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Dienstag, 25 Juni 2013 13:13

Ausstiegsklauseln: The next chapter

geschrieben von 

3samstadion

„Manager Dufner kontert Freiburger Kritik an Ausstiegsklauseln“ – das ist die Überschrift eines transfermarkt.de- (bzw. dpa-)Artikels von heute Morgen. Im Artikel verteidigt sich Dirk Dufner gegen die Kritik an seiner Vorgehensweise mit zwei Argumenten, die ich hier sinngemäß zitiere:

1. Die anderen Vereine machen das auch so, bei uns werden diese Klauseln nur öfter gezogen als anderswo, weil wir ein niedrigeres Gehaltsniveau haben.

2. Durch das System mit den Ausstiegsklauseln hat der SC Freiburg auch dieses Jahr wieder viel Geld verdient.

Den Aussagen möchte ich nicht widersprechen, ich will allerdings meinen Senf dazugeben:

Zu 1.: Ja, auch bei anderen Vereinen gibt es Ausstiegsklauseln. Tatsächlich dürfte mittlerweile wohl der Großteil aller Arbeitsverträge im Profifußball eine solche enthalten. Viele dieser Ausstiegsklauseln sind aber darauf angelegt, dass sie nur bei einer krassen Leistungssteigerung des Spielers zum Tragen kommen würden oder haben (zugegebenermaßen in anderen fußballerischen Sphären) sogar ein stückweit symbolischen Charakter (Neymar 190 Mio. €, Messi 250 Mio. €, Ronaldo eine Mrd. €).

Eine Situation, in der vier wichtige bis sehr wichtige Spieler dank festgeschriebener Ablöse für einen Betrag im niedrigen siebenstelligen Bereich zur (bis auf Wolfsburg) finanziell nicht gerade überragend aufgestellten Konkurrenz wechseln, kommt allerdings sicher nicht regelmäßig bei anderen Vereinen vor. Ja, das liegt an unserem im Bundesligaschnitt niedrigen Gehaltslevel. Aber wenn andere Vereine im Gegensatz zu uns durch ein höheres allgemeines Gehaltsniveau mehr oder minder geschützt vor derartigen Ausverkäufen sind, was Dufner ja impliziert, dann muss sich ein Sportdirektor des SC Freiburg eben um ein Substitut für diesen „natürlichen“ Schutzmechanismus bemühen! Hätten wir Kruse mit einer höheren Ausstiegsklausel oder einer Klausel, die erst ab dem zweiten Jahr greift, bekommen? Vielleicht, vielleicht nicht. Das Problem ist aber: wenn Dufner erst einmal dafür bekannt ist, regelmäßig relativ niedrige Ablösesummen festzuschreiben, schwächt er dadurch seine eigene Verhandlungsposition gegenüber Spielern und Beratern. Dass sich diese Vorgehensweise rächt, sehen wir in dieser Sommerpause nur allzu deutlich. Wir müssen uns im Nachhinein betrachtet sogar glücklich schätzen, dass Julian Schuster, der laut kicker bis zum 1.6. für fünf Millionen hätte wechseln dürfen, uns treu geblieben ist, ebenso wie wahrscheinlich noch einige andere Spieler mit Ausstiegsklauseln.

Zu 2.: Aller Voraussicht nach wird der SC Freiburg auch dieses Jahr wieder ein Transferplus erwirtschaften. Dafür wurden ja auch etablierte Spieler abgegeben und Neuzugänge geholt, von denen erwartungsgemäß manche einschlagen werden und andere nicht. Selbst  Papiss Demba Cissé hat sechs Monate gebraucht, bis er unser damaliges Spielsystem vollkommen verinnerlicht hatte. Auch wenn durchaus namhafte Spieler geholt wurden, birgt jede Veränderung ein Risiko. Wenn der Worst Case eintritt, die Neuzugänge nicht einschlagen und wir nächste Saison absteigen, dann wird ein Transferüberschuss von einigen Millionen mehr als zunichte gemacht werden. Ganz davon abgesehen, dass der finanzielle Erfolg eines Fußballvereins meiner Meinung nach immer nur Mittel zum Zweck sein darf.

Der größte Gewinn in der Freiburger Vereinsgeschichte wurde übrigens – unter Dufner – durch den Verkauf von Cissé erwirtschaftet, einem Spieler, der keine Ausstiegsklausel im Vertrag stehen hatte. Zumindest kann man das vermuten, denn es würde Dufners sonstigem Geschäftsgebaren widersprechen, einem Spieler aus der französischen Ligue 2 eine achtstellige Ablösesumme in den Vertrag zu schreiben.

Bild: nur-der-scf.de

Jonathan Jacob

Freiburg im Herz, Mainz vor der Tür

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