Mo20May2013

Back Aktuelle Seite: 1. Bundesliga
Montag, 22 April 2013 11:28

Hoeneß

geschrieben von in Rotstift

uli-hoeness-muenchen-2-540x304Eigentlich wollte ich noch nichts dazu schreiben. Eigentlich wollte ich noch abwarten, bis etwas Substanzielles da ist. Mehr, als die dürftigen Informationen die es bislang gibt. Eigentlich.

Am Samstag war ich erst mal geschockt, als ich die Meldung hörte, und direkt darauf der Zusammenhang mit der 500 Millionen Euro Geschichte des Stern hergestellt wurde. Ich hatte Angst, richtige, echt empfundene Angst, dass es sich um Geld des FC Bayern handeln könnte. Dass es den Verein, der sich im Moment in einem unfassbaren Höhenflug befindet, hinwegreißen könnte. Ein Wimpernschlag, und alles wofür er steht, wofür er geliebt und gehasst wird, vernichtet. Wegen Gier, wegen der Dummheit, einfach nicht genug bekommen zu können. Oder einfach nur aus dem irrwitzigen Glauben heraus, im Recht zu sein. Man gibt ja ohnehin schon genug, finanziell wie auch als Imageträger.

Es war eine Panikreaktion, völlig überzogen. Zumindest weißt im Moment nichts darauf hin, dass der FC Bayern involviert ist. Und trotzdem bin ich heute Morgen aufgewacht und habe gemerkt, dass mich diese Geschichte unheimlich mitnimmt.

Sonntag, 21 April 2013 12:16

KIND MUSS WEG!

geschrieben von in Alte Liebe

Es war wahrlich keine schöne Woche für den Hannoverschen Sportverein, vielleicht war es die schlimmste seit Jahren.

Dass der "Fanladen Hannover", der von der Roten Kurve, dem Dachverband der Fans, betrieben wird, auf Druck des Vereins schließt, war schon länger bekannt.

Nun gab Angfang der Woche auch die Rote Kurve bekannt, dass sie nach Abstimmung der Mitglieder abgewickelt wird, von e.V. in IG ("Interessengemeinschaft").

Die genauen Gründe darüber sollen alle Mitglieder des Verbands in naher Zukunft per Newsletter erhalten, aufgrund der aktuellen Situation liegt der Grund aber eigentlich auf der Hand: Man will nicht mehr abhängig sein vom Kind-Regime.

Das hatte die RK nämlich in der vergangenen Zeit schon öfter unter Druck gesetzt,gedroht den Fanladen zu schließen, die Rote Kurve nicht mehr anzuerkennen, schließung des Supportersblock im Oberrang des Niedersachsenstadions.

Als dann schließlich die Forderung kam, die RK Mitglieder sollen als "Spitzel" eingesetzt werden, um mögliches "Fehlverhalten" zu unterbinden, brach die RK die Gespräche ab und gab bekannt auch keine mehr zu führen, solange Martin Kind Präsident in Hannover ist. Gleiches hatte vorher auch schon die Fanszene verlauten lassen.

Mitte der Woche folgte für viele die nächste die Hiobsbotschaft: Jörg Schmadkte verlässt den Verein!

Gekrieselt hatte es schon lange zwischen Schmadkte und Trainer Slomka, Schlichtungsversuche schlugen fehl. 

Und ein weiterer Grund ist maßgeblich Verantwortlich: Mirko Slomkas guter Drat zur Bildzeitung. Die hatte immer wieder mit Berichten über seinen Rücktritt Spekulationen ausgelöst, Schmadke persönlich angegriffen. Nicht das erste mal, dass die Bild Hannover im Verein einen Konflikt auslöst, auch für den Haarmann-Streit war sie zum großen Teil verantwortlich.

Seriöser Journalismus wird bei der Bild eben ganz klein geschrieben....

Trotzdem gibt es leider genug Leute,die diesem Schundblatt glauben schenken, dass die Bild die Ultras genauso hasst wie jeden, der nicht ihre Meinung vertritt, ist bekannt.

Und so kam es am Samstag in Hannover zu dem, was scheinbar unausweichlich war.

Sportlich gesehen rundetete das Spiel gegen den Deutschen Meister aus München die katastrophale Woche perfekt ab, das 1:6 war eine wiederspiegelung der aktuellen Situation.

Aber auch in der gespaltenen Szene gab es den erwarteten großen Knall, Martin Kind hat erreicht, was er immer wollte: Die Szene ist nicht mehr eins.

Ein dutzend mal schallte es aus der Kurve lautstark KIND MUSS WEG, darauf folgten Pfife der West und Ostkurve, aber teilweise auch aus der eigenen Kurve.

Dass dann einige Leute meinten "Ultras raus" anstimmen zu müssen, nahmen die meisten Kurvenfans  mit Humor und stiegen kurzerhand samt Capo mit in das Ultras raus ein.

Das wiederrum verärgerte einige aber so richtig, sodass 2 Leute versuchten mit Handgreiflichkeiten die Gesänge der Ultras zu unterbinden.

Doch, war das schon der "große Knall"? Oder kommt da noch mehr?

Auf jeden Fall stehen Hannover stürmische Zeiten bevor, soviel ist sicher.

Doch das Spiel zeigte auch, dass viele Leute sich gar nicht informieren, aber trotzdem pfeifen, zeigte, dass auch genau diese Leute bereits nach 65 Minuten nachhause gehen und auf einmal ihre pfeifwut gegen die eigene Mannschaft richten-"wahre" Fans eben...

3 mal tief durchatmen würde wahrscheinlich allen Beteiligten in Hannover sehr gut tun, solange es keine Gespräche gibt, wird es aber auch keine Lösungsansetze geben. Und weil keiner mehr lust hat, mit Martin Kind zu reden, der immer wieder sein verquertes verstehen von Recht ans Tageslicht bringt, wird es wohl in naher Zukunft keine Gespräche geben, und damit auch keine Lösungsansätze.

Zu bemerken ist auch, dass bei jedem Heimspiel die Gästefans mit in Sachen wie KIND MUSS WEG einstimmen, sodass der Sound des ganzen dann doch schon recht laut ist und von den Pfiffen einiger nicht mehr übertönt werden kann, weder im Stadion, noch im Fernsehen/Radio.

Ein solcher Kindergarten wie er gerade in Hannover abläuft, ist aber auch gefundenes Fressen für Zeitungen wie die Bild, die NP und die HAZ, alle drei glänzen nicht gerade mit objektiver Berichterstattung und scheinen eine Art " Nicht-angriffs-Pakt" mit dem Kind-Regime zu haben.

Was die Zukunft bringt kann man nicht sagen, rosig wird die nächste Zeit aber wohl kaum sein, weder Sportlich noch in der Szene.

Ziel Nummer 1 sollte es jetzt sein, die Szene Hannover wieder zu vereinen. Daran haben aber die, die im Stadion mit pfiffen glänzen, scheinbar kein großes Interesse.

Und so wird der wöchentliche Stadionbesuch teilweise zur echten Zerreißprobe.

Wenigstens kann man noch auf  Auswärtsfahrten ein bisschen Spaß haben, denn dort fahren augenscheinlich nur Leute mit, die sich über die Situation im Bilde sind, soetwas wie Angriffe in den eigenen Reihen oder pfiffe gegen die eigene Szene bleiben gänzlich aus, und so sollte es auch sein.

Denn wie sieht es denn aus, wenn man als Szene nicht vereint, sondern gespalten dasteht.

 

GeldAm Montag veröffentlichte der FC Schalke 04 zum nunmehr dritten Mal  seinen Konzerngeschäftsbericht. In nackten Zahlen stehen dort bei einer Bilanzsumme von rund 251 Mio. € ein Konzernumsatz von 190,8 Mio € und ein Jahresfehlbetrag von 8,9 Mio. € zu Buche, der den gesamten „nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag“ auf 75,7 Mio € anwachsen ließ.

Der Blätterwald reagierte prompt, aber da Buchführung, Bilanzen und Konzernabschlüsse auch für Journalisten nicht zum täglichen Brot gehören, glichen sich die veröffentlichten Artikel inhaltlich wie ein Ei dem anderen (und, oh Wunder, das gemeinsame „Huhn“ erwies sich als die offizielle „Medieninfo“ des Vereins...). Lediglich die Überschriften variierten je nach „Schalke-Stoßrichtung“ des jeweiligen Blattes; so betonten die Ruhrnachrichten und die Süddeutsche das „8,9-Mio.-Minus“, die Welt konstatierte, dass der Kader 86 Mio. „verschlinge“, die FAZ attestierte immerhin eine „Bilanz mit Augenmaß“ und die eher vereinsnahe WAZ  lobte, "die Zahlen sprechen für den FC Schalke 04!“

Im Folgenden erschöpften sich jedoch alle Artikel in der mehr oder weniger technischen Wiedergabe der mit Fachtermini wie EBITDA, EBIT, Finanz- und Gesamtverbindlichkeiten gespickten Pressemitteilung und ließen den geneigten Schalker Leser kaum schlauer am Wegesrand zurück: Muss man sich Sorgen um den Verein machen? Oder gibt es Anlass zur Freude? Wer kommt uns besuchen, Dagobert Duck als Geldspeichertourist oder Peter Zwegat als Insolvenzverwalter? Wie sind die Zahlen zu bewerten? Wie passen ein Jahresverlust und gleichzeitiger Abbau von Verbindlichkeiten zueinander? Warum bekommt Schalke trotz enormer Verbindlichkeiten ohne Auflagen die Lizenz für die nächste Saison?...

Ich versuche daher jetzt, die wichtigsten Zahlen des Konzernberichts zu erläutern und hinter den offiziellen Propaga****, äh Pressetext zu schauen. Die Materie ist mir von Berufs wegen durchaus vertraut, gleichwohl kenne ich keine über den veröffentlichten Bericht hinausgehenden Einzelkonten und -vorgänge.

Vorausschicken darf ich, dass ich ein wenig schmunzeln muss, wenn weidlich betont wird, die Veröffentlichung des Konzernberichts erfolge „auf freiwilliger Basis, um nicht nur Vereinsmitgliedern und Fans, sondern der gesamten Öffentlichkeit das verantwortungsvolle Handeln transparent zu machen“. Es ist zwar zutreffend, dass gemeinnützige Vereine (jaaaaaaaaaa, der FC Schalke 04 ist ein solcher...!) nicht offenlegungsverpflichtet sind, aber die pure Liebe zu Transparenz und Verantwortung ist es trotzdem nicht. Auch wenn die beiden Begriffe in einem Satz, in dem auch Schalker Finanzen vorkommen, anders als noch vor einiger Zeit nicht mehr zwingend für Lachtränen und Erstickungsanfälle sorgen, glaube ich, dass die „Freiwilligkeit“ massiv durch die Auflage der (Unternehmens)anleihe gefördert wurde, da neben den börslichen Veröffentlichungspflichten schlicht kein Schwein eine Anleihe von einem Unternehmen kauft, das mit seinen Zahlen hinter dem Berg hält. Dennoch ist es positiv zu bewerten, dass nunmehr die vollständigen Zahlen offen vorgelegt werden (zudem wird seit zwei Jahren auch die Stadionbeteiligungsgesellschaft mbH & Co ImmobilienverwaltungsKG wieder vollständig konsolidiert, d. h. ihre Zahlen sind im Konzernabschluss enthalten und schlummern nicht mehr versteckt in Untergesellschaften).

PP1 

Der Konzernumsatz im Kalenderjahr 2012 betrug 190,8 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (224,2 Mio. Euro) einen deutlichen Rückgang bedeutete. Prompt beeilte sich Finanzvorstand PP zu versichern, dies sei „gleichwohl der zweithöchste Erlös der Vereinsgeschichte und erkläre sich zum Großteil mit dem Verzicht auf Transfererlöse in der Größenordnung, wie ihn Verein 2011 durch den Wechsel von Torhüter Manuel Neuer zum FC Bayern München erzielte“. Ein Blick in die Umsatzerlöse der Gewinn- und Verlustrechnung bestätigt die Richtigkeit dieser Aussage, zudem gehört Schalke auch mit dem gesunkenen Umsätzen noch zu den 15 umsatzstärksten Fußballclubs der Welt (!). Kein Grund für schlaflose Nächte also, auch wenn sich in diversen Foren sofort selbstlose Helden bereiterklärten, den Bierumsatz anzukurbeln.


Der „Jahresfehlbetrag“ oder deutlicher: Der Verlust betrug 8,9 Mio. Euro, wo im Vorjahr noch ein Jahresüberschuss/Gewinn von 4,9 Mio. Euro gestanden hatte. „Wesentliche Ursache sind die außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von 6,6 Mio. Euro, die vor allem für die Sanierung des Daches der VELTINS-Arena aufgewendet werden mussten“, erfuhr der interessierte Leser dazu. Auch dies ist nicht falsch, verschweigt aber, dass selbst ohne Dachschaden (oder mit einer anständigen Versicherung für solche Fälle...!) in einem Jahr mit Platz 3 in der Liga, EL-Viertelfinale und ungeschlagener CL-Vorrunde   zweieinhalb Mio. Miese gemacht worden wären. Und dass auch im Rekordvorjahr ein Minus gestanden hätte, wenn, ja wenn man nicht Manuel Neuer seinen Herzenswunsch hätte erfüllen und ihn für gutes Geld in den Süden der Republik hätte verscherbeln können.

Die Finanzverbindlichkeiten (also die, für die der Verein Zinsen zahlen muss) wurden um 11,7 Mio. € auf 173,1 Mio. € reduziert, die Gesamtverbindlichkeiten (also auch die nicht verzinslichen wie z. B. noch zu zahlende Raten auf Transfers) sind gar um 14,2 Millionen Euro auf 217 Mio. € gesunken. Was nun, freuen, dass sie sinken oder über immer noch satte 217 Mio. Schulden stöhnen? Peter Peters ließ dazu mitteilen, Ziel sei es, 2022 oder 2023 schuldenfrei zu sein; eine Aussage, für die nicht nur diejenigen, die seinen Vorgänger Schnusenberg 2008 verkünden hörten, 2015 sei die Arena abbezahlt und Schalke „werde im Geld schwimmen“, bestenfalls ein mildes Lächeln übrighaben. Ein User im Schalker Forum „Block 5“ brachte es auf den Punkt: „Es geht uns beschissen, aber es ging uns schon mal schlechter“ und das ist die ganze Wahrheit: Ja, 217 Mio. Schulden sind eine verdammte Menge Holz, aber wenigstens geht es nun endlich in die richtige Richtung und auch die Zinsbelastung geht leicht zurück. (Wer sich übrigens wundert, warum trotz Verlustes Schulden getilgt werden konnten: Schuldentilgung und Gewinn haben nur bedingt miteinander zu tun, solange Mittel zur Verfügung stehen, pünktlich alle fälligen Raten zu zahlen, unsere „Kapitaldienstfähigkeit“ ist durchaus okay).

Als nächstes wurde gelobt, EBITDA und EBIT seien zwar gesunken, aber mit 40,8 bzw. 8,8 Mio. € noch „deutlich im positiven Bereich“. Die Aussage ist ebenfalls zutreffend, taugt isoliert aber herzlich wenig. Die beiden dem Laien kaum verständlichen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sollen grob gesagt Unternehmensergebnisse vergleichbarer machen, indem sie „verzerrende“ Effekte der Besteuerung, der Zinsen und der Abschreibungen (die bei uns mit rund 32 Mio. € naturgemäß recht hoch sind) herausrechnen.  Neben Gestaltungsmöglichkeiten bei der Berechnung ist aber leider festzuhalten, dass ein negatives EBITDA bei einem Verein ein Grund für den Finanzverantwortlichen sein müsste, sich umgehend im Rhein-Herne-Kanal zu ertränken, da wir dann höchstwahrscheinlich auch nicht mehr über genügend liquide Mittel für die Bedienung unserer Verbindlichkeiten verfügen würden.

...wenn trotzdem stolz betont wird, wie positiv das EBITDA doch ist, das negative Eigenkapital von über 75 Mio. € hingegen schamhaft glatt verschwiegen wird und wenn trotz guter bis sehr guter Umsätze das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ein Minus ist, lohnt sich der Blick auf die Ausgabenseite.

Preispolitik1

Und siehe da, in knalligen Zahlen stehen dort Personalaufwendungen in Höhe von 98,5 Mio. €, von denen nach Vereinsangaben 86,5 Mio. € auf den Lizenzspielerbereich entfallen. Diese Zahl ist im Vergleich zur Rekord-Vorjahressaison um 1,4 Mio € bzw. 1,4 % gesunken, was angesichts durchaus anderslautender Ankündigungen schlicht als mangelhaft bezeichnet werden darf. Die Ausgangslage mit zahlreichen laufenden Verträgen nach dem Oniomanen aus Wolfsburg war sicher schwierig, aber nach den Abgängen zahlreicher Profis, darunter Großverdiener wie Raul, sollte langsam eine andere Transferpolitik möglich sein. Bei den Halbjahreszahlen betrugen die Personalkosten 50,6 Mio €, nach Adam Riese müssen es also im 2. Halbjahr 2012 47,9 Mio. € gewesen sein, was die Aussage eines AR-Mitglieds bei der Kandidatenvorstellung im Anno, die Kosten für den Lizenzspielerkader seien enorm zurückgefahren worden und lägen bei ca. 72 Mio € im Jahr, ad absurdum führt.

Der Abschlussbericht schreibt dazu „...Der vollständige Effekt aus der Verringerung des Kaders wird sich aufgrund von Vertragsauflösungen und Abfindungszahlungen aber erst 2013 auf die Ertragslage auswirken.“ Soso. Im Vorjahr war an gleicher Stelle davon die Rede, dass „ diese Maßnahmen (Vertragsauflösungen) den Etat 2011 belasteten, den FC Schalke 04 langfristig aber finanziell erheblich entlasten werden“. Ich bin gespannt.  Peter Peters verkündete dazu, diese Kosten wolle man „nicht über Qualität, sondern über Quantität weiter reduzieren". So denn. Ein Kader von aktuell 26 Spielern ist bei einem Verein mit drei Wettbewerben m. E. nicht zu viel. Vielleicht, ganz vielleicht könnte man ja doch noch einmal darüber nachdenken, ob nicht teilweise durchschnittlichen Bundesligakickern auf Schalke deutlich überdurchschnittliche Gehälter hintergeworfen werden…? Und ob man den Kader nicht an der einen oder anderen Stelle preiswert mit Leuten aus dem mehr als hoffnungsvollen Nachwuchs ergänzen kann…?

Man kann daher nur noch einmal betonen, was ein Aufsichtsratmitglied bei seiner Bewerbungsrede auf der letztjährigen Jahreshauptversammlung in den Saal donnerte: Wir haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem! Wenn die Teilnahme an der CL nicht ausreicht, eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen und zumindest eine schwarze Null zu schreiben, stimmen die Strukturen nicht. Und es entwickelt sich die fatale Spirale, unbedingt wieder die CL erreichen zu müssen, dazu dann notfalls (teure) Panikaktionen zu starten usw usf. In diesem Zusammenhang kann es auch nur bedingt trösten, dass die DFL Schalke die Lizenz für die kommende Saison ohne Auflagen erteilte und konstatierte, die „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ und die  „finanziellen Kriterien für die Teilnahme an UEFA-Klubwettbewerben“ seien erfüllt. Es geht dabei ausschließlich um die kurzfristige Liquidität, den Spielbetrieb in der kommenden Saison aufrechterhalten zu können. Die Prüfung ist dabei so „hart“, dass seit rund 12 Jahren keinem Verein mehr die Lizenz verweigert wurde – selbst die Aachener Alemannia, wo die Pleitegeier täglich tiefer über dem neuen Tivoli kreisen und die ganze 3. Liga zu verzerren drohen, hat sie, wenn auch mit Auflagen, bekommen.

PP2

Ich kann mich daher Peters‘ Fazit, Schalke 04 „habe die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg aufgrund seiner hohen Ertragskraft weiter reduziert, seine Handlungsfähigkeit durch die fortschreitende Konsolidierung hingegen erhöht“, nur sehr bedingt anschließen. Unsere Zahlen werden tief ultrabeauty bleiben, wenn wir nicht endlich massiv an den Kosten sparen, da die Einnahmen nicht mehr unbegrenzt steigerbar sind. Wir müssen das „brutalstmögliche Sparen“ nicht nur bei den Fans, die sich nicht gegen die „moderate Anpassung“ der Ticketpreise wehren können, sondern endlich auch bei den richtig großen Ausgabenposten durchsetzen!

Folgerichtig spricht auch PP davon „Ziel unseres wirtschaftlichen Handelns bleibt es, zukünftig wieder Gewinne zu erzielen.“ - (Ach was?!)-  â€žDies wird 2013 vor allem dann gelingen, wenn der Verein erneut europäisch erfolgreich spielt oder die Personalkosten in der kommenden Transferperiode reduziert. Auch im Sponsoring könnten noch Mehreinnahmen generiert werden, ein Gestaltungsspielraum bei Spieleinnahmen“ sei aber nicht vorhanden. – Schön, dass erkannt wurde, dass die Ticketpreise ausgereizt sind, weniger schön, dass man offenbar immer noch darauf angewiesen ist, sich auch für kleines Geld zweifelhaften Sponsoren wie den unsäglichen Kartenabzockern von viagogo an den Hals  zu werfen. Vielleicht sollte man stattdessen einmal die außereuropäische Vermarktung vorantreiben.

Preispolitik2

Zusammenfassend möchte ich sagen: Die Bilanz war wirtschaftlich wirklich schon schlechter, aber es bleibt noch sehr viel zu tun, was nicht alles auf dem Rücken des „kleinen Schalkers“ ausgetragen werden darf. Ich bin angesichts der Vorkommnisse in den letzten Monaten skeptisch, ob der Vorstand in der Lage und gewillt ist, die weiter unumgänglichen Konsolidierungsmaßnahmen nicht nur mit wirtschaftlichem, sondern auch sozialem Augenmaß zu begleiten.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

PS: Und wenn sich jetzt ein einziger Bayernkunde erdreistet, mit dem Finger auf unsere finanzielle Situation zu zeigen: Hat nicht jeder hunderte Millionen in der Schweiz, liebe Saubermänner.

Mittwoch, 17 April 2013 23:48

Ein schwarzer Tag für Hannover!

geschrieben von in Unterwegs mit dem Clown

Schmadtke verlässt das sinkende Schiff – die Rote Kurve verkündigt ihre Abwicklung bis zum Ende des Jahres!

Jörg Schmadtke bittet in einem Gespräch mit Martin Kind um die Auflösung seines Vertrages. Dem Ganzen wird nachgekommen. Kein Wunder!

Ich hätte auch keinem Bock für einen Arbeitgeber zu Arbeiten der es zulässt, dass interne Probleme öffentlich ausgetragen werden und dieses über einen sehr langen Zeitraum, ganz davon ab das es nicht das erste Mal vorgefallen ist. Wenn ich Herr Schmadtke wäre, der sicherlich auch einen Job in einer viel ruhigeren Arbeitsatmosphäre bei einem anderen Verein bekommt, hätte ich mir diesen KINDergarten auch nicht weiter angesehen…

f95 mitten im lebenUnd nun...? Ich war die letzten beiden Tage einfach leer und ich möchte eigentlich auch gar nicht großartig ausholen...Ich möchte vielmehr ein kleines bisschen von meinem Samstag berichten...Was mir passiert ist, wie ich mich fühle, was am Ende noch Glücksmomente waren...Es ist das eine, hier immerzu über Fortuna Düsseldorf zu schreiben...Aber es gibt auch das andere: die Nena im Kontext von Fortuna Düsseldorf und dennoch völlig losgelöst davon...Versteht das einer...?...Nein...?...Macht nichts, ich verstehe es selber nicht...Aber ich bin sicher, ihr werdet es spätestens dann verstehen, wenn ihr es gelesen habt...

Ich bin am Samstag in's Stadion aufgebrochen, fast in der 100%igen Gewissheit, dass wir gegen Bremen 3 Punkte einfahren werden...Und auf der anderen Seite gibt es dann doch das Wissen, dass die Fortuna die Punkte eher da einfährt, wo keiner damit rechnet...Also bin ich schon mit einem Punkt zufrieden, dennoch hat nach dem Spiel eine schier endlose Leere von mir Besitz ergriffen...

Montag, 15 April 2013 13:29

Mit einem Sieg zur Glückseligkeit?!

geschrieben von in Cannstatter Kurve

dfb-pokal vfbWir schreiben den 17. April 1954: vom „Wunder von Bern“ ist die junge Bundesrepublik noch so weit entfernt wie der VfB aktuell vom Champions League Finale. Im Ludwigshafener Südweststadion steht der Verein für Bewegungsspiele vor 60.000 Zuschauern, unter ihnen Sepp Herberger, im Finale um den DFB-Pokal. Nach wenig spektakulären 90 Minuten geht es in die Verlängerung, wo der 19-jährige Erwin Waldner das entscheidende Tor zum 1:0 Sieg erzielt.

Der Weg in dieses Finale war indes nicht allzu ruhmreich: im Viertelfinale musste nach einem 1:1 gegen den SV Bergisch Gladbach ebenso ein Wiederholungsspiel herhalten, wie im Halbfinale gegen die TuS Neuendorf. Und auch in der aktuellen Pokalrunde 2012/13 würgte man sich mit Glanz und Gloria von einem Spiel zum Nächsten. Ein Wiederholungsspiel brauchte man freilich nicht, aber Anlass zu Höhenflügen gaben die (Rumpel-)Siege gegen St. Pauli, Köln und den VfL Bochum (allesamt zu Hause) nun auch nicht. Eine Parallele die Mut macht, vielleicht.

Sonntag, 14 April 2013 16:16

Klare (Rest-)Saisonziele bitte!

geschrieben von in Bökelberg

borussia moenchengladbachZu der Debatte der letzten Woche im Zusammenhang mit meiner Borussia hatte ich mich bewusst nicht an dieser Stelle geäußert. Die Diskussionen über Pfiffe der Zuschauer während eines Spiels gegen die eigene Mannschaft sind schon uralt, tausendfach geführt und eigentlich müßig. Eigentlich.