Hauptsache das Lachen vergeht nicht - Eine Büttenrede
geschrieben von Christoph Burr in 1893
Karneval, Fasnet, Fasching... die Zeit der organisierten Fröhlichkeit ist vorbei. Alltag, Fastenzeit und für manchen die harte Rückkehr in die Realität. Das Lachen der Fans des Verein für Bewegungsspiele ist schon länger eher gequält. Zur aktuellen sportlichen Krise kommt noch Kopfschütteln über die eigene Vereinsführung. VfB Fan Hoschi hat es in einer "Büttenrede" treffend auf den Punkt gebracht. Dialog, Viagogo und der Umgang mit Fans, vieles davon sind wohl nicht nur für Stuttgarter Anhänger bekannte Probleme.
Mit Narrenkappe auf'm Kopf lässt sich manches Thema leichter verarbeiten. So wie VfB Fan Hoschi in seiner "Büttenrede"
Es gab einst einen Sportverein,
der für Bewegungsspiele stand.
Er stiftete für Groß und Klein,
Identität im ganzen Land.
Erfolg, Legenden, starke Spiele,
gab es im Neckarstadion viele.
Doch denk ich heut an mein‘ Verein,
fällt mir nur noch Ärger ein.
Zweitausendelf: Ein neuer Präsident,
aus dem Porsche-Management.
Mit Marketing bestens vertraut,
tönt er von „Neuer Ära“, laut.
Kein Bisschen Fußballkompetenz,
doch Themen wie „mehr Transparenz“,
„Stuttgarter Weg“ und „Junge Wilde“,
fertig ist das Traumgebilde.
Was übrig bleibt aus diesen Phrasen,
sieht man heute auf dem Rasen:
Lustlos-müder Grottenkick,
wie immer „fehlt“ wohl nur „das Glück“.
Junge Wilde, Gott sei Dank,
sitzen auf der Wechselbank.
Sie halten sich im Training fit
und senken unsren Altersschnitt,
Politiker und die Verbände,
reiben sich erfreut die Hände,
als der Mäuser ungeniert,
DFL-Papiere akzeptiert.
Er sorgt sich halt um seine Fans,
auch in Sachen Transparenz:
VfB Direkt – genial,
copy, paste, wer will nochmal?
Bis fünf Minuten vor dem Spiel,
Stadionshow im großen Stil.
Endlich darf der Fan einmal!
Ach nein! Moment! Das war einmal!
Die Fans, die haben ausgesungen,
denn sofort kommt Gerd gesprungen,
wenn die Kundschaft kritisiert,
dass zu wenig Show passiert.
Bei Porsche lehrte man ihn schon:
die Kundschaft generiert den Lohn!
Die Kurve, die ist doch egal,
vergisst es bis zur nächsten Wahl!
Beim Ticketing, der Mäuser denkt,
wird Potenzial doch glatt verschenkt.
Gerds viagogo-Partnerschaft -
Schwarzmarktbekämpfung: mangelhaft!
Wer nun will ins Stadion gehen,
darf für fünfzig Euro stehen.
Wer wöchentlich in Logen sitzt,
von Preisen keinen Plan besitzt!
Das Thema „Wappen“, nach Belieben,
lässt sich auf später gut verschieben.
„Viel schöner ist“, hört man ihn planen,
„das Neue auf Sponsorenfahnen!“
Im TV hat sich’s bewährt,
Castings sind niemals verkehrt.
Almklausi und Karneval,
haben sicher Potenzial
Doch was das Marketing verkennt:
Ein Großteil schämt sich dafür fremd!
Im Stadion will ich Fußball seh’n,
für Schlagerhits zum Wasen geh‘n!
Stolz, Identifikation,
Leidenschaft und Tradition?
Hohle Phrasen und Zensur,
Scheindialog, Verarsche pur!
Und die Moral von der Geschicht‘?
Die Kurve täuscht man besser nicht!
Der Pöbel lebt, die Kurve bebt,
wenn Sie stolz ihr Wort erhebt:
„VfB Stuttgart, das sind WIR!“
Text by Hoschi
Claus Zewe / pixelio.de
Werder Wars – Episode XXIII: Die Rache der Bremer
geschrieben von Thilo Schmidt in Osterdeich-Schnack
Wer meinen Blog (dem man übrigens unter [diesem Link hier] auch auf Facebook verfolgen kann) regelmäßig liest, weiß auch dass ich früher lange Zeit in München gelebt habe, und in meinem Beitrag "Von Rot zu Grün: Ein Geständnis" habe ich sogar schamvoll eingestanden, dass ich als Kind selber mal mit einem FC Bayern-Trikot durch die Gegend gerannt bin. Nun, von beiden Makeln bin ich mittlerweile befreit, ich lebe im Herzen Bremens und bin durch und durch grün-weiß. Aber aufgrund dieser Vergangenheit sind Begegnungen zwischen "meinem" SV Werder Bremen und dem FC Bayern München natürlich immer etwas ganz besonderes für mich – und am kommenden Samstag ist es wieder soweit. Die Rollen sind dieses Mal glasklar verteilt: die Bayern, Tabellenführer mit satten 15 Punkten Vorsprung auf den Zweiten Borussia Dortmund und mit erst sieben Gegentoren in 22 Bundesligaspielen, sind der haushohe Favorit gegen einen SV Werder, der sich in dieser Saison primär durch seine Wankelmütigkeit und seine wacklige Defensive auszeichnete. Kurz gesagt: selbst jemanden mit der dicksten Vereinsbrille dürfte klar sein, dass alles andere als ein souveräner Sieg des FC Bayern eine haushohe Überraschung wäre.
Nun, dem Werder-Fan bleibt natürlich die Hoffnung. Überraschende Siege vermeintlicher Underdogs sind schließlich eines der vielen Dinge, die wir alle so am Fußball lieben. Auch zwischen den Bayern und Werder gab es schon solche Überraschungen, beispielsweise das Pokalfinale 1999, dass Werder noch im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte. Oder der drittletzte Spieltag der Bundesliga-Saison 2003/2004, als Werder mit einem Sieg im Münchner Olympiastadion vorzeitig die (bisher letzte) deutsche Meisterschaft klar machte. Und natürlich der fünfte Spieltag der Saison 2008/2009, als die Bayern unter Trainer Jürgen Klinsmann im heimischen Schlauboot eine historische 2:5-Dusche verpasst bekamen (ich hatte das Glück, bei den beiden zuletzt genannten Beispielen persönlich anwesend gewesen zu sein). All dies waren Ereignisse, mit denen vorher kaum jemand gerechnet hatte. Es bleibt also zumindest noch eine theoretische Chance, dass der Ausflug in die bayrische Landeshauptstadt nicht ganz umsonst sein wird. Es ist zwar nur eine Außenseiterchance, aber immerhin.
Nüchtern und realistisch betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit für eine Bremer Niederlage aber trotzdem recht hoch. Nun, gegen den FC Bayern zu verlieren ist sportlich gesehen prinzipiell keine Schande. Es kommt dann darauf an, wie man verliert. Wenn eine knackige Niederlage droht zeigt sich immer das wahre Gesicht einer Mannschaft, denn man kann auf die eine oder andere Art verlieren. Ich würde mir wünschen dass das Bremer Team selbst bei einen deutlichen Rückstand nicht auseinanderfällt und resigniert, wie es in der Vergangenheit leider einige Male vorkam, sondern sich trotzdem weiter mit aller Macht reinhängt und den Bayern die drei Punkte so teuer wie nur irgendwie möglich verkauft – ohne dabei die sportliche Fairness zu vernachlässigen, versteht sich. Selbiges erhoffe ich mir natürlich auch vom Bremer Anhang, wobei ich mir in diesem Punkt allerdings so gut wie gar keine Sorgen mache. Ich kenne die Bremer Fanbasis in München sehr gut und weiß daher, dass die Mädels und Jungs in Sachen Moral und Einsatzwillen über jeden Zweifel erhaben sind.
Das sieht man nicht zuletzt auch am "GWM-Fanfest 2013", dass der Münchner Werder-Fanklub "Grün-Weißes München – Club zur Förderung des Fußballgeschmacks in München" mal wieder auf die Beine gestellt hat (auf Facebook zu finden unter [diesem Link]; sowie auf der GWM-Homepage unter [diesem Link]). Ich möchte an dieser Stelle den Organisatoren von GWM um Präsident Hans von Schultzendorff mal meinen allergrößten Respekt und meine schärfste Anerkennung aussprechen, denn es gehört sehr viel Arbeit, Organisation, Telefoniererei, Schweiß und geopferte Freizeit dazu, ein solches Event in München auf die Beine zu stellen. Ich war schon mehrmals dabei und kann Euch versichern, dass sich die schwere Arbeit bisher stets voll gelohnt hat; der Werder-Anhang konnte dank GWM schon so manches rauschende Fest mitten in München feiern, und das teilweise sogar mit prominenten Besuch (z.B. Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer nebst Gattin).
Unabhängig vom Ergebnis des Spiels wird sich der Besuch Münchens also für jeden Werder-Fan lohnen. Wobei natürlich nicht in Vergessenheit geraten darf: für Werder Bremen wären die drei Punkte schon enorm wichtig, will man den Aufenthalt im Niemansland der Tabelle nicht schon frühzeitig zementieren. Das hat das Team von Thomas Schaaf sicher im Hinterkopf, wenn es – wahrschenlich leider wieder ohne Sokratis Papastathopoulos und Aaron Hunt – in München den Rasen der Arena in der Fröttmaninger Heide betritt (die übrigens genau zwischen der Kläranlage "Gut Großlappen" und dem "Fröttmaninger Berg" errichtet wurde, einem Naherholungsgebiet auf einem 75 Meter hohen Berg der ehemaligen Mülldeponie Großlappen). Ich kann es gar nicht oft genug betonen: mit dem Abstieg wird Werder Bremen diese Saison definitiv nichts zu tun haben, selbst wenn man in München zweistellig verlieren sollte. Da lege ich mich fest. Nicht ganz so sicher bin ich mir in Sachen Europapokalteilnahme. Diese ist für die kommende Saison zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Dafür bräuchte es aber eine Erfolgsserie, die deutlich länger als nur zwei Siege am Stück andauern müsste. Schwer, aber nicht unmöglich, machbar, aber dafür müssen die Jungs endlich mal mehr Konstanz in ihr Spiel bringen, die Löcher in der Defensive stopfen und weniger verschwenderisch mit ihren Torschancen umgehen.
Nach der Niederlage letzte Woche gegen Freiburg rollte mal wieder jede Menge "Schaaf raus!"-Blödsinn über meinen Bildschirm. Als ich die Schaaf-raus-Brüller via Twitter fragte, wer Schaaf denn ihrer Meinung nach ablösen sollte (schließlich müsste das ein Trainer sein, der besser oder zumindest gleichwertig ist, der möglichst vertragslos und auch finanzierbar ist), da schlug mir nur großes Schweigen entgegen. Ein einziger User schickte mir den Vorschlag "Tuchel" zu, doch ist der blöderweise noch bis zum 30. Juni 2015 an den 1. FSV Mainz 05 gebunden und Werder wird es sich wohl nicht leisten können, ihn aus seinen Vertrag herauszukaufen – vorausgesetzt, Tuchel würde den Job überhaupt machen wollen. Also, liebe Schaaf-raus-Fraktion (der ich mich noch nicht so recht anschließen möchte), bei aller verständlicher Frustration: es bringt absolut nichts einen Trainer zu feuern, wenn man nicht zumindest einen gleichwertigen Ersatz bereitstehen hat! Ich frage mich, wann das endlich mal in die Hirne mancher Sturköpfe durchsickert.
Bei Extra3 würde man jetzt fragen: war sonst noch was? Ach ja, der "Fall Arnautović". Der bleibt ja jetzt doch in Bremen. Obwohl der allwissende und unfehlbare Axel-Springer-Verlag in Form von "Bild" und "Die Welt" doch am letzten Samstag vermeldet hat, der Wechsel zum FC Dynamo Kyiv wäre "perfekt" und würde "noch dieses Wochenende über die Bühne gehen". Nachdem dann offensichtlich wurde, dass das eine klare Falschmeldung war, wurde es auf bild.de und welt.de plötzlich ganz still rund um das Thema. Keine Korrektur, keine Berichtigung, keine Richtigstellung und natürlich erst recht keine Entschuldigung. Es geht mir einfach um's verrecken nicht in den Schädel, warum immer noch so viele Menschen tagtäglich dieser Lügenfabrik ihr Vertrauen und ihr Geld schenken. Sowas gehört verdammt nochmal boykottiert, und zwar konsequent, radikal und dauerhaft! Ist dieser Vollpfostenjournalismus tatsächlich das, was ihr wollt? Gefällt es Euch etwa, wenn Ihr systematisch belogen und mit teilweise lächerlich aufgebauschten Halbwahrheiten und Gerüchten verarscht werdet? Nein? Denke ich doch auch. Daher rufe ich zu einem radikalen Boykott aller Axel-Springer-Publikationen auf (eine Liste aller Publikationen des Axel-Springer-Verlages findet Ihr unter [diesem Link hier] sowie eine Liste aller Publikationen, an denen Axel Springer zumindest beteiligt ist, unter [diesem Link]): kauft keine Zeitungen von denen mehr, klickt deren Homepages nicht mehr an (auch das bringt denen Geld!), "entliked" deren Seiten auf Facebook und "entfolgt" ihnen auf Twitter! Dieses Lügenregime, dass in Deutschland schon viel zu viel Macht und Einfluss besitzt, muss endlich in seine Schranken gewiesen werden!
Zurück zu Marko Arnautović: in einem Interview sagte er, er würde bei Werder Bremen bleiben wollen, um den Verein, der ihn auch in schweren Zeiten unterstützt habe, etwas zurückzugeben. Er sei kein Söldner und es gehe ihm nicht nur ums Geld, der SV Werder wäre für ihn nicht bloß irgendein Verein, zu dem er gekommen wäre um eine Weile gegen den Ball zu treten und anschließend weiterzuziehen (außerdem hätte Werder ihn auch gar nicht gehen lassen). Das sind sehr schöne Worte, die jeder Fan natürlich gerne hört und es freut mich natürlich sehr, dass Arnautović sich gegen das Geld und für die Weser entschieden hat. Ich hoffe aber auch sehr, dass diese Worte auch im kommenden Sommer noch gültig bleiben, wenn das Transferfenster wieder geöffnet ist und Werder die Teilnahme am Europapokal wieder verdaddelt haben sollte, was ja nicht sooo unwahrscheinlich ist.
Via(NO)go - Wenn Schwarzmarkt auf einmal ein "tolles Unternehmen" ist.
geschrieben von Marvin in Alte LiebeUns Fans in Deutschland bewegt im Moment ja viel. Da haben wir die endlose Diskussion ums sogenannte "Sicherheitspapier" der DFL, welches den Fußball "sicherer machen soll". Meine Ansicht und die Ansicht aller Fans gehen da zwar teilweise auseinander, sollten im gröbsten aber doch die gleiche sein (siehe auch Bericht 12:12).
Dann gibt es da noch den Kommerz, gegen den sich gefühlt gerade erfreulicherweise noch mehr aufgelehnt wird als sonst. Und die Szenen bewegt ein ganz neues Thema seit einigen Monaten. Eine kleine Internetseite namens Viagogo erregt die Gemüter von Kurvenfans, Gelegenheitsbesuchern und anderen.
Auf den ersten Blick wirkt das Konzept erstmal gar nicht so schlecht: Es sollte allgemein bekannt sein, dass es verboten ist, gekaufte Karten teuer zu verhökern. Wenn man jetzt aber zum Beispiel krank ist, oder arbeiten muss, bleibt man drauf sitzen. Naja, das wahr eben schon immer so. Viagogo wirbt jetzt damit, dass man seine Karten verkaufen kann, so bleibt man nicht drauf sitzen und andere freuen sich. Und das vermeintlich tollste an der ganzen Sache: Das ganze ist voll legal, weil Viagogo offizieller Partner der Bulli-Vereine ist. Klingt doch eigentlich ganz geil.
Das ganze hat aber gleich mehrere Hacken, statt einen. Zum einen werden dir, wenn du die Karten verkaufen willst, nämlich größtenteil die Preise vorgeschrieben- und die liegen dann weit über der Schmerzgrenze! Außerdem steckt Viagogo sich den größten Teil des Preises in die eigene Tasche. Und: Viele beklagen, dass die angekommenen Tickets dann nicht mal gültig sind.
Immer wieder tauchen seit Monaten Spruchbänder in den Kurven auf, die Schriftzüge reichen von "Viagogo abschaffen" bis "ViaNOGO!" Der Ärger ist groß- und verständlich. Da wird einem seit Jahren vom Verein eingeflöst, man darf die Karten nicht teurer verkaufen, was auch völlig richtig ist, und dann sowas. Es sollte klar sein, dass man sich unter Fans nicht gegenseitig so dermaßen ausnimmt...
Am letzten Spieltag warb das Unternehmen mit einer äußerst brisanten Aktion. Wenn man seine Dauerkarte bei Viagogo registriert, dannn kriegt man am nächsten Spieltag eine Bratwurst gratis. Toll. Oder? Dazu müsse man seine Dauerkarte nicht mal abgeben, denn der Käufer kriegt ein Papierticket zugeschickt. Womit wir schon wieder beim obigen Punkt sind, ob die besagten Tickets dann überhaupt funktionieren, oder man nicht mit verdutztem Gesicht vorm Ordner steht...
Das ganze wollte ich mir genauer angucken. Eins vorweg: Meine Dauerkarte habe ich nicht registriert und werde ich auch nicht, denn diese Kartenmafia werde ich nicht auch noch mit meinen Daten füttern.
Trotzdem habe ich mir mal einen Account erstellt, um zu gucken, wie das ganze dann aussieht. Mein Ziel: Eine Karte für's HSV-Derby zwischen 96 und Hamburg, seit Wochen ausverkauft. Kaufen wollte ich eine Karte für den Nordoberrang im Niedersachsenstadion, der Normalpreis liegt bei 32 Euro für einen Erwachsenen, 10 Euro weniger ermäßigt. Also bei Viagogo angemeldet, und mal umgeguckt.
Angeboten werden die Tickets dort für 57 Euro. Also 57 Euro steht da am Anfang noch. Wenn man dann klickt, geht das ganze munter weiter, dann liegt man nämlich schon bei 67,17 Euro, für Versand und Gebühren. First: Von wo schicken die mir meine Karten bitte, normal kostet ein solcher Brief nicht mehr als 1,50. Und zweitens: Was für Gebühren? Aber naja, auf jeden Fall sind es jetzt schon fast 70 Euro für die Kurve.
Davon gehen höchstwahrscheinlich nur dreiviertel an Verkäufer, wenn nicht noch weniger. Ich hätte sehr gerne getestet, wie viel Geld ich beim Verkauf tatsächlich kriegen würde, dafür müsste ich meine DK aber registrieren , was ich wie schon gesagt nicht machen werde. Das alles ist für mich ein legaler Schwarzmarkt, mehr nicht. Mit Hamburg hat bereits ein Bundesligaverein auf Druck der Fans die Zusammenarbeit gekündigt, das bleibt hoffentlich kein Einzefall. Das ganze Prinzip geht übrigens auch für Konzertkarten oder ähnliches, auch da sind die Preise eine Zumutung.
Also: Lieber ein Spiel ausfallen lassen, oder anders an eine Karte kommen, als sie beim Schwarzmarkthändler Viagogo verticken und damit das ganze noch zu unterstützen. Eine Frechtheit von den Vereinen, so eine Partnerschaft wahrscheinlich aus reiner Gier einzugehen.
Legenden oder wie Träume wahr werden
geschrieben von die Nena in ...nur damit es jeder weiß!
Wochenlang konnten wir auf den einschlägigen Fortuna Seiten und in den Foren bei facebook vom "Legenden Projekt" von Lars Pape und Holger Schürmann lesen...Zwei Männer aus Düsseldorf, jetzt in Berlin lebend, die es sich zum Ziel gemacht haben, einen Film über die Fortuna und ihre Legenden zu produzieren...Eine Hommage an den Verein und ein Portrait über die Stadt...Mit welchen Mitteln...?...Auf der Seite startnext.de haben sie um finanzielle Unterstützung gebeten, in Form von Crowfunding...60.000 Euro war das Ziel...Man hatte einige Wochen Zeit, sich an dem Projekt zu beteiligen...Es gab feste Beiträge die man spenden konnte und für die es aber auch etwas zurück gab...Von der DVD, über den Namen im Abspann des Filmes, bis hin zu einer Rolle im Film war alles dabei...Allerdings hatte man auch die Möglichkeit, selbst gewählte Beträge zu spenden...
Axel Bellinghausen oder ein Sohn unserer Stadt
geschrieben von die Nena in ...nur damit es jeder weiß!
Schon kürzlich habe ich zu einem Thema gebloggt, zu dem ich gar nienicht bloggen wollte; nämlich über die Leistung der Mannschaft...
Aber ich habe mir auch vorgenommen, nie über einzelne Spieler zu bloggen und heute lasse ich mich doch dazu hinreissen...Wer mich kennt weiß, dass für mich nicht gilt: Solange er ein F95 Trikot trägt, ist er unantastbar...Wenn ich jemanden nicht mag, dann mag ich ihn nicht...So ein vdV wäre für mich kein Spieler, den ich weiter supporten würde, wenn er bei der Fortuna spielen würde, eben weil es Dinge gibt, die nicht in mein Verständnis von Ethik und Moral passen...
0:2 in Wolfsburg – Der wichtigste Sieg des Jahres
geschrieben von Red Lady in Die Bayern MeinungDer FCB siegt am Freitagabend mit einer souveränen, aber gleichermaßen nüchternen Leistung 0:2 bei den Wölfen. Die Bayern ließen dabei – bis auf einen Freistoß von Diego – nicht den Hauch einer Chance. Wieso ist es aber der wichtigste Sieg des Jahres?
Es gibt öffentlichere Triumphe, man kann gegen Real Madrid gewinnen (was so gut wie immer passiert) oder auch mal wieder gegen den BVB (was leider recht selten vorkommt). Mit solchen Siegen macht man Schlagzeilen, gewinnt aber keine Meisterschaft und schon gar keine Champions League.
Wenn sich eine Mannschaft an einem eiskalten Freitagabend in der sterilen Wolfsburger Arena trotz 15 Punkten Vorsprungs dazu motivieren kann seriösen Fußball zu spielen, ist das für mich ein Zeichen der Ernsthaftigkeit in diesem Jahr. Schon oft habe ich solche Abende erlebt, an denen dann ein Unentschieden oder eine knappe Niederlage mit dem Verweis auf den Abstand in der Liga und der bevorstehenden Champions League-Begegnung schön geredet wurde. In gewisser Weise hat man als Fan auch Verständnis dafür. Für den Gegner das Spiel des Jahres, für uns ein regennasser Freitagabend – ach was soll’s, halbe Kraft, mal sehen, was dabei rauskommt.
In diesem Jahr ist das anders. Zwei Jahre Frust führen dazu, alles demontieren zu wollen. Genau dieser Wille ist es, der FCB in diesem Jahr drei Titel einbringen wird. Es geht nicht mehr um den Einzelnen – es geht darum, endlich mal wieder was zu gewinnen. Natürlich sitzt Robben sauer wie Matjes auf der Bank. Vielleicht kommt auch mal ein Kommentar, ein kleiner Funke, aber es wird keinen Flächenbrand geben. Dazu ist der gemeinsame Fokus zu groß. Auch Zündelversuche von außen kommen nicht mehr an. Die Kritik eines gewissen Olaf Thon perlt von Schweinsteiger ab, wie Wasser von der Ente.
Ich will nicht, aber ich werde mich jetzt kurz in die Gefühlswelt eines BVB-Anhängers versetzen. Welche Aussicht auf Erfolg besteht für die Bayern-Konkurrenten an diesem Wochenende noch? Den Abstand bei 15 Punkten zu halten? Demoralisierender geht es kaum. Der FCB ist eine Dampfwalze in dieser Saison – eine Dampfwalze mit Fallrückzieher-Funktion.
Vom Sieg des FCB über Wolfsburg werden am Ende dieses Spieltages vielleicht nur noch die Wenigsten wissen. Er ist aber ein Symbol des unbedingten Willens und der Unaufhaltsamkeit der Mannschaft in dieser Saison. Kann man diese Überzeugung und das aus allen Poren triefende Selbstbewusstsein halten, so ist der ganz große Wurf in diesem Jahr gewiss. Den FCB wird in dieser Saison keiner mehr besiegen, nicht in Deutschland und auch nicht in Europa.
Werder Bremen und die Abwehr des Schreckens
geschrieben von Thilo Schmidt in Osterdeich-Schnack
Ihr kennt das sicher: der Schiedsrichter hat erst vor einer halben Minute abgepfiffen und schon werden die nächstbesten Spieler, die sich nicht rechtzeitig in die Kabine retten können, vor die Mikrofone und Kameras gezerrt. Es wird dann von ihnen erwartet, dass sie tiefgründige Analysen des gerade zu Ende gegangenen Spiels von sich geben und dabei auch nicht die Selbstreflektion zu kurz kommen lassen, schließlich will der Reporter ja auch wissen was der Spieler gedacht und gefühlt hat, während er über den Platz gewetzt ist. Der Spieler jedoch bringt meistens keuchend keine drei Sätze unfallfrei heraus, er ist platt, sein Blut blubbert noch in den Beinen anstatt im Gehirn herum, gleichzeit ist er vielleicht auch noch emotional derb aufgeputscht. Die Folge davon: in solchen Interviews unmittelbar nach Abpfiff am Spielfeldrand kommt meistens abgesehen von auswendig gelernten Phrasen nicht viel heraus, was tatsächlich irgendwelche nützlichen oder interessanten Erkenntnisse bringen würde.
Mir geht es unmittelbar nach Abpfiff eines Spieles sehr ähnlich. Ich brauche immer erst eine Weile, um über das eben gesehene zu reflektieren. Normalerweise lasse ich mich nicht zu Schnellschüssen hinreissen, zu groß ist die Gefahr dass man sich vergaloppiert, wichtige Perspektiven übersieht oder über das Ziel hinausschießt. Deswegen lasse ich in den meisten Fällen mindestens eine Nacht verstreichen, bevor ich meinen Senf in Form eines neuen Artikels in die Welt hinaussende. Heute mache ich aber mal eine Ausnahme, da ich im Gegensatz zu sehr vielen anderen Werder-Fans, mit denen ich mich ausgetauscht habe, ohnehin recht emotionslos in dieses Spiel gegangen bin (naja, das stimmt nicht ganz, denn heute war ich ausnahmsweise gar nicht im Weserstadion, eine Grippe zwang mich zu Hause zu bleiben; aber dank des Internets wurde ich trotzdem bereits mit jeder Menge bewegter Bilder versorgt; ausserdem bin ich bei Werder-Spielen nie ganz emotionslos).
Die Euphorie, die nach den letzten beiden Siegen in Bremen herrschte, ging mir an vielen Stellen nämlich deutlich zu weit. Wenn ich mir so manche Postings, Kommentare und Tweets so durchlas bekam ich schon fast den Eindruck, die Europapokal-Teilnahme 2013/2014 sei nur noch Formsache; in einigen wenigen (Extrem-)Fällen wurde sogar das Wort Champions League in den Mund genommen. Was für ein Blödsinn! So wie eine Schwalbe noch keinen Andreas Möller macht, so wenig machen zwei Siege am Stück noch keinen Europapokal-Teilnehmer. Zuviel lief dafür in dieser Saison schief, zuviele Punkte wurden dafür liegengelassen - so auch heute bei der 2:3-Pleite gegen den vermeintlichen Underdog aus dem Breisgau. Was vor allem in der Halbzeit wieder schmerzhaft deutlich wurde: die Bremer Defensive, durch den Ausfall von Sokratis Papastathopoulos ohnehin schon geschwächt, war heute mal wieder Lichtjahre vom Niveau eines Europa League-Aspiranten entfernt.
Ich werde jetzt nicht das ganze Spiel Minute für Minute zerpflücken wie die Doktorarbeit eines CDU-Politikers, erstens weil das an anderer Stelle schon ausgiebig genug getan wird, zweitens weil uns allen wohl klar sein wird, wo die Bremer Defensive mal wieder suboptimal aussah und drittens, weil ich dazu schlicht keine Lust habe. Sicher, es war nicht alles schlecht, die beiden Tore von Nils-unter-Pep-kriege-ich-keine-Chance-Petersen zu Beispiel oder auch die Tatsache, dass Elia näher an seinem ersten Tor für Werder Bremen dran war als jemals zuvor. Überhaupt Elia: der Junge tut mir echt leid, und das meine ich keineswegs hämisch, sondern ehrlich und aufrichtig. Es gibt derzeit keinen anderen Bremer Spieler, dem ich einen Torerfolg mehr wünschen würde als Elia. Wenn der eines Tages trifft, dann wird sich das für ihn wahrscheinlich so anfühlen wie für jemanden, der nach einer durchgesoffenen Nacht zum ersten Mal auf's Klo geht: unheimlich befreiend und erleichternd.
Um eine andere Bremer Offensivkraft gab es in den letzten Tagen ebenfalls große Aufregung, allerdings nicht aus sportlichen Gründen. Wie Werder Bremen bereits bestätigte, gab es eine Anfrage des ukrainischen Spitzenklubs FC Dynamo Kyiv bezüglich eines Transfers von Marko Arnautović. Das Bremer Spieler bei anderen, finanzstärkeren Vereinen Begehrlichkeiten wecken, ist ja nichts neues, ebenso wie die Tatsache dass Werder Bremen bei solchen Verhandlungen aufgrund mangelnden Kleingeldes meistens den Kürzeren zieht. Vielleicht ist es ja nur meine subjektive Empfindung, aber ich habe das Gefühl dass bei keinem anderen Klub so oft und hartnäckig von Seiten der Presse versucht wird, Spieler "wegzuschreiben". Heute Vormittag beispielsweise vermeldete die Zeitung "Die Welt" (die ebenso wie die "Bild" zum Axel-Springer-Verlagsimperium gehört), dass der Wechsel von Arnautović in die ukrainische Hauptstadt bereits perfekt sei und wohl noch dieses Wochenende über die Bühne gehen würde. Kurze Zeit später kam von Seiten des SV Werder sofort ein Dementi, und zwar ein ungewohnt heftiges: Thomas Eichin soll sogar gesagt haben, es wäre "alles Bullshit, was in der 'Welt' steht".
Sowohl die "Welt" als auch die "Bild" zeichnen sich in ihrer Fußballberichterstattung schon immer mit einer derart miesen Qualität aus, dass ich ehrlich erschrocken bin wie viele Menschen diesen Käse immer noch ernst nehmen. Da wird schamlos übertrieben, Halbwahrheiten und Gerüchte als Fakten verkauft und teilweise dreist gelogen. Ich bevorzuge eindeutig die seriöse Berichterstattung, die sich mit ihren Nachrichten ruhig etwas länger Zeit lassen darf, wenn sie dafür korrekte Fakten liefern. Sensationsgeiles wir-müssen-es-als-erste-bringen widert mich immer stärker an. Dies sind auch die Gründe, weshalb ich sämtliche Publikationen des Axel-Springer-Regimes konsequent und radikal boykottiere und ich kann nur jedem empfehlen, es auch so zu handhaben. Bei dieser Gelegenheit zitiere ich immer gerne den absolut großartigen Kabarettisten Volker Pispers, der über die "Bild" gesagt hat: "Dieses ekelhafte Schundblatt, dass für jeden toten Fisch eine Beleidigung wäre, wenn man ihn darin einwickelt." Diesen Worten kann ich mich nur anschließen.
Zu einen möglichen Arnautović-Wechsel kann ich nur sagen, dass er eigentlich absolut keinen Sinn machen würde (außer für Arnautović' Bankkonto). Unabhängig von der Ablösesumme (genannt wurden Beträge zwischen acht und zehn Millionen Euro), Werder Bremen könnte derzeit keinen Ersatz verpflichten. Und da auch noch Niclas "Lücke" Füllkrug langfristig verletzt ausfällt wäre es eigentlich Wahnsinn, zum jetzigen Zeitpunkt noch einen Stürmer abzugeben. Das sieht der Werder-Vorsitzende Klaus Filbry vermutlich ähnlich, er wurde im "kicker Sportmagazin" mit den Worten zitiert: "Wir wollen Marko in dieser Serie nicht abgeben." Deutlicher geht's eigentlich gar nicht. Aber denkt man an den Abgang von Klaus Allofs zurück bleibt doch ein gewisser Restzweifel, denn damals klangen die Dementis ja ganz ähnlich.
Am kommenden Wochenende, genauer am Samstag, den 23. Februar 2013 um 15:30 Uhr, muss der SV Werder Bremen auswärts beim FC Bayern München antreten. Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte: alles andere als ein souveräner Sieg der Münchner wäre eine Überraschung. Für Werder-Fans gibt es aber noch einen guten Grund zu diesem Spiel in die bayrische Landeshauptstadt zu reisen, denn wie bei jedem Bremer Auswärtsspiel in München veranstaltet der Werder-Fanklub "Grün-Weißes München - Club zur Förderung des Fußballgeschmacks in München", bei dem auch ich eine zeitlang Mitglied war, wieder ein großes grün-weißes Fanfest. Mehr Informationen über Zeit und Ort (hat sich geändert!) findet Ihr auf der Internetseite von GWM, auf deren Facebook-Seite und auf werder.de. Ich war schon mehrmals dabei und kann es nur empfehlen; in meinen Augen ein absoluter Pflichttermin für alle sich in München und Umgebung aufhaltenden Werder-Fans!
Zuletzt noch ein wichtiger Hinweis in eigener Sache: wie viele von Euch wissen habe ich bis vor einige Wochen auf Facebook die Werder-Fanseite "SVW1899 • Ultimate Werder Bremen" betrieben, die sich großer Beliebtheit erfreute und kurz vor einer vierstelligen Fanzahl stand. Diese Seite gibt es aus verschiedenen Gründen nicht mehr, aber seit heute biete ich Euch eine Nachfolgeseite an, die Ihr unter diesem Link findet. Über zahlreiche Gefällt mir-Klicks und Weiterempfehlungen würde ich mich sehr freuen! Ausserdem könnt Ihr mir natürlich auch weiterhin auf Twitter folgen.
Beste Grüße,
Euer Thilo