Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil
geschrieben von Jochen Grotepass in Jochen G
Als der 1. FC Kaiserslautern am 26. März 2013 per Pressemitteilung ankündigte 52 Stadionverbote zu verhängen waren mehrere Dinge klar:
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Die Fanszene wird sich weiter spalten
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Vom 2008 angekündigten Schulterschluss mit den Fans ist nichts mehr übrig
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Eine individuelle Betrachtung und Auswertung aller Fakten vor der Erteilung des Stadionverbots hat wohl nicht stattgefunden
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Der Text der Pressemitteilung verbreitet eine differenzierte Sichtweise auf die Kriterien als die, in dem Schreiben des Stadionverbots genannten.
Von den Stadionverboten abgesehen, ging in der öffentlichen Diskussion unter, dass noch 78 Betretungs- und Aufenthaltsverbote für Fans des 1. FC Kaiserslautern ausgesprochen wurden, die vom Morgen des 5. April 6 Uhr bis zum kommenden Morgen (ebenfalls 6 Uhr) gelten.
Das leidige Thema Stadionverbot hat sicherlich schon viele Blogger schreiben lassen. Neben dem Thema Pyrotechnik wird kein Thema wird in den Fanszenen heftiger diskutiert als Stadionverbote.
Woran liegt es, dass so viele Stadionbesucher immer noch der Meinung sind, dass ein Stadionverbot nur dann verhängt wird, wenn eine strafbare Handlung nachgewiesen ist? Wurde nicht oft genug thematisiert, dass ein Stadionverbot im Grunde eine Unterwanderung unserer Gewaltenteilung darstellt? Die Exekutive “empfiehlt” einem Verein, ein Stadionverbot auszusprechen. Das Ganze geschieht ohne ein einziges Urteil durch ein deutsches Gericht. Es geschieht rein auf der von der Polizei ausgesprochenen “Empfehlung”.
Schau vorwärts, nie zurück, denn in der Zukunft liegt das Glück
geschrieben von Christian E. in Linker LäuferOstern, die Zeit der Suche und des Versteckens. Wenn ich Vorgesetzter des HSV wäre, ich hätte am vergangenen Samstagabend in München die Spieler nach der knappen Auswärtsniederlage im “Nou Camp von München” erstmal überrascht. Ich hätte den Mannschaftsbus versteckt und die Spieler ihre Ehre suchen lassen.
Groß schimpfen bringt jetzt auch nichts mehr. Soll ich euch niederschreiben oder verteufeln? Wie sagte es Carl Edgar Jarchow: “Wir brauchen die Mannschaft ja noch”. Für was? Bin ich ein Erfolgsfan, weil ich mich nun ärgere? “Wie kannst du nur? In guten wie in schlechten Zeiten.” Und diese gequollene Kacke, die ich so oft lesen muss in vielen Foren. Ab wann ist man denn kein Erfolgsfan mehr? Und ab wann man darf man sich beschweren?
Das Spiel am Samstag, es war schlecht. Es war so schlecht, dass ich zu meinem ungeborenen Sohn sage: “Werd bloß kein HSV-Fan!” Es war so schlecht, dass ich im Stadion in München nur da saß, obwohl ich sonst immer stehe. Es war so schlecht, dass nicht nur ihr euch schämt, sondern ich mich in Grund und Boden schäme. Es war so schlecht, das ich mich hinterfrage, ob meine Ansprüche zu hoch sind, oder die der Spieler so gering?
Frank Rost sagte: Schülermannschaft gegen Profimannschaft. Wo liegt jetzt die Beleidigung? Bei der Schüler- oder der Profimannschaft?
Aufarbeitung ist der erste Schritt in die Realität
Es war einmal … so fangen Märchen an. Und in der Tat, es begann wie ein Märchen und führte mich wie die sieben Geislein in den Magen der Bestia Negra. Nur dass ich aus dem Bauch herausgekotzt und mit Scham bespuckt wurde. Es fing doch alles so schön an … wie in einem Märchen.
Freitag. Noch einen Tag bis zur Demontage
Freitags ging die Reise los und führte meine Freundin und mich in Richtung Süden um die Landeshauptstadt von Bayern zu besuchen. Es begann eine Reise, die ich so schnell nicht vergesse. Grandios gestartet, ein Abend der Freude und Glückseligkeit, mit einem Kater am Morgen an einem Tag, der in die Geschichte eingegangen ist. Es war Feuer drin, an diesem Wochenende in München.
Als wir die Stadtgrenzen von München passierten und das Hotel in Sichtweite kam, da geschah es mit mir. Mit Augen so groß wie die des bösen Wolfs, so starrte ich daher. Da stand er. Der Mannschaftsbus meiner Helden aus dem grünen Alltag. Der Rauten-Express in vollem Glanz, umhüllt von einem schönen Blau. Und es passierte mit mir, was ich bis dahin nie für möglich gehalten habe. Ich verlor meine Gelassenheit, meine innere Ruhe und ich hätte mir vor Aufregung in die Hose machen können. Wegen einem Bus!!! Die innere Unruhe stieg an und ließ mich mit einem Lächeln fragen: “Die sind doch nicht etwa im selben Hotel wie wir???? Reisen die mir jetzt schon hinterher, die Würstchen aus dem Norden“??

Mit einem mulmigen, aber erhebendem Gefühl, sowie mit einem Grinsen ging es an die Rezeption zum Einchecken. Die erste berechtigte Frage: „Ist der HSV im selben Hotel wie wir”? Welche Antwort erwartet man da? Eine Ehrliche? „Das sind nur Fans, Fans, die glaube ich 6000 Euro bezahlen, um mit diesem Bus nach München zu fahren“. Das Schlimme daran. So unrecht hatte die Dame wirklich nicht. Denn, gespielt haben die wirklich wie manche Fans. Was soll’s. Es sollte besser werden.
Die Stadt wurde besichtigt – eine schöne Stadt, mit leckerem Essen und gutem Bier, ging es zufrieden am Abend zurück ins Hotel. Wie ein Blitz traf es mich. Durchzuckte meinen Körper und ich fühlte mich im siebten Blitz, ich war aufgeregt wie ein weiblicher Teenie vor Tokio Hotel. Ich wollte schreien und kreischen, die Pulsadern aufschneiden, vor lauter Glück. Sie waren da. Die Mannschaft übernachtete im selben Hotel wie ich. Tata.
Der erste Blick, der erste Kick. Unser Trainer saß mit seinem Gefolge in der Lobby und bestellte erst mal eine Flasche Rotwein. Nachdem ich allen Mut zusammen genommen habe und nach einem Foto anfragte, wie ein kleiner Junge der das erste Mal eine Rassel in Händen hält, lief ich aufgeregt ins Zimmer, machte mich frisch wie eine Prostituierte und saß nun unten an der Lobbybar, wartend auf ihre Freier.
Es hätte alles so schön werden können. Sogar als der eine Kellner zum anderen sagte und man das Getuschel leise mitbekam. „Die wollen schon wieder sechs Bier auf das Zimmer, die müssen doch morgen Abend noch Fußball spielen“. Selbst das irritierte mich in meinem Wahnsinn nicht.
Samstagmorgen. 10:00 Uhr. Noch 8,5 Stunden bis zum historischen Ereignis.
Der Samstagmorgen, selbst dieser fing an, wie der Freitag endete. Mit Aufregung und einem Adler, dem man zwar anmerkte, dass er nicht viel Lust hatte, aber sich doch zu einem Foto herabließ.
Ostern konnte beginnen und die ersten dicken Eier waren im Netz. Es war so schön … alles … es ging in die Stadt und gegen 14 Uhr Ortszeit traf er ein. Mein Freund und Bayernfan Bilbabo, ohne Jacke, dafür mit viel Durst. Das Bier lief und die Stimmung wurde immer nervöser. Nach einem kleinen Abstecher ins Barschwein, wo ich meinen HSV-Dad, Frank, begrüßen durfte, merkte ich: Bilbabo wird unruhig. Ein Bayernfan umgeben von grölenden HSV-Fans. „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“. Er zog von dannen und schaute mich überrascht an. “Es gibt eine HSV-Kneipe in München. Das hätte ich nie gedacht“. Oans, zwoa, gsuffa, mein lieber Freund. Überraschung. Wir sind überall.
Im Hotel wurde dann noch der nächste Bayernfan, Martin aus der Schweiz, eingesammelt. Der immer noch total irritiert aussah und sagte.“Eben als ich wach wurde, saß ich im Bus und wurde auf einer Fähre wach“. Sachen passieren aber auch. Geschlossen ging es dann heiter und vergnügt, in Unterstützung der grünen Schlümpfe, weiter zur angrenzenden Spaß- und Hüpfburg.
Samstag. 17:30 Uhr. Gleich geht’s los. Die Mission Auswärtssieg zum Greifen nahe.
Bilbabo, ich werde dein freudiges Gesicht und deine so kindliche Freude, dein Telefonat zu den Füßen deiner Arena nicht vergessen. Du erinnertest mich an mein Verhalten von Freitagabend. Und in diesem Moment war mir klar. Fußball ist soviel mehr als das, wofür es uns heute verkauft wird. Es begeistert Männer sowie Väter und befördert diese zu den glücklichsten Menschen. Du durftest lachen und bei uns wurde geflucht.
Samstag. Topspiel der Fußball Bundesliga. FC Bayern München – Hamburger SV. Anpfiff.
Und ganz ehrlich. Über mehr als den Anpfiff will ich gar nicht schreiben. Das war das einzige Highlight dieses Spieles aus Gästesicht. Ich kann über eure Leistung oder an eurer Teilnahme an diesem Bundesligaspiel nicht viel schreiben, weil es das schlechteste war, das ich je live in einem Stadion gesehen habe. Die Spiele aus der A-Klasse meines Heimatvereines mit eingerechnet.
Ich könnte jetzt schreiben: Frechheit, Witzfiguren, Nichtskönner, Dilettanten und ich will mein Geld zurück, ich mache es aber nicht. Jeder verliert mal. Auch mal hoch. Andere higher und einige … Die toppen das Ganze noch. War ja klar, dass wir es sind. Der HSV. Eines muss man euch aber zugute halten. Mit euch an unserer Seite wird es NIE langweilig.
Heiko Westermann: Es gibt keine Erklärung für das heutige Spiel. Ich schäme mich für mich und die Mannschaft und dafür, was wir für ein Spiel abgeliefert haben, so schwache 90 Minuten. Wir haben dem Gegner die Tore geschenkt, da wir auch wenn wir nicht unter Druck standen, den Bayern den Ball vorgelegt haben – und das geht nicht. Es waren heute zu viele Fehlpässe und zu wenig Fouls. Ich glaube, wir haben nicht einmal im Spiel gefoult und null Gegenwehr gezeigt. Es tut mir für die Fans und den Verein sehr leid. Das war die schlimmste und höchste Niederlage in der HSV-Geschichte und das ist einfach bitter. Es war einfach eine unterirdische Leistung und bitter für alle, die zugeschaut haben.
Doch, es war nicht alles schlecht. Der Optimist in mir zieht aus dem Negativen noch die positiven Fäden.
- Wir sind erst die dritte Mannschaft, die in dieser Saison zwei Tore in München geschossen hat. Applaus für unsere Spieler. Lassen wir sie für einen kurzen Moment hochleben.
- Wir waren 10.000 Gästefans
- wir blieben innerlich gelassen
- ich sah wenigstens eine Mannschaft, die Fußball spielte
- meine Freunde Bilbabo und Martin waren das erste Mal in der Allianz Arena bei einem Spiel ihrer Bayern. Für die beiden freut es mich. Die strahlenden Gesichter machen das Desaster ein wenig erträglicher.
- Mein Freund Bilbabo blieb nach einem Sturz hinab der Treppen in seinen heiligen Hallen unverletzt.
- Ich lernte, dass man Kopfschmerztabletten nicht unbedingt trinken muss, sondern auch lutschen kann.
- Ich habe viele Freunde wiedergesehen. Grüße an Yvonne, Marcel und Kevin. An meinen “Dad” Frank und an alle, die ich vergessen habe.
- Keine Pyrotechnik und keine Massenpanik. Keine Toten und Verletzten. Keine Kleinkinder in Flammen.
- Und wir waren bei einem Spiel mit 11 Toren.
- Wir können auch in dreißig Jahren noch erzählen. Beim 9:2, da war ich dabei.
- Und zu guter Letzt, wir steigern uns. Nach 5:0 und 6:0 in den beiden Vorjahren, gab es nun ein 9:2. Was kommt im nächsten Jahr?
Ihr merkt. Es war doch nicht alles sooo schlecht.
Goodbye München
Und nun freue ich mich auf Dienstagmorgen. Wenn es heißt. Die Arbeit ruft. Ich kann jetzt schon die Gesichter meiner Kollegen sehen. „War knapp am Samstag, was?“
Zu guter Letzt noch ein paar Grüße.
- Herr Van der Vaart: Vielleicht wäre es doch besser, Sie würden sich den Namen Ihrer Frau wieder in die Schuhe sticken.
- Herr Fink: Nicht jeder Rotwein vergrößert den Horizont und an die Spieler, die am Freitagabend in geselliger Runde sich des Öfteren sechs Bier bestellten, garniert mit einer Schale Nüsschen: Alkohol ist keine Lösung.
- Und an die Erfinder der Idee. Würstchen “for free” und freies Trinken nach dem Düsseldorfspiel. Wow. Mich würde diese Idee mehrere hundert Euro Kosten. Deswegen bleibe ich wohl fern. Guten Appetit an alle und hoch die Tassen.
In diesem Sinne. NUR DER HSV. ….. und nun. Heimspiel gegen Freiburg. Ich zitter jetzt schon. Fürth und Augsburg lassen grüßen. Kämpfen und siegen.
Schöne Grüße
Christian E.
Aggressiver Journalismus ist asozial
geschrieben von Matthias Saathoff in Matze's Viererkette
Die Tageszeitungen nach einem Bundesligawochenende aufzuschlagen ist immer mit dem Risiko verbunden sich unnötig den Blutdruck nach oben zu treiben.
Hooligans, kriegsähnliche Zustände, gewaltbereite Ultras und Randale sind nur einige der zahlreichen kreativen Ausbrüche von Journalisten, die sich über diese Kraftausdrücke profilieren möchten. Wo sind die neutralen Journalisten geblieben, die nicht darauf achten, welchen Umsatz der eigene Verlag macht, sondern die Wahrheit im Blick haben? Warum muss man sich begriffen bedienen, die mit der Realität nur selten etwas zu tun haben? Möchte man gezielte Stimmung anheizen um noch mehr Storys zu bekommen oder die Politik zum handeln zu zwingen?
Die Macht der Medien ist so stark wie nie zuvor. Politiker gucken erst in die Zeitung um sich die nächste Meinung für die Wahl zu besorgen. Keine eigene Kreativität mehr, sondern Politik wie es die Medien gerne hätten, gepaart mit zahlreichen und nichtssagenden Umfragen, die Ihre Thesen unterstützen.
„Wir sind sehr froh über den sehr guten Auftritt unserer Mannschaft in Bad Neuenahr. Jedoch bedauern wir in gleichem Zusammenhang die vereinzelten unnötigen Rufe und Äußerungen bezüglich der Leistung der Nummer 2 der Nationalmannschaft Almuth Schult, die während des Spiels aus unserem Fanblock gekommen sind. Wir distanzieren uns von derartigen Äußerungen auf das Schärfste“
Bernd Schröder in einem offiziellen Statement
Als ich diese Zeilen las, hatte ich schlimme Dinge im Sinn, die da wohl geäußert worden waren. Man kennt halt seine „Pappenheimer“. Deshalb war ich auch sehr gespannt auf die Kommentare im Internet zu diesem Thema. Was ich dann da las, ließ mich zweifeln, ob das ganze wirklich eine offizielle Pressemitteilung verdient hatte. Denn der Satz der gefallen war, „Almuth hat den Ball“ und etwas Gelächter über ihre Fehler, war der Anstoss für diese Aussage.
Eine Überschrift, die keine ist
geschrieben von Christian E. in Linker LäuferOhne Ideen und Schreibstil. Schreiblos in Wiesbaden. Ohne Mut und mit wenig Elan, fiel mir eine Zeit lang einfach nichts mehr ein. Was sollte oder konnte ich nur Schreiben? Plötzlich spürte ich sie. Die Blockade. Wie fasse ich das Gesehene in Worte und bringe es vor mir auf das virtuelle Blatt hernieder? Ich wusste es nicht mehr. Sollte ich über den Sieg in Dortmund schreiben? Vielleicht über die unsäglichen Heimspiele gegen Frankfurt, Fürth oder Augsburg? War der Lichtblick im Derby gegen Brähmen Grund genug? Ich wusste es einfach nicht mehr. Da passierte es. Sie sprachen zu mir. Mein Monitor sagte, “Hallo”, meine Tastatur signalisierte mir den Weg aus dem Dschungel der Buchstaben und die Boxen feuerten mich an.
Wie ein Feuerwerk am Abendhimmel. Wie ein fast ertrunkener sich über Luft freut, so saß ich da in meinem Zimmer in Wiesbaden. Der Monitor schaute mich plötzlich so fragend an, die Farben aus seinem Gesicht verschwunden? „Was ist los“? Die Tastatur vibrierte und die Tasten bewegten sich von ganz alleine. Die Signale waren eindeutig: „Bewege deine Finger und lass diese Schweben über meinen schwarzen zarten Tasten”. Die Boxen ermunterten mich: “Go Christian, Go Christian.“ Die Maus in meiner rechten Hand zuckte.
Ich muss zugeben: Wäre ich einer derer, die ihr Geld mit dem Schreiben verdienen, deren Leben davon abhängt, ich würde heute wohl in den Fluren des Arbeitsamtes sitzen, mit einer gezogenen Marke in der Hand, wartend in der Hoffnung auf die Durchsage: „Der nächste bitte“.

Von den roten Teufeln zur grauen Maus - Vom Verfall einer Identität
geschrieben von Jochen Grotepass in Jochen G
Sonntagmittag, 13:30 Uhr die beste Zeit um Mittag zu essen oder für manche zu einem Zweitligaspiel zu gehen. Ja klar, man kann sich über alles beschweren. Montags, 20:15, Samstag 13 Uhr und jetzt auch noch Sonntag 13:30 Uhr. Nie passt es mir. Anspruchsdenken eben.
“Wir sind von der Westkurv’ ihr wisst schon,
wir leben für unsern Verein,
wir stehen am Samstag im Stadion
und rufen laut HINEIN! …”
Samstag 15:30 Uhr, das ist die Fußballzeit und nicht mittags um eins oder montags um viertel nach Acht. Gut, ich bedanke mich dann einfach mal bei den Damen in Rot der letzten Saison, dass wir diese Saison schon wieder zu diesen komischen, fernsehgerechten Zeiten spielen und unterstützen sollen.
Als Kind (ja, und manchmal auch heute noch) gehört zu Weihnachten der Trickfilm „Das letzte Einhorn“. Hörte man als Kind also etwas vom roten Bullen, so dachte man stets an das flammende Biest, welches das niedliche Pferd mit dem Horn ins Wasser treiben wollte, wo alle seine Vorfahren schon waren. So ein fieser Möp! Jetzt, da ich mit 25 eigentlich erwachsen sein sollte, dachte ich mir bei einem Familienbesuch im schönen Leipzig, ich könnte den bzw. die roten Bullen ja mal in ihrer Höhle besuchen. Meinen Begleiter musste ich zwar zum Stadionbesuch überreden und ihm versichern, dass wir auf der Gästetribüne sitzen, gerade deshalb wollte ich aber mal wissen, wie das denn so mit den Vorurteilen gegenüber dem Verein steht, der die 50+1 Regel irgendwie missachtet – ab zu „RasenBallsport“ Leipzig gegen den VfB Auerbach.