Wir werden mehr Demokratie wagen! Das was wirklich zählt...
geschrieben von Phillip Rapp in Giesinger Tagebuch
Sechzig und das Chaos ja Sechzig ist ja in der Öffentlichkeit schon fast ein Synonym für Chaos, vielleicht erhalten wir diesbezüglich sogar einen Eintrag im Duden. Aber mich nervt, dass Sechzig immer nur auf das Chaos reduziert wird wobei die berüchtigten Münchner Medien auch Ihren Teil dazu beitragen. Wie zuletzt, als die Presse dem fucking Investor eine Plattform geboten hat gegen alle Vereinsverantwortlichen zu hetzen. Aber ich bin kein Schmierfink eine Boulevardzeitung ich bin Fan, ich bin Giesinger! Sechzig ist nicht nur mein Lieblingsfußballverein, nein Sechzig ist für mich auch der Verein aus der Nachbarschaft, so wie ihn jeder Stadtteil, jedes Dorf etc. hat. Es hat schon seinen Grund warum ich hier nie über das Chaos schreibe, denn was soll ich schreiben, ich beteilige mich nicht an diesen medialen Schlammschlachten, nicht mal als Blogger. Das ich gegen den Investor bin habe ich früher schon betont und das alle Fans die um JEDEN Preis Pro-Investor sind für mich charakterlose Subjekte sind hab ich auch schon mal geschrieben.
Viele der Sachen die bei uns passieren wären bei anderen Vereinen vielleicht was neues spektakuläres, aber bei uns ist die Zeit vorbei. Wenn mal wieder der neuste „Skandal“ oder das neuste „Chaos“ ausgebrochen ist schüttel ich nur noch den Kopf und denk mir „a scho wurscht“ und konzentriere mich auf das was der TSV noch zu bieten hat. Beispielsweise haben wir eine U21 die momentan sensationell Tabellenführer in der Regionalliga ist und sieben Punkte Vorsprung auf den nächsten Konkurrenten hat. Und das obwohl viele gemeint haben die Mannschaft würde gegen den Abstieg spielen, erst recht als in den ersten fünf Saisonspielen nur drei Punkte auf dem Konto standen. Das ist eine echte Leistung mit so einer jungen Truppe!!! Am Dienstag erzielte der Torhüter der U21 Vitus Eicher beim Nachholspiel gegen Buchbach ein Tor aus knapp 80 Metern. Fallen solche Tore in der dritten maltesischen Liga wird das überall hoch und runter gespielt, aber bei uns interessiert es kaum weil wir ja „Chaos“ zu bieten haben. Daher schreibe ich hier zuletzt auch nur noch Blogs über die Spiele der U21, weil die es einfach verdient haben im Gegensatz zu den Profis oder zu den Funktionären.
Ein anderes Beispiel: Letzten Donnerstag fand in Planegg (ein Vorort von München) eine außerordentliche Zusammenkunft des höchsten Vereinsorgans statt, eine Delegiertenversammlung (DV). Der Sinn und Zweck diese DV war eigentlich die neue demokratisierte Satzung zu verabschieden. Nach diversen Querelen mit dem Uhu aus dem Morgenland (Investor) trat Dieter Schneider vor ein paar Wochen als Präsident zurück und Hep Monatzeder, dritter Bürgermeister der Stadt München und Mitglied des Aufsichtsrats wurde von diesem Rat als neuer Präsident bestellt. Dieser musste nun von den Delegierten bestätigt werden und so kam dieser Punkt auch noch auf die Tagesordnung. Aber von Anfang an war klar das Hep Monatzeder mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bestätigt werden würde und schon waren die Medien wieder richtig geil darauf bei der DV einen richtigen Krach zu erleben und wieder von einer Schlammschlacht beim TSV berichten zu können. Ich bin mir sicher, wenn dieser Punkt nicht auf TO gestanden hätte, wären neben den lokalen Sportreportern kaum andere Medienvertreter wie z.B. Sky-Sport-News dagewesen. Eine neue Satzung und mehr Demokratie verkaufen sich halt nicht, Schlammschlachten hingegen schon. Daher fand ich es sehr gut, dass ein Delegierte am Beginn der Versammlung den Antrag gestellt hat die Presse bei der Abstimmung über das Präsidium auszuschließen. Der Antrag wurde mit breiter Mehrheit angenommen und so mussten die Herren bzw. Damen der Presse, wenn auch wiederwillig den Saal verlassen. Während C.M. von der TZ wie ein Rohrspatz auf Demokratie schimpfte, nörgelte z.B. Ex-Löwenspieler und Sky-Reporter Torben Hoffmann herum das man Ihn nach neun Jahren Knochen hinhalten jetzt bei den Löwen vor die Tür setzt. Der Münchner Merkur meinte heute sogar „Bei den Löwen wird die Demokratie ausgesperrt“. Der Spruch ist einfach nur frech und unverschämt. Wenn die Mehrheit für einen Antrag stimmt ist das für mich Demokratie pur. Aber für diese Presseheinis gilt ja nur ein demokratischer Grundsatz, die Pressefreiheit und diese nutzen Sie bei jeder Gelegenheit schamlos aus und alle anderen Grundrechte sind denen doch herzlich egal, wenn Sie durch Rechtsbruch Auflage machen.
Aber ich glaube eh Sie wären enttäuscht gewesen die Herrschaften von der Presse, denn die Schlammschlacht blieb aus. Das neue Präsidium stellte sich vor, wobei die beiden neuen Vizepräsidenten überzeugen konnten. Monatzeder fiel jedoch durch und fast alle Redebeiträge bei der Aussprache zum Präsidium waren gegen Monatzeder gerichtet. 99,9 % der Beiträge waren sehr sachlich, kein gegenseitiges Beschimpfen wie bei früheren Versammlungen nichts auf was sich Medienheinis stürzen hätten könnten. Bei der geheimen Abstimmung fiel der Hep schließlich im hohen Bogen durch und zwar mit 66 zu 130 stimmen. Aber eins müssen wir betonen, die Ablehnung seiner Person als Präsident lag nicht daran das er sich mit dem Investor überworfen hat, da der Großteil der Delegierten gegen den Investor ist. Nein es lag ein seiner Rolle die er in der Vergangenheit bei Sechzig gespielt hat. In seiner Funktion als Aufsichtsrat war er maßgeblich an den desaströsen Entscheidungen beteiligt welche Sechzig in das aktuelle Elend führten. Der Bau der verreckten roten Arena und der Verkauf der Anteile der KGaA an den komischen Möchtegernscheich seien hier als Beispiel genannt.
Aber nun aber kurz zurück zum wichtigen Thema, der neuen Satzung. Nachdem frühere Versuche die Satzung zu ändern gescheitert sind gelang es extrem engagierten Vereinsmitgliedern/Löwenfans an deren Arbeit anzuknüpfen bzw. aufzubauen und auch mit Unterstützung der Vereinsgremien die neue Satzung endlich soweit zu bringen das Sie diversen Stellen wie dem Finanzamt und natürlich ganz wichtig der DFL vorgelegt werden konnten. Als auch diese Ihr ok gaben, konnten die Delegierten einberufen werden und über die Annahme der Satzung abgestimmt werden. Nach dem die zwei der Hauptverantwortlichen die neue Satzung nochmals kurz vorstellten, gab es eine kurze konstruktive Aussprache bevor es schließlich hieß: „Wer für die Annahme der neuen Satzung ist, möchte bitte jetzt seine Stimmkarte heben“. Es war ein voller Erfolg bei nur 17 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen wurde Sie angenommen. Riesenjubel und Erleichterung bei uns Delegierten, wir haben uns abgeschafft und das ist auch gut so, vor allem wenn man bedenkt was viele unserer Vorgänger als Delegierte für Verbrechen an meinem geliebten TSV begangen habe (auch hier z.B. der Arena-Bau). Erst mal tönte ein lautes „Auf die Löwen auf die Löwen PROOOOST“ durch den Saal und es wurde miteinander angestoßen, bevor der ganze Saal den Sechzgermarsch zum Besten gab. Nun herrscht im Verein endlich richtige Demokratie, es war ein wirklich bewegender Moment. Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedankten die sich mit dieser Materie so auseinandergesetzt haben und die Satzung erarbeiteten. Aber auch alle Delegierte die diesen Abend zu einem schönen sachlichen Vereinsabend gemacht hatten verdienen hier ein großes Dankeschön. GEMEINSAM HABEN WIR GESCHICHTE GESCHRIEBEN und daher nochmal ein großes AUF DIE LÖWEN!! Das hat an diesem Abend gezählt, der Rest war nur Ergänzung!
Foto: Anne Wild/Wochenanzeiger
Schalke Horror Picture Show – die JHV als Streichelzoo?!
geschrieben von Susanne Blondundblau in Kurvenstar 04„Erst viaNOgo, dann Red Bull, was kommt als Nächstes?“ prangte beim letzten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen als Transparent über der Nordkurve. Seit gestern ist diese prophetische Frage in einer Weise beantwortet, die selbst die wahrlich an Tiefschläge durch die Vereinsführung gewöhnte Schalker Fanszene nicht für möglich gehalten hätte: Eine JHV als „Erlebnis- und Familientag“ mit „vielen Höhepunkten und Überraschungen“ mit einer „Showbühne im Innenraum“, wo als „besonderer Höhepunkt“ das Ensemble des Musicals We will rock you ein Best-Of präsentiert. „Viele Hingucker“ werde es geben, Autogramme und Sonder-Vorverkauf für Bundesliga-Heimspiele…
…und ganz am Rande wird erwähnt, dass es eine „Jahreshauptversammlung für möglichst viele Schalke-Mitglieder sein soll, die mitgestalten, mitentscheiden und so die demokratischen Strukturen des Vereins aktiv nutzen wollen“. Demokratie auf Schalke, da war doch was? Noch vor weniger als drei Monaten äußerte sich Finanzvorstand Peter Peters im Rahmen der Sitzung des enteierten Kartenpreisausschusses, Schalke sei keine solche.
Dieser Versuch, möglichst viele ansonsten nicht am Vereinsgeschehen und der JHV interessierte und von den Grabenkämpfen des vergangenen Jahres unbeleckte Mitglieder als uninformiertes und deshalb gegenüber den schönen Hochglanzbildchen der Vorstandspropaganda-Präsentationen unkritisches Stimmvieh zu JHV zur bringen, ist so durchschaubar, dass es schon peinlich ist. Interessierten Lesern seien dazu der Königsblog „Würste für die Wiederwahl, Musik statt Mitbestimmung“, das Schalke Unser und die ebenso ausführliche wie ausgezeichnete Stellungnahme des Supporters Clubs anempfohlen.
Nur mal kurz zur Erinnerung: Die Jahreshauptversammlung eines Vereins ist das oberste Vereinsorgan, dem die Beschlussfassung über zahlreiche wichtige und grundlegende Angelegenheiten des Vereins obliegt – und es gibt verdammt viele Themen der letzten zwölf Monate, die dort aufbereitet gehören. Wenn diese nun durch eine weitere Verknappung der ohnehin schon begrenzten Redezeit (begrenzt für Mitglieder wohlbemerkt, die Vorstände bekommen selbstverständlich genug Zeit, mit wunderhübschen Wortgirlanden für ihr Tun und ihre Entlastung zu werben), sei es durch die Show-Acts, sei es durch kritisches Nachfragen genervtes und murrendes Eventpublikum zum Ringelpiez mit Anfassen verkommt, ist dies eine bodenlose Unverschämtheit. Dass Peters, Jobst und Tönnies notfalls nackig „Let meeeeeeeeeee entertain you!”-trällernd auftreten würden, um von den Ungeheuerlichkeiten des zurückliegenden Jahres abzulenken, geschenkt. Aber es hat einen guten Grund, warum im Bundestag bei wichtigen Debatten nicht gleichzeitig das Fernsehballett die Showtreppe herunterschreitet und für die Familien der Abgeordneten die Hüpfburg bereitsteht: Die Leute sollen sich nach Möglichkeit auf die Thematik konzentrieren und mit einem Mindestmaß an Verständnis für das Problem ausgestattet sein, bevor sie ihre Entscheidung treffen, die für viele andere Menschen von weitreichender Bedeutung ist.
Die Schalker Vereinsführung wiederholt durch das Manöver, die immer zahlreicher werdenden kritischen Stimmen durch jubelnde Musical-Besucher und glückliche Kartenkäufer übertönen zu lassen, einen gefährlichen Fehler: Die solchermaßen niedergejuchzten Kritiker werden nicht mitträllern, sie werden auch nicht schweigen. Sie werden sich sagen „jetzt erst Recht“, wie man bereits sehr schön nach dem Sündenfall des Kartenpreisausschusses, bei dem zahlreiche engagierte Mitglieder monatelang hingehalten und dann vor vollendete vianogo-Tatsachen gestellt wurden, was in der Folge zu der aufsehenerregenden vianogo-Initiative führte, sehen konnte. Wenn ihre berechtigten Anliegen und der Wunsch nach einer kritisch-konstruktiven Debatte zum wiederholten Male abgebügelt und lächerlich gemacht werden, bleibt nur der radikale Konfrontationskurs. Zu der Satzungsänderung wird eine Zweidrittelmehrheit benötigt? Hmmm, warum sollte man ein elektronische Abstimmverfahren, dessen Manipulierbarkeit nicht überprüft werden kann und das zudem in das freie Ermessen (!!!) des Versammlungsleiters gestellt wird, befürworten…? Der Vorstand möchte entlastet werden? Tja, ich möchte auch über einiges sprechen.
Dieses „Wie Du mir, so ich Dir“ ist sicher nicht der Gipfel der konstruktiven Auseinandersetzung, aber was sollen Schalker Mitglieder machen, deren zahlreiche Fragen und berechtigte Kritik vom Showprogramm verdrängt werden?
Am Ende könnten Mitglieder gar auf die Idee kommen, dass ein „respektvoller Dialog auf Augenhöhe“, wie er in den schönen Worten des Leitbilds gefordert wird, mit dieser Vereinsführung schlicht nicht möglich ist. Und diese Vereinsführung sollte nicht darauf vertrauen, dass sie sich dann leise weinend in ihr Kämmerlein zurückziehen, um Schalke in der gewünschten Weise - unkritisch und konsumfreudig - zu „leben“. Irgendwann hat nämlich auch der geduldigste Schalker es herzlich satt, sich bei dem Versuch, sich konstruktiv einzubringen, eine blutige Nase zu holen – und erinnert sich unter Umständen daran, dass das prägendste Mitglied der Vereinsführung am Ende der JHV, wenn einige der Eventkunden schon glücklich mit Karte, Autogrammen und Zuckerwatte gesättigt wieder abgezogen sind, wiedergewählt werden möchte…
Blau-weiße Grüße
Susanne Blondundblau
Der Osterdeich-Schnack verabschiedet sich
geschrieben von Thilo Schmidt in Osterdeich-Schnack
Liebe Leser, Mit-Werderaner und sonstige Interessenten,
heute richtige ich mich mit einem persönlichen Wort in eigener Sache an Euch. Ich bedaure sehr mitteilen zu müssen dass ich meine Tätigkeit als Blogger aus gesundheitlichen Gründen auf unbestimmte Zeit einstellen muss. Ob es den "Osterdeich-Schnack" irgendwann mal wieder geben wird und falls ja wann, kann ich heute leider überhaupt noch nicht abschätzen.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei einigen Leuten herzlichen bedanken: zunächst einmal bei Martin Thein, Christoph Burr und Jannis Linkelmann von fankultur.com dafür, dass sie mir fast ein Jahr lang die Möglichkeit gaben, hier meine Beiträge zu veröffentlichen. Des weiteren an alle meine Blogger-Kolleginnen und -Kollegen, die eine wirklich großartige Truppe sind. Es fällt mir sehr schwer von ihnen Abschied nehmen zu müssen. Darüber hinaus möchte ich noch folgenden Leuten danken: meiner guten Freundin Filiz, mein Fels und mein Sonnenschein; Tina und Denti aus München, die selbst als Anhänger des FC Bayern Fans meines Blogs waren; dem Werder-Stadionsprecher Arnd Zeigler für Lob, Kritik und Inspiration; meinen Vater Ronald und meine Schwester Franca-Maria, zudem Maria aus Puerto la Cruz, die selbst im entfernten Venezuela Werder Bremen immer leidenschaftlich die Daumen gedrückt hat. Außerdem möchte ich mich natürlich auch sehr bei meinen Lesern bedanken, denn für Euch habe ich das alles schließlich gemacht. Ich danke auch allen meinen Kritikern, die mich oft verflucht haben, mir wöchentlich geschrieben haben wie sehr sie meine Texte geringschätzen, dass ich ja absolut keine Ahnung von gar nichts hätte und sowieso kein "wahrer Fan" sei; ich werde Euch zwar nicht vermissen aber ich danke Euch trotzdem, denn Eure Pöbeleien sah ich immer als Ansporn erst recht weiterzumachen.
Zuletzt noch ein Wort an den SV Werder Bremen, dem immer mein ganzes Fanherz gehören wird: reisst Euch mal zusammen Leute! Ihr habt den Luxus Euch "nur" über Punkte, Tore und Klassenerhalt Sorgen machen zu müssen. Ich werde mich in den nächsten Wochen und Monaten mit Dingen auseinandersetzen müssen, gegen die Eure Sorgen wirklich verdammt winzig aussehen. Also macht was draus, reißt Euch den Arsch auf, fresst Gras und überzeugt mich und alle anderen Fans davon, dass das Trikot das Ihr tragt, nicht nur eine simple Arbeitsbekleidung wie in Blaumann für Euch ist. Im Moment sind sich sehr viele Fans da nämlich wirklich nicht sehr sicher.
Ich beende meinen (vorerst) letzten Blog mit den Worten meines absoluten Lieblings-Autors Douglas Adams:
So long, and thanks for all the fish.
€cht€ £i€b€ oder Echte Liebe?
geschrieben von Patrick Potthoff in 360°-Pass
Wieder einmal war es soweit. Das, was jeder Fan – egal welchen Vereins zugehörig – schon erlebt hat und immer wieder erleben wird: Die Identifikationsfigur des Vereins verlässt den Verein – allen vorherigen Treueschwüren zum Trotz. Mario Götze spielt ab der Saison 2013/14 beim FC Bayern München. Enttäuschung, Frust und Ärger bei vielen BVB-Fans. Und die Frage, die sich viele stellen: Wie viel Liebe ist überhaupt noch echt?
Wir leben in einer Zeit, in der Beziehungen jeglicher Art ohnehin nur noch eine geringe Halbwertszeit haben. Die Scheidungsrate liegt bei knapp 50%. Fifty fifty die Chance, ob es ein Leben lang hält oder nicht.
Genauso im Fußball, sogar schlimmer: Das, was der Verein für die Fans ist, ist er vermeintlich nicht für viele Spieler: Ein Fixpunkt, den man nicht mehr wechselt, wenn man sich einmal festgelegt hat. Vermisst werden die Zeiten, in denen Spieler noch ihr Leben lang bei dem immer selben Verein spielten. Ein Fritz Walter, der allen Angeboten zum Trotz beim FCK blieb – und zum Held wurde. Die Helden von heute muss man mit der Lupe suchen: Ryan Giggs bei Manchester United und Iker Casillas bei Real Madrid fallen einem spontan ein. Die Helden der Neuzeit.
Aber lösen wir uns doch mal von der romantischen Traumwelt
Schauen wir auf uns selbst, fällt auf: Wir erwarten Dinge, die kaum einer von uns selbst im Stande ist einzuhalten. Wer ist denn noch sein Leben lang am selben Arbeitsplatz? Wer zeigt denn noch uneingeschränkte Loyalität auf anderen Ebenen, außerhalb des Fußballs? Letztendlich ist für einen Profifußballer der Fußballverein ja auch nicht mehr als ein Arbeitgeber.
In Dortmund steht an allen Ecken „Echte Liebe“ geschrieben.
Nur eine Marketingfloskel? Nur ein auf Kommerzialisierung ausgerichteter Leitspruch, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen? NEIN. In Dortmund hat man das Gefühl, dass für den Zeitraum der „Partnerschaft“ zwischen Spieler und Verein, die Liebe echt ist. Das spürt man in den Interviews, auf dem Platz und in allen Äußerungen. Doch tatsächlich ist es eben „nur“ „Echte Liebe“, nicht „Ewige Liebe“. Aber ist das nicht sogar viel wertvoller?
Enttäuschung, Ärger und Frustration ist vorprogrammiert. Immer wieder werden Identifikationsfiguren den Verein verlassen – von welchen Motiven auch immer geleitet. Es war nie anders und wird nie anders sein: Spieler kommen und gehen – was bleibt, ist der Verein. Das ist die Konstante, das ist die echte Liebe. Und das wird man auch heute Abend im Stadion spüren.
Bildquelle: http://www.gibmich-diekirsche.de
Die verlorene Unschuld
geschrieben von Christin Heidmann in FrauengeschichtenWir schreiben den 4. Spieltag der Frauenfussballbundesliga. Dieser 30.09.2012 sollte vielen in Erinnerung bleiben, wenn auch nicht in guter. Nach dem Abpfiff schrieben die Zeitungen von Skandal, von der verlorenen Unschuld des Frauenfussballs.
Mario Götze, Ausstiegsklauseln und der FC Bayern München
geschrieben von Matthias Saathoff in Matze's Viererkette
Seit heute ist es perfekt. Mario Götze wird den BVB in Richtung FC Bayern München verlassen, ein Wechsel der dem BVB 37 Millionen Euro einbringt und damit zum Rekordtransfer innerhalb der Bundesliga wird. Götze wird dort 2 Millionen mehr verdienen als beim BVB. So viel zu den Fakten.
Die Gefühlslage die so ein Transfer mitbringt ist gemischt, zum einen ist man enttäuscht, auch weil Mario mit dem Wechsel zum FC Bayern einen Schritt geht, der viele Fans verärgert, mich natürlich auch.
2 Dinge gibt es bei diesem Transfer aber, die mich nachdenklich stimmen.
