Mo20May2013

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200px-1. FC Saarbrucken.svgJeder sieht seinen Verein als den „geilsten Club der Welt“ und als das einzigartigste Ding überhaupt an. Geschenkt. Und dass sich Fans eines Drittligisten ewig darüber beschweren werden, warum ihr Verein so selten in den Medien vorkommt – normal! Deswegen will ich einfach mal die Dinge nehmen, die meinen 1. FC Saarbrücken so besonders machen und die wohl außerhalb meiner kleinen Fanszene kaum jemand weiß.

Freitag, 02 November 2012 19:32

Fußballwoche Ausgabe 5

geschrieben von in Linker Läufer

Fußballwoche Ausgabe 5. Freitag der 02.11.2012. Noch 48 Tage bis zum Weltuntergang.

Was war das wieder eine Woche. Der Pokal zog in seine nächste Runde, leider ohne den großen Hamburger SV und ohne Überraschungen. Alle Vertreter aus der ersten Fußball-Bundesliga, bis auf Mönchengladbach zogen in die nächste Runde ein. Bayern besiegte die roten Teufel aus Kaiserslautern mit 4:0 – Dortmund gewann in Aalen 1:4 – Schalke 04 gegen Sandhausen mit 3:0 – Wolfsburg 2:0 gegen FSV Frankfurt und Düsseldorf kämpfte Gladbach nieder und gewann nach Verlängerung mit 1:0. Mit 3:0 gewannen die Schwaben aus Stuttgart gegen St.Pauli. Danke dafür.

FCB vs FCK 2012 DFBPokal 1

Zugegeben, als Berater in der Informationstechnologie sollten mir Anglizismen und Abkürzungen nichts ausmachen, nur zähle ich mich zu den, zugegebenermaßen mittlerweile recht selten gewordenen Exemplaren von Beratern, die die überbordende Flut der "verenglischten" Worte überhaupt nicht mag und von Menschen die nur mit Abkürzungen um sich schmeißen auch gerne mal die ausgeschriebene Form des Pseudo-Wissens abverlange.

Was hat das mit Fußball und hier insbesondere mit "meinem" Verein, dem 1. FC Kaiserslautern zu tun? Nun ja, waren "wir" doch am vergangenen Mittwoch zum "DEUTSCHEN REKORDMEISTER UND DEUTSCHEM REKORDPOKALSIEGER" in die Allianz Arena eingeladen, um dort den anwesenden 71.000 Zuschauern ein kurzweiliges Spektakel zu liefern. Genauso nervig wie diese Wörter in Großbuchstabe und auch noch fett geschrieben sind ist die ständige Wiederholung diese Schlagwörter durch den extrem nervigen Stadionsprechen in München.

FCKoeln vs FCK 20121Das Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern beim 1. FC Köln am vergangenen Freitag fällt im Selbstverständnis der Lautrer grundsätzlich in die Kategorie "da muss gewonnen werden". Das ist seit Menschengedenken - sorry - FCK-Fan-Gedenken - so und wird nie anders sein. Es sei denn ... - OK, nach der schlimmsten Saison aller Zeiten im Andenken aller FCK'ler ist es eben nicht immer so klar, wer wo gewinnen muss und wer wo dann letztlich gewinnt.


Der 1. FC Köln war schon seit Jahrzehnten so ein 6-Punkte-Garant. Bis, ja eben, bis letzte Saison. Da gab es nur ein mageres Pünktchen und die erste Heimniederlage seitdem sich manch ein Fan eben erinnern kann.
Nun denn, man fuhr eben nun an einem Freitag mittag nach Köln, um den Sicherheitskräften, dem Ordnungsdienst und auch der Polizei mal wieder das Letzte abzuverlangen. Jeder Mensch im Umfeld des Müngersdorfer Stadions musste um sein Leben bangen. Kinder wurden in Sicherheit gebracht, alte Menschen mit dem Hubschrauber ausgeflogen und jeder, der sich nach 15:30 Uhr noch im weiteren Sicherheitsbereich des Stadion befand war somit dem Tode geweiht. Halt, Moment - näh - nicht wirklich.
Man lief in Ruhe zum Stadion, aß eine "Stadionwurst" und trank noch eine Cola - aber alkoholfrei ;)

 

532 Tage lang mussten die Fans auf diesen Moment warten. Das Spiel der Spiele, nicht Clásico, nein Superclásico. Wir schreiben die 189. Auflage und die Hauptstadt befindet sich endlich wieder im absoluten Ausnahmezustand. Straßenkarawanen, Fahnenmeere, Schlachtgesänge vom Hafenviertel Boca bis in das feinere Viertel Nuñez im Norden der Stadt. Das Monumental, Spielstätte von Rekordmeister River Plate, ist fast komplett in den Farben Rot und Weiß gehüllt, explodiert beim Einlauf der Mannschaften förmlich. Man of the match: die Fans von River Plate, die kurz vor Schluss ganz hart auf den Boden der Tatsachen aufschlugen.

Montag, 29 Oktober 2012 11:51

Das Spiel aus mehreren Brillen

geschrieben von in Au stade

darm1Viel interessanter als der Sieg war die spontane Reaktion vieler Fans auf die Tatsache, dass der 1. FC Saarbrücken mal gewonnen hat. Kennt ja hierzulande im Ludwigspark kaum noch einer dieses Gefühl des Siegens. Fast zwei Monate Pause sind im Fußball des Jahres 2012, der verseucht ist mit unsinnigen Saarlandpokalvorrunden, ja lange genug.

Es gab sie wirklich, diejenigen die erst einmal groß enttäuscht waren. Ob sie den Namen FCS-Fans verdienen, weiß ich nicht. Sie stehen im Stadion, werden wochenlang mit schlechten Leistungen bedacht, dürfen sich dafür auch enttäuscht fühlen. Aber wie kann sich einer, der sich FCS-Fan schimpft, dann sogar noch enttäuschter fühlen, wenn es mal nach langer Durststrecke einen Sieg gibt? Das ist das eigentliche Rätsel des Spieltags für mich. Nicht wie der FCS gewinnen konnte.

bvbAls am vergangenen Mittwoch der BVB in der großen Champions League auf Real Madrid traf, habe ich kurz einen Moment gehabt, der emotionaler nicht sein konnte. Die letzten 10 Jahre liefen nochmal im Zeitraffer an mir vorbei und ich wusste wieder, wie dankbar ich sein muss, dass der BVB jetzt gegen Real Madrid antreten durfte. 
 
Im Jahre 2002 wurden wir Meister, spielten eine grandiose Saison und feierten Samba mit Dede, Ewerthon und Evanilson. Damals wussten wir noch nicht, für wie viel Leid und Elend wir uns diese Meisterschaft gekauft haben. Die Größenwahnsinnigen Meier und Niebaum wollten den BVB vor die Bayern bringen und wir mussten dann sehr schnell feststellen, dass es nur noch einen Weg für den BVB gab, den Weg nach unten. Borussia Dortmund stand kurz vor der Insolvenz, wir Fans hatten schon Pläne, Pläne wie wir den Verein Borussia Dortmund in die Westfalenliga begleiten und unterstützen. Der Weg war sehr ungewiss, der Weg war sehr traurig. Jeden Tag suchten wir das Internet nach neuen Nachrichten ab, die Nachrichtensender liefen Tag und Nacht bei uns. Ich weiß noch genau, wie ich am Tag der Entscheidung zum Arzt gegangen bin um Blau zu machen. Ich konnte nicht zur Ausbildungsstelle gehen, ich musste moralisch für meinen Verein da sein. Als dann die Entscheidung fiel und der BVB gerettet war, ja da musste ich weinen, weinen vor Freude.