Es ist einiges los...
geschrieben von Jonathan Jacob in Samstags auf der A5
Es ist ja im Moment einiges los im beschaulichen Freiburg. Nachdem Rosenthals Abgang zur Eintracht schon feststeht, scheint Kruses Wechsel nach Gladbach nur noch eine Formsache zu sein. Auch an Caligiuris Verbleib glaubt kaum noch jemand. Wenn man die Prozentzahlen, mit denen auf transfermarkt.de die Wahrscheinlichkeiten der jeweiligen Wechselgerüchte zu seiner Person beziffert werden, addiert, kommt man auf logisch unmögliche 122 Prozent Wechselwahrscheinlichkeit.
Kruse und Caligiuri haben leider Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen beim Sportclub, daher liegt die Entscheidung bei den Spielern, ob sie auf eines der definitiv vorhandenen Angebote aus der Bundesliga eingehen werden. Die Existenz dieser Klauseln ist aus Fan-Sicht extrem ärgerlich, dürfte aber eine notwendige Bedingung dafür gewesen sein, dass die Spieler überhaupt beim SCF unterschrieben (Kruse), bzw. ihren Vertrag verlängert haben (Caligiuri). Ein möglicher Kompromiss in solchen Fällen könnte vielleicht der Einbezug von Ausstiegsklauseln sein, die erst nach bspw. zwei Spielzeiten ihre Gültigkeit erhalten (Bild 3) oder die Formulierung eines gestaffelten Vertrags mit einer festgeschriebenen Ablösesumme, die im Laufe der Zeit sinkt (Bild 4) als Alternativen zu Verträgen ohne (Bild 1) und mit einer dauerhaft gültigen festen Ablösesumme (Bild 2).
Nationalelf NEIN DANKE – wie Kaschmirpullis, Kommerz, Krähen und Klatschpappen mir den Spaß verdarben
geschrieben von Susanne Blondundblau in Kurvenstar 04Machen wir es kurz: Ja, ich würde seit geraumer Zeit lieber die ostfriesischen Meisterschaften im Hallenhalma oder Wattebäuschenpusten gucken als ein Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft, obwohl (oder weil...?) ich glühender Fußballfan bin. Und nein, ich habe absolut keine Probleme mit Deutschland und möchte dauerhaft in keinem anderen Land der Welt leben. Was also ist es, das meine frühere Begeisterung – nach der EM 1980 trat ich in Ermangelung kopfballungeheuertauglicher Körpergröße beim Kicken auf dem Schulhof nur noch als Karlheinz Förster an; 1986 schlichen mein Vater und ich um Mitternacht ins Wohnzimmer und der WM-Titel 1990 wurde in einem sonnendurchglühten Sommer nach dem Abi ebenso begeistert gefeiert wie der EM-Triumph im Mutterland des Fußballs – über schleichendes Desinteresse zu einer handfesten Abneigung gegen die deutsche Elf hat werden lassen?

When Saturday (be)comes (boring)
geschrieben von Thilo Schmidt in Osterdeich-Schnack
Dieses Wochenende wird echt hart für mich. Meine Herzensdame ist verreist und normalerweise würde ich meine Zeit nun hauptsächlich mit meiner zweiten großen Liebe verbringen, dem Fußball. Doch das ist an diesem Wochenende einfacher gesagt als getan, denn aufgrund der anstehenden Länderspiele macht der deutsche Profifußball Pause, so natürlich auch mein SV Werder. Wegen der miesen Witterungsverhältnisse werden vermutlich wohl auch die meisten Amateurspiele ausfallen. Also kein Stadionbesuch, keine Livekonferenzen auf 90elf (die man genießen sollte solange man noch kann!), keine Diskussionen und Spielanalysen. Kein Fußball für Thilo. Das wird echt hart.
Klar, ein Spiel findet doch statt. Am morgigen Freitagabend werden die Bundes'schlandler unseres Bundesjogis wacker versuchen, das gigantische Fußballimperium Kasachstan zu Fall zu bringen. Das klingt nach einem rauschenden Fußballfest epischen Ausmaßes, von dem noch die Kinder unserer Kindeskinder mit feucht-verklärten Blick schwärmen werden. Es werden wieder schwarz-rot-geile Fahnenfetzen auf die Autos gepflanzt, die Gardinen in deutschen Wohnzimmern werden durch Deutschlandflaggen ersetzt, die Fan-Irokesenperücken werden entlaust und der Biervorrat auf den fünf Dutzend Fanmeilen, die es alleine hier in Bremen geben wird, kann gar nicht groß genug sein. Die Anwesenheit beim Public Viewing wird zum sozialen Muss und nachdem sich die Jungs vom Niveagesicht mühsam einen 1:0-Sieg zusammengegurkt haben darf der stundenlange laut hupende Autokorso quer durch die gesamte nächtliche Stadt (inklusive Wohngebiete) natürlich auch nicht fehlen. Alle werden sich in einem derart feucht-fröhlichen schwarz-rot-geilen Freudentaumel befinden dass es beinahe zum Kotzen ist. Wegen eines Sieges gegen Kasachstan.
Okay okay, all das wird morgen Abend garantiert nicht passieren. Denn das Match morgen Abend ist "nur" ein WM-Qualifikationsspiel, die Weltmeisterschaft selber ist noch weit weg, sowohl zeitlich als auch räumlich. Und alles was nicht im Rahmen einer WM- oder EM-Endrunde stattfindet, ist dieses ganze Tamtam nicht wert. Sicher, das Spiel wird natürlich trotzdem live im Fernsehen übertragen, aber höchstwahrscheinlich werde ich es mir nicht ansehen. Denn mit Spielen der deutschen Nationalmannschaft verbinde ich schon lange nur noch eines, nämlich gähnende Langeweile. Das Spiel findet auswärts statt, in Astana, und es werden wohl nur eine kleine Handvoll deutscher Fans dabei sein, wenn überhaupt. Aber selbst wenn es ein Heimspiel wäre, in der Regel fällt das Publikum bei DFB-Spielen vor allem durch kaum vorhandene Lautstärke oder (in den seltenen Fällen, in denen es doch mal laut wird) durch die langweiligsten, unkreativsten und schlichtweg peinlichsten Gesänge auf, die man sich nur vorstellen kann.
Ich träume von einer Gesangeskultur bei DFB-Spielen, die beispielsweise mit der der Iren ("You'll neeever beat the irish!") vergleichbar wäre. Selbst die Sprechchöre der Franzosen ("Alleeez les bleu!") finde ich anregender als das uninspirierte "Deutschlaaand, Deutschlaaand...", dass für mich das akustische Pendant zu einem alten Kaugummi darstellt, der unter der Fußsohle klebt. Ein Traum, der zu meinen Lebzeiten wohl kaum in Erfüllung gehen wird. Unter anderem deshalb baut der DFB vermutlich wohl auch so sehr auf den Eventeffekt rund um das Spiel, doch leider gehöre ich zu der Sorte Fußballinteressierter, dem dieses ganze Gedöns komplett und vollständig am Arsch vorbei geht. Erschwerend hinzu kommen noch die Tatsachen, dass die Spielweise des Nationalteams leider nur bedingt dazu geeignet ist mein Herz zu erwärmen und dass derzeit (leider zurecht) kein Werder-Spieler Mitglied dieser Truppe ist. Ich interessiere mich für das Spiel nicht, auch nicht für die Spieler, auch nicht dafür welchen supermodischen Schal Jogi Löw diesmal tragen wird. All das langweilt mich zu Tode.
Langeweile war es vielleicht auch, die gestern ein paar noch sehr junge Werder-Fans dazu getrieben hat, die Bremer Fangemeinde in helle Aufregung zu versetzen. Die noch minderjährigen Administratoren der Facebookseite "I i Follow, I Follow You, SV WERDER." [sic!], die zu diesem Zeitpunkt ungefähr 3.400 Fans hatte, setzten die Nachricht in die Welt sie selbst hätten Mehmet Scholl gesehen, wie er, angeblich durch mehrere Regenschirme vor neugierigen Blicken abgeschirmt, die Geschäftsstelle des SV Werder Bremen betrat. Die Nachricht wurde in Windeseile durch Facebook und Twitter weiterverbreitet, die Jungs von der besagten Seite überschlugen sich mit den neusten Sensationsmeldungen. Viele Journalisten seien anwesend, hieß es und das gerade auch Radio Energy und Radio Bremen die Anwesenheit Scholls bestätigt hätten.
Was sich viele zu diesem Zeitpunkt bereits gedacht hatten trat dann auch ein: das ganze stellte sich schnell als Falschmeldung heraus, nichts von alledem war je wirklich passiert. Mehmet Scholl weilte in München und kein einziger Bremer Radiosender hat an diesem Tag je etwas über Scholl gesendet. Der Effekt dieser Aktion war aber natürlich, dass besagte Facebook-Seite, die sich zuvor schon mehrmals entschieden für eine Entlassung von Trainer Thomas Schaaf ausgesprochen hatte, innerhalb kürzester Zeit über Hundert neuer Fans hinzugewann. Darüber freuen konnten sie sich allerdings nicht, denn als der Schwindel aufflog hagelte es zurecht wütende Proteste, so dass Facebook die Seite erst sperrte und schließlich ganz löschte. Das hat die Kiddies allerdings nicht davon abgehalten, eine neue Seite unter fast identischen Namen zu eröffnen. Vom abermaligen Streuen wildester Gerüchte werden die wohl in Zukunft Abstand nehmen und auch ansonsten hatte die Seite nie wirklich viel zu bieten, hauptsächlich Posts von der Sorte "Like wenn Du wasweißich, Teile wenn Du dasunddas". Das die Gier und die Geilheit nach Gefällt mir-Klicks solche Auswüchse annehmen kann und sogar den einen oder anderen Sky-Reporter beschäftigte hat aber selbst mich ein wenig überrascht, ebenso die Erkenntnis wie leicht sich völlig haltlose und realitätsferne Behauptungen als vermeintliche Wahrheit weiterverbreiten lassen.
Die Jungs, die "I i Follow, I Follow You, SV WERDER." betrieben haben sind vermutlich noch zu jung um mit dem Begriff "journalistische Sorgfaltspflicht" etwas anfangen zu können. Abgesehen von der Tatsache, dass man das Prinzip dieser Sorgfaltspflicht nur stark eingeschränkt auf von Fans betriebene Facebook-Seiten anwenden kann (wenn überhaupt), so dürfte dieses Erlebnis den Jungs wohl doch eine große Lehre gewesen sein: Übertreibt man es mit der "Like-Geilheit" erntet man möglicherweise (zurecht) einen Shitstorm. Und die Lehre für die betreffenden User ist so alt wie das Internet selber: glaubt nicht jeden Käse, den man Euch vorsetzt!
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90elf-Radio-Nummer 1 der letzten Jahre vor dem Aus
geschrieben von Marvin in Alte Liebe
Die DFL hat es nun auch endlich geschafft, die Audio-Verwertungsrechte für die kommenden 4 Jahre zu vergeben. In der ersten Runde hatte es bekanntlich keine Entscheidung gegeben, die fiel dafür aber in der Zweiten. Als großer Gewinner gilt ganz klar die ARD bei den Audiorechten. Die Bundesligakonferenzen wird es auch bis 2017 weiter geben, Sport 1 wird ab der kommenden Spielzeit im Netz die kompletten Spiele der 1. und 2. Fußballbundesliga übertragen dürfen. Doch, letzteres bedeutet auch, dass ein anderer Radiosender wohl vor dem Aus steht: Das allseits beliebte Internetradio 90elf, das seit einigen Jahre Spiele der 1. und 2. Bundesliga, sowie Pokal und Europa und Championsleague via Netz überträgt musste den kürzeren ziehen. Das bedeutet wohl auch das aus.
Urlaubszeit ist gleich sorgenfreie Zeit!
geschrieben von Thomas Pundrich in HONDO's WeltIch bin ja kein richtiger Fußballfan. Ich richte mein Leben nicht übermäßig nach den Launen und Absurditäten des Profifußballs aus. Warum auch, wenn es draußen im echten Leben nur minimale Zeitfenster gibt, die man nach Großvätersitte noch mit dem heutzutage unbekannten Begriff „Nebensaison“ bezeichnen mag.
Die irgendwie zugeteilte Fußballmannschaft ist einem aber dennoch nicht komplett scheißegal, es reicht immerhin noch dazu, dass einem beim Erreichen des ersten freien Wifi in der balearischen Zweitheimat, die Pimientos de Padron aus dem Gesicht fallen. Ja, nach einem 1-5 bei komplett ausgelaugten Hannoveranern stößt einem nicht nur kurzfristig das San Miguel sauer auf.
Während man dann die folgenden Tage tapfer auf einem virtuellen Beißhölzchen rumkaut, liest man erstaunliches in der Tagespresse. Dank modernster EDV Technik, ist man auch fern ab der Heimat zum Teil besser informiert, als einem lieb sein könnte. Der Australische Schwimmverband hat eine Studie in Auftrag gegeben. Es sollte analysiert werden, was der Grund gewesen sein könnte, für das überaus enttäuschende Abschneiden der Leistungskader bei den zurückliegenden Olympischen Spielen im vergangenen Jahr. Zur Belustigung des Schreiberlings des Berliner Tagesspiegels (einer durchaus herausragenden, überregionalen Tageszeitung, leider dürfen sich dort auch mindertalentierte Wesen versuchen, wie zum Beispiel auch der „Chefreporter“ eines Bezahlsenders, nämlich in Form einer Art „Fußballleitartikel“, so eine Art „Streiflicht“ für Bolzer…) identifizierte diese Studie ein ernstzunehmendes Übel: Die Betätigung der Sportler in sog. sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook und Twitter.
Es wurde nicht nur ein zeitfressender Ablenkungseffekt festgestellt, nein, die Studie ging so weit, dass dem Sportler durch die zumeist positive Interaktion mit den Fans, das nötige Quäntchen „Leistungswillen“ abhandenkommt, der nötig ist, um erstklassige Leistungen zu erbringen.
So bekam man vor dem Hannover-Spiel ein lustiges „Lümmel-von-der-letzten-Bank“-Foto gepostet und in dieser Woche jammerte Dennis Aogo via FB herum, dass die Fans doch bitteschön nicht pfeifen sollten, wenn das Spiel nicht so läuft, wie es von den Fans erwartet wird. Unterschwellig wurde man auch noch belehrt, dass wir Fans ja eigentlich zu blöde sind, Fußballtaktik zu verstehen. Man müsse einfach auch mal „hintenherum“ spielen. Da möchte man aber dem Trainer und den Spielern zurufen: ein Taktik die nicht funktioniert ist eine Scheiß-Taktik! Man muss schon wirklich ein Taktik-Afficinado sein, um eine solch brillante Analyse wie die Jungs von www.spielverlagerung.de hinzubekommen (http://spielverlagerung.de/2013/03/16/hamburger-sv-fc-augsburg-01/), aber leider, ist auf dem Platz meistens weniger spektakulär und nach einem derart vergeigten Auftritt, wie nach dem Spiel gegen Augsburg, darf man nicht ewig auf das gefährliche Werkzeug der „positiven Kritik“ aka „weichspülen“ setzen.
Deutlich ausgesprochene Kritik scheint heutzutage verpönt. Allzu häufig fühle ich mich an einen philosophischen „Witz“ aus dem französischen Film „La Haine“ erinnert: Ein Mann springt aus dem X-ten Stock eines Hochhauses und fällt und sagt sich dabei, hmmm, bis jetzt ging alles gut…
Warum gelingt es einer Mannschaft aus dem unteren Tabellenviertel in ununterbrochener Abfolge, ca. 5 bis 7 Mal, bei Einwurf für den HSV, in der Hälfte des HSV, durch robustes „Zustellen“ den Ball zu erobern? Wir erinnern uns: Herr Aogo hat uns dahingehend belehrt, dass man den Gegner locken möchte. Nun stehen die Trubben laufend im eigenen Garten und besser wird es dadurch auch nicht.
Wonach ruft nun ein Spiel wie das am vergangenen Samstag? Meistens nur danach, dass einen die gestrenge Frau Saalfrank auf die stille Treppe stellt, oder, dass man Travis-Bickle-like die Hände über der Herdplatte „erwärmt“. Alle Selbstkasteiung nutzt aber nichts, wenn man wirklich noch den Ärger geschürt bekommt, wenn der Gesamtspieltag als für den HSV gemalt da liegt und vom Künstler wieder verworfen wird. Der Ärger wird dann noch potenziert, wenn dann noch das veranstaltende Organ den Spieler Beister für unglaubliche 5 Spiele sperrt. Wobei es mir fern liegt, das grobe Foulspiel des Spielers relativieren zu wollen, aber schlussendlich fußt dieses Urteil ja auch auf dem Bericht des Schiedsrichters. Und dass der Sportsfroi!nd eine etwas lässige und gewöhnungsbedürftige Form der Regelauslegung hatte, durfte wohl auch der blindesten Sky Moderationskonifere aufgefallen sein.
Noch ärgerlicher wird es dann, wenn der eigene Verein dem jungen Spieler nicht den Rücken stärkt und das Urteil abnickt und stumpf akzeptiert. Wie es funktioniert, hat der BVB gezeigt, als es um die Personalie Lewandowski ging. Aber, wahrscheinlich ist der BVB mittlerweile ähnlich systemrelevant wie Hypo Real Estate. Too big to fail. Und der HSV ist beim DFB so unbeliebt wie Arschjucken, die ungeliebte Bestandsdiva aus dem hohen Norden und dann noch gesegnet mit vorlauten Fans, die auch noch mitbestimmen wollen.
Zwei weitere kleinere bzw. mittelgroße Ärgernisse erreichten mich ebenfalls noch im Urlaubsdomizil. Das Geld ist mal wieder alle. Während man bei Schalke 04 die Pressefanfaren anschmeißt, wenn man im vergangenen Geschäftsjahr die Verbindlichkeiten um 10 Millionen Euro auf 141 Millionen Euro reduzieren konnte, fabuliert unser Aufsichtsrat in einer Verlautbarung von einer schwierigen finanziellen Lage, die natürlich zum Teil auf „auf Altlasten aus der Zeit des ehemaligen Vorstandes“ zurückzuführen. Mal ganz unabhängig von der Tatsache, dass ich persönlich diese Formulierung als ziemlich unangemessen und kaum eines ausgebildeten und erfahren Journalisten würdig erachte, finde ich dieses dummerhafte „da-läuft-der-Dieb-haltet-ihn“, nach zwei Jahren unter der Ägide Jarchow doch etwas mitgliederverarschend. Hinzu kommt auch noch, dass die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates in Fragen der Öffentlichmachung von Berichten des Aufsichtsrates, es eigentlich nur vorsieht, dass diese Bericht auf der Mitgliederversammlung erfolgen. Ebenfalls besteht dann noch die Möglichkeit, einen Bericht in der „HSV Live“ (Stadion- UND Vereinszeitung) und auf hsv.de zu veröffentlichen. Es steht da nichts von der Homepage des HSV Supporters Clubs und schon gar nicht steht dort etwas davon, dass dieser Bericht des Aufsichtsrates auf Facebook geteilt werden soll.
Zur Erinnerung: interessierte Kreise im Verein sperren sich vehement gegen die Möglichkeit, nicht in Hamburg ansässige Mitglieder aktiv und ad hoc an Vereinsentscheidungen zu beteiligen („Fernwahl“).
Es klingt vielleicht kleinkariert, aber, man sollte sich vor Augen halten, dass in der Vergangenheit des Öfteren doch sehr begeistert auf „Verfahrensfehler“, insbesondere natürlich durch den Herrn Hoffmann mutwilligst verübt, rungeritten wurde, die man echten Leben nur als Killefiz bezeichnen würde.
Dann ist mir auch noch im San Miguel Rausch eine Satzungsänderung entgangen.
Die Ehrenpräsidentschaft…Ich habe auch dazu ein weiteres Statut des Vereines konsultiert und habe verblüfft feststellen müssen, dass eine solche Ehrenpräsidentschaft dort nicht vorgesehen ist.
Und wenn ich ehrlich bin, Stand 18.03.2013 erachte ich Uwe Seeler auch nicht als einen geeigneten Kandidaten dafür, sollte denn die Mitgliedschaft mal in Erwägung ziehen, ein solches „Ehrenamt“ in die Statuten aufnehmen zu wollen.
Ich möchte versöhnlich schließen, natürlich mit einem Songzitat:
Und jeder auf Erden ist wunderschön sogar Du
(sogar Du)
Und jeder auf Erden ist wunderschön sogar Du
(sogar Du)
Ein Menschheitstraum wird wahr
Ich fühl mich wunderbar
Ein Herz und eine Kehle – die Fanfreundschaft: Schaaaaaaalke und der Eff-Ceee-Enn!
geschrieben von Susanne Blondundblau in Kurvenstar 04Am Wochenende ist es wieder so weit: Bei der Begegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 stehen sich nicht nur die beiden „Altmeister“ gegenüber, sondern auch die Beteiligten der wohl populärsten und aktivsten Fanfreundschaft im deutschen Fußball.
Brief an Tim Wiese
geschrieben von Thilo Schmidt in Osterdeich-Schnack
Lieber Tim,
nach AÃlton bist Du wahrscheinlich der Ex-Werderaner mit der meisten Presse, die nichts oder nur indirekt etwas mit dem Fußballsport zu tun hat. Du sollst Dich im VIP-Raum einer Handballmannschaft daneben benommen haben, heißt es. Die Folge: kein Training mehr mit der Mannschaft, von Spieleinsätzen ganz zu schweigen. Ich sehe mir alte Fotos aus meinem Bilderarchiv an, auf denen Du, noch im Trikot "meines" SV Werder glücklich den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel stemmst und frage mich: wie konnte es soweit kommen?
Du mußt zugeben, so ganz astrein verlief Dein Abgang hier in Bremen ja nicht gerade. Du wolltest Champions League spielen, hast Du damals gesagt und bist deshalb nach Hoffenheim gewechselt. Nun, wie wir alle mittlerweile wissen wird Hoffenheim in der nächsten Saison garantiert nicht gegen Real Madrid, Manchester United oder Inter Mailand antreten; im Moment sieht es eher nach Ingolstadt, Paderborn und Aalen aus. Sowas liefert Satirikern wie mir natürlich traumhafte Vorlagen, aber das hast Du bestmmt schon selber mitbekommen. Nun mal ehrlich, wie bist Du darauf gekommen Deine Champions League-Träume ausgerechnet in Hoffenheim verwirklichen zu können? Weil dort das Geld auf Bäumen wächst? Die Erkenntnis kommt vielleicht etwas spät, aber Mäzentum und Oligarchenmillionen bedeuten nicht automatisch die Champions League-Qualifikation. Wenn Du mir da nicht glaubst, dann frag mal in Salzburg nach. Die kennen sich da aus.
Nun gut, sei's drum, Du bist Profisportler und hast den Verein gewechselt im Glauben, Deine beruflichen und sportlichen (und natürlich auch finanziellen) Perspektiven verbessern zu können. Prinzipiell ist daran auch nichts auszusetzen, jeder von uns würde wohl zumindest ernsthaft darüber nachdenken den Arbeitgeber zu wechseln, wenn er/sie wonders mehr verdienen würde. Ich weiß nicht wie groß Dein Gehalt in Hoffenheim wirklich ist, aber ich vermute mal dass Dein Wechsel zumindest in dieser Hinsicht erfolgreich war. Du und Deine Familie, Ihr seid vermutlich finanziell recht gut abgesichert, wovon Millionen Familien in Deutschland nur träumen können. Sowas ist natürlich auch wichtig, das Leben besteht ja auch für einen Profifußballer nicht nur aus Fußball.
Sportlich wurde Dein Wechsel von grün zu blau jedoch ein völliger Reinfall. Das bittere Erwachen, nicht bei einem potenziellen Europapokalteilnehmer sondern bei einem Abstiegskandidaten gelandet zu sein, ging einher mit zwei Trainern, deren Erwartungen Du bestenfalls nur eingeschränkt erfüllen konntest. Nun, die Presse schreibt dieses und jenes, an einem Tag das und am nächsten Tag wieder etwas völlig anderes. Ich wohne mehrere hundert Kilometer von Sinsheim-Hoffenheim entfernt in Bremen und war noch nie bei einem Spiel der TSG anwesend, daher kann ich auch nicht beurteilen was da genau zwischen Dir und den Trainern Babbel und Kurz schief gelaufen ist. Das wirst Du selbst am besten wissen.
Ich denke zurück an glücklichere Werder-Tage. Grandiose Abende in der Champions League, spannende Duelle auf Augenhöhe (!) mit Bayern München, die Derby-Wochen gegen den HSV, zuletzt 2009 der Triumph im DFB-Pokal. Du warst immer dabei, ohne Dich wäre diese schöne Zeit nicht möglich gewesen. Du hattest mit Deinen Paraden, Deiner Leistung und Deiner Arbeit einen entscheidenen Anteil an diese goldene Bremer Ära, die die Werder-Fans heute so schmerzlich vermissen. Doch leider haben erschreckend viele Werder-Anhänger all das mittlerweile völlig vergessen und das macht mich traurig und beschämt mich zutiefst. Aus Bremen schlägt Dir nun jede Menge Hohn, Spott und Hähme entgegen, teilweise sogar derbste Beldigungen, grobe Anfeindungen oder gar blanker Hass.
Zu einem kleinen Teil hast Du Dir das zwar auch selbst zuzuschreiben, den einen oder anderen Spruch in Richtung der Bremer Fans hättest Du echt besser stecken lassen sollen. Doch das, was jetzt zur Zeit über Dich hereinbricht, geht zu weit, viel zu weit! Die Einladung von einem Spieler des badischen Kreisligisten BSC Mückenloch zum Training kann man ja vielleicht noch als netten Witz abtun, aber vieles andere hat die Gürtelgrenzen jeden Geschmacks weit hinter sich gelassen. Ob es nun die ekelhaften Schlagzeilen-Fetischisten des Axel-Springer-Verlages sind oder intelligenzbefreite Vollpfosten, die sich in der Anonymität des Internets feige auf Deiner Facebookseite auskotzen, es scheint ein Volkssport geworden zu sein auf einen Prominenten einzudreschen, der eine berufliche Krise durchläuft.
Der Tod Deines Torhüter-Kollegen Robert Enke ist nun gerade erst knapp dreieinhalb Jahre her, doch für unsere Hochgeschwindigkeitsgesellschaft, für die nichts älter sein kann als die Nachrichten von gestern, könnte dieser tragische Vorfall auch genauso gut im Mittelalter stattgefunden haben. Niemand denkt auch nur im Entferntesten darüber nach, wenn er Worte wie "Prolo", "Fliegenfänger aus dem Schweinestall", "haben immer auf Dich geschissen" oder "Kacklappen" auf Deine Facebook-Pinnwand rotzt. Robert Enke mußte (glücklicherweise!) keinen solchen Shitstorm über sich ergehen lassen, ebenso wie er hast auch Du eine solche unmenschliche Behandlung nicht verdient. Kein Mensch hat das!
Du warst schon immer ein Mensch, der polarisierte. Das hat Dich ausgemacht, das zeichnete Dich oft aus. Im Weserstadion hat man Dich dafür geliebt, im Volkspark oder in Fröttmaning eher weniger. Aber auch Menschen die polarisieren bleiben Menschen und es ist höchst erschreckend dass es offensichtlich erst einen Selbstmord braucht, nur damit die Meute wenigstens für eine paar Tage merkt, was für einen Mist man gedankenlos in den medialen Äther oder durch die (a)sozialen Netzwerke gejagt hat. Ich wünsche Dir auf jeden Fall dass Du bald wieder zur Ruhe kommst und Deinem Beruf in naher Zukunft wieder auf dem Niveau ausüben kannst, der einem Torhüter mit Deinen Fähigkeiten angemessen ist. Ich persönlich würde Dir dazu raten Deutschland zu verlassen und wenigstens für ein paar Jahre Auslandserfahrungen zu sammeln, bis dahin ist hier in Deutschland Gras über die Sache gewachsen.
Mir ist es wichtig klarzustellen, dass es auch noch einige Fans hier in Bremen gibt, die Dir wohlgesonnen und dankbar für Deine Leistungen im Werder-Trikot sind. Denen gegenüber, die ihren Verbaldurchfall auf Deiner Facebook-Seite abladen oder gar Anti-Wiese-Seiten gründen, kann ich nur mitteilen, wie sehr ich Ekel für ihre Feigheit und Mitleid für ihre geistige Limitierung empfinde.
Ein Shitstorm ist nie angenehm, auch ich habe schon einige über mich ergehen lassen müssen (zugegeben, wenn auch deutlich kleinere). Meine Erfahrung hat aber auch gezeigt: so schnell wie ein Shitstorm aufbrandet, so schnell ist er auch wieder vorbei. Also laß Dich nicht unterkriegen.
Mit den besten Wünschen aus Bremen.
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