Folienstreifen wurden über die mittleren 40 Meter der Nordkurve gezogen und an den unteren Zaun geführt wo ein ebenso langes Banner mit der Aufschrift „der CHAOSVEREIN lebt wie eh und je“ hing. Ein tolles Bild, was durch die Fahnen, Luftballons, Doppelhalter und Schals welche die Fans zwischen den Streifen schwenkten bzw. wedelten perfektioniert wurde. Auch der kleine blaue Rauchtopf am Rand trug
seinen Teil dazu bei. Aber auch die Kritik kam nicht zu kurz, so wurden zu der Thematik zwei Spruchbänder hochgehalten. Das eine lautete „ Alter Schwede, was für eine Winterpause“ was sich auf die Posse um Sven-Göran Eriksson bezog. Das zweite Spruchband war direkt an unseren „geliebten“ Investor gerichtet und das in Englisch, schließlich soll er es auch verstehen. „Ismaik what did the DFL Say ?! Ever heard of 50+1 ?!. Eine Anspielung darauf das Ismaik bei der DFL petzen wollte, dass Dieter Schneider sich an die 50+1 Regelung hält. Auch die Fans der Pfälzer taten Ihre Meinung zu 50+1 kund, „Keine Macht den Investoren 50+1 bleibt“ prangte auf deren Spruchband. Danke dafür!
Das Ende des Spiels war für viele ein Schock. Kurz vor Schluss das 0:1 zu kassieren ist immer bitter und besonders 60 kassiert relativ häufig solch späte Gegentore. Aber diesmal war es noch eine Nummer härter als sonst. Die Mannschaft hatte doch relativ gut gespielt und vor allem in der ersten Halbzeit klar die Mehrzahl an brauchbaren Chancen gehabt. Auch die Stimmung im Stadion war für Allianz-Arena-Verhältnisse sehr gut. Der Wille noch was zu bewegen war auf den Rängen sowie auf dem Platz spürbar! Umso größer war die Enttäuschung nach dem Gegentor. Damit verabschieden sich die Münchner Löwen mal wieder sehr frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen und man kann sich getrost auf die zehnte Zweitliga Saison in Folge einstimmen. Da bleibt nur zu hoffen, dass es wenigstens interessante Auf- und Absteiger gibt. Sportlich wünsche ich dem FCK weiterhin alles Gute im Aufstiegsrennen. Auch wenn mir der Besuch im 12. Mann sowie auf dem Betzenberg fehlen wird, besser Ihr als wer anders.
Was mich nach dem Spiel wieder besonders aufgeregt hat, waren die folgenden teilweise sinnfreien Diskussionen. War die Mannschaft gut oder nicht?“ Der Trainer muss weg“ oder „Wir wollen nur einen Startrainer wie Eriksson“. Aber eine der Diskussionen die mich am meisten langweilt ist die um die Zuschauerzahlen. 19.100 Zuschauer kamen zum “Topspiel“ in die Drecks Arena. Ich persönliche finde die Zahl in Ordnung, vor allem für ein Montagsspiel. Aber andere finden alles unter 25.000 eine Katastrophe und meinen dass der Gesamtschnitt von knapp 20.000 Zuschauern in der Saison schlecht ist. Dabei ist ein Schnitt von 20.000 absolut Top! Leer sieht es nur aus weil wir in dieser hässlichen für uns
übergroßen Kiste spielen (müssen). 20.000 das hätte in derselben Situation nur sehr wenig andere Vereine. Bei allen Clubs die in den letzten Jahren am Ende der Saison einen besseren Schnitt als wir hatten ging es um was oder man schwamm auf der Euphoriewelle weil man endlich in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Was hatten wir? Neun Jahre fast ausschließlich sinnlosen Fußball im Niemandsland der zweiten Liga. Dazu einen Skandal nach dem anderen, ein Kasperletheater nach dem anderen, eine Beinaheinsolvenz nach der anderen, demütigende Rettungen durch den Erzfeind und schließlich als Krönung einen „Investor“. Vereine wie Köln, sind spätestens im zweiten Jahr wieder aufgestiegen, Frankfurt und Hertha sofort wieder hoch. Düsseldorf war in der Aufstiegseuphorie uns steigerte sich von Jahr zu Jahr bis zum Aufstieg in die Bundesliga. Stellt euch mal vor der 1.FC Köln würde das passieren was uns passiert ist und im Borussiapark zur Untermiete spielen? Oder Fortuna beim 1.FC Köln, die Eintracht beim OFC?! Ich glaub nicht, dass der Zuschauerschnitt im neunten Jahr Bundesliga zwei immer noch so gut wäre. Wir haben schon sehr leidensfähige Fans auch wenn ich von vielen die Vereinspolitische Einstellung nicht teile muss man das einfach mal sagen.
Ja das war´s für heute, Mehr gibt es zu dem Spiel nicht zusagen, Morgen geht’s nach Duisburg, Spiel um die Goldene Ananas Teil 1.
Einmal Löwe immer Löwe
Die Einweihung der neuen Gegengeraden Tribühne des Millerntor Stadions
geschrieben von Pusteblume in PusteblumeEndlich war es so weit! Die Winterpause ging zu Ende und die neue Gegengeradentribüne mit 13000 Plätzen war zum ersten mal voll in Betrieb. Die Aufregung war groß. Alle Sitzplatzdauerkartenbesitzer konnten endlich auf ihren neue Stammplätzen Platz nehmen die ja nun durch die vergrößerte Menge an Stehplätzen erheblich weiter oben liegen. Die Strhplätze waren ja zum Großteil schon während der Bauzeit nutzbar abgesehen davon, dass während der Bauphase 2 Türme für Kameras die Sicht behinderten.
Schon beim Testspiel gegen die Dänische Mannschaft Nordsaeland konnte man einen Blick auf die bestuhlte und bedachte neue Heimat der Gegengeradenfans werfen. Erwartungsfroh und auch wehmütig wurde einem klar dass der FC St Pauli nun wirklich nie mehr ein kleiner Vorstadtverein sein würde sondern einer der Großen. 29000 Zuschauer und die Vorstellung dass die üblichen Fangesänge nun noch eindrucksvoller von der Süd zur Haupttribühne zur Nordtribühne und zur Gegengerade hin und her geworfen werden würden. Und richtig. Beim YNWA Gesang vor dem Spiel überkam mich eine Gänsehaut und ich musste schlucken. Wow das war der absolute Wahnsinn! 29000 Menschen hoben ihre Fanschals in die Höhe und sangen inbrünstig mit. Die wundervolle Choreo der Ultras auf der Süd die forderte C’mon St Pauli, give me a goal. Das Fahnenschwingen und Konfettiwerfen währen des Einlaufs der Spieler zum Intro von Hells Bells und die ausgelassene Atimmung trotz einem langweiligen und torlosen Spiels gegen Chemnitz. Es war einer dieser Tage an denen man wusste es war was Besonderes dabei gewesen zu sein!
Die Sicht war von allen Plätzen aus sehr gut.
Es gab auch ein paar Wehmutstropfen. Der Einlass zur Gegengerade dauerte entschieden zu lang. Es bildeten sich lange Schlangen am Eingang. Es gibt für die große Zahl an Zuschauern zu wenig Getränkestände und mobile Bierausschenker waren nicht unterwegs. Manch einer stand mehr als 20 Minuten für ein Getränk an. Die Zu und Abgänge und die Treppen zu den Sitzplätzen der Tribüne sind doch sehr knapp geplant worden und recht schmal genauso wie die Flure hinter der Tribühne in denen sich auch die Cateringstände befinden. So waren die Zu und Abgänge auch während des Spiels immer so voll, dass man sich meist durchdrängen musste um von einem Ende zum Anderen zu gelangen.
Ich hoffe dafür wird im Nachhinein noch eine befriedigende Lösung gefunden.
Es war ein schönes Erlebnis trotz Allem!!
Die Pusteblume
http://www.youtube.com/watch?v=Rx0r-kr_KvU&list=UUmjYwKDykQSA9VtqaT-OVdA
Hallo Ihr Fan Kulturisten, Block- Rocker, Löwinnen und Löwen.
Oft konnte man schon in der regionalen Presse oder auch in der Eintracht Stadion- Zeitschrift Fotos von Eintracht Fans betrachten, die gerade Ihre BTSV- Fahne oder Blau- Gelben Schal stolz präsentierten. Ob im Karibik- Urlaub, am Matterhorn oder an anderen skurrilen und weit entfernten Orten dieser Blau- Gelben Welt. Auch ich habe bei meinen bisherigen Unternehmungen der jüngsten Zeit immer meinen Fanschal der Eintracht dabei gehabt und konnte im nach hinein mich über den Anblick auf Fotos erfreuen. „Eintracht on the road“
Ein turbulentes Wochenende für den FC St. Pauli
geschrieben von Pusteblume in Pusteblume
An diesem Sonnabend fand das erste Testspiel nach der Rückkehr aus dem Trainigslager in Belek statt. Alle Spiele dort waren erfolgreich für unsere Jungs. Gesternspielte der Fc St Pauli gegen die Dänische Mannschaft des FC Nordsjælland., das Spiel absolvierten unsere Jungs auf dem relativ gut wiederhergestellten Rasen des Millerntorstadions, mit 3:1 bei Minustemperaturen, vor 3700 Zuschauern. Es war ein entspanntes Spiel und es war erstmals möglich einen Blick auf die fast fertige, mittlerweile voll bestuhlte Gegengeraden Tribüne zu werfen. Die langersehnten Fanräume im Stadion sind nun bald auch bezugsfertig.
Mit Wehmut mussten wir nach dem Spiel erfahren dass uns am ende der Saison unser langjähriger Stürmer Marius Ebbers verlassen wird. er will am ende der saison seine karriere als fußballspieler beenden und nicht wie in den Medien verlautbart leihweise zu einenm anderen Verein wechseln. Es zerreiße ihm das Herz weil er die schönsten Jahre seiner erfolgreichen Karriere beim Fc St Pauli erlebt habe. Er wird uns fehlen.
Die Mannschaft wurde somit in den letzten 2 Jahren fast komplett verjüngt.
20 Jahre Bundesliga, ein kleiner ungewollter Vergleich!
geschrieben von Phillip Rapp in Giesinger Tagebuch
50 Jahre Bundesliga, bereits ein halbes Jahrhundert ist das „DFL-Premiumprodukt“ inzwischen alt. Aber im Vergleich zu den anderen großen europäischen Ligen ist die Bundesliga trotz allem noch relativ jung.
Ja was sind meine Erfahrungen mit der Bundesliga? 10 Jahre erlebte ich meine Löwen in Ihr, zweimal qualifizierten wir uns für den UEFA-Cup, durften einmal in der CL-Quali ran und spielten ein paarmal im UI-Cup mit (das es letzeren nicht mehr gibt ist echt ein großer Verlust für die Fußballkultur). Besonders in Erinnerung sind mir natürlich auch die beiden Derbysiege gegen Nordhessens beliebtesten Fußballverein geblieben. In diesen 10 Jahren hat sich die Bundesliga ganz schön gewandelt. Es wurden feste Rückennummern eingeführt ebenso die drei-Punkte-Regel. Alte traditionsreiche Stadien wurden langsam durch neue moderne WM-gerechte Arenen ersetzt und die Kommerzialisierung nahm extrem zu. Auch die Fans änderten sich. Waren es damals vor allem noch Kutten die zumindest ich als Kind war nahm, kamen nach und nach immer mehr die Ultras in Mode und etablierten sich fest in den deutschen Kurven, wo Sie nun nicht mehr wegzudenken sind.
Mein erstes Bundesligaspiel mit den Löwen sah ich am 20. August 1994 im Westfalenstadion. Dort verloren wir als Aufsteiger dem keine Chance auf den Klassenerhalt eingeräumt wurde mit 0:4 beim Topfavoriten um die Meisterschaft. 42.800 Zuschauer sahen das Spiel im damals natürlich ausverkauften Dortmunder Stadion. Das Westfalenstadion, ja so klein war das damals. Das können sich jüngere Fans kaum noch vorstellen. Ich sah das Stadion nur einmal in diesem Zustand denn ab der Saison 95/96 wurde es kontinuierlich ausgebaut, erst auf 55.000, dann auf 69.000 und am Ende sogar auf 80.000. Freilich ist die riesige gelbe Wand imposant, aber mir hat das Stadion 1994 mit Abstand am besten gefallen. Natürlich beruht diese Beurteilung auf die Erinnerungen eines fast 12 jährigen, daher ist das alles etwas romantisch verklärt, was hoffentlich verständlich ist. Ihr müsst euch das so vorstellen. Ich bin damals schon seit einigen Jahren im Stadion mit dabei gewesen (ich wohnte ja nur 380 Meter vom Sechzgerstadion weg), hatte aber vor allem Bayernliga und zwei Jahre 2. Liga miterlebt. Diese ganzen Bundesligavereine, die kannte ich praktisch nur von meinen Panini-Sammelalben. Jetzt ging es nicht mehr zu so langweiligen Vereinen wie Weiden, Augsburg, Mainz oder Fürth, jetzt ging es gegen den BVB, Lautern oder den HSV. Und am ersten Spieltag dann ausgerechnet Dortmund, wo ein Reuter, ein Kohler, ein Sammer, ein Riedle und ein Möller spielten, alles Nationalspieler und teilweise Helden meiner Kindheit (vor allem die WM-Spieler von 1990).
Gerade in den Monaten zuvor habe ich mich mit diesen Spielern intensiver befasst, es war schließlich der World Cup 94 in den USA und man musste neben seinem Bundesligaalbum nun auch das WM-Album voll kriegen. Zudem lernte man alle Statistiken auswendig um seinen Freunden immer eine Nase voraus zu sein.
Der Fußball hat sich in den letzten 20 Jahren aus meiner Sicht sehr verändert und diese Änderungen beurteile ich eher kritisch. Aber das geht glaube ich vielen so. Ich beurteile jedoch nur 20 von 50 Jahren. Wie muss das jemand empfinden der die ganzen 50 Jahre miterlebt hat? Als es 1963 mit 16 Mannschaften los ging, gab es noch keine Trikotsponsoren. Die Spieler waren alles Amateure und mussten nebenher noch arbeiten. Die Gehälter waren relativ gering und die Vereine versuchten Spieler mit der eigenen Existenz zu locken. Die eigene Tankstelle oder der eigene Kiosk, was auch immer. Jetzt verdient ein Spieler im Jahr mehr als meine gesamte Dienststelle zusammen im ganzen Leben. So kann man wie z.B. Sebastian Deisler die Karriere mit 27 an den Nagel hängen und muss nie wieder arbeiten wenn man nicht will. Ich will Deisler damit nicht zu nahe treten, sowas ist tragisch und kann wie der Fall Enke beweist auch schlimmer ausgehen. Es dient nur als krasses Beispiel für wenige Jahre Arbeit und den dafür erhaltenen Lohn, ob das jetzt gewollt oder ungewollt war.
Seit 1994 hat sich das Spiel selber auch ganz schön gewandelt. Es ist viel technischer und schneller geworden. Dafür fehlt viel zu oft der Kampf und der unbedingte Wille. Besonders bei meinen Löwen fällt mir das auf. Sehe ich mir alte Zusammenfassungen aus z.B. der besagten Saison 94/95 an, sehe ich dass die Truppe einfach kämpft. Es wird viel gegrätscht und auch mal ein Platzverweis riskiert. Heute habe ich den Eindruck die Spieler haben mehr Angst vor einem Ausschluss als vor einem Gegentor. Aber das liegt sicher nicht nur an den Spielern sondern auch an den Anweisungen des DFB. Würde der DFB eine eher englische Linie fahren, würde das dem Spiel bestimmt gut tun. Und wenn ich schon in der Nähe des Thema Schiri bin, auch die Männer in schwarz haben ein ganz anderes Auftreten. Vor 20 Jahren hattest du noch einige
Sportkameraden die mit einer kleinen Kugel auf den Plätzen der deutschen Spitzenligen unterwegs waren, heute hat man nur noch Modellathleten. Kurse für das Selbstmarketing des Schiedsrichters waren damals noch relativ neu und besonders die älteren Kameraden sind gegen solche Neuerungen sowieso resistent gewesen. So hielt man dem Spieler die Rote Karte schon mal direkt unter die Nase (und das meine ich wortwörtlich). Auch bei den Interviews nach dem Spiel waren die SR teils weniger Diplomatisch. Wenn ein SR heute einen unberechtigten Elfer gibt, sagt er nach dem Spiel meist auf Anweisung hin „kein Kommentar“ oder man rechtfertigt nach zig Analysen zwei Stunden später die umstrittene Entscheidung. Damals hat mancher nur gesagt: „Wenn ich den Elfer geb wird das schon einer gewesen sein, Ende“. Dass die Fernsehbilder das Gegenteil bewiesen, spielte natürlich keine Rolle. In der heutigen Zeit ist es gut, dass die Schiedsrichter sich eher zurückhalten, wobei damit natürlich auch ein Stück Menschlichkeit verloren gegangen ist. Denn auch ein bisschen Arroganz und Uneinsichtigkeit eines Schiris kann in der sterilen genormten Welt des modernen Fußballs ein wunderbarer Farbkleks sein. Denn nicht nur irren ist menschlich.
Ach ich könnte noch seitenweise darüber referieren, was sich alles geändert hat und bei fast allem würde ich sagen, früher war es besser, viel besser sogar. Aber ich höre an dieser Stelle einfach mal auf, der Text ist eh was komplett anders als ich eigentlich schreiben wollte. Eigentlich wollte ich zu 50 Jahre Bundesliga ein paar meiner schönsten Erlebnisse niederschreiben.
Pfiat eich!
Sind ja nur die Duisburger...
geschrieben von Tim Wagner in Hier beim MSV„Also, die Terminierung.“
„Bekommen wir für ein Spiel viel Geld?“
„München gegen Lautern vielleicht. Montag also.“
„Sandhausen bringt nichts, also Freitag.“
„Und Duisburg?“
„Keine Ahnung. Freitag?“
„Ok, interessiert eh keinen.“
„Langweiliger Spieltag.“
„Wer spielt jetzt Freitag?“
„Äh…Ich mach Pause.“
Oder: „Die Terminierung der Spieltage bei der DFL.“
Das Warten hat bald ein Ende! Auch in Liga 2 beginnt in einer Woche endlich die Rückrunde. Wieder im Block stehen, abgehen, Fußball gucken, Kollegen treffen, wir alle haben das vermisst, über die so lang erscheinende Winterpause. Doch eins trübt die Vorfreude so ein bisschen, für die einen mehr, für die anderen weniger. Wer sich den 20. Spieltag der 2. Bundesliga genauer anschaut, dem wird es vielleicht auffallen, was mich stört. Der Termin. Freitag, 18:00 in Dresden. Fast 600 Kilometer sind es von Duisburg bis nach Dresden. Na, Dankeschön, DFL! Wie soll ich bitte dahin kommen wenn ich Schule habe? Wie sollen Leute, die zu normalen Zeiten arbeiten dahin kommen? Gar nicht. Außer man nimmt sich Urlaub, die Option habe ich als Schüler aber nicht. Aber es sind ja auch nur wir Duisburger. Fahren eh nur 300 Mann hin, wieso Rücksicht nehmen? Wieso sich Gedanken bei der Terminierung machen? Die Duisburger interessieren doch eh keinen. Oder was?
Es betrifft aber nicht nur uns Duisburger. Im Gegenteil. Nach was wird die Terminierung ausgelegt? Nach Entfernungen jedenfalls nicht, auch wenn das am naheliegendsten erscheint. Auf Fans und unsere Fankultur wird bei der Terminierung keine Rücksicht genommen. Folgend habe ich die Spiele des 20. Spieltags nach den Entfernungen geordnet aufgestellt:
Paderborn – Braunschweig 220km
Frankfurt – Ingolstadt 320km
München – Kaiserslautern 380km (Mo.)
Hamburg – Cottbus 410km
Köln – Aue 500km
Regensburg – Hertha 500km
Aalen – Bochum 500km (Fr.)
Dresden – Duisburg 600km (Fr.)
Berlin – Sandhausen 650km (Fr.)
Fällt was auf? Die Spiele mit den weitesten Entfernungen liegen auf den für Fans ungünstigsten Terminen. Der MSV natürlich wieder mit dabei. Oder ist es Zufall, dass ausgerechnet unsere Auswärtsspiele beim TSV 1860 München immer auf einen Freitag (oder einen Mittwoch) gelegt werden? Letzte Saison war das Auswärtsspiel in Dresden übringens auch an einem Freitag. Wenigstens ein bisschen Rücksicht für uns Fans sollte man doch erwarten können, gerade wo die Bilder der bunten Kurven so vermarket werden. Wozu gibt es denn die Terminierung? Wenn es darauf keine logischen Antworten gibt, und sowieso immer die Spiele mit den größten Entfernungen auf den Freitag gelegt werden, kann man die Freitagsspiele auch abschaffen.
Nicht, dass es nur die 2. Bundesliga betreffen würde. Nein, auch Augsburgs Anhänger mussten Sonntags durch das halbe Land nach Düsseldorf reisen, und um halb 8 wieder die Heimreise antreten. Es gibt zwar auch Duelle wie Bayern gegen Fürth, Leverkusen gegen Frankfurt und Mainz gegen Freiburg, deren Entfernungen wohl deutlich geringer sind. Trotzdem werden diese Spiele auf den Samstagstermin gelegt, und nicht Düsseldorf gegen Augsburg.
Allein an diesem Spieltag gibt es genug Beispiele, um zu zeigen, wie wenig die Fans bei der Terminierung von Spieltagen beachtet werden. In den meisten Fällen gar nicht. In Duisburg hat man sich langsam daran gewöhnt, auf einen Freitagabend abgeschoben zu werden, trotzdem ist es jedes Mal ärgerlich, wenn einem dadurch die Chance seinen Verein auswärts, zum Beispiel nach Dresden, zu begleiten, genommen wird. Zum Glück gibt es eine Woche später das erste Heimspiel meines geliebten Meidericher Spielvereins, und die Kurve wird endlich wieder gefüllt sein. So richtig weiß keiner, was in der Rückrunde mit dem MSV passieren wird, weitere Freitagsspiele wird es mit Sicherheit geben. Mal mehr und mal weniger sinnvoll, aber in nächster Zeit wird sich daran wahrscheinlich nichts ändern.