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Dienstag, 09 Oktober 2012 19:26

Wie mich Mario Basler zu Werder brachte

stadionbesuch teaserMorgen erscheint im Werkstatt-Verlag das Buch "Mein erster Stadionbesuch" von Jannis Linkelmann, Heidi Marinowa und Martin Thein. Wie die Herausgeber im Interview uns schon sagten, gab es mehrere hundert Zuschriften die leider unmöglich alle in einem Buch Platz gefunden haben und trotzdem ihren persönlichen Charme besitzen. Als Vorgeschmack auf das Buch veröffentlichen wir heute einen Auszug, in dem ein bekennender Fan von Werder Bremen, Arne Langhann, beschreibt, wie ihn Mario Basler in den 90er-Jahren zu den Grün-Weißen führte:

Meine Liebe zu Werder Bremen begann mit Mario Basler. Ich war selber ein begeisterter Fußballspieler und als mir jemand erzählte, dass Mario Basler es geschafft hat, ein Tor von dem Eckpunkt zu erzielen, war es um geschehen. Ich empfand Basler immer als präsentesten Spieler des SV Werder mit seiner eigenen Art Fußball zu spielen. Dazu kam die Tatsache, dass für mich als gebürtigen Kieler im Norden eigentlich sonst alle HSV-Fans sind. Aber ich konnte mich mit den Leuten und der dazugehörigen Attitüde nicht anfreunden. Also entschied ich mich für Werder Bremen und Mario Basler. Mein Großvater ist in Hamburg aufgewachsen und Anhänger des FC St. Pauli. So konnten wir alle mit unseren Vereinen leben und unser Großvater nahm uns auch oft mit ans Millerntor, wo mein großer Bruder und ich schon früh mit den Punkern auf die Flutlichmasten kletterten. Das war damals noch Zweitligafußball. Als die Kiezkicker Mitte der Neunziger den Aufstieg in die erste Bundesliga schafften kam es wie es kommen musste. Mein Großvater lud mich zum Spiel Werder Bremen gegen den FC St. Pauli ein. Wie aufregend! Das Stadion wirkte so unfassbar riesig auf mich und ich hatte noch nie so viele Leute mit Werder-Trikots, Fahnen und anderen Verkleidungen gesehen. Ich war restlos begeistert. In meiner kindlichen Naivität war ich auch sehr erstaunt, wie viele Leute hier gleichzeitig auf Toilette gehen konnten! Das Spiel gegen die Hamburger war eher mittelmäßig, aber als Mario Basler mit dem Ball vom eigenen Sechzehner bis zum gegnerischen Strafraum sprintete, hielt es mich kaum noch auf meinen Sitz. Ganz Bremen jubelte! Und ich mittendrin. Auffällig war auch, wie schön diese Stadt ist und wie nett die Menschen sind. Die Lage dieses schönen Stadions ist einmalig. Ich liebe es, vor dem Spiel das Wasser der Weser zu beobachten und danach in aller Ruhe in den Block zu gehen. Die ganze Stadt steht hinter diesem Verein und seitdem bin ich regelmäßig in Bremen zu Gast und begleite die Mannschaft auch auswärts. Unter anderem hatte ich auch das Vergnügen, die historische Pleite in Heidenheim mit anzusehen zu müssen.

Werder Bremen ist ein fester Teil meines Lebens und ich hoffe für die Mannschaft, die Stadt, die Fans und mich, dass wir diese Saison wieder unseren geliebten Offensivfußball sehen können und dazu "LEBENSLANG GRÜN-WEISS" singen werden. Nur Mario Basler habe ich schnell abgeschworen. Als ich nach seinem Wechsel zu den Bayern weinend auf unserer Treppe saß, wusste ich, dass Spieler kommen und gehen, der SV Werder aber immer in meinem Herzen bleibt.

Geschrieben von Arne Langhann, Werder Bremen Fan

FANKULTUR.COM veröffentlicht Texte die im Rahmen des Buches "Mein erster Stadionbesuch" geschrieben wurden, jedoch nicht im Buch zu finden sind.

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