Easy Credit und der Fußballspruch des Jahres
geschrieben von Peter Miller in Betzenberg
In den vergangenen Tagen tauchte selbst auf den Websites deutscher Leitmedien eine Randmeldung zur Wahl des Fußballspruchs des Jahres auf. Anlass war die Bekanntgabe der Kandidaten zu ebenjener Wahl der so genannten ‚Deutsche Akademie für Fußballkultur‘ (DAF), die Anfang Oktober stattfindet. Unter den auserwählten Sprüchen befindet sich auch einer, welcher den Fans des FCK zugeschrieben wird („Liebe kennt keine Liga!“). Zwar sollte die Aussicht auf diesen offenbar bundesweit bekannten Preis die Lauternfans zunächst erfreuen, doch schnell wird die Freude etwas getrübt. Fanpreis von der DAF, war da nicht was?
Tatsächlich hatten die Lauterer Fans in der Vergangenheit bereits die Ehre von dieser ‚Akademie‘ ausgezeichnet zu werden. Im letzten Jahr sollten die Ultras der ‚Generation Luzifer 98‘ (GL) für ihre Fritz-Walter-Choreographie mit dem 'Easy-Credit-Fanpreis' des Jahres ausgezeichnet werden. Die bewegte Choreo aus dem November 2011 war in jedem Fall auszeichnungswürdig, dennoch kam es nie zu der Preisverleihung. Denn die Ultras der GL blieben in ihrer Ablehnung gegen die Kommerzialisierung des Fußballs konsequent und lehnten die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung ab. In einer öffentlichen Stellungnahme erklärte die Gruppe damals ihre Entscheidung. Das Credo lautete: DAF – ja, Easy Credit – nein.
Freistoß. Die Schlussviertelstunde läuft und es gibt kurz vor dem Strafraum, beim Spielstand von 1:1, Freistoß für die Gästemannschaft. Eine sehr aussichtsreiche Position.Halblinks. Der Torwart stellt sich die Mauer zurecht.Anlauf.Der Schütze trifft den Ball perfekt, jagt ihn durch die nicht so perfekte Mauer und der Torhüter sieht nicht gut aus, als er den Ball in die Maschen passieren lässt. 2:1, Endstand. Sieg für die Gäste...
Deja vu.
Sehr geehrte Damen und Herren der Fußballszene,
es folgt erneut ein Blog aus der Stadt des Spitzenreiters, dem Mekka der Fankultur und der Mutterstadt des Deutschen Fußballs, Braunschweig! Löwin Tina, ja schon fast als „Groundhopperin“ unseres BTSV´s zu bezeichnen und sonst fest ansässig in unserem Stimmungsblock 9, berichtet von Ihrer Auswärtsfahrt als Fan-Reporterin vom Eintracht Braunschweig Fanradio! Viel Spaß bei diesem authentischen und informativen Erlebnisbericht.
„Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!“ Jaaaaja, ist ja gut. Augenrollen, zur anderen Seite blicken und die imaginäre Münze im imaginären Phrasenschwein – das alles gibt es für die Aussage, die trotzdem jedes Jahr tausendfach ihren Weg in Stadien und Wohnzimmer findet.
Doch nach den letzten Jahren und besonders nach der Leistung, die die VfLer letztes Jahr gegen die übermächtigen Bayern gezeigt haben ist klar – diese Gesetze kommen aus dem Pott! Nahe der Niederlage rangierten Schweinsteiger und Co. und nahe dem Herzinfarkt die VfL Fans. Dass es am Ende doch nicht reichte, schien der Stimmung nichts abzutun, denn alle waren von der immens starken Leistung noch lange beeindruckt. Vor allem zu diesem Zeitpunkt, da es in der laufenden Liga nicht wirklich rosig zuging.
Nun wartet der TSV Havelse. Auf dieses Los haben viele verhalten reagiert, denn der TSV ist nicht nur heimstark, sondern hat sich im DFB Pokal auch schon gegen Erstligist Nürnberg behauptet. In der Sommervorbereitung hatte der Vfl schon gegen Havelse gespielt – und verloren. Für die Ruhrkicker hat der DFB-Pokal diese Saison auch einen wirtschaftlichen Standpunkt. Es sieht nicht gut aus, noch ein Spiel wir das gegen Bayern würde eine Erleichterung bedeuten. Natürlich kann es auch passieren, dass der SC Hinterhausen ins rewirpowerstadion kommt und keiner sich dafür interessiert, aber solang der VfL zeigt, was er eigentlich kann, wäre ein großer Gegner wieder drin. Da reicht schon ein Sieg wie der am Sonntag bei Jahn Regensburg – knapp, aber passt schon. Hauptsache die Punkte eingestrichen, da kann man momentan auch schon einmal auf die Schönheit eines Spiels verzichten.
Daher heißt es Ende Oktober alles zeigen und mit Sicherheit werden genug Fans die Daumen drücken. Zumindest die knapp 30.000, die es letztes Jahr ins Stadion schafften und sahen, wie der VfL die Bayern beherrschte...ganz so, wie 1988...da hatte der Pokal auch schon seine eigenen Gesetze.
Das Abenteuer geht weiter
geschrieben von Robert Pohl in Dynamo Blog
Vom Europapokal nach Bochum – vom traumhaften Testspiel in den harten Liga-Alltag.
Dynamo Dresden startet nach dem Wiederaufstieg 2011 und dem souveränen Klassenerhalt 2012 in seine insgesamt vierte Zweitliga-Saison. Obwohl sich der Verein wirtschaftlich in ruhige Fahrwasser bewegen konnte, die Lizenz für die neue Spielzeit ohne Auflagen erhalten hat, kann keinesfalls die Rede von einer Erholung sein, nachdem die Sportgemeinschaft bis 2009 neben langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kinowelt-Protagonist Michael Kölmel erneut mehr als zwei Millionen Euro an neuen Verbindlichkeiten angehäuft hatte. Das Zimmer auf der Intensivstation hat man gegen einen Kuraufenthalt im Profifußball getauscht, der allerdings dauerhaft das Rezept für eine weiterhin notwendige Konsolidierung sein soll und das ist auch notwendig.
Sportlich wurden die Fans der Schwarz-Gelben seit dem Amtsantritt von Cheftrainer Ralf Loose ohnehin arg verwöhnt. Die Euphorie in Dresden ist grenzenlos und wenn es einmal läuft, gibt es kaum eine Chance, den überschwänglichen Anhang auf dem Boden der Realität zu halten. Das zeigt sich allein schon an der unglaublichen Geschwindigkeit, bis das vor gut drei Jahren nach dem Neubau eröffnete Dynamo-Stadion bei Spielen gegen namhafte Gegner den Status ausverkauft annimmt. So geschah es auch beim letzten echten Härtetest vor dem Zweitliga-Auftakt gegen den VFL Bochum. Nachdem die Fans lange auf ein Freundschaftsspiel gegen einen internationalen Gegner im heimischen Stadion warten mussten, gab sich der Aufsteiger in die Premier League, West Ham United, am letzten Freitag die Ehre an der Elbe. Am Ende siegten die Sachsen gegen die Gäste aus England mit 3:0. Das mag gegen eine Mannschaft, die mitten in der Vorbereitung steckt, nicht ungewöhnlich sein. Und trotzdem waren sich die Fans der SG Dynamo Dresden nach Abpfiff nicht wirklich über den tatsächlichen Leistungsstand der eigenen Elf einig. Während die eine Hälfte den Durchmarsch in die 1. Bundesliga als tatsächlich machbar einordnet, bleibt die andere Hälfte auf dem Teppich und warnt vor zuviel Enthusiasmus, denn das zweite Jahr in der neuen Liga ist ja bekanntlich immer etwas schwieriger. Und wer sich noch in der Erholungsphase befindet, sollte nicht zu früh die Messlatte zu hoch legen. Ein erneuter Klassenerhalt wäre ein Erfolg, alles andere eine nette Garnitur. Der Sieg gegen West Ham United ließ die Träume vom Europapokal und besseren Zeiten aufflammen, doch der Liga-Alltag könnte schnell für Ernüchterung sorgen. Und dann brennt in Dresden der Baum, schneller als anderswo, denn wenn man die große Fangemeinde beschreiben müsste, wäre folgende Eigenschaft zutreffend: Mittelmaß gibt es nicht. Entweder ist alles ganz groß oder absolut schlecht. Die Stimmungslage schwankt stufenlos von einem Extrem ins andere.
Schanzer feiern ersten Sieg
geschrieben von Maximilian Randelshofer in Schwarz-Rot - FC Ingolstadt
Die Schanzer haben den Spieß umgedreht. Beim Spiel in Paderborn, dominierten die Gastgeber das fast komplette Spielgeschehen, konnte aber drückende Überlegenheit nicht in Tor ummünzen. Die Schanzer waren eiskalt dreimal zur Stelle und feierten somit ihren ersten Saisonsieg.
Pascal Groß kehrte in die erste Elf zurück, sonst gab es keine Veränderungen in der Formation.
Die spielstarken Paderborner legten los wie die Feuerwehr. Bereits nach neun Minuten bekamen die 7729 Zuschauer in der Paderborner Arena eine Chance zu sehen. Bertels zog aus 16 Meter ab, Özcan war noch dran und klärte zur Ecke. Eine Minute später, schoss Brückner nach einer Flanke von Bertels nur knapp am Tor vorbei. Ingolstadt fand bis dahin offensiv kaum statt - bis zur 16. Minute. Freistoß Stefan Leit und Abwehr-Hüne Marino Biliskov köpft zur Führung ein. Danach passierte nicht mehr viel im Spiel. Die Paderborner mit viel Ballbesitz ausgestattet hatten ihre Probleme gegen gut stehende Ingolstädter. In der 39. Minute war schließlich Caiuby zur Stelle. Er nutzte einen Stockfehler schnappte sich den Ball und sprintete in Richtung Tor. Aus halbrecher Position zog er ab, der Paderborner Torwart Lukas Kruse wehrt ab und Christian Eigler zog eiskalt aus 10 Metern zum 0:2 ab. Ingolstadt führt mit 0:2 in Paderborn.
In der zweiten Halbzeit versuchte Paderborn die Partie umzubiegen und gab sich nicht auf. Philipp Hofmann schoss aus drei Metern freistehend über das Tor (!!!). In der 73. Minute schoss Meha einen Freistoß knapp am Pfosten vorbei. Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Wenig später zog Stefan Leitl ab, doch Paderborns Torwart wehrte ab. In er 84. Minute entschied Caiuby die Partie. Nach einer Flanke vom eingewechselten Alper Uludag, schob er aus kurzer Distanz ein. Fünf Minuten vor dem Ende schloss Paderborn durch ein Tor von Kempe nochmal an, was am Spielstand allerdings nicht mehr ändern sollte. Torwart Özcan stellte seine ganze Klasse am Ende der Partie nochmal mit starken Paraden unter Beweis.
Die Oral-Truppe gewinnt "dreckig". Paderborn schaffte es nicht seine Überlegenheit in Tor umzuwandeln. Ingolstadt stand gut gestaffelt und zeigte eine starke Leistung in der Defensive. Vorne zeigten sie gnadenlose Effektivität, genau das was in den letzten Wochen fehlte. Die Schanzer stehen damit erstmal auf Platz acht der Tabelle.
Nach der Länderspiel-Pause empfangen die Schanzer im Sportpark "Eisern Union" aus Berlin-Köpenick.
„Tore schießen? - Muss man nicht!
Völlig antiquierte Pflicht.
Vielleicht gab´s das ja früher mal,
heute nicht – es ist egal.“