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Samstag, 17 November 2012 19:38

Fränkisch – Bayerisches Derby: Ein Zwischenruf

geschrieben von

Lautrer Torjubel

von unserem Autor Julius Wiechmann

Bayern-Derby. Der Glubb gegen die Bayern. Ein brisantes Spiel. Die Schickeria München ist zu Gast bei den Ultras Nürnberg. Ein Spiel, das Spannung verspricht. Im Vorfeld haben der kürzlich wiedergewählte Bayern-Präsident Uli Hoeneß wie auch Kapitän Lahm und Sportdirektor Sammer dazu aufgerufen, auf pyrotechnische Gegenstände zu verzichten. Gebracht hat der Appell scheinbar nichts. Bereits kurz vor Anpfiff brennt und raucht es im Münchner Block. Gerade der Verein, der Verein, der den Richtlinien des Papiers „Sicherer Stadionbesuch“, das auch die rigorose Ablehnung von Pyrotechnik beinhaltet, scheint einen Teil seiner Fans nicht im Griff zu haben. Hoeneß und Co. Möchten das Image eines Vereins pflegen, der über eine selber aufgebaute, starke Wirtschaftskraft verfügt und der dank seiner vorbildlichen Fans in Europa und der Bundesliga immer gern gesehen ist. Das scheint nur bedingt zu klappen.

Dienstag, 13 November 2012 21:12

Was nicht passt, wird passend gemacht

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polizei kontrolleDer FC Bayern hat es also geschafft. Er hat zwei Zelte aufgestellt und damit eindrucksvoll bewiesen wie Stadionsicherheit im Jahr 2012 funktioniert. Nichts ist passiert, beim Hochsicherheitsspiel gegen die Eintracht aus Frankfurt. Nicht mal von Wunderkerze im Stadioninnenraum ist die Rede. Folgerichtig verkündet der Vorzeigeverein aus Bayern auf seiner Webseite die erfolgreiche Durchführung der Maßnahmen und ist stolz wie Bolle ob des Lobs durch die DFB-Sicherheitsaufsicht in Person von Kurt Benisch, der „die Maßnahme begleitet, protokolliert und für gut befunden.“ hat. Und obendrauf noch ein Schreiben von Polizeivizepräsidenten Robert Kopp, für den der Samstag ein erneuter Beleg dafür ist, „dass der FC Bayern München seiner Verantwortung für die Gewährleistung des sicheren Verlaufs von Fußballspielen nachkommt.“ Glückwunsch FC Bayern - wir gratulieren!

Zu was eigentlich? Dazu, dass man es geschafft hat ohne Not Öl ins Feuer zu gießen? Dazu, dass man es einmal mehr geschafft hat zu zeigen, dass dem FC Bayern an Fans mit eigener Meinung nichts zu liegen scheint - man es gar für angemessen hält offizielle Stellen des gegnerischen Vereins zu ignorieren.

Die Maßnahmen seien ein Erfolg, weil man es geschafft hat die Sicherheit von 71.000 Zuschauern zu gewährleisten. Ich fall vom Hocker! Mord und Totschlag in allen anderen Stadien, aber zwei Zelte und beim FC Bayern herrscht Sicherheit. Und damit die Aktion auch erfolgreich wird, verzichtete man im Vorfeld auf die Einbindung von Fanbetreuung und Sicherheitsbeauftragten aus Frankfurt. Wehrmutstropfen: Die schlauen Hessen haben davon durch Zufall mitbekommen und wollten darüber reden. „Was reden?! A geh… mia san mia“ *tut tut tut* *aufgelegt* Dialog Fehlanzeige. Dass die Eintracht-Verantwortlichen sich vor Ort darum bemühten, die Untersuchungen im Zelt zu verfolgen. Lästig! Unerwünscht! Allein die Tatsache, dass man sich zu den „Boykotteuren“ stellte, Majestätsbeleidigung im Freistaat Bayern. Die Staatsanwaltschaft scheinbar verwundert, ob des Verhaltens. Tja ihr Bayern, in Frankfurt kümmert man sich wohl um seinen Anhang.

20 Messer, 2 Schlagstöcke, 1 Schlagring, 1 Sturmhaube, Pfefferspray und Kokain. Das ist die Bilanz von Samstag. Nun muss man klar festhalten: Wer sich mit derartigen Gegenständen in Richtung eines Fußball-Stadions begibt, braucht kein Zelt, sondern andere geschlossene Einrichtungen. Und beim ersten Lesen der Pressemitteilung des FC Bayern könnte man tatsächlich denken: „Gott sei danke haben sie Zelten aufgebaut um das Zeug zu finden.“ Aber man könnte sich auch Fragen: „Was zum Geier machen den die Ordnungsdienste falsch, wenn solche Utensilien erst im Zelt gefunden werden.“ Alles einer Frage der Sichtweise. Die zweite Meinung fällt aus, wäre sie doch ein Armutszeugnis für den FC Bayern München.

Der FC Bayern jedenfalls verkauft die Aktion als Erfolg. Nur jetzt wird’s ganz dumm. Nichts davon wurde in den extra aufgebauten Zelten gefunden. Ja Sakrament! Schlagstöcke, Schlagring, Sturmhaube und Sprays gehen laut Polizei auf eine Vorkontrolle von vier PKW Insassen an einem Rastplatz zurück. Die Messer tauchen im Polizeibericht nicht mal auf. Bayern München erklärte, die Messer seien im ganzen Stadionumfeld gefunden worden. Wo genau, könne man nun auch nicht mehr sagen.

Wozu also all der Terz? Wozu diese Provokation? Wozu all das, was Vereins- und Fanvertreter in der Diskussion rund um das Sicherheitspapier gefordert haben, mit Füßen treten? Wegen der Erkenntnis, dass ja alles Problemlos ablief und „nur“ rund 250 Fans vor den Stadiontoren blieben. Ja, liebe Bayern – die geringe Solidarität des Frankfurter Anhangs ist sicher für kommende Aktionen ein Erkenntnisgewinn und aus eurer Sicht – und derer der Sicherheits-Hardliner – als Erfolg zu werten. Eure Versuche es schön zu schreiben, sind aber einfach nur als kläglich zu bezeichnen. Was nicht passt, wird passend gemacht? Wenn ich einen Tipp geben darf: Macht euren Umgang mit Fans mal passend, der passt nämlich zur Zeit gar nicht. Am Donnerstag ist Eure Jahreshauptversammlung: Vielleicht beginnt da der Dialog. Wobei.. vielleicht geht eurem Uli H. bei Fan-Themen wieder das Messer in der Hose auf. Vielleicht eines der 20, die man im Stadionumfeld aufgesammelt hat. Passt scho!

fankulturDie Woche hat wieder aufgezeigt, in welchem Dilemma sich die deutsche Fankultur bzw. der Fan an sich befindet. Am einen Tag Krawallberichte aus Hannover, am Tag drauf der Fan-Gipfel in Berlin mit einer abschließenden gemeinsamen Erklärung. Und zwischendrin: Kaffee und Kuchen am Geburtstagstisch, wo ich merke, in welchem Teufelskreis man hier eigentlich steckt.

Mittwoch in Hannover. Dresden im DFB-Pokal bei Hannover 96. Nichts Außergewöhnliches erstmal. Noch vor Spielbeginn muss man dann jedoch einsehen: Dresden Anhang und DFB- Pokal ist eine besondere Angelegenheit. Zwei Welten begegnen sich und scheinen sich einfach nicht zu mögen. Nicht nur, dass Hannover dem 10.000 Fan starkem Anhang eine komplette Tribüne reserviert hat, sondern auch, dass wieder eine Gruppe die Bühne DFB Pokal genutzt hat, allein mit dem Ziel, sich medial zu präsentieren. Ob gewollt oder ungewollt spielt dabei keine Rolle. Was hängen bleibt ist: Der DFB-Pokal und Dresden, damit assiziiert man leider Pyro, Krawalle und Gefahr. Seit Mittwoch nicht mehr nur wegen Dortmund. Der neutrale Betrachter fragt sich: Warum ist das so und warum gerade immer die Dynamos aus der Elbmetropole? Letztlich torpedieren solche Bilder den tags darauf organisierten Fan-Gipfel in Berlin und dessen Bemühungen und Ziel, den Verbänden und der Politik einen alternativen Weg aufzuzeigen. Den Fans jedenfalls nutzen diese Berichte gar nicht, im Gegenteil. Sie spielen allein den Hardlinern in die Karten. Man kann jetzt schon wieder die Uhr danach stellen, bis Polizei und Politik diese Entwicklungen zu nutzen machen und in radikale Forderungen umwandeln werden.
Dass diese Berichterstattung nur die eine Seite der Medaille ist, bekommt man erst mit etwas Abstand mit, wenn Fans und Augenzeugen ihre Sicht der Dinge darstellen. Natürlich sollte man diese auch mit Vorsicht und Augenmaß betrachten. So der Fall in Hannover, wo ein 17-jähriger weiblicher Fan aus Dresden dem Sicherheitskonzept am Einlass in Hannover schwere Vorwürfe macht. Es ist mindestens als fragwürdig zu bezeichnen, wenn der Teil der Fans die sich eben aus Gefahrenzonen heraus halten wollen, durch Sichehrheitmaßnahmen eben jenen Gefahren ausgesetzt werden. Sind es nicht eben jene Fans, die man vor Gewalt schützen möchte? In die mediale Öffentlichkeit schaffen es derart kritische Aussagen nur selten, wie jüngst im Nachgang zum Revierderby in Dortmund. Die dort gleichermaßen artikulierte massive Kritik am Polizeikonzept, auch aus renommierten Redaktionsstuben wie Spiegel Online, fasste Raphael Buschmann exemplarisch wie treffende zusammen, als er im Kreise der scheinbar konspirativen Schalker Fans nach Dortmund anreiste. Liest man seinen Erlebnisbericht "Mit Sicherheit am Ziel vorbei", so findet man erstaunlicherweise viele deckungsgleiche Aussagen und Erfahrungen mit jenen des Dresdner Anhangs in Hannover: Verfehlte Polizeitaktik, überforderte Sicherheitskräfte am Einlass und schlussendlich als Resultat Pyro im Stadion – der Inbegriff für Gewalt schlechthin. Aber darf sich die Polizei diese Bilder zunutze machen, wenn sie doch mittlerweile ein "Player" in diesem Spiel ist?

Donnerstagnachmittag im Schwäbischen. Geburtstag im Familienkreis, man kommt mit dem Besuch ins Gespräch: Über Fußball, den VfB Stuttgart und Stadionbesuche landet man zwangsläufig beim Thema "Sicherheit im Stadion". „Wir haben es doch grad erst in den Radio-Nachrichten gehört, dass die in Hannover wieder randaliert haben. Da muss man doch endlich mal handeln!“, erklärt der oft zitierte "normale Fans", wenig im Thema und den dazugehörigen Details stehend.
"Ja muss man, aber nicht von oben herab!", erwidere ich. Dann folgt ein fast 10 Minuten lang andauernder Monolog über das Problem von Willkür, Repression und populistischen Forderungen aus der Politik. Dieser mündet in der abschließenden Frage, ob Maßnahmen wie Vollkontrolle, Entzug von Kartenkontingenten und Geisterspiele eine Antwort auf das generelle Gesellschaftsproblem steigender Gewalt ist? Stimmt, es ist ein gesellschaftliches und eben kein Fußball-Problem…

Zeitgleich in Berlin. Über 250 Fanvertreter von 49 Vereinen von Bundesliga bis Regionalliga beraten und diskutieren im VIP-Zelt von Union Berlin. Der Fangipfel gilt als erster Versuch, sich mit einer Stimme gegen die einseitigen Forderungen nach mehr Sicherheitsbestimmungen zu stellen. Anwesend auch Andreas Rettig, designierter DFL Geschäftsführer, der mit seiner Teilnahme ein Zeichen setzt. Wahrscheinlich ist es zu früh über Details zu reden, aber es ist Zeit für „verbale Abrüstung“ wie Rettig es formulierte. Recht hat er: Wer den Dialog möchte, sollte nicht verbal mit Steinen werfen und Feuer zündeln. Die Forderungen in der Abschlusserklärung des Fangipfels sind einfach, fast banal, doch in ihrer Gesamtheit allesamt zu begrüßen. Die DFL, der DFB und die Vereine sind aufgefordert, dies als Grundlage für weitere Gespräche zu nehmen. Und wir Fans müssen uns daran messen lassen. Alle zusammen sind wir "DER" Fußball – die Solidargemeinschaft Fußball. Wenn wir ihn so erhalten wollen, wie wir ihn lieben, dann müssen wir gemeinsame Nenner finden. Und Politik und Polizei sollten dies als klare Ansage verstehen. Fußball eignet sich nicht, um von eigenen Versäumnissen abzulenken.

Mittwoch, 31 Oktober 2012 15:01

Sicherheit vs. Fankultur

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polizei kontrolleDas Thema Stadionsicherheit wird seit längerer Zeit mehr und mehr diskutiert. Nachdem die Medien öfters über Fan-Übergriffe und verbotenen Handlungen im Stadion berichtet haben, reagierten zunächst die Innenminister und forderten durchweg ein konsequentes Vorgehen gegen Pyrotechnik, politisch inkorrekten Werbebannern und Fangewalt. Besonders der nordrhein-westfälische Innenminister Jäger brachte den Stein ins Rollen, indem er die Vereine stark unter Druck setzte.

Angeblich sei die Polizei überlastet. Sicher haben Spiele wie Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden im DFB Pokal, das Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC oder das vergangene Revierderby Dortmund gegen Schalke nochmal Öl ins Feuer gegossen. Derart unter Druck gesetzt hat sich die DFL diesem Thema angenommen und raus gekommen ist dabei das umstrittene 33-seitige Positionspapier "Sicheres Stadionerlebnis", welches von vielen Vereinen und Fanclubs abgelehnt beziehungsweise nicht eins zu eins angenommen wird. Die Tatsache, dass Borussia Dortmund dieses befürwortet, rührt wahrscheinlich daher, dass Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball bekanntermaßen DFL-Vorsitzender ist. Aber Rauball ist auch Jurist und kann sich als Sozialdemokrat auch Justizminister a.D nennen. Und gerade die Juristen -die Fananwälte- haben große Bedenken. "Das Papier ist zum großen Teil rechtswidrig und schränkt die Freiheits- und Persönlichkeitsrechte der Fans zu sehr ein.", so die juristische Stimme der Fans. Hier ein Beispiel: Geht man davon aus, dass körperliche Untersuchungen, also auch in den Körper reingucken, ohne Arzt und Richter oder Staatsanwalt durchgeführt werden können, so geht das über das Maß der deutschen Strafprozessordnung hinaus, die gerade versucht eine Harmonie zwischen Freiheit und Sicherheit sowie Ermittlungsinteresse zu erreichen. Rechtstaatliche Prinzipien wie "Verhältnismäßigkeit" und "Angemessenheit" schienen bei der Ausarbeitung des Papiers ein wenig stiefmütterlich behandelt worden zu sein. Sicherheit um jeden Preis kollidiert nun mal mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Natürlich ist das für die DFL-Lobby völliger Humbug und ein Sprecher äußerte sich in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung folgend: "Die im Konzeptpapier (...) vorgeschlagenen Maßnahmen werden in den verbandsrechtlichen Vorschriften selbstverständlich so ausgestaltet und in der Praxis selbstverständlich so umgesetzt, dass sie mit dem geltenden Recht in Einklang stehen" Selbstverständlich ist Sicherheit wichtiges Gut und bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Aber kann man Sicherheit um jeden Preis erzwingen? Oder will die DFL durch bewusst überzogene und unangemessene Forderungen, so viele Einschränkungen wie möglich raus kitzeln? Schließlich wird hier in Deutschland jedes Gesetz, jede Richtlinie und jedes Konzept zehnmal ausdiskutiert, bevor man es für verbindlich erklärt. So funktioniert nun mal ein moderner aufgeklärter Rechtsstaat. Insoweit kann man sicher davon ausgehen, dass am DFL-Sicherheitskonzept rechtskundige Leute mitarbeiten. Dem Grunde nach ist es nichts als der übliche Kuhhandel, wenn es um die Einschränkung von Freiheits- und Persönlichkeitsrechten geht. Seit 2001 ist dieser Markt ja florierend und ruft Meinungen aller Couleur zum Feilschen auf. Die Sicherheitsdebatten um Nine-Eleven müssen ja hier nicht alle aufgezählt werden.

Der Fan dürfte am wenigsten vom Sicherheitskonzept begeistert sein - zumindest nicht der freiheitsliebende Fan, der seine Rechte als Bürger dieser Republik kennt. Nicht jeder Fan, der im Stadion für Stimmung sorgt ist ein schlagender, randalierender, homophober und rassistischer Hool, der das Fußballstadion als Schlachtfeld sieht. Folgt man dem Sicherheitspapier, so wird er mit einer Minderheit gleichgesetzt. Jeder ist ein potentieller Sprengstoffschmuggler. Kein Wunder, dass das "Sicherheitspapier" der DFL primär für Empörung in der Fankurve sorgte. Dem Besucher auf der Haupttribüne wird das reichlich egal sein, zumindest so lange bis nicht auch er durch eine Hochsicherheitsschleuse gelotst wird. Vielleicht zahlt der Fan in der Kurve nur ein Bruchteil dessen, was ein Buisness-Seat einbringt, und ist damit für Vereine finanziell nicht so attraktiv Natürlich soll man, egal auf welchem Platz, keine Angst haben ins Stadion zu gehen. Aber ist es notwendigdeswegen den Rechtsstaat bis aufs Äußerste auszureizen und die Freiheitsgesetze restriktiv und die Sicherheitsgesetze extensiv auszulegen? Es ist jedenfalls nicht der goldene Weg der Mitte. Statt zu begrenzen wird verboten, statt zu verhandeln wird verlangt. Natürlich ist es leichter alle zu bestrafen, anstatt die Chaoten ausfindig zu machen, die jedes Mal den Bogen überspannen und jedes Mal gewaltbereit sind und jedes mal rassistische und homophobe Parolen in Wort, Schrift und Bild von sich preisgeben. Allein aus diesen paar Beispielen ist die breite Ablehnung des "Sicherheitspapiers" nachvollziehbar. Möglicherweise muss man den Damen und Herren vom DFL zugestehen, dass diese gegebenenfalls weniger von einer bunten Fankultur geprägt ist, sondern mehr von der Lobby, die den Fußball als Plattform für kommerzielle Partikularinteressen sieht. Was am Ende dabei raus kommt, bleibt noch abzuwarten. Spannend wird sein, ob sich am Ende aufgrund mangelnden Konsens die obersten Richter in Deutschland mit den Interessen von Sicherheits- und Fußballfans auseinandersetzen müssen.

Montag, 29 Oktober 2012 20:50

TV-Tipp: Druck auf allen Seiten

geschrieben von

sport insideMontag Abend ist seit einigen Jahren normal Spitzenspiel in der 2. Bundesliga angesagt. Diese Woche gibt's aufgrund der Pokal-Spiele "nur" A-Jugend Fußball, wobei immerhin VfB Stuttgart gegen FC Bayern München (A-Jugend Bundesliga) Unsere TV-Tipp ist aber für 22:45 Uhr angesetzt. Der WDR wird sich in seiner Reihe "Sport Inside" mit der aktuellen Situation rund um die Sicherheitsdebatte beschäftigen. Der WDR trifft in dieser Sendung regelmäßig den richtigen Ton, daher lohnt sich einschalten allemal.

Der Beitrag ist nun auch online auf der Webseite von Sport Inside verfügbar.

Sendebeschreibung WDR Sport Inside

Die Sicherheitslage in deutschen Fußballstadien ist derzeit Mittelpunkt heißer Diskussionen. Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zu Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Fangruppen und zwischen Fans und der Polizei, zuletzt am Rande des Revierderbys zwischen Dortmunder und Schalker Fans – mit Sachschäden und Verletzten. Ein echter Dialog zwischen Deutscher Fußball-Liga DFL und DFB auf der einen und Clubs und Fanvertretern auf der anderen Seite scheint derzeit nicht stattzufinden. Gleichzeitig wächst der Druck auf allen Seiten.
Politik und Polizei erwarten von DFL und DFB Schritte, die Situation zu verbessern. Sie drohen sogar damit, das Heft des Handelns an sich zu nehmen. Verband und Liga geben den Druck an die Fans weiter, indem sie teilweise drastische Sanktionen und grundlegende Änderungen androhen, sollte es weiterhin zu Zwischenfällen kommen. Im Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis", das Mitte Dezember verabschiedet werden soll, ist die Rede vom totalen Verbot von Pyrotechnik, von schärferen Einlasskontrollen bis hin zur kompletten Leibesvisitation, von Geisterspielen und der generellen Abschaffung von Stehplätzen in deutschen Stadien. Viele Clubs lehnen das Konzept ab. Fanvertreter bemängeln, überhaupt nicht gehört zu werden. Eine Lösung scheint in weiter Ferne – gleichzeitig dreht sich die Spirale aus Gewalt und Sanktionen, aus Druck und Gegendruck weiter.

 

phoenixRevierderby gepaart mit der Diskussion über das bekannt gewordene DFL Konzeptpapier. Da war es fast zu erwarten, dass es auch Thema in einer TV Runde wird. Die Ankündigung des Polit-Spartensender Phoenix  "Randale und Fußball - Wer stoppt die Gewalt?" weckte böse Erinnerungen an den Talkshow Marathon Mitte des Jahres, wobei damals der Show-Faktor eine sachliche Debatte deutlich in den Hintergrund rückte.
Erstaunlich unaufgeregt waren die 45 Minuten. So unaufgeregt, dass sogar vollkommen wogenfrei über die treffende Aussage vom stellvertretenden Kicker-Chefredakteur hinweg gesprochen wurde.

Donnerstag, 25 Oktober 2012 17:31

TV-Tipp: Randale und Fußball - Wer stoppt die Gewalt?

geschrieben von

phoenixTV Debatten über Fußball und Gewalt hatten wir zum Ende der vergangenen Saison genügend. Die mediale Aufarbeitung besonders der Vorfälle im den Relegationsspielen zwischen Hertha BSC Berlin und der Fortuna aus Düsseldorf sorgte dabei für Unverständnis und Kritik in Fankreisen. Nur wenige Sendungen schafften es, sich mit dem Thema "Ultras, Pyro und Gewalt" differnziert auseinander zu setzen. Daher kann man durchaus gespannt sein, wenn nun der Polit-Spartensender Phoenix von ARD und ZDF nun das Thema im Nachgang zum Ruhrderby aufgreift.

"Randale und Fußball – Wer stoppt die Gewalt?" fragt Alexander Kähler und diskutiert dabei u.a. mit:

- Ralf Jäger (Innenminister Nordrhein-Westfalen, SPD)
- Rainer Wendt (Deutsche Polizeigewerkschaft)
- René Lau (Arbeitsgemeinschaft Fananwälte)
- Jörg Jakob (stellvertretender Chefredakteur des kicker-Sportmagazins)

Sind wir mal gespannt was die Runde zur den gestellten Fragen zu sagen hat. Sendetermin ist Donnerstag, 25.10 um 22:15 Uhr und vermutlich im Nachgang auch im Videoarchiv verfügbar.

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