Durch Regen und Wind durch Sturm und Schnee, HSV Olé
geschrieben von Christian E. in Linker LäuferSonntags in Nürnberg. Endlich wieder Fußball. Die Vorfreude auf das erste Spiel im Kalenderjahr 2013 war groß und führte mich und meinen Leidensgenossen Fredo nach Nürnberg. Die erste Überraschung gab es gleich nach dem Aufstehen. Schnee, so weit das Auge reichte und die Kälte war spürbar. Die Bundesliga begann und der Wettergott brachte uns den flockigen Schnee. Mit der vielversprechenden Bilanz von 35 Siegen bei bisher 70 Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine sowie der hochgelobten Vorbereitung ging es euphorisch Richtung Süden. Der Tag kurz zusammengefasst: Bitterkalt – Fußball zum Staunen sowie Unvermögen in Bruchteilen und eine rutschige Heimfahrt am Abend.
Die Hinfahrt verlief ohne Zwischenfälle. Die Stadtgrenze von Nürnberg wurde passiert und man schnupperte seit Wochen wieder die langersehnte Bundesligaluft. Doch etwas trübte die Vorfreude. Es war Winter in Nürnberg und bedeutete nur eines: es wird kalt. Die Füße vom Fußmarsch zum Stadion, trotz der Lammfelleinlagen bitterkalt, hatte ich ein Gefühl von Erfrierungserscheinungen. 40 Minuten vor Beginn der Partie stand man nun im kalten weiten Rund und fror. Erste Reihe, ganz unten mit bester Sicht aufs Spielgeschehen und eisigem Gegenwind. Meine Fußzehen hätte man zu diesem Zeitpunkt abschnipsen können wie die morgendlichen Eiszapfen am Autospiegel.
Egal. Endlich wieder Stadion – endlich wieder Fußball. Um 15:27 Uhr spazierten die Herren auf das Feld und im Block war die Freude auf das Spiel zu spüren.


Doch leider spielten die Protagonisten des Feldes nicht mit. Eine ernüchternde und langweilige erste Halbzeit. Der Auftritt der Rothosen war sehr mager. Nürnberg war in der ersten Hälfte die bessere von zwei schlechten Mannschaften. Durch Mak in der 43. Minute hatte der Club auch die beste Möglichkeit auf den Führungstreffer. Viel mehr kam aber auch nicht. Hamburgs beste Szene war ein Distanzschuss von Diekmaier in den Nachthimmel von Nürnberg. In Block 25a schlug die Langweile schon zu Beginn der Partie, in die Lust des Prügelns um. HSV´er untereinander schlugen sich in die Fresse. Das Resultat: eine krumme und blutende Nase. Ganz groß Jungs. Das waren die Highlights der ersten Hälfte. Der Support war stimmungstechnisch ganz in Ordnung und dank der zahlreichen Hüpfeinlagen tauten auch allmählich die Füße auf. Pause. Durchatmen und an das Versprochene der Spieler erinnern.
Wie ein Donnerschlag ertönte es und ab Beginn der zweiten Hälfte spielte, sowie dominierte nur eine Mannschaft das Spiel. WIR – der HSV. Und wie: Per Skjelbred, Marcel Jansen und Heung-Min-Son stachen hervor. Das Spiel wurde endlich gespielt und man fegte über den Platz. Nette Ballstafetten gab es zu bestaunen und die Leidenschaft im Spiel kehrte ein. Die Mannschaft erwachte aus der Lethargie und erspielte sich Torchancen um Torchancen. Wann gab es das zuletzt? Ein Raunen im Block folgte dem nächsten und als man den Torschrei schon auf den Lippen hatte – waren entweder die Hände vom Schlussmann der Nürnberger – Raphael Schäfer im Weg oder das Tor wurde knapp verfehlt. Im Fall Pinola kam zum Glück auch noch das Pech dazu. Da mir durch eine Bande die hinter dem Tor positioniert war, die Sicht auf den unteren Teil des Pfostens versperrte, war ich für Sekunden irritiert. Schade. Pfosten.
Und ab diesem Zeitpunkt war mir als HSV-Fan klar: das geht nach hinten los. Es konnte nicht mehr lange dauern bis Nürnberg ein Tor erzielen würde. So waren jedenfalls die Spielverläufe in der Vergangenheit. Doch ich sollte mich irren. Die 70. Minute: nach Steilpass auf Jansen, der den mitlaufenden Aogo bediente, landete dessen Flanke auf dem Kopf von unserem lettischen Bomber, Rudi Rudnevs. Mit Köpfchen vollstreckte unser Sturmtank zur verdienten Führung. 0:1 für Hamburg. Der Block tobte und die Nerven waren für Sekunden beruhigt. Die Freude war riesig. Wir lagen in Führung.

Wir sind nun mal Hamburg: 5 Minuten später!! Der Block versank noch im Freudentaumel da passierte es. Das Unvermögen war wieder auf unserer Seite. Diekmeier wie ein Statist, wird von Gebhardt im 16 Meterraum stehen gelassen und dieser passte auf den alleinstehenden Tomas´Pekhart. Tor für den Club. 1:1, Prima. Der erste Torschuss von Nürnberg in Hälfte zwei. Olé. Da kam Freude auf und ich war mir sicher: das verlieren wir noch!!
Doch der Sonntag hielt eine weitere Überraschung bereit. An diesem Tag war vieles anders. Die Spieler verfielen nicht in Angst oder Müdigkeit, sondern spielten mit voller Überzeugung, sowie mit einem spürbaren Siegeswillen weiter. Noch 13 Minuten waren zu spielen! Heung-Min-Son: hatte er drei, oder vier Riesenchancen? Den Torschrei abermals auf den Lippen. Die Nachspielzeit wurde angezeigt: noch 2. Minuten zu spielen. Angriff über rechts, schöne Flanke von Diekmeier auf den Kopf von Son – doch dessen Kopfball klatschte an den linken Pfosten. Es war zum verzweifeln. Abpfiff in Nürnberg. 1:1. Traurig.
Was bleibt? Die Vorfreude auf das nächste Spiel und die Erkenntnis, dass Fußball auch für unsere jungs nicht schwer sein muss. Kompliment für das Auftreten in Halbzeit zwei. Der Wille war zu spüren. Bitte genau so weitermachen! Danke.
Nordschlager: Hamburg empfängt Brähmen. Sonntag 15:30 Uhr im Volkspark. Ich bin leider nicht da, doch dass Motto bleibt dasselbe:
Kämpfen und siegen. NUR DER HSV
Christian E.
PS: Ich suche drei Steher für das Spiel in Dortmund. Bitte melden. Vielen Dank.
Marketing - die Kunst, Menschen zu verführen.
geschrieben von Patrick Potthoff in 360°-PassKennen Sie das Phänomen, wenn Sie Artikel lesen? Man liest die Überschrift, schnappt ein paar Satzfetzen auf, scrollt runter um die Länge des Artikels abzuschätzen und entscheidet erst dann, ob es einem wert ist, das alles zu lesen. Bei mir ist das zumindest häufig so. Vielleicht ist es bei Ihnen ähnlich, deswegen möchte ich Ihnen die Arbeit etwas abnehmen:
Der Artikel ist ungewöhnlich lang, sparen Sie sich das scrollen. Die Überschrift des Artikels polarisiert und wirft Fragen auf. Der Begriff Marketing ist nicht besonders beliebt, ihn mit Kunst zu vergleichen beinah anmaßend. Marketing steuert den Willen, manipuliert Gedanken, beeinflusst Entscheidungen und verführt zu Handlungen, die wir gar nicht wollen. Aber ebenso wie die klassische Kunst, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition beruht, hat Marketing kein Patentrezept. Keine Formel führt zu der perfekten Lösung. Jeder darf und muss sich sein eigenes Urteil bilden. Das macht es vermeintlich einfach, aber zugleich umso schwerer.
Welches (Vor-)Urteil sie auch immer bis hier hin geführt hat: Dieser Artikel soll Antworten geben und aufklären. Manche Urteile werden sich bestätigen, einige Vorurteile sich möglicherweise auflösen. Ich will sie nicht allzu lange hinhalten: Zunächst geht es darum, was Marketing überhaupt ist. Anschließend muss geklärt werden, warum Marketing überhaupt funktioniert - und ja, zu guter Letzt muss ja irgendwie auch der Fußball eine Rolle spielen. Und wenn man an Marketing und Fußball denkt, kommt einem direkt der geliebte Viertligist RB Leipzig in den Sinn - dazu dann aber später mehr. Wer dann noch Ausdauer hat, kann sich - als kleinen Exkurs sozusagen - eine kleine Geschichte von einem Limonadenstand und einem kleinen Jungen zu Gemüte führen.
1. Was ist überhaupt Marketing?
Die meist zitierte und zugleich am wenigsten verständliche Definition ist folgende:
„Marketing bedeutet Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und potenziellen Märkte ausgerichteten Unternehmens-aktivitäten. Durch eine dauerhafte Befriedigung der Kundenbedürfnisse sollen die Unternehmensziele verwirklicht werden.“ (Meffert, 1977) Aber es geht auch einfacher: Marketing ist die Kunst, Menschen zu verführen.
Verführung, mit dem Zweck, bestimmte Ziele zu erreichen. Das klingt nicht besonders nobel. Machen wir uns aber bewusst, dass wir alle, jeden Tag Marketing betreiben, relativiert das die Sache schon etwas. Selbstvermarktung, mit dem Zweck, unseren Wert zu erhöhen - für uns selbst oder für andere.
Der Drang nach sozialen Kontakten, Anerkennung, Wertschätzung und allen Motiven des menschlichen Seins verleiten dazu, uns möglichst unseren Vorstellungen und denen anderer gerecht zu präsentieren.
Zum Beispiel bei der Partnersuche. Wir möchten uns von unserer besten Seite zeigen und verbringen einen nicht unwesentlichen Teil unseres Lebens im Badezimmer, um uns für die Außenwelt zurecht zu machen. Mit Worten, Äußerlichkeiten und Verhaltensweisen werben wir für uns. Wir vermarkten uns bewusst und unbewusst. Wir steuern den Willen anderer, in dem wir sie für etwas motivieren. Wir manipulieren Gedanken, indem wir ungefragt unsere Meinung beisteuern. Wir beeinflussen Entscheidungen, weil wir zum Kauf dieser einen Waschmaschine von Hersteller XY raten. Wir verführen zu Handlungen. Uns selbst, aber vor allem andere - ebenso wie Marketing es versucht und oftmals schafft.
2. Warum funktioniert Marketing?
Marketing hat die Kraft, Menschen zu verführen. Warum das so gut funktioniert, zeigt ein Blick in die Funktionsweise unseres Gehirns. Je mehr Informationen mit positiven emotionalen Zuständen verknüpft werden, desto eher werden diesen Informationen in den Langzeitspeicher unseres Gehirns übertragen. Positive Emotionen begünstigen die Aufnahme von Informationen. Beispiel gefällig? Da gab es doch diese Mathe-Formeln in der 6. Klasse. Oder das langweilige Gedicht aus dem Deutsch-Unterricht. Auswendig lernen und einprägen vergebens. Der Kopf macht dicht.
Andererseits gibt es diese vielen kleinen Sachen, die man sich automatisch einprägt. Die Kader aller Bundesligateams, inkl. der Ersatzbänke, der Transferhistorie und Leistungsdaten - einmal gesehen, schon auswendig und für immer gespeichert.
Oder das besuchte Heimspiel von vor 12 Jahren, in dem man neben dem Ergebnis auch noch die Torschützen, die Minute des Treffers und den exakten Ablauf des Tores vor Augen hat. Marketing hat ganz viel mit der Verknüpfung von Emotionen zu tun. Da haben Fußballvereine naturgegeben schon einen enormen Vorsprung. Fußball und Emotionen sind unabänderlich miteinander verknüpft. Die Bedeutung von Emotionen ist auch der Grund, warum wir uns nicht bloß ein Auto, ein Shampoo, eine Hose kaufen oder einen bestimmten Fußballverein zugeneigt fühlen.
Wir kaufen uns keine Gegenstände, sondern Gefühle.
Ein Volvo verkörpert ein anderes Gefühl als ein Porsche. Sicherheit vs. Abenteuer. Bayern München verkörpert ein anderes Gefühl als der 1. FC Kaiserslautern.
Marketing ist nicht nur diese böse Macht der Manipulation. Es ist auch die Kraft, Emotionen lebendig werden zu lassen und dadurch Menschen begeistern und binden zu können. In einer Zeit, in der Informationsüberflutung an jeder Ecke lauert, ist es das Hauptziel, diese Emotionen zu schaffen. Die Herausforderung, der sich jede Marketingabteilung gegenübersteht ist, dass das Gehirn so konstruiert ist, dass es alle für uns unwichtigen Informationen ausfiltert. Die restlichen 99,9% werden ausgeblendet. Je beständiger, ansprechender und authentischer ich eine Information gestalte, desto eher hat sie auch die Chance, wahrgenommen zu werden. Nur dann hat sie die Kraft, uns zu verführen.
3. Die Schattenseiten des Marketings
Ebenso wie manche Kunstwerke bei Menschen Gefallen finden, können sie auch als abstoßend und uninteressant empfunden werden. Das nimmt der Künstler in der Regel als allerletztes wahr. Im Marketing ist das nicht anders, womit wir thematisch bei RB Leipzig angekommen wären. Das Unternehmen Red Bull genießt weltweit höchstes Ansehen für sein sportartenübergreifendes Sponsoring. Angefangen beim Red Bull Air Race bis hin zum Sprung aus dem All. Es gibt da jedoch diese kleine nicht ganz zu Ende gedachte Schattenseite. Was in New York ohne Probleme und in Salzburg mit deutlichen Verstimmungen betrieben wird, ist in Deutschland ein Projekt, dass zum Scheitern verurteilt ist - zumindest im Hinblick auf die Ziele, die Red Bull verfolgt: Bekanntheit und Beliebtheit. Der Kunde soll sich schließlich im Supermarkt für den richtigen Energy Drink entscheiden. Von einem Investment, das irgendwann mal schwarze Zahlen schreiben soll, kann ja nicht die Rede sein. Das Ziel ist, die Marke Red Bull auch im deutschen Profifußball zu etablieren.
Dem steht aber ein grundsätzliches Problem entgegen: RB Leipzig ist ganz offensichtlich ein Kunstprodukt, dass es niemals schaffen wird, Menschen zu verführen. Sie schüren keine positiven Emotionen, sondern lösen negative aus. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger.
Das wird sich niemals ändern, weil die Motivation von Red Bull extrinsisch statt intrinsisch ist. Sie verfolgen das offensichtliche Ziel der Gewinnmaximierung und Aufmerksamkeit. Marketing, die Kunst der Verführung, funktioniert anders. Wäre das Hauptziel die Liebe zum Fußball und die Unterstützung einer Stadt, die lange ohne Profifußball auskommen musste, könnte man von intrinsischer Motivation sprechen Da das den Herren von Red Bull aber niemand abkauft, hat es den Hauch eines Kunstwerks, dass in Wirklichkeit keines ist. Brotlose Kunst.
Doch auch Marketing, das zunächst positive Emotionen auslöst, kann das Gegenteil bewirken. Erst verführt es, dann nervt es. Positive Emotionen wandeln sich zu negativen um. Der 1.FC Kaiserslautern startete im Jahr 2008 die Herzblut-Kampagne, die nicht zuletzt auch durch den Marketingpreis des Sports ausgezeichnet wurde. Es folgten Herzblut-Tickets, Herzblut-Shirts, ein Herzblut-Film, Herzblut-Fahnen, Herzblut-Fantouren - Herzblut hier, Herzblut da. Bei übermäßiger Anwendung kehren sich die positiven Emotionen in das Gegenteil um, nämlich genau dann, wenn Emotionen inflationär benutzt werden. Der Begriff „Herzblut“ ist in Kaiserslautern auf alle Zeiten hin verbrannt.
Verführung funktioniert eben nur, wenn es dezent geschieht und es nicht den Anschein erweckt, man schlachtet Emotionen zum Zwecke kommerzieller Ziele aus. Natürlich verfolgt man diese Ziele, man darf es nur nicht zu offensichtlich machen - darin sind sich Marketing und andere Bereiche des Lebens relativ ähnlich. Der Balanceakt ist es hierbei, die emotionalen Anker so einzusetzen, dass sie nicht als bloße Werbung wahrgenommen werden.
Marketing - ist das wirklich alles?
Wer nun diese Kurzfassung des Marketings gelesen und verstanden hat, der weiß alles, was man über Marketing wissen muss…was natürlich vollkommener Quatsch ist. Nicht umsonst gibt es 1000-seitige Fachbücher, die alle Facetten des Marketings bis ins kleinste Detail erklären. Doch ebenso wenig die Lektüre eines 1000-seitigen Buches einen großen Maler hervorbringt, besteht Marketing nicht nur aus Instrumenten, die es einfach gilt anzuwenden. Menschen - und insbesondere Fußballfans - haben dieses kleine unscheinbare Instrument in sich, das echt von unecht unterscheidet. Verstand, Bullshitdetektor, Gefühl. Man mag es nennen wie man will: Es ist in der Lage ernst gemeinte von künstlicher Verführung zu unterscheiden. Und natürlich ist Marketing weitaus mehr als die Verknüpfung von Emotionen. Es ist ein Mix aus verschiedenen Aspekten - der Marketing Mix.
Der Mix beinhaltet alle Teilbereiche des Marketings, die zugleich alle mit P anfangen. Wahnsinnig kreativ und einfallsreich, oder? 1000-seitige Fachbücher bestehen gerne aus vielen theoretischen Beschreibungen. Eine folgende bildliche Geschichte soll dieses theoretische Konstrukt kürzer und einfacher darstellen. Diese Geschichte handelt von einem kleinen Jungen mit einem Limonadenstand.
4. Marketing mal einfach - der kleine Junge mit dem Limonadenstand
Kommunikation (Promotion)
Limonade aus frisch gepressten Zitronen. Das ist der Verkaufsschlager an heißen Sommertagen. Die vorbeifahrenden Interessenten danken es ihm und kaufen sie händeringend ab. Doch der kleine Junge mit dem Limonadenstand ist nicht der einzige mit dieser Idee. Alleine drei Mitschüler haben ihm nachgeeifert und ebenfalls einen Stand eröffnet. Der kleine Junge macht sich auf den Weg und erkundet die Stände der Konkurrenz. Dabei erblickt er fast immer die Selben Schilder: „Limonade zu verkaufen“, „Limo!“, „Hier gibt’s Limonade“.
Der kleine Junge möchte sich davon unterscheiden. Es geht doch nicht um die Limonade, sondern um das Gefühl, was er verkaufen will, hat ihm sein Vater beigebracht. Am nächsten Tag steht sein erstes Werbeplakat auf seinem herausgeputzten Stand: „Was gibt es an heißen Tagen besseres als eiskalte, leckere Limonade aus frisch gepressten Zitronen?“ Daneben ein Bild, auf dem jemand genüsslich eiskalte Limonade genießt. Marketing ist die Kunst der Verführung.
- Kommunikation hat den Sinn und Zweck, sein Produkt möglichst attraktiv zu gestalten und Begehrlichkeiten zu wecken, die die Konkurrenz nicht zu wecken schafft.
Preis (Price):
Der kleine Junge mit dem Limonadenstand erkundet wieder mal die Limonadenstände seiner Konkurrenten und stellt fest, dass alle drei die Limonade in einem Rahmen zwischen 1,40€ und 1,50€ anbieten. Die Qualität der Limonade ist überall gleich, denn sie beziehen die Zitronen vom selben Zulieferer. Wollte er also Käufer abwerben, musste seine Limo entweder günstiger sein als die anderen oder teurer und dafür ein besseres Gesamtpaket bieten. Der kleine Junge ist der Meinung, dass er mit seiner Werbung einen Vorteil erzielt, der einen höheren Preis rechtfertigt. Er setzt den Preis für seine Limonade auf 1,70€ und führt Rabattklassen ein. Zwei Limo’s für 1,60€ das Stück. Drei Limo’s für 1,50€ das Stück und bei mehr als Vier Limo’s kosten zahlt der Käufer 1,40€ pro Stück. Zudem bekommen Kinder von seiner Schule nach Vorlage eines Schülerausweises die Limo für 1,20€.
- Preispolitik hat die Funktion, verschiedene Preisbereitschaften abzuschöpfen und die Preiswahrnehmung so zu gestalten, dass sie in einem positiven Verhältnis zum Angebot steht.
Distribution (Place):
Der kleine Junge betreibt seinen Limonadenstand an der Einfahrt des Wohnhauses seiner Eltern. Wenn die Limonade besonders gut war und der kleine Junge ebenso engagiert, kamen vielleicht auch noch Bekannte der Nachbarn vorbei. Der kleine Junge war zufrieden, aber er wollte mehr. Nur 200m weiter gab es eine große Kreuzung, an der viel mehr Menschen seinen Stand erblicken würden So zog er mit seinem Stand an diesen Platz, mit der Gewissheit, noch mehr Menschen mit seiner Limonade beglücken zu können. Insgeheim überlegte er schon, wie er demnächst neue Absatzkanäle finden könnte. Vielleicht sollte er die Limonade vorproduzieren und gewinnbringend an andere Limonadestände zu verkaufen. Oder ein Internetverkauf? Die Möglichkeiten sind unendlich.
- Das beste Produkt ist nur dann etwas wert, wenn es zum Abnehmer gelangt. Es gilt, Standort und Wege zu finden, in denen Menschen bereit sind, das Produkt zu kaufen.
Product (Produkt):
Der kleine Junge und seine Mitkonkurrenten bekommen die Zitronen für ihre Limonade vom selben Bauernhof. Um sein Produkt aufzuwerten, entschließt er sich für einen anderen, besseren Lieferanten. Zudem verkauft er seine Limonade zukünftig in hellgelben Gläsern und mit einer Zitronenscheibe und Cocktailschirm dekoriert.
- Es geht darum, das Produkt weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse und an die Wünsche der Kunden anzupassen.
Menschen (People):
Der kleine Junge beobachtet weiterhin die Limonadenstände seiner Konkurrenz. Dabei fällt ihm auf, dass die Konkurrenten nicht besonders freundlich auf ihre Kunden wirken. Der eine liegt mit dem Kopf auf dem Tisch und versucht offensichtlich etwas Schlaf nachzuholen. Der andere ist ständig am Telefonieren und bemerkt gar nicht, wenn Kunden am Stand sind. Der kleine Junge nimmt sich vor, seinen Kunden stets das Gefühl zu geben, dass sie König sind.
- Der Kunde ist König.
Prozess (Process):
Der kleine Junge steht vor einem Problem. Wenn ihm die Kunden die Limonade aus den Händen reißen, reicht die Vorproduktion seiner Limonade oftmals nicht aus. Er möchte die Kunden aber nicht warten lassen und produziert deshalb ausreichend Limonade vor. Das bringt wiederum andere Probleme mit sich. Die Gläser stehen teilweise mehr als 30 Minuten in der prallen Hitze und schmecken nicht mehr so gut wie frisch gemacht. Der kleine Junge entschließt sich, seine kleine Schwester als Hilfskraft einzustellen. Sie kümmert sich von nun an um den Verkauf und der kleine Junge produziert die Limonade so, wie sie gerade gebraucht wird.
- Die Organisation der Prozesse hat wesentlichen Einfluss auf die Befriedigung der Wünsche und Bedürfnisse des Kunden.
Physische Umwelt (physical Environment):
Der Limonadenstand des kleinen Jungen liegt an einer vielbefahrenen Kreuzung. Sein Produkt ist gut, die Prozesse laufen, die Werbung weckt die Begehrlichkeiten, aber irgendwas fehlt noch. Menschen kaufen sich Gefühle. Sein Stand steht auf einem grauen Bordstein. Direkt hinter seinem Stand tut sich ein großes graues Wohnhaus auf. Das ist nicht das Umfeld, in dem man eine leckere, frische und gute Limonade trinken möchte. Auf der anderen Seite, unweit der Straße beginnt der städtische Park. Grüner Rasen, ein kleiner Springbrunnen - das perfekte Ambiente, um seine frische Limonade zu verkaufen.
- Der Kunde nimmt das Umfeld und die Ausstattung im Vorfeld als Anhaltspunkt für die Qualität des Produkts wahr.
5. Fazit
Dieser Artikel hat die zumutbare Länge längst überschritten. Deswegen möchte ich mich im Fazit auch nur noch auf die Kernbotschaft beschränken: Marketing ist die Kunst, Menschen zu verführen. Marketing teilt die Gemüter. Es polarisiert. Ebenso wie manche Inhalte dieses Artikels es sicherlich tun werden. Marketing ist so facettenreich, dass es weder in einem Blog, noch in einem 1000-seitigen Fachbuch hinreichend beschrieben werden kann. Das macht es zu einer Kunst. Eine Kunst der Verführung, an der nicht nur Vereine wie RB Leipzig gnadenlos scheitern - denn so ganz blöd und willenlos sind wir ja nun auch nicht…
Wochenrückblick 3/2013
geschrieben von Christian E. in Linker LäuferEndlich wieder Bundesliga
Nachdem die dritte Woche im noch jungen Jahr problemlos genommen wurde, dürfen wir uns endlich wieder freuen. Heute Abend ertönt der Anpfiff in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Die 50. Spielzeit geht in die letzten 17 Partien. Noch 17 mal dürfen wir den Atem anhalten, den Puls spüren und mit seinen Freunden inmitten der Kurve stehen. Die Festungen dieses Landes haben geöffnet. 17 Spiele - 51 Punkte. Alles ist offen. Mein Verein, der HSV geht voller Selbstbewusstsein in die Partie am Sonntag in Nürnberg. Thorsten Fink kann aus dem vollen Schöpfen und die Marschroute für Sonntag ist klar. 3 Punkt und das Ziel Europa.
Die Eröffnung des 18. Spieltages aber bestreiten die Königsblauen aus Gelsenkirchen gegen Hannover 96 am heutigen Freitagabend auf Schalke. Anpfiff ist um 20:30 Uhr im Parkstadion. Da ich mich in meinen Wochenrückblicken hauptsächlich mit den Geschehnissen der letzten Tage befasse, ist es mir diesmal leicht gefallen. Diese Woche war aus meiner Sicht eine ruhige. Einzig und allein bescherten uns diese Woche die Bayern Schlagzeilen. Die Nachricht schlug in Europa und Deutschland ein wie eine Bombe. Pep Guardiola wird ab der Spielzeit 2013/2014 neuer Coach des FC- Bayern München und beerbt den in die Rente gehenden "Don" Jupp Heynckes auf der Bank der Bestia Negra. Wird es passen oder wird es ein Flop wie Jürgen Klinsmann? Der eine stand auf Buddha-Figuren und Pep der Spanier, steht auf Tiki Taka. Ein gutes Omen?
Getrennt in den Farben - In der Sache vereint: Fußballfans gegen Rechts!
geschrieben von Auke Aplowski in Für Fußball und gegen Kommerz!Schon lange frage ich mich, wie es in einem Land wie Deutschland sein kann, dass das Thema Rechtsextremismus mit einer solch laschen und fast schon desinteressierten Art und Weise behandelt wird, das ein Jeder nach rechten Gewalttaten, die in den Medien berichtet werden, völlig schockiert ist und sich fragt, wie es nur dazu kommen konnte und Gegenmaßnahmen oftmals als pure Symbolik beschrieben werden können. Eine Antwort darauf habe ich bis heute nicht gefunden, denn scheinbar denkt der Großteil der Menschen tatsächlich symbolischer Aktionismus ist sinnvoll und erfolgreich. Selbst die Vertreter unseres demokratischen Staates interessieren sich nur begrenzt für die Aktivitäten und Machenschaften der Rechten, wie man in den vergangenen Monaten immer sehen konnte.

Doch was hat diese gesellschaftliche Problematik mit dem Fußball und den Fans zu tun? Sehr vieles, da auch in deutschen Fanszenen und Stadion Neonazi ihr Unwesen treiben und sich oftmals nur eine kleine Gruppe um die Bekämpfung und Ablehnung dieser Gruppen bemüht. Viele andere stehen währenddessen schweigend und blind im Stadion, obwohl die Anwesenheit von Rechten kein Geheimnis ist. Eigene Lieder, wie das „Auschwitz-Lied“, Reichskriegsfahne oder rechte Symbole und Aussagen auf Bannern, Aufklebern und Spruchbändern zeigen immer wieder deutlich das es sich hierbei genauso wenig um Einzelfälle handelt, wie bei den Gewalttaten der Neonazis außerhalb des Stadions. Dennoch scheinen viele nicht gewillt, den Neonazis entgegenzutreten. Die Erfahrungen aus dem gesellschaftlichen Alltag sind noch nicht schlimm genug, so scheint es, damit die Masse merkt, um wen es sich bei Rechtsextremen handelt. Es zeigt sich auch das durch die längerfristige Anwesenheit von Neonazis, egal wo, die Bereitschaft zum Kampf gegen eben diese Gruppen verringert wird. „Die tun uns nichts, wir tun ihnen nichts.“ „Solange sie für den Verein kämpfen, ist uns die politische Haltung egal.“ … Es gibt genug solcher unklugen Aussagen, die zeigen, das auch in den Fanszenen noch einiges zu tun ist, wenn es um den Kampf gegen Rechts geht. Auch der Umgang mit rechter Musik, in der Fanszene oft als „Fußball-Rock“ oder ähnliches deklariert, ist teilweise fragwürdig. Bands wie z.b. KC werden auch von denen gehört, die keiner rechten Gruppe angehören, aber gleichzeitig auch keine ablehnende Haltung an den Tag legen. Der Weg zum Stadion oder die Fahrt zum Auswärtsspiel dient ebenfalls als gute Chance für Neonazis sich in der Szene zu verankern und Sympathien zu erlangen. Gerade bei Jugendlichen ist auch das Überschreiten von Grenzen ein erfolgreiches Lockmittel, wobei wir wieder bei Liedern wie dem „Auschwitz-Lied“ oder ähnlichem wären, was ebenfalls eine latente und unterschwellige Akzeptanz rechter Gruppen in einigen Szenen zeigt.
Der Ball rollt wieder...
geschrieben von Christin Heidmann in FrauengeschichtenAm Wochenende stiegen die ersten Hallenturniere des Jahres. Der Kader von Turbine gab es wieder her, dass ein Teil der Mannschaft am Samstag und Sonntag in Jöllenbeck, der andere am Sonntag in Kiel teilnahm. Zudem spielte die U17 in Gütersloh ein Hallenmaster aus.
Tja, da man sich nun mal schlecht dreiteilen kann, musste man sich entscheiden welches Turnier denn sein soll. Ich entschied mich am Ende für Jöllenbeck, in der Nähe von Bielefeld. Zwei Tage Hallenfußball vom Prädikat Weltklasse wurden vom Veranstalter versprochen. Das Teilnehmerfeld las sich schon mal gut. Neben Potsdam waren Wolfsburg, Gütersloh und Neuenahr aus der Bundesliga vertreten. Als europäische Vertreter waren Skovbakken, Hjörring (beide Dänemark), Prag und Zürich mit dabei.
Warum ich mir wünsche, dass meine Borussia „Barca“ aus der Champions-League kloppt!
geschrieben von Christian Lenhart in Allgemein
Immer wieder der FC Barcelona. Kaum ein anderer Verein wird weltweit so stark gehyped wie der FC Barcelona. Aber warum? Keine Frage, die sportlichen Leistungen sind herausragend und Spieler wie Messi, Iniesta, Xavi und Co sind Weltklassespieler. Als eingefleischter BVB-Fan beneide ich diesen Verein aber in keinster Weise.
Barca soll angeblich sowas wie eine Religion sein und trifft man Menschen aus Ländern, die keine große Fußball-Kultur haben, sind sie neben Liverpool, Milan, Bayern oder ManU sehr oft eingefleischte Barca-Fans. Dem Sponsoring und Marketing sei Dank. Gut sie haben viele Titel gewonnen, das ist immer noch die beste Werbung. Oft schimpfen die Barca-Anhänger auf die Reichen Club wie ManCity und Co. Aber diese Scheinheiligkeit nervt. Bei Barca geht es auch nur um das liebe Geld, wenngleich der Verein hochverschuldet ist und in Deutschland nicht mal in der Kreisklasse ne Lizenz bekäme. Dieses Argument hat Uli Hoeneß auch schon gebracht und er hatte damit vollkommen recht. Man kann ja auch als Borusse auf die Bayern schimpfen wie man will. Aber mit dem vielen Geld mit denen sie anderen Vereinen die Spieler weg kaufen ist nun mal ihr Geld. Bayern kann man als arrogant titulieren, aber sie sind ehrlich in ihrer Haltung. Und nur weil Barca jahrelang keinen Trikot-Sponsor hatte, so sind sie lange nicht gegen Kommerz. Und Unicef auf dem Trikot war auch nur eine PR-Kampagne, denn auf diesem Niveau wird nichts aus Idealismus gemacht, wenngleich der Schweizer Fußballer Hans Gamper den FC Barcelona aus altruistischen Motiven gegründet hat.
Millionentransfers und dicke Spielergehälter müssen ja auch finanziert werden. Es werden bei so einem hohen Schuldenstand Firmen geprellt, die sich nicht trauen, gegen diesen „großen Verein“ zu klagen. Aber investiert wird immer noch kräftig.
Ach-ja: Barcelona würde sicher keinen „verlorenen Sohn“ zurückholen, wie es Dortmund gerade gemacht hat, wenn es nicht läuft. Oder hätten sie Fabregas von Arsenal geholt, wenn er dort nur die Bank gewärmt hätte? Wahrscheinlich nicht. Und wenn Spieler ihre Meinung sagen, dann werden sie gleich wieder abgesägt. Prominentes Beispiel ist der schwedische Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic. „Ibra“ ist bekannt dafür, dass er seine Meinung frei äußert und auch exzentrisch ist. Genau dies wurde ihm unter dem Guardiola-Regime zum Verhängnis. Also liebe Bayern: Wollt ihr sowas haben. Da ist mir ein besonnener Mensch wie Jupp Heynckes lieber, der auch mal Verständnis für die Eigenarten seiner Spieler hat.
Was Fankultur und Vereinsliebe betrifft, so haben doch die meisten eine Meinung: Es soll unpolitisch sein und im Verein soll der Fußball zählen und nicht die Politik. Die Barca-Anhänger gerade die Katalanen sind für Separatismus. Sie wollen, dass Katalonien wieder unabhängig ist und sich von Spanien trennt. Das ist Nationalismus und hat nichts mit Fußball und Fankultur zu tun. Aber kein linksalternativer Fan würde sich des Nationalismus bezichtigen lassen. Und warum ist gerade dieser Separatismus jetzt im Aufwind? Katalonien ist mit die reichste Region Spaniens und will sich aus
Wahrscheinlich ist es aber gerade hip so etwas unter die tollen Farben von Barca zu bringen. Das macht es leicht sich für so etwas zu begeistern. Über den Katalanismus kann jeder denken was er will. Aber der Fußball soll dafür nicht missbraucht werden. Würden die Fans von Borussia Dortmund sich für einen souveränes Westfalen aussprechen, dann wäre in Deutschland die Hölle los.
Aber der große FC Barcelona darf ja alles.
Um es am Ende deutlich zu machen. Dieser Kommentar soll nicht die treuen Anhänger von Barca diskreditieren, sondern auch mal entgegen des Medien-Mainstreams ein paar Fakten aufzeigen, die Barca nicht als den politisch korrekten, linksgerichteten und schicken Club darstellt. Ob Borussia auf Barca in der Champions-League trifft steht noch in den Sternen. Aber ich würde es auch den Bayern oder Schalke gönnen, wenn sie Barca raushauen würden. Nicht aus Nationalstolz, sondern weil hinter diesen Vereinen mehr Charakter und ehrliche Arbeit steckt als beim spanischen Spitzenklub. Und das sage ich als treuer Borusse, der sonst nichts Gutes an den beiden Erzrivalen lässt. In diesem Sinne: „Scheiss auf Messi, Iniesta und Xavi – wir haben Götze, Reus, Kuba und Nuri“.
Fahren bald Panzer ins Stadion, Herr Zäh?
geschrieben von Matthias Saathoff in Matze's Viererkette
Mir ist ein Artikel von Michael Zäh von der „Zeitung am Samstag“ aus Freiburg in die Hände gefallen. Wer sich diesen Artikel einmal durchlesen möchte, damit jeder weiß worüber ich hier schreibe, der folgt bitte folgendem Link. (ZAS FREIBURG ,Seite.9). Dem Link zu urteilen, wird dieser nicht lange aktuell sein, da hier alle 14 Tage die aktuellste Zeitung unter diesem Link zu finden sein wird.
Der Reporter beschreibt die Fanszenen in Deutschland mit einer Art und Weise, die jede Seriosität und jeden guten Geschmack vermissen lässt. Ein Fußballstadion in Deutschland zu einem Kriegsschauplatz zu ernennen beleidigt jene, die sich im wirklichen Krieg befinden, dort wo mit Waffen geschossen wird und Menschen sterben. Wie kann man sich derart im Ton vergreifen und es dann auch noch der breiten Masse im Internet und aufgedruckt in den Haushalten von Freiburg präsentieren? Da gibt es auch nichts zu verharmlosen, denn er schreibt ja selbst „Es sind Bilder, die an Krieg erinnern“ und meint damit eine Pyroaktion der Freiburger.
Die Zeitung selbst wirbt damit, ein Kompetenzteam im Bereich Sport zu besitzen. Liest man den Artikel weiter, muss man dies allerdings in Frage stellen. Denn weiter im Artikel heißt es:
„Denn das Ausbleiben des eintönigen (und oft einfallslosen) Singsangs konnte man durchaus auch genießen. Das trockene Plopp bei jedem gespielten Ball, die Zurufe der Spieler untereinander, ja sogar das eine oder andere Keuchen nach einem Spurt – das hat was.“