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Dienstag, 18 April 2017 18:38

Fettfreies Ostermahl- Arminia gegen Stuttgart

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Rundumbeobachtungen

arminia-bielefeldOstern. Die Fastenzeit ist vorbei, jetzt wird gefressen. Arminia Bielefeld hat die Fastenzeit Fastenzeit sein lassen und hat sich eifrig Punkte gegönnt. Aber wie das im säkularen Profifußball so ist: Die Anderen leider auch. Das Restefressen beginnt mit dem Gastspiel der Jungs mit dem Bruschtring vom Ländle wech (<= ostwestschwäbisch). Feiertags Abend, Flutlicht, Hütte voll, ab geht’s!

Ja, ab geht’s mit dem VfB Stuttgart. Die Schwaben machen Taka Tuka durch die Bielefelder Hälfte. Bielefelder Verteidiger werden dabei genau so beflissentlich ignoriert wie Bielefelder Strafräume. So hat der VfB in der ersten Viertelstunde zwar 134 Prozent Ballbesitz, aber so gut wie keine nennenswerte Torchance. Die Stimmung auf den Tribünen ist auf beiden Seiten top. Etwa 2.500 Brustringe sind zu Gast und brüllen. Auf unserer Seite Druck von Block 1, im Spiel übernimmt Block J ab und an mal das Kommando. Initiative von beiden Seiten – eine guter Ansatz für den schwarzweißblauen Support.

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Sind die Blauen auch mal am Ball? Ja, sie sind. Hartherz flankt, die Stuttgarter halten Hemlein noch für einen ihrer Mannschaftskameraden. „Der wird nausköpfet“. Nää, der tutn reinhauen tun! Jubel, in meine Arme, lieber Block 3! „Schlusspfiiiiff!!“. – „Nix, das wird noch spannend. Kennst das ja.“ – „Spannung brauch‘ ich nicht, da guck ich später lieber noch James Bond.“. Stuttgart spielt weiter Tic Tac Toe. Vor allem Mittelfeldmotor Maxim macht ein starkes Spiel. Lehrmaterial auf der rechten Außenbahn der Schwaben durch den Japaner 亜紗乃- Da haben wir früher aufm Schulhof immer „Trick 17 mit Selbstverarschung“ gesagt. Na ja. Für den Rundumbeobachter spielen Japaner, die „亜紗乃“ heißen, zentral, haben Geschwister, die „優季“ heißen und sind Frauen. Insgesamt wirkt der VfB im Rückstand leicht angetickt. Schade, dass Arminia die durchaus vorhandenen Freiräume nicht konzentrierter nutzt. Alldieweil hat Block 3 die üblichen Wir-liegen-in-Führung-Luxusprobleme: „Biermann, bleib‘ hier!... Weg isser... Können wir nicht den ganzen Tank kaufen?“ (Gar nicht mal sooo uncool, die Idee!). Die ersten 45 +1 Minuten gehören ins Phrasenschwein: Die einen spielen, die anderen treffen.

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Halbzeit. Ja, Fastenzeit ist vorbei. Dennoch verzichtet der Rundumbeobachter mit Rücksicht auf Block 3  heute auf Bratwurst. Schade um die nicht aufgezeichneten Budenschlangendialoge, aber  nach einem gewaltigen chinesischen Buffet gefolgt von einem gewaltigen Kuchenbuffet kann *gulp* eine Bratwurst *gulp* unerwünschte Folgen für den Rundumbeobachter und seine Nebenleute haben. Schade ist es übrigens auch um Fotos aus dem Innenraum. Aber die darf nur eine gewisse Schneise aus dem Hessischen veröffentlichen. Gibt es halt Außenansichten mit Mannschaftsbus und Jahnplatz.

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Trottelgegentore? Kann Arminia. Irgendwas muss man aus der Rehm-Zeit ja mitnehmen. Stürmer spielen? Kann Terodde. Damit sind die wesentlichen Höhepunkte bis Minute 56 zusammengefasst, es steht 1:2.  Davarís Vorlage auf Maxim gibt dem Spiel die schlussendlich entscheidende Wende. Was können wir, Block 3? „Anfeuern. Wir können nur anfeuern. Für alles andere können wir nichts.". Und wir feuern an! Die Alm ist da und auch die Blauen fighten. SchiRi Osmers lässt in beiden Richtungen laufen und liegt in beiden Richtungen falsch. Wie immer sorgt das für Unmut auf Block 3: „SchiRi, zieh die Handschuhe aus" – „Warum dürfen 2.Liga-SchiRis eigentlich alles?". Keine Ahnung. Weil sie SchiRis sind? Weil sie schwarz tragen? Weil sie Sahne auf den Rasen sprühen dürfen? Weil eine gewisse Schneise aus dem Hessischen sie für Nachwuchstalente halten? Mal ehrlich, Mickey Mouse ist ein besserer James-Bond-Darsteller als die meistens Schneisentalente SchiRi-Darsteller. Dennoch bin ich weit davon entfernt, mich dem rund um Arminia grassierenden Verfolgungswahn der SchiRi-Ansetzung betreffend anzuschließen. Die ist so gut wie nie spielentscheidend und war es auch gestern nicht.

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Arminia kämpft. Hemlein dölmert einen Freistoß aufs rechte Eck, Langerak kriegt die Flosse dran. MIST! Dick flankt, Hemlein köpft, Langerak kriegt die Kralle dran. F*CK! Ein australischer Socceroo, der was kann und keine Frau ist…Kurz darauf lässt Locke den nächsten los und diesmal ist Langerak ein Socceroo nach Rundumbeobachter-Vorstellungen. Er lässt abprallen und der starke Yabo entstaubt. Mitten im Torjubel auf Block 3: „Ich warte auf die Anzeigetafel, ob es auch wirklich zählt.“. Hm, das ist ein Standpunkt. Ich bin immer geneigt, Gebrüll, fliegendem Bier und Umarmungen zu glauben. Das Match ist offen, das Match ist spannend! Es geht hin und her. Stuttgart spielt, Arminia kämpft. Und als der Bonuspunkt so gut wie durch ist…

Paff! Auch die zweiten 45  (+3) Minuten gehören ins Phrasenschwein: Die einen kämpfen, Terodde trifft. Enttäuschung und Trotz auf den Rängen, aber keine Wut. Die Freunde des Sports sind auf jeden Fall auf ihre Kosten gekommen. Fußballerisch war das ein opulentes Ostermahl. Natürlich können wir zufrieden mit der Leistung der Jungs sein. Sie haben der wahrscheinlich spielstärksten Mannschaft der Liga die Stirn geboten und hatten die Schwaben am Rand eines Punktverlustes. Nur: Davon haben die Blauen nix. Eine fette Mahlzeit ohne dabei Speck anzusetzen ist wirklich nur für Feiertagsfressen eine attraktive Vorstellung. Tröstlich für die Mannschaft mag sein, dass nichts Stärkeres als Stuttgart mehr auf dem Plan steht und die Tabellensituation sich punktetechnisch nicht verschlimmert hat. Auch das Auftreten seit der Ankunft von Jens Sabine macht Mut. Und wir auf den Tribünen? Wir können nur anfeuern. Für alles andere können wir nichts.

Alle zusammen: Niemals Dritte Liga!

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Der goldene Klops des Tages geht an...:

Den Mitmenschen mit den Billigschals vor der Alm, der "Alle Schals fünf Eeeeeuro" in die Menge ruft. Okay, hier hast Du den Heiermann, gib mir alle Schals, ich übernehme: "Jeder Schal sieben Eeeeeuro..."

 

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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