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Donnerstag, 28 Februar 2013 12:27

Die Reifeprüfung

geschrieben von in Herthas Mischpoke

2013-02-25 23.10.07

Viel Bohei in der Vorberichterstattung zum Abschlußspiel des 23. Spieltags. Immerhin treffen der Tabellenzweite und –dritte aufeinander. In der Vergangenheit gab es schon nennenswerte Duelle zwischen beiden Mannschaften, die es teilweise in sich hatten. Auch diesmal ist mit einem unterhaltsamen Spiel um die Aufstiegsweichenstellung zu rechnen. Anders als die bisherigen Gegner kommt mit dem FCK eine „spielende“ Mannschaft ins Olympiastadion, die durch den Sieg der Kölner erhöhten Druck bekommen hat, den Abstand nach unten wieder herzustellen. Verzichten müssen die Pfälzer auf ihren Anästhesisten, den zweikampfstarken Stürmer Idrissou, wegen einer Rotsperre.

Der Print macht für Hertha aus dieser Begegnung eine Reifeprüfung: Zum 2. Mal in dieser Saison haben die Blau-weißen die Chance, mit einem Sieg die Tabellenführung von den Braunschweigern zu übernehmen. Die erste Gelegenheit wurde im Stadtderby ausgelassen, die Prüfungsangst war wohl zu groß. Es steht die Bundesligatauglichkeit auf dem Prüfstand. Es geht gegen einen Aufstiegsaspiranten, einen ehemaligen Bundesligisten und nach Hertha den Kader mit dem zweithöchsten Marktwert.

Keine 40.000 wollen dieses Montagsspiel im Oly sehen. Es sollen ca. 1.200 Teufel ihre Mannschaft anfeuern. Auch das eine lästige Gemeinsamkeit, beide Teams und ihre Fans werden diese Saison besonders durch die Spielansetzungen gebeutelt. Ich hab’s echt satt und unterstelle der DFL/ dem DFB da Vorsatz nach dem Relegationsspiel. Eine wirksame Methode, die Zahl der mitreisenden Fans zu dezimieren... Ich fantasiere.

Anpfiff! Die Kurve ist gut drauf, das wird wieder ein heiserer Abend, auch auf dem Rasen geht’s gleich ab. Nico Schulz rückt in die Startelf, er ist hoch-/ übermotiviert – was ihm später noch eine Gelbe einbringt, wirbelt tüchtig rum und ist schnell. Das bringt uns gleich in der 3. Minute einen berechtigten Elfer, den Ronny tritt und Sippel hält. Die Kurve ruft laut das berühmte „Ronnnnyyy“, ich denke „Bloß nicht nervös machen!“ – Leider doch.

Im Nachhinein hätte ein verwandelter Elfmeter dem Spiel vielleicht besser getan. Lautern hätte aufmachen müssen, was für uns Räume geöffnet hätte... Ich stelle mir einen munteren Schlagabtausch vor.

Stattdessen entwickelt sich dann ein seltsamer Grottenkick. Mein Hassobjekt Baumjohann wird nach etwa einer halben Stunde des Feldes verwiesen – glatt Rot. So, jetzt in Überzahl sind eigentlich die Weichen auf Sieg gestellt. Der FCK zeigt sich aber nicht geschockt vom Platzverweis. In den Zweikämpfen finde ich die Pfälzer ein ums andere mal pfiffiger, eine kleine Körpertäuschung und sie haben Ballbesitz, das sieht soweit ok aus, allerdings verzeichnet die Statistik EINEN Torschuß! (Hertha 14) Mit voranschreitender Zeit habe ich schon das Gefühl, das ein Tor unserer Jungs eine Frage der Zeit ist. Die Pfälzer stehen jetzt deutlich tiefer, immerhin wäre ein Punkt für sie akzeptabel. Die Statistik unterstreicht das. Wie schon gegen Aalen haben wir auch diesmal mehr als doppelt soviel Ballkontakte wie der Gegner, sogar deutlich mehr. Ein weiterer Schlüssel dürfte auch die Passgenauigkeit sein. Mehr als 90% angekommener Pässe stehen den 60% der Lauterer gegenüber. Und wie immer Lustenberger mit einer konstant hervorragenden Bilanz. Aber der hat eh einen Stein bei mir im Brett. Wer mir so ein bisschen Sorge bereitet ist Niemeyer, der räumt ab, was das Zeug hält, aber ich habe den Eindruck, er bräuchte mal ’ne Pause. Es schleichen sich da Fehlpässe ein und sein Timing hat etwas gelitten, das ist was ich beobachte. Aber der Kapitän bleibt natürlich an Bord!

 

2013-02-25 22.22.082013-02-25 22.47.28

 

Richtung 70. kommt dann der erlösende Treffer durch Peer Kluge nach Vorarbeit von Lasogga. In der Zeitlupe kann man sehen, dass nicht jeder dieses Tor macht, aber Kluge hat die Lücke am kurzen Eck gefunden. Endlich.

Das war er also, der Schuß an die Tabellenspitze! Und, Reifeprüfung bestanden?

2013-02-25 22.13.09Ich bin indifferent. Wie auch anderen huscht mir der Gedanke durch den Kopf, nach dem verschossenen Elfer hätte es auch anders laufen können. Herthaner haben schon genug Spiele in ihrem Leben gesehen, die daraufhin eine Eigendynamik bekamen und zwar zum Negativen. Man kennt es, wer seine Chancen nicht nutzt, wird gerne mal abgestraft. Aber, wie auch schon gegen Aalen würde ich sagen, wir haben dann doch das siegreiche Ende erarbeitet oder erzwungen. Das mag wohl die Hertha von heute ausmachen. Offensichtlich vertraut der Trainer dieser Mannschaft mehr, als ich es tue (vielleicht habe ich mich aber nur noch nicht an diese Hertha gewöhnt), denn er wechselt erstaunlich offensiv. Erstmals derart in der laufenden Saison, wenn ich nicht irre. Mir sieht unser Spiel nach wie vor nicht souverän genug aus, geschweige denn schön. Aber es ist der Einsatz oder die Einstellung, die endlich bei uns stimmt! Und wir haben mit JLu einen Trainer, der das bewerkstelligt und gewissermaßen vorlebt, vordenkt, was er von der Mannschaft erwartet. Im Oberhaus würde uns ein anderer Wind um die Nase wehen. Noch sind es 10 Spieltage in denen wir Bundesligareife unter Beweis stellen und erlangen können.

Ich bin reif für die Bundesliga! Denn alle Bedenken haben dem Feiern und der Freude über den 1. Platz keinen Abbruch getan und es war schön, das erste Mal in der Saison die entsprechenden Lieder anzustimmen.

Mast & Schotbruch, Alte Dame! Blau-weiße Hertha wird nie untergehen!

Freitag, 22 Februar 2013 21:54

Kopfzerbrechen nach Aalen trotz Saisonrekord

geschrieben von in Herthas Mischpoke

 

Also wie Hertha habe ich die erste Halbzeit verschlafen. Auch das Fußballwohnzimmer fiel wegen Erkältung aus.

Was war passiert? Außer das nichts vorgefallen zu sein scheint. Aber hat Hertha die 1. Halbzeit wirklich verschlafen? Ich gucke mir also das Spiel noch mal in seiner Gesamtheit an. Außerdem bemühe ich die Spielstatistiken, damit ich etwas zu einem Spiel schreiben kann, bei dem sich mir auf den ersten Blick die Haare sträuben.

Summa summarum eine zähe Kiste, bei der erst in der 76. Minute das Tor durch einen Konter fällt. Die wichtige Kopfballverlängerung auf Ramos hat der spätere Torschütze Ndjeng selbst vollzogen. Ndjeng hat eine ziemlich durchwachsene Darbietung – kurz vorher hat er die bis dahin beste Torchance verwirkt, relativ viel Foul gespielt und 2/3 seiner Zweikämpfe verloren, Niemeyer hat wenigstens die gleiche Zahl gewonnen. Gut, dann macht er das Tor, man muß zufrieden sein.

Für mich ist Lustenberger der beste Mann auf dem Platz, er foult nicht (als IV!), gewinnt die meisten seiner Zweikämpfe, hat viele Ballkontakte, die er passgenau verwertet. Ich persönlich würde ihn lieber als 6er sehen, weil er ein unglaubliches Spielverständnis hat und ich meine, wir könnten so noch viel mehr von seinen Fähigkeiten profitieren. Zuweilen sah/ sehe ich auch einen verkappten 10er in ihm...

Die Aalener haben uns im Prinzip alles abgerungen und es bleibt die Frage, ob wir ohne diesen einen Konter überhaupt zu einem Tor gekommen wären. Die standen sehr tief und waren nicht nennenswert in unserem Strafraum und wir haben mit doppelt soviel gespielten Pässen irgendwie versucht diese eine popelige Lücke zu finden.

Klar, viele sagen, solche Spiele muß man erst mal gewinnen. Im Gegenteil, manche meinen sogar, die Hertha wie sie sie von früher kennen, hätte solch ein Spiel gar verloren. Sicherlich ist unsere größte Stärke unsere Kondition, die es erlaubt bis zum Ende auf Zack zu bleiben und noch dieses eine entscheidende Tor zu erzielen. Diese Fähigkeit hatten wir auch unter Favre, wo wir in der Schlussphase eines Spiels immer noch eine Schippe drauflegen konnten, um dann ein herrliches Kontertor zu erzielen. Ich weiß gar nicht, ob JLu überhaupt unsere teure Höhenkammer nutzt...??

Ganz ehrlich, ich freu’ mich über die 3 Punkte, aber so ein Gewurschtel macht mich fertig. Und ich bin auch weiterhin im Zwiespalt, was ich davon halten soll und wo Hertha steht. In der 1. BuLi käme uns sicherlich die grundsätzlich spielerische Auslegung zu gute, denn ich meine, wir tun uns immer noch schwer, das Spiel zu machen. Gegen mitspielende Mannschaften können wir uns besser entfalten.

BaumjohannDas liefert mir sofort die Steilvorlage zu Montag! Also wieder mal ein Topspiel für die Medien und ein Flopspiel für die Fans. Ich finde es höchst traurig, daß unsere Hertha vor einer mauen Kulisse antreten muß, obwohl sie gerade sämtliche Zweitligarekorde bricht. Heute war von 38.000 Zuschauern die Rede. In der PK wird das natürlich runtergespielt als stattlich für die 2. Spielklasse (aber für ne 4Mio-Stadt???) und ein Kulturmanager attestiert den Berlinern, dass schwerste Publikum Europas zu sein. Also, Herr Siebenhaar, so heißt der Kollege, klar, der Berliner lässt sich nicht jeden Scheiß andrehen und es ist auch nicht ganz leicht, für einen Zugereisten wirklich zu verstehen, wie unsereiner tickt, ABER: Daran liegt es nicht! Meine Meinung. Auch nicht am Wetter oder der Uhrzeit, die zweifelsohne das Ihrige tut, sondern an dem Bockmist, den unsere Vereinsführung bisher unter Preetz verzapft hat. Der Stachel des 2. Abstiegs sitzt noch tief und ist nicht verziehen!

Und jetzt passiert etwas total absurdes, mit zig schäbigen Schnäppchenangeboten versucht unser Verein die Leute ins Stadion zu locken – und zwar die, die DFB, Polizei, Medien etc. als die gewollt pflegeleichten „Fans“ in den Stadien wollen. Für viele andere sind sie einfach das Füllsel, die echten Fans muß man nicht locken, aber wertschätzen. Was sagt einem das? 1. Die Geschäftsstelle hat durch den erneuten Abstieg viel von dem wieder zerstört, was sie gerade kurz vorher an Zuwendung und Sympathie aufgebaut hat. – 2. Der Verein muß erkennen und honorieren, wer Hertha treu begleitet. – 3. Die Leute halten auf der MV lieber die Füsse still und/ oder bestrafen mit ihrer Abwesenheit stattdessen die Mannschaft. (Ich meine ausdrücklich niemanden, der einfach wegen der Uhrzeit verhindert ist!)

Ich bin gespannt, wie viele Lauterer kommen werden, die ja auch reichlich durch Montagsspiele gebeutelt sind. Dieses Spitzenspiel zwischen dem Tabellendritten und -zweiten hat, weiß Gott, eine volle Hütte verdient. Ich glaube, es wird ein spannendes und gutes Spiel zwischen zwei Aufstiegsaspiranten, die beide den Abstand nach unten ausbauen wollen. Schon in der Vergangenheit gab es legendäre Begegnungen zwischen diesen beiden Mannschaften:

Das legendäre 2:0 in der Aufstiegssaison 96/ 97 mit Kruses Murmeltor im vollbesetzten Oly.

Das Duell im direkten Abstiegskampf 2012 mit Otto Rehhagel.

zecke neuendorfDas totale Beschiss-Spiel im Frühjahr 2005, in dem Zecke zum Hulk wurde – zu recht. Zwei reguläre Tore von Rafael und Reina aberkannt, kein Elfmeter für Zecke, der im Strafraum gefoult wurde.

http://www.youtube.com/watch?v=fCj4B9KZ3u0

Das Hinspiel 2012/ 2013 mit einem geschenkten Elfmeter für den FCK, dem Duell Anästhesist Idrissou/ Iron Mike... Bin gespannt, ob Baumjohann ausgiebig die Funktionalität unserer Rasenheizung testet. Mann, ging der mir auf die Nüsse!

Ich fühl’ mich sicher – am Montag pfeifft der Polizeibeamte Tobias Welz aus dem Hessischen... Prost Mahlzeit!

Im Ernst, der schneidet in dieser Saison bei der „Wahren Tabelle“ noch recht gut ab. Guckt Euch mal spaßeshalber durch die Bilanzen der anderen... Als Herthaner hab ich da nicht ohne Grund meine Spezies.

http://www.wahretabelle.de/schiedsrichter/tobias-welz/38

Da hat man mal wieder einen deprimierenden Abend in der Müllbergarena am Münchner Stadtrand erlebt (0:1 gegen Bochum) und ist froh das man endlich in der warmen U-Bahn sitzt und dann sowas. Man liest gemütlich die Stadionzeitung und irgendwann sticht mir auf einmal diese Anzeige für den VIP-Bereich entgegen:

„Zum bayerischen Derby der Löwen gegen Ingolstadt lädt HI2 Sports zu einem außergewöhnlichen Fußballerlebnis in die Allianz Arena ein: Dem exklusiven LADIES DAY!
Während die Herren im Business Club über die Aufstellung debattieren, führen die Damen ungestörte Gespräche bei Prosecco, Wellness Drinks und feiner Schokolade, vergessen den Trubel bei einer kurzen Handmassage oder lassen sich von neuen Kosmetikprodukten und ausgefallenen Schmuckstücken inspirieren! Ob allein oder mit Freundinnen, dieser Fußballnachmittag wird ein Riesenspaß und bleibt in Erinnerung. Seien auch Sie dabei!“


ProseccoWas für peinlicher Müll und das natürlich mal wieder mal von uns. Wie vor hundert Jahren als die bessere Herren sich nach dem Dinner zum Zigarre rauchen zurückzogen während die Frauen unter sich bleiben mussten und über „Ladies-Sachen“ quatschten, denn Sport oder Politik war nun mal nicht Ladylike. Viele vor allem weibliche Löwenfans waren in der Folge empört über das antiquierte Frauenbild welches der TSV dort suggeriert. „Ein Frauenbild wie aus den 60ern, außerdem passt Schicki-Micki-Nummer nicht zu 1860" meinte die TV-Moderatorin Isabella Müller-Reinhardt welche für einen englischen Sender die Bundesliga moderiert in der Münchner Abendzeitung.
Ich selber kann mal wieder nur den Kopf schütteln! Sechzig und das Marketing, eine einzige Katstrophe wie die gesamte Außendarstellung des Clubs. Vielleicht sollte einer der für das Marketing verantwortlichen Personen mal einen entsprechenden Crashkurs auf der Volkshochschule besuchen um zumindest ein bisschen Ahnung von der Materie zu bekommen. Dann tritt man auch nicht völlig unbedarft in das Fettnäpfchen „Sexismus“, eine Art der Diskriminierung die in der aktuellen Nazidebatte fast schon vergessen wird.

Die „Löwenfans gegen Rechts“ welche Vorbildhaft gegen alle Arten der Diskriminierung kämpfen und 2009 mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet wurden verfasste folgende zynisch-satirische Betrachtung zu dem besonderen Angebote von HI² und dem TSV 1860 München:

„Unser heißgeliebter TSV versucht also mal das mit dem Marketing, dem Erschließen neuer Zielgruppen. Wie nicht anders zu erwarten, springt die neue Vermarktungsgesellschaft dabei natürlich in den erstbesten sich bietenden Fettnapf. Und da es dabei um den TSV geht, wird natürlich vorher noch kräftig Anlauf genommen.

Vom Schminktisch zum Proseccostand

Zum “Derby” gegen den FC Ingolstadt gibt es also ein spezielles Angebot für die “Ladies”. Während die Herren “im Business Club über die Aufstellung debattieren”, dürfen die Damen “ungestörte Gespräche bei Prosecco, Wellness Drinks und feiner Schokolade” führen. Ebenfalls im Angebot: eine kurze Handmassage und Inspiration durch “neue Kosmetikprodukte und ausgefallene Schmuckstücke”.

Ein interessantes Frauenbild, welches man da beim Vermarkter zu haben scheint. Da stellt sich doch unweigerlich die Frage, ob das Wörtchen “ungestört” nicht verrutscht ist in diesem Angebot. Okay, den kleinen inhaltlichen Fauxpas ziehen wir doch hier gerne mal gerade: “Während die Herren im Business Club ungestört über die Aufstellung debattieren…“ Denn so eine Frau kann einem doch schon den ganzen Spaß am Fußball nehmen.

Huch, Fansein geht auch ohne Penis?

Vielleicht hätte den Menschen vom Vermarkter bis zum 2. oder 3. Stock der Geschäftsstelle, die dieses Angebot zu verantworten haben, ein kurzer Blick in die Fankurven, ob auswärts oder daheim, geholfen. Angeblich soll es dort sehr engagierte Fans geben. Und, oh Schreck, es wurden sogar weibliche Exemplare der Gattung “Fan” gesichtet. Diese engagieren sich in Fangremien, organisieren Auswärtsfahrten, bringen Ideen und Vorschläge ein und setzen diese sogar um etc. pp. Ja, diese Fans können sogar ohne Handmassage über die Aufstellung debattieren. Und dann gibt es noch Fans, die im Jahre 2011 eine Ausstellung nach München holten, in der es unter anderem um das Thema “Sexismus im Fußball” geht.

Nicht nur ist das Frauenbild, welches mit “Ladies willkommen” umschrieben wird, eines von vorgestern. Um das Gesamtbild erst so richtig komplett zu machen, kommt es auch noch in Zeiten einer intensiv geführten Sexismusdebatte. Nach dem übergriffigen Verhalten eines Politikers gegenüber einer Journalistin und einem Blogbeitrag folgten ein Aufruf bei twitter und schon rollte eine Flut von Erfahrungsberichten zum Thema (Alltags-)Sexismus durchs Internet und erreichte schließlich auch Printmedien und TV.

Hätte, hätte, Fahrradkette, oder so

lfgrUm zu erfahren, wie sich nun diese angeblich neue Zielgruppe für einen Besuch in der Arena erwärmen lässt, hätten sich der Vermarkter und/oder der TSV einfach mal unter den eigenen Fans umschauen und diese nach ihren Wünschen fragen können. Der Verein hätte sich mit seinen Fans an einen Tisch setzen können oder einfach ein Fangremium befragen können. Der Verein hätte so vielleicht das ein oder andere erfahren können, was den gemeinen Fan – völlig unabhängig vom Geschlecht – denn nun stört und wo der Fan Optimierungspotential sieht. Vielleicht hätte der Verein ja auch mal die Fans befragen können, die sich mit dem Themenfeld „Ausgrenzung aufgrund des Geschlechts“ ein wenig besser auskennen.

Stattdessen wird also eine Kampagne gestartet, in der Frau abgewertet wird. Degradiert zur schampusschlürfenden Dauerplaudertasche mit überbordendem Shoppingbedürfnis. Für diesen wichtigen Beitrag, den die Verantwortlichen hier leisten, gebührt ihnen natürlich aufrichtigster Dank. Und damit hier nicht nur Gemotze steht ein kleiner Tipp für die nächste “Ladies willkommen”-Aktion: Baut am besten noch mehrere Schuhgeschäfte in die Arena ein. Denn wie wir ja alle wissen, denkt Frau grundsätzlich nur ans Schuhe kaufen und um Fußball geht es ihnen nur am Rande.“

Quelle: Löwenfans gegen Rechts

 

Heute Abend gab der TSV 1860 München schließlich auf seiner Homepage bekannt, dass die Handmassage und der Rest nur eine Ergänzung zum regulären VIP-Programm ist um eine neue Zielgruppe für Sechzig zu gewinnen! No comment! Sechzig muss schon was ganz anderes bieten um neue Fans oder „Kunden“ unabhängig des Geschlechts zu gewinnen! Denn das gewisse Etwas warum sich eine Frau oder ein Mann, eine Junge oder ein Mädchen für Sechzig und nicht für die Roten entscheidet ist mit Sicherheit nicht eine Handmassage und ein Gläschen Prosecco. Nein es ist weil Sechzig einfach der Gegenpart zum Lokalrivalen ist. Klein, sympathisch und einfach einzigartig. Aber solange Sechzig in dieser Mondlandschaft unterm Müllberg spielt, ist das einfach unmöglich. Aber dem Thema werde ich demnächst mal einen eigenen Beitrag widmen.

SECHZIG MÜNCHEN GIBTS NUR IN GIESING

Montag, 18 Februar 2013 18:35

MSV-FCK:Wenn man schon keine Tore schießt…

geschrieben von in Hier beim MSV

…freut man sich über andere Sachen so, als wäre es ein Tor. Es war die 65. Minute, als Kaiserslauterns Idrissou die gelb-rote Karte sah (welch ein Wunder.. dazu später mehr) auf den Rängen jubelte man so ausgiebig und schadenfroh, dass man fast glauben könnte, es wäre ein Tor gefallen. Fast ungläubig schauten einige sich um, als blau-weißes Konfetti vom Oberrang herab fiel und plötzlich das ganze Stadion stand und aus vollem Halse „Auf Wiederseeeehn, auf Wiederseeeeehn“ rief. Verrückt an der Sache ist, es gab wirklich Personen die glaubten, es wäre ein Tor gefallen. So meine Mutter, die während dieser Szene am Stadion vorbei fuhr und nur den Jubel hörte. Passanten auf der Straße bestätigten sogar auf Nachfrage noch, dass es 1:0 stehe. Tatsächlich blieb es aber beim 0:0, aber man schöpfte wieder Hoffung. Auf einen Punktgewinn im Abstiegskampf wohlgemerkt. Die Ansprüche hier in Duisburg haben sich schon verändert, mittlerweile ist man auf den langwierigen und zähen Abstiegskampf eingestellt.

Optimismus sieht anders aus, aber als die Sonne aus den dicken Wolken hervor kroch und auf die nicht ganz ausverkaufte Nordkurve schien, machte sich doch etwas wie Vorfreude bei einigen breit. Die ersten Gesänge wurden angestimmt, tatsächlich freute wir uns auf den Beginn des Spiels. Eine schöne Choreo zum Einlauf und es ging los. Im Gegensatz zum Spiel gegen 1860 München war die Stimmung von Anfang an deutlich besser. Nicht besser hingegen waren altbekannte Probleme. Zum einen der Schiedsrichter, der dem MSV einen klaren Elfmeter verwehrte und zahlreiche kleine Fouls gegen uns übersah, was auf den Rängen mehrmals für „Schieber, Schieber“ Rufe sorgte, und zum anderen die Abschlussswäche meiner Zebras. Obwohl, als Abschlussschwäche kann man das vielleicht nicht bezeichnen, da es gar keine Abschluss gibt. Mehrere Male konterten der MSV und es ergaben sich diverse Möglichkeiten für den Spieler den Ball aufs Tor zu bringen: Entweder, ein direkter Abschluss. Aber die Hoffung auf so einen hat man in Duisburg schon lange aufgegeben. Mittlerweile glaube ich, sie schießen nicht, weil sie es einfach nicht können. Gar nicht. Die zweite Möglichkeit war, einen anderen Spieler mit einem steilen Pass zu schicken, aber man spielte lieber dahin, wo es eigentlich ungünstig war.

Aber was fast immer behielt derjenige Spieler einfach den Ball. Lief einmal nach rechts, wieder gerade aus und..verlor dann den Ball. Chance vertan. Wenn man wenigstens einmal versuchen würde zu schießen..

Nach der nach wie vor umstrittenen roten Karte für Sukalo (Angeblich eine Tätlichkeit, aber warum gibt es dann nur ein Spiel Sperre?) gaben wir und viele andere im Block die Hoffnung auf einen Punktgewinn schon auf. Kollektives Aufatmen, als es mit einem 0:0 in die Pause ging. Fairerweise muss ich aber sagen, dass sowohl in der ersten Halbzeit als auch in der zweiten Halbzeit der Kampfgeist endlich mal wieder stimmte.

Hitzig wurde das Spiel nach der roten Karte für Kaiserslautern, deren Anhang recht zahlreich erschienen war und dessen Gesänge man doch einige Male gut auf unserer Seite des Stadions vernehmen konnte. Die Spieler gerieten öfters aneinander, die Nordkurve hoffte wieder auf den Punktgewinn. Die Stimmung kochte. „Wer ist der Schreck vom Niederrhein?“ beeindruckte wohl auch die Lauterer und das ganze Stadion sang. Sowohl nach und auch vor dieser Hochphase war die Stimmung auch gut, vor allem der Stimmungsblock war während der ganzen 90 Minuten in guter Verfassung. Nach Abpfiff waren wir sowohl mit unserem Auftritt auf den Rängen als auch mit dem der Spieler auf dem Rasen zufrieden. 0:0 gegen den Dritten, lange in Unterzahl aber trotzdem gekämpft. Das wollen wir in Duisburg sehen.

Nächsten Freitag geht es zum Nachbarn nach Bochum, mit der Leistung vom Spiel gegen Kaiserslautern kann man durchaus optimistisch sein, ein Sieg ist aber auch ein Muss, denn Dresden rückt uns auf die Pelle, und den Klassenerhalt erwarte ich schon noch. ;-)

Samstag, 16 Februar 2013 18:11

Stadtderby - Hertha, Hertha, ei, ei, ei

geschrieben von in Herthas Mischpoke

Wenn man bedenkt, wie viel Wind im Vorfeld um dieses Spiel gemacht wurde, muß man ja fast denken, irgendwer sollte enttäuscht sein.

union-busEine Erkältung hat mich doch davon abgehalten, mit vielen Blau-weißen die Unioner von der Belagerung des Klops’ abzuhalten. Die Eisernen halten sich für einen Gesamtberliner (totaler Unsinn, besonders historisch) Verein und meinten mit dem Treffpunkt 16:00 Breitscheidplatz provozieren zu müssen. Die Herthaner konterten mit 15:00 am Zoo – strategischer Schachzug.

Wie gesagt, ich war nicht dabei, sondern plante zu Stadioneinlaß dort zu sein. Schon die Hinfahrt war so dermaßen entspannt, daß ich mich immer frage, wer genau aus „unserem“ Derby ein ruhrpottliches, hanseatisches oder fränkisches machen will? Man prostet sich zu. Klar nerven mich so Nummern wie „Kulturkampf“, „wir machen alles selber, ihr nicht“ – kurz: diese Besserfan-Attitüde (und oft übertreiben die Herrschaften aus Köpenick). Aber das ist nicht Union spezifisch, das geht mir auch bei St. Pauli oder Bremen oder oder gegen den Strich. Die Eisernen sollen einfach ihrer Wege gehen und gut ist, Berlin ist groß genug. Auch gibt die Historie beider Vereine das nicht her, was medienwirksam herbeigeführt werden möchte, um dann moralisch verurteilt zu werden. Klar, es wächst eine Gruppe Fans beider Lager heran, die sich lieber mehr als geringschätzen möchte, auch mit freundlicher Unterstützung (!) der Ordnungshüter. In Köpenick werden die Fangruppen inzwischen strengstens getrennt, nach unbestimmter Zeit wird man dann im Konvoi zu einem eine Stunde entfernten Bahnhof gebracht. Extrem nervig. Früher konnte man sich noch an einem Bierstand zusammenfinden. Der Ort an dem überhaupt Kontakt zu anderen Fans entsteht, und zwar ganz normal und unkrampfig.

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Wofür ich unser Oly liebe: Man kann sich frei bewegen, das gilt speziell für die Gästefans. Manchmal denke ich, den geht’s zu gut bei uns, wenn ich an die Zuwegung und die Pferche – gerade in den großen, modernen Stadien - bei meinen Auswärtsfahrten denke.

Wofür ich unsere Kurve liebe: Ihre Choreos, die einfach Grandezza haben und Humor!

Hertha, Hertha, Du ganz allein

sollst der Stolz von Spreeathen sein!

Zwei Zeilen aus ’nem alten Hauer und unserer Tor-Mucke rahmen die Blockfahne über die gesamte Ostkurve während gegenüber im Oberring ordentlich gezündet wird. Gleich geht’s los!

2013-02-11 21.13.012013-02-11 21.13.152013-02-11 21.13.362013-02-11 21.14.29Choreo 2013

Die erste Halbzeit ist ein trostloser Auftritt unserer Hertha und die sehr präsenten, giftigen Unioner werden auch in Führung gehen. Wir haben wieder die alte Prüfungsangst, wenn der Druck da ist. Holland ist wegen 5. Gelber gesperrt, Bastians kommt rein. Ich habe befürchtet, dass das eine Schwachstelle sein wird. Auch Allagui vergibt Hochkaräter, wie Stürmer ohne Selbstvertrauen es zu tun pflegen. Große Freude, dass Kobi endlich wieder an Bord ist! Nach der langen Pause macht er dennoch ein gutes Spiel, obwohl man hier und da die fehlende Spielpraxis sieht. Pekarik ist Gott sei Dank wieder dabei; ich sage dies unabhängig von der Tatsache, daß er bei einem der Gegentreffer beteiligt war. Das war auch Lustenberger, der den Ball nicht richtig rausschlägt, es gibt noch 5, 6 Ballkontakte – Scheiße.

Innerlich bin ich ruhig, ich weiß, dass wir nicht verlieren werden, gleichwohl es nicht immer so aussieht. Im Spiel hatte ich den Eindruck, das zweite Tor der Eisernen hat uns mehr zu schaffen gemacht als das erste. Mit Humor lässt sich alles ertragen! Zwei Jungs mit ihrer Mini-Choreo ernten unser Gelächter: 2 Bären aus Pappe, einer stehend im Hertha-Trikot, der andere gebückt im Union-Trikot. Großartig! Wir sehen noch mehr aus dem Kamasutra... Wir bedanken uns nach Abpfiff für die sturzkomische Einlage.

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Mal wieder retten uns Ramos und an vorderster Front Ronny den Arsch, den Niemeyer in einer bis mehreren Hosen vermißt hat. Pralinchen geht zum Ball und man WEISS es scheppert gleich!

Also, was soll’s, natürlich wäre es mir am liebsten gewesen, wir hätten Union richtig eingetütet. Ein loses Mundwerk stopft man am besten mit Toren. Nach einem 2-Tore-Rückstand und immer weiter voranschreitender Spieldauer kann man mit diesem Remis leben. Insgesamt trennt man sich sowohl sportlich als auch menschlich schiedlich, friedlich.

2013-02-11 22.53.25An unserer Bude gibt es den obligatorischen Nachspann, eine S-Bahnfahrt mit viel Gelächter und ein geschlossenes Fußballwohnzimmer (???). Wir ändern noch mal kurz die Richtung für den letzten Absacker. An den nächsten Tagen wird der Blätterwald durchforstet.

Gleich der Tagesspiegel wartet mit einer Unwahrheit auf, klein, aber heutzutage brisant. Es wurden Bengalos NUR im Gästebereich gezündet. Der TS gilt ja nicht als Schmierblatt und recherchiert doch schlampig, wenn es um Fans geht. Die sollten einfach keine praxisfernen Praktikanten (?) ins Stadion schicken.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/einsatzbilanz-nach-fussballspiel-sieben-verletzte-polizisten-nach-lokalderby/7771338.html

Ui, und krass, 19 Festnahmen bei 74.244 Zuschauern, das sind wohl 0,025%.

Was bleibt als Erkenntnis? Ich kann sehr gut damit leben, NICHT Tabellenführer geworden zu sein. Wir haben noch ein paar Baustellen: Mehr Souveränität, weniger Ausrechenbarkeit, mehr Kreativität – Alle Spieler sollten wieder Torschützen sein können, nicht nur 2R.

Ich würde mir wünschen, wenn bei einem Duell um Aufstieg(splätze), Tabellenführung, also einem Konglomerat von Vereinen mit gleichen Interessen der Unparteiische eine größere geographische Entfernung zu den Betroffenen hat...

Am Samstag geht’s nach Aalen – deren Polizei hat mal von BAFF den „Goldenen Schlagstock“ verliehen bekommen...

Die Saison war nach der unglücklichen Pleite gegen den FCK endgültig gelaufen. Wie fast jedes Jahr, träumte man vom Aufstieg und spielte nach kurzer Zeit doch nur noch um die goldene Ananas. Früher in der Bundesliga gab es zu unserer Zeit wenigstens noch den UI-Cup (die Abschaffung ist ein Fußballkulturelles Drama) der einen mit ein paar Interessanten Trips für die Vorsaison entschädigte, aber alles nur Vergangenheit. Trotz der Misere machten sich immerhin gut 700 Löwenfans auf zum ersten Auswärtsspiel des msv60choreoJahres 2013, wo die Löwen auf die Zebras, den Meidericher Spielverein trafen. Duisburg ist immer eines meiner Lieblingsauswärtsziele, zwar keine sonderlich schöne Stadt, aber ein Traditionsverein durch und durch, dessen Fans mir recht sympathisch sind. Ja und ein anderer Grund ist das wir gegen den MSV immer recht gut aussehen, ganz so wie es das Naturgesetz bei Löwen und Zebras vorsieht.


Grad wenn es sportlich um nichts mehr geht, ist es schön zu sehen, was die Fans alles auf sich nehmen um Ihre Löwen trotzdem zu unterstützen. Manche kamen mit dem Auto, manche mit dem Bus, andere wiederum reisten mit dem Gammlerticket (SWT, Ländertickets etc.) oder dem ICE an. Dank dieser individuellen Anreisen verschiedenster Art ergeben sich viele verschieden Geschichten über die jeder für sich vielleicht noch in vielen Jahren schmunzeln wird, frei nach dem Motto „weißt du noch damals nach Duisburg?“.
Hier möchte ich mal die drei Touren verschiedener Gruppen bzw. Personen wiedergeben. Die erste Tour ist die der „Sektion Auswärtssuff“ (SAS), ein Gruppe von gut aufgelegten Löwenfans die zum Teil aus Niedersachsen kommen. Sie traten die Reise nach über Hannover nach Duisburg mit dem „Schönes-Wochenende-Ticket“ an und erlebten Ihre Fahrt wie folgt (A.F. Berichtet):


„Im Grunde genommen ging es bei uns ja um nix mehr. Nichts desto trotz hieß es Freitagabend wieder Tasche packen und nach viel zu wenig Schlaf schellte um 05:30 der Wecker. Fertig gemacht, Taxi bestellt und mit der 30er Kiste ab zum Bahnhof.  Am Bahnhof angekommen traute ich meinen Augen kaum. Da hatte man im Ticker vorher extra geschaut, welchen Anhängern anderer Vereine man unterwegs begegnen könnte und dann standen am Bahnsteig haufenweise Karnevalisten herum und betranken sich bereits fleißig. logosasLeider waren wir aus dem Norden diesmal nur zu Dritt, eine unterdurchschnittliche Zahl für unsere Sektion. Aber weiter Mitglieder aus dem Süden folgten später. Es war eine sehr süffige Zugfahrt, man sah zwar kaum andere Fußballfans, trotzdem herrschte eine sehr laute Geräuschkulisse. Lauter Karnevalisten, die leider nicht immer alles was Sie zischten bei sich behalten konnten. Bei Fußballfans hätte man sich mit Sicherheit sofort über die Lautstärke und das Erbrochene beschwert über Karnevalisten beschwert sich aber keiner, typisch halt. In Duisburg  angekommen trafen wir dann auf das nächste Mitglied der SAS welches aus Bonn angereist war. Leider neigte sich da schon unser Biervorrat dem Ende entgegen, so mussten wir noch schnell Proviant für die Rückfahrt besorgen und diesen wegsperren, bevor wir zum Stadion fuhren. Am Stadion angekommen ging es noch bisschen in die Gaststätte Seeblick (Seeterrasse) wo wir zwei weitere Mitglieder unserer Gruppe trafen. Nach einem „schön euch endlich wiederzusehen Bier“ machten wir uns schließlich endlich auf ins Wedaustadion, wo uns ein erfreuliches Spiel erwartete. Nach dem Spiel mussten wir recht schleunig zum Bahnhof, unser Zug ging relativ zeitig. Schnell das Schließfach geleert, ab aufs Gleis und…um  dort dann festzustellen, dass die ganze Hetzerei umsonst war. Unser Zug hatte natürlich Verspätung, wodurch wir auch unseren Anschluss verpassten. Naja, was sollte man erwarten, Bahn halt??? Nichts desto trotz waren wir drei dann alle gegen 22-22:30 Uhr wieder daheim und wir sind jetzt schon ganz heiß auf unserer „Heimspiel“ gegen Braunschweig Ende Februar.“


Die zweite Tour ging bereits am Freitag los, „Sechzig im Allgäu“ (SiA) machte sich diesmal „nur“ mit zwei 9ern auf den Weg nach NRW frei nach M.H. mit freundlicher Genehmigung von F.N.:
Zum ersten Auswärtsspiel im Jahr 2013 stand das Gastspiel beim MSV Duisburg auf dem Spielplan. Nachdem sich sowohl der Zeitpunkt, als auch die Terminierung sehr gut sialogomit einer ausgiebigen Kneipentour in Düsseldorf garnieren ließen, fackelten wir nicht lange und buchten die Tour sofort nach der Terminierung. Einen motivierten Reisetrupp zu finden war – völlig überraschend – überhaupt nicht schwer und so ging’s am Freitagnachmittag mit 14 Mann (bzw. Frau) Richtung Düsseldorf. Ein kleiner Teil der Gruppe wollte sich die Fahrt noch mit dem Spiel zwischen Wehen und dem Chemnitzer FC versüßen. Hat leider nicht ganz so geklappt. Aber der Reihe nach. Bereits in Memmingen ging es stark verspätet los und kurz hinter Ulm der nächste Schock – Stau. Kurz die Autobahn gewechselt – ein weiterer Schock – auch hier Stau. Nichts destotrotz waren wir weiterhin frohen Mutes es zum Spiel zu schaffen. Kaum war der Stau überstanden und wir hatten eine gute Stunde frei Bahn, standen wir schon wieder im Stau. Diesmal ging lange nichts und unsere Hoffnung Wiesbaden wenigstens zur zweiten Halbzeit zu erreichen war dahin denn am Ende sahen wir den Wellblechpalast nur von außen. So ging es weiter nach Düsseldorf wo wir den Abend noch recht “gemütlich” in einer nicht näher bekannten Kneipe sowie im Hotel ausklingen ließen. Das Aufstehen vorm Spiel fiel auch schon mal leichter trotzdem waren wir sehr zeitig in Duisburg. Vor dem Stadion noch die “Allgäuer-Zug-Fraktion” angetroffen und schon ging´s hinein. Nach dem Spiel wollten wir schleunigst heim. Die Rückfahrt verlief problemlos, so waren wir gegen 20:30 Uhr zurück im schönen Allgäu.


Tour Drei handelte schließlich  von meiner Fahrt in den Ruhrpott.msv60bier Ich fuhr mit zwei anderen Löwenfans wie immer die „noble“ Variante mit dem ICE. Los ging es nach viel zu wenig Schlaf um 06:49. Anfangs war ich noch ein bisschen ranzig, aber nach einem Energydrink kam ich so langsam in Fahrt und es kam Stimmung in die Bude. Das Bier floss recht fleißig die Kehle runter, vor allem mein geliebtes Gösser (steirische Brauerei von 1860). Um kurz vor 12 kamen wir schließlich am Niederrhein an, sperrten unser Zeug schnell weg und fuhren mit dem Shuttlebus zum Stadion. In diesem Bus trafen wir dann zwei Zebras (dank Karneval ist das wortwörtlich zu nehmen) welche noch zwei Mischungen dabei hatten. Uns boten Sie sofort die Mischung Rhabarbersaft mit Vanillezucker und einem Drittel Korn an, welche wir dankend annahmen und runter kippten. Das hob die Laune zusätzlich an. Ich begab mich nicht in den Gästeblock sondern nahm meine Schiedsrichterkarte und saß (bzw. stand) mit zwei Mitglieder der SR-Reisegruppe so auf dem Oberrang der Gegengerade direkt oberhalb des Gästesektors. Damit wir keinen Blödsinn machen passten ein paar Polizisten auf uns drei auf. Zum Intro hatten die Buam wieder eine kleine aber feine Choreo auf die Beine gestellt, welche dem 65. gutbehütetTodestag von Karl Valentin gewidmet war. So prangte oberhalb des Gästeblocks folgendes Banner:  Zunächst zeigte es die Silhouette von Karl Valentin selbst, anschließend seinen Spruch „Jede Sache hat drei Seiten: Eine Positive, eine Negative und eine Komische“. Dieser Spruch wurde auf den TSV 1860 bezogen in dem bei „Positive“ ein Pfeil auf die Fans zeigte, bei „Negativ“ das Muster der Roten Arena eingebaut wurde und bei  „Komische“ das „o“ durch ein Konterfei von Hasan Ismaik ersetzt wurde. Dazu hielten die Fans im Stehplatzbereich weiße und blaue Folienschals hoch. Ein gelungenes und kreatives Intro zum Spiel, danke noch mal an die GB für die Arbeit. Auch wenn die Löwen bereits nach neun Minuten in Rückstand gerieten, spielten Sie richtig gut und Bobby Wood glich nach 15. Minuten aus. Vier Minuten vor der Pause bekamen die Zebras dann einen Berechtigen Handelfer zugesprochen, welchen Gabor Kiraly jedoch klasse parierte. Sekunden vor dem Pausenpfiff brachte Kai Bülow Sechzig schließlich in Führung. Die beste seiner wenigen Chance zum Ausgleich hatte der MSV schließlich in der 81. Minute als erneut Gabor Kiraly glänzend reagierte. Im direkten Gegenzug war es dann Moritz Stoppelkamp der das finale 3:1 erzielte. AUSWÄRTSSIEG!!msv60jubel Endlich mal wieder, so einen Spaß hatte ich im Stadion bei den Profis schon lange nicht mehr. Ob es an der geilen Ergebnis oder dem Zebradrink lag kann ich nicht genau sage, wohl eine Mischung aus beidem. Auch die Stimmung im Gästeblock war recht zufriedenstellend, wobei viel zu selten der gesamte Gästeblock mitzog. Zurück am Duisburger Hbf. führten wir uns noch einen Dönerteller zu Gemüte und besorgten etwas Flüssigproviant, bevor unser Zug um kurz nach vier zurück nach München fuhr. Die knapp fünf Stunden Fahrt waren dann recht kurzweilig. Da wir ein Abteil ergattert hatten konnten wir die ganze Zeit Musik hören, was die gemütliche Runde zusätzlich aufgelockert hat. Um viertel nach 9 waren wir schließlich erschöpft aber glücklich zurück in der schönsten Stadt der Welt.

Bereits am Freitag geht die Tour um die goldene Ananas weiter, wenn wir die roten Freunde aus Bochum empfangen.
Auf die Löwen!

Mittwoch, 13 Februar 2013 10:55

Karneval in Bochum

geschrieben von in Bochum Blog

vfl bochum

Karneval in Bochum, das klingt nach viel Bier, lustigen Kostümen und insgesamt nach einer großen Sause, bei der alle viel Spaß haben und fröhlich sind.

Jaaaaaa.....nein.

Beim Karneval in Bochum waren zwar auch alle in Kostümen und tranken Bier, es war aber vor allem der viele bunte Pappkarton, der an die Fastnacht erinnerte. Das war dieses Wochenende nicht nur in Bochum der Fall, mit drei gelben und einer roten Karte sowie einem Co-Trainer auf der Tribüne, war man aber durchaus ganz vorne mit dabei. Ausnahmsweise also mal in der ersten Liga, wenigstens dabei.

Das unbeliebteste Kostüm an diesem Karnevalssonntag war daher das Modell „Schiedsrichter, männlich Größe S“, das es nicht in der Ausführung sexy gab. Auch die limitierte Sonderedition „4. Offizieller, männlich, Größe L“ wird wohl eher ein Ladenhüter bleiben, nachdem dieser das Prinzengestirn Neitzel/Reis nicht einmal beherrscht schimpfen ließ, obwohl durchaus berechtigt.

Da man auch die Pappnasen eher auf dem Feld anstatt auf den Gesichtern der Zuschauer sah, war an eine ausgelassene Feier schnell nicht mehr zu denken. Die Hofsänger auf den Rängen, allesamt als Fußballfans verkleidet, bemühten sich stets, die Stimmung aufrecht zu erhalten, allerdings war das alles gar nicht prima, weshalb spätestens beim 2:1 nicht mehr alle dabei waren.

Dazu muss man allerdings auch sagen, dass sich der mitgebrachte Elferrat des Gastvereins aus Regensburg seit dem letzten Umzug stark verändert hat. Viele erfahrene und erprobte Jecken sind dazugestoßen. Auch das närrische Duo auf der Trainerbank hat neue Gesichter: der polnische Nationaltrainer gibt sich dort nun die Ehre.

Im Endeffekt hatte das ganze also eher etwas von einer närrischen Bier- und Wein- als von einer Prunksitzung. Dementsprechend unfestlich stehen die Bochumer daher nun lediglich 4 Punkte vor einem Platz, auf dem der Abstiegszuch kütt.  

Besonders schade, da die Tollitäten zu Beginn des Spiels viel versprachen.

Die Ehrung des Anfang Januar verstorbenen Werner Altegoer war durchaus festlich und brachte somit den ruhmreichsten Moment des Spiels, den Werner Altegoer verdient hat.

Wider dem fußballerischen Ernst wurde also dieses Karnevalswochenende überstanden. Es bleibt zu hoffen, dass mit dem Aschermittwoch morgen die närrische Zeit auch beim VfL vorbei ist und man bunteren Zeiten entgegenschauen kann, die mit Ostern kommen.