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Sonntag, 28 April 2013 12:35

Anspruch vs. Wirklichkeit

geschrieben von in 360°-Pass

© JiSIGN - Fotolia.com„Eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit“.

Davon ist oft die Rede, wenn wieder mal Erklärungen für die Krise bei seinem Verein gesucht werden. An der Grenze zur Phrase, aber so banal es auch klingen mag: Wenn man mal genauer hinschaut, steckt da ganz viel Wahrheit drin. Und genau das will ich hier mal tun …

Donnerstag, 25 April 2013 14:17

Ein Mittwoch im April 2012

geschrieben von in Henning
Was für ein Freudentag ... der Himmel ist weißblau und der große FC Bayern steht im Champions League Finale, das dann auch noch am 19.Mai dahoam ausgetragen wird. Reporter Wolfi Fuss hat während des gigantischen Spiels einen sonnenbebrillten Jerome mit seinem Cabrio durch das Santiago Bernabeu zu Madrid fahren lassen. Auf den Tribünen des wunderbaren Estadio sah man 4000 Freibiergesichter um die Wette strahlen. Gerade hatte Urbayer Schweini, die bessere Hälfte von Prinz Poldi, den letzten Elfer an Iker Casillas vorbei geschoben. Auf dem Weg zum Schuß hatte er sogar seine Eier wiedergefunden, was naturgemäß kein Nachteil ist, wenn man zum Schuß kommen will... Bei Franckenstein waren alle Wunden verheilt und Metzgermeister Uli biß freudestrahlend in jedes Mikrofon. Moderator JBK mühte sich vor über 10 Mio Fernsehzuschauern seine hart erworbenen Deutschkenntnisse (bilden sie einen Satz mit Subjekt, Prädikat, Objekt) umzusetzen, es blieb aber bei zwei Worten : Finale daheim - dahoam ging bei Kerner irgendwie nicht ! Hollands bester Elferschütze Arjen versuchte vor laufenden Kameras eine stümperhafte Bewerbung für den bayerischen Komödienstadel, die der Kaiser gar nicht lustig fand und gleich vernichtete. Mittlerweile war es stockdunkel geworden, aber was für eine schöne Nacht. Von der Münchner Leopoldstraße machte mir sogar die hübsche Andrea Kaiser ihre Aufwartung, die mich mit ihren funkelnden Augen aufzufressen schien. Es war Zeit in´s Bett zu gehen ... doch selbst im Schlafzimmer waren die Jubelgesänge deutlich zu hören ... Jubelgesänge in einem Kneippkurort ... was für eine schöne Nacht ... der Premium Class Kurort feiert die Champions League ... sensationell und ich mitten drin ... aber ...
 
... ja aber ... richtig, ich bin ja gar kein Bayern-Fan ... auf Europas Bühnen konnte ich zwar Sympathien für den Verein entwickeln ... aber NEIN, ein Bayern-Fan bin ich nicht ...
 
MEIN Verein war abgestiegen - MEIN Verein ... das ist der AC CesenA, der sich seit dem 25.4.2012 wieder Cesena schreibt. Den endgültigen k.o. hatte den Romagnoli von der Adria eine alte Dame mit jugendlichem Namen versetzt. Juventus Turin gewann am fünftletzten Spieltag 1-0 im total ausverkauften Dino Manuzzi - 23800 Zuschauer sorgten für einen absoluten Einnahmerekord und leider auch für viele traurige Gesichter ... ja, seit 19.54 Uhr an diesem Mittwochabend bin ich wieder zweitklassig und mein Herz blutet. Die Hoffnung hatte ich schon seit Anfang Februar verloren, als meine Seepferdchen (der Spitzname des AC CesenA) bei Kloses Lazio Rom ein 2:3 kassierte. Cesena hatte zur Pause 2:0 geführt, freute sich über seinen Neuzugang Vincenzo Iaquinta und war sogar in Überzahl. Doch dann drehte Lazio innerhalb weniger Minuten das Match und mit dem Abpfiff war ich wie viele andere Tifosi sicher, dass die Saison 2011/12 kein gutes Ende nehmen würde ...
 
Und so begegneten sich am 25.4.2012 Licht und Schatten, wie ein guter Freund treffend schrieb ... Und wenn man auf der Schattenseite sitzt, ist man traurig, sehr traurig ... wie und wann ich dann doch in den Schlaf gekommen bin, weiß ich nicht mehr ... aber in Madrid werden bei einigen schon wieder die Lichter angegangen sein ...
 
FORZA CESENA ... sempre al tuo fianco
 
Cordiali saluti, Henning 

echte liebeWieder einmal war es soweit. Das, was jeder Fan – egal welchen Vereins zugehörig – schon erlebt hat und immer wieder erleben wird: Die Identifikationsfigur des Vereins verlässt den Verein ­­– allen vorherigen Treueschwüren zum Trotz. Mario Götze spielt ab der Saison 2013/14 beim FC Bayern München. Enttäuschung, Frust und Ärger bei vielen BVB-Fans. Und die Frage, die sich viele stellen: Wie viel Liebe ist überhaupt noch echt?

Wir leben in einer Zeit, in der Beziehungen jeglicher Art ohnehin nur noch eine geringe Halbwertszeit haben. Die Scheidungsrate liegt bei knapp 50%. Fifty fifty die Chance, ob es ein Leben lang hält oder nicht.

Genauso im Fußball, sogar schlimmer: Das, was der Verein für die Fans ist, ist er vermeintlich nicht für viele Spieler: Ein Fixpunkt, den man nicht mehr wechselt, wenn man sich einmal festgelegt hat. Vermisst werden die Zeiten, in denen Spieler noch ihr Leben lang bei dem immer selben Verein spielten. Ein Fritz Walter, der allen Angeboten zum Trotz beim FCK blieb – und zum Held wurde. Die Helden von heute muss man mit der Lupe suchen: Ryan Giggs bei Manchester United und Iker Casillas bei Real Madrid fallen einem spontan ein. Die Helden der Neuzeit.

Aber lösen wir uns doch mal von der romantischen Traumwelt

Schauen wir auf uns selbst, fällt auf: Wir erwarten Dinge, die kaum einer von uns selbst im Stande ist einzuhalten. Wer ist denn noch sein Leben lang am selben Arbeitsplatz? Wer zeigt denn noch uneingeschränkte Loyalität auf anderen Ebenen, außerhalb des Fußballs? Letztendlich ist für einen Profifußballer der Fußballverein ja auch nicht mehr als ein Arbeitgeber.

In Dortmund steht an allen Ecken „Echte Liebe“ geschrieben.

Nur eine Marketingfloskel? Nur ein auf Kommerzialisierung ausgerichteter Leitspruch, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen? NEIN. In Dortmund hat man das Gefühl, dass für den Zeitraum der „Partnerschaft“ zwischen Spieler und Verein, die Liebe echt ist. Das spürt man in den Interviews, auf dem Platz und in allen Äußerungen. Doch tatsächlich ist es eben „nur“ „Echte Liebe“, nicht „Ewige Liebe“. Aber ist das nicht sogar viel wertvoller?

Enttäuschung, Ärger und Frustration ist vorprogrammiert. Immer wieder werden Identifikationsfiguren den Verein verlassen – von welchen Motiven auch immer geleitet. Es war nie anders und wird nie anders sein: Spieler kommen und gehen – was bleibt, ist der Verein. Das ist die Konstante, das ist die echte Liebe. Und das wird man auch heute Abend im Stadion spüren.

Bildquelle: http://www.gibmich-diekirsche.de

Dienstag, 23 April 2013 15:14

Die verlorene Unschuld

geschrieben von in Frauengeschichten

Wir schreiben den 4. Spieltag der Frauenfussballbundesliga. Dieser 30.09.2012 sollte vielen in Erinnerung bleiben, wenn auch nicht in guter. Nach dem Abpfiff schrieben die Zeitungen von Skandal, von der verlorenen Unschuld des Frauenfussballs.

bvbSeit heute ist es perfekt. Mario Götze wird den BVB in Richtung FC Bayern München verlassen, ein Wechsel der dem BVB 37 Millionen Euro einbringt und damit zum Rekordtransfer innerhalb der Bundesliga wird. Götze wird dort 2 Millionen mehr verdienen als beim BVB. So viel zu den Fakten.

Die Gefühlslage die so ein Transfer mitbringt ist gemischt, zum einen ist man enttäuscht, auch weil Mario mit dem Wechsel zum FC Bayern einen Schritt geht, der viele Fans verärgert, mich natürlich auch.

2 Dinge gibt es bei diesem Transfer aber, die mich nachdenklich stimmen.

Sonntag, 21 April 2013 19:35

Hinter dem eigenen Anspruch

geschrieben von in Frauengeschichten

Eben noch freute man sich über die Punkte die Frankfurt hatte liegen lassen, jetzt steht man selbst wieder mit dem Rücken zur Wand. Denn dank der Niederlage gegen die SGS Essen muss am Mittwoch gegen den FFC schon fast ein Sieg her. 

Doch wie soll das gelingen? Ich habe so meine Zweifel wie das werden soll. Nicht das ich der Meinung bin, dass man nicht auch mal ein Spiel verlieren kann. Nein, dass ist es wahrlich nicht. Die SGS ist ein gutes Team, zu Hause durchaus eine Macht. Aber die Art und Weise der Niederlage war doch erschreckend. In den 90 Minuten sah ich ein Team in blau, dass gegen elf Spielerinnen in rot spielte. An diesem Tag der entscheidende Unterschied.

Mittwoch, 17 April 2013 09:31

Post vom Fußballgott

geschrieben von in 360°-Pass

Ein Tag im Mai 8Haue für Aue. So meine Hoffnung vor dem Spiel unseres FCK im Erzgebirge. Tatsächlich waren wir es, die Haue bekamen – und das zurecht. Auf dem Weg der Ursachenforschung erreichte mich ein Brief vom Fußballgott höchstpersönlich. Nun wir einiges klarer …

Betreff: Mentalität schlägt Talent

Sehr geehrte Lautern-Fans,

nur wenigen Vereinen sind die Gesetze des Fußballs so bekannt wie Euch. Alle Höhen und Tiefen des Fußballs habe ich Euch schon durchleiden lassen. Und ganz ehrlich: Bei keinem Verein macht es mir so viel Spaß.

Doch verzeiht mir: Am Montag war wieder so ein Tag, an dem Ihr es mit aller Härte spüren musstet. Mentalität schlägt Talent. Kaum ein Verein weiß das doch so gut wie Ihr: Die umgebogenen Spiele in der Nachspielzeit, die erkämpften Siege als Underdog. Was habe ich nicht alles für euch getan.

Die Tugenden des Fußballs verkörpern? Da ward Ihr doch sonst immer ganz vorne mit dabei: Leidenschaft, Kampfgeist, Einstellung, Mentalität. Und was sah ich da am Montag? Arroganz, Überheblichkeit, Zufriedenheit. Als Fußballgott ist es meine Aufgabe, solche Sachen zu bestrafen. Nicht der erste Denkzettel in dieser Saison, aber das merkt Ihr ja selber.

Ich würde euch gerne mal wieder belohnen, aber nicht so. Das ist nicht der FCK, den ich schon so oft zu Ruhm und Ehre verholfen habe.

Und nur noch nochmal, damit ihr es versteht: Die Einstellung, der Siegeswille, die Mentalität entscheidet darüber, wie viel euer Talent und die spielerischen Fähigkeiten wert sind. Mein Eindruck: Einigen von Euren Spielern ist das Best-of Video bei Youtube wichtiger, als die Ziele der Gemeinschaft.

Und wer meint, gegen einen dezimierten Abstiegskandidaten nur noch 60% geben zu müssen, der muss bestraft werden. Nichts anderes hattet ihr verdient. Blamage zur besten Sendezeit.

Ich hoffe ihr lernt daraus und ich verspreche euch: Wenn sich Besserung erkennen lässt, bekommt ihr eure Relegationsspiele gegen Hoffenheim. Und da kann ich mich heute schon festlegen: Das Ding mach ich euch so oder so klar.

Mit sportlichen Grüßen

Euer Fußballgott

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