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Mittwoch, 17 April 2013 12:24

Lebbe geht weidder! Ein Abend mit Dragoslav Stepanovic

geschrieben von in Tipp

Donnerstag Abend, ca. 19 Uhr: Ich laufe mit einem guten Freund von der Haltestelle „Stadion“ zum Waldstadion. Anlass ist leider nicht, wie hoffentlich nächstes Jahr, ein Eurobbabokalabend, sondern ein ganz anderer. Wir laufen am gespenstig dunklen Waldstadion vorbei in Richtung Eintracht-Museum in der Haupttribüne. Anlass ist die Buchvorstellung der Biographie des Kulttrainers Dragoslav Stepanovic, geschrieben von Martin Thein und Peter C. Moschinski.

Dienstag, 05 Februar 2013 14:33

TV Tipp: Verrückt nach Fußball - Englische Fans im Abseits

geschrieben von in Tipp

zdf infoStimmgewaltige Fans in reinen Fußballstadien. Für viele Fußballfans war England lange Zeit ein beliebtes Reiseziel, nicht nur bei Groundhoppern. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Zwar ist der englische Fußball weltweit beachtet, Mannschaften wie Manchester United haben Fans rund um den Globus, aber die Entwicklung hat seine Schattenseite. Nach der Sheffield Katastrophe und der Abschaffung der Stehplätze steigen die Kartenpreise massiv an und die Clubs sind längst in der Hand von reichen Scheichs und Ölmultis. ZDFinfo schaut im Rahmen der Reihe "Verrückt nach Fußball" auf die Insel, wo die englischen Fans inzwischen neidvoll nach Deutschland und die vielfälltige Fankultur schauen. Ausgestrahlt wird die Sendung heute Nacht um 0:55 Uhr in ZDFinfo

England - Mutterland des Fußballs. Hier wurden im 19. Jahrhundert die Regeln des Fußballs erfunden und in den frühen 60ern die ersten Fangesänge angestimmt. Die erste englische Liga ist der Traum der meisten Fußballer und wird in fast alle Länder weltweit übertragen. Zig 100 Millionen Menschen auf dem Globus sind Fan eines englischen Vereins. Also alles prima im gelobten Land des Fußballs? Mitnichten. Denn die Opfer dieser intensiven kommerziellen Entwicklung sind die englischen Fans. Die Kartenpreise steigen seit Abschaffung der Stehplätze stetig an und der Fußball findet für viele -vor allem jüngere - englische Fans nur noch im Pub statt.

Quelle: ZDFinfo

Wiederholung der Sendung am Montag, 18. Februar, 18.00 Uhr, in ZDFinfo. Wer so lange nicht warten möchte, findet die Reportage von Marc Quambuschschon jetzt in der ZDF Mediathek

In den ersten Teilen der Reihe "Verrückt nach Fußball" wurde über die Fans in den EM Gastgeberländern Polen und Ukraine und im zweiten Teil über die Entiwcklung der italienischen Fankultur berichtet.

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Fußballer-Biografien präsentieren sich zuweilen nach dem Motto „Titel, Tore und Triumphe“ oder enthalten skandalträchtige Geschichten zur Steigerung der Auflage. Im ersten Fall sind sie gelegentlich zu flach, im zweiten Fall zu durchsichtig. Gerald Asamoah hat mit Unterstützung des Sportjournalisten Peter Großmann eine Lebensbeschreibung erstellt, die sich positiv von derartigen Werken abhebt.

Ghana und Hannover

Der sportliche Weg des 1978 in Ghana geborenen deutschen Nationalstürmers war in seiner Jugend von verschiedenen Erschwernissen behindert, die eine Profikarriere eigentlich hätten verhindern müssen. Zu diesen gehörte, dass er während eines großen Teils seiner Kindheit von seinen Eltern getrennt lebte. Der Vater, ein Journalist, hatte aus politischen Gründen nach Deutschland flüchten müssen und war mit seiner Frau nach Hannover gezogen. Gerald Asamoah wuchs zunächst bei seiner ihn christlich erziehenden Großmutter auf und zog erst im Alter von zwölf Jahren in die niedersächsische Hauptstadt. Dort trat er ein Jahr später dem BV Werder Hannover bei. Trotz der Anforderungen einer Schulausbildung in einem neuen Sprachraum sowie Arbeitspflichten im Haushalt und im väterlichen Laden brachte er die Energie für den Fußball auf. Den Durchbruch erlebte er nach seinem Wechsel zu Hannover 96, wo er 1998 maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die 2. Bundesliga hatte.

Herz und Schalke

Zur größten Bedrohung für Asamoahs Karriere wurde jedoch eine erst spät festgestellte Herzanomalie. Letztendlich konnte er seine Karriere nach aufzehrenden Untersuchungen fortsetzen, wenngleich unter Inkaufnahme eines Restrisikos und eines griffbereiten Defibrillators. Dennoch verpflichtete ihn 1999 der FC Schalke 04, mit dem er zwei DFB-Pokale erringen sollte. Bei den „Königsblauen“ entwickelte er sich zu einem bei den Fans sehr beliebten, kampfstarken Angreifer mit hoher Vereinstreue. Dies zeigte sich insbesondere bei den aufgeheizten Begegnungen gegen Borussia Dortmund, von denen ein 2007 errungener 4:1-Derbysieg zur denkwürdigsten  Partie wurde. In deren Verlauf kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung Asamoahs mit dem gegnerischen Torhüter Roman Weidenfeller, dem der Schalker vorwarf, ihn als „schwarzes Schwein“ beleidigt zu haben (S. 60). In der Biografie geht Asamoah ausführlich auf die nicht durch einen Zeugen bemerkte Ehrverletzung ein und bedauert gleichzeitig auch eine von ihm gezeigte „Geste zu den Dortmunder Fans“ (S. 61). Dabei bleibt er leider unkonkret, indem er auf eine Beschreibung dieser Geste verzichtet - es war ein durch Vorbeiziehen des Daumens am Hals angedeuteter Kehlenschnitt.

Rassismus und Nationalmannschaft

Unabhängig von der Beweisbarkeit des Vorwurfs wurde Asamoah wiederholt Ziel des Hasses von Rassisten. Wie andere dunkelhäutige Spieler wurde er in verschiedenen Stadien „als Nigger beschimpft und mit Bananen beworfen“ (S. 146). Dennoch nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an, verzichtete auf eine Karriere in der Nationalmannschaft Ghanas und entschied sich stattdessen für die sich im Neuaufbau befindende deutsche Auswahl. Mit ihr wurde er 2002 unter Rudi Völler überraschend Vizeweltmeister. Dass er trotz dieses Bekenntnisses zu und seines Einsatzes für Deutschland weiterhin Anfeindungen von Rechtsextremisten ausgesetzt war, belegt das Ausmaß des sich im Fußball zeigenden rassistischen Hasses. Asamoah nennt in diesem Zusammenhang insbesondere ein Spiel in Rostock und beklagt das Ausbleiben einer unterstützenden Reaktion der Nationalmannschaftkameraden, insbesondere des Kapitäns Michael Ballack, den er allerdings nicht namentlich nennt (S. 72). Der Nationalstürmer setzte seine Karriere dennoch in der DFB-Auswahl fort und krönte sie 2006 bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land. Während des Turniers hatte er als DJ einen erheblichen Einfluss auf das Klima innerhalb der für das „Sommermärchen“ verantwortlichen Mannschaft und trug dadurch zu einer im ganzen Land aufkommenden positiven Stimmung bei. Besonderes beliebt war dabei ein Zuversicht verbreitendes Lied Xavier Naidoos, das die Textstelle enthielt: „Dieser Weg wird kein leichter sein.“

St. Pauli und Greuther Fürth

Nach der Weltmeisterschaft setzte Asamoah seine Vereinskarriere zunächst auf Schalke fort. Es folgte eine kurze, glücklose Zeit beim FC St. Pauli sowie ein Engagement bei der Spielvereinigung Greuther Fürth, mit der er 2012 den von ihr lang ersehnten Aufstieg in die Erstklassigkeit schaffte. Zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung steht er zwar noch im Dienst des fränkischen Vereins, befindet sich aber mit 34 Jahren im Spätherbst seiner Profikarriere.

Was bleibt …

asamoah dieser weg coverDas lesenswerte, durch Beiträge von Gastautoren wie Manuel Neuer, Otto Addo, Mirko Slomka oder Theo Zwanziger angereicherte Buch besticht dadurch, dass es neben Asamoahs sportlicher Laufbahn auch seine Familiengeschichte sowie die von ihm bewältigten Erschwernisse behandelt. Er stellt sich durch die offene Beschreibung seines Lebensweges, unter Einschluss seiner religiösen und familiären Verwurzelung, nicht nur als Spitzensportler, sondern als Mensch vor. Darüber hinaus beleuchtet er mit seiner Einwanderungsgeschichte auch die deutsche Gesellschaft, sowohl mit ihren rassistischen Schattenseiten als auch mit ihren Möglichkeiten zur Teilhabe und ihrer sich im letzten Jahrzehnt verändernden Einstellung zum Thema Zuwanderung.

Es passt zum Optimisten Asamoah, eine Zeile des 2006 bekannt gewordenen Xavier Naidoo-Liedes als Titel für seine Spielerbiografie zu verwenden. Seinen sportlichen Weg damit als „nicht leicht“ zu beschreiben ist allerdings unzutreffend - denn es ist eine Untertreibung. Dass der Stürmer es trotz der Erschwernisse in den Profifußball und sogar in die Nationalmannschaft schaffte, deutet auf eine vorbildliche Haltung sowie eine außergewöhnliche Leistungsbereitschaft hin. Dadurch erklärt sich auch sein unbedingter Kampfeswille auf dem Spielfeld, mit dem er technische Mängel mehr als ausglich. Mit diesen Voraussetzungen hätte er keinen besser zu ihm passenden Verein finden können, als den Arbeiterklub FC Schalke 04. Asamoahs Buch ist in Teilen auch eine Art Liebeserklärung an diesen Klub, wobei es seine Zeit bei Hannover 96 leider etwas vernachlässigt. Dies ist umso bedauernswerter, da er einen großen Anteil an der erfolgreichen Aufbauarbeit des niedersächsischen Vereins hatte und dieser wiederum seine persönliche Entwicklung gefördert hatte.

Gerald Asamoah hatte das hart erarbeitete Glück, dass seine Nationalmannschaftskarriere zur Zeit des Neuanfangs unter Rudi Völler begann und ihren Höhepunkt beim „Sommermärchen“ unter Jürgen Klinsmann erreichte. Der deutsche Fußball wiederum hatte das Glück, dass Gerald Asamoah ihn in den Jahren grundlegender Veränderungen um eine ungewöhnliche Facette bereicherte. Nach der Lektüre seiner Biografie kann man sich den sozial engagierten Fußballarbeiter, der eine nach ihm benannte Stiftung für am Herzen erkrankte Kinder gegründet hat, nicht als untätigen Fußballrentner vorstellen.

Gerald Asamoah / Peter Großmann
„Dieser Weg wird kein leichter sein …“
Herbig-Verlag, 19,99 Euro

Dienstag, 15 Januar 2013 11:29

TV-Tipp: Wem gehört der Fußball?

geschrieben von in Tipp

100 das spiel logoGestern haben die fünf TV-Sender ARD, ZDF, Sky, Sport1 und Liga Total eine gemeinsame Kampagne gegen Gewalt im Stadion vorgestellt. Im Rahmen der Initiative wurde unter anderem ein Image-Film produziert, der heute erstmals ausgestrahlt und wohl über die Rückrunde immer wieder zu sehen sein wird. Ob nun ernsthaftes Bestreben oder doch nur Image-Gründe dahinter stecken, wird sich zeigen. Heute jedenfalls startet die Aktion mit einer Diskussionsrunde im Spartensender PHOENIX. Der Sender hatte in der Vergangenheit schon einmal eine Diskussionsrunde zum Thema Fußball die alles in allem doch sachlich und unaufgeregt geführt wurde. Auch diesmal lässt die Zusammensetzung der Gesprächsrunde vermuten, dass keine Zündel-Einlagen ala Kerner zu erwarten sind. 

Zu Gast in der Sondergesprächssendung zur Initiative "100 Prozent das Spiel – 0 Prozent Gewalt"

  • Andreas Rettig (DFL-Geschäftsführer)
  • Philipp Markhardt (Faninitiative "ProFans")
  • Philipp Köster (11Freunde-Chefredakteur)
  • Steffen Simon (WDR-Sportchef)
  • Reinhold Gall (Innenminister Baden-Württemberg)

Moderiert wird die einstündige Sendung von Christina von Ungern-Sternberg. (Phoenix, 15. Januar um 22 Uhr und Wiederholung um 0 Uhr)

Vor der Diskussionsrunde zeigt der Sender bereits ab 21:30 Uhr die Dokumentation Ergänzend „Dritte Halbzeit Randale“ in der "Ultras", Polizisten, Fanvertretern und Politikern zu Wort kommen.

Wir schalten ein!

Bildquelle: obs/Sky Deutschland

hauptsache fussballWir haben an dieser Stelle schon öfter auf den Film "Hauptsache Fußball" hingewiesen, nun wird die Fußball-Dokumentation dank Spiegel.TV im Rahmen des Online-Dokumentations-Festivals „Open Doku 2012“ erstmals öffentlich gesendet. Für die kommenden drei Monate, bis März 2013, ist die Doku unter Spiegel.TV abrufbar.

Der Film behandelt im Schwerpunkt Ruhrgebietsclubs wie den BVB,  Schalke 04, sowie dem VfL Bochum. Lars Ricken, Horst Heldt, BVB U-Trainer Hannes Wolf, VfL U-Trainer Dariusz Wosz und andere geben hoch interessante Einblicke in das Wirkungsumfeld ihres jeweiligen Vereines.

Wir hatten die Film-DVD im Jahr 2011 angeschaut und Martin Thein schrieb damals in seiner Rezension

Die Leidenschaft für den Fußball und in einigen Fällen leider auch nur für das schnelle Geld ist das verbindende Glied aller Filmakteure. Besonders beeindruckend wirkt die kompetente, selbstreflektierende Art des Spielervermittlers Jörg Neblung. Mit Tiefgang und Trennschärfe, leider aber nach wie vor gezeichnet von den Geschehnisse um seinen verstorbenen Freund Robert Enke, stellt er das Profigeschäft in einem ganzen anderen Licht dar.

Der Film ist sehenswert und daher lohnt ein Blick auf Spiegel.TV

zdf infoIn den 1990er-Jahren war die italienische Serie A noch das Nonplusultra des europäischen Fußballs. So zog es auch die deutschen Stars wie Jürgen Klinsmann, Andreas Möller, Matthias Sammer, Jürgen Kohler, Rudi Völler, Andreas Brehme und viele weitere über den Brenner. Seit einigen Jahren erlebt der Fußball südlich der Alpen jedoch einen rapiden Niedergang.

Montag, 29 Oktober 2012 20:50

TV-Tipp: Druck auf allen Seiten

geschrieben von in Tipp

sport insideMontag Abend ist seit einigen Jahren normal Spitzenspiel in der 2. Bundesliga angesagt. Diese Woche gibt's aufgrund der Pokal-Spiele "nur" A-Jugend Fußball, wobei immerhin VfB Stuttgart gegen FC Bayern München (A-Jugend Bundesliga) Unsere TV-Tipp ist aber für 22:45 Uhr angesetzt. Der WDR wird sich in seiner Reihe "Sport Inside" mit der aktuellen Situation rund um die Sicherheitsdebatte beschäftigen. Der WDR trifft in dieser Sendung regelmäßig den richtigen Ton, daher lohnt sich einschalten allemal.

Der Beitrag ist nun auch online auf der Webseite von Sport Inside verfügbar.

Sendebeschreibung WDR Sport Inside

Die Sicherheitslage in deutschen Fußballstadien ist derzeit Mittelpunkt heißer Diskussionen. Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zu Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Fangruppen und zwischen Fans und der Polizei, zuletzt am Rande des Revierderbys zwischen Dortmunder und Schalker Fans – mit Sachschäden und Verletzten. Ein echter Dialog zwischen Deutscher Fußball-Liga DFL und DFB auf der einen und Clubs und Fanvertretern auf der anderen Seite scheint derzeit nicht stattzufinden. Gleichzeitig wächst der Druck auf allen Seiten.
Politik und Polizei erwarten von DFL und DFB Schritte, die Situation zu verbessern. Sie drohen sogar damit, das Heft des Handelns an sich zu nehmen. Verband und Liga geben den Druck an die Fans weiter, indem sie teilweise drastische Sanktionen und grundlegende Änderungen androhen, sollte es weiterhin zu Zwischenfällen kommen. Im Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis", das Mitte Dezember verabschiedet werden soll, ist die Rede vom totalen Verbot von Pyrotechnik, von schärferen Einlasskontrollen bis hin zur kompletten Leibesvisitation, von Geisterspielen und der generellen Abschaffung von Stehplätzen in deutschen Stadien. Viele Clubs lehnen das Konzept ab. Fanvertreter bemängeln, überhaupt nicht gehört zu werden. Eine Lösung scheint in weiter Ferne – gleichzeitig dreht sich die Spirale aus Gewalt und Sanktionen, aus Druck und Gegendruck weiter.

 

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