Mo20May2013

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Fifa confederations cup 2013 logo KopieDie fußballfreie Zeit im Sommer 2013 hält für den unter Entzugserscheinungen leidenden Fußballfan mit dem FIFA Confederations Cup ein durchaus attraktives Turnier parat. Was ich persönlich an diesem Wettbewerb sehr toll finde: Deutschland ist nicht dabei. Das bedeutet keine schwarz-rot-geilen Fanmeilen, kein 'schland-Gedöns von Stefan Raab und Oliver Pocher, keine peinlichen Autokorsos nach einem mühsamen Sieg gegen einen drittklassigen Gegner und keine Merchandising-Kakophonie. Einfach nur toller Fuball. Herrlich!

Wer mit diesem Turnier noch nicht so ganz vertraut ist, hier eine kurze Einführung: der FIFA Confederations Cup, auch Konföderationen-Pokal, Confed-Cup oder Mini-WM genannt, ist ein alle vier Jahre stattfindendes Turnier für A-Nationalmannschaften, dass jeweils im Jahr vor einer Weltmeisterschaft im Land des jeweiligen WM-Gastgebers ausgetragen wird. An diesem Turnier nehmen insgesamt acht Mannschaften teil: neben dem Gastgeberland (in diesem Jahr Brasilien) und dem amtierenden Weltmeister (Spanien) sind noch die Meister der sechs Kontinentalverbände dabei. Das Eröffnungsspiel findet am 15. Juni im Estádio Nacional de Brasília in der brasilianischen Hauptstadt Brasília statt, das Finale wird am 30. Juni im Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro ausgetragen. Die Fernseh-Übertragungsrechte für Deutschland haben sich ARD und ZDF gesichert, in Österreich gingen die Übertragungsrechte an den ORF.

Die deutsche Nationalmannschaft hatte bisher zwei Auftritte beim Confederations Cup. Die erste Teilnahme 1999 in Mexiko geriet zur völligen Blamage. Da das Turnier sehr knapp vor Beginn der Bundesliga-Saison 1999/2000 angesetzt wurde duldeten die Verantwortlichen des DFB angesichts der weiten Flugreise, der Zeitumstellung und der dünnen Höhenluft am Spielort Guadalajara, dass zahlreiche Leistungsträger der deutschen Mannschaft, z.B. Oliver Kahn, Oliver Bierhoff, Dietmar Hamann oder Andreas Möller, zu Hause bleiben. Somit reiste Bundestrainer Erich Ribbeck nur mit einer Reservemannschaft nach Mexiko, wo man nach nur einem Sieg (2:0 gegen Neuseeland, Tore durch Michael Preetz und Lothar Matthäus) und zwei Niederlagen (0:4 gegen Brasilien und 0:2 gegen die USA) als Gruppendritter bereits in der Vorrunde ausschied. Das Deutschland überhaupt an diesem Turnier teilnahm hatte weniger sportliche, sondern vielmehr politische Gründe: da sich Deutschland als Ausrichter der WM 2006 bewarb, wollte es sich der DFB nicht mit der FIFA verscherzen. Nach diesen schlechten Erfahrungen sagte Deutschland auch seine Teilnahme am Confederations Cup 2003 in Frankreich ab, obwohl man als Vizeweltmeister eigentlich für dieses Turnier qualifiziert gewesen wäre. Einen sehr viel erfolgreicheren Auftritt hatte Deutschland als Gastgeber des Confed-Cups 2005: nach zwei Vorrunden-Siegen gegen Australien (4:3 in Frankfurt) und Tunesien (3:0 in Köln) sowie einem Unentschieden gegen Argentinien (2:2 in Nürnberg) qualifizierte sich das von Jürgen Klinsmann trainierte Team für das Halbfinale in Nürnberg, wo man mit 2:3 gegen den späteren Turniersieger Brasilien unterlag. Das anschließende Spiel um Platz drei in Leipzig gewann Deutschland mit 4:3 nach Verlängerung gegen Mexiko.

 

 

DIE TEILNEHMER


Brasilien KopieBrasilien:
 Die "Seleção", die derzeit von Luiz Felipe Scolari trainiert wird, hat sich als Gastgeber automatisch für dieses Turnier qualifiziert. In der aktuellen FIFA-Weltrangliste vom 14. Februar belegen die Brasilianer derzeit nur Platz 18, was allerdings nur wenig über die tatsächliche Stärke des Teams aussagt. Da Brasilien als Gastgeber der Weltmeisterschaft 2014 derzeit keine Pflicht- sondern nur Freundschaftsspiele absolviert werden die Spiele der Brasilianer in der Weltrangliste nicht so schwer gewertet wie die Begegnungen anderer Teams. Brasilien ist außerdem auch der Titelverteidiger dieses Turniers, bei der letzten Auflage 2009 in Südafrika setze man sich im Finale mit 3:2 gegen die USA durch.

Japan KopieJapan: Die "Samurai Blue", aktuell trainiert vom Italiener Alberto Zaccheroni (zuvor u.a. Trainer von Juventus Turin, Inter Mailand, Lazio Rom, AC Mailand und Udinese Calcio), haben sich als Sieger der Asienmeisterschaft 2011 für den Confederations Cup qualifiziert: im Finale des AFC Asian Cup am 29. Januar 2011 in Al-Khalifa (Katar) gewann Japan mit 1:0 nach Verlängerung gegen Australien. In der aktuellen Weltrangliste belegen die Japaner derzeit Rang 28, damit sind die Japaner das aktuell beste asiatische Team. Ihren letzten Auftritt beim Confederations Cup hatten die Japaner 2005 in Deutschland, damals schied das Team hinter Mexiko und Brasilien sowie vor Griechenland als Gruppendritter in der Vorrunde aus.

Mexiko KopieMexiko: Die Mexikaner gewannen am 25. Juni 2011 im US-amerikanischen Pasadena (Kalifornien) das Finale des "CONCACAF Gold Cup" mit 4:2 gegen die USA und reisen somit als Meister von Nord-/Mittelamerika & Karibik zum Confederations Cup nach Brasilien. "El Tri" werden derzeit von José Manuel de la Torre trainiert, der sowohl als Spieler als auch als Trainer bereits mehrmals die mexikanische Meisterschaft gewinnen konnte. In der aktuellen Weltrangliste belegt Mexiko zur Zeit Platz 15, kein Team aus Nord- und Mittelamerika ist momentan besser platziert. Wie die Japaner hatte auch Mexiko seinen letzten Confed-Cup-Auftritt 2005 in Deutschland, damals verlor man in Leipzig das Spiel um Platz drei mit 3:4 nach Verlängerung gegen Deutschland (dieser dritte Platz war bisher auch das beste Abschneiden der DFB-Elf in der Geschichte dieses Wettbewerbs).

Italien KopieItalien: Die "Squadra Azzurra" profitiert von der Tatsache, das Spanien sowohl Welt- als auch Europameister ist, somit dürfen die Italiener als unterlegender Finalist der UEFA EURO 2012 ebenfalls am Confed-Cup teilnehmen. Trainiert wird das italienische Team zur Zeit von Cesare Prandelli, der zuvor u.a. beim AC Florenz, dem AS Roma und dem FC Parma tätig war. In der aktuellen Weltrangliste belegt Italien den fünften Platz. Der letzte Auftritt Italien beim Confederations Cup 2009 in Südafrika verlief wenig ruhmreich: nach nur einem Sieg (3:1 gegen die USA) und zwei Niederlagen (0:1 gegen Ägypten und 0:3 gegen den späteren Turniersieger Brasilien) schied man bereits in der Vorrunde aus.

Spanien KopieSpanien: Der amtierende Welt- und Europameister belegt schon seit längerer Zeit unangefochten den ersten Platz der FIFA-Weltrangliste und geht als großer Favorit in dieses Turnier. Trainiert wird "La Selección" seit 2008 von Vincente del Bosque, dessen Liste von Titel und Erfolgen hier den Rahmen sprengen würde. Beim letzten Konföderationen-Pokal 2009 erreichten die Spanier den dritten Platz (3:2 nach Verlängerung gegen Gastgeber Südafrika).

Uruguay KopieUruguay: "La Celeste" (zu deutsch: "Die Himmelblauen") haben sich als amtierender Südamerikameister für diesen Wettbewerb qualifiziert. Im Finale der Copa América löste Urguay am 24. Juli 2011 in Buenos Aires mit einem 3:0-Sieg gegen Paraguay das Ticket für Brasilien. Der aktuell sechzehnte der Weltrangliste wird trainiert von Óscar Washington Tabárez, der 2010 und 2011 als "Südamerikas Trainer des Jahres" sowie 2011 als "Weltnationaltrainer" ausgezeichnet wurde. Zum letzten Mal nahm Uruguay 1997 in Saudi-Arabien am Confederations Cup teil, damals erreichte man nach einer 0:1-Niederlage im Spiel um Platz drei gegen Tschechien den vierten Platz.

Tahiti KopieTahiti: Die Nationalmannschaft Tahitis geht sicher als der große Aussenseiter in dieses Turnier. Qualifiziert hat sich der von Eddy Etaeta 143. der Weltrangliste durch einen 1:0-Sieg gegen Neukaledonien im Finale des OFC Nations Cup am 10. Juni 2012 auf den Salomonen. Tahiti nimmt 2013 zum ersten Mal am Confederations Cup teil, bei einer Weltmeisterschaft war das Team der Pazifikinsel noch nie dabei. Der Gewinn der Ozeanien-Meisterschaft 2012 ist bisher der einzige größere Erfolg dieser Mannschaft.

Nigeria KopieNigeria: Die "Super Eagles" waren das letzte Team, das sich für den Confederations Cup 2013 qualifiziert hat: am 10. Februar 2013 gewann Nigeria das Finale der Afrika-Meisterschaft in Johannesburg mit 1:0 gegen Burkina Faso. Der Trainerposten ist bei Nigeria derzeit vakant, zuletzt stand Stephen Keshi an der Seitenlinie. In der aktuellen Weltrangliste belegt Nigeria momentan Rang 30, damit ist Nigeria hinter der Elfenbeinküste, Ghana und Mali das viertbeste Team aus Afrika. Zuletzt nahm Nigeria 1997 am Confed-Cup teil, damals verlor man das Spiel um Platz drei mit 4:5 im Elfmeterschiessen (1:1 nach Verlängerung) gegen Mexiko.

 

 

DER SPIELPLAN
(alle Termine und Uhrzeiten nach deutscher Zeit)

GRUPPE A Sa., 15.06.2013 21:00 Brasilien – Japan Estádio Nacional de Brasília, Brasília
So., 16.06.2013 21:00 Mexiko – Italien Estádio do Maracanã, Rio de Janeiro
Mi., 19.06.2013 21:00 Brasilien – Mexiko Estádio Plácido Aderaldo Castelo, Fortaleza
Do., 20.06.2013 00:00 Italien – Japan Arena Pernambuco, Recife
Sa., 22.06.2013 21:00 Japan – Mexiko Estádio Governador Magalhães Pinto, Belo Horizonte
Sa., 22.06.2013 21:00 Italien – Brasilien Arena Fonte Nova, Salvador da Bahia
GRUPPE B Mo., 17.06.2013 00:00 Spanien – Uruguay Arena Pernambuco, Recife
Mo., 17.06.2013 21:00 Tahiti – Nigeria Estádio Governador Magalhães Pinto, Belo Horizonte
Do., 20.06.2013 21:00 Spanien – Tahiti Estádio do Maracanã, Rio de Janeiro
Fr., 21.06.2013 00:00 Nigeria – Uruguay Arena Fonte Nova, Salvador da Bahia
So., 23.06.2013 21:00 Nigeria – Spanien Estádio Plácido Aderaldo Castelo, Fortaleza
So., 23.06.2013 21:00 Uruguay – Tahiti Arena Pernambuco, Recife
HALBFINALE Mi., 26.06.2013 21:00 Sieger Gruppe A – Zweiter Gruppe B Estádio Governador Magalhães Pinto, Belo Horizonte
Do., 27.06.2013 21:00 Sieger Gruppe B – Zweiter Gruppe A Estádio Plácido Aderaldo Castelo, Fortaleza
SPIEL UM PLATZ DREI So., 30.06.2013 18:00 Verlierer Halbfinale 1 – Verlierer Halbfinale 2 Arena Fonte Nova, Salvador da Bahia
FINALE Mo., 01.07.2013 00:00 Sieger Halbfinale 1 – Sieger Halbfinale 2 Estádio do Maracanã, Rio de Janeiro

 

 

DIE BISHERIGEN TURNIERE

Turnier: Turniersieger: Finalist: Dritter Platz: Vierter Platz: Sonstige Teilnehmer:
2009 in Südafrika Brasilien USA Spanien Südafrika Ägypten, Irak, Italien, Neuseeland.
2005 in Deutschland Brasilien Argentinien Deutschland Mexiko Australien, Griechenland, Japan, Tunesien.
2003 in Frankreich Frankreich Kamerun Türkei Kolumbien Brasilien, Japan, Neuseeland, USA.
2001 in Japan & Südkorea Frankreich Japan Australien Brasilien Kamerun, Kanada, Mexiko, Südkorea.
1999 in Mexiko Mexiko Brasilien USA Saudi-Arabien Ägypten, Bolivien, Deutschland, Neuseeland.
1997 in Saudi-Arabien Brasilien Australien Tschechien Uruguay Mexiko, Saudi-Arabien, Südafrika, Ver. Arab. Emirate.
1995 in Saudi-Arabien Dänemark Argentinien Mexiko Nigeria Japan, Saudi-Arabien.
1992 in Saudi-Arabien Argentinien Saudi-Arabien USA Elfenbeinküste keine

 

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Weserstadion Name unverkäuflichWir haben es gut hier in Bremen, denn wir haben haben ein Stadion. Okay, jetzt werden viele von Euch sagen: "Moment mal, in unserer Stadt haben wir auch ein Stadion!" und manche sagen vielleicht sogar: "Ätsch, bei uns gibt's sogar mehrere Stadien!" Aber wir hier in Bremen haben nicht nur ein Stadion, unseres heißt auch noch so! Jetzt wird es schon ruhiger, denn in den meisten Profifußball-Standorten Deutschlands gibt es so etwas nicht mehr. Dort müssen sich die Menschen mit einer "Arena" oder einem "Park" auseinandersetzen, davor wurde meist noch lieblos der Name eines Sponsoren geklatscht. Von den 54 Sportstätten der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga tragen derzeit ganze 34 den Namen eines Sponsors, nur 20 Stadien erfreuen sich noch an einem traditionellen bzw. werbefreien Namen (davon nur zwei in der Bundesliga: das Stadion im Borussia-Park in Mönchengladbach sowie das Weserstadion in Bremen). Die jüngste Verschandlung eines Fußballstadions wurde heute bekannt: die Namensrechte des Nürnberger Stadions, für das sich die Club-Fans leidenschaftlich für eine Umbenennung in "Max-Morlock-Stadion" eingesetzt hatten, wurden an den Elektrokonzern Grundig verkauft. Der 1. FC Nürnberg wird also in naher Zukunft in der "Grundig-Arena" spielen. Das ist zwar nicht ganz so brechreizerregend wie "e@syCredit-Stadion", schön ist das aber auch nicht.

Ich bin kein Werbe- oder Marketing-Experte, ich gehöre zu denen, die beworben werden sollen, also zu denjenigen, denen man mit solchen Kampagnen das Geld aus der Tasche ziehen will. Grob vereinfacht gesagt funktioniert Werbung ja so: geh den Menschen nur lange und oft genug mit deinem Firmen- oder Produktnamen auf die Nerven, dann werden sie deinen Mist schon irgendwann kaufen. Die Effizienz dieser Taktik ist selbst unter Experten mindestens umstritten, zumal der "Overkill" schon längst weit überschritten ist: ein durchschnittlicher deutscher Großstadtbewohner wird mit über 1.500 unterschiedlichen Werbebotschaften pro Tag bombadiert, aber wegen der inflationären Werbeflut nehmen wir weniger als zehn Prozent davon überhaupt noch wahr. Das einzige Mittel, was der Werbeindustrie dagegen einfällt, ist: noch mehr Werbung. Traditionen und ideelle Werte werden hierbei ohne die geringste Rücksicht ignoriert, hauptsache die Werbefläche ist vermietet. Klar, auch ich weiß dass Profifußball ohne Sponsoring und Werbung (leider!) schlicht unmöglich ist, doch finde ich es im zunehmenden Maße erschreckend wie skrupellos dabei über Traditionen und ideelle Werte hinweg gegangen wird. Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich prophezeie: sollte dieser Trend anhalten, dann werden auch bald Kirchen oder andere noch als "heilig" geltende Orte mit Werbung zugepflastert werden.

Ich frage mich sehr oft, wie welt- und realitätsfern die Werbemacher mittlerweile geworden sind. Denken die, weil sie ein Fußballstadion mit dem Namen z.B. einer Automarke verschandeln, gehe ich auch noch los und kaufe mir das Ding? Oder dass ich mein Konsumverhalten verändere, nur weil seit einiger Zeit vor einem Werbeblock im Fernsehen noch ein Extra-Spot gezeigt wird (was soll der Quatsch? "Diese Werbeblock wird ihnen präsentiert von..."?). Vielleicht bin ich ja ein Sonderfall, ich weiß es nicht, aber wenn das Stadion meines Lieblingsvereins von einem Sponsorennamen versaut wird, dann bin ich in erster Linie sauer auf den Sponor auf kaufe dessen Zeug erst recht nicht. Wenn meine Lieblingsserie im Fernsehen dreimal von Werbung unterbrochen wird, dann bin ich von den Spots genervt, was mich die beworbenen Produkte automatisch mit einer negativen Emotion asoziieren läßt (und ausserdem schalte ich weg, was die Werbung überflüssig macht). Im günstigsten aller Fälle ignoriere oder übersehe ich Werbung, wodurch sie ebenfalls ihren Sinn und Zweck verliert. Also, was soll der Mist?

Kommen wir zurück zu den Orten, die für uns Fußballfans oft den Mittelpunkt unserer Freizeit darstellen, den Stadien. Ich habe nachfolgend eine Chronologie des Sponsorennamen-Wahnsinns aufgelistet, wobei ich mich auf die Stadien der aktuellen Erst-, Zweit- und Drittligisten beschränkt habe.

  • 19. Juli 1997: der Sportpark Ronhof im bayrischen Fürth wird in "Playmobil-Stadion" umbenannt
  • 1. Juli 1998: das Ulrich-Haberland-Stadion in Leverkusen wird in "BayArena" umbenannt
  • 1. Juli 2001: das Volksparkstadion in Hamburg wird in "AOL-Arena" umbenannt
  • 1. Juli 2002: das Niedersachsenstadion in Hannover wird in "AWDarena" umbenannt; das Müngersdorfer Stadion in Köln wird in "RheinEnergieStadion" umbenannt und das Stadion an der Liebigstraße in Burghausen wird als "Wacker-Arena" neu eröffnet.
  • 13. Dezember 2002: in Wolfsburg wird die "Volkswagen-Arena" eröffnet
  • 1. Juli 2003: der Sportpark Unterhaching wird in "Generali Sportpark" unbenannt
  • 13. Januar 2004: die Alm in Bielefeld wird in "SchücoArena" umbenannt
  • 1. Juli 2004: in Freiburg im Breisgau wird das Dreisamstadion in "badenova-Stadion" umbenannt; das Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück wird in "osnatel-ARENA" umbenannt und das Waldaustadion in Stuttgart wird in "GAZi-Stadion auf der Waldau" umbenannt
  • 18. Januar 2005: in Düsseldorf wird auf dem ehemaligen Standort des abgerissenen Rheinstadions die "LTU-Arena" eröffnet
  • 1. Mai 2005: in Frankfurt am Main wird das Waldstadion in "Commerzbank-Arena" umbenannt
  • 19. Mai 2005: in München wird zwischen einer Müllkippe und der Kläranlage Großlappen die "Allianz-Arena" eröffnet
  • 1. Juli 2005: trotz vorheriger gegenteiliger Beteuerungen von Manager Rudi Assauer wird in Gelsenkirchen die Arena AufSchalke in "Veltins-Arena" umbenannt
  • 1. Dezember 2005: das Westfalenstadion in Dortmund wird in "Signal-Iduna-Park" umbenannt
  • 15. März 2006: das Frankenstadion in Nürnberg wird in "e@syCredit-Stadion" umbenannt
  • 1. Juli 2006: das Ruhrstadion in Bochum wird in "rewirpowerSTADION" umbenannt; in Frankfurt am Main wird das Stadion am Bornheimer Hang in "Frankfurter Volksbank-Stadion" umbenannt
  • 2. Juli 2007: in Rostock wird das Ostseestadion in "DKB-Arena" umbenannt
  • 4. Juli 2007: die "AOL-Arena" in Hamburg wechselt den Sponsor und wird in "HSH Nordbank-Arena" umbenannt
  • 13. Juli 2007: die "Augsburg Arena" wird in "impuls arena" umbenannt
  • 11. Oktober 2007: in Wiesbaden wird die "Brita-Arena" eröffnet
  • 1. Juli 2008: in Aalen wird das Städtische Waldstadion in "SCHOLZ ARENA" umbenannt
  • 20. Juli 2008: in Paderborn wird die "paragon arena" eröffnet
  • 30. Juli 2008: das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart wird in "Mercedes-Benz-Arena" umbenannt
  • 26. Juni 2009: die "paragon arena" in Paderborn wird in "Energieteam-Arena" umbenannt
  • 1. Juli 2009: die "LTU-Arena" in Düsseldorf wechselt den Sponsor und wird in "ESPRIT-Arena" umbenannt
  • 1. Juli 2010: die "HSH Nordbank-Arena" in Hamburg wechselt abermals den Sponsor und wird in "Imtech-Arena" umbenannt. Den Hamburgern ist das längst zu blöd geworden, sie nennen das Stadion wieder Volksparkstadion. Am selben Tag wechselt das "Playmobil-Stadion" in Fürth zum den Sponsor und wird in "Trolli ARENA" umbenannt; zudem wurde die MSV-Arena in Duisburg in "Schauinsland-Reisen-Arena" umbenannt und das Albstadion in Heidenheim an der Brenz wurde in "GAGFAH-Arena" umbenannt.
  • 24. Juli 2010: in Ingolstadt wird der "Audi-Sportpark" eröffnet
  • 4. September 2010: die "GAGFAH-Arena" in Heidenheim an der Brenz wechselt den Sponsor und wird in "Voith-Arena" umbenannt
  • 10. Dezember 2010: das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden wird in "glücksgas stadion" umbenannt
  • 16. März 2011: das Erzgebirgsstadion in Aue wird in "Sparkassen-Erzgebirgsstadion" umbenannt
  • 30. Juni 2011: der "Generali Sportpark" in Unterhaching wird wieder in Sportpark Unterhaching zurückbenannt
  • 1. Juli 2011: die "impuls arena" in Augsburg wechselt den Sponsor und wird in "SGL arena" umbenannt; die Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim wird in "Wirsol Rhein-Neckar-Arena" umbenannt
  • 3. Juli 2011: in Mainz wird die "Coface-Arena" eröffnet
  • 17. September 2011: in Halle an der Saale wird am Standort des abgerissenen Kurt-Wabbel-Stadions der "ERDGAS Sportpark" eröffnet
  • 1. Januar 2012: das "badenova-Stadion" in Freiburg im Breisgau wechselt den Sponsor und wird in "MAGE SOLAR Stadion" umbenannt
  • 14. Juni 2012: die "Energieteam-Arena" in Paderborn wechselt den Sponsor und wird in "Benteler-Arena" umbenannt
  • 29. Juni 2012: in Offenbach am Main wird das "Sparda-Bank-Hessen-Stadion" eröffnet
  • 30. Juni 2012: da der Vertrag auslief, trägt das "e@syCredit-Stadion" in Nürnberg übergangsweise den Namen "Stadion Nürnberg"
  • 14. Februar 2013: Grundig wird als neuer Inhaber der Namensrechte für das "Stadion Nürnberg" vorgestellt. Wahrscheinlicher neuer Name: "Grundig-Arena"

Soweit zu den obersten drei Ligen in Deutschland. Ausgehend vom Ground Zero in Fürth verbreitet sich das Werbevirus mit zunehmender Geschwindigkeit. In den unteren Ligen verbergen sich noch unzählige weitere Vergewaltigungen, als Beispiele seien hier das "PokerStars.de-Stadion an der Lohmühle" in Lübeck, die "MDCC-Arena" in Magdeburg, die "Red Bull Arena" in Leipzig, die "BELKAW-Arena" in Bergisch Gladbach und die "Geberit-Arena" in Pfullendorf genannt. Sehr hübsch sind auch ein paar Stilblüten aus Österreich, wie beispielsweise die "Keine Sorgen Arena" in Ried am Innkreis.

Bleibt die Frage, wie wir Fans in Zukunft mit dieser Seuche umgehen. Ich mag mich nicht so recht damit abfinden, dass dieser rücksichtslose Ausverkauf von der breiten Fanmasse so gleichgültig hingenommen wird. Vereinzelt gibt es natürlich Proteste, wie beispielsweise die (sehr unterstützenswerte) "Max-Morlock-Stadion jetzt!"-Initiative der Fans des 1. FC Nürnberg. Auch die Nachricht des Farbbeutelanschlags auf das Schild der DKB-Arena in Rostock habe ich mit einem gewissen Wohlwollen aufgenommen. Vielleicht verläuft diese Werbewelle im Sande, wenn den weltfremden Werbefuzzies klar wird, wie schnell die Identifikation mit dem Namen eines Stadions verloren geht, wenn er sich alle zwei Jahre ändert. In Hamburg nimmt man von den Sponsoren-Wechselspielchen kaum noch Notiz, die HSV-Fans nennen das Stadion längst wieder Volksparkstadion, egal welcher Sponsor die Namensrechte gerade inne hat. Wenn dieser Verschleißeffekt auch in den restlichen Bundesliga-Standorten Einzug hält, dann besteht vielleicht die Hoffnung dass man sich wieder auf die traditionellen Namen besinnt.

Abschließend hier noch die Liste der "gallischen Dörfer": Stadien der obersten drei Ligen, die sich dem Sponsorenvirus bisher erfolreich widersetzen konnten.

  • Aachen: Tivoli
  • Berlin: Olympiastadion, Stadion An der Alten Försterei
  • Braunschweig: Eintracht-Stadion
  • Bremen: Weserstadion
  • Chemnitz: Stadion an der Gellertstraße
  • Cottbus: Stadion der Freundschaft
  • Darmstadt: Stadion am Böllenfalltor
  • Dortmund: Stadion Rote Erde
  • Erfurt: Steigerwaldstadion
  • Hamburg: Millerntor-Stadion
  • Kaiserslautern: Fritz-Walter-Stadion
  • Karlsruhe: Wildparkstadion
  • Mönchengladbach: Stadion im Borussia-Park
  • Münster: Preußen-Stadion
  • Potsdam-Babelsberg: Karl-Liebknecht-Stadion
  • Regensburg: Jahnstadion
  • Saarbrücken: Ludwigsparkstadion
  • Sandhausen: Hardtwaldstadion

Noch mehr Osterdeich-Schnack von mir gibt's auf twitter.com/Thilo_mit_H

 

Nachtrag: Mehr Informationen über die Nürnberger Initiative "Max-Morlock-Stadion jetzt!" findet Ihr auf deren Homepage sowie auf deren Facebook-Seite. Auf der Homepage findet sich auch eine Online-Petition, zu deren Teilnahme ich Euch hiermit bitten möchte.

Mittwoch, 13 Februar 2013 12:00

Stuttgarter Weg - am Arsch geleckt

geschrieben von in Cannstatter Kurve

1:3, 0:2, 0:2, 1:3, 1:4. So lauten die Ergebnisse der letzten fünf Bundesligaspiele des VfB. „Ausbaufähig“, könnte man also sagen. Oder „fünf vor zwölf“. Oder einfach „Krise“. Auf gut Deutsch: es brennt mal wieder der Baum in Cannstatt.

Es war ja auch schon fast unheimlich, in der vergangenen Saison. Da wird 34 mal Bundesliga gespielt und nicht einmal war am Wasen das Wort Krise zu hören. Na gut, zwischen Ende November und Ende Januar wurde sieben Spiele lang nicht gewonnen, aber was ist das schon, war man doch nie schlechter als Rang elf. Und auch in dieser Spielzeit sah es bis lange in den Winter zumindest vom Ergebnis her recht ordentlich aus, auch wenn die fußballerische Qualität des Dargebotenen meist doch arg zu Wünschen übrig ließ.

Dienstag, 12 Februar 2013 21:22

Auswärts mit dem Fansprinter

geschrieben von in Freiburger Fanblock

Alle Wege führen Auswärts zum Stadion. Sehr beliebt ist bei annähernd regionalen Begegnungen die Zugfahrt. Immer wieder hört man allerdings von Sachbeschädigungen und Problemen bei An- und Abreise, bzw. während der Fahrt. In Freiburg hat man ein Konzept entwickelt, das alle Seiten (Supporters, Ultras, Fanklubs, Verein, Bundespolizei, Deutsche Bahn) unterstützen und bei dessen Einhaltung  es bislang auch zu keinerlei Zwischenfällen gekommen ist. Der Fansprinter ist eine Fahrtoption von Fans für Fans, die sehr gut aufgenommen wird. Sie  ist günstig, garantiert schnelle Verbindungen, bietet Platz und die Möglichkeit einen Haufen gleichgesinnter Fans in einem Fahrzeug zu treffen. Doch was steht hinter dem Konzept des Fansprinters?

 

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Die Unterschiede zwischen einem Regelzug, Sonderzug, Entlastungszug und Fansprinter sind folgende:

- Regelzug: Ist ein Zug der Deutschen Bahn, welcher Fahrplanmäßig von A nach B fährt. Hierfür sind die Preise und Angebote der Bahn maßgeblich.

- Sonderzug: Ist ein Zug, welcher extra  angemietet werden kann.

- Entlastungszug: Ist ein Zug, welchen die Bahn einsetzt, wenn der Regelverkehrszug auf einer bestimmten Verbindung droht überfüllt zu werden.

- Fansprinter: Das neue Konzept, um Fans günstig in die nahegelegenen Stadien zu bringen und den Regelverkehr zu entlasten. Beim Fansprinter handelt es sich um keinen Sonderzug, er wird von der DB Regio AG zur Verfügung gestellt und dient der Entlastung des Regelverkehrs. Im Gegensatz zu einem reinen Entlastungszug der Deutschen Bahn erfolgt der Vorverkauf der Karten ausschließlich über Fanorganisationen (Supporters Crew Freiburg und Fangemeinschaft) des SC Freiburg und die Kapazität ist klar auf die Anzahl der im Zug verfügbaren Sitzplätze begrenzt. Entwickelt wurde das Konzept gemeinsam mit der Bundespolizei. Aus Sicherheitsgründen wurde vereinbart, dass die Mitnahme von Glasflaschen im Zug nicht gestattet ist. Aber es findet in jedem Sprinter ein Getränkeverkauf statt, allerdings alkoholfrei. Jugendliche unter 16 Jahren müssen eine Einverständniserklärung der Eltern vorlegen und es herrscht ein striktes Sachbeschädigungs- und Pyroverbot.

In dieser Saison ging es mit dem Fansprinter schon nach Frankfurt, Augsburg, Karlsruhe (DFB-Pokal), Mainz und Hoffenheim. Jede Fahrt für roundabout 10-15€. Ein Hammerpreis wie sicher jeder Auswärtsfahrer bestätigen wird. Und richtig ausgestattet ist auch das Mitbringen von Getränkealternativen kein Problem. Wozu gibt es Dosen und Plastikflaschen?! Der wesentliche Unterschied zu Sonderzügen oder der Anreise per Regelzug ist die Eigenverwaltung des Fansprinters durch seine Mitfahrer, die auch die Selbstkontrolle und -Verantwortung impliziert. Der eigene Ordnungsdienst kontrolliert schon vor dem Besteigen des Fansprinters die Tickets, checkt die Mitbringsel und jeder Mitreisende ist sich nicht zuletzt bewusst, dass sein eigenes Verhalten dazu beiträgt solche Fahrten aufrecht zu erhalten.  Die Polizei ist in diesen Zügen so gut wie gar nicht präsent, empfängt einen zwar wie üblich am Bahnhof, hält sich aber außer der SKB-Besatzung aus der Fahrt raus, bzw. ist gar nicht vertreten.  Sehr erfreulich, da es zeigt, dass es auch anders geht, wenn man die Fans nur machen lässt und nicht durch martialisches Auftreten (un)bewußt provoziert.

Die Stimmung in den Fansprintern ist gut. Vergleichbar mit der in Sonderzügen oder Fanbussen: Es wird angeheizt, auf das Spiel eingestimmt, gesungen, getanzt und gefeiert.  Ein Ghettoblaster und ein paar Kaltgetränke tun ihr Übriges. Wenn man sich dann auch noch gut mit den "Zugbegleitern" versteht, ist selbst rauchen kein Ding. Nicht unwesentlich für Einige auf Auswärtstouren. Zudem gibt es in Fansprintern nicht das Problem von überfüllten Toiletten, dass in Regiozügen oder Bussen durchaus mal zu sonderlichen  Abartigkeiten führen kann.

Man kann auch sagen: Die Fans bestimmen selber wie es in ihrem Zug abgeht.

Kurzum: Das Fansprinterkonzept kann man nur unterstützen. Es nimmt nichts von der Faszination des Sonderzuges, ist eine kostengünstige und selbstinitiierte Alternative zur gemeinsamen Auswärtstour. Auf jeden Fall für die näher gelegenen Spielstädten. Wieso also das Konzept des Fansprinters nicht bundesweit übertragen?

 

 

 

Bereits seit einigen Jahren richten die Isar-Schalker München immer anlässlich des Gastspiels der Königsblauen bei den Bayern ihre große Fanfete aus – wer auch in diesem Jahr wieder dabei war, wird mir zustimmen, dass es umgekehrt laufen sollte:  Die Mannschaft sollte sich mit ihren zunehmend peinlichen Auftritten in der Arro…, pardon, Allianz-Arena nach den Isar-Schalkern richten, wo mit viel Einsatz und Schalker Herzblut für ein gelungenes Treffen von Schalkern der unterschiedlichsten Couleur gesorgt wird!  

muc2013 01muc2013 02
Montag, 11 Februar 2013 07:43

Werder-Euphorie vs. Grippe & Ingwer-Tee

geschrieben von in Osterdeich-Schnack

svwTHILOSamstag Nachmittag. Werder in Stuttgart, ich zu Hause im Bett. Werder mit Ekici und Ignjovski, ich mit Grippe und Fieber (vermutlich ein Souvenir von meinem Besuch in Wilhelmshaven). Das Spiel geht los, 90elf schallt durch meine Wohnung. Nicht zu laut, hab auch noch Kopfschmerzen, aber laut genug. Erinnerungen: ich war schon zweimal in Stuttgart mit dabei, meine Bilanz: je ein Sieg und eine Niederlage. Ich bin weder zuversichtlich noch pessimistisch, harre einfach schniefend und hustend der Dinge, die da kommen mögen. Die Worte von Reporter Tom Hilgers dringen eine halbe Stunde lang monoton an mein Ohr, das ist bei Fieber gefährlich, ich drohe einzunicken. Gehe in die Küche, koche mir einen Ingwer-Tee. Schmeckt zwar scheisse, soll bei Fieber aber helfen... was war das?! Ich höre Tom in meinen Wohnzimmer schreien. Das Wort "Tor!" übertönt das Blubbern des Wasserkochers, dann das Wort "Ekici!" Blödes Fieber, denke ich mir, lässt mich schon halluzinieren. Eingehüllt in Ingwer-Dämpfe schlurfe ich zurück auf meine Couch, verbrenne mir fies die Schnute, fluche, blicke auf meinen Laptop. Tor für Werder, steht da. Ekici in der 34. Minute, steht da. Coole Sache, denke ich mir und freue mich gleich doppelt: nicht nur dass das Hinrunden-Sorgenkind Ekici endlich mal was gewuppt bekommt, auch mein Fieber scheint besser zu werden. Tom Hilgers' Stimme dringt nun leichter zu meinem durch Fieber und Ingwer-Dämpfen vernebelten Gehirn vor, doch in dieser Halbzeit passiert nix mehr. Ich bleibe skeptisch. Werder hat schon oft knapp geführt, und schon oft blieb von dieser Führung am Ende weniger als nichts übrig. Halbzeit, der Tee ist runtergewürgt und rumort in meinem Magen herum. Kurz vor Wiederanpfiff muss ich ins Badezimmer, der Porzellangott verlangt nach einer Aufwartung. Ich sitze auf dem Thron seiner Kotheit, da brüllt mir Tom schon wieder ein "Tor!" hinterher. Weil er auch noch ein "Der Ausgleich!" hinzufügt, bleibe ich sitzen. War ja klar, denke ich mir, zwei Spiele hintereinander ohne Gegentor, das wäre für Werder ja wie eine Legislaturperiode ohne Plagiatsaffäre für die CDU. Auf der Couch mümmel ich mich wieder in meine drei Decken und warte auf das gewohnte Auseinanderbrechen der Bremer Defensive. Denkste, Tom sagt, dass die Stuttgarter plötzlich so spielen wie ich mich fühle. Metaphysischer Zusammenhang? Macht Aaron Hunt plötzlich das 2:1, weil ich unbewußt und mysteriöserweise die Stuttgarter schwäche? Ist eigentlich auch egal, in mir keimt Hoffnung auf. Hoffentlich können die das bis zum Ende halten, denke ich mir. Prompt macht Ekici das 3:1, vor Überraschung huste ich mir den Kehlkopf kaputt. Kurz vor Ende, Kevin de Bruyne trifft zum 4:1 und ich befürchte, in Wirklichkeit bewußtlos auf meinem Fußboden zu liegen und vom Sommer 2004 zu träumen. Nein, es ist wirklich wahr: Werder hat zwei Pflichtspiele hintereinander gewonnen! Da kann die Grippe noch so sehr schleifen, wenigstens emotional geht's mir sofort deutlich besser.

Nur kurze Zeit vor dem Spiel, Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos (sprich: "Pah-Pas-Ta-To-Pu-Los", was ist daran so schwer, Herrgottnochmal?!) teilt der Welt mit, er müsse sich Gedanken machen, wenn Werder am Ende der Saison nicht auf einen der Europapokal-Plätze landen würde. Der Vollpfosten-Journalismus macht daraus solche Sachen wie "Sokratis droht mit Abgang!" und "Sokratis so gut wie weg!" Beides ist nicht wahr, beides hat Sokratis nie gesagt. Einmal mehr bedaure ich es sehr, dass die Berufsbezeichnung "Journalist" in Deutschland nicht geschützt ist. Glück für Bild, Welt und Weser-Kurier, sonst würde man merken dass dort kein Journalismus betrieben wird, sondern eher eine abstruse Form von Scrabble-Spielen zu Scooter-Musik. Egal, lassen wir das. Ich mag Sokratis immer noch, die Vollpfosten mag ich nicht, die mögen mich vermutlich auch nicht, und das ist auch gut so verehrte Genossinnen und Genossen - Halt, Stopp, falsche Rede.

So, und nu'? Ich bin auf dem Weg der Besserung, das Fieber ist schon so gut wie weg. Werder Bremen ist nur noch zwei Punkte von den magischen E-Plätzen entfernt. Das ist lustig, weil vor gerade mal zehn Tagen wirklich keine Sau (inklusive mir selbst) in Werders Spielweise auch nur den allerkleinsten Hinweis darauf gefunden hätte, dass dafür überhaupt theoretisch vielleicht eventuell Potenzial vorhanden wäre - im Gegenteil, mir schlug das Wort "Abstieg" öfter entgegen als man sich das vielleicht vorstellen würde. Und die selben Leute, die mir vor zehn Tagen noch etwas von Cottbus, Aue und Ingolstadt vorjammerten, jubeln jetzt von Mailand, London, Madrid und Turin (Finalort der Europa League 2013/14). Ehrlich gesagt, auf sowas habe ich keine Lust. In zehn Tagen von Paderborn nach Paris, da kriege ich gleich wieder Fieber. Geht's nicht auch eine Nummer kleiner? Abwarten? Die Euphoriephrasen-Flak erstmal nur auf halber Kraft wummern lassen? Haben wir nicht alle mittlerweile im Werder-Fan-Leistungskurs gelernt: so schnell wie es aufwärts geht, doppelt so schnell kann's auch wieder runtergehen? Die Tabelle der Bundesliga hat auch noch ein paar Plätze zwischen Rang sechs und 16 zu bieten, man muss nicht immer sofort von einem Extrem ohne Umwege ins Andere fetzen. Träumen und hoffen, ja klar, das mache ich auch ("...wir sind Meister und ham' den Pokaaal...!"), aber man muss es doch nicht immer gleich übertreiben. Ich würde mir da etwas mehr Gelassenheit wünschen, etwas mehr ruhiges Blut und Unaufgeregtheit. Wenn Werder nach dem 34. Spieltag tatsächlich auf Platz sechs oder besser stehen würde, dann bin ich der erste, der nackt den Andree Wiedener tanzt (auch wenn das keiner will, der nicht blind ist und noch alle Schrauben beisammen hat), aber bis dahin:

BALL FLACH HALTEN, LEUTE!

Update!

Und die lustige Märchenstunde geht weiter. hr online berichtet gar, dass wir Glubbfans Pfefferspray gegen die Polizei eingesetzt hätten. Klar, ist auch absolut sinnvoll, wenn extrem strenge Kontrollen angekündigt wurden, dann steckt man sich logischerweise mal ne Dose Pfefferspray in die Hosentasche... Wie kommt man bitte auf solch einen Blödsinn, liebe Presse? Wo kann ich mich bewerben? Einen Abschluss braucht man ja scheinbar nicht, wenn man als Journalist tätig sein möchte. Recherche ist heutzutage wohl ein absolutes Fremdwort.

Noch irrsinniger ist die Meldung im Sport 1 Videotext. Dort ist sogar die Rede davon, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Frankfurter Anhängern und Glubberern kam. WTF???

Martin Bader, zu Gast im Doppelpass plädiert sogar dafür, dass die Gewalttäter hoffentlich herausgefiltert und zur Rechenschaft gezogen werden. Ich hoffe mal, er meint damit die Polizisten, die sich absolut daneben benommen haben. Aber ich glaube eher nicht... Schade, kann ich da nur sagen. Es wäre schön gewesen, wenn man sich mal hinter die Fans gestellt hätte und die Situation berichtigt hätte. Schließlich waren Fanbeauftragte während des ganzen Szenarios vor Ort. Und wie schon erwähnt, die Gewalt ging von den anwesenden Polizisten aus! Das sollte man endlich mal erwähnen.
Selbst die Frankfurter Polizei hat eingeräumt, dass sie gestern wohl nicht ganz so geglänzt hat.

Martin Quast, Reporter von Liga Total ist scheinbar der einzige Journalist, der sich traut, diesen absolut überzogenen Polizeieinsatz zu kritisieren. Er war derjenige, der nicht nur recherchiert hat, sondern sich zu den Fans gesellte und die Wahrheit ans Licht gebracht hatte. Er war mitten im Geschehen und hat auch erkannt, dass die Gewalt von Seiten der Polizei ausging. Danke, lieber Martin Quast. Wenigstens ein Journalist, der es nicht nötig hat, Falschmeldungen 1 zu 1 zu übernehmen! Diese ganze Copy and Paste Geschichte nimmt immer mehr Überhand. Wozu sich Mühe machen, wenn man sich seine Schlagzeilen einfach von der dpa oder sonstwem mühelos kopieren und für eigene Artikel übernehmen kann. Der Wahrheitsgehalt wird da nicht angezweifelt. Warum auch? Ich kann leider nicht mit einem Abschluss in Journalismus glänzen aber ich schreibe wenigstens die Wahrheit, weil ich es nicht nötig habe, Lügen zu verbreiten. Das Traurige ist nur, dass den Medien, die Unwahrheiten mehr geglaubt werden, als den Augenzeugen, die tatsächlich dabei waren. Warum sollte man sich denn auch bemühen, mal nach Tatsachen zu forschen? Das könnte ja das negative Bild von Fußballfans total verfälschen und sie vielleicht sogar in ein positives Licht rücken. Das geht mal gar nicht. Fußballfans sind Kriminelle. Fußballfans gehören laut einigen total gestörten Menschen in Arbeitslager usw.
Es ist einfach nur noch zum Kotzen!

++++

Eigentlich sollte ich schon längst im Bett liegen und mich über den einen Punkt, den wir aus dem Frankfurter Waldstadion mitgenommen haben, freuen. Eigentlich... Wären da nicht die superlieben und extrem hilfsbereiten Ordnungshüter in Hessen gewesen... Vom Spiel selbst habe ich absolut gar nichts mitbekommen, obwohl ich ca. 1,5 Stunden vor Anpfiff im Stadion war. Nein, ich war nicht rotzbesoffen und hab das Spiel verpennt. Ich stand, wie viele andere auch, oberhalb von Tor 6, durch welches unsere Zugfahrer Einlass erhalten sollten. Wie im YaBasta Blog bereits im Vorfeld angekündigt, würden Ultras Nürnberg den Gästeblock auf keinen Fall betreten, wenn man das Verbot von Zaunfahnen nicht zurück nähme. Zur Erinnerung: uns Nürnbergern wurde von Eintracht Frankfurt, explizit Herrn Bruchhagen untersagt, die Fahnen, die unsere Fanclubs und Ultrasgruppierungen repräsentieren, mit ins Stadion-innere zu nehmen. Dieses Verbot betraf tatsächlich jede einzelne unserer Zaunfahnen, die grundsätzlich bei jedem Heim- und Auswärtsspiel aufgehängt werden. Man hatte befürchtet, dass die bösen Glubberer eben diese Fahnen als Sichtschutz zum Zünden von Pyrotechnik verwenden würden. Ähm, ja, wenn ich zündeln möchte, dann kann ich das durchaus auch ohne Fahne. Wenn ich Lust drauf habe, kann ich mich auch 90 Minuten lang unter meiner Jacke verstecken. Hm, vielleicht kriegen wir nun auch bald Jacken- bzw. Klamottenverbot in den Stadien der Republik...

O.k. zurück zum eigentlichen Thema. Es wurde ewig hin und her diskutiert und sowohl die Jungs und Mädels außerhalb des Stadions als auch wir, die wir im bereits im Stadion drin waren, haben sich die ganze Zeit friedlich und kooperativ verhalten. Wer das nicht glauben mag, kann sich gerne bei diversen Journalisten, die mittendrin standen, erkundigen. Eine kleine Abordnung von UN sowie der Fanbeauftragte Jürgen Bergmann telefonierten 30 Minuten lang mit Hinz und Kunz, um das verhängte Verbot zu umgehen. Aber man wurde wohl immer wieder darauf verwiesen, dass "von ganz oben" mit keinerlei Einsicht bzw. Rücknahme des unglaublich albernen und lächerlichen Verbots zu rechnen sei. Herr Bruchhagen hat das so angeordnet und deshalb wird das auch so gehandhabt. Schluss, aus, basta! Demzufolge beschlossen die Ultras, das Spiel über vor den Stadiontoren zu verweilen. Die Glubberer, die sich bereits im Gästeblock befanden, wurden dazu aufgerufen, sich mit den anderen zu solidarisieren und den Block wieder zu verlassen. Ich war wirklich verwundert über die Menge, die dann tatsächlich den Block verließ und sich zu uns nach draußen gesellte. Und noch immer lief alles friedlich und gesittet ab. Es wurden gemeinsame Gesänge angestimmt und man konnte keinerlei Aggressivität der anwesenden Glubberer vernehmen. Als man den  Jungs und Mädels einige Becher mit stinknormalem Leitungswasser über den Zaun reichen wollte, gab es von den Ordnern schon erste Schubsereien und Beschimpfungen. Wohl gemerkt - diejenigen, die sich außerhalb des Stadions befanden, hatten keinerlei Möglichkeit, an etwas Trinkbares heran zu kommen. Irgendwann ließ man mich und zwei Freundinnen aber doch ungehindert zu den Freunden nach draußen und man mag es kaum glauben, sie haben das von uns gebrachte Wasser tatsächlich getrunken und nicht für was auch immer zweckentfremdet... Aber gut, dass die Ordner in Frankfurt noch nie besonders freundlich uns Gästen gegenüber waren, ist ja kein Geheimnis. War wohl ihr Triumpherlebnis, den schrecklich bösen Wartenden einen Schluck Wasser zu verwehren... No Comment...

Dass das Polizeiaufgebot exorbitant hoch war, konnte sich jeder denken. In ihrer typischen Schildkrötenpanzerung standen die "Gesetzeshüter" da und warteten scheinbar nur darauf, die Standhaftigkeit ihrer Panzerungen zu testen. Als sich nämlich ein paar Leute erdreistet haben, sich dem Zaun, der den Innenbereich des Stadions von außen trennt, zu nähern, wurden schon die ersten Knüppel geschwungen. Und das nicht gerade zaghaft. Selbst die anwesenden Ordner, u.a. auch ein paar Herren unseres eigenen Ordnungsdienstes haben es schon kommen sehen, dass die Polizei wohl aufgrund der Kälte etwas Lust auf Sport verspürte... Und was liegt da näher, als auf bis dahin absolut friedliche und disziplinierte Fußballfans einzudreschen. Da wird es einem garantiert schön warm. Dabei soll unsere Staatsmacht doch eigentlich deeskalierend wirken. Hab ich zumindest mal irgendwann gehört. Aber vielleicht stand das auch in einem Märchenbuch drin...

Nun ja, wenn man Menschen wie Tiere behandelt, beginnen sie auch irgendwann, sich wie Tiere zu benehmen. Das sollte eigentlich für jeden absolut nachvollziehbar sein. Und so kam es, wie es sich die Polizei vielleicht gewünscht hat. Es kam zu den "Ausschreitungen", von denen in manchen Berichten mal wieder die Rede war. Und was natürlich wieder hervor gehoben wurde, waren die wohl 10 verletzten Polizisten. Teilweise hatten manche von ihnen scheinbar Augenreizungen. Hm, woher das wohl kommen mag? Die Lösung ist relativ einfach. Wenn man wie bekloppt Tränengas in die Menge sprüht und nicht auf seine Umgebung achtet, kann es durchaus passieren, dass man von seinen eigenen Kollegen mit dem widerwärtigen Zeug getroffen wird. Willkürlich sprühten die Damen und Herren Polizisten damit in die Menge. Aber das wird mal wieder verschwiegen. Wie viele Glubberer mit den üblen Nachwirkungen dieses Teufelszeugs zu kämpfen hatten, interessiert die Medien scheinbar nicht wirklich. Sind schließlich eh alles Verbrecher... Außerdem nicht gut für die Schlagzeilen. Verletzte Ordnungshüter machen sich doch wesentlich besser als wenn asoziale Fußballfans aus reiner Willkür verletzt werden. Die haben es auch gar nicht anders verdient. Wo kämen wir denn auch hin, wenn man als Fußballfan noch ein Anrecht auf Menschenwürde hätte? Sowas geht ja mal gar nicht. Nee, immer schön rein in die Menge sprühen und mit dem Schlagstock hinterher. Soll ja auch richtig weh tun. Sonst wär´s ja langweilig.
Allerdings scheint es auch langweilig zu sein, die Wahrheit zu verbreiten... Man machte übrigens keinen Unterschied, auf wen man einprügelte. Ein Kind konnte gerade noch von seinem Vater vor dem Schlagstock weggezogen werden. Auch Frauen waren vor den Schlägen und den Sprühattacken nicht gefeit. Naja gut, kann ich schon verstehen. Wenn man so richtig in Fahrt ist, dann schlägt man einfach auf jeden ein. Und die Tränengas-Fontäne ist auch für alle da. Soll ja jeder was davon haben...
Ich könnt echt nur noch kotzen, wenn ich mir die Bilder des vergangenen Nachmittags vor Augen rufe. Nur, um das nochmal festzuhalten. Eintracht Frankfurt hat seine eigenen Fans nicht im Griff und weil das so ist, verbietet man den Gästen aus Nürnberg einfach mal jede einzelne Zaunfahne. Hätte man die Leute mitsamt ihren Fahnen in den Gästeblock gelassen, hätte es gar keine Probleme gegeben. Aber dann würde man sich ja eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Herzlichen Glückwunsch, Herr Bruchhagen! Großartige Leistung! Das wir in Frankfurt in den letzten Jahren mehr als unerwünscht waren, bekamen wir grundsätzlich zu spüren. Aber das, was gestern passiert ist, ist der Gipfel der Dreistigkeit.

Obwohl die Solidarisierung mit den Zugfahrern anfangs noch recht groß war, bemerkte man doch zur zweiten Halbzeit, wer kapiert hat, worum es eigentlich geht und wer nicht. Plötzlich waren eine Menge Leute doch wieder in den Gästeblock entschwunden und gaben sich ihrem Dummsuff-Gegröhle hin. Aber lasst euch eines gesagt sein: heute sind es die Ultras, die Hools, die Szeneleute, die ihre Menschenrechte am Drehkreuz des Stadions abgeben. Morgen wird es auch euch treffen. Und dann braucht keiner anfangen zu jammern und versuchen, sich gegen dieses beschissene System zu wehren. Ihr habt dann bereits verloren. Aber gut, is ja egal, wenn man als Fan eigentlich keine Rechte mehr besitzt. Hauptsache, das Bier im Stadion schmeckt und man kann einen auf pseudo Ultra machen, indem man plötzlich heraus gefunden hat, wo man denn Bengalos, Rauch etc. bestellen und sich damit auf Parkplätzen brüsten kann. Das zumindest habt ihr ja schon voll drauf. Arschpeinlich kann ich dazu nur sagen. Bleibt doch lieber daheim und macht bei euren Dorffesten einen auf Ultra oder was auch immer. Oder lasst euch einfach mal von der Polizei vermöbeln und mit ganz viel Glück bekommt ihr auch das Glücksgefühl, Tränengas bzw. Pfefferspray in die Augen zu bekommen, ab. Ihr könnt das Zeug dann mit eurem Bier oder Schnaps auswaschen...

So, genug für heute gemault. Ich bin müde und hab die Schnauze einfach gestrichen voll.
Fazit des Spieltages bei der Eintracht: man munkelt, der Glubb hätte gut gespielt. Der Verein, der scheinbar des DFB liebstes Kind ist, sollte endlich mal lernen, was es bedeutet, freundlich zu Gästen zu sein. Diesen Kurs kann dann bitte auch gleich die hessische Polizei absolvieren. Denn die hat es echt mehr als nötig. Wollen wir hoffen, dass dieses Ereignis zum Umdenken bewegt. Aber gut, ich glaub ja selbst nicht mal dran. Und ehe ich es noch vergesse - wie wäre es endlich mal mit einer Kennzeichnungspflicht für Polizisten? Oder muss man es sich gefallen lassen, von einem "Freund und Helfer" als Schlampe betitelt zu werden?

In diesem Sinne: RECLAIM THE GAME!