Es bleibt beim Katzentisch, oder: It’s grim up in the North.
geschrieben von Thomas Pundrich in HONDO's WeltDer Süden zu Gast in Hamburg, das tut uns irgendwie nicht gut. Ein weiteres Mal sind die mehr oder minder wackeren Gesellen aus der Freien und Hansastadt Hamburg unter die Räder geraten. Und ein weiteres Mal ist die Enttäuschung groß und der routinierte HSV-Gänger reibt sich verwundert die Augen, wie denn die mindererfahrene Anhängerschaft von Spieltag zu Spieltag eine riesengroße Tüte Hoffnung mit ins Stadion bringen kann, ohne sich dabei allzu blöd vorzukommen.
Der letzte Heimspielsonntag begann nicht nur für mich mit dem in Hamburg durchaus beliebten „Popcorn Double Feature“, nämlich einem „Vorspiel“ an der ruhmreichen Adolf-Jäger-Kampfbahn und einem anschließenden Bundesligakick im Volksparkstadion. Auch dort herrschte unter den bekannten Gesichtern die Gewissheit vor, dass es nur eine Frage der Höhe des Sieges sei. Beim Spiel HSV-VfB Stuttgart wohlgemerkt. Bruno Labbadia ist in unserer schönen Stadt etwas unwohl gelitten, auch und gerade wegen der etwas uncharmanten Gerüchteküche, die die Spätphase seiner damaligen Tätigkeit beim HSV e.V. umwabert hat. Getragen von dieser Augenzwinkerei, war es nur eine Frage der 90 Minuten, in wieweit man den „schönen Bruno“ zum Mars schießen möchte. Die Reiseleiter der Europapokal-Fraktion hatten auch schon insgeheim ein neues Oktavheft beim lokalen Schreibwarenhändler in Auftrag gegeben, sah man doch einen Sieg nicht nur deshalb vor, um Bruno Labbadia das Leben so schwer wie möglich zu machen, nein, es sollte sogar quasi schon mal ein Ticket für die Europapokalteilnahme gelöst werden und wenn man schon mal dabei ist, eine Hand an die Schale legen, ja, das wäre auch angemessen, oder?!?
Dummsuff, Busblockade und trübe Gedanken
geschrieben von Tamara Braunegger in Alles für den GlubbVergangenes Wochenende ging es mit dem Bus nach Gelsenkirchen. Die Fahrt stand unter keinem guten Stern. Noch daheim in Nürnberg machte sich der Wettergott auf unangenehme Weise bemerkbar. Schneeregen, Kälte und eiskalter Wind waren stetiger Begleiter auf dem Weg nach GE.
Zu Gast in Ostwürttemberg: Warum ich den DFB-Pokal liebe
geschrieben von Daniel Mertens in Dortmund BlogEs sind genau diese Momente, die einen zurückversetzen in eine längst vergangen zu scheinende Zeit. Man begibt sich auf eine Tribüne, die ein Dach noch niemals gesehen hat. Man steht dort auf einer Konstruktion, von der man immer hofft, dass sie bitte die kommenden 90 Minuten halten möge. Und man schaut sich ein Spiel auf einem Fußballplatz an, auf dem die Spieler noch vier Schatten werfen - den alten, längst ausgestorben geglaubten Flutlichtmasten sei Dank. Für diese Atmosphäre, wie der Fußball einmal war, liebe ich den DFB-Pokal der ersten Runden!
Leider wurde uns Borussen dieses Gefühl in der ersten Runde beim FC Oberneuland genommen, als wir zwar in einem schmucken, aber halbleeren Weserstadion antreten mussten. Doch gestern Abend konnte man endlich wieder die Atmosphäre von früher einsaugen, als sich der Fußball in altehrwürdigen Gemäuern abspielte und nicht in den größtenteils austauschbaren Arenen, die heute von Wolfsburg bis Augsburg quer im Land aus dem Boden geschossen sind. Verstärkt wurde dieses Ambiente durch den Verkauf von Wertmarken für die Verpflegungsstände aus einer alten Holzhütte heraus.
Im Städtischen Waldstadion in Aalen tauchten schließlich 13.251 Zuschauer in ebenjenes Gefühl ein. Der Großteil von ihnen hoffte dabei auf die Sensation des württembergischen Zweitligaaufsteigers gegen den amtierenden Titelträger. Doch die Borussia agierte zu überlegen, als dass auch nur der Hauch eines Zweifels über den Spielausgang aufkommen konnte. Zu gönnen war dem treuen VfR-Anhang der Ehrentreffer kurz vor Schluss, da er selbst angesichts des aussichtslosen Spielstandes seine Mannschaft im Jahrhundertspiel - das sich übrigens auch in den Sitzplatzpreisen von über 50 Euro niederschlug - stets nach vorne peitschte.
Im bitterkalten Ostwürttemberg ließen auch wir Schwatzgelbe uns nicht lumpen und sangen gegen die Kälte an, sodass sich mit der bereits angesprochenen stimmgewaltigen Heimtribüne ein interessanter Pokalabend abseits des Fußballplatzes entwickelte.
Etwas irritierend mutete jedoch der Hinweis an der bereits angesprochenen Wertmarkenbude an, dass man ja mehr Wertmarken kaufen und somit lange Wartezeiten bei den nächsten Spielen vermeiden könne. Nun ja: Wann wird man als Gastsupporter grundsätzlich und im Speziellen als Borusse mal wieder in Aalen auftauchen? Wenngleich die Antwort auf diese rhetorische Frage durchaus zu bedauern ist.
Okay, okay, aber zum Abschluss gebe ich dann auch noch zu: Die Nostalgie konnte gestern auch nur aufgrund des trockenen Wetters aufkommen, bei Regen hätte ich dieses Stadion verflucht. Und in den kommenden Wochen, wenn der Herbst langsam in den Winter übergeht, dann bin ich auch wieder ganz froh, wenn ich zu Hause an der Strobelallee alle vierzehn Tage wieder in einen modernen Fußballtempel mit Dach überm Kopp eintauchen kann. Aber es sind eben diese erfrischenden Ausnahmen wie in Aalen, die einem aufzeigen, wie gut man es mittlerweile mit der Infrastruktur hat... ;)
Wir werden nie Deutscher Meister
geschrieben von Sabine Moseler-Worm in Moseler WormIch habe mir gefühlt 1000 Mal die aktuelle Tabelle angeschaut. Platz zwei und man braucht kein Fernrohr, um die Bayern oben zu sehen und Lüdenscheid ist irgendwo weiter hinten. Kann von mir aus so bleiben. Saison beenden und gut ist. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist...
Und schön ist es. Zumindest im Moment. Da der Schalker an sich aber eh immer mit dem Schlimmsten rechnet, genieße ich den Augenblick und denke noch nicht an Dienstag. Pokalspiel gegen Sandhausen. Das kann man nicht verlieren, darf man nicht verlieren. Und das ist eigentlich schlecht. Sieg in Lüdenscheid, Sieg in London, das erwartete "Schweinespiel" gegen Nürnberg gewonnen... Wann reißt unsere Serie? Verlieren ist ja eigentlich okay. Wenn die Jungs kämpfen. Und das tun sie. Offensive okay, Abwehr inklusive Unnerstall eine Bank, die Flügelzange eine Macht und dann erst das Mittelfeld... Außerdem: Alle Positionen sind gut (und doppelt) besetzt.
Nie Deutscher Meister, ihr werdet nie Deutscher Meister...
Wir haben uns an die Schmähgesänge der Gästefans längst gewöhnt. Seit vielen Jahren spielen wir konstant oben mit. Ganz oben. Sicherlich - es wäre schön, mal diesen Titel zu holen. Aber wenn nicht, dann nicht. Zu Schalke gibt es eben keine Alternative.
Vielleicht passiert es irgendwann. Unerwartet, ein bisschen unbemerkt. Vielleicht bald, vielleicht später. Oder vielleicht auch nicht.
Wir werden nie Deutscher Meister - stehen aber hinter der Mannschaft, kämpfen gegen die Preistreiberei bei den Tickets, lassen uns nicht zum Eventpublikum machen, pfeifen nicht, wenn's mal nicht läuft und gehen auf jeden Fall am Dienstag ins Stadion. Auch wenn es "nur" Sandhausen ist. Das hat viel mit Respekt zu tun.
Bremen fluktuiert stabil
geschrieben von Thilo Schmidt in Osterdeich-Schnack
Business as usal bei Werder Bremen: der großen Euphorie folgt mal wieder große Ernüchterung, der großen Hoffnung folgt große Enttäuschung, den Europapokal-Träumen folgen Abstiegs-Ängste. Am Osterdeich gehen die Emotionen häufiger und schneller rauf und runter als bei jeder Achterbahn auf dem Bremer Freimarkt, die Nadel des Werder-Seismometers schlägt hektischer aus als beim Erdbeben von Fukushima. Dem grandiosen 4:0-Erfolg gegen Europa League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach schloß sich eine euphorische Aufbruch-Stimmung an, selbst Klaus Allofs verkündete vollmundig, dass "die Werder-Fans in naher Zukunft deutlich bessere Leistungen zu sehen kriegen werden." Alles blickte daher gespannt und in freudiger Erwartung auf Fürth, diese kleine fränkische Stadt, die der Schauplatz des zweiten Sieges in Folge werden sollte - eine Leistung, auf die alle Werder-Anhänger in dieser Saison bisher vergeblich warteten. Die Spielvereinigung Greuther Fürth, Neuaufsteiger und amtierender Meister der 2. Bundesliga, schien der idealer Gegner für diese Aufbruchphase zu sein: Absteigskandidat Nummer eins, in der Bundesliga völlig unerfahren und keinerlei Ambitionen die über den puren Klassenerhalt hinausgehen.
Hilferuf aus Kroatien
geschrieben von Thilo Schmidt in Osterdeich-Schnack
Wir sind in Deutschland ja eigentlich ziemlich verwöhnt, denn im starken Gegensatz zu vielen unserer europäischen Nachbarländer können wir uns in der Regel darauf verlassen, dass absolut niemand bei Anpfiff eines Bundesligaspiels weiß, welcher Spielstand anderthalb Stunden später bei Abpfiff auf der Anzeigetafel stehen wird. Okay, ist gibt natürlich Ausnahmen, zum Beispiel die Manipulationsskandale Anfang der 1970er-Jahre oder der Fall um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer. Aber im Großen und Ganzen können wir uns darauf verlassen, dass im deutschen Fußball alles sauber zugeht.
Auch unsere Klubs entsprechen den demokratischen Grundsätzen eines Rechtsstaates. Präsidenten, Aufsichtsräte und ihre Vorsitzenden, alles ist transparent, durchschaubar und legitim. Mit diesem Zustand sind wir in Deutschland verdammt fein raus, denn es geht auch anders, wie mir dieser Brief beweist, der mich heute früh aus Kroatien erreicht hat. Er wurde von verzweifelten Fans des HNK Dinamo Zagreb verfasst, die ihre letzte Chance auf das Überleben ihres Klubs darin sehen, die europäische Öffentlchkeit auf die mafiösen Vorgänge in ihrem Verein aufmerksam zu machen. Ich habe diesen Brief, bis auf einige wenige Rechtschreib-Korrekturen, unverändert gelassen. Nach der Lektüre dieses Hilferufes wurde mir deutlich klar, wie gut es uns mit dem deutschen Fußball geht und dass wir hier teilweise doch auf recht hohem Niveau jammern. Aber macht Euch selbst ein Bild:
Kapitulation vor "Chaoten" durch angemessene Maßnahmen verhindern!
geschrieben von Stefan Rieck in Bökelberg
In der Europa League gab es im Borussia-Park das Gastspiel des französischen Top-Klubs Olympique Marseille zu begutachten. Die sportliche Leistung der Franzosen war weniger bemerkenswert. Auffällig verhielten sich bisweilen die aus Südfrankreich mitgereisten Anhänger. Und das leider nicht unbedingt im positiven Sinne.