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Sonntag, 30 April 2017 15:22

Beklemmung- Arminia gegen Greuther Fürth

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Rundumbeobachtungen

Die Saison neigt sich dem Ende zu und die Zielgerade ist mal wieder die Phase der Beklemmung. Am liebsten willste Dir die Decke über’n Kopf ziehen, in drei Wochen nachgucken und dann sehen, dass Arminia dringeblieben ist. Geht aber nicht, mit Dauerkarte. Die Beklemmung ist schon am Eingang spürbar: “Eeeey, Du stehst im Weg, Du §§$$%!” – Wer sich in Ostwestfalen darüber aufregt, der ist nervös!

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Heute empfängt Arminia die Spielvereinigung Greuther Fürth auf der Bergwiese. Das Spiel ist erstmal langweilig und Block 3 hat Gelegenheit, Outfits zu diskutieren: “Boah, ist Dein Schal dreckig” – “Keine Sorge ist nur Ketchup”. Und so wird die Halbchance, sich zum Helden zu machen, nicht genutzt. Fabi macht unten gerade dasselbe. Wenn man lieb ist, nennt man das dargebotene Geschiebe einen müden Kick. Arminia schafft es nicht, Fürth will es nicht. Die Süd macht Lalala. Schnell wird klar, dass nur Standards oder Volltrotteleien irgendwas am 0:0 ändern können. Aufschrei in der 20.Minute, als Lord Börner eben nach einem Standard die bis dahin größte Chance für die Blauen hat.

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Langweilig und Lalala. Block 3 zieht folgende Schlüsse: “Gehacke wie an der Radrennbahn”, “Nix kommt an den Mann”, “Ey, der Ball kann nicht gestoppt oder kontrolliert werden”- Ahaaaa, es liegt also am aufmüpfigen Spielgerät, das sich der Unterdrückung durch hochbezahlte Füße widersetzt. Interessanter Ansatz! Sonst herrscht Beklemmung. “Wie sind nochmal die Anstoßzeiten in der Dritten Liga?” – “Samstags 14 Uhr.” – “Oahnäää, noch’ne Stunde länger zu Hause rumhängen...”. Tja, 15 Uhr 30 spielt in unserer Gedankenwelt keine Rolle mehr. Um die 30. Minute rum verliert die Alm allmählich die Geduld und murrt.

Der goldene Klops des Tages geht an...:
Herrn Kirsch von Greuther Fürth. In einem völlig lauen Spiel die beiden bis dahin einzigen Karten zu kassieren, eine davon glatt Rot, ist klopswürdige Leistung.

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“Vorwääärts, Ihr Jungs in schwarzweißblaaaau, wir geben niemals aaauf”. Im Bezug auf das heutige Spiel ist das inhaltlich korrekt. Wenn man gar nicht erst anfängt, kann man auch niemals aufgeben. Nebendran auf Block J liest Papa der kleinen Tochter aus einem Kinderbuch vor. Juhuuu, wenigstens zwei auf dem Almgelände, die zu diesem Zeitpunkt sinnvoll beschäftigt sind. Das Buch heißt: “Jule darf auch mal traurig sein”. Oh, diese Ironie!

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Halbzeit. Apropos Stehenbleiben...Wer an der Wursttheke ist, sich breit macht und beim Fettschlauchfressen aller Ruhe den Andrang hinter ihm ignoriert, der ist selbstverständlich kein §§$$%, sondern stur, hartnäckig und kämpferisch. Und ein §§$$%... Wer sich in Ostwestfalen darüber aufregt, der... §§$$%... Markus Wuckel ist auch auf der Alm. Mal das schwache Geschlecht gucken.

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Zur zweiten Halbzeit wachen die Tribünen auf. Knalliges “Deutscher Sportclub Allez”. Mais les bleues ne vont pas. Les Kleeblätter aussi. Nur Standards oder Volltrotteleien könnten irgendwas am 0:0 änd...

Der goldene Klops des Tages geht an...:
Die Fürther Defensive. Nutznießer ist Voglsammer. Es steht tatsächlich 1:0 für den DSC!

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Und es läuft besser für Arminia, die Boys in Blue legen ein paar Schippen drauf und spielen handballstyle rund um den mittelfränkischen Strafraum. Anerkennung auf Block 3: “Das ist technisch...äh...angeschlagen...!?...”. Sowas in der Richtung. UlmUlmUlm hat die nächste Chance. Er steht in der Startelf. Das ist natürlich süß und nostalgisch, aber trotz einer engagierten Leistung reicht unser Lieblingselsässer heute nicht an Yabo heran (Yabo fehlt heute schmerzlich). Als die draufgelegten Schippen verbrannt sind, stellt sich wieder Langeweile und Lalala ein. Wenigstens stimmt das Ergebnis.

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Und die Beklemmung ist auch wieder da. “Ooooah, Leute...”. Block 3 entdeckt zwei spannende Mittel zur Stressbewältigung – Erstens: “Arminia, Arminia, Arminia schießt ein Tor” zu “Arminia, Arminia, Arminia kassier’ kein Gegentor” umdichten (scheitert aber am Versmaß). Zweitens: Mit Horrorszenarien den Holzhammer im Voraus verzuckern. “Jetzt kassieren sie einen” bei einem Fürther Freistoß. Die Marschroute für die Schlussphase ist eigentlich klar und simpel auszusprechen: “Macht endlich den Sack zu, Jungs!”. Arminia hingegen...

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Der goldene Klops des Tages geht an...:
Die Bielefelder Defensive. Muss man nicht nochmal schildern.

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So endet ein Spiel Unentschieden, das vom Verlauf her auch Unentschieden enden muss Arminia war beklommen auf dem Platz, die Tribünengäste gehen beklommen nach Hause. Wenn das das “wichtigste Spiel der Saison” war (Sebi Wiese vor dem Anstoß) heißt das, dass kein wichtigstes Spiel mehr kommt und Arminia nicht in der Relegation landet. “Noch ist die Saison nicht vorbei”, sagt einer auf dem Weg zur Linie 4. Wir lassen es einfach mal so stehen. Ob man mitleiden will oder sich die Decke über den Kopf zieht, sei dem Einzelnen überlassen. Beklommen sind wir alle.

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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