Mein La Coruna 2.0 - Das Wunder von Dortmund
geschrieben von Daniel Mertens in Dortmund BlogWas für ein Spiel, das La Coruna des 21. Jahrhunderts! Zugegeben, dieses vielzitierte „Wunder von Dortmund“ am 6. Dezember 1994 habe ich selbst noch nicht bewusst miterlebt. Aber schon oft habe ich von dieser wunderlichen Wiederauferstehung der Borussia gehört. Und seit gestern weiß ich, wie es sich angefühlt hat.
Eine seltsame Stimmung hatte sich schon vor dem Spiel breit gemacht. Vorfreude kam bei mir irgendwie nicht auf. Vielmehr war ich gefangen in einer Mischung aus Nervosität und Anspannung. Auch wenn wir rausfliegen, wir hätten mehr erreicht, als man im September gedacht, erwartet und uns nicht zuletzt aufgrund der Gruppenauslosung zugetraut hätte. Doch nach dem Hinspiel weiß ich auch: Gegen diesen Gegner ist mehr drin! Ein Duell auf Augenhöhe, aber das Halbfinale wartet und winkt, die Vorschlussrunde, Borussia unter den besten vier Mannschaften Europas?
Von dieser seltsamen Stimmung schien auch die Mannschaft angesteckt zu sein: vorsichtig bis nervös agierend und stets darauf bedacht, ja keinen Fehler zu machen. Die Mannschaft schien regelrecht Angst vor der eigenen Möglichkeit zu haben, die sich dort auftat. Nachdem die Tribünen vor dem Anstoß und in den Minuten danach ob der Riesenchance auf das Halbfinale brannten - wie es auch unser Trainer vor dem Spiel gefordert hatte - übertrug sich die Anspannung natürlich zunehmend auf die Ränge. Und dann der Schock, den alle nach dem 0:0 im Hinspiel befürchtet hatten: Malaga trifft. Wir brauchen zwei Tore, um weiterzukommen. Schock. Angst vor dem Ausscheiden.
Wie ein Befreiungsschlag der Ausgleich kurz vor der Pause durch Lewa. Ein erstes tiefes Durchatmen, doch es fehlt immer noch ein Tor. Zittern. Bangen. Hoffen. Die Chancen in der zweiten Hälfte auf das erlösende 2:1 sind da, doch der Ball will einfach nicht über die Linie. Verzweiflung macht sich breit. Wie lange ist noch zu spielen? 30 Minuten. 25. 20. 15. Und dann der Stich ins Herz. Malaga trifft zum 1:2. Aus. Vorbei. Das war es. In Massen machen sich die Zuschauer an diesem späten Abend auf den Weg nach Hause. Ich hasse dieses Bild, das sich mir auf den Rängen bietet. Die Saison ist vielleicht gelaufen, aber diese Flucht hat die Mannschaft nicht verdient. Ich bleibe.
Nachspielzeit. 4 Minuten. Plötzlich 2:2. Aus dem Nichts. Immerhin nicht verloren und noch eine Punktprämie erspielt. Artig applaudiere ich dem Torschützen, doch die kurzfristige Enttäuschung überwiegt noch. Malaga wird das clever runterspielen, ein-, zweimal zur Eckfahne marschieren. Plötzlich Einwurf für die Borussia, der Ball kommt in den Strafraum, an den Fünfer. Der Ball rollt Richtung Linie, wie in Zeitlupe. Sekundenbruchteile fühlen sich an wie Jahre. Gewühl und Gestocher. Und dann: Der Ball ist drin, 3:2. Der Wahnsinn.
In Nanosekunden entwickeln sich in mir Energien, von denen ich gar nicht wusste, sie besitzen zu können. Und sie wollen raus. Meinen Nachbarn geht es genauso. Ich liege mir mit Menschen in den Armen, die ich nicht kenne und die eigentlich gar nicht aus meiner Reihe kommen. Oder komme ich nicht aus ihrer Reihe? Egal. Wir umarmen uns, klopfen uns alle auf die Schultern, dass man um eine Lungenquetschung fürchten muss. Dann gibt Norbert den Torschützen durch und fragt zur Sicherheit auch dreimal nach. Wer hat es erzielt? Ich weiß es gar nicht, ich hab es nicht gesehen. Aber Norbert hilft mir: Felipe... SANTANA! SANTANA! SANTANA! Unfassbare Szenen spielen sich in diesen Sekunden ab, die auch einen Tag später nicht in Worte gekleidet werden können und wohl auch nie werden können. Und ja, auch ein, zwei Tränen schießen mir in die Augen. Freudentränen. Genau für diese Momente liebe ich den Fußball, liebe ich die Borussia. Kopfschütteln, das kann doch alles gar nicht wahr sein.
Ähnliches, aber nicht annähernd gleiches durfte ich 2008 zweimal innerhalb kürzester Zeit erleben: Seinerzeit traf erst Dede in der Bundesliga in der Nachspielzeit zum 2:1 gegen Leverkusen. Wenige Tage später erzielte Petric im Pokalfinale in der Nachspielzeit das 1:1. Die Gedanken kreisen irgendwie in diesen Sekunden spontan um diese Momente. Fünf Jahre sind sie her. Aber dann begreife ich auch langsam: Das Spiel ist noch nicht aus! Ich denke an das Stuttgart-Heimspiel in der vergangenen Saison. Auch dort haben wir in letzter Sekunde das Spiel gedreht, 4:3. Und im Gegenzug setzte es das 4:4. Die Ekstase weicht wieder der Angst. Anspannung. Pfeif ab! Malaga drückt in den Strafraum. Und dann: Schlusspfiff. Pure Freude, Erleichterung. Und immer wieder Kopfschütteln.
Borussia Dortmund im Halbfinale der Champions League. Wahnsinn.
9. April 2013, ich war dabei, bei meinem ganz persönlichen La Coruna 2.0.
HEJA BVB!!
Dortmunder Championsleague Triumph: Alles nur geklaut?
geschrieben von Christoph Burr in 1893Was für ein Wahnsinn gestern Abend im Westfalenstadion. Dortmund liegt zweimal gegen den FC Malaga zurück, schien in der 90+1 Minute schon ausgeschieden und dann kamen Reus und Santana und stürzten 60.000 Fans im Stadion in einen kollektiven Freudenrausch. Der BVB zieht damit vollkommen verdient in das Halbfinale der Championsleague ein und befindet sich somit unter den besten vier Clubs in Europa. Den Krimi hätte sich Till Schweiger nicht besser ausdenken können und daher sei der Verdacht erlaubt: Ist das alles nur geklaut?
Was für ein Abend. Nachdem schon die letzten Spieltage zu unseren Gunsten verliefen, stand also das mutmaßlich letzte Montagsspiel dieses Jahres an. Mögen noch viele Jahre „ohne“ folgen.
Zu den letzten Spielen habe ich nicht gebloggt, weil es eigentlich nicht viel zu sagen gab und einen Spielbericht kann man auch woanders herbeziehen. Alles läuft ruhig seinen Gang, einzig die ersten Transfergerüchte wußten Aufmerksamkeit zu erregen:
- Wie es aussieht, wird ein alter Schützling JLus unseren Kader verstärken, Langkamp.
- Da Muddi Kerstin nervt und wir mit dem Abgang Lasoggas rechnen müssen, kam der russische Stürmer Wladimir Dyadyun von Rubin Kazan ins Gespräch. (RK kannte bis vor Kurzem niemand, tja, wer auf 2 Öltanks sitzt, spielt jetzt oben mit. Vielleicht keine Werkself, aber eine Ressourcenelf. Wer weiß, in ferner Zukunft gibt es vielleicht ein afghanisches Spitzenteam, wenn die Politik das zuläßt - die haben Unmengen von Silizium für die Chipindustrie.)
- Der aussortierte Ivanschitz von Mainz wurde sofort mit uns in Verbindung gebracht. Abwarten. Das wird vielleicht was. (Dennoch mußte ich erstmal reflexartig aufstöhnen. Mir geht diese gleichfalls reflexhafte, caritative Offensichtlichkeit, mit der Hertha die Altlasten und Klötzer am Bein anderer Vereine verpflichtet hat, tierisch auf die Nerven. Dafür wurden wir in der Vergangenheit zu sehr gebeutelt. Ruhestand und Gnadenhof an der Spree. Ich zähle auf JLu und die Liste der Fehleinkäufe nicht auf.)
- Pinto, bitte nicht! (Der kann zwar schöne Freistöße, ist aber auch oft genug ein richtiges Arschloch auf dem Platz und gut für die Rote (Kurve).)
- Schmidtgal wäre eher was nach meinem Geschmack. (Gegen den DFB wußte er durchaus zu gefallen, hatte schöne Aktionen über links.)
- Leitner vom BVB könnte mir auch gefallen. (Allerdings haben wir vielleicht selbst genug Nachwuchs, der sich dann in der Liga zeigen kann. Und da kommen so einige Jahrgänge nach! Aber gegen eine Leihe - mit Kaufoption, hehe - spricht ja nix. Bezweifel allerdings, daß der BVB da so blöd ist, wie wir früher - Talente verschenken.)
- Ronny verlängert bis 2017! (Der einzige Transfer, der sicher ist!!!)
Einige Idioten wollten den vermeintlichen Söldner schon in die Wüste wünschen und dann das. Der Berliner Blätterwald ist ein hartes Pflaster, da kann höchstens noch Köln mitreden, wenn nix passiert, muß verbal gezündelt werden. Bild schickt Ronny schon zu S05 (das wäre wirklich zuviel gewesen, aber es sah tatsächlich danach aus) und Bardow vom Tagesspiegel schreibt Blech zum „Zuschauerproblem“.
Kurz vor Anpfiff stellt sich Wachsmann vor die Kurve und teilt uns als Ersten mit, daß Ronny auf sein Herz gehört hat und bleibt. Leute, das war Gänsehaut pur!
Die Freude im Block kannte kein halten und das schlug sich auf die gesamte Stimmung während des Spiels nieder.
Ich hätte auch mit seinem Abgang leben können, Erstligareife muß er eh noch zeigen und ich denke es wäre zu kompensieren gewesen mit einigen Umstellungen. Momentan ist er das Zünglein an der Waage, ob er damit die mannschaftliche Entwicklung bremst? Schwer zu sagen. Ist immer zweischneidig, wenn eine Mannschaft zu sehr von einem Einzelspieler abhängt. Aber als Signal für alle ist es grandios! Die Mannschaft möchte geschlossen aufsteigen und die psychologische Kraft dahinter, ist nicht zu unterschätzen. Und wir werden das in der 1. BuLi brauchen.
Die zahlreich angereisten Miezekatzen hatten durchaus einen guten Auftritt - zu Beginn. Viele Fahnen, viel Licht, viel Gesang, aber das legte sich im Laufe des Spiels, bis es dann später verebbte. Eigentlich ziemlich parallel zum Geschehen auf dem Rasen, wo die Gäste reichlich robust loslegten und zum Outfit passende Karten sammelten. Früh Angst um Niemeyer, mußte mit schwerer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Wir waren uns eigentlich sicher, daß die das Spiel nicht zu elft beenden. Hätte vielleicht 2 mehr Gelbe geben können, aber insgesamt und wider Erwarten hat Gagelmann ganz ordentlich geleitet und viel gesprochen. Weshalb eine Mannschaft ständig Fouls in Ronny-Entfernung spielt, bleibt ihr Geheimnis. Man weiß doch, was passiert! Dennoch, das schönste Tor des Abends gehört Ramos - ein Pantelic-Gedenk-Außenrist-Lupfer. Irgendwann haben wohl wirklich ALLE Braunschweiger gecheckt, daß da nix für sie zu holen sein wird. Domi, go homi - Lustenberger und Brooks haben den unscheinbar werden lassen. Was soll‘s, Hertha hat ein Bombenspiel abgeliefert und die Kurve war obergroovy. Zwischendurch hammer Klatsch-Trommel-Einlagen!
Kleine Anekdote am Rande: Bei einem Gewinnspiel vor Anpfiff sollte die Entfernung Berlin-Hannover (wer Böses dabei denkt ^^) geschätzt werden. Hannover, ein Stichwort für alle Blau-gelben: gellendes Pfeiffkonzert! Ich freu‘ mich schon auf deren Duelle, rücken die Ordnungshüter dann mit Panzern aus??? Bald werden wir es wissen...
Ein rundum dufter Fußballabend für die Blau-weißen mit viel Emotion, Gelächter und ‘ner UFTA!
Und, liebe Löwen, laßt es Euch gesagt sein, wir haben Euch nicht nur 3 Punkte genommen...
Ha Ho He & Blau-weiße Grüße
Championsleague oder Oberliga, Hauptsache Fußball!
geschrieben von Susanne Blondundblau in Kurvenstar 04Zur Bekämpfung leichter Fußball & Bratwurst-Entzugserscheinungen (wegen Möbelschleppens bei einer Freundin konnte ich nicht mit meinen geliebten Schalkern nach Bremen fahren) habe ich gestern zu einer ungewöhnlichen „Ersatzdroge“ gegriffen: Oberliga Niederrhein, Krefelder Stadtderby des Tabellenersten KFC Uerdingen gegen Schlusslicht VfR Fischeln.
Der "Scheißverein" vor dem großen Knall?
geschrieben von Marvin in Alte LiebeDie Zeiten, in denen es in Hannover harmonisch war, sind lange vorbei, der sportliche Erfolg bleibt im Moment auch aus, Europa ist in weiter Ferne. Viel angespannter aber ist die Situation zwischen Fanszene und Martin "Maddin" Kind. Der ist ja irgendwie schon immer dafür bekannt, mal ordentlich über die Stränge zu schlagen und seine unqualifizierten Kommentare in alle Richtungen zu ballern.
Wie schon in einem älteren Blogeintrag erwähnt ist es ja nichts neues, dass es schon seit dem 2. Spieltag am brodeln ist und die Situation nach dem Pokalspiel gegen Dynamo Dresden eskalierte. Danach traf Kind sich mit "Teilen" der Fanszene (nicht mit den Ultras Hannover, die hatten schon vor längerem bekanntgegeben, unter Martin Kind keine Gespräche mehr führen zu wollen).
Kind entwarf einen Maßnamenkatalog, der einige Schläge gegen die Szene Hannover bereit hielt.Als erstes meldete er beim SV Werder Bremen an, den 96 Fans aufgrund der "angespannten" Situation beim Spiel im Weserstadion keine Fanutensilien zu genehmigen (soweit kam man ja am Ende eh nicht, Stichwort Achim...) Dazu gabs dann härtere Kontrollen, dem Fanladen der Roten Kurve, die bisher auch den "Supporters Block" im Oberrang verwaltete, wurde solange gedroht, bis die Vorsitzenden vor einigen Wochen die Schließung des Fanladens bekanntgaben. Na geil!
Dazu sind ja bekanntermaßen Vorbereitungen von Choreos seit dem Dresden Spiel verboten (wenn man nicht checkt, dass das ein Geschenk an Mannschaft und Verein ist, dann kann man dem auch nicht mehr helfen...) Außerdem wirbt 96 seit kurzem nicht nur mit Choreos für seine neue Dauerkarte, sondern hat auch den gesamten Fankatalog für alle Mitglieder und Dauerkarteninhaber voll mit Bildern von diesen - dann hat der bald eben ein paar Seiten mehr.
Der Treffpunkt "Zwinger" ist bekanntermaßen ja auch schon länger zu. Der Maßnamenkatalog enthält aber noch weit mehr Drohungen, die umgesetzt werden sollen, sollte es "Fehlverhalten" geben, hier ein Auszug:
Heimspiele:
- Absage sämtlicher Choreographien im Nord Oberrang
- Abbau der Fan-Beschallungsanlage im Nord Oberrang
- Räumung des UH-Fancontainers
- Räumung des UH-Lagers im Nord Oberrang
Auswärtsspiele:
- Antrag an den Heimatverein, keine Fanutensilien seitens der Fans von Hannover 96 zuzulassen
- Keine Berücksichtigung der Ultraszene bei der Auswärts-Ticketvergabe. U.a. bei weiteren Europa-League-Spielen
Allgemein:
- Schließung des Fanhauses am Eilenriedestadion
Ticketing:
- Platzgenaue Buchung der Dauerkarten
- Buchung ausschließlich durch Hannover 96 unter Vorlage des Personalausweises, nicht über die Rote Kurve
- Preiserhöhung im Block N16/N17
- Keine Übertragbarkeit der Tickets
- Ticketkontrolle im Block
Maßnahmenkatalog Fanszene Hannover 96
Festgestellte Vergehen:
- Wiederkehrende Pyrotechnik
- Diffamierende Gesänge bzw. Banner/Plakate
- Androhung von Gewalt
- Versuchtes Eindringen ohne Kartenkontrolle
Maßnahmen bereits umgesetzt:
- Das Einbringen oder Aufhängen von Fanutensilien vor Stadionöffnung ist nicht mehr gestattet.
- Der Arbeitskarteneingang steht der Fanszene nicht mehr zur Verfügung
- Die Vorbereitung von Choreographien auf dem Stadiongelände findet, auch ausserhalb der Spieltage, nicht mehr statt.
- Das Verkaufen eigener Fan-Produkte auf dem Stadiongelände ist untersagt.
- Die Container im sogenannten Zwingerclub werden geschlossen.
Maßnahmen nicht umgesetzt:
- sofortiges Stadionverbot/Hausverbot für die identifizierten Personen
- Absage sämtlicher Choreographien im Nord Oberrang bis Spieltag X
- Abbau der Beschallungsanlage im Nord Oberrang für die Blöcke N16/17
- Räumung des Fanhauses am Eilenriedestadion
- Kein Verkauf von Auswärtskarten Bundesliga und/oder Euroleague
- Erhöhung der Preise im Bereich N16/17
- Kündigung des Fanladens “Rote Kurve”, Clausewitzstraße 2
- Kein Ticketverkauf in der Saison 2013/2014, Auflösung des Blocks N16/17
Man sieht, was für ein Rechtsverständnis Herr Kind hat, Kollektivstrafen scheut er nicht, das ist bekannt.
Die Zeichen stehen also auf Sturm beim Hannoverschen Sportverein, denn klar ist: Zumindest in näherer Zukunft wird Martin Kind wohl nicht den Hut nehmen- und die Ultras Hannover werden auch nicht gehen. Wer aber die Meinung der eigenen Fans, oder im Fall Kind auch "Kunden" verbietet, der hat Angst.
Angst vor Kritik, Angst vor schlechter Presse. Die Lokale Presse im übrigen denkt gar nicht dran, das ganze von 2 Seiten zu beleuchten, vor allem die "Neue Presse" und die "Hannoversche Allgemeine" berichten ganz im stile der Bild und machen nur schlechte Stimmung gegen die Szene- über Kind fällt nichts negatives.
Zumal entspannt auch Kinds Aussage, Hannover sei vor seinem Antritt ein "Scheißverein" gewesen, nicht gerade die Situation, am Sonntag gab es seitens der Fanszene bereits Reaktionen in Form von Transparenten und Gesänge, von "Kind muss raus" bis "Scheiß Martin Kind."
Als es dann aus der (fast) ganzen Kurve geschlossen die Forderung KIND RAUS gab, fing die an diesem Sonntag mal gut gefüllte Gegengerade auf einmal an zu pfeifen. Es sollte aber nicht das einzige mal sein, denn auch die eigene Mannschaft war vor den Besuchern im Westen und Osten nicht sicher, sie pfiffen die Mannschaft ab der 75. Minute aus und verließen 5 Minuten später größtenteils das Stadion. Die Frage aller Fragen: Ist das die Zukunft? Fans die nichts vom tollen Präsi hinterfragen, aber die Mannschaft beim kleinsten Fehler auspfeifen?
Man kann es nicht hoffen...
Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen, eine Entspannung würde aber wohl allen gut tun: Fans, Verein, Mannschaft und ja- auch denen, die nur 3,4 mal pro Saison kommen- die wollen ja schließlich auch Stimmung im Stadion.
Der sogenannte schei**verein Hannover 96!
geschrieben von Alicia Mo in Hannoveraner BlogEs hieß am Sonntag mal wieder Bundesliga. Zu Gast war der VFB Stuttgart. Bei bestem Wetter mach man sich auf den Weg nach Hannover. Nach dem die Sonne am Fanhaus genossen wurde ging es auf ins Niedersachsenstadion. Zu Spiel beginn zeigten sich die VFB Anhänger mit einer beindruckenden Choreographie.
Während der ersten Halbzeit passierte nicht wirklich viel bis das erste Transparent hochgehalten wurde von Seiten der Ultras Hannover her. Es folgten darauf noch weitere wie *38, 54, 92, Martin halt die Fresse!* , * Scheiss‘verein ?! die Arroganz eines Scheiss’Präsidenten* oder *Deine Mudda ist ein Scheiss’verein*. Der Kampf fand nun nicht mehr auf dem Platz statt sondern auf der Tribüne. Erst wurde nur gegen die Plakate gepfiffen.
Nachdem wieder die *Kind muss raus* Gesänge kamen ging es los. Auf einmal fing der Nordunterrang (Nicht jeder) damit an *Ultras Raus!* zu rufen. Woraufhin der Block N16/17 Eskaliert ist. Es wurde Lauter gesungen um zu zeigen wie es richtig geht.
Auf dem Platz passierte nicht viel. Und somit verließen die ersten *Erfolgfans* schon in der 80min. das Stadion. Fazit des Tages: Ich hoffe das diese sogenannten Fans bald weg sind!
Der Mann mit dem Schnäuzer kommt nach Haus'
geschrieben von Nadine Hampel in Bochum BlogIn den letzten Monaten hatte man viel darüber gewitzelt, dass der VfL am Ende den einzig wahren Bochumer Jung Peter Neururer holen würde, um den Mannschaftskarren aus dem Abstiegsdreck zu fahren.
Die vergangene Zeit sah alles andere als rosig an der Castroper aus und nach dem Spiel am Freitag gegen den direkten Gegner im Abstiegskampf und einer Leistung, die deren Verweigerung gleichkam, zieht man nun die überfällige Konsequenz: Jens Todt und Carsten Neitzel wurden mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthoben. Während Jens Todt schon lange ein Dorn im Auge vieler Fans und Beobachter war und er zuletzt nicht einmal mehr bei den Pressekonferenzen nach dem Spiel erschien, wird Hoffnungsträger Neitzel, der zuvor als Co-Trainer mit Andreas Bergmann an der Linie stand, auch ein paar Leuten fehlen. Immerhin hat man aber nun erkannt, was vielen schon klar war: der Trainer allein ist nicht unbedingt der einzige Haken an der Sache VfL.

Doch auch wenn dieser Schritt schon längst nötig war und vielleicht sogar zu spät kommt, so ist die Überraschung über den Einsatz Neururers doch sehr groß. Die Legende hatte letztes Jahr ein öffentliches Ultimatum gestellt, nachdem er nur bis Ende 2012 noch als Trainer zur Verfügung stände – für Bochum, Schalke und Dortmund würde er aber eine Ausnahme machen. Da kann der VfL also nun froh sein, dass die absolut aller letzte noch mögliche Lösung überhaupt noch verfügbar ist.
Auffällig ist übrigens auch, dass diese Konsequenzen stets nach dem Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue gezogen werden. Schon Andreas Bergmann hatte nach dem Hinspiel und einem klaren und peinlichen 6:1 in Aue (wobei das Tor für Bochum sogar ein Eigentor war) seinen Stuhl räumen müssen. Nun folgt ihm Neitzel. Co-Trainer Thomas Reis währenddessen bleibt und steht auch Peter Neururer zur Seite im Kampf gegen den Abstieg, der noch nie so ernst war wie momentan. Auf den VfL Bochum warten an den sechs Spieltagen bis zum Ende der Saison noch eher schwierige Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte, einzig Sandhausen, ebenfalls ein Abstiegskandidat, scheint auf Augenhöhe und wird entscheidend sein. Die Meinungen, die man direkt nach Bekanntgabe der Entlassung und des Ersatzes lesen konnte, sind geteilt. Als echter Bochumer kann Neururer nun die Kohlen aus dem Feuer holen und den Tod dritte Liga abwenden.
Bitte, Peter, mach wieder die alten Arbeiter und Kämpfer aus Ihnen, für die wir gerne jubeln. Die, bei denen es nicht schlimm ist, wenn sie zurückliegen, weil sie mit allen Mitteln dagegen ankämpfen. Die, die ihre Fans auch in der schwersten Zeit an Ihrer Seite haben.
Die den Klassenerhalt packen.
